MSI Z370 Godlike Gaming im Test - High-End-Platine mit drei LAN-Ports

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Artikel MSI Z370 Godlike Gaming 004 logoZum Start von Intels Coffee-Lake-S-Prozessoren war auch MSI nicht untätig und hat jede Menge Z370-Mainboards designt. Dabei ragt ein gewisses Brett besonders heraus, auf dem die MSI-Ingenieure das Non-Plus-Ultra an Ausstattung verbaut haben. Mit dem Z370 Godlike Gaming möchte MSI auch die absoluten Enthusiasten, die auf Coffee Lake-S umrüsten wollen, zufriedenstellen. In unserem Test werden wir das MSI Z370 Godlike Gaming genauer unter die Lupe nehmen.

Trotz der schlechten Verfügbarkeit der Coffee-Lake-S-Prozessoren hat MSI zum Launch ein Z370-Portfolio von 13 verschiedenen Platinen auf die Beine gestellt, welche sogar größtenteils lieferbar sind. Dabei berücksichtigt MSI erneut die Pro-, Arsenal-Gaming-, Performance-Gaming- und die Enthusiast-Gaming-Serie. Auch wenn die ATX-Modelle in der Überzahl sind, werden zumindest zwei Micro-ATX-Modelle und eine Mini-ITX-Variante angeboten. Das einzige MSI-Z370-Mainboard mit den E-ATX-Abmessungen ist schließlich das Z370 Godlike Gaming.

Und die Ausstattung hat es, genau wie der verhältnismäßig hohe Preis von etwa 443 Euro, absolut in sich. Die CPU-Spannungsversorgung besteht aus 18 Spulen und soll der Coffee-Lake-S-CPU ordentlich Beine machen. Hinzu kommen vier DDR4-DIMM-Speicherbänke, vier mechanische PCIe-3.0-x16-Steckplätze und ein PCIe-3.0-x1-Slot. Der Storage-Bereich besteht aus 3+2 M.2-M-Key-Schnittstellen (wird noch detailliert erläutert), sechsmal SATA 6GBit/s sowie einmal U.2.

Mit drei Gigabit-LAN-Buchsen sowie einem WLAN-ac- und Bluetooth-Modul stehen dem Besitzer jede Menge Optionen zur Verfügung. Auch der Audio-Bereich ist mit zwei Audio-Codecs, mehreren DACs, Audio-Kondensatoren und Verstärkern massiv ausgestattet. Und natürlich sind auch einige USB-Schnittstellen der aktuellen Generation vorhanden.

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Anhand der optischen Darbietung der Passivkühlkörper ist die Zugehörigkeit zur Enthusiast-Gaming-Produktreihe nicht von der Hand zu weisen. Das verwendete E-ATX-PCB selbst ist schwarz, die Zusatzelemente hingegen wurden in hellem und dunklem Grauton gehalten.

Die Spezifikationen

Das MSI Z370 Godlike Gaming wurde mit folgenden technischen Eigenschaften versehen:

Die Daten des MSI Z370 Godlike Gaming in der Übersicht
Mainboard-Format E-ATX
Hersteller und
Bezeichnung
MSI
Z370 Godlike Gaming
CPU-Sockel LGA1151 (nur für Coffee Lake-S, Skylake-S und Kaby Lake-S sind nicht kompatibel, siehe auch: verändertes Sockel-Pinout)
Stromanschlüsse 1x 24-Pin ATX
1x 8-Pin EPS12V
1x 4-Pin +12V
1x 6-Pin PCIe
Phasen/Spulen 20 Stück (18x für CPU, 2x für RAM)
Preis ab 443 Euro
Webseite https://de.msi.com
Southbridge-/CPU-Features
Chipsatz Intel Z370 Express Chipsatz
Speicherbänke und Typ 4x DDR4 (Dual-Channel)
Speicherausbau max. 64 GB (mit 16-GB-UDIMMs)
SLI / CrossFire SLI (2-Way), CrossFireX (4-Way)
Onboard-Features
PCI-Express

3x PCIe 3.0 x16 (elektrisch mit x16/x8/x4) über CPU
1x PCIe 3.0 x16 (elektrisch mit x4) über Intel Z370
1x PCIe 3.0 x1 über Intel Z370

PCI -
SATA(e)-, SAS- und 
M.2/U.2-Schnittstellen

6x SATA 6 GBit/s über Intel Z370
3x M.2 mit PCIe 3.0 x4 über Intel Z370 (M-Key, 32 GBit/s, shared)
2x M.2 mit PCIe 3.0 x4 über Zusatzkarte (M-Key, 32 GBit/s)
1x U.2 mit PCIe 3.0 x4 über Intel Z370 (shared)
1x M.2 mit PCIe 3.0 x1 über Intel Z370 (E-Key, belegt)

USB

3x USB 3.1 Gen2 (2x am I/O-Panel, 1x über Header) über 2x ASMedia ASM3142
10x USB 3.1 Gen1 (6x am I/O-Panel, 4x über Header) über Intel Z370/ASMedia ASM1074
6x USB 2.0 (2x am I/O-Panel, 4x über Header) über Intel Z370
8x USB 2.0 (8x über Header) über Zusatzmodul

Grafikschnittstellen -
WLAN / Bluetooth Rivet Networks Killer Wireless-AC 1535, Dual-Band, WLAN 802.11a/b/g/n/ac (max. 867 MBit/s), Bluetooth 4.1
Thunderbolt -
LAN

3x Rivet Networks Killer E2500 Gigabit-LAN

Audio-Codec
und Anschlüsse
2x 8-Channel Realtek ALC1220 + 2x ESS DAC
5x 3,5 mm Audio-Jacks
1x TOSLink
1x 6,35 mm Klinke
FAN-Header 1x 4-Pin CPU-FAN-Header (regelbar)
1x 4-Pin W-Pump-Header
8x 4-Pin Chassis-FAN-Header (regelbar)
LED-Beleuchtung RGB-LEDs
2x RGB-Header

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Das mitgelieferte Zubehör

Folgendes befand sich neben dem Mainboard im Karton:

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Von den obligatorischen Beigaben wie der I/O-Blende, dem Handbuch und der Support-Datenträger abgesehen, liegt dem Z370 Godlike Gaming noch jede Menge Zubehör bei, das man allerdings für den stolzen Preis der Platine auch erwarten darf. So fanden wir obendrein nicht nur sechs SATA-Kabel und eine 2-Way-SLI-HB-Bridge vor, sondern außerdem drei Temperatur-Sensor-Kabel, ein RGB-LED-Y-Adapterkabel sowie einen MSI-Gaming-Sticker.

Für das WLAN-ac-Modul liegen natürlich zwei Antennen bei, außerdem ein 3,5-mm-zu-6,3-mm-Klinke-Adapter und SATA-Kabel-Sticker. Um die RGB-LED-Beleuchtung zu erweitern, hat MSI gleich einen 5050-LED-Strip inkl. Verlängerungsstromkabel mit beigelegt.

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Als besondere Extras liegen einerseits die M.2-Xpander-Z-Zusatzkarte und das USB-Xpander-Modul bei. Auf der M.2-Xpander-Z-Karte lassen sich zwei weitere M.2-SSDs (M-Key) montieren. Die Karte selbst passt in einen mechanischen PCIe-3.0-x16-Steckplatz und wird elektrisch mit acht Gen3-Lanes über die CPU angebunden. Mit enthalten sind zudem gleich zwei M.2-Shields.

Wem die Anzahl an USB-2.0-Ports nicht genügt, kann das USB-Xpander-Modul mit anklemmen, welches die Anzahl um zusätzliche acht Ports erweitert. Das dafür benötigte Verbindungskabel liegt ebenfalls bei. Das Modul kann per Klett auf einfache Art und Weise an einer Stelle im Gehäuse untergebracht werden.


Als Basis für die Coffee-Lake-S-Prozessoren verwendet Intel den Z370-Chipsatz, der jedoch von der technischen Seite nicht neu ist. Es handelt sich mehr oder weniger um einen umgelabelten Z270-Chipsatz, sodass weiterhin insgesamt 24 Gen3-Lanes bereitgestellt werden. Per DMI 3.0 (PCIe 3.0 x4) erfolgt die Verbindung zwischen der achten Core-Generation und dem Z370-Chipsatz.

Die Coffee-Lake-S-Prozessoren bieten unverändert limitierte 16 Gen3-Lanes an, die vorzugsweise auf mindestens zwei mechanische PCIe-3.0-x16-Steckplätze verteilt werden.

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Bei der umfangreichen CPU-Spannungsversorgung musste sich MSI etwas einfallen lassen. Die eingesetzte Coffee-Lake-S-CPU bekommt es beim Z370 Godlike Gaming mit 18 Spulen zu tun, die natürlich angebunden werden wollen. Für 16 Spulen verwendet MSI den IR35201-PWM-Controller von International Rectifier, der bekanntlich höchstens die Hälfte an Spulen steuern kann.

Demnach lautet die einzige Lösung: Phase-Doubler-Chips. So ist es nicht verwunderlich, dass acht Phase-Doubler zum Einsatz kommen und direkt mit dem IR35201 in Kontakt treten. Für die restlichen zwei Spulen wurde zusätzlich der PV3205-Dual-Phase-Synchronous-Buck-Controller von Rohm verlötet. Die CPU-Stromversorgung wird mit jeweils einem 8-Pin- und 4-Pin-Konnektor gesichert, sodass der Overclocking-Puffer bei satten 528 Watt liegt.

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Auch beim MSI Z370 Godlike Gaming sind vier DDR4-DIMM-Speicherbänke das Höchste der Gefühle und können maximal 64 GB an Arbeitsspeicher aufnehmen. Dabei hat MSI die DIMM-Slots mit dem Steel-Armor-Feature ausgestattet und bis DDR4-4133 freigegeben. Für die Stromversorgung wurden zwei Spulen abkommandiert, die von einem PV3205-Controller gesteuert werden.

Im RAM-Bereich wurde zudem noch etwas Onboard-Komfort hinterlassen, der bei dem Z370 Godlike Gaming definitiv nicht fehlen sollte. Mit von der Partie sind ein Power- und Reset-Button, eine Debug-LED und zudem der Game-Boost-Knob.

In Verbindung mit dem Core i5-8600K und dem Core i7-8700K fallen die Stufen folgendermaßen aus:

StufeCPU-Taktfrequenzen
Core i5-8600KCore i7-8700K
Stufe 0 Game-Boost deaktiviert
Stufe 1 4,2 ~ 4,4 GHz 4,4 ~ 4,8 GHz
Stufe 2 4,3 ~ 4,5 GHz 4,5 ~ 4,9 GHz
Stufe 4 4,4 ~ 4,6 GHz 4,6 ~ 5,0 GHz
Stufe 6 4,5 ~ 4,7 GHz 4,7 ~ 5,1 GHz
Stufe 8 4,6 ~ 4,8 GHz 4,8 ~ 5,2 GHz
Stufe 10 4,7 ~ 4,9 GHz 4,9 ~ 5,3 GHz
Stufe 11 4,8 ~ 5,0 GHz 5,0 ~ 5,4 GHz

Anstatt fester Taktfrequenzen wurden nun ungefähre Taktraten angegeben und sollen die Kompatibilität je nach CPU-Güte verbessern. Für den Core i5-8600K reicht die Range von 4,2 GHz bis 5,0 GHz. Beim Core i7-8700K beträgt die Range mindestens 4,4 GHz bis höchstens 5,4 GHz, wobei der Anwender gerade ab 5 GHz sehr viel Glück mit seinem erworbenen Prozessor haben muss.

Oberhalb der DIMM-Steckplätze sehen wir außerdem zwei kleine OC-Buttons. Mit dem OC_FS1-Button (OC Force Enter) kann das System ohne die auftauchende Meldung "Overclocking failed" ins BIOS gestartet werden. Der OC_RT2-Button (OC Retry) ermöglicht einen Neustart, unter Berücksichtigung der aktuell gewählten Overclocking-Einstellungen. Und dann sind da auch noch die fünf Spannungsmesspunkte zu nennen. Die folgenden Spannungen lassen sich mit einem Multimeter direkt auslesen: PCH, DRAM, VSA (System Agent), VCCIO und CPU. Ein weiterer Messpunkt dient als Masse.

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Der Besitzer des MSI Z370 Godlike Gaming bekommt es mit vier mechanischen PCIe-3.0-x16-Steckplätze inklusive Steel-Armor-Feature und einem PCIe-3.0-x1-Slot zu tun. Von den vier mechanischen PCIe-3.0-x16-Steckplätzen wurden drei Stück von oben an die CPU angebunden. Demnach werden die begrenzten 16 Gen3-Lanes in den Modi x16/x0/x0, x8/x0/x8 und x8/x4/x4 aufgeteilt. Der unterste PCIe-3.0-x16-Steckplatz wurde hingegen über den Z370-Chipsatz mit vier Gen3-Lanes angebunden. Dadurch ergibt sich die Tatsache, dass das MSI Z370 Godlike Gaming bis zu zwei NVIDIA- und vier AMD-Grafikkarten im Multi-GPU-Betrieb aufnehmen kann.

Sollten mehrere Grafikkarten zum Einsatz kommen, empfiehlt es sich, den 6-Pin-PCIe-Stromanschluss vom Netzteil aus zu belegen, um die elektronische Stabilität zu verbessern.

Die folgende Tabelle stellt die Anbindung der PCIe-Steckplätze übersichtlich dar.

PCIe-Slots und deren Lane-Anbindung
Mechanischelektrische
Anbindung (über)
Single-GPU2-Way-SLI/
CrossFireX
3-Way-
CrossFireX
4-Way-
CrossFireX
PCIe 3.0 x16 x16/x8 (CPU) x16 x8 x8 x8
Kein Slot
- - - - -
PCIe 3.0 x16 x4 (CPU) - - x4 x4
PCIe 3.0 x1 x1 (Z370) - - - -
PCIe 3.0 x16 x8/x4 (CPU) - x8 x4 x4
Kein Slot - - - - -
PCIe 3.0 x16 x4 (Z370) - - - x4

In den Zwischenräumen wurden drei M.2-M-Key-Schnittstellen platziert. Zwei Stück nehmen ein Modul von 4,2 cm bis 11 cm auf, die mittlere Schnittstelle ein Modul bis 8 cm Länge. Dabei haben alle drei M.2-Schnittstellen das M.2-Shield erhalten, das die Temperatur im grünen Bereich halten soll.

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Rechts von den sechs SATA-6GBit/s-Ports und dem U.2-Anschluss aus ist der USB-3.1-Gen2-Header für eine Typ-C-Schnittstelle zu sehen, der an einen ASMedia ASM3142 angebunden ist. Bei der schieren Anzahl an Storage-Anschlüssen kann man sich bereits im Vorfeld denken, dass hier einige Restriktionen zu beachten sind.

Ausgehend von drei Anschlüssen kommt es auf drauf an, wie sich die Restriktionen auswirken. Dies zeigen die folgenden drei Tabellen.

AnschlussKombination
M.2_1PCIe-ModeSATA-Mode
SATA1 Ja Nein
SATA2 Ja Ja

 

AnschlussKombination
U.2_1freibelegt
M.2_2 PCIe-Mode SATA-Mode frei Nein
SATA5 Nein Nein Ja Nein
SATA6 Nein Ja Ja Nein

 

AnschlussKombination
PCIe_5freibelegt
M.2_3 PCIe-Mode SATA-Mode frei Nein
SATA3 Ja Nein Ja Ja
SATA4 Ja Ja Ja Ja
PCIe_3 Nein Ja Ja Nein
LAN3 Nein Ja Ja Nein

So teilen sich der M.2_1-Anschluss sowie die SATA-Ports 1 und 2 die Anbindung. Wird der PCIe-Modus verwendet, gibt es keine Probleme. Beim SATA-Mode hingegen wird der SATA-Port 1 unbrauchbar. In Verbindung mit dem U.2-Port geht es knallhart zu. Ist dieser in Verwendung, können der M.2_2-Anschluss sowie die SATA-Ports 5 und 6 nicht mehr genutzt werden. Wird der U.2-Port links liegen gelassen, kommt es drauf an, in welchem Modus der M.2_2-Anschluss sich befindet. Während im PCIe-Mode die SATA-Ports 5 und 6 unbrauchbar werden, wird im SATA-Mode lediglich der Port 5 blockiert.

Komplexer geht es stattdessen bei der PCIe-5-Schnittstelle zu, welche mit maximal vier Gen3-Lanes an den Z370-Chipsatz angebunden ist. Befindet sich eine Karte in dem Steckplatz, wird nicht nur der M.2_3-Anschluss unbrauchbar, sondern außerdem der PCIe-3.0-x1-Slot sowie der dritte Gigabit-LAN-Port. Bleibt der PCIe-5-Anschluss hingegen frei, kommt es erneut auf den Betriebsmodus der M.2_3-Schnittstelle an. Im PCIe-Modus fallen der PCIe-3.0-x1- und auch der dritte Gigabit-LAN-Port weg, im SATA-Modus muss der Anwender lediglich auf den SATA-Port 3 verzichten.

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Die Anschlüsse des I/O-Panels von links nach rechts und von oben nach unten:

Ein I/O-Panel, das unter anderem aus satten drei Gigabit-LAN-Ports besteht, sehen wir nicht jeden Tag. Hierfür wurden von MSI drei Killer-E2500-Netzwerkcontroller verlötet. Rivet Networks hat sich mit "Killer xTend" ein neues Feature einfallen lassen, auf das wir später noch gesondert eingehen wollen.

Außerdem am I/O-Panel anzutreffen sind sechsmal USB 3.1 Gen1, zweimal USB 3.1 Gen2 (jeweils einmal Typ-A und Typ-C) sowie eine PS/2-Schnittstelle. Für das verbaute Killer-Wireless-AC-1535-Modul stehen zwei Anschlüsse für die mitgelieferten WLAN-Antennen bereit, darunter erhöht der CMOS-Clear-Button den Komfort beträchtlich. Ein 6,35-mm-Klinke-Audioausgang ist ebenfalls nicht häufig anzutreffen und eignet sich vorrangig für den Anschluss von (High-End-)Kopfhörern. Ferner halten sich die üblichen fünf 3,5-mm-Klinke-Buchsen und auch einmal TOSLink für den ersten Einsatz bereit.


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Und auch beim Audio-Bereich hat sich MSI bei seinem Z370-Flaggschiff etwas besonderes einfallen lassen, was wir allerdings schon zuvor bei einem Godlike-Gaming-Modell gesehen haben. Während der Großteil der im Handel befindlichen Mainboards über einen Audio-Codec verfügen, bringt das MSI Z370 Godlike Gaming gleich zwei Stück des Typs Realtek ALC1220 mit. Einer kümmert sich um die I/O-Panel-Anschlüsse, der zweite ist für den Front-Bereich bestimmt. Dabei wurden insgesamt elf Audio-Kondensatoren und vier WIMA-Kondensatoren verlötet, welche einen "studioreifen" Klang ermöglichen sollen. Zwei ESS-DACs gehören ebenfalls mit zum Audio-Aufgebot.

Der 6,35-mm-Klinke-Anschluss ist zudem an einem 600 Ohm starken Kopfhörerverstärker gekoppelt, sodass selbst High-End-Kopfhörer bedient werden können.

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Wer suchet, der findet. Auf dem Bild sind die drei Killer-E2500-Netzwerkchips zu sehen. Zwei Stück halten sich links oben vom 6-Pin-PCIe-Stromanschluss auf, der dritte weit unterhalb in südwestlicher Richtung.

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Kommen wir nun zu ein paar Zusatzchips. Links ist der ASM3142 von ASMedia zu sehen, der sich um die beiden USB-3.1-Gen2-Ports am I/O-Panel kümmert. Auf der rechten Seite zeigt der ASM1074 als 4-Port-USB-3.1-Gen1-Hub seine Präsenz.

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Ganz klar kommt auch das Z370 Godlike Gaming nicht ohne SuperI/O-Controller aus. Der Nuvoton NCT6795D-M überwacht die Spannungen, Temperaturen und auch die Lüftergeschwindigkeiten. Letztere lassen sich dank ihm manuell steuern.

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Last but not least hat MSI am unteren PCB-Rand zwei interessante Funktionen versteckt. Mit dem BIOS-Switch kann vom BIOS-ROM 1 auf 2 oder umgekehrt umgeschaltet werden. Die drei DIP-Schalter hingegen ermöglichen das Aktivieren und Deaktivieren der drei CPU-seitigen PCIe-3.0-x16-Schnittstellen.

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Wird der Preis für das MSI Z370 Godlike Gaming einmal ausgeblendet, so steht fest, dass das Mainboard ein interessantes Stück Hardware ist. Sehr viele Anschlussmöglichkeiten werden geboten, auch wenn nicht alles zur selben Zeit genutzt werden kann (siehe Restriktionen).

Neben einem CPU-FAN- und Wasserpumpen-Header sind auf dem E-ATX-PCB noch ganze acht weitere 4-Pin-FAN-Header verteilt worden, sodass also auch zahlreiche Lüfter angeschlossen werden können. Dank der integrierten Lüftersteuerung kann der Anwender die Lüfter an die eigenen Bedürfnisse anpassen.


BIOS

MSI hat uns mit der BIOS-Version A23 ausgestattet, zu denen uns allerdings keine Änderungen bekannt sind. Mit dem M-Flash-Tool konnten wir das BIOS ohne Probleme aktualisieren.

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Bei der UEFI-Oberfläche gibt es keine Veränderungen zu dem, was wir von MSI zuletzt gesehen haben. So bleibt es bei der Rot-Schwarz-Optik. Unterschieden wird weiterhin Zwischen dem EZ- und Advanced-Modus. Auf dieser Übersichtsseite (EZ-Mode) erhält der Anwender Informationen über die CPU, den installierten Arbeitsspeicher, die angeschlossenen Storage-Geräte und über die Lüfter. Zusätzlich existieren Shortcuts zum M-Flash-Feature, zur Favorites- und Hardware-Monitor-Seite und zusätzlich Buttons, um LAN-ROM, Fast Boot, AHCI, den Audio-Codec und die CPU-Fan-Warnung zu aktivieren beziehungsweise zu deaktivieren. Außerdem lässt sich bei Problemen das "BIOS Log Review" einsehen. Die breite Leiste oberhalb vom EZ-Mode wird auch im Advanced-Mode angezeigt, zu dem wir nun kommen.

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Bei der Advanced-Oberfläche wurde der MSI-Gaming-Drache gegen eine Metalloptik mit der Aufschrift "Enthusiast Gaming" ausgetauscht. MSI hat oben links neben der Uhrzeit und dem Datum den Game-Boost-Button hinzugefügt, der das aktuelle Level anzeigt (weißer Punkt). Rechts benachbart ist der XMP-Button, wie wir es bei MSI bereits gewohnt sind. Beim jeweiligen Mainboard-Modell können sich rein die Menüpunkte unterscheiden. Speziell für die Gaming-Mainboards wurden passenderweise die Farben Rot und Schwarz verwendet. Ganz oben auf der rechten Seite werden zu jedem Zeitpunkt das installierte Prozessormodell, dessen Taktfrequenz und die Arbeitsspeicher-Kapazität inkl. Takt angezeigt. Unter der Uhrzeit und dem Datum kann die aktuell vorliegende BIOS-Version abgelesen werden. Darunter lassen sich ganz bequem die Boot-Prioritäten per Drag & Drop-Verfahren festlegen. Auf der linken Seite erhält der Anwender einen ersten Überblick über die CPU- und Mainboard-Temperatur. Der virtuelle "Game Boost"-Button ist dabei mit der Maus klickbar, sodass vom Hardware- in den Softwaremodus gewechselt werden kann. Ergänzt wurde noch ein weiterer virtueller Knopf, mit dem die XMP-Funktion direkt aktiviert werden kann.

Der erste Punkt der insgesamt sechs "Settings" stellt neben dem "System Status" die "Advanced"-Einstellungen bereit. Letzteres ist bereits grundlegend bekannt. Dort lassen sich alle Board-bezogenen Einstellungen finden, die die Onboard-Komponenten betreffen. Die Punkte "Boot", "Security" und "Save & Exit" sind dabei selbsterklärend. Das Hauptaugenmerk des Boards ist zweifelsohne das Overclocking. Die extrem umfangreichen OC-Funktionen sind im Menüpunkt "OC" zu finden. MSI lässt für den Overclocking-Enthusiasten kaum Wünsche offen. Dazu aber gleich mehr. Das integrierte M-Flash-Feature hat auch beim heutigen Testkandidaten einen eigenen Menüpunkt erhalten. Entweder lässt sich das aktuelle BIOS auf einen Datenträger speichern oder andersherum von einem Datenträger aus aktualisieren. Genau so ist es den Overclocking-Profilen ergangen. Insgesamt können sechs verschiedene OC-Konfigurationen hinterlegt werden. MSI hat auch dieses Mal an eine Import- und Export-Funktion gedacht.

Der vorletzte Punkt ist der "Hardware Monitor", der wichtige ausgelesene Daten aufzeigt wie eben die Temperaturen, Spannungen und Lüfterdrehgeschwindigkeiten. Zusammen mit dem CPU-FAN-Header können in der Summe fünf Lüfter gesteuert werden. Jeder Lüfter kann in vier Stufen einer automatischen oder manuellen Lüfterkurve angepasst werden. Der letzte Menüpunkt umfasst den "Board Explorer", der übersichtlich aufzeigt, in welchem Slot oder an welchem sonstigen Anschluss welche Komponente installiert ist. Dies erspart den Blick ins eigene Gehäuse und dient rein dem Komfort. Generell ist es auch möglich, die meistgenutzten Funktionen auf insgesamt fünf Favoritenseiten abzuspeichern. Mittels eines Rechtsklicks auf die jeweilige Funktion wird ein kleines Kontextmenü geöffnet, wo der Anwender anschließend diese Funktion auf eine der fünf Seiten ablegen kann.

Auch dieses Mal konnte das UEFI von MSI auf ganzer Linie überzeugen. Sämtliche ausgewählte Einstellungen wurden problemlos und korrekt umgesetzt. Der Anwender hat dabei die Auswahl, ob er sich per Maus und/oder mit der Tastatur durch die Menüs bewegt.

 

Overclocking

Trotz der Gaming-Ausrichtung eignet sich das MSI Z370 Godlike Gaming hervorragend für das Übertakten von CPU und Arbeitsspeicher. 18 CPU-Spulen feuern die Coffee-Lake-S-CPU an und neben einem obligatorischen 8-Pin EPS12V-Stromanschluss wurde eine zusätzliche 4-Pin-Strombuchse verbaut. Zusammen mit den UEFI-Einstellungen kann der K-CPU also auch ordentlich Beine gemacht werden.

MSI erlaubt beim Z370 Godlike Gaming eine Veränderung des BCLK von 70 MHz bis 655,12 MHz. Die Intervalle betragen feine 0,06 MHz/0,07 MHz. In Sachen CPU-Spannung hat der Anwender jede Menge Optionen. So stehen ihm die Modi Override, Adaptive und Offset zur Verfügung. Mit den ersten beiden Modi lässt sich die Spannung von 0,600 Volt bis 2,155 Volt fixieren. Der Adaptive-Mode erlaubt die Nutzung eines Offsets und gleichzeitig eine feste Spannung für den Turbo-Modus, sprich für die Last-Situation. Im Offset-Modus fällt der Spielraum mit 0,001 Volt bis 0,990 Volt in beide Richtungen ebenfalls sehr ansprechend aus. In allen Fällen betragen die Intervalle 0,005 Volt. Alle weiteren Overclocking-Funktionen können der folgenden Tabelle entnommen werden.

Die Overclocking-Funktionen des MSI Z370 Godlike Gaming in der Übersicht
Base Clock Rate 70 MHz bis 655,12 MHz in 0,06/0,07-MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,600 V bis 2,155 V in 0,005-V-Schritten (Override- und Adaptive-Modus)
-0,990 V bis +0,990 V in 0,005-V-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 0,600 V bis 2,200 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-SA-Spannung 0,600 V bis 2,000 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-IO-Analog/Digital-Spannung 0,600 V bis 2,000 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-PLL-Spannung 0,600 V bis 2,000 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCH-Core-Spannung 0,600 V bis 2,000 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen CPU DMI, CPU PLL OC, CPU PLL SFR, RING SFR, SA PLL SFR, MC PLL SFR, CPU ST, CPU STV6, DRAM VPP, DRAM VREF, PCH CLK
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 99 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
Weitere Besonderheiten UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE (C6/C7), EIST
Turbo-Modus (All Cores, By number of active cores),
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und vier optionale Fans,
CPU Current Capability, CPU Power Thermal Control, CPU Input Boot Voltage,
CPU Load-Line Calibration Level 1-9, Enhanced DRAM Training

Mit dem MSI Z370 Godlike Gaming konnten wir den Core i7-8700K stabil mit 5 GHz betreiben. Im BIOS mussten wir eine CPU-Spannung von 1,370 Volt anlegen. Ein zufriedenstellendes Ergebnis.

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Weiterhin schauen wir uns bei der Coffee-Lake-S-Plattform das RAM-Overclocking-Verhalten an. Zu diesem Zweck verwenden wir zwei DIMMs mit jeweils 4 GB Speicherkapazität des Typs "G.Skill RipJaws4 DDR4-3000". Im ersten Test kontrollieren wir die Funktionalität des XMP und im zweiten ohne Verwendung des XMP-Features.

Wie zu erwarten war, sind die effektiven 3.000 MHz keine Herausforderung für das Mainboard und für den Core i7-8700K. Demnach konnten wir auch manuelle Settings problemlos fahren.

MSI Command Center

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Darüber hinaus hat MSI das Command Center im Angebot, wodurch noch erweiterte Einstellungen unter Windows vorgenommen werden können. Beispielsweise die Multiplikatoren der maximal vier CPU-Kerne, die einzelnen Spannungen und auch die Lüftergeschwindigkeiten. Selbst Einstellungen zum Arbeitsspeicher und zur integrierten Grafikeinheit stehen bereit. Auch lässt sich darüber das Game-Boost-Feature managen. Als Bonus lassen sich natürlich auch die aktuellen Parameter-Werte zu den Spannungen ablesen.

Das Command Center kann den Anwender auch bei selbst definierten Werten warnen, falls die jeweilige Barriere überschritten wird. Wer möchte, kann zu Überwachungszwecken die wichtigsten Spannungen, Lüftergeschwindigkeiten und Temperaturen aufzeichnen.


Mit diesem Testsystem haben wir das MSI Z370 Godlike Gaming getestet:

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz.

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version.

Seit der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 2.666 MHz und 16-16-16-35 2T - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim MSI Z370 Godlike Gaming ist allerdings alles so, wie es zu erwarten wäre: Die Turbo-Modi laufen korrekt und auch keine versteckte Übertaktung ist aktiv.

Wir testen allerdings nur noch vier Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2013, SuperPi 8M, Cinebench R15 und Sisoft Sandra 2017 Memory Benchmark:

3DMark 2013

Fire Strike

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R15 CPU

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

SiSoft Sandra 2014

Memory Benchmark

Bandbreite in GB/s
Mehr ist besser

SuperPi 8M

Memory Benchmark

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Beim 3DMark-Benchmark sowie bei SuperPi war MSIs Z370 Godlike Gaming einen Tick schneller, spürbar ist der Unterschied allerdings nicht. Im Großen und Ganzen liefern beide Platinen dieselbe (spürbare) Performance.

Auch weiterhin werden wir die Bootzeit protokollieren. Wir messen die Zeit in Sekunden, wie lange das Mainboard benötigt, um alle Komponenten zu initialisieren und mit dem Windows-Bootvorgang beginnt.

Bootzeit

Vom Einschalten bis zum Windows-Bootvorgang

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Etwas über 13 Sekunden sind für ein Kaliber wie das MSI Z370 Godlike Gaming nicht zu viel. Immerhin muss die Platine zu Beginn zahlreiche Komponenten initialisieren.


Neben der wichtigen Performance ist auch der Stromverbrauch des heimischen PCs kein unwichtiges Kriterium. Was man häufig unterschätzt, ist die Tatsache, dass selbst die verschiedenen Mainboard-Modelle der zahlreichen Hersteller unterschiedlich viel Strom aus der Steckdose ziehen. Ein Grund dafür sind die verschieden eingesetzten BIOS-Versionen, die teilweise die referenzierten Stromsparmechanismen schlecht oder gar falsch umsetzen oder dass Onboardkomponenten sich eigentlich deaktivieren sollten, wenn diese entweder durch dedizierte Hardware ersetzt wurden oder einfach nicht verwendet werden. Darüber hinaus kann aber manchmal auch die Stromversorgung verantwortlich gemacht werden, wenn unter Default Settings mehr Energie zur Verfügung gestellt wird, als eigentlich benötigt wird. Genau deswegen spielt die Effizienz eine wichtige Rolle. Wenn die Effizienz der Stromversorgung nun also schlecht ausfällt, wird mehr Strom verbraucht. Zu unterschätzen ist hierbei aber auch die Software nicht, sodass sie ebenfalls gut abgestimmt sein muss, damit eine zufriedenstellende Effizienz gegeben ist.

Das MSI Z370 Godlike Gaming hat nur sehr viele Zusatz-Controller erhalten. Drei LAN-Controller, zwei USB-3.1-Gen2-Controller, einen USB-3.1-Gen1-Hub und zwei Audio-Codecs tragen ihren Teil zum Stromverbrauch bei.

Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 15 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-spanTest, Vollauslastung). Die jeweiligen Leistungs-Werte entsprechen dem System-Gesamtverbrauch.

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Für den ersten Test sind die Default Settings aktiv, sodass der Großteil der Onboardkomponenten bereits aktiviert ist. Die Grafikausgabe erfolgt über die Radeon R9 380. Wie bereits weiter oben geschrieben, sind alle Stromspar-Features eingeschaltet, was mit den Werten einer manuellen Konfiguration anscheinend gut umgesetzt wurde.

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Im Test zum Gigabyte Z370 AORUS Ultra Gaming haben wir bereits die Unterschiede zwischen den Boards analysiert. Aufgrund der immensen Ausstattung auf Seiten des MSI Z370 Godlike Gaming liegt der Stromverbrauch hier natürlich ein Stück weit höher. Im Idle verbrauchte unser Testsystem mit dem MSI Z370 Godlike Gaming 51,2 Watt.

Leistungsaufnahme

Cinebench R11.5 CPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Deutliche Unterschiede zeigen sich daher auch unter Last. Während Cinebench R15 lief, haben wir 185,3 Watt ermittelt. Gigabytes Z370 AORUS Ultra Gaming genehmigte sich stattdessen 147,1 Watt.

Leistungsaufnahme

Prime95

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Ein ähnliches Bild konnten wir daher auch mit Prime95 wahrnehmen. Mit 173,7 Watt verbrauchte das MSI Z370 Godlike Gaming 173,7 satte 37,4 Watt mehr im Vergleich zum Gigabyte-Brett.

Spannungen (Prime95)

1.140 (Auslesefehler) XX


Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Die 1,140 Volt beim Gigabyte Z370 AORUS Ultra Gaming waren ein Auslesefehler, das MSI Z370 Godlike Gaming zeigte stattdessen mit 1,286 Volt eine realistische Spannung an.

 

 

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sofern möglich sind hier vorhandene Zusatzchips deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber alle energiesparenden Features werden zusätzlich manuell aktiviert. Die Radeon R9 380 ist weiterhin die primäre Grafikkarte.

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Leistungsaufnahme

Cinebench R11.5 CPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Leistungsaufnahme

Prime95

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Spannungen (Prime95)

1.140 (Auslesefehler) XX


Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Im BIOS konnten wir zwar die einzelnen LAN-Ports deaktivieren, bei der Leistungsaufnahme haben sich allerdings keine Unterschiede ergeben.

Wer ein preisintensives High-End-Mainboard kauft, muss damit rechnen, dass die Leistungsaufnahme höher angesiedelt ist. Auch das MSI Z370 Godlike Gaming bildet da keine Ausnahme. Unterschiede von über 35 Watt sind jedoch nicht zu verachten, auch wenn dies den Enthusiasten nur wenig interessieren dürfte.


USB-3.1-Gen2-Performance

Das MSI Z370 Godlike Gaming stellt drei USB-3.1-Gen2-Schnittstellen bereit. Zwei Stück befinden sich am I/O-Panel, ein weiterer Typ-C-Anschluss kann über den internen Header realisiert werden. Hierfür setzt MSI gleich zwei ASMedia ASM3142 ein.

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Die USB-3.1-Gen2-Performance kann sich mit bis zu 973 MB/s lesend und 1.027 MB/s im Schreiben definitiv sehen lassen. Mehr geht fast nicht.

 

USB-3.1-Gen1-Performance

An USB-3.1-Gen1-Buchsen bietet das MSI Z370 Godlike Gaming insgesamt zehn Stück an. Am I/O-Panel kann auf sechs Stück direkt zugegriffen werden, die restlichen vier Stück können über die beiden internen Header realisiert werden. MSI hat sich für eine Kombi-Anbindung über den Z370-Chipsatz und über den ASM1074-Hub entschieden. Für den USB-3.1-Gen1-Performancetest haben wir ebenfalls die oben genannte USB-3.1-Gen2-Lösung verwendet.

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Sowohl nativ über den Z370-PCH als auch über den ASM1074-Hub können wir gute USB-3.1-Gen1-Werte bescheinigen. Im Lesen wurden 442 MB/s und im Schreiben höchstens 461 MB/s erreicht.

 

SATA-6G-Performance

Das MSI Z370 Godlike Gaming stellt sechs SATA-6GBit/s-Buchsen bereit. Alle sechs SATA-Konnektoren arbeiten nativ mit dem Z370-Chipsatz zusammen. Für den Test verwenden wir die SanDisk Extreme 120, die wir natürlich direkt an die SATA-Ports anschließen.

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Genau wie beim Gigabyte Z370 AORUS Ultra Gaming haben wir beim SATA-Test die geringfügig reduzierte Schreibleistung zu bemängeln, welche an der 500-MB/s-Marke kratzt. Im Normalfall sind etwa 521 MB/s drin. Die Leseleistung hingegen ist mit 554 MB/s stimmig.

 

M.2-Performance

Auf dem MSI Z370 Godlike Gaming halten sich drei M.2-Schnittstellen bereit, welche an den Intel-Chipsatz mit jeweils vier Gen3-Lanes angebunden sind (32 GBit/s). Für den M.2-Test verwenden wir die Samsung SSD SM961 mit 256-GB-Speicherkapazität, die auf eine Länge von 8 cm kommt und von Samsung mit 3.100 MB/s lesend und 1.400 MB/s schreibend spezifiziert wurde. Als Protokoll nutzt das Solid State Module NVMe in der Version 1.2 und bedient sich an vier Gen3-Lanes vom Chipsatz.

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Volldampf voraus heißt es beim M.2-Test. Unser SSD-Modul wird lesend bis auf 3.347 MB/s und schreibend bis auf 1.595 MB/s beschleunigt. Insgesamt daher also sehr gute Werte.


In Zusammenarbeit mit MSI hat Rivet Networks das Killer-xTend-Feature auf dem Z370 Godlike Gaming ermöglicht. Doch was ist Killer xTend nun eigentlich? Extend bedeutet auf Deutsch übersetzt "erweitern" und genau dies macht dieses Feature. Die Idee dahinter ist, einen leistungsstarken PC, ausgestattet mit mehreren LAN-Ports, zu einem LAN-Switch umzufunktionieren, sodass man sich den Kauf eines Switches "sparen" kann. Mit dem verbauten Killer-Wireless-AC-1535-Modul kann hingegen ein WLAN-Repeater geschaffen werden, mit dem sich WLAN-Geräte verbinden können.

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Auf diese Weise bauen LAN- und WLAN-Geräte eine Verbindung mit dem Gaming-PC auf. Wie es für die Killer-Lösungen üblich ist, wird dabei auch großen Wert auf die Traffic-Priorisierung gelegt, welche sich im Killer-Control-Center konfigurieren lässt.

Behalten wir nun den hohen Preis des MSI Z370 Godlike Gaming im Vordergrund, so stellt man sich die Frage, ob dieses Feature diesen Kauf rechtfertigt, obwohl es auch andere, kostengünstigere Lösungen gibt. Für MSI und Rivet Networks ist dies eine Art erster Probelauf. Sollte dieses Feature Gefallen bei den Anwendern finden, würde man dieses Feature auch auf günstigeren Platinen zur Verfügung stellen.

Sollte das Killer-xTend-Feature unwichtig erscheinen, so lässt es sich im Killer-Control-Center deaktivieren und macht den Weg frei für das Killer-DoubleShot-Pro-Feature, das wir uns in einem vergangenen Test genauer angeschaut haben.


Neben dem Z370 Gaming M5 ist das Z370 Godlike Gaming nicht nur Teil der Enthusiast-Gaming-Produktreihe, sondern auch gleichzeitig das Flaggschiff der gesamten Z370-Platinen von MSI. Auf dem MSI Z370 Godlike Gaming wurde die "Crème de la Crème" verbaut und trotz der unweigerlich vorhandenen Restriktionen in einigen Bereichen hat es die Ausstattung in sich. Angefangen bei der wuchtigen CPU-Spannungsversorgung mit 18 Spulen, über vier mechanischen PCIe-3.0-x16-Steckplätze und einen PCIe-3.0-x1-Slot wird von MSI einiges aufgefahren. Trotz der Gaming-Ausrichtung wurde das Thema Overclocking definitiv nicht ausgeklammert, was auch schon an den bereits angedeuteten 18 Spulen erkennbar ist.

Doch der Hersteller hat auch entsprechende Komfort-Funktionen auf dem E-ATX-Mainboard integriert, wie einen Power- und Reset-Button, fünf Spannungsmesspunkte, einen OC-Retry- und einen OC-Force-Enter-Taster. Mit dem ebenfalls vorhandenen Game-Boost-Knob kann der Anwender auf einfache Weise den Core i5-8600K oder den Core i7-8700K übertakten. Hinzu kommen drei DIP-Schalter zum Aktivieren/Deaktivieren der drei CPU-seitigen PCIe-3.0-x16-Slots sowie ein BIOS-Switch, denn das MSI Z370 Godlike Gaming bringt zwei BIOS-ROMs mit. Die Debug-LED hilft dagegen beim Troubleshooting.

Der Storage-Bereich wurde mit sechsmal SATA 6GBit/s, einmal U.2 und dreimal M.2 (M-Key) ordentlich ausgebaut. MSI liefert für die M.2-Schnittstellen auch jeweils ein M.2-Shield mit. Der Nachteil allerdings ist die Tatsache, dass nicht alle Storage-Anschlüsse zeitgleich genutzt werden können. Auf der zweiten Seite dieses Artikels haben wir uns dem Thema Restriktionen zum MSI Z370 Godlike Gaming gewidmet. Und diese Restriktionen reichen je nach Anschluss gar bis zu den beiden PCH-seitigen PCIe-Schnittstellen und dem dritten LAN-Port.

Etwas Kompensation bietet die beiliegende M.2-Xpander-Z-Zusatzkarte, welche zwei weiteren M.2-M-Key-SSDs aufnehmen kann und mit acht Gen3-Lanes von der CPU gekoppelt werden muss. In diesem Fall jedoch wird die Grafikkarte mit lediglich acht Gen3-Lanes versorgt. Die summierten 40 Gen3-Lanes reichen also bei weitem nicht aus, um alle Anschlüsse direkt anzubinden.

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Ein großes Thema beim MSI Z370 Godlike Gaming ist der Netzwerkbereich. Verbaut wurden drei Gigabit-LAN-Ports, welche jeweils über einen Killer-E2500-Netzwerkcontroller von Rivet Networks angebunden wurden. Obendrauf kommt auch noch das Killer-Wireless-AC-1535-Modul. So stehen dem Anwender jede Menge Optionen zur Verfügung. Sei es die normale Verwendung oder die Nutzung des DoubleShot-Pro- oder xTend-Features. An USB-Schnittstellen halten sich hingegen drei Stück der zweiten USB-3.1-Generation, zehn Stück der ersten USB-3.1-Generation und sechsmal USB 2.0 bereit. Letztere lassen sich durch das mitgelieferte USB-Xpander-Modul um acht Anschlüsse erweitern.

In zweifacher Ausführung wurde der Realtek-ALC1220-Audio-Codec verbaut, einer für den Front- und einer für den Rear-Bereich (I/O-Panel). Dabei wurde der Sound-Bereich um zwei ESS-DACs und zahlreichen Audio- und WIMA-Kondensatoren erweitert. Unüblich ist zudem eine 6,35-mm-Klinke-Buchse für (High-End-)Kopfhörer. Wenn auch verständlich, müssen wir dennoch die hohe Leistungsaufnahme erwähnen, welche für ein Kaliber wie dem MSI Z370 Godlike Gaming nicht verwunderlich ist. Verglichen mit dem Gigabyte Z370 AORUS Ultra Gaming mit einer moderaten Ausstattung konnten wir Unterschiede von etwa 35 Watt feststellen. Dem Enthusiasten dürfte diese Tatsache jedoch nicht weiter stören.

Und dem aktuellen Trend entsprechend verfügt das MSI Z370 Godlike Gaming natürlich über zahlreiche RGB-LEDs, die in verschiedenen Modi leuchten können. Mit im Lieferumfang befindet sich ein 5050-LED-Strip. Das UEFI kommt in gewohnter aber guter MSI-Optik daher und hinterließ keinen negativen Eindruck. Einzig die Tatsache, dass sich die RGB-LEDs nicht direkt über das BIOS ausschalten lassen, finden wir etwas schade. Somit bleibt der kleine Umweg über die MSI-Mystic-Light-Software.

Für das MSI Z370 Godlike Gaming muss der Interessent satte 443 Euro auf den Tisch legen, womit also feststeht, dass nur ein sehr geringer Teil bereit sein wird, diese Summe für das MSI Z370 Godlike Gaming zu investieren. Man darf an dieser Stelle nicht vergessen, dass das Flaggschiff-CPU-Modell, der Core i7-8700K, für weniger als 443 Euro zu haben ist, auch wenn es bei der aktuellen Verfügbarkeit sehr mau aussieht.

ta msi z370 godlike

Positive Eigenschaften des MSI Z370 Godlike Gaming:

Negative Eigenschaften des MSI Z370 Godlike Gaming:

Trotz der teilweise scharfen Einschränkungen ist das MSI Z370 Godlike Gaming ein beindruckendes Stück Hardware für einen LGA1151-Prozessor der Coffee-Lake-S-Familie.

Alternativen? ...gerade preislich nach unten gibt es einige. Das von uns getestete Gigabyte Z370 AORUS Ultra Gaming kann von der Ausstattung her zwar nicht mit dem MSI Z370 Godlike Gaming mithalten, doch bekommt der Käufer eine sehr gute Basis für Coffee Lake-S.

Persönliche Meinung

Von den genannten Kontra-Punkten des MSI Z370 Godlike Gaming finde ich die Restriktionen tragisch, auch wenn es verständlich ist, dass die summierten 40 Gen3-Lanes einfach nicht ausreichen, um alles direkt anzubinden. Allerdings muss sich der Käufer dieses Bretts für den einen oder anderen Anschluss entscheiden.

Davon abgesehen wird dennoch jede Menge an Ausstattung geboten. Wie oft sieht man ein Desktop-Mainboard mit gleich drei LAN-Ports? Mein persönlicher Wunsch an MSI ist ein Enthusiast-Gaming-Mainboard mit einer Intel-NIC. So ist es bei mir selbst nun das MSI Z370 Gaming Pro Carbon geworden.

Bei einem Straßenpreis von 443 Euro werden vermutlich keine hohen Stückzahlen verkauft werden, aber dennoch ist es verständlich, dass auch für die Enthusiasten-Zielgruppe zumindest eine Platine angeboten werden sollte. Von den Restriktionen abgesehen ist das MSI Z370 Godlike Gaming ein beeindruckendes Stück Hardware, das mit großer Sicherheit nicht jeder sein Eigen nennen darf und wird. (Marcel Niederste-Berg)

Preise und Verfügbarkeit
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