ASRock H370M-ITX/ac im Test - Mit automatischem ECO-Mode

Veröffentlicht am: von

asrock h370m itx ac 004 logoIn Bezug zu den neu hinzugekommenen Intel-300-Chipsätzen haben wir uns zwei Modelle im ATX-Format und ein Modell mit den Micro-ATX-Abmessungen zu Gemüte geführt. Folglich werfen wir nun einen Blick auf ein Mini-ATX-Mainboard. Unsere Wahl fiel dabei auf das ASRock H370M-ITX/ac, das wir uns genauer angeschaut haben.

Vom betagten Z370-Chipsatz abgesehen, bietet ASRock insgesamt 14 Platinen mit dem H370-, B360- und H310-PCH an. Dabei hat das Unternehmen wie gewohnt das ATX-, Micro-ATX- und Mini-ITX-Format berücksichtigt. Im letzteren Format wurde das H370M-ITX/ac gefertigt, wie man anhand der Modellbezeichnung unschwer erkennen kann.

ASRocks H370M-ITX/ac bringt einen PCIe-3.0-x16-Steckplatz, zwei DDR4-DIMM-Bänke und sogar sechs SATA-6GBit/s-Buchsen mit. An USB-Ports hat das ASRock H370M-ITX/ac in der Summe zwölf Stück im Gepäck. Zweimal HDMI 1.4 und einmal DisplayPort 1.2 ermöglichen den Anschluss von drei Displays. Ebenfalls vorhanden sind zwei Gigabit-LAN-Buchsen und auch WLAN-ac.

» zur Galerie

Das ASRock H370M-ITX/ac wurde in einem schlichten Design gehalten. Das PCB selbst ist schwarz, was auch für die Anschlüsse gilt. Der PCIe-3.0-x16-Slots natürlich ausgenommen. Der VRM- und PCH-Kühler sind hingegen grau und sehr kompakt, was aber nicht unbedingt heißen muss, das die Kühlung hier unzureichend ist.

Die Spezifikationen

Das ASRock H370M-ITX/ac wurde mit folgenden technischen Eigenschaften versehen:

Die Daten des ASRock H370M-ITX/ac in der Übersicht
Hersteller und
Bezeichnung
ASRock
H370M-ITX/ac
Mainboard-Format Mini-ITX
CPU-Sockel LGA1151 (nur für Coffee Lake-S, Skylake-S und Kaby Lake-S sind nicht kompatibel, siehe auch: verändertes Sockel-Pinout)
Stromanschlüsse 1x 24-Pin ATX
1x 8-Pin EPS12V
CPU-Phasen/Spulen 7 Stück
(6x CPU, 1x RAM)
Preis
ab 115 Euro
Webseite ASRock
  Southbridge-/CPU-Features
Chipsatz Intel H370 Express Chipsatz
Speicherbänke und Typ 2x DDR4 (Dual-Channel), bis effektiv 2.666 MHz
Speicherausbau max. 32 GB (mit 16-GB-UDIMMs)
SLI / CrossFire -
  Onboard-Features
PCI-Express

1x PCIe 3.0 x16 (x16) über CPU

SATA(e)-, SAS- und
M.2/U.2-Schnittstellen
6x SATA 6GBit/s über Intel H370
1x M.2 M-Key (PCIe 3.0 x4, shared) über Intel H370
USB 4x USB 3.1 Gen2 (4x am I/O-Panel) über Intel H370
4x USB 3.1 Gen1 (2x am I/O-Panel, 2x über Header) über Intel H370
4x USB 2.0 (2x am I/O-Panel, 2x über Header) über Intel H370
Grafikschnittstellen 1x DisplayPort 1.2
2x HDMI 1.4
WLAN / Bluetooth Intel Wireless-AC 3168, Dual-Band, max. 433 MBit/s, Bluetooth 4.2
Thunderbolt -
LAN 1x Intel I219-V Gigabit-LAN
1x Intel I211-AT Gigabit-LAN
Audio-Codec
und Anschlüsse
8-Channel Realtek ALC892
3x 3,5 mm Audio-Jacks
LED-Beleuchtung -
FAN-Header 1x 4-Pin CPU-FAN-Header
1x 4-Pin Chassis-FAN-Header
1x 4-Pin Chassis/WaterPump-Header
Herstellergarantie 3 Jahre (nur über Händler)
» zur Galerie

Das mitgelieferte Zubehör

Das folgende Zubehör konnten wir im Karton finden:

» zur Galerie

ASRock beschränkt sich beim Zubehör auf das Nötigste. Neben der I/O-Blende und dem Quick-Installation-Guide und dem Support-Datenträger konnten wir außerdem zwei SATA-Kabel, zwei WLAN-Antennen sowie eine M.2-Schraube und einen ASRock-Sticker finden.


Intels H370-Chipsatz bringt eine native USB-3.1-Gen-Unterstützung für bis zu vier Schnittstellen mit und kann bis zu sechs SATA-6GBit/s-Ports bereitstellen. Zusätzlich bietet der PCH noch 20 PCIe-3.0-Lanes. CPU- und RAM-Overclocking wird jedoch nicht unterstützt.

» zur Galerie

Zu sehen sind sechs Spannungsphasen, die in einer 4+2-Konfiguration antreten. ASRock vertraut auf sechs Fairchild-FDPC5030SG-Spannungswandler. Ein 8-Pin-Stromanschluss genügt in diesem Falle mehr als aus. Der VRM-Kühler fällt insgesamt sehr kompakt aus, doch da Overclocking kein Thema ist, sollte dies für den reinen Betrieb ausreichen.

» zur Galerie

Der Intersil ISL95866C wurde für die Phasen-Steuerung in Betracht gezogen und kann im Höchstfall mit einer 4+3-Konfiguration umgehen. Doch ASRock hat auf der Rückseite des PCBs noch zwei MOSFET-Driver für die CPU- und ein MOSFET-Driver für die iGPU-Spannung verlötet.

» zur Galerie

Während die maximal zwei DDR4-DIMM-Speicherbänke normal sind und einen Speicherausbau bis 32 GB erlauben, sind die SATA-6GBit/s-Buchsen eher seltener auf einem Mini-ITX-Mainboard anzutreffen. Zwischen den vertikal ausgerichteten SATA-Ports und dem 24-Pin-Stromanschluss ist zudem der USB-3.1-Gen1-Header zu sehen.


» zur Galerie

Das Mini-ITX-Format bietet nur Platz für einen Erweiterungssteckplatz. Aus diesem Grund kommt natürlich nur der PCIe-3.0-x16-Slot in Frage, der seine 16 Lanes direkt von der Coffee-Lake-S-CPU bekommt. Zumindest ein M.2-Modul (M-Key) kann installiert werden, das auf eine Länge von 3 cm bis 8 cm kommt und über den H370-Chipsatz angebunden ist. Als einzige Einschränkung wird der Wegfall eines SATA-Ports (SATA3_1) genannt, sofern ein SATA-SSD verwendet wird beziehungsweise der SATA-Modus aktiv ist.

» zur Galerie

Am I/O-Panel erhält der Besitzer Zugriff auf acht USB-Typ-A-Schnittstellen, von denen zwei Stück mit der USB-3.1-Gen1- und jeweils vier Stück mit der USB-3.1-Gen2- und USB-2.0-Spezifikation ans Werk gehen. ASRock hat die Ports entsprechend farblich gekennzeichnet. Darüber hinaus sind eine PS/2-Schnittstelle, zwei HDMI-1.4-Grafikausgänge sowie ein DisplayPort in der Version 1.2 anzutreffen. 

Übrig bleiben zwei Gigabit-LAN-Buchsen, das WLAN- und Bluetooth-Modul und drei 3,5-mm-Klinke-Buchsen.

» zur Galerie

Als Audio-Chip kommt Realteks ALC892 zum Einsatz, der zwar ok, allerdings nicht mehr up-to-date ist. Mit im Boot sitzen vier Nichicon-Audiokondensatoren. Die beiden Gigabit-LAN-Buchsen werden hingegen vom Intel I219-V und I211-AT betreut.

» zur Galerie

Der Nuvoton NCT5567d-B fungiert als SuperI/O-Controller und hat die Aufgabe, die Temperaturen, Spannungen und Lüftergeschwindigkeiten zu kontrollieren und zu übermitteln.

» zur Galerie

Trotz der gehobenen Ausstattung weiß das Gesamtlayout zu gefallen. Auf dem Board halten sich ein CPU-FAN-, ein Chassis/WaterPump- und ein weiterer FAN-Anschluss bereit, allesamt in der 4-Pin-Ausführung.


BIOS

Auf der eigenen Webseite wird für das H370M-ITX/ac die BIOS-Version P1.20 im als First Release angeboten. Zuvor war auf dem Mainboard eine sehr frühe BIOS-Version aufzufinden, sodass wir die Version P1.20 mittels Instant-Flash-Funktion installiert haben.

» zur Galerie

ASRock hat in Sachen UEFI alles beim Alten gelassen. Die Taiwaner haben weiterhin eine Übersichtsseite (EZ-Mode) implementiert, die den Anwender über wichtige Parameter auf einen Blick informiert. So lassen sich oben nicht nur die Uhrzeit, das aktuelle Datum, die CPU-Temperatur, Mainboard-Temperatur und die CPU-Spannung ablesen, sondern auch das Mainboard-Modell, die installierte BIOS-Version und das Prozessormodell inklusive Grundtakt. Auch in welchen DIMM-Slots Module und wieviel Arbeitsspeicher generell installiert ist, lässt sich ablesen. Direkt darunter kann eingesehen werden, welche Storage-Geräte an welchem Anschluss stecken. Dazu kann auch per Drag & Drop die Boot-Priorität verändert werden. Dazwischen werden die Lüftergeschwindigkeiten angezeigt.

» zur Galerie

Farblich wurde das UEFI von ASRock in Türkistönen angepasst. Auch fehlt hier die "My Favorite"-Funktion nicht. Mit diesem Feature können durch den Anwender sämtliche Funktionen aus dem UEFI, die am meisten verwendet werden, zur "My Favorite"-Liste hinzugefügt werden. Anders als es ASUS gelöst hat, wurde kein eigenständiger Reiter erstellt, sondern nur ein Menüpunkt auf der "Main"-Seite. Auch die Art, wie die Funktionen hinzugefügt werden, ist unterschiedlich. Zunächst einmal muss die Funktion selektiert werden, welche in die Liste aufgenommen werden soll. Oben rechts auf dem Bild befindet sich unterhalb des "Exit"-Reiters eine Schaltfläche "My Favorite". Davor wird ein Stern angezeigt, der lediglich angeklickt werden muss.

Die restliche Struktur bleibt unverändert. Zudem hat der Anwender die Möglichkeit festzulegen, welcher Reiter beim Aufrufen der UEFI-Oberfläche angezeigt werden soll. Unter "OC Tweaker" findet der Anwender chipsatzbedingt nur sehr wenige Overclocking-Funktionen. Statt die meisten Funktionen auf einer Seite zu lassen, wurden sie in drei Menüpunkte aufgeteilt: CPU Configuration, DRAM Configuration und Voltage Configuration. Alle gewählten Einstellungen können auf insgesamt fünf verfügbaren Profilplätzen gesichert werden. Die Profile lassen sich auf einen USB-Stick sichern und auch wieder ins UEFI importieren. Auf der "Advanced"-Seite kann wie immer auf die Einstellungen zugegriffen werden, die sich auf die Onboard-Komponenten beziehen. Weiterhin werden jedoch auch die bereits bekannten Tools angeboten: System Browser, Online Management Guard, UEFI Tech Service, Easy RAID Installer und Easy Driver Installer. Das UEFI kann wahlweise per Instant-Flash oder per Internet-Flash auf die aktuelle Version gebracht werden. Insgesamt lassen sich drei Profile abspeichern, die auch exportiert und importiert werden können.

Mithilfe des Hardware-Monitors erhalten wir stets einen Überblick über die anliegende CPU- und Mainboard-Temperatur, über die Spannungen und Lüfterdrehzahlen und können letztere auch beeinflussen. Im Anschluss folgt der "Security"-Reiter, bei dem das UEFI beispielsweise mit einem Kennwort geschützt werden kann, um unbefugten Zugriff zu verhindern. Die Boot-Settings werden ebenfalls separat einquartiert. Auf dieser Seite werden die Boot-Prioritäten und andere zum Starten relevante Einstellungen festgelegt. Last but not least sind noch die beiden Punkte "Boot" und "Exit" an Ort und Stelle.

Wir haben am UEFI nichts auszusetzen. Die Steuerung durch die Menüs mit Maus und/oder Tastatur ist von ASRock sehr angenehm ausgeführt worden. Wie es sein soll, wurden zudem alle Einstellungen konsequent umgesetzt und wir hatten auch in dieser Richtung nichts zu bemängeln. Auch war die Stabilität absolut hervorragend.

Overclocking

Zum Thema Overclocking herrscht natürlich auch beim ASRock H370-ITX/ac absolute Flaute. Im BIOS stehen hierzu die beim Z370-Chipsatz üblichen Funktionen nicht zur Verfügung. Es lassen sich lediglich grundlegende Funktionen, wie die RAM-Taktfrequenz bis maximal DDR4-2666 sowie einzelne Spannungen einstellen. Die folgende Tabelle stellt das Ganze übersichtlich dar:

Die "OC"-Funktionen des ASRock H370M-ITX/ac in der Übersicht
Base Clock Rate - nicht möglich -
CPU-Spannung - nicht möglich -
DRAM-Spannung 1,200V bis 1,550V in 0,050-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-SA-Spannung - nicht möglich -
CPU-IO-Spannung - nicht möglich -
CPU-PLL-Spannung - nicht möglich -
PCH-Core-Spannung1,050V bis 1,200V in 0,050-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen VCCST
Speicher-Optionen
Taktraten bis DDR4-2666
Command Rate einstellbar
Timings 72 Parameter
XMP - nicht möglich -
Weitere Funktionen
Weitere Besonderheiten

UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE (C6/C7), EIST
Turbo-Modus (All Cores, By number of active cores),
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und zwei optionale Fans

Übertaktung ist aufgrund des H370-PCHs natürlich nicht möglich. Das ASRock H370M-ITX/ac hat aber selbst mit BIOS-Default-Werten Probleme, den maximalen Turbotakt von 4,3 GHz zu halten und fällt stattdessen auf den Grundtakt von 3,7 GHz zurück. Abhilfe schaffen manuelle Werte bei den Power Limits (allen voran Long Duration Power Limit), die sich glücklicherweise einstellen lassen.

Doch leider überlässt ASRock dem Anwender keine Möglichkeit, die CPU-Spannung zu beeinflussen. Gerade eine Spannungsreduzierung (Undervolting) würde die Leistungsaufnahme und auch die Temperaturen weiter senken. 

ASRock A-Tuning

» zur Galerie

Mit dem A-Tuning-Utility erhält der Anwender die Möglichkeit, die wenigen Einstellungen aus dem BIOS auch unter Windows zu definieren. Beispielsweise die der angeschlossenen Lüfter und die drei Spannungen. Im Operation-Mode stehen die Modi "Performance Mode", "Standard Mode" und "Power Saving" zur Verfügung. Grundlegende Systeminformationen werden dagegen im Reiter "System Info" zusammengefasst. Bei Bedarf lässt sich das A-Tuning-Utility auch zusammen mit dem Windows-Bootvorgang starten, sodass gesetzte Einstellungen nach dem Windows-Start angewandt werden.


Mit diesem Testsystem haben wir das ASRock H370M-ITX/ac getestet:

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz.

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version.

Seit der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 2.666 MHz und 16-16-16-35 2T - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim ASRock H370M-ITX/ac mussten wir die Power Limits erhöhen, damit unter Last die maximale Turbotaktfrequenz anlag.

Wir testen allerdings nur noch vier Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2013, SuperPi 8M, Cinebench R15 und Sisoft Sandra 2017 Memory Benchmark:

3DMark 2013

Fire Strike

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R15 CPU

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

SiSoft Sandra 2017

Memory Benchmark

Bandbreite in GB/s
Mehr ist besser

SuperPi 8M

Memory Benchmark

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Die Performance entspricht generell den Erwartungen. Lediglich mit Cinebench R15 wurden etwas weniger Punkte erzielt.

Auch weiterhin werden wir die Bootzeit protokollieren. Wir messen die Zeit in Sekunden, wie lange das Mainboard benötigt, um alle Komponenten zu initialisieren und mit dem Windows-Bootvorgang beginnt.

Bootzeit

Vom Einschalten bis zum Windows-Bootvorgang

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Ganz groß auftrumpfen kann das ASRock H370M-ITX/ac bei der Bootzeit, bei der das Brett gerade einmal 8,4 Sekunden benötigt hat und alle anderen Coffee-Lake-S-Mainboards alt aussehen lässt.


Neben der wichtigen Performance ist auch der Stromverbrauch des heimischen PCs kein unwichtiges Kriterium. Was man häufig unterschätzt, ist die Tatsache, dass selbst die verschiedenen Mainboard-Modelle der zahlreichen Hersteller unterschiedlich viel Strom aus der Steckdose ziehen. Ein Grund dafür sind die verschieden eingesetzten BIOS-Versionen, die teilweise die referenzierten Stromsparmechanismen schlecht oder gar falsch umsetzen oder dass Onboardkomponenten sich eigentlich deaktivieren sollten, wenn diese entweder durch dedizierte Hardware ersetzt wurden oder einfach nicht verwendet werden. Darüber hinaus kann aber manchmal auch die Stromversorgung verantwortlich gemacht werden, wenn unter Default Settings mehr Energie zur Verfügung gestellt wird, als eigentlich benötigt wird. Genau deswegen spielt die Effizienz eine wichtige Rolle. Wenn die Effizienz der Stromversorgung nun also schlecht ausfällt, wird mehr Strom verbraucht. Zu unterschätzen ist hierbei aber auch die Software nicht, sodass sie ebenfalls gut abgestimmt sein muss, damit eine zufriedenstellende Effizienz gegeben ist.

Das ASRock H370M-ITX/ac hat ein paar Zusatz-Controller erhalten. Zwei LAN-Controller, ein WLAN- und Bluetooth-Modul und ein Audio-Codec tragen ihren Teil zum Stromverbrauch bei.

Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 15 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-spanTest, Vollauslastung). Die jeweiligen Leistungs-Werte entsprechen dem System-Gesamtverbrauch.

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Für den ersten Test sind die Default Settings aktiv, sodass der Großteil der Onboardkomponenten bereits aktiviert ist. Die Grafikausgabe erfolgt über die Radeon R9 380. Wie bereits weiter oben geschrieben, sind alle Stromspar-Features eingeschaltet, was mit den Werten einer manuellen Konfiguration anscheinend gut umgesetzt wurde.

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Im Idle kann das ASRock H370M-ITX/ac zwar keine neuen Rekordwerte aufstellen, liegt mit 42,6 W dennoch in einem sehr guten Bereich.

Leistungsaufnahme

Cinebench R15 CPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Aufgrund der reduzierten CPU-Taktfrequenz fällt natürlich auch die Leistungsaufnahme geringer aus. Gemessen haben wir unter Cinebench R15 126,6 W.

Leistungsaufnahme

Prime95

Leistung in Watt
Weniger ist besser

129,2 W waren es in Verbindung mit Prime95 und positioniert sich aufgrund des geringeren Taktes auf den ersten Platz.

Spannungen (Prime95)

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Demnach fiel auch die CPU-Spannung etwas geringer aus. CPU-Z zeigte eine VCore von 1,152 V an.

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sofern möglich sind hier vorhandene Zusatzchips deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber alle energiesparenden Features werden zusätzlich manuell aktiviert. Die Radeon R9 380 ist weiterhin die primäre Grafikkarte.

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Im BIOS haben wir den zweiten LAN-Port sowie die USB-3.1-Gen1- und Gen2-Ports deaktiviert. Im Leerlauf konnten wir den Stromhunger um 0,6 Watt auf 42,0 W reduzieren.

Leistungsaufnahme

Cinebench R15 CPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Ganze 0,4 W weniger wurden beim erneuten Ausführen von Cinebench R15 gemessen.

Leistungsaufnahme

Prime95

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Mit Prime95 zeigte unser Verbrauchsmessgerät nun mehr 128,5 W an, was einer Differenz von 0,7 W entspricht.

Spannungen (Prime95)

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Bei der CPU-Spannung konnten wir erwartungsgemäß keine Veränderung feststellen.

Auch wenn das ASRock H370M-ITX/ac mit BIOS-Default-Werten den maximalen All-Core-Turbotakt nicht ausfahren kann, ist dennoch ersichtlich, dass das kleine Mainboard nicht all zu stromfressend ist.


USB-3.1-Gen2-Performance

ASRocks H370M-ITX/ac stellt in der Summe vier USB-3.1-Gen2-Ports zur Verfügung, die allesamt direkt mit dem H370-Chipsatz zusammenarbeiten. Alle vier befinden sich am I/O-Panel in der Typ-A-Ausführung.

Für den Test setzen wir das externe Akitio NT2-U3.1-Gehäuse ein, in dessen Inneren wir zwei 2,5-Zoll-SSDs des Typs OCZ Vector 150 mit einer Speicherkapazität von jeweils 480 GB nutzen. Das Solid State Drive kommt bis auf 550 MB/s im Lesen und 530 MB/s im Schreiben. Beide SSDs arbeiten im RAID-0-Verbund, sodass die USB-3.1-Gen2-Schnittstelle ordentlich ausgelastet werden kann.

» zur Galerie

Wieder einmal stellt sich heraus, dass der USB-3.1-Gen2-Controller im Chipsatz nicht in dem Maße Leistung bietet, wie ASMedias ASM3142-Controller. Als Schreibdurchsatzgeschwindigkeit wurden als Peakwert zwar 941 MB/s erreicht, doch in den meisten Fällen waren es im Durchschnitt 860 MB/s. Dies trifft auch auf die Lesegeschwindigkeit zu, wobei es hier maximal 925 MB/s waren.

USB-3.1-Gen1-Performance

Ebenfalls vier USB-3.1-Gen1-Anschlüsse werden beim ASRock H370M-ITX/ac bereitgestellt. Zwei Stück am I/O-Panel und zwei Stück über den Onboard-Header. Für den USB-3.1-Gen1-Performancetest haben wir ebenfalls die oben genannte USB-3.1-Gen2-Lösung verwendet.

» zur Galerie

Völlig unproblematisch gestaltete sich die USB-3.1-Gen1-Performance mit Werten von bis zu 442 MB/s im Lesen und 458 MB/s im Schreiben.

SATA-6GBit/s-Performance

Das ASRock H370M-ITX/ac bietet sechs SATA-6GBit/s-Buchsen, die nativ mit dem Chipsatz kommunizieren. Für den Test verwenden wir die SanDisk Extreme 120, die wir natürlich direkt an die SATA-Ports anschließen.

» zur Galerie

Als gut kann auch die SATA-6GBit/s-Geschwindigkeit bezeichnet werden, auch wenn diese in beiden Richtungen nicht maximiert ausgefallen ist. Dennoch liegen die 550 MB/s lesend und höchstens 516 MB/s schreibend im guten Bereich.

M.2-Performance

Auf dem ASRock H370M-ITX/ac wurde eine M.2-Schnittstelle berücksichtigt, welche an den Intel-Chipsatz mit jeweils vier Gen3-Lanes angebunden sind (32 GBit/s). Für den M.2-Test verwenden wir die Samsung SSD SM961 mit 256-GB-Speicherkapazität, die auf eine Länge von 8 cm kommt und von Samsung mit 3.100 MB/s lesend und 1.400 MB/s schreibend spezifiziert wurde. Als Protokoll nutzt das Solid State Module NVMe in der Version 1.2 und bedient sich an vier Gen3-Lanes vom Chipsatz.

» zur Galerie

Das M.2-Modul wurde bis ans Limit getrieben. Dies zeigen die Werte von bis zu 3.347 MB/s im Lesen und 1.528 MB/s im Schreiben.


Mit dem H370M-ITX/ac hat ASRock eine durchaus interessante Platine für Intels Coffee-Lake-S-Prozessoren im sehr kompakten Mini-ITX-Format im Angebot, mit der sich ein leistungsstarkes System aufbauen lässt. Die gebotene Ausstattung kann dabei als gehoben angesehen werden. Dabei sind natürlich weniger die beiden DDR4-DIMM-Speicherbänke und der PCIe-3.0-x16-Steckplatz gemeint, sondern viel mehr die sechs SATA-6GBit/s-Anschlüsse, Dual-Gigabit-LAN (Intel), gleich viermal USB 3.1 Gen2 nativ über den Chipsatz sowie ein WLAN-ac- und Bluetooth-4.2-Modul. Letzteres kann jedoch leider nur mit maximal 433 MBit/s funken.

Zur weiteren Ausstattung gehört zudem ein M.2-M-Key-Steckplatz, der mittels PCIe 3.0 x4 über den H370-Chipsatz angebunden wurde und in den Tests eine sehr gute Leistung ablieferte. Von den bereits genannten beiden LAN-Ports, den vier USB-3.1-Gen2-Schnittstellen und dem WLAN-Modul abgesehen, hat ASRock außerdem jeweils zwei USB-3.1-Gen1- und USB-2.0-Anschlüsse, zweimal HDMI 1.4, einmal DisplayPort 1.2, eine PS/2-Schnittstelle sowie drei 3,5-mm-Klinke-Buchsen verbaut. Beim Audio-Chip setzt ASRock jedoch nicht auf den Realtek ALC1220 oder ALC1150, sondern nur auf den ALC892. Auch ist kein TOSLink-Anschluss an Bord.

» zur Galerie

Die Gesamtperformance ist zweifellos gut, sofern der Anwender im BIOS Hand anlegt. Zumindest mit der BIOS-Version P1.20 und den Default-Werten arbeitet die CPU unter Volllast mit dem Grundtakt und lässt die Turboregion außen vor. Abhilfe schafft das Erhöhen der Power-Limits. Auf der anderen Seite entspricht dies einem automatischen ECO-Modus. Zudem ist ein CPU-Undervolting nicht möglich, da hierfür die Einstellung fehlt. Beide Punkte können von ASRock mit einem BIOS-Update behoben respektive ergänzt werden.

Extrem schnell ist dafür der Bootvorgang mit lediglich 8,4 Sekunden und damit Redaktions-Rekord. Mit einem Mindestpreis von 115 Euro gehört das ASRock H370M-ITX/ac natürlich nicht zu den günstigen Vertretern. Für den Preis bekommt der Interessent allerdings eine gute Mini-ITX-Platine mit einer guten Energie-Effizienz.

Positive Eigenschaften des ASRock H370M-ITX/ac:

Negative Eigenschaften des ASRock H370M-ITX/ac:

Das ASRock H370M-ITX/ac ist ein gut ausgestattetes Mini-ITX-Mainboard für Intels Coffee-Lake-S-Prozessoren, das allerdings auch ein paar Schattenseiten vorzuweisen hat.

Persönliche Meinung

Das ASRock H370M-ITX/ac eignet sich hervorragend für den Bau eines kleinen, aber leistungsstarken Desktop-Systems, als HTPC oder auch als externe Firewall mit einer freien Firewall-Linux-Distribution wie beispielsweise IPFire oder pfSense.

Mit den ersten beiden Kontrapunkten kann man sich durchaus arrangieren, letzterer ist mittels des erwähntes Workarounds lösbar. (Marcel Niederste-Berg)

Preise und Verfügbarkeit
Nicht verfügbar Nicht verfügbar Nicht verfügbar