ASUS X99-A II im Test - ein Strix X99 Gaming ohne ROG-Features

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Mobo Review ASUS X99 A II 4 logoAuch ASUS hat sich nicht auf den Lorbeeren ausgeruht und hat für die kürzlich veröffentlichten Broadwell-E-Prozessoren insgesamt fünf neue Platinen aus dem Hut gezaubert, die auf dem Sockel LGA2011-3 und dem X99-Chipsatz basieren. Eines der neuen Boards ist das Strix X99 Gaming aus der ROG-Serie, das wir als erstes getestet haben. Das taiwanische Unternehmen hat aber neben dem neuen Rampage V Edition 10 auch noch drei Modelle aus der Signature-Modellreihe im Angebot: Das X99-Deluxe II, das X99-E und das X99-A II. Alle drei zuletzt genannten Mainboards befinden sich bereits in unserer Redaktion, doch beginnen wollen wir mit dem X99-A II.

Von der Ausstattung und vom Preis her positioniert sich das X99-A II von ASUS genau zwischen dem X99-E als Einsteigerplatine und dem X99-Deluxe II für absolute Enthusiasten ohne Kompromisse. Dabei wurde das X99-A II mit gehobenen Ausstattungsmerkmalen versehen, denn schon auf den ersten Blick kann nicht nur jeweils ein M.2- und U.2-Port gesichtet werden, sondern auch neben den üblichen acht DDR4-DIMM-Speicherbänken gleich acht SATA-6GBit/s-Buchsen und eine SATA-Express-Schnittstelle.

Doch darüber hinaus hat ASUS die Platine mit vier mechanischen PCIe-x16-Steckplätzen der dritten Generation, mit zwei PCIe-2.0-x1-Slots jeweils acht USB-3.1-Gen1- und USB-2.0-Anschlüsse und zwei USB-3.1-Gen2-Schnittstellen versehen. Dazu kommen einmal ein Gigabit-LAN-Port und natürlich auch eine anständige Onboard-Soundlösung. Nicht vergessen wurde auch etwas Onboard-Komfort, den wir ebenfalls genauer unter die Lupe nehmen werden.

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Das ASUS X99-A II in der Übersicht.

Seit dem Release der ersten X99-Mainboards vertraut ASUS bei der Signature-Serie auf ein schwarzes PCB mit weißen Kühlkörpern und auch in diesem Fall auf ein weißes I/O-Panel-Cover. Sämtliche Steckplatze und Anschlüsse wurden dabei in den Farben Schwarz und Grau auf dem Mainboard befestigt. Dadurch dass hier das ATX-Format zum Einsatz kommt, ist das ASUS X99-A II mit vielen Gehäusen kompatibel.

Die Spezifikationen

Das ASUS X99-A II bietet folgende technische Eigenschaften:

Die Daten des ASUS X99-A II in der Übersicht
Mainboard-Format ATX
Hersteller und
Bezeichnung
ASUS
X99-A II
CPU-Sockel LGA2011-3 (OC-Sockel) (für Core i7-58xx/59xx und Core i7-68xx/69xx)
Stromanschlüsse 1x 24-Pin ATX
1x 8-Pin EPS12V
1x 4-Pin +12V
CPU-Phasen/Spulen 8 Stück
Straßenpreis ab 258 Euro
Homepage http://www.asus.com/de/
Southbridge-/CPU-Features
Chipsatz Intel X99 Express Chipsatz
Speicherbänke und Typ 8x DDR4 (Quad-Channel)
Speicherausbau max. 128 GB (mit 16-GB-DIMMs)
SLI / CrossFire SLI (3-Way), CrossFireX (3-Way)
Onboard-Features
PCI-Express

3x PCIe 3.0 x16 (elektrisch mit x16/x16/x8) über Haswell-E/Broadwell-E-CPU
1x PCIe 2.0 x16 (elektrisch mit x4, shared) über Intel X99
2x PCIe 2.0 x1 über Intel X99 (1x shared)

PCI -
SATA(e)-, SAS- und 
M.2/U.2-Schnittstellen

1x SATA Express 10 GBit/s über Intel X99
8x SATA 6GBit/s über Intel X99 (6x SATA 6GBit/s mit RAID 0, 1, 5, 10)
1x M.2 mit PCIe 3.0 x4 über CPU (32 GBit/s, shared)
1x U.2 mit PCIe 3.0 x4 über CPU (32 GBit/s, shared)

USB

2x USB 3.1 Gen2 (2x am I/O-Panel, 1x Typ-A und 1x Typ-C) über ASMedia ASM1142
8x USB 3.1 Gen1 (4x am I/O-Panel, 4x über Header), vier über Intel X99, vier über ASMedia ASM1074
8x USB 2.0 (4x am I/O-Panel, 4x über Header) über Intel X99

Grafikschnittstellen -
WLAN / Bluetooth -
Thunderbolt -
LAN

1x Intel I218-V Gigabit-LAN

Audio-Codec
und Anschlüsse
8-Channel Crystal Sound 3 (Realtek ALC1150 Audio Codec)
5x 3,5 mm Audio-Jacks
1x TOSLink
FAN-Header 2x 4-Pin CPU-FAN-Header (regelbar)
2x 4-Pin Chassis-FAN-Header (regelbar)
1x 4-Pin WPump-Header
1x 4-Pin H-Amp-Header
1x 5-Pin EXT-FAN-Header

Das mitgelieferte Zubehör

Folgendes liefert ASUS neben dem Mainboard:

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ASUS legt bei den meisten Platinen nicht nur die I/O-Blende und das Handbuch inklusive dem Support-Datenträger bei, sondern auch andere Beigaben. Im Falle des X99-A II sind dies vier SATA-Kabel, eine 2-Way-SLI-Bridge, der Q-Connector, das CPU-Installations-Tool sowie das Gewinde inklusive Schraube für den M.2-Steckplatz. Aber auch ein RGB-Stromkabel liegt mit bei.


Der X99-Chipsatz ist auch weiterhin stark verwandt mit dem älteren Z97-PCH, den Intel für den Sockel LGA1150 vorgesehen hatte. Allerdings unterstützt der X99-Chipsatz selbst weiterhin vier weitere, native SATA-6GBit/s-Ports und kommt somit auf eine Summe von zehn SATA-6GBit/s-Buchsen. USB 3.0 (USB 3.1 Gen1) wird sechsmal nativ unterstützt. Für weitere Controller und Co. bringt er außerdem acht PCIe-2.0-Lanes mit. Das DMI (Direct Media Interface) basiert noch auf dem älteren 2.0-Protokoll.

Somit kann der betagte X99-PCH in Sachen PCI-Express-Bahnen nicht mit dem neueren Z170-Chipsatz mithalten, der gleich 20 Gen3-Lanes an der Zahl im Gepäck hat. Doch dafür haben die Haswell-E(P)- und Broadwell-E(P)-Prozessoren je nach CPU-Modell bis zu 40 PCIe-3.0-Lanes in ihrem Die, sodass es hierbei zu einer Art Kompensation kommt. Vor allen Dingen für eine M.2-Schnittstelle, die bei vier PCIe-3.0-Lanes mit theoretischen 32 GBit/s zu Werke geht, hat die CPU bereits genügend Reserven und braucht nicht den leistungsfähigen PCH des Z170-Chipsatzes.

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Die eingesetzte LGA2011-3-CPU bekommt es mit acht Spulen zu tun.

Nachdem wir den Passivkühlkörper entfernt haben, wird der VRM-Bereich sichtbar. Dabei lässt sich erkennen, dass auf dem X99-A II dasselbe VRM-Design zum Einsatz kommt, wie wir es bereits beim hauseigenen X99 Strix Gaming sehen konnten. Somit wird jede Spule von einem MOSFET befeuert. Außerdem sind einmal ein 8-Pin- und 4-Pin-Stromanschluss mit verlötet worden, sodass dem Nutzer ein Puffer von 528 Watt zur Verfügung steht.

Darüber hinaus sind natürlich auch die acht DDR4-DIMM-Speicherbänke zu sehen, die einen maximalen Speicherausbau von bis zu 128 GB RAM erlauben. Je nach DIMMs ist auch ein Betrieb mit einer weitaus höheren effektiven Taktfrequenz möglich. ASUS selbst spricht hier von DDR4-3333. Unten rechts in der Ecke ist auch der MemOK-Button zu sehen, mit dem die Platine in Problemsituationen die optimalen RAM-Parameter heraussucht, mit denen es starten kann.

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Der PWM-Controller ist kein Unbekannter.

Anhand des PWM-Controllers lässt sich bereits erkennen, dass es sich um ein Mainboard von ASUS handelt. Auch beim X99-A II wurde der ASP1257 genutzt, der sich um die acht Spulen kümmert.

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Rückseitig sind noch acht kleine Chips zu sehen.

Auf der PCB-Rückseite hat ASUS noch acht Synchronous-Buck-Converter-Driver untergebracht. Es handelt sich um das Modell IR3535M von International Rectifier.

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Auch die RAM-Spulen brauchen einen Koordinator.

Für jede der beiden 4-DIMM-Gruppen sind zwei Spulen für die Stromversorgung zuständig, die selbst einen PWM-Controller benötigen. Aus diesem Grund hat ASUS zwei ASP1250 verlötet. Der ASP1250 kann bis zu zwei Spulen steuern und passt daher gut ins Konzept.

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Die Erweiterungssteckplätze beim ASUS X99-A II.

Auch im Bereich der Erweiterungssteckplätze gibt es eine Gemeinsamkeit mit dem X99 Strix Gaming, denn auch hier halten sich neben zwei PCIe-2.0-x1-Slots und einem mechanischen PCIe-2.0-x16-Slot gleich drei mechanische PCIe-3.0-x16-Anschlüsse bereit. Alle drei sind dabei direkt an die LGA2011-3-CPU angebunden und erlauben auch eine Multi-GPU-Konfiguration mit bis zu drei NVIDIA- oder AMD-Grafikkarten. Dabei hängt die Lane-Anbindung von der verwendeten CPU ab. So werden die Lanes beim Einsatz eines Core i7-5820K oder Core i7-6800K auf x8/x8/x8 aufgeteilt. Mit einer 40-Lane-CPU sind es hingegen x8/x16/x8. Bei nur zwei Grafikkarten sind es x16/x8 (28 Lanes) und x16/x16 (40 Lanes).

Der Vorteil dieser Gesamtanbindung ist, dass in jedem Fall noch vier PCIe-3.0-Lanes für die M.2- oder U.2-Belegung übrig sind. Die folgenden Tabellen zeigen die Laneanbindung noch einmal übersichtlich.

PCIe-3.0-x16-Slots und deren Lane-Anbindung mit einer 28-Lane-CPU
(Core i7-5820K und Core i7-6800K)
 elektrische
Anbindung (über)
Single-GPU2-Way-SLI /
CrossFireX
3-Way-SLI /
CrossFireX
PCIe-Slot 1
x16/x8 (CPU) x16 x16 x8
PCIe-Slot 4
x8 (CPU) - x8 x8
PCIe-Slot 6
x8 (CPU) - - x8

 

PCIe-3.0-x16-Slots und deren Lane-Anbindung mit einer 40-Lane-CPU
(Core i7-5930K/5960X/6850K/6900K/6950X)
 elektrische
Anbindung (über)
Single-GPU2-Way-SLI /
CrossFireX
3-Way-SLI /
CrossFireX
PCIe-Slot 1
x16/x8 (CPU) x16 x16 x8
PCIe-Slot 4
x16 (CPU) - x16 x16
PCIe-Slot 6
x8 (CPU) - - x8

Einzig beim oberen PCIe-3.0-x16-Slot hat ASUS das Safe-Slot-Feature verwendet, das den Steckplatz stabiler und gleichzeitig unempfindlicher für sehr große/schwere Grafikkarten werden lässt. Den mechanischen PCIe-2.0-x16-Steckplatz hat ASUS shared angebunden. Er teilt sich die Anbindung mit dem USB-3.1-Gen2-Feature und dem unteren PCIe-2.0-x1-Slot.

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In Sachen Storage gibt es die gehobene Klasse.

Die Konstellation - bestehend aus einer SATA-Express-Schnittstelle, acht SATA-6GBit/s-Buchsen und jeweils einem M.2- und U.2-Anschluss - kommt uns sehr vertraut vor. Exakt so hat es der taiwanische Hersteller auch beim X99 Strix Gaming umgesetzt und bietet damit sämtliche aktuellen Anschlussmöglichkeiten an. Dabei hängen sämtliche SATA-Buchsen nativ am X99-PCH, der M.2- und der U.2-Anschluss arbeiten direkt mit der CPU zusammen.

Daher gibt es jedoch ein "Aber": Der M.2- und U.2-Anschluss können nicht zeitgleich genutzt werden, sodass es in diesem Fall "entweder - oder" heißt. Ganz verstehen können wir diese Vorgehensweise von ASUS allerdings nicht. Zumindest bei einer 40-Lane-CPU bleiben selbst bei drei Grafikkarten noch genau acht Lanes übrig, die auf den M.2- und U.2-Anschluss aufgeteilt werden könnten. Links neben den beiden standalone-SATA-6GBit/s-Buchsen ist ein vertikal ausgerichteter USB-3.1-Gen1-Header zu sehen.


Wir machen mit dem I/O-Panel weiter:

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Das I/O-Panel beim ASUS X99-A II.

Die Anschlüsse von links nach rechts und von oben nach unten:

Das I/O-Panel bietet vor allem eins: jede Menge USB-Anschlüsse! Im Falle des X99-A II sind es jeweils vier USB-3.1-Gen1- und USB-2.0-Schnittstellen und zusätzlich zwei aktuelle USB-3.1-Gen2-Anschlüsse, wobei ASUS hierbei an jeweils eine Typ-A- und Typ-C-Ausführung gedacht hat. Doch das Unternehmen hat außerdem einen BIOS-Flashback-Button, eine PS/2-Schnittstelle, einen Gigabit-LAN-Port sowie fünf 3,5-mm-Klinke-Audiobuchsen und einen Toslink-Anschluss mit verbaut.

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Das Crystal-Sound-3-Feature gibt den Takt an.

Unter dem EMI-Shield arbeitet Realteks ALC1150-Audio-Codec, der beachtliche 8 + 2 Kanäle steuern kann und es auf einen Front-DAC von 115 dB A-Weighting- und 110 dB Differential/Single-End-Output bringt. Er wird jedoch von acht Audio-Kondensatoren begleitet, welche die Qualität der Soundausgabe verbessern sollen. Auch ist ein Kopfhörer-Verstärker mit 600-Ohm-Unterstützung mit an Bord.

Generell ist der Aufbau auch hier wieder mit dem X99 Strix Gaming vergleichbar, denn links neben dem EMI-Shield wurde der Nuvoton-NCT6791D-A untergebracht, welcher als SuperI/O-Controller fungiert und für die Spannungs-, Temperatur- und Lüftergeschwindigkeitsüberwachung zuständig ist. Weiter links ist der ASMedia ASM1074 zu sehen, der als USB-3.1-Gen1-Hub fungiert und sich um die vier USB-3.1-Gen1-Schnittstellen am I/O-Panel kümmert.

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USB-3.1-Gen2-Unterstützung dank dem ASM1142.

Erst durch den ASM1142 von ASMedia unterstützt das ASUS X99-A II höchstens zwei USB-3.1-Gen2-Schnittstellen. Er ist dazu in der Lage, bis zu zwei Anschlüsse mit jeweils 10 GBit/s Datendurchsatz zu befeuern.

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Der Intel I218-V übernimmt die Netzwerkaufgaben.

Um den einen Gigabit-LAN-Port kümmert sich Intels I218-V-PHY, welcher bis auf theoretische 1 GBit/s (125 MB/s) kommt und auch VLAN sowie Wake-on-LAN unterstützt.

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Auch etwas Onboard-Komfort ist mit dabei.

Kommen wir nun zum bereits erwähnten Onboard-Komfort. Am unteren PCB-Rand hat ASUS neben einem RGB-Header für das ebenfalls neue Aura-RGB-Lighting-Feature außerdem jeweils einen Power- und Reset-Button und natürlich auch eine Diagnostic-LED untergebracht. Am Aura-RGB-Strip-Header kann ein so genannter RGB-LED-Strip mittels des beiliegenden Kabels angeschlossen werden. Wer darauf größeren Wert legt, findet mit diesem Feature sicherlich seine Freude. Das eingesetzte 5050-RGB-LED-Strip sollte laut ASUS höchstens zwei Ampere bei 12 Volt für sich beanspruchen.

Doch des Weiteren kann mittels eines Switches zwischen den beiden BIOS-ROMs umgeschaltet werden. Sollen die BIOS-Parameter auf Standard gesetzt werden, ist der links benachbarte Jumper behilflich.

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Das ASUS X99-A II noch mal in der Übersicht.

Wie auch beim X99 Strix Gaming gefällt uns auch das Layout des ASUS X99-A II. Alles befindet sich dort, wo wir es auch erwartet haben und wir sind auch an alle Stellen bestens herangekommen. Das haben wir jedoch auch teilweise der Corsair Hydro H110i GT zu verdanken, welche den Core i7-6950X ordentlich kühlen konnte. Die zahlreichen RGB-LEDs können dank des Aura-Lighting-Features in vielen unterschiedlichen Modi zum Leuchten gebracht werden. Zur Auswahl stehen: Default, Auto, Static, Breathing, Strobing, Comet, Flash & Dash, Rainbow, CPU-Temperature und Color Cycle. Dabei hat ASUS die LEDs am PCH-Kühler, an den großen PCIe-Slots und rückseitig untergebracht.

Es lassen sich viele 4-Pin-Lüfter an dem Mainboard anschließen, fünf Stück in der Zahl. Gesteuert werden können von den fünf FAN-Anschlüssen der CPU-FAN-, die beiden Chassis-FAN-Header sowie der neue H-AMP-Header. An letztgenannten lässt sich ein extrem leistungsstarker Lüfter anklemmen. Neben den weiteren Modi "Silent" und "Turbo", steht jeweils noch der Punkt "Manual" zur Verfügung, bei dem sich der Anwender für seine eigenen Einstellungen entscheiden kann. Und sollte diese Anzahl an FAN-Headern nicht ausreichen, hält sich auch noch der EXT_FAN-Header bereit, an dem die optionale Erweiterungsplatine mit drei weiteren 4-Pin-FAN-Headern angeklemmt werden kann.


BIOS

Das ASUS X99-A II traf bei uns in der Redaktion mit BIOS-Version 0401 ein. Allerdings gab es mit Version 0601 eine aktuellere Version, die wir mittels der Instant-Flash-Funktion problemlos aufspielen konnten. Seit dem First-Release-BIOS 0222 wurde mit Version 0401 und 0601 die Systemstabilität verbessert.

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Der EZ-Mode beim ASUS X99-A II.

An dem UI hat sich sowohl optisch als auch funktional nichts verändert. Farblich wurde die UEFI-Oberfläche in Schwarz, Türkis und Weiß hinterlassen. Oben links angefangen sind an dieser Stelle das aktuelle Datum und auch die Uhrzeit einsehbar. Rechts daneben kann auch die generelle UEFI-Sprache geändert werden. Neu hinzugekommen ist der "EZ Tuning Wizard", der eine Art Overclocking-Assistent ist und Neueinsteigern das Overclocking einfacher machen soll. Eingefleischte Overclocker werden von dieser Funktion in der Regel die Finger lassen und stattdessen sämtliche Einstellungen manuell festlegen. Dennoch ist es schön zu sehen, dass Einsteiger nicht im Regen stehen gelassen werden.

In der nächsten Zeile werden die üblichen Vorabinformationen wie das Mainboardmodell inkl. BIOS-Version, die aktuell installierte CPU inkl. Taktfrequenz sowie die Arbeitsspeicher-Kapazität angezeigt. Weiter rechts sind dann auch gleich die CPU- und Mainboard-Temperatur zu sehen, zusätzlich auch die CPU-Spannung. Eine Etage tiefer teilt auf der linken Seite ein ergänzender RAM-Status mit, in welchen Slots aktuell welche Module mit welcher Kapazität und der aktuell anliegenden Taktung installiert sind. Zudem kann auf Wunsch auch gleich ein Extreme-Memory-Profile (kurz: XMP) ausgewählt werden, sofern vorhanden. Wer sich für die derzeit angekoppelten Storage-Gerätschaften interessiert, erhält diese Infos direkt rechts daneben. Hinzu kommen dann wiederum unten noch die Lüftergeschwindigkeiten, die sich mit der Funktion "Manual Fan Tuning" auch gleich individuell festlegen lassen.

Am rechten Rand des Bildschirms kann vom Anwender das grundlegende Funktionsschema ausgewählt werden. Standardmäßig ist der normale Modus aktiviert. Es lassen sich jedoch auch "ASUS Optimal" und der Modus "Power Saving" auswählen. Während beim "ASUS Optimal"-Modus das System auf gesteigerter Performance ausgelegt ist, lässt sich das System mit dem "Power Saving"-Modus effizienter betreiben. Darunter kann die Boot-Reihenfolge mit Leichtigkeit abgeändert werden. Entweder per Klick auf "Advanced Mode" oder mit einem Tastendruck auf "F7" gelangen wir in die erweiterte Ansicht, die wir uns nun anschauen werden.

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Der Advanced-Mode beim ASUS X99-A II.

Advanced-Mode: Optisch genau wie der EZ-Mode, allerdings nach traditioneller Art und Weise strukturiert. Der erste Menüpunkt ist das "My Favorites"-Feature, das die Auswahl der häufig verwendeten Funktionen aus dem BIOS anzeigt, die der Nutzer frei auswählen kann. Für das Hinzufügen oder Entfernen von Funktionen muss dafür oben der Punkt "MyFavorite(F3)" angeklickt oder die Taste "F3" gedrückt werden. Dies öffnet ein eigenständiges Fenster, in dem die Funktionen ausgewählt werden können.

Auf der "Main"-Seite werden noch einmal einige Vorabinformationen wie die BIOS-Version, das installierte Prozessormodell und einige RAM-Infos angezeigt. Auch hier lässt sich die Menüsprache ändern, falls gewünscht. Sämtliche Overclocking-Funktionen sind im Ai-Tweaker-Reiter hinterlegt worden und es haben wieder einmal sehr viele Funktionen ihren Weg in das Menü gefunden. Ob es nun um die Taktfrequenz von CPU oder Arbeitsspeicher oder doch um die einzelnen Spannungen geht, hier wird der Anwender fündig. Zur Unterstützung wird jeweils unten erklärt, was die einzelnen Funktionen bewirken.

Wie immer können die zahlreichen Onboard-Komponenten mithilfe des nächsten Reiters konfiguriert werden. Auch wenn auf der rechten Seite ständig einige Informationen vom Hardware-Monitor angezeigt werden, hat ASUS eine eigene "Monitor"-Seite hinterlassen, auf der unter anderem die Lüfter gesteuert werden können. Aber auch die Temperaturen und Spannungen werden noch einmal aufgelistet.

Sämtliche Einstellungen, die den Startvorgang betreffen, wurden auf den Reiter "Boot" geparkt. Wer sich von dem Boot-Logo gestört fühlt, kann es dort abschalten. Zusätzlich sind dort die Boot-Overrides untergebracht worden, die man häufig auch auf der letzten Seite findet. ASUS gibt auch hier erneut ein paar Tools mit auf den Weg. Darunter das "ASUS EZ Flash 3 Utility", womit das UEFI entweder über einen USB-Datenträger oder aber über das Internet aktualisiert werden kann. Sämtliche UEFI-Einstellungen können mithilfe des "ASUS Overclocking Profile" in maximal acht Profilen gesichert werden, die auch von einem USB-Stick exportiert und importiert werden können. "ASUS SPD Information" liest die Serial Presence Detect-Werte aus den DIMMs aus. Und unter "Exit" können die gesetzten Settings abgespeichert und auch die Default-Werte geladen werden. Bevor das UEFI die Settings abspeichert, zeigt ein kleines Fenster alle Einstellungen an, die verändert wurden. Wer sich nützliche Notizen anlegen möchte, muss glücklicherweise auf keinen Zettel und Stift zurückgreifen, sondern verwendet einfach das "Quick Note"-Feature.

Die Bedienbarkeit der neuen UEFI-Oberfläche stufen wir als akzeptabel ein. Die Navigation kann durch die Menüs nach langer UEFI-Benutzung in meist ruckeliger Weise durchgeführt werden, was wir schon zuhauf kritisieren mussten. Abgesehen von dieser Tatsache wurden alle gewählten Einstellungen zu unserer vollsten Zufriedenheit übernommen. Auch gab es an der Stabilität nichts zu bemängeln.

 

Overclocking

Auch das X99-A II wurde mit dem patentierten OC-Sockel ausgestattet, für den ASUS einige Monate nach dem Release der Haswell-E-Plattform im August 2014 ein Exklusiv-Nutzungsrecht genießen konnte. Das UEFI bietet zum Thema Overclocking zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten. So lassen sich zum Beispiel unterschiedliche VDIMM-Spannungen für die RAM-Channel A/B und C/D festlegen. Im UEFI sind RAM-Teiler bis DDR4-4000 und 65 Latenzen vertreten. Das sind jedoch nur einzelne Beispiele aus dem ganzen Aufgebot an Overclocking-Funktionen.

Beim X99-A II kann der BCLK von 80 MHz bis 300 MHz eingestellt werden. Die Intervalle betragen unverändert annehmbare 0,1 MHz, auch wenn mit 0,01 MHz-Schritten ein besseres Feintuning möglich gewesen wäre. In Sachen CPU-Spannung wird der Anwender wieder einmal verwöhnt. So stehen ihm die Modi Override, Adaptive und Offset zur Verfügung. Mit den ersten beiden Modi lässt sich die Spannung von 0,001 Volt bis 1,920 Volt fixieren. Der Adaptive-Mode erlaubt die Nutzung eines Offsets und gleichzeitig eine feste Spannung für den Turbo-Modus, sprich für die Last-Situation. Im Offset-Modus sieht der Spielraum mit 0,001 Volt bis 0,999 Volt in beide Richtungen ebenfalls sehr ansprechend aus. Aus den Spannungsbereichen lässt sich bereits erkennen, vor allem, wenn man ASUS kennt, dass die einzelnen Schritte bei allen drei Modi sehr feinen 0,001 Volt entsprechen. Alle weiteren Overclocking-Funktionen können der folgenden Tabelle entnommen werden.

Die Overclocking-Funktionen des ASUS X99-A II in der Übersicht
Base Clock Rate 80 MHz bis 300 MHz in 0,1-MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,001 V bis 1,920 V in 0,001-V-Schritten (Override- und Adaptive-Modus)
-0,999 V bis +0,999 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 0,800 V bis 1,900 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-VCCIN-Spannung 0,800 V bis 2,700 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-Ring-Spannung

0,001 V bis 1,920 V in 0,001-V-Schritten (Override- und Adaptive-Modus)
-0,999 V bis +0,999 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)

CPU-SA-Spannung -0,999 V bis +0,999 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)
CPU-IO-Analog/Digital-Spannung 0,70000 V bis 1,80000 V in 0,00625-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCH-Core-Spannung 0,70000 V bis 1,80000V in 0,00625-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen PCHI/O, VCCIO PCH 1,05V, PLL Termination Voltage
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 65 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
Weitere Besonderheiten UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE (C6/C7), EIST
Turbo-Modus (All Cores, By number of active cores),
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und vier optionale Fans,
CPU Current Capability, CPU Power Thermal Control, CPU Input Boot Voltage,
CPU Load-Line Calibration Level 1-9, Enhanced DRAM Training

Anders als mit dem MSI X99A Gaming Pro Carbon konnten wir mit dem ASUS X99-A II den Core i7-6950X stabil mit 4,3 GHz bei einer CPU-Spannung von 1,255 Volt laut BIOS betreiben. Wir haben natürlich auch probiert, die 4,4 GHz stabil zu bekommen, doch selbst mit 1,3 Volt zeigte sich der Core i7-6950X nicht einsichtig.

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Bestes Ergebnis mit dem 1.0-Strap: 4,3 GHz bei 1,254 Volt

4,3 GHz sind mit dem Zehnkerner schon eine Ansage und bedeuten Leistung satt.

Weiterhin werfen wir einen Blick auf das RAM-Overclocking. Zu diesem Zweck verwenden wir vier DIMMs mit jeweils 4 GB Speicherkapazität des Typs "G.Skill RipJaws4 DDR4-3000". Im ersten Test kontrollieren wir die Funktionalität des XMP und im zweiten ohne Verwendung des XMP-Features.

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4x 4GB G.Skill RipJaws4 DDR4-3000
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Das Extreme-Memory-Profil
wird korrekt vom System umgesetzt.
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Ohne XMP konnten wir schärfere Latenzen festlegen.

Wir haben es nicht anders erwartet: Das Extreme-Memory-Profile wurde ohne Probleme umgesetzt, allerdings konnten wir mit manuellen Einstellungen noch engere Latenzen festlegen. Die VDIMM wurde von uns mit 1,35 Volt festgelegt.

ASUS AI Suite 3

ASUS legt dem Mainboard die bekannte AI Suite bei, mit der sich jede Menge Features von Windows aus einstellen lassen. Die neuen X99-Modelle haben dabei ebenfalls die dritte Version erhalten. Als großes Beispiel ist hierbei "TurboApp" zu nennen, die ein Teil des 5-Way-Optimization-Features ist und mit der für jede installierte Anwendung bestimmt werden kann, mit welchem CPU-Multiplikator, mit welchem Sound-Schema und mit welcher Netzwerk-Priorität die jeweilige Anwendung behandelt werden soll. Auf diese Weise kann sichergestellt werden, dass nur ausgewählte Programme und/oder Spiele mit erhöhter CPU-Leistung ausgeführt werden sollen. Gleichzeitig wird das Dual-Intelligent-Processors-5-Feature aus TPU und EPU gebildet.

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Die ASUS AI Suite 3

Weiterhin steht es dem Anwender frei, mit der AI Suite 3 auch die vier anderen Punkte zu nutzen. TPU ist für die Taktfrequenzen zuständig, mit dem neuen Fan Xpert 3 können dagegen die Lüfter nach Herzenswunsch feinjustiert werden. Das Digi+-Feature kümmert sich dafür unverändert um die Spannungsversorgung. Um die Effizienz nicht zu vernachlässigen, gibt es den Punkt "EPU", bei dem die vier Betriebsmodi "Auto", "Leistung", Strom sparen" und "Abwesenheitsmodus" konfiguriert werden können. Zu jeder Zeit hat der Anwender am unteren Rand Infos wie CPU- und RAM-Takt, Spannungen, Temperaturen und Lüftergeschwindigkeiten stets im Auge. Ein Klick auf das rechte Zahnradpärchen öffnet ebenfalls unten die Einstellungsmöglichkeiten zu den einzelnen Kategorien.

Weiterhin hat die ASUS AI Suite in der Version 3 weitere nützliche Funktionen wie den Ai Charger+, mit dem das iPhone, iPad sowie der iPod dank der BC-1.1-Funktion wesentlich schneller aufgeladen werden kann. Mit dem EZ Update können dagegen die installierten ASUS-Programme und auch das BIOS aktualisiert werden. Jedes Mal, wenn ASUS eine neuere BIOS-Version veröffentlicht, lassen sich mit dem USB-BIOS-Flashback-Feature die neuen Versionen nach einem individuellen Zeitplan auf einen USB-Datenträger herunterladen. In speziellen Situationen, etwa wenn ein geplanter Neustart des Systems einprogrammiert wurde, kann die AI Suite mit der Push-Notice-Funktion den Anwender je nach Zeiteinstellung an den bevorstehenden Reboot erinnern. Genauso ist es auch mit Ereignissen möglich, wenn Spannungen oder Temperaturen überschritten werden.

An vorletzter Stelle hält sich auch der USB-3.1-Boost bereit, damit die angeschlossenen USB-3.0-Geräte mit der bestmöglichen Performance angesteuert werden. Dies wird mit dem UASP-Modus (USB Attached SCSI Protocol) ermöglicht. Angeschlossene, mobile Geräte können mit ihm ebenso schneller aufgeladen werden. Je nach Einstellung funktioniert es selbst, wenn sich das System gerade im Standby, Ruhemodus oder im ausgeschalteten Zustand befindet.

In der folgenden Bildergalerie können alle AI-Suite-3-Screenshots eingesehen werden.

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Mit diesem Testsystem haben wir das ASUS X99-A II getestet:

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz.

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version.

Seit der Einführung der Nehalem-Prozessoren und der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 2.400 MHz und 15-15-15-35 2T - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim ASUS X99-A II mussten wir das ASUS-MultiCore-Enhancement-Feature deaktivieren, damit ein fairer Vergleich vorgenommen werden konnte.

Wir testen allerdings nur noch vier Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2013, SuperPi 8M, Cinebench R15 und Sisoft Sandra 2016 Memory Benchmark:

3DMark 2013

Fire Strike

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R15 CPU

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

SiSoft Sandra 2016

Memory Benchmark

Bandbreite in GB/s
Mehr ist besser

SuperPi 8M

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

An der generellen Performance gibt es beim ASUS X99-A II nichts auszusetzen. Es war jedoch auch nicht anders zu erwarten.

 

Auch weiterhin werden wir die Bootzeit protokollieren. Wir messen die Zeit in Sekunden, wie lange das Mainboard benötigt, um alle Komponenten zu initialisieren und mit dem Windows-Bootvorgang beginnt.

Bootzeit

Vom Einschalten bis zum Windows-Bootvorgang

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Die neuen ASUS-Platinen haben in Sachen Boot-Geschwindigkeit aktuell noch das Nachsehen, was auch für das X99-A II gilt. Die Platine genehmigte sich satte 32,78 Sekunden, was selbst für eine Enthusiasten-Plattform einfach zu lang ist. Dass es besser geht, zeigt MSI mit dem X99A Gaming Pro Carbon, das eine ähnliche Ausstattung zu bieten hat, dafür jedoch 25,92 Sekunden brauchte.


Neben der wichtigen Performance ist auch der Stromverbrauch des heimischen PCs kein unwichtiges Kriterium. Was man häufig unterschätzt, ist die Tatsache, dass selbst die verschiedenen Mainboard-Modelle der zahlreichen Hersteller unterschiedlich viel Strom aus der Steckdose ziehen. Ein Grund dafür sind die verschieden eingesetzten BIOS-Versionen, die teilweise die von Intel referenzierten Stromsparmechanismen schlecht oder gar falsch umsetzen oder dass Onboardkomponenten sich eigentlich deaktivieren sollten, wenn diese entweder durch dedizierte Hardware ersetzt wurden oder einfach nicht verwendet werden. Darüber hinaus kann aber manchmal auch die Stromversorgung verantwortlich gemacht werden, wenn unter Default Settings mehr Energie zur Verfügung gestellt wird, als eigentlich benötigt wird. Genau deswegen spielt die Effizienz eine wichtige Rolle. Wenn die Effizienz der Stromversorgung nun also schlecht ausfällt, wird mehr Strom verbraucht. Zu unterschätzen ist hierbei aber auch die Software nicht, sodass sie ebenfalls gut abgestimmt sein muss, damit eine zufriedenstellende Effizienz gegeben ist.

Das ASUS X99-A II hat einige Zusatz-Controller erhalten. Ein LAN-Controller, ein USB-3.1-Gen2-Controller, ein USB-3.1-Gen1-Hub und ein Audio-Codec tragen ihren Teil zum Stromverbrauch bei.

Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 15 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-spanTest, Vollauslastung). Die jeweiligen Leistungs-Werte entsprechen dem System-Gesamtverbrauch.

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Für den ersten Test sind die Default Settings aktiv, sodass der Großteil der Onboardkomponenten bereits aktiviert ist. Die Grafikausgabe erfolgt über die Radeon R9 380. Wie bereits weiter oben geschrieben, sind alle Stromspar-Features eingeschaltet, was mit den Werten einer manuellen Konfiguration scheinbar gut umgesetzt wurde.

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Im Leerlauf kann sich das ASUS X99-A II vor alle neuen X99-Platinen setzen, wenn auch knapp. Dabei zeigte unser Strommessgerät 62,1 Watt an. Dicht dahinter lag das hauseigene X99-E mit 62,4 Watt.

Leistungsaufnahme

Cinebench R15 CPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Ebenso knapp fielen die Werte mit Cinebench R15 aus. So veranschlagte unser heutige Testkandidat zusammen mit dem restlichen System 176,6 Watt. Das Konkurrenzmodell in Form des MSI X99A Gaming Pro Carbon verbrauchte marginale 0,2 Watt mehr.

Leistungsaufnahme

Prime95

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Minimal größer fallen da schon die Unterschiede mit Prime95 unter Volllast aus, denn zwischen dem X99-A II und dem X99-E liegen 0,7 Watt Unterschied. Auch hier lag das X99-A II mit 190,9 Watt auf dem ersten Platz.

Spannungen (Prime95)

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Alle X99-Mainboards versorgten die CPU mit einer Spannung von 1,093 Volt.

 

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sämtliche USB-3.0- und SATA-Controller sind hier beispielsweise deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber alle energiesparenden Features werden zusätzlich manuell aktiviert. Die Radeon R9 380 ist weiterhin die primäre Grafikkarte.

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Wir konnten nicht nur den USB-3.1-Gen2-Controller, die USB-3.1-Gen1-Ports und die RGB-LEDs ausschalten, sondern auch die ASUS-MultiCore-Enhancement-Funktion. Dadurch konnten wir die Leistungsaufnahme im Idle um ganze acht Watt senken.

Leistungsaufnahme

Cinebench R15 CPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Besonders auffällig ist das Ganze unter Cinebench. Hier betrug die Leistungsaufnahme genau 155 Watt, was demnach 21,6 Watt weniger bedeutet.

Leistungsaufnahme

Prime95

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Aber auch während Prime95 lief, konnten wir nach der Deaktivierung der genannten Features eine Reduzierung von 21,3 Watt feststellen. Ziemlich beeindruckend!

Spannungen (Prime95)

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Bis auf das Strix X99 Gaming ist sich der Rest einig. Im Falle des ASUS X99-A II wurde die CPU nun mehr mit 1,054 Volt unter Last betrieben. Dieser Spannungsabfall liegt an dem deaktivierten MultiCore-Enhancement-Feature.

An den Werten erkennt man schön, dass die ASUS-Mainboards ziemlich effizient arbeiten, wenn man ihnen einige Funktionen wegschnappt. Ganz besonders das MultiCore-Enhancement-Feature fällt da auf, da es nicht nur den Takt leicht erhöht, sondern auch die CPU-Spannung, die den Stromverbrauch erhöht. In der Summe arbeitet das ASUS X99-A II vor allem mit deaktiverter MultiCore-Enhancement-Funktion für eine Enthusiasten-Plattform sehr effizient.


USB-3.1-Gen2-Performance

Auch das ASUS X99-A II bietet zwei der neuen Schnittstellen, die beide über den ASMedia-ASM1142-USB-3.1-Gen2-Hostcontroller arbeiten. Bei nun theoretischen 10 GBit/s Bandbreite bedeutet es gleichzeitig, dass es nicht leicht wird, ein Laufwerk zu finden, mit dem diese Leistung auch abgerufen und vor allem bis ans Limit getrieben werden kann. In der Theorie wäre dies bereits mit einem schnellen M.2-Solid-State-Modul möglich, doch fürs Erste müssen zwei (m)SATA-6GBit/s-SSDs im RAID-0-Verbund herhalten, damit die neue Schnittstelle getestet werden kann.

Für den Test setzen wir das externe Raidsonic-ICYBOX-IB-RD2253-U31-Gehäuse ein, in dessen Inneren wir zwei 2,5-Zoll-SSDs des Typs OCZ Vector 150 mit einer Speicherkapazität von jeweils 480 GB. Das Solid State Drive kommt bis auf 550 MB/s im Lesen und 530 MB/s im Schreiben. Beide SSDs arbeiten im RAID-0-Verbund, sodass die USB-3.1-Gen2-Schnittstelle ordentlich ausgelastet werden kann.

ATTO USB3 small
Die USB-3.1-Gen2-Performance beim ASUS X99-A II
über den ASMedia ASM1142.

Es wurden Werte ermittelt, die in der USB-3.1-Gen2-Region angesiedelt sind. In Zahlen ausgesprochen sind es 708 MB/s im Schreiben und knapp 670 MB/s im Lesen.

 

USB-3.1-Gen1-Performance

ASUS bietet das X99-A II mit insgesamt acht USB-3.1-Gen1-Buchsen an. Am I/O-Panel kann auf vier Stück direkt zugegriffen werden, die restlichen vier Stück können über den internen Header realisiert werden. Die externen Ports arbeiten indirekt mit dem X99-PCH über den ASMedia ASM1074 und die internen Anschlüsse direkt mit dem X99-Chipsatz zusammen. Für den USB-3.0-Performancetest haben wir ebenfalls die oben genannte USB-3.1-Lösung verwendet.

ATTO USB3 small
Die USB-3.1-Gen1-Performance beim ASUS X99-A II
(nativ über den X99-PCH).
ATTO USB3 small
Die USB-3.1-Gen1-Performance beim ASUS X99-A II
über den ASMedia ASM1074.

Es spielt im Endeffekt keine Rolle, ob der Anwender ein USB-3.1-Gen1-Gerät an einen der acht USB-3.1-Gen1-Ports anklemmt. Es kommt dieselbe Performance heraus. Dies sagen uns jedoch die Benchmarks. Egal ob nun über den ASMedia ASM1142 oder nativ über den X99-Chipsatz, wir haben lesend gute 441 MB/s und im Schreiben ebenfalls sehr gute 461 MB/s erreicht.

 

SATA-6G-Performance

Das ASUS X99-A II stellt eine SATA-Express-Schnittstelle und acht SATA-6GBit/s-Ports bereit. Allesamt arbeiten sie nativ mit dem X99-Chipsatz zusammen. Für den Test verwenden wir die SanDisk Extreme 120, die wir natürlich direkt an die SATA-Ports anschließen.

ATTO USB3 small
Die SATA-6G-Performance beim ASUS X99-A II
(nativ über den X99-PCH).

Der Intel-SATA-Controller konnte das angeschlossene Solid-State-Drive auf eine Lesegeschwindigkeit bis zu 556 MB/s und eine Schreibgeschwindigkeit bis zu 519 MB/s antreiben. Hier gibt es nichts zu meckern.

 

M.2-Performance

Der Vorteil bei der X99-Plattform ist natürlich, dass der M.2-Steckplatz in den meisten Fällen mit vier PCIe-3.0-Lanes an die CPU angebunden ist, wodurch die theoretische Bandbreite auf 32 GBit/s anwächst. Für den M.2-Test setzen wir die Samsung SSD XP941 mit 512-GB-Speicherkapazität ein, die auf eine Länge von 8 cm kommt und von Samsung mit 1.170 MB/s lesend und 950 MB/s schreibend spezifiziert wurde. Als Schnittstelle nutzt das Solid State Module den M.2-16-GBit/s-Standard, was vier PCIe-2.0-Lanes entspricht.

ATTO USB3 small
Die M.2-Performance beim ASUS X99-A II
(über vier PCIe-3.0-Lanes von der Broadwell-E-CPU).

Bleibt noch die M.2-Performance übrig. Natürlich können wir das volle Potential mit dem verwendeten Modul nicht abgreifen, doch wurde unser Modul mit 1.083 MB/s lesend und 1.027 MB/s schreibend anständig beschleunigt.


Vergleicht man rein die Ausstattungsmerkmale, so fällt auf, dass das X99-A II und das Strix X99 Gaming vom WLAN-AC- und Bluetooth-4.1-Modul abgesehen exakt dieselbe Ausstattung erhalten haben. Demnach hat ASUS eine gemeinsame Basis geschaffen, davon ausgehend jedoch zwei unterschiedliche Modelle auf den Markt gebracht. Das ist nun keineswegs negativ zu beurteilen, denn dem Strix X99 Gaming stehen darüber hinaus als ROG-Platine auch noch die ROG-exklusiven Features zur Verfügung. Der Anwender kann auch dem X99-A II aufgrund der acht DDR4-DIMM-Speicherbänke bis zu 128 GB RAM spendieren und dank dem identischen VRM-Bereich und den zahlreichen Overclocking-Funktionen können die eingesetzte LGA2011-3-CPU und auch der installierte RAM anständig übertaktet werden.

Für Grafikkarten und Co. wurden drei PCIe-3.0-x16-Slots und ein PCIe-2.0-x16-Slot auf mechanischer Basis und dazu zwei PCIe-2.0-x1-Anschlüsse verbaut. Sollte der Anwender eine immense Grafikleistung benötigen, kann er bis zu drei NVIDIA- oder AMD-Grafikkarten auf das Board schnallen. Für den Storage-Bereich kommt auch für das X99-A II neben einer SATA-Express-Schnittstelle und acht SATA-6GBit/s-Buchsen außerdem jeweils ein M.2- und U.2-Anschluss infrage. Allerdings ist auch in diesem Fall eine gemeinsame Nutzung der letzten beiden genannten Anschlüsse nicht ermöglicht worden, obwohl dies zumindest mit einer 40-Lane-CPU problemlos möglich gewesen wäre.

Im USB-Bereich stellt das ASUS X99-A II nicht nur jeweils acht USB-3.1-Gen1- und USB-2.0-Anschlüsse (jeweils vier extern und intern), sondern auch zwei sehr schnelle USB-3.1-Gen2-Schnittstellen, jeweils einer Typ-A- und Typ-C-Ausführung bereit. Netzwerkanbindung erfolgt dagegen über Intels I218-V-Netzwerkcontroller, der in der Theorie bis auf 1 GBit/s (125 MB/s) kommt und auch Sonderfeatures wie VLAN und Wake-on-LAN mitbringt. Für die Audioberechnung kommt das Crystal-Sound-3-Feature zum Einsatz, das aus dem Realtek ALC1150, einigen Audio-Kondensatoren und einem Kopfhörerverstärker bis 600 Ohm besteht.

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Aber auch auf etwas Onboard-Komfort kann sich der Nutzer freuen, denn ASUS hat auch dem X99-A II einen Power- und Reset-Button, eine Diagnostic-LED, den MemOK-Button und sogar einen BIOS-Switch hinterlassen. Mit Letzterem kann zwischen den beiden BIOS-ROMs umgeschaltet werden. Für die gewisse Portion Optik unterstützt die Platine selbst das neue Aura-Lighting-Feature. In vielen verschiedenen Leuchteffekten können die RGB-LEDs am PCH-Kühler, an den großen PCIe-Steckplätzen und rückseitig unter dem Audiobereich zum Leuchten gebracht werden. Für eine RGB-Erweiterung hat ASUS auch an den RGB-Header gedacht, an dem der Nutzer auf Wunsch eine RGB-LED-Kette mit anschließen kann. Neben erneut zahlreichen FAN-Headern haben es auch ein High-Amp-Header und auch ein Wasserpumpen-Header mit zu den Spezifikationen geschafft.

ASUS setzt beim X99-A II ein optisch angepasstes UEFI ein, das jedoch funktional mit den anderen Modellen identisch ist und erneut einen guten Eindruck hinterlassen konnte. Einziger Punkt ist die leichte Verzögerung nach langer Nutzung. Bei der Leistungsaufnahme konnten wir nach der Deaktivierung des MultiCore-Enhancement-Features keine groben Schnitzer feststellen. Ganz im Gegenteil, denn von allen bisher getesteten X99-Refresh-Mainboards zeigte sich das ASUS X99-A II am effizientesten.

Das ASUS X99-A II ist in unserem Preisvergleich ab 258 Euro gelistet, die für die gebotene Ausstattung gut angelegt sind. Schlussendlich handelt es sich um ein Strix X99 Gaming ohne WLAN-AC- und Bluetooth-4.1-Modul und ohne ROG-Features.

Positive Eigenschaften des ASUS X99-A II:

Negative Eigenschaften des ASUS X99-A II:

ASUS hat mit dem X99-A II eine sehr gut ausgestattete Platine für die Haswell-E- und Broadwell-E-Prozessoren im Angebot, das kaum Schwächen gezeigt hat. Die Leistungsaufnahme lässt sich mit manuellen Einstellungen sogar teilweise deutlich reduzieren.

eh asus x99 a ii

Alternativen? Wer die Hardware-Basis des ASUS X99-A II mit ROG-Funktionen sucht, kann sich ASUS ROG Strix X99 Gaming anschauen. Alternativ böte sich auch das MSI X99A Gaming Pro Carbon an, das als Konkurrenzmodell zum ASUS Strix X99 Gaming angesehen werden kann.

 

Persönliche Meinung

Ich empfinde es als äußerst klug von ASUS, dieselbe Hardware-Basis in zwei unterschiedlichen Modellen anzubieten. Denn diese Basis gehört bereits der gehobenen Klasse an und kann auch problemlos als Non-Gaming-Variante genutzt werden. Als Resultat ist das X99-A II zustandegekommen. Ich fand es jedoch etwas schade, dass ASUS zumindest den Nutzern einer 40-Lane-CPU verwehrt hat, dass sowohl der M.2- als auch der U.2-Port genutzt werden kann. 

Schöpft man das System mit drei Grafikkarten aus und es wird beispielsweise ein M.2-Modul mit eingesetzt, bleiben vier PCIe-3.0-Lanes brach liegen. (Marcel Niederste-Berg)

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