MSI X99A Gaming Pro Carbon im Test - Gute Ausstattung trifft auf zahlreiche RGB-LEDs

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mobo review msi x99a gaming pro carbon 4 logoWährend Intel mit Broadwell-E einen Schwung neuer Prozessoren für den Sockel LGA2011-3 veröffentlicht hat, nahmen die Mainboard-Hersteller diese Gelegenheit beim Schopfe und haben Refresh-Platinen vorbereitet und auf den aktuellsten Stand der Technik gebracht. Mit dem ASUS Strix X99 Gaming haben wir uns bereits eines der Refresh-Mainboards näher angeschaut. Aber auch MSI hat neue X99-Platinen vorzuweisen. Neben dem X99A Godlike Gaming Carbon bietet das taiwanische Unternehmen nun außerdem das X99A Gaming Pro Carbon an, das unserer Ansicht nach definitiv einen Blick wert ist. Wir haben das X99-Mainboard mit unserem aktualisierten Testsystem geprüft.

Das X99A Godlike Gaming hatten wir bereits im ausführlichen Test. Das Carbon-Modell ist vom technischen Aufbau her identisch, wenn man von der On-The-Way-Unterstützung für die neuen Broadwell-E-Prozessoren - wie den Core i7-6950X - absieht. Jedoch wurde das High-End-Mainboard durch die Carbon-Optik etwas aufgefrischt und lässt das Herz für Fans rein schwarzer Platinen höher schlagen. In technisch abgespeckter Form hat sich MSI dazu entschlossen, ein weiteres Carbon-Modell ins Sortiment aufzunehmen, das im Gegenzug natürlich für einen geringeren Anschaffungspreis zu haben sein wird und der Performance-Gaming-Serie angehört. Als Ergebnis präsentierte das Unternehmen schließlich das X99A Gaming Pro Carbon.

Für einen Preis unterhalb von 300 Euro hat diese Platine einiges zu bieten. MSI hat sich in diesem Fall für das völlig ausreichende ATX-Format entschieden. Auf dieser Fläche wurden neben dem großflächigen CPU-Sockel und den acht DDR4-DIMM-Speicherbänken außerdem vier PCIe-3.0-x16-Steckplätze auf mechanischer Basis und dazu zwei PCIe-2.0-x1-Slots verbaut. Der Storage-Bereich wurde mit acht SATA-6GBit/s-Ports, einem SATAe-Anschluss sowie jeweils einer M.2- und U.2-Schnittstelle großzügig ausgestattet. USB-technisch wurden von MSI neun USB-3.1-Gen1-, zwei USB-3.1-Gen2- und dazu acht USB-2.0-Schnittstellen vorgesehen.

Hinzu kommen natürlich auch ein Gigabit-LAN-Port und eine ordentliche Soundausstattung. Das Ganze wurde mit zahlreichen RGB-LEDs versehen, die momentan sehr im Trend liegen, den man auf der diesjährigen Computex in Taipeh bei vielen Produkten nicht übersehen konnte.

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Das MSI X99A Gaming Pro Carbon in der Übersicht.

Zu Anfang haben wir bereits die rein schwarze Optik angesprochen, die zwar nicht jedem gefallen dürfte, jedoch vom Großteil sicherlich akzeptiert wird. Auffällig sind die silberfarbigen Metallverstärkungen bei den PCIe-3.0-x16- und den acht DDR4-DIMM-Steckplätzen. MSI hat auch beim X99A Gaming Pro Carbon nicht auf ein I/O-Panel-Cover verzichtet, das bis nach unten zum Audiobereich reicht. Auf dem I/O-Panel-Cover und auf den beiden Passivkühlkörpern ist die Carbon-Optik sichtbar, der die Platine den Carbon-Zusatz verdankt. Der große Vorteil ist die Wahl der ATX-Abmessungen, sodass dieses Mainboard mit vielen Gehäusen kompatibel ist.

Die Spezifikationen

Das MSI X99A Gaming Pro Carbon bietet folgende technische Eigenschaften:

Die Daten des MSI X99A Gaming Pro Carbon in der Übersicht
Mainboard-Format ATX
Hersteller und
Bezeichnung
MSI
X99A Gaming Pro Carbon
CPU-Sockel LGA2011-3 (2.036 Pins) (für Core i7-58xx/59xx und Core i7-68xx/69xx)
Stromanschlüsse 1x 24-Pin ATX
1x 8-Pin EPS12V
CPU-Phasen/Spulen 8 Stück
Preis ab 292 Euro
Homepage https://de.msi.com
Southbridge-/CPU-Features
Chipsatz Intel X99 Express Chipsatz
Speicherbänke und Typ 8x DDR4 (Quad-Channel)
Speicherausbau max. 128 GB (mit 16-GB-DIMMs)
SLI / CrossFire SLI (3-Way), CrossFireX (3-Way), je nach CPU
Onboard-Features
PCI-Express

4x PCIe 3.0 x16 (elektrisch mit x16/x16/x8/x8) über Haswell-E/Broadwell-E-CPU
2x PCIe 2.0 x1 über Intel X99

PCI -
SATA(e)-, SAS- und 
M.2/U.2-Schnittstellen

1x SATA Express 10 GBit/s über Intel X99
8x SATA 6GBit/s über Intel X99 (6x SATA 6GBit/s mit RAID 0, 1, 5, 10)
1x M.2 mit PCIe 3.0 x4 über CPU (32 GBit/s, shared)
1x U.2 mit PCIe 3.0 x4 über CPU (32 GBit/s, shared)

USB

2x USB 3.1 Gen2 (2x am I/O-Panel, 1x Typ-A und 1x Typ-C) über ASMedia ASM1142
9x USB 3.1 Gen1 (4x am I/O-Panel, 4x über Header, 1x Typ-C onboard), fünf über Intel X99, vier über VIA VL805
8x USB 2.0 (4x am I/O-Panel, 4x über Header) über Intel X99

Grafikschnittstellen -
WLAN / Bluetooth -
Thunderbolt -
LAN

1x Intel I218-V Gigabit-LAN

Audio-Codec
und Anschlüsse
8-Channel Audio Boost 3 (Realtek ALC1150 Audio Codec)
5x 3,5 mm Audio-Jacks
1x TOSLink
FAN-Header 1x 4-Pin CPU-FAN-Header (regelbar)
3x 4-Pin Chassis-FAN-Header (regelbar)
1x 4-Pin WPump-Header

Auf der Front der Verpackung wurden größtenteils dunkle Farben verwendet. In der Mitte ist ein schwarzer Sportwagen mit dem MSI-Gaming-Emblem zu sehen. Während unten links in der Ecke die Modellbezeichnung und rechts davon das Performance-Gaming-Logo zu sehen ist, halten sich oben das MSI-Logo und die beiden Intel-Logos auf. Auch der Hinweis zu den RGB-LEDs wurde mit aufgedruckt.

Das mitgelieferte Zubehör

Folgendes befand sich neben dem Mainboard im Karton:

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Neben den Pflichtbeigaben haben die Taiwaner noch sechs SATA-Kabel, einen Quick-Start-Guide, ein Türschild und gleich zwei 2-Way-SLI-Brücken beigelegt. Als Ergänzung wurden eine Infokarte zur Produktregistrierung, ein MSI-Gaming-Sticker für das Gehäuse, die M-Connectors und zwei RGB-Erweiterungskabel mit in den Karton gelegt. Auch sind Kabelsticker zur Beschriftung wieder mit dabei.


Der X99-Chipsatz ist auch weiterhin stark verwandt mit dem älteren Z97-PCH, den Intel für den Sockel LGA1150 vorgesehen hatte. Allerdings unterstützt der X99-Chipsatz selbst weiterhin vier weitere, native SATA-6GBit/s-Ports und kommt somit auf eine Summe von zehn SATA-6GBit/s-Buchsen. USB 3.0 (USB 3.1 Gen1) wird sechsmal nativ unterstützt. Für weitere Controller und Co. bringt er außerdem acht PCIe-2.0-Lanes mit. Das DMI (Direct Media Interface) basiert noch auf dem älteren 2.0-Protokoll.

Somit kann der betagte X99-PCH in Sachen PCI-Express-Bahnen daher nicht mit dem neueren Z170-Chipsatz mithalten, der gleich 20 Gen3-Lanes an der Zahl im Gepäck hat. Doch dafür haben die Haswell-E(P)- und Broadwell-E(P)-Prozessoren je nach CPU-Modell bis zu 40 PCIe-3.0-Lanes in ihrem Die, sodass es hierbei zu einer Art Kompensation kommt. Vor allen Dingen für eine M.2-Schnittstelle, die bei vier PCIe-3.0-Lanes mit theoretischen 32 GBit/s zu Werke geht, hat die CPU bereits genügend Reserven und braucht nicht den leistungsfähigen PCH des Z170-Chipsatzes.

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Das I/O-Panel-Cover wurde mit dem VRM-Kühler fest verkabelt.

Als wir die abschraubbaren Komponenten vom X99A Gaming Pro Carbon entfernt hatten, waren wir doch etwas überrascht, als wir feststellen durften, dass das I/O-Panel-Cover ausschließlich zusammen mit dem VRM-Kühlkörper entfernt werden kann. Vom I/O-Panel-Cover wurde nämlich ein Stromversorgungskabel zum VRM-Kühlkörper verlegt, damit auch dort die RGB-LEDs ihre Leuchtkraft zeigen können. Dabei ist zu sehen, dass vom VRM-Kühler aus ein weiteres Kabel nach oben geführt wurde, wo sich ebenfalls LEDs aufhalten.

Wird von einem radikalen Durchtrennen des Stromkabels abgesehen, ist eine Verwendung des X99A Gaming Pro Carbon ohne I/O-Panel-Cover somit nicht möglich.

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Lediglich zwei 3-Pin-Stromanschlüsse versorgen die RGB-LEDs am I/O-Panel-Cover und am VRM-Kühler.

Weiter unten am Cover ist die weitere Versorgung sichtbar, denn MSI setzt lediglich zwei Stromstecker ein. Der rechte kümmert sich um die LEDs direkt über dem I/O-Panel und vom VRM-Kühler. Der linke Stecker bekommt es dagegen nur mit den LEDs zu tun, die den Bereich über dem Audio-Boost-3-Logo beleuchten.

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Acht Spulen versorgen die LGA2011-3-CPU mit Strom.

Wie man den Anblick bereits zuhauf kennt, wurden links und rechts neben dem CPU-Sockel jeweils vier DDR4-DIMM-Speicherbänke inklusive Steel-Armor-Feature verlötet. Da in jedem Steckplatz höchstens ein 16-GB-DIMM installiert werden kann, ergibt sich eine maximale Ausbaustufe von 128 GB RAM. Die eingesetzte CPU selbst wird von acht "Titanium Chokes" mit Strom versorgt. Jede der acht Spulen wird von gleich vier MOSFETs des Typs "PK616BA" und "PK632BA" befeuert. Diese Chips stammen von NIKOS. Die VRM-Versorgung wird von einem 8-Pin-EPS12V-Anschluss gewährleistet, sodass also 336 Watt zur Verfügung stehen.

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Auf der PCB-Rückseite befinden sich die anderen 16 MOSFET-Chips.

Wer aufgepasst hat, wird bemerkt haben, dass auf der Frontseite nur zwei MOSFETs pro Spule verlötet wurden. Wir haben uns jedoch nicht verzählt, denn die anderen 16 MOSFETs wurden auf der Rückseite auf derselben Höhe untergebracht. Sie werden mit einer Kühl-Backplate auf Temperatur gehalten.

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Ein PWM-Controller von Intersil hat das Kommando über die acht Spulen.

Der Intersil-ISL6388-PWM-Controller ist in der Lage, sechs Spulen alleine zu managen. Aus diesem Grund wird noch etwas Unterstützung von vier Phasen-Doublern benötigt. Die I6611A stammen ebenfalls von Intersil, wobei jeder von ihnen zwei Spulen betreut. Somit wird also klar, dass der ISL6388 effektiv nur vier "Spulen" steuert, die in diesem Fall die vier I6611A bilden.


Wir setzen diesen Artikel mit den weiteren PWM-Controllern fort.

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Auch für die DIMM-Slots werden PWM-Controller benötigt.

Die acht DDR4-Speicherbänke werden von insgesamt vier Spulen angetrieben. Aus diesem Grund sind zwei PV3203-PWM-Controller zu finden, die die Ansteuerung übernehmen. Sie kommen aus dem Hause Powervation.

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Die Erweiterungssteckplätze auf dem MSI X99A Gaming Pro Carbon.

Lassen wir die beiden PCIe-2.0-x1-Slots mal außen vor, stellt die Platine außerdem vier mechanische PCIe-3.0-x16-Steckplätze bereit. Dabei wurden die vier Letzteren mit dem Steel-Armor-Feature versehen, das die Stabilität des Steckplatzes bei schweren Grafikkarten erhöhen soll. Auch wenn die vier Slots elektrisch mit x16/x16/x8/x8 angebunden sind und damit theoretisch ein 4-Way-Multi-GPU-Setup möglich wäre, spricht MSI hierbei von einem 3-Way-Multi-GPU-Support. Dies liegt nicht zuletzt auch daran, weil der vierte Steckplatz direkt unterhalb des dritten Slots angeordnet wurde und es demnach bei Dual-Slot-Grafikkarten Probleme geben würde.

Bei der Pascal-Architektur in Form der GeForce GTX 1080 und GeForce GTX 1070 hat NVIDIA jedoch sowieso Einschränkungen vorgenommen, denn für Spiele sollen zukünftig nur noch Profile für eine 2-Way-Konfiguration überreicht werden. Aus diesem Grund wurden nun auch neue SLI-Brücken eingeführt, die gleichzeitig die Effizienz erhöhen sollen.

Intel hat bei den Broadwell-E-Prozessoren mit dem Core i7-6850K, Core i7-6900K und dem Core i7-6950X drei Modelle mit 40 PCIe-3.0-Lanes und mit dem Core i7-6800K eine CPU mit 28 Gen3-Lanes, sodass die Steckplätze unterschiedlich angesteuert werden, sofern mehr als eine Grafikkarte eingesetzt wird. Die folgenden beiden Tabellen geben darüber Aufschluss.

PCIe-3.0-x16-Slots und deren Lane-Anbindung mit einer 28-Lane-CPU
(Core i7-5820K und Core i7-6800K)
 elektrische
Anbindung (über)
Single-GPU2-Way-SLI /
CrossFireX
3-Way-SLI /
CrossFireX
4 Karten
PCIe-Slot 1
x16/x8 (CPU) x16 x16 x8 x8
PCIe-Slot 3
x16/x8 (CPU) - x8 x8 x8
PCIe-Slot 5
x8 (CPU) - - x8 x8
PCIe-Slot 6
x8/x4 (CPU) - - - x4

 

PCIe-3.0-x16-Slots und deren Lane-Anbindung mit einer 40-Lane-CPU
(Core i7-5930K/5960X/6850K/6900K/6950X)
 elektrische
Anbindung (über)
Single-GPU2-Way-SLI /
CrossFireX
3-Way-SLI /
CrossFireX
4 Karten
PCIe-Slot 1
x16/x8 (CPU) x16 x16 x16 x8
PCIe-Slot 3
x16/x8 (CPU) - x16 x16 x16
PCIe-Slot 5
x8 (CPU) - - - x8
PCIe-Slot 6
x8/x4 (CPU) - - x8 x8

Beim untersten PCIe-3.0-x16-Steckplatz gilt zudem zu beachten, dass sich der Slot die Anbindung mit dem U.2-Anschluss teilt. Mehr zu diesem Thema beschreiben wir direkt im Anschluss.

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Die Storage-Anschlüsse beim MSI X99A Gaming Pro Carbon.

In Sachen Storage kann das X99A Gaming Pro von MSI einiges bieten. Zu sehen sind sechs angewinkelte und zwei vertikale SATA-6GBit/s-Ports und einen SATA-Express-Anschluss. Als Besonderheit stellt die Platine nicht nur eine M.2-Schnittstelle zur Verfügung, sondern auch einen U.2-Anschluss. Letzterer muss sich die Anbindung jedoch mit dem untersten PCIe-3.0-x16-Slot teilen. Damit der U.2-Port verwendet werden kann, muss der unterste PCIe-3.0-x16-Steckplatz unbenutzt bleiben. Gleichzeitig besteht eine Verbindung zwischen der M.2- und U.2-Schnittstelle. Werden vier PCIe-3.0-Lanes über den U.2-Anschluss abgerufen, arbeitet der M.2-Anschluss mit lediglich zwei PCIe-2.0-Lanes, was aber auch dann immer noch in theoretischen 10 GBit/s an Durchsatz resultiert. Ein SSD-Modul mit einer Länge von 4,2 cm, 6 cm und 8 cm lässt sich einsetzen.

Rechts von den Storage-Anschlüssen aus sind nicht nur zwei USB-3.1-Gen1-Header (4x USB-3.1-Gen1-Ports) zu sehen, sondern auch eine Typ-C-Schnittstelle, die MSI als Front-Typ-C-Anschluss für künftige Gehäuse vorgesehen hat und mit der USB-3.1-Gen1-Spezifikation ans Werk geht.

Je nach Belegung gibt es einige Einschränkungen. Folgende Tabelle aus dem Handbuch gibt darüber Aufschluss, in welchem Umfang die Anschlüsse verwendet werden können:

Anschluss
Nutzbare SATA/SATAe-Anschlüsse
PCIe 6
belegt
frei
U.2
deaktiviert
frei
belegt
M.2
SATA/PCIe
SATA
PCIe/frei
SATA/PCIe
frei
SATA-Express Nein Nein Ja Nein Ja
SATA 1 Ja Ja Ja Ja Ja
SATA 2 Ja Ja Ja Ja Ja
SATA 3 Ja Ja Ja Ja Ja
SATA 4 Ja Ja Ja Ja Ja
SATA 5 (SATAe) Nein Nein Ja Nein Ja
SATA 6 (SATAe) Nein Nein Ja Nein Ja
SATA 7 Ja Ja Ja Ja Ja
SATA 8 Ja Ja Ja Ja Ja
SATA 9 Ja Ja Ja Ja Ja
SATA 10 Ja Ja Ja Ja Ja

Alle SATA-Ports können frei belegt werden, wenn der sechste PCIe-Slot und auch der U.2-Anschluss frei bleiben. Andernfalls kommt es je nach Konstellation drauf an. Wird der unterste PCIe-Slot verwendet, ist zunächst der U.2-Anschluss unbrauchbar. Wird dann noch der M.2-Steckplatz mit einem SSD-Modul bestückt, können die SATA-Ports 1 - 4 und 7 -10 genutzt werden. Die SATA-Ports 5 und 6 bilden die SATA-Express-Schnittstelle, die in diesem Fall nicht genutzt werden kann, was dann auch für die beiden SATA-Ports gilt. Im Detail kommt es dann auch auf den SATA- und PCIe-Modus an.

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Das I/O-Panel beim MSI X99A Gaming Pro Carbon.

Die Anschlüsse von links nach rechts und von oben nach unten:

Sollte jemand ein Mainboard mit zahlreichen USB-Anschlüssen am I/O-Panel bevorzugen, kommt er mit dem X99A Gaming Pro Carbon ganz auf seine Kosten. So erhält der Anwender rückseitig Zugriff auf jeweils vier USB-3.1-Gen1- und USB-2.0-Schnittstellen und dazu jeweils einen USB-3.1-Gen2-Typ-A- und Typ-C-Anschluss. Des Weiteren halten sich eine PS/2-Schnittstelle, ein Gigabit-LAN-Port, fünf 3,5-mm-Audiojacks und ein Toslink-Anschluss bereit. Über den CMOS-Clear-Button können die BIOS-Parameter auf Default zurückgesetzt werden.

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Das I/O-Panel beim MSI X99A Gaming Pro Carbon.

Ohne einen SuperI/O-Chip kommt auch das MSI X99A Gaming Pro Carbon nicht aus. In diesem Fall ist es der NCT6792D+ von Nuvoton, der die Spannungen, Temperaturen und Lüftergeschwindigkeiten im Auge behält. Auch ist es ihm zu verdanken, dass sich die angeschlossenen Lüfter regeln lassen.


Weiter geht es mit der Audioausstattung.

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Als Herzstück wird der Realtek ALC1150 eingesetzt.

Zusammen mit anderen Komponenten bildet der Realtek ALC1150 das Herzstück des Audio-Boost-3-Features. Zusätzlich wurden 13 Chemi-Con-Audiokondensatoren und zwei OPA1652-Kopfhörerverstärker von Texas Instruments verlötet und runden das Ganze ordentlich ab. Durch letztere können selbst Kopfhörer mit einer hohen Impedanz von 600 Ohm problemlos genutzt werden.

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Gigabit-LAN wird durch einen Intel-Controller ermöglicht.

Bei der X99-Plattform ist es weiterhin der Intel-I218-V-PHY, der beim MSI X99A Gaming Pro Carbon die Netzwerkpakete transferiert und auf einen Datendurchsatz von maximal 1 GBit/s (theoretisch 125 MB/s) kommt. Zugleich bringt er Funktionen wie Wake-on-LAN und VLAN mit.

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Der ASMedia ASM1142 sorgt für die USB-3.1-Gen2-Unterstützung.

ASMedias ASM1142 wird aktuell auf den meisten Platinen verlötet, die USB-3.1-Gen2-Ports zur Verfügung stellen. Der Host-Controller unterstützt zwei Anschlüsse mit jeweils 10 GBit/s Datendurchsatz (theoretisch).

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Ein USB-3.1-Gen1-Hub ist in diesem Fall absolut notwendig.

Das MSI X99A Gaming Pro Carbon stellt in der Summe neun USB-3.1-Gen1-Anschlüsse bereit. Dadurch dass der X99-PCH maximal sechs Ports steuern kann, haben die Taiwaner einen zusätzlichen USB-3.1-Gen1-Hub verbaut, in diesem Fall den VIA VL805. Mit seiner Unterstützung von vier USB-3.1-Gen1-Anschlüsse kümmert er sich um die vier Ports am I/O-Panel.

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Auch ein wenig Onboard-Komfort ist mit an Bord.

An dieser Stelle sehen wir unten noch einmal ganz deutlich den SATA-Express-Anschluss, allerdings nicht nur das. Neben einem Power- und Reset-Button und einem BIOS-Switch zum Umschalten zwischen den beiden BIOS-ROMs sehen wir hier außerdem den MSI-Game-Knob, den wir zum ersten Mal beim getesteten MSI Z170A Gaming M7 gesehen und näher beschrieben haben. Beim MSI-Game-Knob handelt es sich um einen Drehschalter.

Zur Auswahl stehen Level 0, 1, 2, 4, 6, 8, 10 und 11. Level 0 entspricht den Default-Werten. Mit Level 11 wird die CPU dagegen ordentlich übertaktet, sofern sie mitspielt. Die Auswahl des Levels erfolgt entweder im ausgeschalteten Zustand des PCs oder während des Betriebs im UEFI. Wichtig ist jedoch, dass im BIOS die Hardware-Übertaktung aktiviert ist. Neben dem Drehschalter signalisiert jeweils eine LED, ob der Hardware- (rot) oder Softwaremodus (grün) aktiv ist.

Wir haben sämtliche Stufen einmal mit unserem Core i7-6950X ausprobiert.

MSI Game Boost Feature
Game-Boost-LevelCPU-TaktRAM-TaktCPU-VCoreVDIMM
0 (Default) 3,0 GHz 2.133 MHz 0,960 Volt 1,200 Volt
1 3,6 GHz 2.666 MHz 1,088 Volt 1,360 Volt
2 3,7 GHz 2.666 MHz 1,136 Volt 1,360 Volt
4 3,9 GHz 2.666 MHz 1,136 Volt 1,360 Volt
6 4,1 GHz 2.666 MHz 1,232 Volt 1,360 Volt
8 4,3 GHz 2.666 MHz 1,328 Volt

1,360 Volt

10 4,4 GHz 3.000 MHz 1,424 Volt 1,360 Volt
11 4,4 GHz 3.000 MHz 1,576 Volt 1,376 Volt

Die Stufe 8 mit einer Taktfrequenz von 4,3 GHz mit einer VCore von 1,328 Volt ist unseres Erachtens noch vertretbar. Die Stufen 10 und 11 hingegen sind in Sachen VCore unserer Ansicht nach für einen Dauerbetrieb eher ungeeignet, was besonders für die letzte Stufe mit den sehr hohen 1,576 Volt gilt. Hinzu kommt, dass die Frequenzen von den Stufen 10 und 11 identisch sind und einzig die Spannungen erhöht wurden.

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Das MSI X99A Gaming Pro Carbon nochmal in der Übersicht.

MSI hat den Platz auch beim X99A Gaming Pro Carbon sehr gut genutzt. Entsprechend konnten wir am Grundlayout keine Schwachstellen ausfindig machen. An den üblichen Positionen wurden insgesamt fünf 4-Pin-FAN-Header verlötet, wenn wir den neuen Header für Wasserpumpen dazuzählen. Für die übrigen vier Lüfter-Header lässt sich eine Lüfterkurve auf die eigenen Wünsche in vier Stufen manuell anpassen. Doch selbst die Standard-Settings arbeiten bereits zufriedenstellend ruhig. Liegt die CPU-Temperatur unter der 40-Grad-Marke, drehen sich die Lüfter mit nur 12,5 Prozent der maximalen Drehzahl. Die nächsten beiden Hürden werden per Default bei 55 Grad und 70 Grad Celsius festgelegt, wodurch der/die Lüfter auf 37,5 Prozent respektive 62,5 Prozent beschleunigt werden. Wird die 85-Grad-Marke erreicht, arbeiten die Lüfter schließlich mit der vollen Drehzahl. Für uns hinterlässt die Lüftersteuerung einen positiven Eindruck.

MSI hat auch bei den neueren X99-Mainboards das "Guard-Pro"-Feature hinzugefügt, welches in fünf Unter-Features gegliedert ist: Circuit Protection (Kurzschlussschutz),  Humidity Protection (Schutz vor hoher Luftfeuchtigkeit), High Temperature Protection (Schutz vor hohen Temperaturen), ESD Protection (Schutz vor elektrostatischer Entladung), EMI Protection (Schutz vor elektromagnetischen Interferenzen).

MSI Mystic Light ist mit an Bord

Der Trend auf der Computex 2016 hat es gezeigt: RGB-LEDs sind mittlerweile auf vielen Produkten vertreten. So auch beim MSI X99A Gaming Pro Carbon. Die Taiwaner haben nicht nur am PCH-Kühler, sondern auch am VRM-Kühler und verteilt am I/O-Panel-Cover zahlreiche RGB-LEDs untergebracht, die in 17 verschiedenen Effekten leuchten können. Zu den 17 Effekten zählen, Breathing, Wave, Flashing, Double Flashing, Meteor, Lightning, Rainbow, Random und Stack. Auch ist es möglich, die LEDs in den Musikrichtungen wie Pop, Rap, Jazz oder im Modus Play und Movie leuchten zu lassen. Andernfalls können die LEDs auch anhand der aktuellen CPU-Temperatur leuchten.

Und wem das noch nicht reicht, erhält dank des LED-Headers die Möglichkeit, 5050-RGB-LED-Strips anzuschließen.


BIOS

Werfen wir nun einen Blick auf das UEFI, das MSI für das X99A Gaming Pro Carbon vorgesehen hat. Wir mussten kein BIOS-Update vornehmen, da mit Version 1.13 bereits die aktuellste Version vorinstalliert war. Diese Version lief bei uns in der Redaktion sehr stabil und arbeitete ohne Auffälligkeiten.

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Der EZ-Mode beim MSI X99A Gaming Pro Carbon.

MSI verwendet für die neuen X99-Mainboards exakt dieselbe Oberfläche, wie sie bei den Z170-Pendants zum Einsatz kommt. Demnach wurden wir als Erstes mit dem EZ-Mode begrüßt. Auf dieser Übersichtsseite erhält der Anwender Informationen über die CPU, den installierten Arbeitsspeicher, die angeschlossenen Storage-Geräte und über die Lüfter. Zusätzlich existieren Shortcuts zum M-Flash-Feature, zur Favorites- und Hardware-Monitor-Seite und weiterhin Buttons, um LAN-ROM, Fast Boot, AHCI, den Audio-Codec und die CPU-Fan-Warnung zu aktivieren beziehungsweise zu deaktivieren. Außerdem lässt sich bei Problemen das "BIOS Log Review" einsehen. Die breite Leiste oberhalb vom EZ-Mode wird auch im Advanced-Mode angezeigt, zu dem wir nun kommen.

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Der Advanced-Mode beim MSI X99A Gaming Pro Carbon.

Oben links unter der Uhrzeit und dem Datum ist wieder der XMP-Button anzutreffen, mit dem ein vorhandenes Profil aus den DIMMs geladen werden kann. Speziell für die Gaming-Mainboards wurden passenderweise die Farben Rot und Schwarz verwendet. Ganz oben auf der rechten Seite werden zu jedem Zeitpunkt das installierte Prozessormodell, dessen Taktfrequenz und die Arbeitsspeicher-Kapazität inkl. Takt angezeigt. Zusätzlich kann die aktuell vorliegende BIOS-Version abgelesen werden. Darunter lassen sich ganz bequem die Boot-Prioritäten per Drag & Drop-Verfahren festlegen. Auf der linken Seite erhält der Anwender einen ersten Überblick über die CPU- und Mainboard-Temperatur.

Der erste Punkt von den insgesamt sechs "Settings" stellt neben dem "System Status" die "Advanced"-Einstellungen bereit. Letzteres ist bereits grundlegend bekannt. Dort lassen sich alle Board-bezogenen Einstellungen finden, die die Onboard-Komponenten betreffen. Die Punkte "Boot", "Security" und "Save & Exit" sind dabei selbsterklärend.

Der vorletzte Punkt ist der "Hardware Monitor", der wichtige ausgelesene Daten aufzeigt wie eben die Temperaturen, Spannungen und Lüfterdrehgeschwindigkeiten. Zusammen mit dem CPU-FAN-Header können in der Summe fünf Lüfter gesteuert werden. Jeder Lüfter kann mit vier Stufen in einer automatischen oder manuellen Lüfterkurve angepasst werden. Der letzte Menüpunkt umfasst den "Board Explorer", der übersichtlich aufzeigt, in welchem Slot oder an welchem sonstigen Anschluss welche Komponente installiert ist. Dies erspart den Blick ins eigene Gehäuse und dient rein dem Komfort.

Generell ist es auch möglich, die meistgenutzten Funktionen auf insgesamt fünf Favoritenseiten abzuspeichern. Mittels eines Rechtsklicks auf die jeweilige Funktion wird ein kleines Kontextmenü geöffnet, in dem der Anwender anschließend diese Funktion auf eine der fünf Seiten ablegen kann. Sollen Screenshots angefertigt werden, genügt ein Druck auf die "F12"-Taste und die anschließende Auswahl des Ziellaufwerks. Die Screenshots werden im BMP-Format mit einer Auflösung von 1.024 x 768 Pixel abgespeichert.

Wir waren mit dem UEFI außerordentlich zufrieden. Egal ob mit der Maus und/oder mit der Tastatur, wir konnten problemlos durch die ganzen Menüs navigieren. Auch konnten wir keine Stabilitätsprobleme ausfindig machen.

 

Overclocking

Wo bei MSI "Gaming" draufsteht, ist generell auch Overclocking möglich, auch wenn der Hersteller zu diesem Thema auch spezielle Produkte in petto hat. Im UEFI findet der Anwender jede Menge Overclocking-Einstellungsmöglichkeiten, um die erworbenen Komponenten zu übertakten. So wird die LGA2011-3-CPU mit acht Spulen angetrieben, die für einen erhöhten Takt absolut ausreichend sind.

MSI erlaubt beim X99A Gaming Pro eine Veränderung des BCLK von 90,90 MHz bis 300 MHz. Die Intervalle betragen unverändert annehmbare 0,06 MHz, auch wenn mit 0,01 MHz-Schritten ein besseres Feintuning möglich gewesen wäre. In Sachen CPU-Spannung hat der Anwender jede Menge Optionen. So stehen ihm die Modi Override, Adaptive und Offset zur Verfügung. Mit den ersten beiden Modi lässt sich die Spannung von 0,800 Volt bis 2,100 Volt fixieren. Der Adaptive-Mode erlaubt die Nutzung eines Offsets und gleichzeitig eine feste Spannung für den Turbo-Modus, sprich für die Last-Situation. Im Offset-Modus sieht der Spielraum mit 0,001 Volt bis 0,990 Volt in beide Richtungen ebenfalls sehr ansprechend aus. Alle weiteren Overclocking-Funktionen können der folgenden Tabelle entnommen werden.

Die Overclocking-Funktionen des MSI X99A Gaming Pro Carbon in der Übersicht
Base Clock Rate 90,90 MHz bis 300 MHz in 0,06-MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,800 V bis 2,100 V in 0,001-V-Schritten (Override- und Adaptive-Modus)
-0,990 V bis +0,990 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 0,600 V bis 2,000 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-VCCIN-Spannung 1,200 V bis 3,040 V in 0,001-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-Ring-Spannung

0,800 V bis 2,100 V in 0,001-V-Schritten (Override- und Adaptive-Modus)
-0,990 V bis +0,990 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)

CPU-SA-Spannung 0,800 V bis 1,850 V in 0,010-V-Schritten (FixedModus)
CPU-IO-Analog/Digital-Spannung 0,700 V bis 2,300 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCH-Core-Spannung 0,700 V bis 2,320 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen PCH 1.5V, DRAM VPP, DRAM VREF, CPU SA/VCCU
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 99 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
Weitere Besonderheiten UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE (C6/C7), EIST
Turbo-Modus (All Cores, By number of active cores),
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und vier optionale Fans,
CPU Current Capability, CPU Power Thermal Control, CPU Input Boot Voltage,
CPU Load-Line Calibration Level 1-9, Enhanced DRAM Training

Mit dem MSI X99A Gaming Pro Carbon haben wir den neuen Core i7-6950X verwendet, dessen Overclocking-Potential wir erst einmal neu ausloten mussten. Mit einer Taktfrequenz von 4 GHz zeigte sich die 10-Kern-CPU unbeeindruckt, sodass wir den Takt mit 4,2 GHz noch ein wenig erhöhen konnten. Zwar konnten wir mit 4,3 GHz einen bootstable-Wert erreichen, stabil konnte dieser Takt allerdings bei Weitem nicht gehalten werden. Da half leider auch die Spannungskeule nicht weiter.

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Bestes Ergebnis mit dem 1.0-Strap: 4,2 GHz bei 1,210 Volt

Im Gegenzug konnten wir den Core i7-6950X mit 4,2 GHz bei lediglich 1,210 Volt stabil betreiben. Da jeder der zehn Kerne mit diesem Takt zu Werke ging, erhält man somit also ein unbändiges Biest an Performance.

Weiterhin schauen wir uns bei der Broadwell-E-Plattform das RAM-Overclocking-Verhalten an. Zu diesem Zweck verwenden wir vier DIMMs mit jeweils 4 GB Speicherkapazität des Typs "G.Skill RipJaws4 DDR4-3000". Im ersten Test kontrollieren wir die Funktionalität des XMP und im zweiten ohne Verwendung des XMP-Features.

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4x 4GB G.Skill RipJaws4 DDR4-3000
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Das Extreme-Memory-Profil
wird korrekt vom System umgesetzt.
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Ohne XMP konnten wir schärfere Latenzen festlegen.

Das Extreme-Memory-Profile wurde absolut korrekt vom X99A Gaming Pro Carbon umgesetzt und angenommen. Wir konnten die Latenzen im manuellen Modus noch ein wenig nach unten schrauben. Die VDIMM wurde währenddessen mit 1,35 Volt fixiert.

MSI/Intel Extreme Tuning Utility

Auf der Treiber- und Software-DVD lässt sich das MSI/Intel Extreme Tuning Utility finden, das der eine oder andere bereits schon kennt:

MSI/Intel Extreme Tuning Utility.

Das XTU ermöglicht das Overclocking der CPU und des Arbeitsspeichers direkt unter Windows. Mit integriert ist auch ein Hardware-Monitor, womit sich die CPU-Temperatur, deren aktuell anliegende Taktfrequenz und andere interessante Punkte überwachen lassen. Neben den Taktfrequenzen für CPU und RAM ist auch gleich die Spannung regulierbar. Die Aktivierung der gewählten Einstellungen erfolgt nicht in Echtzeit, Änderungen werden vorerst zwischengespeichert. Erst nach einem Neustart des Systems sind die Settings dann auch aktiv. Hinterher kann die Konfiguration auch gleich mit dem implementierten Stress-Test auf Stabilität geprüft werden. Wurden die passenden und stabilen Einstellungen gefunden, können sie in praktischen Profilen hinterlegt werden.

MSI Command Center

MSI Command Center.

Darüber hinaus hat MSI auch noch das eigene Command Center im Angebot, wodurch noch erweiterte Einstellungen unter Windows vorgenommen werden können. Beispielsweise die Multiplikatoren der maximal vier CPU-Kerne, die einzelnen Spannungen und auch die Lüftergeschwindigkeiten. Selbst Einstellungen zum Arbeitsspeicher und zur integrierten Grafikeinheit stehen bereit. Auch lässt sich darüber das Game-Boost-Feature managen. Als Bonus lassen sich natürlich auch die aktuellen Parameter-Werte zu den Spannungen ablesen.

Das Command Center kann den Anwender auch bei selbst definierten Werten warnen, falls die jeweilige Barriere überschritten wird. Wer möchte, kann zu Überwachungszwecken die wichtigsten Spannungen, Lüftergeschwindigkeiten und Temperaturen aufzeichnen.

MSI Gaming App

MSI Gaming App.

Auch wieder mit an Bord: Die MSI-Gaming-App. Mit dieser hat der Anwender die Auswahl zwischen dem OC-Modus, dem Gaming-Modus und dem Leiser-Modus. Doch die App kann noch mehr. Mit der Eye-Rest-Funktion kann der Bildschirm an die jeweilige Situation angepasst werden. MSI hat dazu die Menüpunkte "Augenschonung", "Gaming" und "Film" berücksichtigt. Eine manuelle Anpassung ist auch mit dem Menüpunkt "Anpassen" möglich. Des weiteren bringt die App ein On-Screen-Display mit, das natürlich auf die eigenen Wünsche angepasst werden kann, beziehungsweise welche Daten ingame angezeigt werden sollen.

Nicht alle auf dem Markt erhältlichen Tastaturen bringen Zusatztasten mit. Zu diesem Zweck bietet sich das Gaming-Hotkey-Feature an, bei dem der Anwender für allerlei Funktionen (siehe Bild 4) mit gewöhnlichen Tasten belegen kann. Auch lässt sich die Maus-Steuerung individuell mit "Mouse Master" anpassen. Um die LEDs auf dem Mainboard zu steuern, wird ebenfalls die Gaming App verwendet. Hier kann sich der Anwender zwischen einigen Leuchteffekten, wie pulsierend, blinkend, doppelt blinkend, Regenbogen und zufällig entscheiden. Es ist zudem möglich, die LEDs passend zu einem Musiktitel leuchten zu lassen. Da es sich bei den sieben LEDs um RGB-LEDs handelt, darf sich der User auch eine andere Farbe als das klassische Gaming-Rot aussuchen. Nach einem Klick auf "Übernehmen" treten die Änderungen instant in Kraft.

In der folgenden Bildergalerie lassen sich nochmal alle BIOS-Screenshots einsehen:

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Mit diesem Testsystem haben wir das MSI X99A Gaming Pro Carbon getestet:

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz.

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version.

Seit der Einführung der Nehalem-Prozessoren und der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 2.400 MHz und 15-15-15-35 2T - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim MSI X99A Gaming Pro Carbon mussten wir das Enhanced-Turbo-Feature deaktivieren, damit ein fairer Vergleich vorgenommen werden konnte.

Wir testen allerdings nur noch vier Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2013, SuperPi 8M, Cinebench R15 und Sisoft Sandra 2016 Memory Benchmark:

3DMark 2013

Fire Strike

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R15 CPU

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

SiSoft Sandra 2016

Memory Benchmark

Bandbreite in GB/s
Mehr ist besser

SuperPi 8M

Memory Benchmark

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

In der Summe stimmt die Performance des MSI X99A Gaming Pro Carbon absolut, sodass wir an dieser Stelle nichts zu beanstanden haben. Zwar liegt die Speicherbandbreite minimal unterhalb der drei ASUS-Probanden, doch das fällt eher in den messbaren Bereich.

 

Auch weiterhin werden wir die Bootzeit protokollieren. Wir messen die Zeit in Sekunden, wie lange das Mainboard benötigt, um alle Komponenten zu initialisieren und mit dem Windows-Bootvorgang beginnt.

Bootzeit

Vom Einschalten bis zum Windows-Bootvorgang

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

In Sachen Bootgeschwindigkeit kann das MSI-Brett an den drei ASUS-Mainboards deutlich vorbeiziehen. Für die Initialisierung brauchte das X99A Gaming Pro Carbon 25,92 Sekunden. An nächster Stelle legt das ASUS X99-Deluxe II mit 35,93 Sekunden keinen Schnellstart hin, was auch für die restlichen beiden Platinen gilt. Generell ist die Bootperformance aber auch beim MSI-Mainboard etwas zu hoch. In allen Fällen können diese Zeiten mit einer BIOS-Optimierung reduziert werden.


Neben der wichtigen Performance ist auch der Stromverbrauch des heimischen PCs kein unwichtiges Kriterium. Was man häufig unterschätzt, ist die Tatsache, dass selbst die verschiedenen Mainboard-Modelle der zahlreichen Hersteller unterschiedlich viel Strom aus der Steckdose ziehen. Ein Grund dafür sind die verschieden eingesetzten BIOS-Versionen, die teilweise die von Intel referenzierten Stromsparmechanismen schlecht oder gar falsch umsetzen oder dass Onboardkomponenten sich eigentlich deaktivieren sollten, wenn diese entweder durch dedizierte Hardware ersetzt wurden oder einfach nicht verwendet werden. Darüber hinaus kann aber manchmal auch die Stromversorgung verantwortlich gemacht werden, wenn unter Default Settings mehr Energie zur Verfügung gestellt wird, als eigentlich benötigt wird. Genau deswegen spielt die Effizienz eine wichtige Rolle. Wenn die Effizienz der Stromversorgung nun also schlecht ausfällt, wird mehr Strom verbraucht. Zu unterschätzen ist hierbei aber auch die Software nicht, sodass sie ebenfalls gut abgestimmt sein muss, damit eine zufriedenstellende Effizienz gegeben ist.

Das MSI X99A Gaming Pro Carbon hat einige Zusatz-Controller erhalten. Ein LAN-Controller, ein USB-3.1-Gen2-Controller, ein USB-3.1-Gen1-Hub und ein Audio-Codec tragen ihren Teil zum Stromverbrauch bei.

Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 15 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-spanTest, Vollauslastung). Die jeweiligen Leistungs-Werte entsprechen dem System-Gesamtverbrauch.

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Für den ersten Test sind die Default Settings aktiv, sodass der Großteil der Onboardkomponenten bereits aktiviert ist. Die Grafikausgabe erfolgt über die Radeon R9 380. Wie bereits weiter oben geschrieben, sind alle Stromspar-Features eingeschaltet, was mit den Werten einer manuellen Konfiguration scheinbar gut umgesetzt wurde.

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Bei der Enthusiasten-Plattform liegt der Stromverbrauch üblicherweise über der Midrange-Plattform, was für die Enthusiasten jedoch eine untergeordnete Rolle spielen sollte. Nichtsdestotrotz konnten wir bei drei von vier der neuen X99-Platinen im Idle eine Leistungsaufnahme von unter 65 Watt bescheinigen. Dabei liegt das MSI X99A Gaming Pro Carbon mit 64,3 Watt dicht an der 65-Watt-Grenze. Davon weit abgeschlagen ist das ASUS X99-Deluxe II mit sehr hohen 77,1 Watt.

Leistungsaufnahme

Cinebench R15 CPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Mit Cinebench R15 liegen die Werte schon dichter beieinander, wobei es kaum einen Unterschied zwischen dem MSI-Mainboard und den ASUS-Platinen X99-E und X99-A II gibt und bei 176 Watt inklusive Testsystem lagen. Lediglich das ASUS X99-Deluxe II veranschlagte 188,5 Watt, was der umfangreicheren Ausstattung geschuldet ist.

Leistungsaufnahme

Prime95

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Mit Prime95 wird die CPU unter volle Last gesetzt, was die Leistungsaufnahme in die Höhe treiben lässt. Während das MSI X99A Gaming Pro Carbon, das ASUS X99-E und das X99-A II zwischen 190,9 Watt und 192,8 Watt verbraucht haben, zeigte der Verbrauchsmesser mit dem ASUS X99-Deluxe II mit 201,3 Watt knapp mehr als 200 Watt an.

Spannungen (Prime95)

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Bei allen vier Mainboards wurde eine Last-Spannung von 1,093 Volt ermittelt, die nicht zu hoch ausfällt, allerdings von CPU zu CPU unterschiedlich ausfällt.

 

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sämtliche USB-3.0- und SATA-Controller sind hier beispielsweise deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber alle energiesparenden Features werden zusätzlich manuell aktiviert. Die Radeon R9 380 ist weiterhin die primäre Grafikkarte.

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Viel abzuschalten gab es beim MSI X99A Gaming Pro Carbon nicht, sodass sich die Energieersparnis in Grenzen hielt. Neben der LED-Beleuchtung konnten wir die Enhanced-Turbo-Funktion (ähnlich zum ASUS-MultiCore-Enhancement-Feature) deaktivieren, was allerdings nur wenig gebracht hat. Ganze 1,3 Watt konnten eingespart werden.

Leistungsaufnahme

Cinebench R15 CPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Unter Teillast mit Cinebench R15 zeigte das Verbrauchsmessgerät mit 17,5 Watt schon deutlich weniger an. Der Verbrauch lag nun also bei 159,3 Watt. Dies sind immerhin fast zehn Prozent weniger.

Leistungsaufnahme

Prime95

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Aber auch mit Prime95 konnte durch die Deaktivierung der LEDs und der erweiterten Turbofunktion etwas Strom gespart werden. In diesem Fall waren es 16,2 Watt weniger, womit nun mehr 176,6 Watt verbraucht wurden. Prozentual sind es rund 8,4 Prozent geringerer Verbrauch.

Spannungen (Prime95)

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Da bei den ASUS-Platinen das MultiCore-Enhancement- und beim MSI-Mainboard das Enhance-Turbo-Feature mit Default BIOS-Parametern greift, erhöht sich dadurch die VCore. Nachdem wir bei allen vier Platinen diese Funktionen deaktiviert haben, reduzierte sich die CPU-Spannung auf 1,054 Volt. Demnach sind es 0,039 Volt weniger, welche sich nicht nur beim Stromverbrauch, sondern auch bei der Temperaturentwicklung etwas bemerkbar machen.

Wie wir es bereits weiter oben angesprochen haben, ist den Enthusiasten der Stromverbrauch in der Regel nicht allzu wichtig. Dennoch lassen sich je nach Mainboard-Modell teilweise deutliche Unterschiede festhalten, die für den einen oder anderen Interessenten von Bedeutung sein können. Im Bezug zum MSI X99A Gaming Pro Carbon können wir festhalten, dass sich die Leistungsaufnahme in Grenzen hält und im Durchschnitt liegt.


USB-3.1-Gen2-Performance

Auch das MSI X99A Gaming Pro Carbon bietet zwei der neuen Schnittstellen, die beide über den ASMedia-ASM1142-USB-3.1-Hostcontroller arbeiten. Bei nun theoretischen 10 GBit/s Bandbreite bedeutet es gleichzeitig, dass es nicht leicht wird, ein Laufwerk zu finden, mit dem diese Leistung auch abgerufen und vor allem bis ans Limit getrieben werden kann. In der Theorie wäre dies bereits mit einem schnellen M.2-Solid-State-Modul möglich, doch fürs Erste müssen zwei (m)SATA-6GBit/s-SSDs im RAID-0-Verbund herhalten, damit die neue Schnittstelle getestet werden kann.

Für den Test setzen wir das externe Raidsonic-ICYBOX-IB-RD2253-U31-Gehäuse ein, in dessen Inneren wir zwei 2,5-Zoll-SSDs des Typs OCZ Vector 150 mit einer Speicherkapazität von jeweils 480 GB. Das Solid State Drive kommt bis auf 550 MB/s im Lesen und 530 MB/s im Schreiben. Beide SSDs arbeiten im RAID-0-Verbund, sodass die USB-3.1-Gen2-Schnittstelle ordentlich ausgelastet werden kann.

ATTO USB3 small
Die USB-3.1-Gen2-Performance beim MSI X99A Gaming Pro Carbon
über den ASM1142.

Bis auf einen Ausreißer nach unten wurden mit fast 700 MB/s im Schreiben und 656 MB/s im Lesen realtiv gute Werte erreicht.

 

USB-3.1-Gen1-Performance

MSI bietet das X99A Gaming Pro Carbon mit insgesamt neun USB-3.1-Gen1-Buchsen an. Am I/O-Panel kann auf vier Stück direkt zugegriffen werden, die restlichen fünf Stück können über den internen Header realisiert werden, wobei MSI zum ersten Mal eine Front-Typ-C-Schnittstelle verlötet hat. Die externen Ports arbeiten indirekt mit dem X99-PCH über den VIA VL805 und die internen Anschlüsse direkt mit dem X99-Chipsatz zusammen. Für den USB-3.0-Performancetest haben wir ebenfalls die oben genannte USB-3.1-Lösung verwendet.

ATTO USB3 small
Die USB-3.1-Gen1-Performance beim MSI X99A Gaming Pro Carbon
(nativ über den X99-PCH).
ATTO USB3 small
Die USB-3.1-Gen1-Performance beim MSI X99A Gaming Pro Carbon
über den VIA VL805.

Über den direkten Weg über den PCH haben wir mit höchstens 461 MB/s schreibend und 441 MB/s lesend erreichen können. Der Schluckauf ganz unten hat weniger mit dem Mainboard zu tun, sondern mit dem externen Gehäuse. Enttäuschend zeigte sich die Performance dagegen über den VL805-Hub, der die USB-3.1-Gen1-Performance massiv zu bremsen scheint. Denn laut dem ATTO-Benchmark wurden lediglich 346 MB/s im Lesen und 262 MB/s im schreibend erreicht.

 

SATA-6G-Performance

Das MSI X99A Gaming Pro Carbon stellt eine SATA-Express-Schnittstelle und acht SATA-6GBit/s-Ports bereit. Allesamt arbeiten sie nativ mit dem X99-Chipsatz zusammen. Für den Test verwenden wir die SanDisk Extreme 120, die wir natürlich direkt an die SATA-Ports anschließen.

ATTO USB3 small
Die SATA-6G-Performance beim MSI X99A Gaming Pro Carbon
(nativ über den X99-PCH).

An dem SATA-6GBit/s-Datendurchsatz hatten wir stattdessen nichts zu beanstanden. Das Solid State Drive wurde auf bis zu 557 MB/s im Lesen und bis zu 522 MB/s im Schreiben beschleunigt.

 

M.2-Performance

Der Vorteil bei der X99-Plattform ist natürlich, dass der M.2-Steckplatz in den meisten Fällen mit vier PCIe-3.0-Lanes an die CPU angebunden ist, wodurch die theoretische Bandbreite auf 32 GBit/s anwächst. Für den M.2-Test setzen wir die Samsung SSD XP941 mit 512-GB-Speicherkapazität ein, die auf eine Länge von 8 cm kommt und von Samsung mit 1.170 MB/s lesend und 950 MB/s schreibend spezifiziert wurde. Als Schnittstelle nutzt das Solid State Module den M.2-16-GBit/s-Standard, was vier PCIe-2.0-Lanes entspricht.

ATTO USB3 small
Die M.2-Performance beim MSI X99A Gaming Pro Carbon
(über vier PCIe-3.0-Lanes von der Broadwell-E-CPU).

Zwar setzen wir ein älteres M.2-Modul ein, doch wird dieses Modul durch die vier PCIe-3.0-Lanes gut ausgelastet, was die Leseleistung mit 1.076 MB/s und die Schreibleistung mit 1.025 MB/s belegen.


Nachdem Intel passend zur diesjährigen Computex in Taipeh die neuen Broadwell-E-Prozessoren offiziell vorgestellt hat, hat der Mainboard-Spezialist MSI neben dem X99A Godlike Gaming Carbon schließlich das X99A Gaming Pro Carbon als Refresh-Modelle in sein Portfolio aufgenommen, das preislich ein gutes Stück unter dem Godlike-Gaming-Modell angesiedelt ist. Im Gegenzug wurde die technische Ausstattung reduziert. Nichtsdestotrotz hat die Platine im ATX-Format jede Menge anzubieten und bringt Anschlussmöglichkeiten mit, die auf der jeweils aktuellsten Technologie für Consumer basieren.

Als Refresh-Mainboard mit Intels X99-Chipsatz ist das Gaming-Mainboard ab Werk für die neuen Broadwell-E-CPUs - wie den Core i7-6950X - vorbereitet, die von acht tatkräftigen Spulen angetrieben werden. Dabei wurde von MSI auf insgesamt 32 MOSFET-Chips großen Wert gelegt. So wird jede der acht Spulen von vier MOSFETs befeuert. Auf der Platine sind auch Onboard-Funktionalitäten, wie eine Debug-LED, ein Power- und Reset-Button und der drehbare MSI-Game-Boost-Knob, anzutreffen, die den Komfort während der Overclocking-Session erhöhen. Mittels des BIOS-Switches lässt sich zwischen den beiden BIOS-ROMs umschalten.

In den acht DDR4-DIMM-Speicherbänke kann der Anwender bis zu 128 GB Arbeitsspeicher verstauen und ihn bei Bedarf auch übertakten. Dagegen halten sich neben zwei PCIe-2.0-x1-Slots auch noch vier mechanische PCIe-3.0-x16-Steckplätze auf, welche bis zu drei NVIDIA- oder AMD-Grafikkarten aufnehmen können. Je nach CPU-Wahl (28 oder 40 PCIe-3.0-Lanes) fällt die Lane-Beschaltung natürlich unterschiedlich aus. Für etwas mehr Stabilität soll MSIs Steel-Armor-Feature sorgen, das bei allen acht DDR4-DIMM-Slots und den vier mechanischen, CPU-seitigen PCIe-Steckplätzen Verwendung findet.

Ein großes Thema beim X99A Gaming Pro Carbon ist auch das Angebot an Storage-Anschlüssen, bei denen der Anwender in jedem Fall gut gerüstet sein dürfte. MSI hat hierbei abgesehen von acht SATA-6GBit/s und einem SATA-Express-Anschluss außerdem eine M.2- und U.2- Schnittstelle mit verlötet. Dabei arbeiten die beiden zuletzt genannten mit theoretischen 32 GBit/s und kommen somit in der Theorie auf fast 4 GB/s an Datendurchsatz. Werden beide Schnittstellen verwendet, wird der M.2-Slot nur mit zwei PCIe-2.0-Lanes versorgt, was die Bandbreite auf theoretische 10 GBit/s drückt.

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In Sachen USB-Schnittstellen wird der Besitzer des MSI X99A Gaming Pro Carbon ebenfalls verwöhnt. Alleine am I/O-Panel halten sich vier USB-3.1-Gen1- und USB-2.0-Buchsen auf. Zusätzlich kann auf jeweils eine USB-3.1-Gen2-Typ-A und Typ-C-Schnittstelle zugegriffen werden. Intern gibt es dazu jeweils zwei USB-3.1-Gen1- und USB-2.0-Header, sodass also jeweils weitere vier Anschlüsse realisiert werden können. Neu ist hingegen die um 90 Grad angewinkelte Typ-C-Schnittstelle onboard, welche mit der USB-3.1-Gen1-Spezifikation ans Werk geht und entweder für externe Laufwerke oder für künftige Gehäuse mit Front-Typ-C-Anschluss individuell eingesetzt werden kann.

Aber auch für die Soundausgabe haben die Taiwaner mit dem Audio-Boost-3-Feature eine adäquate Lösung integriert, die den meisten Anwendern durchaus ausreichen sollte. So werden selbst Kopfhörer mit einer sehr hohen Impedanz von 600 Ohm unterstützt. Für den Netzwerk-Bereich hat sich MSI hingegen für eine LAN-only-Lösung entschieden, die auf höchsten 1 GBit/s kommt und von dem Intel-I218-V-Controller betreut wird. Der Trend zu den RGB-LEDs lässt sich nicht von der Hand weisen und ohne Frage bietet auch das X99A Gaming Pro Carbon mit dem Mystic-Light-Feature eine umfassende RGB-Beleuchtung, verteilt über das PCB mit 17 verschiedenen Leuchteffekten. Die Platine besitzt mit dem LED-Header die Möglichkeit, 5050-RGB-LED-Strips anzuklemmen, die noch mehr Licht ins Dunkel bringen. Auf Wunsch lassen sich jedoch auch sämtliche LEDs deaktivieren.

Beim UEFI haben wir gewohnte, aber gute Kost erleben dürfen. Die bereits vorinstallierte Version arbeitete sehr stabil und akzeptierte unsere selektierten Einstellungen kompromisslos. Für eine Enthusiasten-Plattform konnten wir dem MSI X99A Gaming Pro Carbon keinen allzu großen Stromhunger bescheinigen. Die Leistungsaufnahme lag verglichen mit anderen X99-Platinen im Durchschnitt. Mittlerweile ist man es gewöhnt, Mainboards mit I/O-Panel-Cover zu sehen, allerdings finden wir es etwas ärgerlich, dass MSI den Nutzer beim X99A Gaming Pro Carbon quasi dazu zwingt, dieses Cover montiert zu lassen. Der Grund ist, dass vom Cover aus ein Stromkabel zum VRM-Kühler für die dort untergebrachten RGB-LEDs verlegt und mit diesem verlötet wurde.

In unserem Preisvergleich ist das MSI X99A Gaming Pro Carbon ab einem Preis von 292 Euro gelistet, der eben unterhalb der zu Anfang erwähnten 300-Euro-Grenze liegt und für ein derart ausgestattetes Enthusiasten-Mainboard unserer Meinung nach nicht zu hoch angesetzt ist. Die Differenz zum größeren MSI X99A Godlike Gaming Carbon beträgt satte 243 Euro. Wer also auf WLAN-AC/Bluetooth 4.0, einen 6,35-mm-Klinke-Audioanschluss, auf vier CPU-Spulen, auf Dual-Gigabit-LAN (Killer E2400) und eine 4-Way-Multi-GPU-Unterstützung verzichten kann, erhält mit dem X99A Gaming Pro Carbon eine ebenfalls sehr gut ausgestattete LGA2011-3-Platine zu einem immens günstigeren Preis.

Positive Eigenschaften des MSI X99A Gaming Pro Carbon:

Negative Eigenschaften des MSI X99A Gaming Pro Carbon:

MSI hat mit dem X99A Gaming Pro Carbon aktuelles Mainboard für die Broadwell-E-Prozessoren kreiert, das auf jeden Fall in die enge Wahl genommen werden sollte. Auch wenn das I/O-Panel-Cover draufbleiben muss, stellt die ATX-Platine jede Menge aktueller Schnittstellen bereit. Zudem stimmt die Performance und auch der Preis liegt unser Ansicht nach auf der fairen Seite.

eh msi x99a gaming pro carbon

Alternativen? Wir können anhand des Tests zum ASUS ROG Strix X99 Gaming dieselben alternativen Vorschläge unterbreiten. Bleiben wir bei den neuen X99-Mainboards, gibt es aktuell nur wenige Alternativen. Von ASUS gäbe es das X99-A II, das ähnlich gut ausgestattet ist, allerdings zu einem geringeren Kurs erhältlich sein wird. Wer auf den teilweise vorhandenen "Schnickschnack" wenig Wert legt, kann als günstigste ASUS-Alternative auch zum X99-E greifen. Ansonsten kann auch weiterhin zu den "alten" X99-Mainboards zugegriffen werden. Sollte eine Broadwell-E-CPU verwendet werden, sollte auf die CPU-Kompatibilität des jeweiligen Mainboard-Modells geachtet werden.

 

Persönliche Meinung

Meiner Meinung nach hat MSI ein ziemlich gutes Produkt geschaffen, das sogar mir sehr gefällt. Wer die Mainboard-Tests verfolgt, wird wissen, dass ich kein Fan von RGB-LEDs auf einem Mainboard bin. Doch glücklicherweise hat MSI eine Funktion mit implementiert, womit die LEDs einfach deaktiviert werden können. Zudem bin ich positiv vom Preis überrascht, der für ein derartiges Mainboard nicht zu extrem ausfällt. Na klar sind knapp 300 Euro auch eine Stange Geld, jedoch handelt es sich hierbei um die Enthusiasten-Plattform, sodass sich diese Tatsache wieder relativiert.

Wir sich die Enthusiasten-Plattform zulegen möchte, muss nun mal eine Menge Geld in die Hand nehmen. Angefangen von der LGA2011-3-CPU und dem DDR4-Arbeitsspeicher bis hin zur passenden Platine. (Marcel Niederste-Berg)

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