MSI X99A Workstation im Test - Profi-Platine mit ECC-RDIMM-Unterstützung

Veröffentlicht am: von

Artikel MSI X99A Workstation 004 logoBei der unbestrittenen Übermacht der fürs Gaming ausgelegten Mainboards sorgt beispielsweise ein Workstation-Mainboard für eine gelungene Abwechslung. Denn nicht jeder Hardware-Interessent ist an einem Gaming-Unterbau mit Killer-LAN oder LED-Beleuchtung interessiert, sondern legt mehr Wert auf die erweiterte Funktionalität und achtet intensiver auf die Ausstattung für sein Einsatzgebiet. Von MSI gibt es Stand heute das X99A Workstation, welches genau solchen Ansprüchen gerecht werden möchte. Wir haben es durch den Testparcours geschickt.

Wie der Großteil der X99-Platinen beherbergt das X99A Workstation insgesamt acht DDR4-DIMM-Speicherbänke. Hinzu kommen drei mechanische PCIe-3.0-x16- und zwei PCIe-2.0-x1-Steckplätze. Für den Storage-Bereich hat sich MSI für acht SATA-6GBit/s-Ports, einen SATA-Express-Anschluss und für jeweils eine U.2- und M.2-Schnittstelle entschieden. Des Weiteren wurden zwei USB-3.1-Gen2-, acht USB-3.1-Gen1- und acht USB-2.0-Anschlüsse integriert. Neben einer anständigen Onboard-Sound-Lösung halten sich für die Netzwerkverbindung zwei Gigabit-LAN-Buchsen bereit.

» zur Galerie

Sieht man vom Steel-Armor-Feature bei den drei PCIe-Slots und den acht DDR4-DIMM-Speicherbänken ab, ist das Mainboard insgesamt in Schwarz gehalten. Einzig mit den MSI-Workstation-Akzenten kommen noch die Farben Grün und Weiß mit ins Spiel.

Die Spezifikationen

Das MSI X99A Workstation bietet folgende technische Eigenschaften:

Die Daten des MSI X99A Workstation in der Übersicht
Mainboard-Format ATX
Hersteller und
Bezeichnung
MSI
X99A Workstation
CPU-Sockel LGA2011-3 (für Core i7-58xx, Core i7-59xx, Core i7-68xx und Core i7-69xx, inkl. Xeon-Support (Haswell/Broadwell-EP))
Stromanschlüsse 1x 24-Pin ATX
1x 8-Pin EPS12V
CPU-Phasen/Spulen 8 Stück
Preis ab 366 Euro
Homepage https://de.msi.com
Southbridge-/CPU-Features
Chipsatz Intel X99 Express Chipsatz
Speicherbänke und Typ 8x DDR4 (Quad-Channel, ECC(-RDIMM)-Support)
Speicherausbau max. 128 GB (mit 16-GB-DIMMs)
SLI / CrossFire SLI (3-Way), CrossFireX (3-Way)
Onboard-Features
PCI-Express

3x PCIe 3.0 x16 (elektrisch mit x16/x16/x8) über CPU
2x PCIe 2.0 x1 über Intel X99

PCI -
SATA(e)-, SAS- und 
M.2/U.2-Schnittstellen

1x SATA Express 10 GBit/s über Intel X99
8x SATA 6GBit/s über Intel X99
1x M.2 mit PCIe 3.0 x4 über CPU (32 GBit/s)

USB

2x USB 3.1 Gen2 (2x am I/O-Panel, 1x Typ-A und 1x Typ-C) über ASMedia ASM1142
8x USB 3.1 Gen1 (4x am I/O-Panel, 4x über Header), vier über Intel Z170 und vier über ASMedia ASM1074
8x USB 2.0 (4x am I/O-Panel, 4x über Header) über Intel Z170

Grafikschnittstellen -
WLAN / Bluetooth -
Thunderbolt -
LAN

1x Intel I218-LM Gigabit-LAN
1x Intel I210-AT Gigabit-LAN

Audio-Codec
und Anschlüsse
8-Channel Audio Boost 3 (Realtek ALC1150 Audio Codec)
5x 3,5 mm Audio-Jacks
1x TOSLink
FAN-Header 1x 4-Pin CPU-FAN-Header (regelbar)
3x 4-Pin Chassis-FAN-Header (regelbar)
1x 4-Pin WPump-Header

» zur Galerie

Das mitgelieferte Zubehör

Folgendes befand sich neben dem Mainboard im Karton:

» zur Galerie

Die I/O-Blende, das Mainboardhandbuch und die Support-DVD gehören zum Pflichtzubehör. MSI hat zusätzlich die bekannten SATA-Aufkleber, gleich acht SATA-Kabel, drei 2-Way-SLI-Bridges mit unterschiedlichen Längen, die M-Konnektoren und ein LED-Stromkabel beigelegt.


Der X99-Chipsatz ist auch weiterhin stark verwandt mit dem älteren Z97-PCH, den Intel für den Sockel LGA1150 vorgesehen hatte. Allerdings unterstützt der X99-Chipsatz selbst weiterhin vier weitere, native SATA-6GBit/s-Ports und kommt somit auf eine Summe von zehn SATA-6GBit/s-Buchsen. USB 3.0 (USB 3.1 Gen1) wird sechsmal nativ unterstützt. Für weitere Controller und Co. bringt er außerdem acht PCIe-2.0-Lanes mit. Das DMI (Direct Media Interface) basiert noch auf dem älteren 2.0-Protokoll.

Somit kann der betagte X99-PCH in Sachen PCI-Express-Bahnen nicht mit dem neueren Z170-Chipsatz mithalten, der gleich 20 Gen3-Lanes an der Zahl im Gepäck hat. Doch dafür haben die Haswell-E(P)- und Broadwell-E(P)-Prozessoren je nach CPU-Modell bis zu 40 PCIe-3.0-Lanes in ihrem Die, sodass es hierbei zu einer Art Kompensation kommt. Vor allen Dingen für eine M.2-Schnittstelle, die bei vier PCIe-3.0-Lanes mit theoretischen 32 GBit/s zu Werke geht, hat die CPU bereits genügend Reserven und braucht nicht den leistungsfähigen PCH des Z170-Chipsatzes.

» zur Galerie

Mit insgesamt acht Spulen wird die übliche Menge verbaut. Als MOSFETs kommen insgesamt 16 Stück von NIKOS zum Einsatz. Somit wird jede Spule von zwei MOSFETs angefeuert. Auf Höhe der MOSFETs sind auch noch vier Intersil 6611ACRZ-Chips zu sehen. Als Phasen-Doubler kommen sie dem PWM-Controller zur Hilfe. Für den Strom-Input sorgt ein 8-Pin-APS12V-Stromanschluss und kann die CPU mit 336 Watt beliefern.

Oben und unten vom CPU-Sockel wurden vier DDR4-DIMM-Speicherbänke hinterlassen, welche kombiniert bis zu 128 GB Arbeitsspeicher aufnehmen können. Jede der beiden DDR4-Gruppen wird von zwei Spulen mit Strom versorgt. Wie man erkennen kann, hat MSI hier das Steel-Armor-Feature mitverbaut. Eine Besonderheit der Speicherbänke ist die vollständige Unterstützung von ECC- und Registered-DIMMs (RDIMM) neben Unregistered-DIMMs (UDIMM), allerdings nur in Verbindung mit einem Xeon-Prozessor (Haswell-EP oder Broadwell-EP). Generell muss sich der Anwender entscheiden, ob im Falle einer Xeon-CPU ECC-RDIMMs oder UDIMMs eingesetzt werden sollen. Ein Mischbetrieb ist nicht möglich.

Am unteren PCB-Rand ist außerdem einer von insgesamt zwei USB-3.1-Gen1-Headern zu sehen. Beide zusammen bilden vier von insgesamt acht USB-3.1-Gen1-Anschlüssen.

» zur Galerie

Wie auch die Phasen-Doubler kommt der PWM-Controller aus dem Hause Intersil. Der ISL6388 kann eigenständig bis zu sechs Phasen/Spulen steuern. Im Falle des MSI X99A Workstation arbeitet er effektiv mit vier Spulen.

» zur Galerie

Der Anwender bekommt Zugriff auf drei mechanische PCIe-3.0-x16- und zwei PCIe-2.0-x1-Steckplätze. Letztere arbeiten mit dem X99-Chipsatz zusammen, die drei großen Anschlüsse hingegen über die CPU. Auch hier hat MSI bei den großen Steckplätzen auf das Steel-Armor-Feature gesetzt, das die drei Slots stabiler werden lassen soll. Dabei wurden die ersten beiden PCIe-3.0-x16-Slots elektrisch mit 16 Gen3-Lanes angebunden, der unterste mit acht Gen3-Lanes. Je nach CPU-Wahl unterscheidet sich selbstverständlich die Lane-Verteilung. Mit einem Core i7-5820K oder Core i7-6800K (beide besitzen 28 Gen3-Lanes) werden zwei Grafikkarten im x16/x8-Modus angebunden. Bei drei Karten gar im x8/x8/x8-Modus.

Luxuriöser erfolgt die Lane-Verteilung mit den restlichen LGA2011-3-Prozessoren, welche 40 Gen3-Lanes bieten. Zwei Grafikkarten können problemlos mit jeweils 16 Gen3-Lanes angesteuert werden. Mit drei Karten arbeiten zwei Karten mit acht Lanes und die dritte mit 16 Lanes. MSI möchte damit noch etwas Luft für die M.2-Schnittstelle lassen. Apropos Luft, ein Vorteil beim Einsatz von zwei Dual-Slot-Grafikkarten ist beim X99A Workstation, dass beide Karten nicht dicht an dicht positioniert sind. Und dennoch können notfalls auch drei Triple-Slot-Grafikkarten verbaut werden.

Die beiden folgenden Tabellen verdeutlichen die Lane-Aufteilung:

PCIe-3.0/2.0-Slots und deren Lane-Anbindung mit einer 28-Lane-CPU
(Core i7-5820K und Core i7-6800K)
Mechanischelektrische
Anbindung (über)
Single-GPU2-Way-SLI /
CrossFireX
3-Way-CrossFireX
PCIe 3.0 x16 x16/x8 (CPU) x16 x16 x8
PCIe 2.0 x1 x1 (X99) - - -
PCIe 2.0 x1 x1 (X99) - - -
PCIe 3.0 x16 x16/x8 (CPU) - x8 x8
PCIe 3.0 x16 x8 (CPU) - - x8

 

PCIe-3.0/2.0-Slots und deren Lane-Anbindung mit einer 40-Lane-CPU
(Core i7-5930K/5960X/6850K/6900K/6950X)
Mechanischelektrische
Anbindung (über)
Single-GPU2-Way-SLI /
CrossFireX
3-Way-CrossFireX
PCIe 3.0 x16 x16/x8 (CPU) x16 x16 x8
PCIe 2.0 x1 x1 (X99) - - -
PCIe 2.0 x1 x1 (X99) - - -
PCIe 3.0 x16 x16/x8 (CPU) - x16 x16
PCIe 3.0 x16 x8 (CPU) - - x8

» zur Galerie

Im Storage-Bereich kommt der Besitzer des MSI X99A Workstation auf seine Kosten. Verbaut wurden neben einem vertikalen SATA-Express-Anschluss außerdem zwei vertikale SATA-6GBit/s-Ports, sechs angewinkelte SATA-6GBit/s-Buchsen und jeweils eine U.2- und M.2-M-Key-Schnittstelle. In Letzterer kann ein Modul mit einer Länge von 3 cm bis 11 cm eingesetzt werden. Generell gilt als Restriktion, dass der SATA-Express-Anschluss unbrauchbar wird, wenn in der M.2-Schnittstelle ein Modul im SATA-Modus betrieben wird. Für den Core i7-5820K und den Core i7-6800K gilt außerdem, dass der SATA-Express-Anschluss nicht mehr verwendet werden kann, falls in der U.2- und M.2-Schnittstelle zeitgleich ein Solid State Drive im PCIe-Mode arbeitet.

» zur Galerie

Die Anschlüsse von links nach rechts und von oben nach unten:

Das I/O-Panel fällt mit jeweils vier USB-3.1-Gen1- und USB-2.0-Schnittstellen sowie zwei USB-3.1-Gen2-Anschlüssen umfangreich aus. Im letzteren Fall handelt es sich um jeweils eine Typ-A- und Typ-C-Ausführung. Für ältere Eingabegeräte ist auch eine PS/2-Buchse mit an Bord. Über den ebenfalls vorhandenen CMOS-Clear-Button lässt sich das BIOS auf komfortable Art und Weise auf die Standard-Parameter zurücksetzen. Zweckdienlich fallen die beiden Gigabit-LAN-Ports aus, auch wenn viele Interessenten an dieser Stelle lieber zwei 10-GBit/s-Versionen gesehen hätten. Übrig sind noch die fünf 3,5-mm-Audiojacks und einmal Toslink für die Audioausgabe.


» zur Galerie

Auch auf dem X99A Workstation hat MSI das Audio-Boost-3-Feature verbaut. Als Audio-Codec hält sich der Realtek-ALC1150-Chip bereit, der von fünf Nippon-Audiokondensatoren und zwei OPA1652-Kopfhörerverstärkern von Texas Instruments unterstützt wird. Mit den Verstärkern lassen sich selbst Kopfhörer mit einer hohen Impedanz von 600 Ohm adäquat verwenden.

Dazwischen wurde der Nuvoton NCT6792D+ als SuperI/O-Chip verlötet. Er überwacht die Spannungen, die Temperaturen und die Lüftergeschwindigkeiten. Auch lassen sich durch ihn die Lüfter steuern.

» zur Galerie

Auf diesem Bild sind die beiden verantwortlichen Netzwerk-Controller zu sehen. Links der Intel I218-LM und rechts der Intel I210-AT. Beide transferieren die Netzwerkpakete mit bis zu 1 GBit/s und bringen auch weitere Funktionen wie VLAN, Wake-on-LAN oder Teaming mit.

» zur Galerie

Und auch für den USB-Bereich werden Zusatzchips benötigt. Der ASMedia ASM1074 (links) ist ein USB-3.1-Gen1-Hub und übernimmt die Steuerung der vier Anschlüsse am I/O-Panel. Die USB-3.1-Gen2-Unterstützung wird hingegen durch den ASM1142 ermöglicht. Mit den beiden Buchsen am I/O-Panel ist er auch gleich vollständig belegt.

» zur Galerie

Dem Besitzer des MSI X99A Workstation wird auch etwas Komfort mit auf den Weg gegeben. Zu sehen sind eine Diagnostic-LED, jeweils einen Power- und Reset-Button sowie weiter rechts ein BIOS-Switch zum Umschalten zwischen den beiden BIOS-ROMs. Für den optionalen Einsatz von 5050-RGB-LED-Ketten hat MSI auch einen LED-Header vorgesehen. Ein entsprechendes Anschlusskabel liefert MSI mit.

» zur Galerie

Das Gesamtlayout hat uns insgesamt gefallen. Positiv anzumerken ist, dass MSI selbst an etwas Onboard-Komfort gedacht hat, der in der Regel gern mitgenommen wird.

An den üblichen Positionen wurden insgesamt fünf 4-Pin-FAN-Header verlötet, die sich auch allesamt steuern lassen. Dazu muss im UEFI der "Smart FAN Mode" aktiviert werden. Für jeden Lüfter lässt sich die Lüfterkurve auf die eigenen Wünsche in vier Stufen manuell anpassen. Doch selbst die Standard-Settings arbeiten bereits zufriedenstellend ruhig. Liegt die CPU-Temperatur unter der 40-Grad-Marke, drehen sich die Lüfter mit nur 12,5 % der maximalen Drehzahl. Die nächsten beiden Hürden werden per Default bei 55 °C und 70 °C festgelegt, wodurch der/die Lüfter auf 37,5 % respektive 62,5 % betrieben werden. Wird die 85-Grad-Marke erreicht, arbeiten die Lüfter schließlich mit der vollen Drehzahl. Auf uns hinterlässt die Lüftersteuerung einen positiven Eindruck.

MSI hat auch bei den neuen 100-Series-Mainboards das "Guard-Pro"-Feature hinzugefügt, welches in fünf Unter-Features gegliedert ist: Circuit Protection (Kurzschlussschutz),  Humidity Protection (Schutz vor hoher Luftfeuchtigkeit), High Temperature Protection (Schutz vor hohen Temperaturen), ESD Protection (Schutz vor elektrostatischer Entladung), EMI Protection (Schutz vor elektromagnetischen Interferenzen).


BIOS

Auf dem X99A Workstation war BIOS-Version 1.0 vorinstalliert. Zum Testzeitpunkt bot MSI auf ihrer globalen Webseite auch keine neuere Version an. Doch hinterließ das First Release für das X99A Workstation bereits einen guten Eindruck.

» zur Galerie

Weiterhin nutzt MSI neben der geläufigen Oberfläche auch die EZ-Mode-Oberfläche, passt diese farblich jedoch an die Pro-Serie an. Auf dieser Übersichtsseite erhält der Anwender Informationen über die CPU, den installierten Arbeitsspeicher, die angeschlossenen Storage-Geräte und über die Lüfter. Zusätzlich existieren Shortcuts zum M-Flash-Feature, zur Favorites- und Hardware-Monitor-Seite und zusätzlich Buttons, um LAN-ROM, Fast Boot, AHCI, den Audio-Codec und die CPU-Fan-Warnung zu aktivieren beziehungsweise zu deaktivieren. Außerdem lässt sich bei Problemen das "BIOS Log Review" einsehen. Die breite Leiste oberhalb vom EZ-Mode wird auch im Advanced-Mode angezeigt, zu dem wir nun kommen.

» zur Galerie

MSI hat oben links neben der Uhrzeit und dem Datum den Game-Boost-Button hinzugefügt, der das aktuelle Level anzeigt (grüner Punkt). Rechts benachbart ist der XMP-Button, wie wir es bei MSI bereits gewohnt sind. Beim jeweiligen Mainboard-Modell können sich rein die Menüpunkte unterscheiden. Ganz oben auf der rechten Seite werden zu jedem Zeitpunkt das installierte Prozessormodell, dessen Taktfrequenz und die Arbeitsspeicher-Kapazität inkl. Takt angezeigt. Unter der Uhrzeit und dem Datum kann die aktuell vorliegende BIOS-Version abgelesen werden. Darunter lassen sich ganz bequem die Boot-Prioritäten per Drag & Drop-Verfahren festlegen. Auf der linken Seite erhält der Anwender einen ersten Überblick über die CPU- und Mainboard-Temperatur. Der virtuelle "Game Boost"-Button ist dabei mit der Maus klickbar, sodass vom Hardware- in den Softwaremodus gewechselt werden kann. Ergänzt wurde noch ein weiterer virtueller Knopf, mit dem die XMP-Funktion direkt aktiviert werden kann.

Der erste Punkt der insgesamt sechs "Settings" stellt neben dem "System Status" die "Advanced"-Einstellungen bereit. Letzteres ist bereits grundlegend bekannt. Dort lassen sich alle board-bezogenen Einstellungen finden, die die Onboard-Komponenten betreffen. Die Punkte "Boot", "Security" und "Save & Exit" sind dabei selbsterklärend. Das Hauptaugenmerk des Boards ist zweifelsohne das Overclocking. Die extrem umfangreichen OC-Funktionen sind im Menüpunkt "OC" zu finden. MSI lässt für den Overclocking-Enthusiasten kaum Wünsche offen. Dazu aber gleich mehr. Das integrierte M-Flash-Feature hat auch beim heutigen Testkandidaten einen eigenen Menüpunkt erhalten. Entweder lässt sich das aktuelle BIOS auf einen Datenträger speichern oder andersherum von einem Datenträger aus aktualisieren. Genau so ist es den Overclocking-Profilen ergangen. Insgesamt können sechs verschiedene OC-Konfigurationen hinterlegt werden. MSI hat auch dieses Mal an eine Import- und Export-Funktion gedacht.

Der vorletzte Punkt ist der "Hardware Monitor", der wichtige ausgelesene Daten aufzeigt wie eben die Temperaturen, Spannungen und Lüfterdrehgeschwindigkeiten. Zusammen mit dem CPU-FAN-Header können in der Summe fünf Lüfter gesteuert werden. Jeder Lüfter kann in vier Stufen einer automatischen oder manuellen Lüfterkurve angepasst werden. Der letzte Menüpunkt umfasst den "Board Explorer", der übersichtlich aufzeigt, in welchem Slot oder an welchem sonstigen Anschluss welche Komponente installiert ist. Dies erspart den Blick ins eigene Gehäuse und dient rein dem Komfort. Generell ist es auch möglich, die meistgenutzten Funktionen auf insgesamt fünf Favoritenseiten abzuspeichern. Mittels eines Rechtsklicks auf die jeweilige Funktion wird ein kleines Kontextmenü geöffnet, wo der Anwender anschließend diese Funktion auf eine der fünf Seiten ablegen kann.

Auch dieses Mal konnte das UEFI von MSI auf ganzer Linie überzeugen. Sämtliche ausgewählte Einstellungen wurden problemlos und korrekt umgesetzt. Der Anwender hat dabei die Auswahl, ob er sich per Maus und/oder mit der Tastatur durch die Menüs bewegt.

 

Overclocking

Auch wenn sich die beiden Bereiche "Workstation" und "Overclocking" etwas beißen, kann mit dem MSI X99A Workstation dennoch übertaktet werden. Dies gilt sowohl für die CPU als auch für den installierten Arbeitsspeicher.

Das UEFI erlaubt beim Basistakt eine Veränderung von 90,90 MHz bis 300 MHz in 0,05/0,06-MHz-Schritten. Bei der CPU-Spannung darf sich der Anwender zwischen dem Override, Adaptive und Offset-Modus entscheiden. Auch ist eine Kombination mit Override+Offset und Adaptive+Offset möglich. Währenddessen die ersten beiden Spannungen von 0,800 Volt bis 2,100 Volt bewegt werden können, sind es beim Offset-Modus -0,990 Volt bis +0,990 Volt. In allen drei Fällen betragen die Intervalle feine 0,001 Volt. Alle weiteren Spannungen sind in der folgenden Tabelle ersichtlich.

Die Overclocking-Funktionen des MSI X99A Workstation in der Übersicht
Base Clock Rate 90,90 MHz bis 300 MHz in 0,05/0,06-MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,800 V bis 2,100 V in 0,001-V-Schritten (Override- und Adaptive-Modus)
-0,990 V bis +0,990 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 0,600 V bis 2,000 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-VCCIN-Spannung 1,200 V bis 3,040 V in 0,001-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-Ring-Spannung

-0,990 V bis +0,990 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)

CPU-SA-Spannung 0,800 V bis +1,850 V in 0,001-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-IO-Analog/Digital-Spannung 0,700 V bis 2,300 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCH-Core-Spannung 0,700 V bis 2,320 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen CPU VCCU, DRAM VPP, DRAM VREF, PCH 1,5V
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 109 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
Weitere Besonderheiten

UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE (C6/C7), EIST
Turbo-Modus (All Cores, By number of active cores),
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und vier optionale Fans, Short Duration Power Limit,
Long Duration Maintained, Long Duration Power Limit, Primary Plane Current Limit
CPU Load-Line Calibration (LvL 1-5)

Auch mit dem MSI X99A Workstation konnten wir den Core i7-6950X mit einer sehr hohen Taktfrequenz von 4,3 GHz betreiben. An Spannung waren laut BIOS mindestens 1,285 Volt notwendig, damit dieser Takt stabil gehalten werden konnte.

» zur Galerie

Bei der Broadwell-E-Plattform werfen wir unverändert einen Blick auf das RAM-Overclocking. Zu diesem Zweck verwenden wir beim MSI X99A Workstation vier DIMMs mit jeweils 4 GB Speicherkapazität des Typs "G.Skill RipJaws4 DDR4-3000". Im ersten Test kontrollieren wir die Funktionalität des XMP und im zweiten den Betrieb ohne Verwendung des XMP-Features.

Sowohl das Extreme-Memory-Profile als auch manuelle Parameter wurden ohne Probleme akzeptiert.

MSI Command Center

» zur Galerie

Darüber hinaus hat MSI auch noch das eigene Command Center im Angebot, wodurch noch erweiterte Einstellungen unter Windows vorgenommen werden können. Beispielsweise die Multiplikatoren der maximal vier CPU-Kerne, die einzelnen Spannungen und auch die Lüftergeschwindigkeiten. Selbst Einstellungen zum Arbeitsspeicher und zur integrierten Grafikeinheit stehen bereit. Auch lässt sich darüber das Game-Boost-Feature managen. Als Bonus lassen sich natürlich auch die aktuellen Parameter-Werte zu den Spannungen ablesen.

Das Command Center kann den Anwender auch bei selbst definierten Werten warnen, falls die jeweilige Barriere überschritten wird. Wer möchte, kann zu Überwachungszwecken die wichtigsten Spannungen, Lüftergeschwindigkeiten und Temperaturen aufzeichnen.

MSI/Intel Extreme Tuning Utility

» zur Galerie

Auf der Treiber- und Software-DVD lässt sich das MSI/Intel Extreme Tuning Utility finden, das der eine oder andere sicherlich schon kennt:

Das XTU ermöglicht das Overclocking der CPU und des Arbeitsspeichers direkt unter Windows. Mit integriert ist auch ein Hardware-Monitor, womit sich die CPU-Temperatur, deren aktuell anliegende Taktfrequenz und andere interessante Punkte überwachen lassen. Neben den Taktfrequenzen für CPU und RAM ist auch gleich die Spannung regulierbar. Die Aktivierung der gewählten Einstellungen erfolgt nicht in Echtzeit, Änderungen werden vorerst zwischengespeichert. Erst nach einem Neustart des Systems sind die Settings dann auch aktiv. Hinterher kann die Konfiguration auch gleich mit dem implementierten Stress-Test auf Stabilität geprüft werden. Wurden die passenden und stabilen Einstellungen gefunden, können sie in praktischen Profilen hinterlegt werden.


Mit diesem Testsystem haben wir das MSI X99A Workstation getestet:

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz.

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version.

Seit der Einführung der Nehalem-Prozessoren und der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 2.400 MHz und 15-15-15-35 2T - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim MSI X99A Workstation ist allerdings alles so, wie es zu erwarten wäre: Die Turbo-Modi laufen korrekt und auch keine versteckte Übertaktung ist aktiv.

Wir testen allerdings nur noch vier Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2013, SuperPi 8M, Cinebench R15 und Sisoft Sandra 2016 Memory Benchmark:

3DMark 2013

Fire Strike

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R15 CPU

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

SiSoft Sandra 2016

Memory Benchmark

Bandbreite in GB/s
Mehr ist besser

SuperPi 8M

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Bei der Grundleistung gibt es keine Unstimmigkeiten, sie liegt auf normalem Niveau.

 

Auch weiterhin werden wir die Bootzeit protokollieren. Wir messen die Zeit in Sekunden, wie lange das Mainboard benötigt, um alle Komponenten zu initialisieren und mit dem Windows-Bootvorgang beginnt.

Bootzeit

Vom Einschalten bis zum Windows-Bootvorgang

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Das MSI X99A Workstation genehmigte sich 24,85 Sekunden für die Initialisierung und liegt damit im guten Bereich.


Neben der wichtigen Performance ist auch der Stromverbrauch des heimischen PCs kein unwichtiges Kriterium. Was man häufig unterschätzt, ist die Tatsache, dass selbst die verschiedenen Mainboard-Modelle der zahlreichen Hersteller unterschiedlich viel Strom aus der Steckdose ziehen. Ein Grund dafür sind die verschieden eingesetzten BIOS-Versionen, die teilweise die von Intel referenzierten Stromsparmechanismen schlecht oder gar falsch umsetzen oder dass Onboardkomponenten sich eigentlich deaktivieren sollten, wenn diese entweder durch dedizierte Hardware ersetzt wurden oder einfach nicht verwendet werden. Darüber hinaus kann aber manchmal auch die Stromversorgung verantwortlich gemacht werden, wenn unter Default Settings mehr Energie zur Verfügung gestellt wird, als eigentlich benötigt wird. Genau deswegen spielt die Effizienz eine wichtige Rolle. Wenn die Effizienz der Stromversorgung nun also schlecht ausfällt, wird mehr Strom verbraucht. Zu unterschätzen ist hierbei aber auch die Software nicht, sodass sie ebenfalls gut abgestimmt sein muss, damit eine zufriedenstellende Effizienz gegeben ist.

Das MSI X99A Workstation hat einige Zusatz-Controller erhalten. Zwei LAN-Controller, ein USB-3.1-Gen2-Controller, einen USB-3.1-Gen1-Hub und ein Audio-Codec tragen ihren Teil zum Stromverbrauch bei.

Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 15 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-spanTest, Vollauslastung). Die jeweiligen Werte entsprechen dem System-Gesamtverbrauch.

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Für den ersten Test sind die Default Settings aktiv, sodass der Großteil der Onboardkomponenten bereits aktiviert ist. Die Grafikausgabe erfolgt über die Radeon R9 380. Wie bereits weiter oben geschrieben, sind alle Stromspar-Features eingeschaltet, was mit den Werten einer manuellen Konfiguration anscheinend gut umgesetzt wurde.

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Im Leerlauf verbrauchte unser Testsystem mit dem MSI X99A Workstation genau 60 Watt und sichert sich gleich den zweiten Platz. Das Gigabyte GA-X99-Ultra Gaming war mit 57,1 Watt noch etwas effizienter.

Leistungsaufnahme

Cinebench R15 CPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Platz 2 geht bei Cinebench mit 157,6 Watt ebenfalls an das MSI X99A Workstation. Auch hier wird die MSI-Platine vom GA-X99-Ultra Gaming übertrumpft.

Leistungsaufnahme

Prime95

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Gleiches Spiel auch mit Prime95, wo die Leistungsaufnahme auf 174,4 Watt gestiegen ist. Insgesamt jedoch ist auch dies ein guter Wert.

Spannungen (Prime95)

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Mit dem ASRock X99 Professional Gaming gibt es eine Übereinstimmung in Sachen CPU-Spannung. Beide Mainboards gaben der CPU 1,067 Volt.

 

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sämtliche USB-3.0- und SATA-Controller sind hier beispielsweise deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber alle energiesparenden Features werden zusätzlich manuell aktiviert. Die Radeon R9 380 ist weiterhin die primäre Grafikkarte.

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Leistungsaufnahme

Cinebench R15 CPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Leistungsaufnahme

Prime95

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Spannungen (Prime95)

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Auch wenn wir einen der beiden LAN-Ports deaktivieren konnten, Unterschiede bei der Leistungsaufnahme gab es nicht.

Das MSI X99A Workstation zeigt sich als strombewusste X99-Platine, auch wenn sie keine neuen Bestwerte aufs Parkett legen konnte.


USB-3.1-Gen2-Performance

Beim MSI X99A Workstation werden zwei der neuen Schnittstellen über den ASMedia-ASM1142-USB-3.1-Gen2-Hostcontroller angeboten. Bei nun theoretischen 10 GBit/s Bandbreite bedeutet es gleichzeitig, dass es nicht leicht wird, ein Laufwerk zu finden, mit dem diese Leistung auch abgerufen und vor allem bis ans Limit getrieben werden kann. In der Theorie wäre dies bereits mit einem schnellen M.2-Solid-State-Modul möglich, doch fürs Erste müssen zwei (m)SATA-6GBit/s-SSDs im RAID-0-Verbund herhalten, damit die neue Schnittstelle getestet werden kann.

Für den Test setzen wir das externe Akitio NT2-U3.1-Gehäuse ein, in dessem Inneren wir zwei 2,5-Zoll-SSDs des Typs OCZ Vector 150 mit einer Speicherkapazität von jeweils 480 GB. Das Solid State Drive kommt bis auf 550 MB/s im Lesen und 530 MB/s im Schreiben. Beide SSDs arbeiten im RAID-0-Verbund, sodass die USB-3.1-Gen2-Schnittstelle ordentlich ausgelastet werden kann.

» zur Galerie

Der ASM1142 schaffte es, das RAID-0-Verbund auf 729 MB/s lesend und 736 MB/s im Schreiben zu beschleunigen. Dies sind schon solide Werte für die USB-3.1-Gen2-Spezifikationen.

 

USB-3.1-Gen1-Performance

MSI bietet das X99A Workstation mit insgesamt acht USB-3.1-Gen1-Buchsen an. Am I/O-Panel kann auf vier Stück direkt zugegriffen werden, die restlichen vier Stück können über den internen Header realisiert werden. Vier der externen Ports arbeiten direkt mit dem X99-PCH und die anderen vier über den ASMedia ASM1074 zusammen. Für den USB-3.1-Gen1-Performancetest haben wir ebenfalls die oben genannte USB-3.1-Lösung verwendet.

» zur Galerie

Sowohl direkt über den X99-Chipsatz als auch indirekt über den ASM1074-Hub wurden mit rund 460 MB/s im Lesen und 440 MB/s im Schreiben sehr gute USB-3.1-Gen1-Werte erreicht.

 

SATA-6G-Performance

Das MSI X99A Workstation stellt eine SATA-Express-Schnittstelle und acht SATA-6GBit/s-Ports bereit. Allesamt arbeiten sie nativ mit dem X99-Chipsatz zusammen. Für den Test verwenden wir die SanDisk Extreme 120, die wir natürlich direkt an die SATA-Ports anschließen.

» zur Galerie

556 MB/s Leseleistung und 522 MB/s Schreibleistung heißt es bei der SATA-6GBit/s-Performance. Der X99-Chipsatz gibt alles.

 

M.2-Performance

Der Vorteil bei der X99-Plattform ist natürlich, dass der M.2-Steckplatz in den meisten Fällen mit vier PCIe-3.0-Lanes an die CPU angebunden ist, wodurch die theoretische Bandbreite auf 32 GBit/s anwächst. Für den M.2-Test setzen wir die Samsung SSD XP941 mit 512-GB-Speicherkapazität ein, die auf eine Länge von 8 cm kommt und von Samsung mit 1.170 MB/s lesend und 950 MB/s schreibend spezifiziert wurde. Als Schnittstelle nutzt das Solid State Module den M.2-16-GBit/s-Standard, was vier PCIe-2.0-Lanes entspricht.

» zur Galerie

Auch wenn wir mit der Samsung XP941 ein altes Solid State Drive verwenden, wurden dafür angemessene Ergebnisse erreicht. Während es im Lesen 1.083 MB/s waren, schaffte es die CPU die Schreibperformance auf knapp 1.000 MB/s zu beschleunigen.


In Zeiten der Gaming-Dominanz wird es immer schwieriger, einen klassischen Unterbau ohne RGB-LED-Beleuchtung und ohne Killer-Gigabit-LAN für einen Profi-Betrieb zu bekommen. Eine solche Platine ist beispielsweise das ASRock X99 Professional Gaming i7, auch wenn hier das Wort "Gaming" mit drinsteckt. Einen ähnlichen Weg geht MSI mit dem X99A Workstation, das ebenfalls über keine umfangreiche RGB-LED-Beleuchtung verfügt und sich an Profi-Anwender richtet. In dem Sockel LGA2011-3 lässt sich nicht nur ein Core-i7-Prozessor auf Basis von Haswell-E oder Broadwell-E einsetzen. Auf Wunsch kann auch ein Xeon-Prozessor, basierend auf Haswell-EP oder Broadwell-EP genutzt werden. Die damit verbundene ECC-(RDIMM-)-Unterstützung wird durch die acht DDR4-DIMM-Speicherbänke ebenfalls ermöglicht. Auch hier beträgt die maximale Kapazität 128 GB.

Für Grafikkarten und Co. wurden drei mechanische PCIe-3.0-x16-Steckplätze hinterlassen, welche auch eine Multi-GPU-Konfiguration erlauben. Je nach CPU-Wahl unterscheidet sich in diesem Punkt selbstverständlich die Lane-Verteilung. Des Weiteren sind auch noch zwei PCIe-2.0-x1-Slots vertreten, von denen einer beim Einsatz einer Dual-Slot-Grafikkarte überdeckt und damit unbrauchbar wird. Für SSDs, HDDs oder auch ODDs hat sich MSI dazu entschieden, das X99A Workstation mit acht SATA-6GBit/s-Ports (sechs Stück sind angewinkelt, zwei vertikal ausgerichtet) und einem SATA-Express-Anschluss auszustatten. Schnellere SSDs im PCIe-Mode werden über maximal vier Gen3-Lanes angebunden und finden ihren Platz an einer U.2- und M.2-M-Key-Schnittstelle. Eine geringfügige Restriktion herrscht beim Einsatz des Core i7-5820K oder Core i7-6800K mit maximal 28 Gen3-Lanes. Sind die U.2- und M.2-Schnittstelle belegt, wird der SATA-Express-Anschluss unbrauchbar.

» zur Galerie

Ohne Frage bringt das MSI X99A Workstation auch einige USB-Schnittstellen mit. In der Summe sind es jeweils acht USB-3.1-Gen1- und USB-2.0-Versionen (jeweils vier Stück extern und intern) und dazu zwei schnellere USB-3.1-Gen2-Anschlüsse, die mit bis zu 10 GBit/s arbeiten. Wie bei einer Workstation üblich, erfolgt die Netzwerkverbindung natürlich kabelgebunden. MSI hat am I/O-Panel gleich zwei Gigabit-LAN-Ports verbaut. Dafür wurden der Intel-I218-LM- und der Intel-I210-AT-Netzwerkcontroller abkommandiert. Für die Audioberechnung hält sich dagegen MSIs Audio-Boost-3-Feature bereit. Audio-Equipment kann an fünf 3,5-mm-Klinke-Buchsen und an einem Toslink-Anschluss angeklemmt werden.

Und wäre das noch nicht genug, ist selbst etwas Onboard-Komfort vorhanden. Die Rede ist von einem Power- und Reset-Button, einer Diagnostic-LED sowie einem BIOS-Switch. Verlötet wurden nämlich zwei BIOS-ROMs. Am I/O-Panel kann das BIOS bequem über den CMOS-Clear-Button zurückgesetzt werden. Das UEFI-BIOS selbst wurde optisch der Pro-Serie angepasst und hinterließ trotz First-Release-Status einen guten Eindruck. Positiv können wir auch die Leistungsaufnahme beurteilen, die zwar nicht hervorragend, aber sehr gut ausgefallen ist.

Wem das MSI X99A Workstation zusagt, muss für dieses Enthusiasten-Mainboard mindestens 366 Euro auf den Tisch legen, die natürlich kein Pappenstiel sind. Neben der Platine muss unter Umständen außerdem noch der Prozessor und der Arbeitsspeicher erworben werden und dann sprechen wir erst von der Basis. Neben der/den Grafikkarte(n) werden noch weitere Komponenten benötigt. Rein vom technischen Aspekt her befindet sich das MSI X99A Workstation auf einem hohem Niveau.

Positive Eigenschaften des MSI X99A Workstation:

Negative Eigenschaften des MSI X99A Workstation:

Mit dem MSI X99A Workstation trifft der Interessent eine gute Wahl, wenn seine Vorlieben bei einer klassischen (Workstation-)Platine mit einer guten Ausstattung liegen. Technisch hat uns das MSI X99A Workstation definitiv überzeugt.

Alternativen? Mit dem ASRock X99 Professional Gaming i7 haben wir bereits weiter oben eine gute Alternative erwähnt, die ebenfalls ohne RGB-LED-Beleuchtung und mit zwei Intel-Gigabit-LAN-Ports glänzen kann.

 

Persönliche Meinung

Mit dem X99A Workstation trifft MSI exakt meinen Nerv. Ein "normales" Mainboard mit einer guten Ausstattung für den Profi ohne RGB-LED-Beleuchtung in Verbindung mit einer für mich passenden Optik. Obwohl ich vor dem Einbau dieses Mainboards das I/O-Panel-Cover demontieren würde. Ich kann nur hoffen, dass in Zukunft neben den sicherlich wichtigen Gaming-Platinen auch "erwachsene" Mainboards von den zahlreichen Herstellern angeboten werden. (Marcel Niederste-Berg)

Preise und Verfügbarkeit
Nicht verfügbar Nicht verfügbar Nicht verfügbar