MSI C236A Workstation im Test

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msi c236a workstation 4 logoNachdem wir uns als erstes Xeon-E3-Board das ASRocks E3V5 WS näher angeschaut haben, fragten wir uns natürlich, wie die anderen Consumer-Workstation-Platinen von der Konkurrenz aussehen, denn nicht nur ASRock bietet für den Endkunden LGA1151-Workstation-Platinen an. Das zweite Board in unserem Labor ist das MSI C236A, welches den Spagat aus Workstation-Chipsatz mit Consumer-Features geht. Wir werfen einen ausführlichen Blick auf die Platine.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt bietet MSI lediglich zwei Workstation-Mainboards mit Intels aktuellem Sockel LGA1151 an, welche jedoch nicht als klassische Entry-Level-Server/Workstation-Platinen gehandelt werden, sondern eher für den Endkunden gedacht sind, um die Xeon-E3-1200-v5-Prozessoren wie den Intel Xeon E3-1230 v5 auch im Consumer-Bereich nutzen zu können. Diese beiden Platinen bilden das Pro-Series-Portfolio. Seit der Skylake-S-Plattform ist es nämlich nicht mehr möglich, diese Sockel-1151-Prozessoren einfach in den passenden Z170-Boards zu betreiben - man benötigt den entsprechenden Xeon-Chipsatz. Wir schauen uns die ATX-Variante C236A an, während MSI auch noch das C236M im Micro-ATX-Format anbietet, und vergleichen es mit dem ASRock E3V5 WS, das wir letzten Monat im Test hatten.

Was also hat MSI auf dem C236A Workstation verbauen lassen? Ohne zunächst zu sehr ins Detail gehen zu wollen, sehen wir neben drei PCIe-3.0-x16-Steckplätzen auf mechanischer Basis außerdem drei PCIe-3.0-x1-Slots, vier DDR4-DIMM-Speicherbänke, insgesamt sechs SATA-6GBit/s-Ports und sogar einen M.2-Steckplatz. Zu den Spezifikationen gehören außerdem ein USB-3.1-Anschluss, sechs USB-3.0- und sechs USB-2.0-Schnittstellen. Selbstverständlich sind auch ein Gigabit-LAN-Port und eine adäquate Onboard-Sound-Lösung mit an Bord.

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Das MSI C236A Workstation in der Übersicht.

Wer auf Schwarz steht, kommt mit dem C236A Workstation aus dem Hause MSI voll auf seine Kosten, denn nicht nur das PCB wurde in dieser Farbe gestaltet, sondern auch die Kühlkörper und sämtliche Anschlüsse. Die PCB-Abmessungen entsprechen dem klassischen ATX-Format.

Die Spezifikationen

Und so sehen die technischen Eigenschaften aus:

Die Daten des MSI C236A Workstation in der Übersicht
Mainboard-Format ATX
Hersteller und
Bezeichnung
MSI
C236A Workstation
CPU-Sockel LGA1151 (für Celeron G3xxx, Pentium G4xxx, Core i3-6xxx, Core i5-6xxx, Core i7-67xx und Xeon E3-12xx v5)
Stromanschlüsse 1x 24-Pin ATX
1x 8-Pin EPS12V
CPU-Phasen/Spulen 11 Stück
Straßenpreis ab 166 Euro
Produktseite http://de.msi.com
Northbridge-/CPU-Features
Chipsatz Intel C236 Chipsatz (20x PCIe 3.0 Lanes)
Speicherbänke und Typ 4x DDR4 (Dual-Channel, ECC-Support)
Speicherausbau max. 64 GB (mit 16-GB-DIMMs)
SLI / CrossFire SLI (2-Way), CrossFireX (3-Way)
Onboard-Features
PCI-Express

2x PCIe 3.0 x16 (elektrisch mit x16/x8) über Skylake-S-CPU
1x PCIe 3.0 x16 (elektrisch mit x4) über Intel C236
3x PCIe 3.0 x1 über Intel C236

PCI -
SATA(e)-, SAS-
und
M/U.2-Schnittstellen


6x SATA 6GBit/s (mit RAID 0, 1, 5, 10) über Intel C236
1x M.2 mit 32 GBit/s (M-Key) über Intel C236

USB

1x USB 3.1 (1x am I/O-Panel, Type C) über ASMedia ASM1142
6x USB 3.0 (2x am I/O-Panel, 4x über Header) über Intel C236
6x USB 2.0 (2x am I/O-Panel, 4x über Header) über Intel C236

Grafikschnittstellen 1x HDMI 1.4a
1x DVI-D
1x VGA
WLAN / Bluetooth -
Thunderbolt -
LAN

1x Intel I219-V Gigabit-LAN

Audio-Codec
und Anschlüsse
8-Channel Audio Boost 3 (Realtek ALC1150) Audio Codec
5x 3,5 mm Audio-Jacks
1x TOSLink
FAN-Header 2x CPU-FAN 4-Pin
3x SYSFAN 4-Pin

Bei der Gestaltung der Verpackung vertraut MSI auf eine grundlegend schwarze Front. Mittig aufgedruckt wurden blaue Blitze, die Modellbezeichnung sowie in der oberen Ecke das MSI-Logo und in der unteren Ecke das Intel-Xeon-Logo. Das verwendete Blau erinnert sehr stark an das Intel-Blau.

Das mitgelieferte Zubehör

Abgesehen von der Platine selbst befand sich noch folgendes Zubehör mit im Karton:

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In Anbetracht des Kaufpreises legt MSI nicht allzu viel mit in den Karton, liefert jedoch alles Notwendige mit. Dazu zählen einerseits natürlich die I/O-Blende, das Mainboard-Handbuch, den Quick-Installation-Guide und eine Infokarte, um das neu erworbene Produkt bei MSI zu registrieren. Doch auch eine 2-Way-SLI-Brücke sowie vier SATA-Kabel liegen bei.


Neben der Intel-100-Chipsatzserie wurden von Intel für die Server- und Workstation-Mainboards zwei auf dieses Einsatzgebiet angepasste Chipsätze ins Leben gerufen: Der C232- und C236-Chipsatz. Während der C232-Chipsatz nur acht PCIe-3.0-Lanes mitbringt, stellt der C236-PCH hingegen satte 20 PCIe-3.0-Lanes bereit, sodass dieser der Gegenpart ohne Overclocking-Funktionen zum Z170-Chipsatz für die Desktop-Mainboards darstellt. 

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Elf Spulen sollen für einen reibungslosen Betrieb sorgen.

Die CPU-Spannungsversorgung ist für die eingesetzte LGA1151-CPU ordentlich dimensioniert. Obwohl das Overclocking durch den Intel-C236-Chipsatz ausgeschlossen ist, wurden von den MSI-Ingenieuren mit elf Spulen eine hohe Anzahl vorgesehen. Bei den MOSFETs fällt auf, dass es sich um dieselben Modelle handelt, wie sie auch beim Z170A Gaming M7 und beim Z170A Gaming M9 ACK Verwendung finden.

Jede der Spulen wird sowohl von einem PK616BA und PK632BA angefeuert. Diese stammen bekanntlich von NIKOS. Als Kondensatoren kommen auf dem gesamten PCB hochwertige, japanische "Dark Caps" zum Einsatz, welche ein langes Durchhaltevermögen besitzen sollen. MSI selbst spricht von einer problemlosen Lebenszeit von mehr als zehn Jahren.

Vom Netzteil aus wird im Optimalfall der 8-polige ATX-EPS12V-Stromanschluss eingesteckt, auch wenn die maximalen 336 Watt nicht ausgeschöpft werden können. Für den Betrieb generell als Pflicht muss mindestens der 4-polige ATX+12V-Anschluss installiert sein.

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Der PWM-Controller ist definitiv kein Unbekannter.

Auch bei diesem MSI-Mainboard erblicken wir Intersils ISL95856, welcher in der Lage ist, je nach +12V-Gate-Driver-Bestückung eine hohe Anzahl an Spulen zu managen. Im Falle des C236A Workstation reicht ein ISL95856 völlig aus.

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Vier DDR4-DIMM-Slots mit ECC-Unterstützung wurden verlötet.

Wie bei den meisten LGA1151-Mainboards mit vier DDR4-DIMM-Speicherbänken auch können in Verbindung mit dem MSI C236A Workstation bis zu 64 GB Arbeitsspeicher installiert werden. Der Vorteil dieses Workstation-Mainboards ist es, auf ECC-Module zu vertrauen, sofern sich eine CPU mit ECC-Unterstützung im CPU-Sockel befindet.

Unterhalb der DIMM-Slots sind außerdem zwei USB-3.0-Header zu sehen, wovon einer vertikal und der andere um 90 Grad angewinkelt anzutreffen ist. Des Weiteren haben die Taiwaner auch einige Status-LEDs verlötet, auf die wir noch später eingehen werden.

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Ein gut durchdachtes PCIe-Layout wurde angewendet.

Für die verschiedenen Erweiterungskarten hat MSI drei mechanische PCIe-3.0-x16- und drei PCIe-3.0-x1-Steckplätze vorgesehen. Dadurch, dass unter dem obersten PCIe-3.0-x16-Slot ein Platzhalter gelassen wurde, wird beim Einsatz einer Dual-Slot-Grafikkarte kein Steckplatz überdeckt und damit als unbrauchbar erklärt. Was hier auffällt: Zwei der drei mechanischen PCIe-3.0-Slots haben eine silberne Ummantelung erhalten. Einerseits arbeiten diese beiden Steckplätze direkt mit der Skylake-S-CPU zusammen, zum anderen wurden diese durch das hauseigene Steel-Armor-Feature strapazierfähiger gemacht und kommen selbst bei sehr schweren Grafikkarten nicht so leicht aus der Puste.

Multi-GPU ist auch beim C236A Workstation ein Thema, denn während bei zwei Grafikkarten die 16 PCIe-3.0-Lanes von der CPU zu je acht Lanes aufgeteilt werden. ist auch ein 3-Way-CrossFireX-Gespann möglich, wenn der unterste PCIe-3.0-x16-Slot mit eingerechnet wird. Er ist jedoch mit höchstens vier PCIe-3.0-Lanes an den Intel-C236-Chipsatz angebunden.

PCIe-x16-Slots und deren Lane-Anbindung
 elektrische
Anbindung (über)
Single-GPU2-Way-SLI /
CrossFireX
3-Way-CrossfireX
PCIe-Slot 2 x16/x8 (CPU) x16 x8 x8
PCIe-Slot 4 x8 (CPU) - x8 x8
PCIe-Slot 6 x4 (Intel C236) - - x4

Direkt rechts neben dem ersten PCIe-3.0-x1-Anschluss und unterhalb des CPU-Sockels wurde platzsparend die M.2-Schnittstelle mit der M-Key-Ausrichtung untergebracht. In diesem kann der Anwender ein Modul mit einer Länge von 4,2 cm, 6 cm oder 8 cm einsetzen.

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Sechs SATA-Ports sollen die Storage-Ausstattung ausfüllen.

Obwohl der C236-PCH dazu fähig ist, acht SATA-6GBit/s-Ports zu steuern, entschied sich MSI dazu, es bei maximal sechs Stück zu belassen. Vier von ihnen wurden um 90 Grad angewinkelt, die anderen beiden wurden hingegen vertikal angebracht. Warum die letzten beiden Ports nicht auch angewinkelt verlötet wurden, können wir allerdings nicht nachvollziehen.

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Das I/O-Panel beim MSI C236A Workstation.

Die Anschlüsse von links nach rechts und von oben nach unten:

Ausgewogen fällt unserer Ansicht nach das vorliegende I/O-Panel aus. MSI hat hier nicht nur zwei PS/2-Anschlüsse, zwei USB-3.0- und zwei USB-2.0-Schnittstellen vorgesehen. Falls eine CPU mit integrierter Grafikeinheit vorliegt, können je nach Bedarf der HDMI-, VGA- und DVI-D-Grafikausgang mitgenutzt werden. Für die Netzwerkverbindung hält sich ein Gigabit-LAN-Anschluss bereit. Die Soundausgabe erfolgt über insgesamt sechs 3,5-mm-Klinke-Buchsen. Als Bonus hat MSI auch an einen USB-3.1-Type-C-Anschluss gedacht.


Weiter gehts mit dem SuperI/O-Chip:

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Das I/O-Panel beim MSI C236A Workstation.

Als SuperI/O-Chip setzt MSI den NCT6793D-M von Nuvoton ein, welcher nicht nur die Spannungen, die Temperaturen und die Lüftergeschwindigkeiten überwacht, sondern auch eine Lüftersteuerung mitbringt.

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Ein Intel-LAN-Controller übernimmt die Netzwerkaufgaben.

Wir hatten zwar den Intel I219LM erwartet, doch auf dem C236A Workstation verrichtet der Intel I219-V die Arbeit und verwaltet die Netzwerkpakete. Er wird auf vielen aktuellen LGA1151-Desktop-Platinen eingesetzt und bringt unter anderem VLAN- und Wake-on-LAN-Unterstützung mit. Er schafft es, die Datenpakete mit bis zu 1 GBit/s zu schieben, was umgerechnet theoretisch 125 MB/s bedeutet.

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Bei diesem Chip handelt es sich um einen DisplayPort-zu-VGA-Converter.

Der IT6515FN stammt von ITE-Tech und wurde als DisplayPort-zu-VGA-Converter abkommandiert.

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Der allseits bekannte ALC1150 kümmert sich um die Audiosignale.

MSI hat sich mit dem Realtek ALC1150 für einen guten Audio-Codec entschieden. Er wird tatkräftig nicht nur von fünf Audiokondensatoren unterstützt, sondern unterstützt 8+2 Kanäle und bietet einen Front-DAC von 115 dB SNR. Non-Front sind es 96 dB SNR. So wurde der gesamte Audiobereich vom Rest getrennt untergebracht, um möglichen Interferenzen vorzubeugen.

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ASMedias ASM1142 liefert die USB-3.1-Unterstützung (USB 3.1 Gen2).

Auch wenn der ASM1142 gleich zwei USB-3.1-Gen2-Anschlüsse mit 10 GBit/s ansteuern kann, muss er sich beim MSI C236A Workstation auf nur einen konzentrieren, nämlich auf den Type-C-Anschluss am I/O-Panel.

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Einige Status-LEDs können dem Anwender je nach Situation hilfreich sein.

Mit dem EZ-Debug-LED-Feature kann der Anwender beim Systemstart überprüfen, ob alles reibungslos funktioniert. So existiert eine LED für die CPU-, DRAM- und VGA-Initialisierung. Wer Gebrauch vom XMP-Feature macht, findet auf dem PCB eine entsprechend leuchtende LED.

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Das MSI C236A Workstation nochmal in der Übersicht.

Das Gesamt-Layout des Mainboards befindet sich auf einem hohen Niveau. Auf dem Board halten sich insgesamt fünf 4-Pin-FAN-Header auf, zwei CPU-FAN- und drei System-FAN-Header, die sich auch allesamt steuern lassen.

Wie bei allen neuen 100-Series-Mainboards von MSI wurde auch dem C236 Workstation das "Guard-Pro"-Feature hinzugefügt, welches in fünf Unter-Features gegliedert ist: Circuit Protection (Kurzschlussschutz),  Humidity Protection (Schutz vor hoher Luftfeuchtigkeit), High Temperature Protection (Schutz vor hohen Temperaturen), ESD Protection (Schutz vor elektrostatischer Entladung), EMI Protection (Schutz vor elektromagnetischen Interferenzen).


BIOS

Als BIOS war bereits Version 2.1 vorinstalliert, allerdings bot MSI bereits mit dem BIOS 2.2 eine aktuellere Version an, die wir per Instant-Flash-Funktion installiert haben. Im Vergleich zum First Release wurden folgende Verbesserungen und Änderungen berücksichtigt:

 

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Der EZ-Mode vom MSI C236 Workstation.

Gleiche Funktionsweise, aber angepasste Optik: Vom optischen Part abgesehen wurde wenig überraschend dieselbe UEFI-Oberfläche wie beim bereits getesteten MSI Z170A Gaming M7 verwendet. In diesem EZ-Mode erhält der Anwender Informationen über die CPU, den installierten Arbeitsspeicher, die angeschlossenen Storage-Geräte und über die Lüfter. Zusätzlich existieren Shortcuts zum M-Flash-Feature, zur Favorites- und Hardware-Monitor-Seite und zusätzlich Buttons, um LAN-ROM, Fast Boot, AHCI, den Audio-Codec und die CPU-Fan-Warnung zu aktivieren beziehungsweise zu deaktivieren. Außerdem lässt sich bei Problemen das "BIOS Log Review" einsehen. Die breite Leiste oberhalb vom EZ-Mode wird auch im Advanced-Mode angezeigt, zu dem wir nun kommen.

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Der Advanced-Mode vom MSI C236 Workstation.

MSI hat rechts unten von der Uhrzeit und dem Datum den XMP-Button hinzugefügt, mit dem ein vorhandenes Profil aus den DIMMs geladen werden kann. Links davon wird die CPU- und Mainboard-Temperatur angezeigt. Ganz oben mittig auf der rechten Seite werden zu jedem Zeitpunkt das installierte Prozessormodell, dessen Taktfrequenz und die Arbeitsspeicher-Kapazität inkl. Takt angezeigt. Darunter lassen sich ganz bequem die Boot-Prioritäten per Drag & Drop-Verfahren festlegen. Auf der linken Seite erhält der Anwender einen ersten Überblick über die CPU- und Mainboard-Temperatur.

Der erste Punkt von den insgesamt sechs "Settings" stellt neben dem "System Status" die "Advanced"-Einstellungen bereit. Letzteres ist bereits grundlegend bekannt. Dort lassen sich alle Board-bezogenen Einstellungen finden, die die Onboard-Komponenten betreffen. Die Punkte "Boot", "Security" und "Save & Exit" sind dabei selbsterklärend. Auch wenn das C236A Workstation nicht als Overclocking-Platine konzipiert wurde, existiert im UEFI ein OC-Menü, das jedoch gerade im Vergleich zu den Z170-Platinen um einiges abgespeckt wurde. Unterhalb von diesem Menüpunkt wurde die Instant-Flash-Funktion untergebracht. Dieser wird jedoch erst nach einem Neustart gestartet. Auch lassen sich insgesamt sechs (OC)-Profile abspeichern und per Import- und Export-Funktion speichern respektive laden.

Der vorletzte Punkt ist der "Hardware Monitor", der wichtige ausgelesene Daten aufzeigt wie eben die Temperaturen, Spannungen und Lüfterdrehgeschwindigkeiten. Zusammen mit dem CPU-FAN-Header können in der Summe fünf Lüfter gesteuert werden. Jeder Lüfter kann mit vier Stufen in einer automatischen oder manuellen Lüfterkurve angepasst werden. Der letzte Menüpunkt umfasst den "Board Explorer", der übersichtlich aufzeigt, in welchem Slot oder an welchem sonstigen Anschluss welche Komponente installiert ist. Dies erspart den Blick ins eigene Gehäuse und dient rein dem Komfort. Generell ist es auch möglich, die meistgenutzten Funktionen auf insgesamt fünf Favoritenseiten abzuspeichern. Mittels eines Rechtsklicks auf die jeweilige Funktion wird ein kleines Kontextmenü geöffnet, wo der Anwender anschließend diese Funktion auf eine der fünf Seiten ablegen kann.

Wir waren mit dem UEFI außerordentlich zufrieden. Egal ob mit der Maus und/oder mit der Tastatur, wir konnten problemlos durch die ganzen Menüs navigieren. Auch konnten wir keine Stabilitätsprobleme ausfindig machen.

 

Overclocking

Das Thema Overlocking passt nicht wirklich zu den Server/Workstation-Mainboards. Wie wir es vom C236-Chipsatz erwartet haben, ist es mit dem MSI C236A Workstation natürlich nicht möglich, die CPU und den Arbeitsspeicher zu übertakten, auch wenn im BIOS der 38er Multiplikator auswählbar ist - jedoch nur im dynamischen Modus und nicht im Fixed-Mode. Bei Letzterem fällt der Multi direkt auf den Wert 36 zurück, der bei allen vier Kernen anliegt, wenn die CPU zu 100 Prozent ausgelastet wird. Demnach hält sich das MSI C236A Workstation an den von Intel spezifizierten Turbo-Modus. Hinzu kommt selbstredend auch, dass der Xeon E3-1230 v5 keine Overclocking-CPU ist. So ist es auch nicht möglich, den BCLK zu erhöhen und bleibt automatisch bei den maximalen 100 MHz.

Genauso wenig brachte es, die XMP-Funktion zu aktivieren. Unsere verwendeten G.Skill-DIMMs bringen ein Profil mit DDR4-3000 mit, das vom Mainboard absolut erwartet ignoriert wurde. Der maximale, effektive Takt ist und bleibt daher bei DDR4-2133. In Sachen Spannungen wurde auch der Rotstift angesetzt: Im BIOS ist die VCore nicht einstellbar. Andere Spannungen, wie VDIMM, IO, SA und PCH lassen sich hingegen manuell einstellen. Nichtsdestotrotz haben wir die folgende Tabelle mit den Informationen gefüllt, die das Workstation-Mainboard mitbringt.

Die Overclocking-Funktionen des MSI C236A Workstation in der Übersicht
Base Clock Rate -
CPU-Spannung -
DRAM-Spannung 0,600 V bis 2,200 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-SA-Spannung 0,600 V bis 2,000 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-IO-Spannung 0,600 V bis 2,000 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
VCC-PLL-Spannung -
PCH-Core-Spannung 0,600 V bis 2,000 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen CPU PLL OC, CPU ST PLL
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 78 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
Weitere Besonderheiten

UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE (C6/C7), EIST
Turbo-Modus (All Cores, By number of active cores),
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und vier optionale Fans

Wer dennoch die CPU-Spannung regulieren möchte, der muss auf das MSI/Intel-Extreme-Tuning-Utility vertrauen, mit dem entweder eine Fixed-Spannung in Volt oder einen Offset in mV festgelegt werden kann.

MSI/Intel Extreme Tuning Utility

Auf der Treiber- und Software-DVD lässt sich das MSI/Intel Extreme Tuning Utility finden, das der eine oder andere bereits schon kennt:

MSI/Intel Extreme Tuning Utility

Das XTU ermöglicht das Overclocking der CPU und des Arbeitsspeichers direkt unter Windows. Mit integriert ist auch ein Hardware-Monitor, womit sich die CPU-Temperatur, deren aktuell anliegende Taktfrequenz und andere interessante Punkte überwachen lassen. Neben den Taktfrequenzen für CPU und RAM ist auch gleich die Spannung regulierbar. Die Aktivierung der gewählten Einstellungen erfolgt nicht in Echtzeit, Änderungen werden vorerst zwischengespeichert. Erst nach einem Neustart des Systems sind die Settings dann auch aktiv. Hinterher kann die Konfiguration auch gleich mit dem implementierten Stress-Test auf Stabilität geprüft werden. Wurden die passenden und stabilen Einstellungen gefunden, können sie in praktischen Profilen hinterlegt werden.

MSI Command Center

MSI Command Center

Darüber hinaus hat MSI auch noch das eigene Command Center im Angebot, wodurch noch erweiterte Einstellungen unter Windows vorgenommen werden können. Beispielsweise die Multiplikatoren der maximal vier CPU-Kerne, die einzelnen Spannungen und auch die Lüftergeschwindigkeiten. Selbst Einstellungen zum Arbeitsspeicher und zur integrierten Grafikeinheit stehen bereit. Auch lässt sich darüber das Game-Boost-Feature managen.

In der folgenden Bildergalerie lassen sich nochmal alle BIOS-Screenshots einsehen:

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Mit folgendem Testsystem haben wir das MSI C236A Workstation getestet:

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz.

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version.

Seit der Einführung der Nehalem-Prozessoren und der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 2.133 MHz und 15-15-15-35 2T - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim MSI C236A Workstation ist allerdings alles so, wie es zu erwarten wäre: Die Turbo-Modi laufen korrekt und auch keine versteckte Übertaktung ist aktiv.

Wir testen allerdings nur noch vier Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2013, SuperPi 8M, Cinebench R15 und Sisoft Sandra 2014 Memory Benchmark:

3DMark 2013

Fire Strike

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R15 CPU

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

SiSoft Sandra 2014

Memory Benchmark

Bandbreite in GB/s
Mehr ist besser

SuperPi 8M

Memory Benchmark

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Ohne besondere Überraschungen liegen die beiden Workstation-Platinen dicht beieinander.

Auch weiterhin werden wir die Bootzeit protokollieren. Wir messen die Zeit in Sekunden, wie lange das Mainboard benötigt, um alle Komponenten zu initialisieren und mit dem Windows-Bootvorgang beginnt.

Bootzeit

Vom Einschalten bis zum Windows-Bootvorgang

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

MSIs C236A benötigt mit 15,23 Sekunden nur unwesentlich länger für die Komponenten-Initialisierung als das ASRock E3V5 WS.


Neben der wichtigen Performance ist auch der Stromverbrauch des heimischen PCs kein unwichtiges Kriterium. Was man häufig unterschätzt, ist die Tatsache, dass selbst die verschiedenen Mainboard-Modelle der zahlreichen Hersteller unterschiedlich viel Strom aus der Steckdose ziehen. Ein Grund dafür sind die verschieden eingesetzten BIOS-Versionen, die teilweise die von Intel referenzierten Stromsparmechanismen schlecht oder gar falsch umsetzen oder dass Onboardkomponenten sich eigentlich deaktivieren sollten, wenn diese entweder durch dedizierte Hardware ersetzt wurden oder einfach nicht verwendet werden. Darüber hinaus kann aber manchmal auch die Stromversorgung verantwortlich gemacht werden, wenn unter Default Settings mehr Energie zur Verfügung gestellt wird, als eigentlich benötigt wird. Genau deswegen spielt die Effizienz eine wichtige Rolle. Wenn die Effizienz der Stromversorgung nun also schlecht ausfällt, wird mehr Strom verbraucht. Zu unterschätzen ist hierbei aber auch die Software nicht, sodass sie ebenfalls gut abgestimmt sein muss, damit eine zufriedenstellende Effizienz gegeben ist.

Das MSI C236A Workstation hat nur wenige Zusatz-Controller erhalten. Ein LAN-Controller, ein USB-3.1-Controller und ein Audio-Codec tragen ihren Teil zum Stromverbrauch bei.

Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 15 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-spanTest, Vollauslastung). Die jeweiligen Werte entsprechen dem System-Gesamtverbrauch.

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Für den ersten Test sind die Default Settings aktiv, sodass der Großteil der Onboardkomponenten bereits aktiviert ist. Die Grafikausgabe erfolgt über die Radeon R9 380. Wie bereits weiter oben geschrieben, sind alle Stromspar-Features eingeschaltet, was mit den Werten einer manuellen Konfiguration scheinbar gut umgesetzt wurde.

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Im Idle sehen wir insgesamt eine schöne Treppenform, wobei das MSI C236A Workstation mit 40,7 Watt genau in der Mitte liegt. ASRocks E3V5 ist allerdings um ganze 12,7 Prozent eine Ecke sparsamer.

Leistungsaufnahme

Cinebench R11.5 CPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Nahezu Gleichstand herrscht beim Einsatz von Cinebench. Die beiden Workstation-Platinen agieren mit einem Unterschied von lediglich 0,1 Watt relativ sparsam bei 96 Watt beziehungsweise 96,1 Watt.

Leistungsaufnahme

Prime95

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Unter Volllast zeigt sich, dass MSIs Workstation-Mainboard mit 105,2 Watt um 2,3 Prozent effizienter zu Werke geht als ASRocks E3V5 WS.

Spannungen (Prime95)

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Beide Mainboards legten der Xeon-CPU eine VCore von 1,152 Volt an.

 

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sämtliche USB-3.0- und SATA-Controller sind hier beispielsweise deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber alle energiesparenden Features werden zusätzlich manuell aktiviert. Die Radeon R9 380 ist weiterhin die primäre Grafikkarte.

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Leistungsaufnahme

Cinebench R11.5 CPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Leistungsaufnahme

Prime95

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Spannungen (Prime95)

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Im BIOS ließen sich aufgrund der weniger umfangreichen Ausstattung keine besonderen Komponenten deaktivieren, sodass sich an den Verbrauchswerten nichts ändert.

In der Summe gibt es bei der Leistungsaufnahme weder positive noch negative Überraschungen, sie liegt auf einem durchschnittlich gutem Niveau.


USB-3.1-Performance

Anders als gewohnt wird beim MSI C236A Workstation nur eine der neuen Schnittstellen bereitgestellt, der als Typ-C-Ausführung über den ASMedia-ASM1142-USB-3.1-Hostcontroller zu Werke geht. Bei nun theoretischen 10 GBit/s Bandbreite bedeutet es gleichzeitig, dass es nicht leicht wird, ein Laufwerk zu finden, mit dem diese Leistung auch abgerufen und vor allem bis ans Limit getrieben werden kann. Zum Testen der USB-3.1-Performance verwenden wir eine Storage-Lösung von ASUS, in der sich zwei mSATA-SSDs befinden, die im RAID-0-Verbund arbeiten.

Zwar lief der Atto-Benchmark ohne Probleme durch, jedoch wurden nur sehr langsame Transferraten erreicht, die bei Weitem nicht an die USB-3.1-Gen2-Spezifikation heranreichen. In unseren zahlreichen Mainboardtests ist uns aufgefallen, dass vorwiegend über der neue Typ-C-Anschluss Probleme bereiten kann und somit nicht die Schuld bei MSI zu suchen ist.

 

USB-3.0-Performance

Das MSI C236A Workstation wurde von den Taiwanern mit insgesamt sechs USB-3.0-Schnittstellen ausgestattet. Am I/O-Panel kann auf zwei Stück direkt zugegriffen werden, die restlichen vier Ports können über zwei interne Header erreicht werden. Dabei arbeiten die sechs Schnittstellen nativ mit dem C236-Chipsatz zusammen. Für den USB-3.0-Performancetest haben wir ebenfalls die USB-3.1-Lösung von ASUS verwendet.

ATTO USB3 small
Die USB-3.0-Performance beim MSI C236A Workstation
(nativ über den C236-PCH).

Sowohl die Lese- als auch die Schreibperformance zeichnet sich mit 419 MB/s angenehm performant aus, sodass hier keine Kritik angebracht ist.

 

SATA-6G-Performance

Im Storage-Bereich halten sich sechs SATA-6G-Ports bereit, die natürlich nativ mit dem C236-PCH zusammenarbeiten. Zum Testen verwenden wir die San Disk Extreme mit 120 GB.

ATTO USB3 small
Die SATA-6G-Performance beim MSI C236A Workstation
(nativ über den C236-PCH).

Intels SATA-6GBit/s-Controller zeigt sich von der besten Seite. Während lesend bis zu 556 MB/s möglich waren, sind es schreibend schnelle 523 MB/s gewesen.

 

M.2-Performance

Den M.2-Test werden wir natürlich auch bei der Skylake-S-Plattform absolvieren. Mithilfe der neuen Intel-100-Chipsstzserie erfahren die angebundenen M.2-Steckplätze in der Theorie einen ordentlichen Performanceschub dank der jeweils vier-PCIe-3.0-Lanes, wodurch die theoretische Bandbreite auf 32 GBit/s anwächst. Das Problem an der Sache ist allerdings, dass es bisher kaum M.2-SSDs gibt, die diese Bandbreite ausreizen können. Dennoch lässt sich mit einigen aktuell am Markt befindlichen M.2-SSDs feststellen, ob effektiv mehr als 10 GBit/s übertragen werden. Für diesen Test setzen wir daher die Samsung SSD XP941 mit 512-GB-Speicherkapazität ein, die auf eine Länge von 8 cm kommt und von Samsung mit 1.170 MB/s lesend und 950 MB/s schreibend spezifiziert wurde. Als Schnittstelle nutzt das Solid State Module den M.2-16-GBit/s-Standard, was vier PCIe-2.0-Lanes entspricht.

ATTO USB3 small
Die M.2-Performance beim MSI C236A Workstation
(über vier PCIe-3.0-Lanes vom C236-PCH).

Der C236-Chipsatz konnte das M.2-Modul auf eine Lesedurchsatzgeschwindigkeit bis 1.081 MB/s und eine Schreibleistung von 967 MB/s beschleunigen. Für PCH-Verhältnisse ist die Leistung in Ordnung.


Um auch nach den strengen Intel-Restriktionen dem Endkunden die Möglichkeit zu geben, die neuen Xeon-Prozessoren zu verwenden, bieten einige Mainboard-Hersteller entsprechende Platinen mit dem C232- und C236-Chipsatz an. Mit MSIs C236A Workstation im schwarzen Gewand haben wir uns nach dem ASRock E3V5 WS das zweite Workstation-Mainboard angeschaut, auf dem die Xeon-E3-1200-v5-Prozessoren auf Skylake-Basis, wie der von uns bereits getestete Xeon E3-1230 v5, offiziell lauffähig sind. Anders als beim ASRock E3V5 WS, hatte MSI durch den C236-Chipsatz wesentlich mehr Spielraum, was die Ausstattung angeht. So bietet auch MSIs Workstation-Brett einen M.2-Steckplatz an, der jedoch mit vier statt zwei PCIe-3.0-Lanes angesteuert wird und vor allem für neuere und gleichzeitig schnellere Module einen ordentlichen Puffer nach oben hat.

Zur weiteren Ausstattung gehören neben vier DDR4-DIMM-Speicherbänken inklusive ECC-Support (je nach CPU) mit höchstens 64 GB Arbeitsspeicher außerdem sechs SATA-6GBit/s-Ports, auch wenn der C236-Chipsatz auch noch zwei weitere Anschlüsse managen könnte. Primär für Grafikkarten halten sich die drei mechanischen PCIe-3.0-x16-Steckplätze bereit, die auch nicht davor zurückschrecken, gleich zwei AMD- und NVIDIA-Grafikkarten oder auch drei AMD-Grafikkarten aufzunehmen. Zwei von den großen Slots arbeiten direkt mit der CPU zusammen und haben das Steel-Armor-Feature erhalten, welches für zusätzliche Stabilität sorgen soll. Zusätzlich befinden sich auch noch drei PCIe-3.0-x1-Steckplätze auf dem ATX-Mainboard.

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Ohne Frage ist auch ein Gigabit-LAN-Port mit von der Partie, der jedoch nicht über den Intel-I219-LM zu Werke geht, sondern über den I219-V. Soundtechnisch kommunizieren sechs 3,5-mm-Klinke-Buchsen mit dem Realtek-ALC1150-Audio-Codec zusammen, der von fünf Audiokondensatoren begleitet wird und somit für besseren Klang sorgen sollen. Im USB-Bereich haben sich die Taiwaner nicht nur für jeweils sechs USB-3.0- und USB-2.0-Schnittstellen entschieden, sondern haben auch den ASMedia-ASM1142-USB-3.1-Controller verlötet, der sich um den USB-Type-C-Anschluss am I/O-Panel kümmert. Sollte die mögliche, integrierte Grafikeinheit aus den CPUs mitverwendet werden, kann jeweils ein HDMI-, DVI-D- und VGA-Grafikausgang genutzt werden. Hier hätten wir allerdings gerne anstatt des VGA-Anschlusses einen DisplayPort-Grafikausgang gesehen.

MSI hat die aktuelle und bekannte UEFI-Oberfläche für das C236A Workstation verwendet, die farblich in Schwarz/Weiß angeglichen wurde und sich gewohnt zuverlässig und komfortabel mit der Maus und/oder der Tastatur bedienen ließ. Bei der Leistungsaufnahme gab es keine auffallenden Besonderheiten. Sie lag auf gutem, durchschnittlichem Niveau.

Den verlangten Preis von mindestens 164 Euro empfinden wir allerdings etwas zu hoch gegriffen, auch wenn das C236A Workstation ohne Frage besser ausgestattet ist als das ASRock E3V5 WS (Intel C232-Chipsatz). Die Taiwaner hätten beispielsweise noch zwei weitere SATA-6GBit/s-Ports nativ anbinden können und auch noch einen Type-A-USB-3.1-Anschluss (USB 3.1 Gen2) mit anbieten können, sodass sich der hohe Preis etwas weiter relativiert hätte. Allerdings darf man im Vergleich zu Z170-Boards auch nicht vergessen, dass der C236-Chipsatz teurer ist als Intels Desktop-Variante. Rein technisch betrachtet ist das MSI C236A Workstation jedoch ein ordentlich Stück Hardware, auch wenn sich die Verkäufe dieses Modells eher in Grenzen halten dürften.

Positive Eigenschaften des MSI C236 Workstation:

Negative Eigenschaften des MSI C236 Workstation:

Während uns das MSI C236A Workstation von der technischen Seite her überzeugen konnte, ist das Preis-/Leistungsverhältnis weniger gut platziert. Doch bietet es die aktuellste Technik für die derzeitigen Xeon-E3-1200-v5-Prozessoren, falls auf diese großen Wert gelegt wird.

Alternativen? Sollte ein M.2-Steckplatz mit einer PCIe-3.0-x2-Anbindung ausreichen, böte sich das ASUS E3 Pro Gaming V5 an, welches zwei USB-3.1-Schnittstellen zur Verfügung stellt. Wer generell auf die Xeon-Prozessoren auf Skylake-Basis verzichten kann, der hat natürlich mit den zahlreichen Desktop-Chipsätzen eine weitaus größere Auswahl.

 

Persönliche Meinung

Ich liebe rein schwarze Mainboards! Daher fällt das MSI C236A Workstation genau in dieses Raster rein. Technisch wurde ich allerdings auch absolut überzeugt. Positiv finde ich, dass MSI sich auch bei den Workstation-Mainboards große Mühe bei der Effizienz gibt, die zwar keine neuen Rekorde aufstellen konnte, doch definitiv nicht aus der Reihe tanzt. (Marcel Niederste-Berg)