MSI Z170A Gaming M6 im Test - Mit dem Killer E2500 und ASM2142 in die neue Generation

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Artikel MSI Z170A Gaming M6 4 logoAm 15. September hat MSI mit dem Z170A Gaming M6 ein neues LGA1151-Mainboard für die Enthusiast-Gaming-Mainboardserie vorgestellt. Auf diesem Skylake-Unterbau feiert nicht nur der Killer-E2500-Netzwerkcontroller von Rivet Networks seine Premiere, sondern im gleichen Atemzug auch der brandneue ASMedia-ASM2142-USB-3.1-Gen2-Hostcontroller sein Debüt. So werden wir in diesem Artikel neben dem Mainboard selbst auch dem Killer-E2500-Netzwerkchip auf den Zahn fühlen.

Das Hauptaugenmerk legt MSI neben dem Killer-E2500-Netzwerkcontroller ganz klar auf den neuen ASM2142-USB-3.1-Gen2-Hostcontroller, welcher mit einer höheren Bandbreite angebunden werden kann und im Endeffekt also auch in der Theorie eine höhere USB-3.1-Gen2-Leistung zu bieten hat. Bei der restlichen Ausstattung gibt es auf den ersten Blick auch kaum einen Grund für Kritik. So stehen drei mechanische PCIe-3.0-x16- und vier PCIe-3.0-x1-Steckplätze, die üblichen vier DDR4-DIMM-Speicherbänke, zwei SATAe- und zwei SATA-6GBit/s-Schnittstellen bereit.

Im USB-Bereich wurden neben den beiden USB-3.1-Gen2-Schnittstellen außerdem jeweils sechs USB-3.1-Gen1- und USB-2.0-Anschlüsse berücksichtigt. Des Weiteren wurden auch ein DVI-D- und HDMI-Grafikausgang, einmal Gigabit-LAN und fünf 3,5-mm-Klinke-Buchsen sowie einmal Toslink verbaut. Letztere arbeiten über das von MSI bekannte Audio-Boost-3-Feature. Werfen wir nun also einen genaueren Blick auf das MSI Z170A Gaming M6.

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Optisch hat MSI beim Z170A Gaming M6 einen Wechsel von Rot und Schwarz zu Grau und Schwarz vollzogen. Ansonsten ist es beim schwarzen PCB geblieben. Bei zwei PCIe-3.0-x16- und den vier DDR4-DIMM-Steckplätzen hat der Hersteller das Steel-Armor-Feature angewendet. Alle restlichen Anschlüsse sind in Schwarz gehalten. Für Fans von dunkel gefärbter Hardware ist es jedenfalls ein Hingucker.

Die Spezifikationen

Das MSI Z170A Gaming M6 bietet folgende technische Eigenschaften:

Die Daten des MSI Z170A Gaming M6 in der Übersicht
Mainboard-Format ATX
Hersteller und
Bezeichnung
MSI
Z170A Gaming M6
CPU-Sockel LGA1151 (für Celeron G3xxx, Pentium G4xxx, Core i3-6xxx, Core i5-6xxx und Core i7-67xx)
Stromanschlüsse 1x 24-Pin ATX
1x 8-Pin EPS12V
CPU-Phasen/Spulen 12 Stück
Preis ab 200 Euro
Homepage https://de.msi.com
Southbridge-/CPU-Features
Chipsatz Intel Z170 Express Chipsatz
Speicherbänke und Typ 4x DDR4 (Dual-Channel)
Speicherausbau max. 64 GB (mit 16-GB-DIMMs)
SLI / CrossFire SLI (2-Way), CrossFireX (3-Way)
Onboard-Features
PCI-Express

2x PCIe 3.0 x16 (elektrisch mit x16/x8) über CPU
1x PCIe 3.0 x16 (elektrisch mit x4) über Intel Z170
4x PCIe 3.0 x1 über Intel Z170

PCI -
SATA(e)-, SAS- und 
M.2/U.2-Schnittstellen

2x SATA Express 10 GBit/s über Intel Z170
2x SATA 6GBit/s über Intel Z170
2x M.2 mit PCIe 3.0 x4 über Intel Z170 (32 GBit/s, shared)

USB

2x USB 3.1 Gen2 (2x am I/O-Panel, 1x Typ-A und 1x Typ-C) über ASMedia ASM2142
6x USB 3.1 Gen1 (4x am I/O-Panel, 2x über Header), über Intel Z170
6x USB 2.0 (2x am I/O-Panel, 4x über Header) über Intel Z170

Grafikschnittstellen 1x DVI-D
1x HDMI 1.4b
WLAN / Bluetooth -
Thunderbolt -
LAN

1x Rivet Networks Killer E2500 Gigabit-LAN

Audio-Codec
und Anschlüsse
8-Channel Audio Boost 3 (Realtek ALC1150 Audio Codec)
5x 3,5 mm Audio-Jacks
1x TOSLink
FAN-Header 1x 4-Pin CPU-FAN-Header (regelbar)
3x 4-Pin Chassis-FAN-Header (regelbar)
1x 4-Pin WPump-Header

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Das mitgelieferte Zubehör

Folgendes befand sich neben dem Mainboard im Karton:

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MSI legt neben dem Mainboard-Handbuch, der I/O-Blende und dem Support-Datenträger außerdem einen Quick-Start-Guide, vier SATA-Kabel, eine 2-Way-SLI-Bridge sowie einige Kabelsticker. Auch dabei ist das MSI-Türschild, ein MSI-Gaming-Sticker und eine Infokarte für die Produktregistrierung.


Intels Z170-Chipsatz wird Gerüchten zufolge noch einige Monate das aktuelle Flaggschiff sein und somit zum Zeitpunkt seiner Ablösung - voraussichtlich Anfang 2017 - mehr als eineinhalb Jahre auf dem Buckel haben.

Bei seiner Einführung (Daten der Intel-100-Chipsatzserie) aktualisierte Intel insbesondere die Anbindung zwischen der CPU und dem Platform Controller Hub (PCH) über ein schnelleres Direct-Media-Interface 3.0. Dieses wurde notwendig, da Intel auch die PCIe-Lanes des Chipsatzes massiv ausgebaut hat und somit zwischen CPU und Chipsatz eine schnellere Bandbreite notwendig wurde.

Statt nur acht PCIe-2.0-Lanes kann der Chipsatz nun gleich 20 PCIe-3.0-Lanes bereitstellen, sodass viel Spielraum für zusätzliche Controller und Steckplätze vorhanden ist. PCIe-Switches und -Brücken wie bei älteren Boards können so teilweise weggelassen werden, selbst bei Boards mit guter Ausstattung.

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Genau wie beim X99A Gaming Pro Carbon, setzt MSI auch beim Z170A Gaming M6 auf MOSFETs aus dem Hause NIKOS. Bis auf eine Ausnahme kümmert sich für jede der zwölf Spulen jeweils ein PK616BA- und PK632BA-MOSFET um die Stromversorgung. Eine der Spulen bekommt die Energie hingegen von jeweils zwei PK616BA- und PK632BA-MOSFETs. 

Für den generellen CPU-Input zeigt sich ein 8-Pin-EPS+12V-Stromanschluss verantwortlich, der einen Overclocking-Puffer bis 336 Watt liefert. Als Kondensatoren setzt MSI auch in diesem Fall auf "Dark Caps", welche eine Laufzeit von bis zehn Jahren ermöglichen sollen.

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Als PWM-Controller setzt MSI den Intersil ISL95856 ein, der für den VRM-Bereich ausreicht. Er bedarf keiner weiteren Unterstützung.

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Wie es bei der Skylake-S-Plattform üblich ist, treffen wir hier auf vier DDR4-DIMM-Speicherbänke, die eine maximale Arbeitsspeicherkapazität von 64 GB aufnehmen können. Je nach DIMM-Wahl auch mit einem weitaus höheren, effektiven RAM-Takt als üblich. Ganz unten am PCB-Rand sind zusätzlich sechs Spannungsmesspunkte hinterlassen worden. Mit einem Multimeter kann der Anwender die CPU-, iGPU-, RAM-, VCCSA-, VCCIO- und PCH-Spannung genauer ermitteln.

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An Erweiterungssteckplätzen bietet das Z170A Gaming M6 neben vier PCIe-3.0-x1- außerdem drei mechanische PCIe-3.0-x16-Slots. Die jeweilige Anbindung über die CPU oder über den Chipsatz ist in diesem Fall einfach zu erkennen. Die beiden oberen PCIe-3.0-x16-Steckplätze mit dem Steel-Armor-Feature treten direkt mit der LGA1151-CPU in Kontakt, der Rest arbeitet mit dem Z170-Chipsatz zusammen. Wird daher also nur eine Grafikkarte in den obersten PCIe-3.0-x16-Slot eingesetzt, erhält der Grafikbeschleuniger die ganzen 16 Gen3-Lanes von der CPU. Bei zwei Grafikkarten werden die 16 Lanes fair zu x8/x8 aufgeteilt. Eine potentielle dritte AMD-Grafikkarte bekommt vom Z170-Chipsatz höchstens vier Gen3-Lanes zugesprochen.

Die folgende Tabelle gibt eine bessere Übersicht über die Laneverteilung.

PCIe-Slots und deren Lane-Anbindung
Mechanisch elektrische
Anbindung (über)
Single-GPU 2-Way-SLI /
CrossFireX
3-Way-CrossfireX
PCIe 3.0 x1 x1 (Z170) - - -
PCIe 3.0 x16 x16/x8 (CPU) x16 x8 x8
PCIe 3.0 x1 x1 (Z170) - - -
PCIe 3.0 x1 x1 (Z170) - - -
PCIe 3.0 x16 x8 (CPU) - x8 x8
PCIe 3.0 x1 x1 (Z170) - - -
PCIe 3.0 x16 x4 (Z170) - - x4

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Im Storage-Bereich vertraut MSI beim Z170A Gaming M6 auf jeweils zwei SATA-Express-, SATA-6GBit/s- und M.2-E-Key-Schnittstellen, die allesamt über den Z170-Chipsatz angebunden sind. Je nach Belegung sind also einige Restriktionen zu erwarten. Dabei kommt es auch zusätzlich drauf an, ob die M.2-Schnittstellen im SATA- oder PCIe-Modus agieren. Die unten stehende Tabelle erläutert die festgelegten Restriktionen:

Anschluss Nutzbare SATA/SATAe-Anschlüsse
M2_1 - SATA PCIe PCIe SATA - SATA PCIe
M2_2 PCIe PCIe PCIe SATA SATA SATA - -
SATA-Express 1 Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja
SATA-Express 2 Nein Nein Nein Nein Nein Nein Ja Ja
SATA 1 Ja Nein Ja Ja Nein Ja Nein Ja
SATA 2 Ja Nein Ja Ja Nein Ja Nein Ja
SATA 3 (SATAe 1) Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja
SATA 4 (SATAe 1) Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja Ja
SATA 5 (SATAe 2) Nein Nein Nein Nein Nein Nein Ja Ja
SATA 6 (SATAe 2) Nein Nein Nein Nein Nein Nein Ja Ja

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Die Anschlüsse von links nach rechts und oben nach unten:

Im Grunde hat das I/O-Panel alles zu bieten, was aktuell wichtig erscheint. Die integrierte Grafikeinheit lässt sich beispielsweise über einen DVI-D- und/oder HDMI-1.4a-Grafikausgang ansprechen. Neben der sichtbaren PS/2-Schnittstelle sind außerdem zwei USB-2.0-, vier USB-3.1-Gen1- und zwei USB-3.1-Gen2-Schnittstellen zu sehen. Bei den beiden zuletzt genannten ist es eine Typ-A- und Typ-C-Ausführung. Übliche Anschlussmöglichkeiten sind mit fünf 3,5-mm-Klinke-Buchsen und einmal Toslink in Sachen Audio vertreten.


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Auf diesem Bild ist der EMI-Shield mit der Aufschrift "Audio Boost 3" zu sehen. Darunter befindet sich der geläufige Realtek-ALC1150-Audiocodec, welcher etwas Unterstützung von fünf Nippon-Audiokondensatoren und zwei OPA1652-Kopfhörerverstärkern von Texas Instruments bekommt. Durch letztere können selbst Kopfhörer mit einer hohen Impedanz von 600 Ohm adäquat angesprochen werden.

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Der Nuvoton NCT6793D-M ist als SuperI/O-Controller vorgesehen, der die Spannungen, Temperaturen und die Lüftergeschwindigkeiten überwacht. Auch lassen sich durch ihn die Lüfterdrehzahlen manuell regeln.

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Und hier haben wir eines der Highlights vom Z170A Gaming M6. Gemeint ist damit nicht der Gaming-LAN-EMI-Shield, sondern vielmehr was sich darunter verbirgt. Dort hat MSI nämlich den brandneuen Killer-E2500-Netzwercontroller von Rivet Networks verlötet. Der Netzwerkchip ist primär für die Priorisierung der Gaming-Netzwerkpakete gedacht. Natürlich können mit ihm auch anderweitige Netzwerkanwendungen priorisiert werden. Seine Übertragungsrate erreicht im Consumerbereich übliche 1 GBit/s.

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Der PTN3360DBS von NXP wird als TMDS-Level-Shifter eingesetzt, der für die Regulierung von 5 Volt auf 3,3 Volt der HDMI-Schnittstelle zuständig ist. Dank HDMI-1.4b-Unterstützung ist er mit aktuellen Medien in der 4K-Auflösung und mit 3D-Inhalten vollständig kompatibel.

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Als zweites Highlight verwendet MSI als erstes auf dem Z170A Gaming M6 den neuen ASM2142-USB-3.1-Gen2-Hostcontroller von ASMedia. Anders als beim Vorgänger (ASM1142), wird der ASM2142 mit zwei Gen3-Lanes statt mit einer Gen3-Lane oder zwei Gen2-Anbindungen befeuert. Dadurch hebt sich die theoretische Bandbreite auf 16 GBit/s. Unverändert bleibt jedoch die maximale Anzahl an Schnittstellen: zwei Stück gibt es.

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Am unteren PCB-Rand ist dann auch noch ein Slow-Mode-Switch integriert worden. Wird die CPU mit flüssigem Stickstoff (LN2) gekühlt, wird mit aktiviertem Slow-Mode verhindert, dass das System trotz der extremen Temperaturen booten kann.

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MSI hat den Platz auf der ATX-Platine gut genutzt und das Board ordentlich befüllt. Trotz allem hat uns das Layout sehr gut gefallen. An den üblichen Positionen wurden insgesamt fünf 4-Pin-FAN-Header verlötet, die sich auch allesamt steuern lassen. Dazu muss im UEFI der "Smart FAN Mode" aktiviert werden. Für jeden Lüfter lässt sich die Lüfterkurve auf die eigenen Wünsche in vier Stufen manuell anpassen. Doch selbst die Standard-Settings arbeiten bereits zufriedenstellend ruhig. Liegt die CPU-Temperatur unter der 40-Grad-Marke, drehen sich die Lüfter mit nur 12,5 % der maximalen Drehzahl. Die nächsten beiden Hürden werden per Default bei 55 °C und 70 °C festgelegt, wodurch der/die Lüfter auf 37,5 % respektive 62,5 % beschleunigt werden. Wird die 85-Grad-Marke erreicht, arbeiten die Lüfter schließlich mit der vollen Drehzahl. Für uns hinterlässt die Lüftersteuerung einen positiven Eindruck.

MSI hat auch bei den neuen 100-Series-Mainboards das "Guard-Pro"-Feature hinzugefügt, welches in fünf Unter-Features gegliedert ist: Circuit Protection (Kurzschlussschutz),  Humidity Protection (Schutz vor hoher Luftfeuchtigkeit), High Temperature Protection (Schutz vor hohen Temperaturen), ESD Protection (Schutz vor elektrostatischer Entladung), EMI Protection (Schutz vor elektromagnetischen Interferenzen).


BIOS

Zum Testzeitpunkt war die BIOS-Version A04 aktuell. Vermutlich handelt es sich noch nicht um eine finalisierte Version. Sie hinterließ jedoch schon einen sehr guten Eindruck.

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Weiterhin nutzt MSI neben der geläufigen Oberfläche auch die EZ-Mode-Oberfläche. Auf dieser Übersichtsseite erhält der Anwender Informationen über die CPU, den installierten Arbeitsspeicher, den angeschlossenen Storage-Geräten und über die Lüfter. Zusätzlich existieren Shortcuts zum M-Flash-Feature, zur Favorites- und Hardware-Monitor-Seite und zusätzlich Buttons, um LAN-ROM, Fast Boot, AHCI, den Audio-Codec und dei CPU-Fan-Warnung zu aktivieren beziehungsweise zu deaktivieren. Außerdem lässt sich bei Problemen das "BIOS Log Review" einsehen. Die breite Leiste oberhalb vom EZ-Mode wird auch im Advanced-Mode angezeigt, zu dem wir nun kommen.

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MSI hat oben links neben der Uhrzeit und dem Datum den Game-Boost-Button hinzugefügt, der das aktuelle Level anzeigt (grüner Punkt). Rechts benachbart ist der XMP-Button, wie wir es bei MSI bereits gewohnt sind. Beim jeweiligen Mainboard-Modell können sich rein die Menüpunkte unterscheiden. Speziell für die Gaming-Mainboards wurden passenderweise die Farben Rot und Schwarz verwendet. Ganz oben auf der rechten Seite werden zu jedem Zeitpunkt das installierte Prozessormodell, dessen Taktfrequenz und die Arbeitsspeicher-Kapazität inkl. Takt angezeigt. Unter der Uhrzeit und dem Datum kann die aktuell vorliegende BIOS-Version abgelesen werden. Darunter lassen sich ganz bequem die Boot-Prioritäten per Drag & Drop-Verfahren festlegen. Auf der linken Seite erhält der Anwender einen ersten Überblick über die CPU- und Mainboard-Temperatur. Der virtuelle "Game Boost"-Button ist dabei mit der Maus klickbar, sodass vom Hardware- in den Softwaremodus gewechselt werden kann. Ergänzt wurde noch ein weiterer virtueller Knopf, mit dem die XMP-Funktion direkt aktiviert werden kann.

Der erste Punkt der insgesamt sechs "Settings" stellt neben dem "System Status" die "Advanced"-Einstellungen bereit. Letzteres ist bereits grundlegend bekannt. Dort lassen sich alle board-bezogenen Einstellungen finden, die die Onboard-Komponenten betreffen. Die Punkte "Boot", "Security" und "Save & Exit" sind dabei selbsterklärend. Das Hauptaugenmerk des Boards ist zweifelsohne das Overclocking. Die extrem umfangreichen OC-Funktionen sind im Menüpunkt "OC" zu finden. MSI lässt für den Overclocking-Enthusiasten kaum Wünsche offen. Dazu aber gleich mehr. Das integrierte M-Flash-Feature hat auch beim heutigen Testkandidaten einen eigenen Menüpunkt erhalten. Entweder lässt sich das aktuelle BIOS auf einen Datenträger speichern oder andersherum von einem Datenträger aus aktualisieren. Genau so ist es den Overclocking-Profilen ergangen. Insgesamt können sechs verschiedene OC-Konfigurationen hinterlegt werden. MSI hat auch dieses Mal an eine Import- und Export-Funktion gedacht.

Der vorletzte Punkt ist der "Hardware Monitor", der wichtige ausgelesene Daten aufzeigt wie eben die Temperaturen, Spannungen und Lüfterdrehgeschwindigkeiten. Zusammen mit dem CPU-FAN-Header können in der Summe fünf Lüfter gesteuert werden. Jeder Lüfter kann in vier Stufen einer automatischen oder manuellen Lüfterkurve angepasst werden. Der letzte Menüpunkt umfasst den "Board Explorer", der übersichtlich aufzeigt, in welchem Slot oder an welchem sonstigen Anschluss welche Komponente installiert ist. Dies erspart den Blick ins eigene Gehäuse und dient rein dem Komfort. Generell ist es auch möglich, die meistgenutzten Funktionen auf insgesamt fünf Favoritenseiten abzuspeichern. Mittels eines Rechtsklicks auf die jeweilige Funktion wird ein kleines Kontextmenü geöffnet, wo der Anwender anschließend diese Funktion auf eine der fünf Seiten ablegen kann.

Auch dieses Mal konnte das UEFI von MSI auf ganzer Linie überzeugen. Sämtliche ausgewählte Einstellungen wurden problemlos und korrekt umgesetzt. Der Anwender hat dabei die Auswahl, ob er sich per Maus und/oder mit der Tastatur durch die Menüs bewegt.

 

Overclocking

Das MSI Z170A Gaming M6 ist gut für das Overclocking vorbereitet und stellt dazu jede Menge Funktionen bereit, die den Einsteiger und fortgeschrittenen User zufriedenstellen sollten.

MSI erlaubt beim Z170A Gaming M6 eine Veränderung des BCLK von 70 MHz bis 655,12 MHz. Die Intervalle betragen unverändert annehmbare 0,06 MHz, auch wenn mit 0,01 MHz-Schritten ein besseres Feintuning möglich gewesen wäre. In Sachen CPU-Spannung hat der Anwender jede Menge Optionen. So stehen ihm die Modi Override, Adaptive und Offset zur Verfügung. Mit den ersten beiden Modi lässt sich die Spannung von 0,600 Volt bis 1,550 Volt fixieren. Der Adaptive-Mode erlaubt die Nutzung eines Offsets und gleichzeitig eine feste Spannung für den Turbo-Modus, sprich für die Last-Situation. Im Offset-Modus fällt der Spielraum mit 0,001 Volt bis 0,990 Volt in beide Richtungen ebenfalls sehr ansprechend aus. Alle weiteren Overclocking-Funktionen können der folgenden Tabelle entnommen werden.

Die Overclocking-Funktionen des MSI Z170A Gaming M6 in der Übersicht
Base Clock Rate 90,90 MHz bis 300 MHz in 0,06-MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,600 V bis 1,550 V in 0,005-V-Schritten (Override- und Adaptive-Modus)
-0,990 V bis +0,990 V in 0,005-V-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 0,600 V bis 2,200 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-VCCIN-Spannung 0,600 V bis 2,000 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-SA-Spannung 0,600 V bis 2,000 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-IO-Analog/Digital-Spannung 0,600 V bis 2,000 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCH-Core-Spannung 0,600 V bis 2,000 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen CPU PLL OC, CPU PLL SFR
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 99 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
Weitere Besonderheiten UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE (C6/C7), EIST
Turbo-Modus (All Cores, By number of active cores),
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und vier optionale Fans,
CPU Current Capability, CPU Power Thermal Control, CPU Input Boot Voltage,
CPU Load-Line Calibration Level 1-9, Enhanced DRAM Training

Die gute Nachricht ist, dass der Core i5-6600K mit stabilen 4,4 GHz betrieben werden konnte. Zwar wurden keine 4,5 GHz erreicht, doch sind auch die 4,4 GHz nicht zu verachten. Was uns aufgefallen ist: Das MSI Z170A Gaming M6 bietet zum aktuellen Testzeitpunkt keinen Regler für die Load-Line-Calibration an. Diese Funktion ist jedoch aktiv. So mussten wir die Spannung laut BIOS auf 1,250 Volt setzen, doch die VCore sank laut CPU-Z unter Last auf 1,224 Volt ab.

Statt 4,5 GHz waren es demnach also 4,4 GHz, aber dafür mit einer effektiv geringeren Spannung.

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Weiterhin schauen wir uns bei der Skylake-S-Plattform das RAM-Overclocking-Verhalten an. Zu diesem Zweck verwenden wir zwei DIMMs mit jeweils 4 GB Speicherkapazität des Typs "G.Skill RipJaws4 DDR4-3000". Im ersten Test kontrollieren wir die Funktionalität des XMP und im zweiten ohne Verwendung des XMP-Features.

Das Extreme-Memory-Profile wurde absolut korrekt vom Z170A Gaming M6 umgesetzt und angenommen. Wir konnten die Latenzen im manuellen Modus noch ein wenig nach unten schrauben. Die VDIMM wurde währenddessen mit 1,35 Volt fixiert.

MSI Command Center

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Darüber hinaus hat MSI auch noch das eigene Command Center im Angebot, wodurch noch erweiterte Einstellungen unter Windows vorgenommen werden können. Beispielsweise die Multiplikatoren der maximal vier CPU-Kerne, die einzelnen Spannungen und auch die Lüftergeschwindigkeiten. Selbst Einstellungen zum Arbeitsspeicher und zur integrierten Grafikeinheit stehen bereit. Auch lässt sich darüber das Game-Boost-Feature managen. Als Bonus lassen sich natürlich auch die aktuellen Parameter-Werte zu den Spannungen ablesen.

Das Command Center kann den Anwender auch bei selbst definierten Werten warnen, falls die jeweilige Barriere überschritten wird. Wer möchte, kann zu Überwachungszwecken die wichtigsten Spannungen, Lüftergeschwindigkeiten und Temperaturen aufzeichnen.

MSI/Intel Extreme Tuning Utility

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Auf der Treiber- und Software-DVD lässt sich das MSI/Intel Extreme Tuning Utility finden, das der eine oder andere bereits schon kennt:

Das XTU ermöglicht das Overclocking der CPU und des Arbeitsspeichers direkt unter Windows. Mit integriert ist auch ein Hardware-Monitor, womit sich die CPU-Temperatur, deren aktuell anliegende Taktfrequenz und andere interessante Punkte überwachen lassen. Neben den Taktfrequenzen für CPU und RAM ist auch gleich die Spannung regulierbar. Die Aktivierung der gewählten Einstellungen erfolgt nicht in Echtzeit, Änderungen werden vorerst zwischengespeichert. Erst nach einem Neustart des Systems sind die Settings dann auch aktiv. Hinterher kann die Konfiguration auch gleich mit dem implementierten Stress-Test auf Stabilität geprüft werden. Wurden die passenden und stabilen Einstellungen gefunden, können sie in praktischen Profilen hinterlegt werden.


Mit diesem Testsystem haben wir das MSI Z170A Gaming M6 getestet:

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz.

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version.

Seit der Einführung der Nehalem-Prozessoren und der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 2.133 MHz und 15-15-15-35 2T - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim MSI Z170A Gaming M6 mussten wir den Enhanced-Turbo deaktiveren, damit ein fairer Vergleich ermittelt werden konnte.

Wir testen allerdings nur noch vier Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2013, SuperPi 8M, Cinebench R15 und Sisoft Sandra 2014 Memory Benchmark:

3DMark 2013

Fire Strike

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R15 CPU

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

SiSoft Sandra 2014

Memory Benchmark

Bandbreite in GB/s
Mehr ist besser

SuperPi 8M

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Generell sind nur geringfügige Unterschiede zu den anderen Mainboards erkennbar. Erstaunlicherweise liegt die Speicherbandbreite ein gutes Stück unterhalb, obwohl wir selbstverständlich dieselben Parameter angewendet haben.

Auch weiterhin werden wir die Bootzeit protokollieren. Wir messen die Zeit in Sekunden, wie lange das Mainboard benötigt, um alle Komponenten zu initialisieren und mit dem Windows-Bootvorgang beginnt.

Bootzeit

Vom Einschalten bis zum Windows-Bootvorgang

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Mit 13,76 Sekunden startet das MSI Z170A Gaming M6 bereits ziemlich flott. Da gibt es von unserer Seite aus nichts zu beanstanden.


Neben der wichtigen Performance ist auch der Stromverbrauch des heimischen PCs kein unwichtiges Kriterium. Was man häufig unterschätzt, ist die Tatsache, dass selbst die verschiedenen Mainboard-Modelle der zahlreichen Hersteller unterschiedlich viel Strom aus der Steckdose ziehen. Ein Grund dafür sind die verschieden eingesetzten BIOS-Versionen, die teilweise die von Intel referenzierten Stromsparmechanismen schlecht oder gar falsch umsetzen oder dass Onboardkomponenten sich eigentlich deaktivieren sollten, wenn diese entweder durch dedizierte Hardware ersetzt wurden oder einfach nicht verwendet werden. Darüber hinaus kann aber manchmal auch die Stromversorgung verantwortlich gemacht werden, wenn unter Default Settings mehr Energie zur Verfügung gestellt wird, als eigentlich benötigt wird. Genau deswegen spielt die Effizienz eine wichtige Rolle. Wenn die Effizienz der Stromversorgung nun also schlecht ausfällt, wird mehr Strom verbraucht. Zu unterschätzen ist hierbei aber auch die Software nicht, sodass sie ebenfalls gut abgestimmt sein muss, damit eine zufriedenstellende Effizienz gegeben ist.

Das MSI Z170A Gaming M6 hat nur wenige Zusatz-Controller erhalten. Ein LAN-Controller, ein USB-3.1-Controller und ein Audio-Codec tragen ihren Teil zum Stromverbrauch bei.

Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 15 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-spanTest, Vollauslastung). Die jeweiligen Leistungs-Werte entsprechen dem System-Gesamtverbrauch.

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Für den ersten Test sind die Default Settings aktiv, sodass der Großteil der Onboardkomponenten bereits aktiviert ist. Die Grafikausgabe erfolgt über die Radeon R9 380. Wie bereits weiter oben geschrieben, sind alle Stromspar-Features eingeschaltet, was mit den Werten einer manuellen Konfiguration scheinbar gut umgesetzt wurde.

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Im Idle verbrauchte das gesamte Testsystem in Verbindung mit dem MSI Z170A Gaming M6 lediglich 41,6 Watt, die zwar keine Rekordwerte darstellen, aber dennoch sehr niedrig angesetzt sind.

Leistungsaufnahme

Cinebench R15 CPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Mit Cinebench zeigte unser Verbrauchsmesser 96,2 Watt, die damit unterhalb der 100-Watt-Marke angesiedelt sind. Verglichen mit den anderen Probanden liegt dieser Wert ziemlich genau im Durchschnitt.

Leistungsaufnahme

Prime95

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Volle Belastung erhielten wir erneut mit der Ausführung von Prime95. Dabei verbrauchte das Testsystem mit dem Z170A Gaming M6 107,2 Watt, was ebenfalls ein guter Durchschnittswert ist.

Spannungen (Prime95)

1.026 (2. CPU. BIOS)XX


1.080 (2. CPU)XX


1.096 (2. CPU)XX


1.168 (2. CPU)XX


1.180 (2. CPU. BIOS)XX


1.184 (2. CPU)XX


1.184 (2. CPU)XX


1.200 (2. CPU. BIOS)XX


1.211 (2. CPU)XX


1.232 (2. CPU)XX


1.232 (2. CPU)XX


1.248 (2. CPU. BIOS)XX


1.264 (2. CPU)XX


Spannungen in Volt
Weniger ist besser

In den Standard-Parametern des BIOS ist die erweiterte Turbofunktion aktiviert, welche die VCore etwas angehoben hat. CPU-Z zeigte 1,168 Volt an.

 

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sämtliche USB-3.0- und SATA-Controller sind hier beispielsweise deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber alle energiesparenden Features werden zusätzlich manuell aktiviert. Die Radeon R9 380 ist weiterhin die primäre Grafikkarte.

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Leistungsaufnahme

Cinebench R15 CPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Leistungsaufnahme

Prime95

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Spannungen (Prime95)

1.026 (2. CPU. BIOS)XX


1.080 (2. CPU)XX


1.096 (2. CPU)XX


1.168 (2. CPU)XX


1.180 (2. CPU. BIOS)XX


1.184 (2. CPU)XX


1.184 (2. CPU)XX


1.200 (2. CPU. BIOS)XX


1.211 (2. CPU)XX


1.232 (2. CPU)XX


1.232 (2. CPU)XX


1.248 (2. CPU. BIOS)XX


1.264 (2. CPU)XX


Spannungen in Volt
Weniger ist besser

In der aktuellen BIOS-Version konnten keine nennenswerten Komponenten deaktiviert werden, die die Leistungsaufnahme hätten senken können.

Zusammenfassend können wir festhalten, dass MSIs Z170A Gaming M6 insgesamt gute Durchschnitts-Verbrauchswerte abliefern konnte.


USB-3.1-Gen2-Performance

Das MSI Z170A Gaming M6 stellt zwei USB-3.1-Gen2-Schnittstellen über den neuen ASMedia-ASM2142-Controller bereit. Dabei gibt es eine Typ-A- und eine Typ-C-Ausführung. Bei nun theoretischen 10 GBit/s Bandbreite bedeutet es gleichzeitig, dass es nicht leicht wird, ein Laufwerk zu finden, mit dem diese Leistung auch abgerufen und vor allem bis ans Limit getrieben werden kann. In der Theorie wäre dies bereits mit einem schnellen M.2-Solid-State-Modul möglich, doch fürs Erste müssen zwei (m)SATA-6GBit/s-SSDs im RAID-0-Verbund herhalten, damit die neue Schnittstelle getestet werden kann.

Für den Test setzen wir das externe Raidsonic-ICYBOX-IB-RD2253-U31-Gehäuse ein, in dessem Inneren wir zwei 2,5-Zoll-SSDs des Typs OCZ Vector 150 mit einer Speicherkapazität von jeweils 480 GB nutzen. Das Solid State Drive kommt bis auf 550 MB/s im Lesen und 530 MB/s im Schreiben. Beide SSDs arbeiten im RAID-0-Verbund, sodass die USB-3.1-Gen2-Schnittstelle ordentlich ausgelastet werden kann.

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Der ASM2142 zeigt bei seinem Debüt auch gleich, was er drauf hat. Die bessere Anbindung mit theoretischen 16 GBit/s (Gen3 x2) bewirkt, dass unser RAID-0-Verbund im Lesen beeindruckende 923 MB/s und im Schreiben ebenfalls sehr schnelle 872 MB/s erreicht. Damit lässt sich festhalten, dass der ASM2142 in der Lage ist, die USB-3.1-Gen2-Spezifikation nahezu auszureizen.

 

USB-3.1-Gen1-Performance

An USB-3.1-Gen1-Buchsen bietet das MSI Z170A Gaming M6 insgesamt sechs Stück an. Am I/O-Panel kann auf vier Stück direkt zugegriffen werden, die restlichen zwei Stück können über den internen Header realisiert werden. Alle Ports arbeiten direkt mit dem Z170-PCH zusammen. Für den USB-3.1-Gen1-Performancetest haben wir ebenfalls die oben genannte USB-3.1-Gen2-Lösung verwendet.

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Aber auch die USB-3.1-Gen1-Schnittstelle wird bis ans Limit ausgelastet. Dies belegen die Transferraten von 444 MB/s lesend und höchstens 460 MB/s schreibend.

 

SATA-6G-Performance

Das MSI Z170A Gaming M6 stellt zwei SATA-Express-Schnittstellen und zwei SATA-6GBit/s-Ports bereit. Allesamt arbeiten sie nativ mit dem Z170-Chipsatz zusammen. Für den Test verwenden wir die SanDisk Extreme 120, die wir natürlich direkt an die SATA-Ports anschließen.

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Der Intel-SATA-6GBit/s-Controller arbeitete ebenfalls absolut angemessen. Er erreichte einen Lesedurchsatz von 557 MB/s und eine Schreibrate von 525 MB/s.

 

M.2-Performance

Den M.2-Test absolvieren wir natürlich auch weiterhin bei der Skylake-S-Plattform . Mithilfe der Intel-100-Chipsatzserie erfahren die angebundenen M.2-Steckplätze in der Theorie einen ordentlichen Performanceschub, dank den jeweils vier-PCIe-3.0-Lanes, wodurch die theoretische Bandbreite auf 32 GBit/s anwächst. Für den M.2-Test setzen wir die Samsung SSD XP941 mit 512-GB-Speicherkapazität ein, die auf eine Länge von 8 cm kommt und von Samsung mit 1.170 MB/s lesend und 950 MB/s schreibend spezifiziert wurde. Als Schnittstelle nutzt das Solid State Module den M.2-16-GBit/s-Standard, was vier PCIe-2.0-Lanes entspricht.

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Im M.2-Benchmark mussten wir feststellen, dass die Schreibrate etwas geschwächelt hat. Zwar wurden immerhin 965 MB/s erreicht, doch mit der X99-Plattform waren über 1.000 MB/s drin. Im Lesen wurden für das verwendete Modul gute 1.081 MB/s erreicht.


Das MSI Z170A Gaming M6 ist das erste Mainboard, das den neuen Killer-E2500-Netzwerkcontroller von Rivet Networks erhalten hat. Am 15. September hat Rivet Networks den Killer E2500 offiziell vorgestellt, worüber wir berichteten. Eine der großen Neuerung ist die Einführung des Advanced-Stream-Detect-2.0-Features, das die Priorisierung der Netzwerk-Anwendungen noch besser handeln soll, zudem die 500 meistgenutzten Internetseiten feststellt und optimiert. Zusätzlich wurde die DoubleShot-Pro-Funktion verbessert und optimiert, wenn ein zweiter Killer-(W)LAN-Controller im System integriert ist.

Killer Control Center

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Rivet Networks hat jedoch nicht nur bei der Hardware Hand angelegt, sondern auch bei der Software. Aus dem ehemaligen Killer-Network-Manager wurde nun das Killer-Control-Center, das etwas anders strukturiert und in der Grundfunktion erweitert wurde.

Auf der "Überblick"-Seite bekommt der Nutzer weiterhin eine Übersicht, welche Netzwerk-Anwendungen gerade aktiv sind. Wahlweise lassen sich die Anwendungen oben anpinnen und auch die Priorität kann in den Stufen 1 bis 6 fixiert werden, wobei der Stufe 1 die höchste Priorität eingeräumt wird. Auch inaktive Netzwerkprozesse lassen sich auf Wunsch einblenden und einstellen.

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Etwas detaillierter geht es auf dem "Anwendungen"-Tab weiter. Auch hier werden alle (in)aktiven Netzwerkanwendungen aufgelistet und auch hier lässt sich die Prioritätsstufe einzeln einstellen. Hinzu kommt allerdings, dass der Anwender den Traffic pro Anwendung wahlweise gänzlich blocken kann und zudem die Download- und Upload-Geschwindigkeit festsetzen kann.

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Zwar befindet sich auf dem MSI Z170A Gaming M6 kein Killer-Wireless-AC-Netzwerkcontroller, dennoch lassen sich die Informationen einsehen, die im Falle einer WLAN-Verbindung angezeigt werden. Neben der Signalstärke zeigt das Killer-Control-Center außerdem den WLAN-Kanal, die Datenrate sowie (V)HT-Eigenschaften.

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Schließlich existiert auch eine Einstellungen-Seite, auch wenn sich nicht all zu viel einstellen lässt. Rivet Networks empfiehlt, die Bandbreite der Internetverbindung im Treiber in MBit/s-Intervallen (Mbps) zu hinterlegen. In unserem Fall haben wir 50 MBit/s im Download und 10 MBit/s im Upload selektiert. Dies entspricht einer VDSL-50-Leitung (bei der Deutschen Telekom). Die Vermittlungsstelle liegt Luftlinie etwa 50 Meter entfernt und sorgt damit für eine optimale Internetanbindung.

Die Testergebnisse

Wir haben einerseits die maximal mögliche Transferrate pro Sekunde mithilfe des Netperf-Tools ermittelt. Dabei haben wir manuelle (empfohlene) Parameter per Eingabeaufforderung genommen. Als Netperf-Server-Netzwerkadapter haben wir den etwas betagteren Killer-E2200-Netzwerkcontroller verwendet. Der neue Killer-E2500-Controller trat gegen den Intel I218-V und gegen den Qualcomm Atheros AR8151 an. Dabei wird die maximale Transferrate pro Sekunde bei den 65.536 UDP-Ports ermittelt.

Folgende Befehle haben wir verwendet: netperf-a4-1.exe -l 30 -t UDP_RR -H Server-IP-Adresse -p 12801 -- -r 120

Dabei haben wir die Anzahl der Bytes für den Request und für den Response auf 120 festgelegt. An Zeit werden die 30 Sekunden veranschlagt.

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Netperf

manueller Modus

Transferrate pro Sekunde
Mehr ist besser

Auch wenn der Killer E2200 als Netperf-Server-NIC nicht mehr der Jüngste ist, schafft er es dennoch, den deutlichen Unterschied bei der Transferrate sichtbar zu machen. Der Killer E2500 kann sowohl den Intel I218-V als auch den Qualcomm Atheros AR8151 mit einer Transferrate von 8.106 deutlich hinter sich lassen. Intels 218-V schaffte es zum Vergleich auf 5.924 und der Qualcomm Atheros AR8151 auf 5.733 Transfers pro Sekunde.

Dieses Ergebnis ist allerdings als synthetischer Benchmark zu bezeichnen. Rivet Networks selbst gibt an, dass von E2500 (Netperf Server) zu E2500 (Netperf Client) um die 15.000 Transfers pro Sekunde möglich sind.

 

Latenztest 1:

Wesentlich interessanter ist da schon eher die Beobachtung der Latenzen zwischen dem Killer E2500 und dem Qualcomm Atheros AR8151. Hierzu haben wir uns Team Fortress 2, uTorrent und einer YouTube-1080p-Wiedergabe bedient. Im ersten Test haben wir einzig Team Fortress 2 ausgeführt, einen Server mit niedriger Latenz herausgesucht und die durchschnittliche Latenz notiert.

Team Fortress 2

Durchschnittliche Latenz in ms
Weniger ist besser

Zweifelsohne sind selbst die 33 ms mit dem Qualcomm Atheros AR8151 absolut unbedenklich und ermöglichen ein gutes Online-Gaming-Erlebnis. Erstaunlich ist jedoch, dass der Killer E2500 die Latenz auf demselben Gameserver auf durchschnittlich 30 ms pressen konnte. Wird dann noch das Advanced-Stream-Detect-2.0-Feature aktiviert, wird die Latenz um eine Millisekunde auf 29 ms runtergedrückt. Dieser Unterschied beruht aber nur auf messbarer Natur und wird vom Spieler nicht bemerkt.

Fest steht jedoch, dass der Killer E2500 dazu in der Lage ist, die Latenz ein gutes Stück runterzupressen.

 

Latenztest 2:

Im zweiten Test kommt nun noch ein unbeschränkter uTorrent-Download (Knoppix) und eine YouTube-1080p-Wiedergabe hinzu. Die beiden zusätzlichen Netzwerkanwendungen sorgen technisch bedingt für eine unweigerliche Erhöhung der Latenz in Team Fortress 2.

Team Fortress 2 + uTorrent + YouTube

Durchschnittliche Latenz in ms
Weniger ist besser

In diesem Beispiel kann man sehr gut erkennen, dass der Durchschnittswert des Qualcomm Atheros AR8151 bei 65 ms liegt. Der Killer E2500 konnte diesen Wert auf Anhieb auf 56 Millisekunden drücken. Mit dem Advanced-Stream-Detect-2.0-Feature legt der Killer E2500 jedoch einen höheren Gang ein. Dieser bewirkt, dass die Durchschnittslatenz auf 42 ms herabsinkt.

Die Killer-Netzwerkcontroller genießen zum größten Teil keine große Beliebtheit. Einerseits betrifft dies nicht nur die Latenz an sich, sondern auch mehrere Beschwerden über einen Speicherleck. Einen solchen Speicherleck konnten wir im Test in Verbindung mit dem Killer E2500 und dem Killer-Control-Center jedoch nicht bestätigen.

Je nach Netzwerkanwendung kann der Killer E2500 nach unseren Testergebnissen überzeugen. Hierbei meinen wir vor allem die Latenzgeschichte, die nüchtern betrachtet beeindrucken konnte. Allerdings möchten wir anmerken, dass die Ergebnisse je nach Internetverbindung natürlich um einige Millisekunden variieren können. Das vorhandene Potential des Killer-E2500-Netzwerkcontrollers kann gerade in Gegenden mit schlechterer Internetverbindung und höheren Latenzen für ein besseres Online-Gaming-Erlebnis sorgen.


Zwischen den MSI-Modellen Z170A Gaming M7 und M5 ist bekanntlich noch Platz für genau eine Zahl, nämlich für die Numero 6. Mit dem Z170A Gaming M6 hat der Mainboard-Spezialist gleichzeitig eine gelungene Evolution abgeliefert, die den Grundstein für zukünftige Produkte darstellen soll. Grund dafür ist einseits der neue ASMedia-ASM2142-USB-3.1-Gen2-Controller mit einer Anbindung von nun 16 GBit/s (Gen3 x2). Auf der anderen Seite feiert mit dem Z170A Gaming M6 auch der Killer-E2500-Netzwerkcontroller aus dem Hause Rivet Networks sein Debüt, welcher in unserem Test eine gute Figur gemacht hat und in puncto Latenzen einiges herausholen konnte.

Auf dem schwarzen ATX-PCB ist davon abgesehen genügend Platz für den Sockel-LGA1151 für einen der (noch) aktuellen Skylake-S-Prozessoren, der von maximal 64 GB Arbeitsspeicher - verteilt auf vier DDR4-DIMM-Speicherbänken - begleitet werden kann. Grafikkarten finden stattdessen ihren Platz an drei mechanischen PCIe-3.0-x16-Steckplätzen, wobei nur die zwei Oberen über die CPU kommunizieren. Der unterste Slot hingegen arbeitet über den Z170-Chipsatz mit höchstens vier Gen3-Lanes. Damit keine großen Lücken entstehen, halten sich dazwischen vier PCIe-3.0-x1-Slots bereit. Als kleine Besonderheit sind auf Höhe der DIMM-Slots sogar sechs Spannungsmesspunkte hinterlassen worden.

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Im Storage-Bereich kann sich der Anwender nicht nur auf zwei SATA-Express- und zwei SATA-6GBit/s-Schnittstellen freuen, sondern auch auf gleich zwei M.2-M-Key-Anschlüsse für potente SSD-Module. In Sachen USB vertraut MSI auf jeweils sechs USB-3.1-Gen1- und USB-2.0-Buchsen. Aber selbstverständlich kommt das Z170A Gaming M6 nicht ohne USB-3.1-Gen2-Schnittstellen aus, von denen insgesamt zwei Stück am I/O-Panel in der Typ-A- und Typ-C-Ausführung angebracht wurden und über den brandneuen ASM2142 ans Werk gehen. Wer die im Prozessor integrierte Grafikeinheit nutzen möchte, kann dies zusammen mit einem DVI-D- und HDMI-1.4b-Grafikausgang tun. Die Netzwerkverbindung erfolgt natürlich über den bereits zuhauf erwähnten Killer-E2500-Netzwerkcontroller. Für die Audioausgabe zeigt sich das Audio-Boost-3-Feature verantwortlich.

Das UEFI-BIOS lieferte sich auch dieses Mal keine Schwächen und auch die Effizienz zeigte sich im guten Bereich. Auf der Kontra-Seite steht einzig die Tatsache, dass der Anwender nicht alle Storage-Anschlüsse zur selben Zeit nutzen kann. Da dies jedoch dem Chipsatz und der Anbindung geschuldet ist, kann dieser Punkt MSI nicht angekreidet werden. Auf der zweiten Seite haben wir zum Thema "Storage-Restriktionen" eine Tabelle angefertigt, die dieses Thema übersichtlich behandelt. Schwierig sieht es derzeit außerdem mit der Verfügbarkeit aus. Einzig über den Cyberport-Online-Shop ist das MSI Z170A Gaming M6 derzeit für 199 Euro gelistet. Dieses Problem dürfte sich in absehbarer Zeit jedoch in Luft auflösen. Gleichzeitig könnte sich auch der Preis noch etwas nach unten korrigieren.

Positive Eigenschaften des MSI Z170A Gaming M6:

Negative Eigenschaften des MSI Z170A Gaming M6:

Von den möglichen Storage-Restriktionen einmal abgesehen ist das MSI Z170A Gaming M6 ein gut ausgestatteter LGA1151-Unterbau mit aktuellster Technik dank des ASM2142-USB-3.1-Gen2-Controllers und des Killer-E2500-Netzwerkchips.

eh msi z170a gaming m6

Alternativen? Im LGA1151-Bereich gibt es genügend Alternativen. Sowohl preislich nach oben als auch nach unten. Eine der Alternativen stellt das hauseigene Z170A Gaming Pro Carbon dar, das ebenfalls eine gute Ausstattung zu bieten hat. Ansonsten ist auch das ASUS Maximus VIII Ranger einen Blick wert.

 

Persönliche Meinung

Mit dem Z170A Gaming M6 zeigt sich erneut, dass MSI gute Mainboards bauen kann. Optisch und technisch hat die Platine bei mir persönlich einen guten Eindruck hinterlassen. Überrascht war ich dann doch von der Effektivität des neuen Killer-E2500-Netzwerkcontrollers. Wer großen Wert auf niedrige Latenzen legt und auch von dem Killer Control Center begeistert ist, wird wahrscheinlich große Freude haben. (Marcel Niederste-Berg)