Supermicro C7H170-M im Test - BCLK-Overclocking? Kein Problem!

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supermicro c7h170m 4 logoDass Server-Administratoren von dem Mainboard-Hersteller Supermicro bereits gehört haben dürften, gilt als sehr wahrscheinlich. Im Desktop-Segment sieht die Sache hingegen völlig anders aus. Hier stechen besonders ASUS, ASRock, MSI und Gigabyte neben einigen weiteren Unternehmen klar hervor. Doch zum Start von Intels Skylake-S-Plattform bietet auch das US-Unternehmen Supermicro entsprechende Desktop-Mainboards an. Eine der Platinen ist das C7H170-M, das im Micro-ATX-Format gefertigt wurde und eine Besonderheit mit im Gepäck hat.

Während die Server-Mainboards von Supermicro zu den populärsten Modellen gehören dürften, hat es das Unternehmen im Desktop-Bereich - besonders gegen die vier bereits genannten Firmen - nicht leicht, sich durchzusetzen. Dabei ist gerade das C7H170-M nicht gerade uninteressant, wie unser Artikel zum übertakteten Core i5-6500T gezeigt hat. Mit dem Supermicro C7H170-M ist es möglich, die Non-K-CPUs auf Skylake-S-Basis zu übertakten, und das trotz des angegebenen H170-Chipsatzes. Daher haben wir uns dazu entschlossen, das Board einmal zu durchleuchten.

Auf der Fläche des Micro-ATX-Formats finden sich neben vier DDR4-Speicherbänken auch ein PCIe-3.0-x16-, ein PCIe-3.0-x4 und ein PCIe-3.0-x1-Steckplatz wieder. Für die Storage-Geräte halten sich sechs SATA-6GBit/s-Ports und natürlich auch eine M.2-Schnittstelle bereit. In Sachen USB-Anschlüssen hat sich das Unternehmen für sechs USB-3.0- und vier USB-2.0-Buchsen entschieden. Auch kann die in den CPUs integrierte Grafikeinheit über den HDMI-, DVI-D- und DisplayPort-Grafikausgang angesprochen werden. Schauen wir uns das Board daher nun im Detail an.

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Das Supermicro C7H170-M in der Übersicht.

Während das Micro-ATX-PCB selbst sowie auch viele Anschlüsse auf dem Board in Schwarz gehalten wurden, erzeugen einige rote Farbakzente den mittlerweile typischen Rot-Schwarz-Gaming-Look.

Die Spezifikationen

Und so sehen die technischen Eigenschaften des Supermicro C7H170-M aus:

Die Daten des Supermicro C7H170-M in der Übersicht
Mainboard-Format Micro-ATX
Hersteller und
Bezeichnung
Supermicro
C7H170-M
CPU-Sockel LGA1151
Stromanschlüsse 1x 24-Pin ATX
1x 8-Pin EPS12V
1x 4-Pin ATX 12V
CPU-Phasen/Spulen 8 Stück
Straßenpreis ca. 184 Euro
Produktseite http://www.supermicro.nl
Northbridge-/CPU-Features
Chipsatz Intel H170 Express Chipsatz
Speicherbänke und Typ 4x DDR4 (Dual-Channel)
Speicherausbau max. 64 GB (mit 16-GB-DIMMs)
SLI / CrossFire -
Onboard-Features
PCI-Express

1x PCIe 3.0 x16 (elektrisch mit x16) über Skylake-S-CPU
1x PCIe 3.0 x4 (elektrisch mit x4) über Intel H170
1x PCIe 3.0 x1 über Intel H170

PCI -
SATA(e)-, SAS-
und
M/U.2-Schnittstellen

6x SATA 6G, 2x über Intel H170 mit RAID 0, 1, 5, 10
1x M.2 (M-Key) 32 GBit/s über Intel H170

USB

6x USB 3.0 (4x am I/O-Panel, 2x über Header) über Intel H170
4x USB 2.0 (2x am I/O-Panel, 2x über Header) über Intel H170

Grafikschnittstellen 1x HDMI 1.4a
1x DisplayPort 1.2
WLAN / Bluetooth -
Thunderbolt -
LAN

1x Intel I219-V Gigabit-LAN

Audio-Codec
und Anschlüsse
8-Channel Realtek ALC1150 Audio Codec
6x 3,5 mm Audio-Jacks
1x TOSLink
FAN-Header 1x CPU-FAN 4-Pin
3x Chassis-FAN 4-Pin

Viele werden die Farbe der Verpackung als grau ansehen. Dies ist auch nicht als falsch zu bezeichnen, doch hinterlässt der Einschuber eine Metall-Optik. Auf diesem wurde die Modellbezeichnung ausgestanzt hinterlassen. Auf der Verpackung selbst schimmert die schwarze Modellbezeichnung auf rotem Hintergrund hindurch.

Das mitgelieferte Zubehör

Nachdem wir die Verpackung geöffnet haben, haben wir mit folgendem Zubehör Bekanntschaft gemacht:

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Enttäuschend fällt der Umfang des mitgelieferten Zubehörs aus. Supermicro hat dem Mainboard selbst die I/O-Blende, einen Quick Reference Guide, die Support-DVD sowie zwei Schrauben und eine Unterlegscheibe für den M.2-Slot beigelegt. Zusätzlich wurden vier großzügig lange SATA-Kabel mit in den Karton gelegt. Auch wenn das Mainboard-Handbuch online im PDF-Format bezogen werden kann, gehört es unserer Meinung nach in Papierform einfach dazu und fehlt hier eindeutig.


Die Unterschiede zwischen dem Z170 und den H170 liegen im Detail: Beide können dieselben Prozessoren aufnehmen, beide besitzen DDR4-Slots und können bis zu 64 GB aufnehmen und je nach Mainboard können M.2-Sockel, SATA-Express, USB 3.0 und ähnliche Features eingesetzt werden. Der offizielle Unterschied besteht im DDR4-Speed, den Intel für den H170 nur bis 2.133 MHz freigibt und in der Overclocking-Fähigkeit. Zudem können maximal 8 statt 10 USB 3.0-Ports verwendet werden und der PCIe-x16-Slot lässt sich nicht in zwei Ports aufsplitten. Auf Chipsatz-Ebene stehen zudem nur 16 PCIe-Lanes des 3.0-Standards bereit, beim Z170 sind es 20. Insgesamt verschmerzbare Einschränkungen, wenn man davon ausgeht, dass Supermicro die Overclocking-Sperre auch noch umgangen hat.  

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Insgesamt kümmern sich acht Spulen um die LGA1151-CPU (eine Spule ist auf dem Bild nicht zu sehen).

Um die installierte Skylake-S-CPU mit Strom zu versorgen, hat das US-Unternehmen von zwei Initiator-Spulen abgesehen acht Spulen verlötet. Sie selbst werden von von jeweils einem IR3556M-MOSFET von International Rectifier angetrieben. Der Strominput wird über einen 8-poligen EPS12V-Anschluss (336 Watt) geregelt, doch auf dem Mainboard ist auch noch ein 4-poliger ATX-12V-Anschluss vertreten. Dieser hingegen ist für die erweiterte Stromzufuhr für die Erweiterungskarten gedacht.

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Gleich zwei PWM-Controller übernehmen die Führung der Spulen.

Hier sehen wir zwei IR35203-PWM-Controller, die ebenfalls aus dem Hause International Rectifier kommen. Der Controller mit der gelben Markierung übernimmt die Steuerung von fünf Spulen, der andere die restlichen drei. Daher werden hier auch keine Phasen-Doubler benötigt.

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Links unten vom CPU-Sockel hält sich die achte Spule auf.

An dieser Stelle hat Supermicro die achte Spule untergebracht. Sie wurde links unten vom CPU-Sockel positioniert. Auch diese Spule wird von einem IR3556M mit Strom versorgt.

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Vier DDR4-Speicherbänke bedeuten maximal 64 GB Arbeitsspeicher.

Auch das C7H170-M bietet die maximal vier DDR4-DIMM-Slots, mit denen sich der Arbeitsspeicher auf maximal 64 GB aufrüsten lässt. Unterhalb der Slots sehen wir nicht nur den 24-poligen ATX-Stromanschluss und den USB-3.0-Header, sondern auch noch einen Power-, Clear-CMOS- und BIOS-Restore-Button in der Mini-Ausführung. Während die Funktion der ersten beiden genannten Buttons verständlich ist, erfüllt der BIOS-Restore-Taster die Funktion, das BIOS mittels eines USB-Sticks zu reparieren, falls es nach einem Flash-Vorgang korrupt sein sollte.

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Neben einem PCIe-3.0-x16-Slot wurde auch an einen x4- und x1-Steckplatz gedacht.

Der rote Steckplatz ist direkt mit der Skylake-S-CPU verbunden und kann die 16 Lanes, beispielsweise für eine Grafikkarte, direkt abrufen. Darunter befindet sich ein PCIe-3.0-x4- und x1-Slot, die beide an den H170-Chipsatz gekoppelt sind. Anstelle des vierten Erweiterungssteckplatzes wurde über dem roten Slot die M.2-Schnittstelle untergebracht. In diesem kann ein Modul mit einer Länge von 6 cm bis 11 cm installiert werden.

Heutzutage auch selten vorhanden ist ein Speaker, der die Beepcodes ausgibt.

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Sechs native SATA-6GBit/s-Ports stehen außerdem bereit.

Supermicro vertraut im Storage-Bereich nicht auf die SATA-Express-Technologie, sondern belässt es bei den sechs nativen SATA-6GBit/s-Anschlüssen.

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Das I/O-Panel beim Supermicro C7H170-M.

Die Anschlüsse von links nach rechts und von oben nach unten:

Ganz solide fällt das I/O-Panel aus, das mit zwei USB-2.0-, vier USB-3.0-Anschlüssen, jeweils einem HDMI-, DVI-D- und DisplayPort-Grafikausgang ausgestattet wurde und zusätzlich natürlich auch einen Gigabit-LAN-Port, eine PS/2-Schnittstelle zur Verfügung stellt. Für die Audioausgabe wurde einmal Toslink und sechs 3,5-mm-Audiojacks vorgesehen.


Weiter gehts mit dem Verantwortlichen der Audioausgabe:

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Der Realtek ALC1150 übernimmt das Audio-Zepter.

Anders als die Konkurrenz plustert Supermicro den Onboard-Sound nicht übermächtig auf. Trotzalledem kommt hier Realteks ALC1150 zum Einsatz, der bis zu 10 Kanäle steuern kann, einen Front-DAC von 115 dB und einen ADC-Output von 96 dB bietet.

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Auch ein SuperI/O-Chip gehört zur Grundausstattung.

In Fall des C7H170-M ist es der Nuvoton NCT6792D-B, welcher die Spannungen, Temperaturen und Lüftergeschwindigkeiten überwacht. Letztere können über ihn auch gesteuert werden.

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Gigabit-LAN gibt es dank dem Intel-Controller.

Supermicro hat sich für den Intel I219-V-PHY entschieden, der auf vielen weiteren Intel-Mainboards genutzt wird. Er unterstützt Datenraten bis 1 GBit/s und unterstützt auch das Wake-over-LAN-Feature.

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Selbst ein TMDS-Level-Shifter wird benötigt.

ASMedias ASM1442K wurde zwischen dem HDMI- und DVI-D-Grafikausgang und dem CPU-Sockel positioniert und kümmert sich um die Spannungsumwandlung zwischen der iGPU und dem HDMI-Grafikausgang.

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Hinter diesem Chip scheint das Geheimnis des Non-K-Overclocking-Supports zu liegen .

Der IDT6V4 ist ein Clock-Generator, der für die unabhängige Steuerung des BCLKs und des PCIe-Takts zuständig ist. Durch ihn und mit einem angepassten BIOS wurde die Fähigkeit der Non-K-Übertaktung ermöglicht.

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Das BIOS-Recovery-Feature muss durch den schwarzen Schalter (weißer Sockel) zunächst aktiviert werden.

Unten rechts auf dem PCB wurde die übliche Position des Front-Panels gewählt. Dazu wurde ein schwarzer Schalter angebracht, mit dem das bereits erwähnte BIOS-Recovery-Feature aktiviert werden muss, falls dieses verwendet werden muss.

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Das Supermicro C7H170-M nochmal in der Übersicht.

Supermicro hat beim C7H170-M ein gutes Layout umgesetzt. Sämtliche Anschlüsse wurden an den üblichen Stellen untergebracht, wo man sie auch erwartet. Verzichtet die Konkurrenz größtenteils auf Jumper auf dem Mainboard, haben die US-Amerikaner jede Menge blaue Jumper hinterlassen. Beispielsweise kann mittels eines Jumpers der Netzwerkanschluss (de-)aktiviert werden.

Enttäuscht waren wir von der schlecht umgesetzten Lüftersteuerung. Das BIOS bietet lediglich die Einstellungen "Auto" und "Full-Speed". An dieser Stelle haben wir uns erweiterte Funktionen gewünscht. So ist ein manuelles Regeln der Lüfter nicht so ohne weiteres möglich.


BIOS

Wir haben uns natürlich auch das BIOS näher angeschaut. Für das C7H170-M gab es auch ein neueres BIOS, das wir in diesem Fall unter der DOS-Oberfläche geflasht haben. Es handelt sich um Version 1.1. Welche Verbesserungen diese Version mitbringt, ist nicht ersichtlich.

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Die UEFI-Oberfläche beim Supermicro C7H170-M.

Anders als sicherlich bei den Server-Mainboards vertraut auch Supermicro bei ihren Desktop-Brettern auf eine moderne UEFI-Oberfläche. Die Fotos lassen es bereits erahnen, dass das UEFI über keine Screenshot-Funktion verfügt, sodass wir dazu gezwungen wurden, den Bildschirm abzufotografieren.

Der erste Menüpunkt ist "System Information", unter diesem ein paar grundlegende Infos, wie die aktuell installierte BIOS-Version, die Uhrzeit inklusive Datum, dann weiter das eingesetzte Prozessor-Modell und Infos zum Arbeitsspeicher angezeigt werden. Unter "Processor / CPU" dreht sich (wer hätte das gedacht?) alles rund um die CPU, wo auch noch einmal alle wichtigen Funktionen zu finden sind und teilweise ein- und ausgeschaltet werden können, wie beispielsweise die C-States. Der interessanteste Punkt ist das Menü "Extra Performance", denn an dieser Stelle hat Supermicro die wenigen aber effektiven Overclocking-Funktionen hinterlassen. Dort kann die BCLK-Taktfrequenz, die VCore und die SA-Spannung angepasst werden.

Unter "Memory" sind RAM-spezifische Settings einsehbar und nur wenige Regler vorhanden. Auch für die Boot-Eigenschaften wurde ein eigenständiger Menüpunkt angelegt, die hier relativ umfangreich ausfallen. Das "Input/Output"-Menü hat das Unternehmen in die fünf Unterrubriken "SATA", "PCIe/PCI/PnP", "USB Settings", "PCH FW" und "Super IO Configuration" unterteilt und bildet eine kleine Sammlung an Einstellungen, die die Onboard-Komponenten betreffen. Fehlen darf definitiv auch der Hardware-Monitor nicht, mit dem sich jeweils getrennt die Temperaturen, Lüftergeschwindigkeiten und Spannungen einsehen lassen.

Weiter geht es mit dem Management-Reiter, bei dem die ACPI-Einstellung und auch das "SuperFlash Utility" untergebracht wurden. Chipsatzbetreffende Einstellungen hat Supermicro in dem Chipset-Punkt gelagert. Hier können nicht nur einige wenige Onboard-Komponenten ausgeschaltet werden, sondern auch festgelegt werden, ob die iGPU oder die dGPU für die Bildausgabe zuständig sein soll. Wahlweise lässt sich das UEFI mit einem Passwort schützen und zudem das Secure-Boot-Feature nach Wunsch aktivieren. Positiv ist zusätzlich, dass die Einstellungen in zwei Profilen abgespeichert werden können.

Die Bedienung mit der Maus gestaltet sich einfacher als mit der Tastatur. Was uns aufgefallen ist: Einige gewählte Einstellungen wurden nicht angenommen, dazu aber mehr im Overclocking-Abschnitt.

 

Overclocking

Intel hat es unter anderem beim H170-Chipsatz vorgesehen, keine Übertaktung zuzulassen, was neben dem Arbeitsspeicher sowohl für die K- und die Non-K-Prozessoren gilt. Supermicro hat mit dem C7H170-M die einzige Ausnahme auf dem Markt, die es ermöglicht, diese Riegel teilweise auszuhebeln. Zwar ist es auch nicht möglich, den Multiplikator des von uns verwendeten Core i5-6600K anzuheben, obwohl eine Einstellung im UEFI dafür existent ist. Der Trumpf des Supermicro C7H170-M liegt bei der freigeschalteten Veränderung des BCLK von 100 MHz bis 145 MHz in 5-MHz-Intervallen. Auf diese Weise konnten wir bereits den Core i5-6500T übertakten.

Wie wir bereits erwartet haben, bieten sich nicht viele Spannungseinstellungen an. Lediglich die VCore lässt sich von 0 mV bis 350 mV in 1-mV-Schritten und die SA-Spannung von 1.035 mV bis 1.500 mV in ebenfalls 1-mV-Intervallen regulieren. Im RAM-Bereich sieht es hingegen absolut mau aus. Weder die VDIMM noch die Latenzen lassen sich manuell anpassen, was dem H170-Chipsatz geschuldet ist. Alle anderen Overclocking-Funktionen haben wir in der folgenden Tabelle aufgelistet:

Die Overclocking-Funktionen des Supermicro C7H170-M in der Übersicht
Base Clock Rate 100 MHz bis 145 MHz in 5-MHz-Schritten
CPU-Spannung
0 mV bis 350 mV in 1-mV-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung -
CPU-SA-Spannung 1.035 mV bis 1.500 mV in 1-mV-Schritten (Offset-Modus)
CPU-IO-Spannung -
VCC-PLL-Spannung -
PCH-Core-Spannung -
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen -
Speicher-Optionen
Taktraten maximal 2.133 MHz
Command Rate -
Timings -
XMP wird nicht unterstützt
Weitere Funktionen
Weitere Besonderheiten

UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE (C6/C7), EIST
Turbo-Modus (All Cores)

Wie wir bereits weiter oben erwähnt haben, war es uns nicht möglich, einfach einen höheren Multiplikator für die vier Kerne zu fixieren, sondern wir mussten den Weg über den BCLK gehen. Das Mainboard genehmigte uns bis 125 MHz BCLK eine Übertaktung, was mit dem 35er Multiplikator multipliziert in den 4,375 GHz resultiert.

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Bestes Ergebnis: 4,375 GHz bei 1,160 Volt (CPU-Z)

Ohne Spannungserhöhung war jedoch kein stabiler Betrieb möglich. Erst nachdem wir 25 mV draufgelegt haben, lief das System mit Prime95 stabil.

Den Arbeitsspeicher konnten wir leider nicht übertakten, was eben am H170-Chipsatz liegt.

In der folgenden Bildergalerie sind nochmal alle BIOS-Screenshots einsehbar.

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Mit folgendem Testsystem haben wir das Supermicro C7H170-M getestet:

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz.

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version.

Seit der Einführung der Nehalem-Prozessoren und der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 2.133 MHz und 15-15-15-35 2T - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim Supermicro C7H170-M ist allerdings alles so, wie es zu erwarten wäre: Die Turbo-Modi laufen korrekt und auch keine versteckte Übertaktung ist aktiv.

Wir testen allerdings nur noch vier Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2013, SuperPi 8M, Cinebench R15 und Sisoft Sandra 2014 Memory Benchmark:

3DMark 2013

Fire Strike

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R15 CPU

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

SiSoft Sandra 2014

Memory Benchmark

Bandbreite in GB/s
Mehr ist besser

SuperPi 8M

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Die erzielte Performance liegt natürlich auf dem Niveau der anderen Probanden.

Auch weiterhin werden wir die Bootzeit protokollieren. Wir messen die Zeit in Sekunden, wie lange das Mainboard benötigt, um alle Komponenten zu initialisieren und mit dem Windows-Bootvorgang beginnt.

Bootzeit

Vom Einschalten bis zum Windows-Bootvorgang

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Ein weiterer Nachteil des Supermicro-Mainboards ist die lange Bootzeit. Es benötigte 23,58 Sekunden, um alle Komponenten zu initialisieren, obwohl wir fairerweise das PXE-Feature deraktiviert haben.


Neben der wichtigen Performance ist auch der Stromverbrauch des heimischen PCs kein unwichtiges Kriterium. Was man häufig unterschätzt, ist die Tatsache, dass selbst die verschiedenen Mainboard-Modelle der zahlreichen Hersteller unterschiedlich viel Strom aus der Steckdose ziehen. Ein Grund dafür sind die verschieden eingesetzten BIOS-Versionen, die teilweise die von Intel referenzierten Stromsparmechanismen schlecht oder gar falsch umsetzen oder dass Onboardkomponenten sich eigentlich deaktivieren sollten, wenn diese entweder durch dedizierte Hardware ersetzt wurden oder einfach nicht verwendet werden. Darüber hinaus kann aber manchmal auch die Stromversorgung verantwortlich gemacht werden, wenn unter Default Settings mehr Energie zur Verfügung gestellt wird, als eigentlich benötigt wird. Genau deswegen spielt die Effizienz eine wichtige Rolle. Wenn die Effizienz der Stromversorgung nun also schlecht ausfällt, wird mehr Strom verbraucht. Zu unterschätzen ist hierbei aber auch die Software nicht, sodass sie ebenfalls gut abgestimmt sein muss, damit eine zufriedenstellende Effizienz gegeben ist.

Das Supermicro C7H170-M hat nur wenige Zusatz-Controller erhalten. Ein LAN-Controller und ein Audio-Codec tragen ihren Teil zum Stromverbrauch bei.

Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 11.5 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-spanTest, Vollauslastung). Die jeweiligen Werte entsprechen dem System-Gesamtverbrauch.

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Für den ersten Test sind die Default Settings aktiv, sodass der Großteil der Onboardkomponenten bereits aktiviert ist. Die Grafikausgabe erfolgt über die Radeon R9 380, wobei wir die iGPU im BIOS nicht deaktiviert haben. Wie bereits weiter oben geschrieben, sind alle Stromspar-Features eingeschaltet, was mit den Werten einer manuellen Konfiguration scheinbar gut umgesetzt wurde.

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Im Idle legt das Supermicro C7H170-M gleich einen neuen Rekord mit beeindruckenden 30,4 Watt hin. Das Gigabyte GA-Z170X-Gaming 3 liegt dem Supermicro-Board mit 36,8 Watt jedoch dicht auf den Fersen.

Leistungsaufnahme

Cinebench R15 CPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Die gute Effizienz setzt sich auch beim Cinebench-Lauf fort. Hier verbrauchte das Gesamtsystem lediglich 81,6 Watt. Hierfür reichte es sogar, das ASRock Z170 Extreme7 vom Thron zu stoßen.

Leistungsaufnahme

Prime95

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Mit Prime95 zeigte das Strommessgerät 91,4 Watt an und liegt damit deutlich unterhalb der 100-Watt-Marke. Auch hier liegt das C7H170-M knapp vor der ASRock-Platine.

Spannungen (Prime95)

1.026 (2. CPU. BIOS)XX


1.080 (2. CPU)XX


1.096 (2. CPU)XX


1.180 (2. CPU. BIOS)XX


1.184 (2. CPU)XX


1.184 (2. CPU)XX


1.200 (2. CPU. BIOS)XX


1.232 (2. CPU)XX


1.248 (2. CPU. BIOS)XX


1.264 (2. CPU)XX


Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Das Supermicro C7H170-M verpasste der CPU standardmäßig 1,184 Volt, welche sich auf der Grafik in der unteren (negativen) Hälfte befindet.

 

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sämtliche USB-3.0- und SATA-Controller sind hier beispielsweise deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber alle energiesparenden Features werden zusätzlich manuell aktiviert. Die Radeon R9 380 ist weiterhin die primäre Grafikkarte.

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Leistungsaufnahme

Cinebench R15 CPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Leistungsaufnahme

Prime95

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Spannungen (Prime95)

1.026 (2. CPU. BIOS)XX


1.080 (2. CPU)XX


1.096 (2. CPU)XX


1.180 (2. CPU. BIOS)XX


1.184 (2. CPU)XX


1.184 (2. CPU)XX


1.200 (2. CPU. BIOS)XX


1.232 (2. CPU)XX


1.248 (2. CPU. BIOS)XX


1.264 (2. CPU)XX


Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Da es keine sonderbaren Komponenten abzuschalten gab, ändert sich nichts an den Verbrauchswerten.

Supermicros C7H170-M kann bei der Effizienz definitiv punkten. Im Leerlauf und unter Last hat es einen sehr niedrigen Wert an den Tag gelegt, was bisher kein Board geschafft hat. Insgesamt gehört das Mainboard mit zu den effizientesten Mainboards, die wir in unserer Redaktion hatten.


USB-3.0-Performance

Insgesamt halten sich auf dem Supermicro C7H170-M sechs native USB-3.0-Anschlüsse bereit. Zwei am I/O-Panel und vier Stück über zwei Header. Für den USB-3.0-Performancetest haben wir die USB-3.1-Lösung von ASUS verwendet.

ATTO USB3 small
Die USB-3.0-Performance beim Supermicro C7H170-M
(nativ über den H170-PCH).

Über 400 MB/s sowohl im Lesen als auch im Schreiben sprechen für eine gute USB-3.0-Performance. Im Detail waren bis zu 421 MB/s schreibend und 422 MB/s lesend drin.

 

SATA-6G-Performance

Das Supermicro C7H170-M bietet sechs SATA-6GBit/s-Ports, die nativ an den Z170-Chipsatz angebunden sind. Für den Test verwenden wir die SanDisk Extreme 120, die wir direkt an die SATA-Ports anschließen.

ATTO USB3 small
Die SATA-6G-Performance beim Supermicro C7H170-M
(nativ über den H170-PCH).

Der Intel-SATA-Controller leistet wieder einmal hervorragende Leistung, was man an der Lesedatenrate von 557 MB/s und an der Schreibrate von 523 MB/s erkennen kann.

 

M.2-Performance

Den M.2-Test werden wir natürlich auch bei der Skylake-S-Plattform absolvieren. Mithilfe der neuen Intel-100-Chipsstzserie erfahren die angebundenen M.2-Steckplätze in der Theorie einen ordentlichen Performanceschub dank der jeweils vier-PCIe-3.0-Lanes, wodurch die theoretische Bandbreite auf 32 GBit/s anwächst. Das Problem an der Sache ist allerdings, dass es bisher kaum M.2-SSDs gibt, die diese Bandbreite ausreizen können. Dennoch lässt sich mit einigen aktuell am Markt befindlichen M.2-SSDs feststellen, ob effektiv mehr als 10 GBit/s übertragen werden. Für diesen Test setzen wir daher die Samsung SSD XP941 mit 512-GB-Speicherkapazität ein, die auf eine Länge von 8 cm kommt und von Samsung mit 1.170 MB/s lesend und 950 MB/s schreibend spezifiziert wurde. Als Schnittstelle nutzt das Solid State Module den M.2-16-GBit/s-Standard, was vier PCIe-2.0-Lanes entspricht.

ATTO USB3 small
Die M.2-Performance beim Supermicro C7H170-M
(über vier PCIe-3.0-Lanes vom H170-PCH).

Während die Schreibleistung mit bis zu 830 MB/s relativ gering ausfällt, zeigte sich die Leseleistung mit maximal 1.083 MB/s von der deutlich besseren Seite.


Das CPU-Overclocking erfreut sich weiterhin einer großen Beliebtheit im Consumer-IT-Segment. Im letzten Jahr hat Intel mit dem Core i5-6600K und dem Core i7-6700K zwei Prozessoren auf den Markt gebracht, die zusammen mit einem Z170-Mainboard per offenem Multiplikator ordentlich übertaktet werden können. Davon unberührt blieben zunächst die Non-K-CPUs auf Skylake-Basis, was natürlich von Intel beabsichtigt ist. Zwar haben Hersteller wie ASUS, ASRock und Biostar für einige Z170-Modelle entsprechende BIOS-Versionen veröffentlicht, mit denen das Overclocking der Non-K-Prozessoren ermöglicht wurde, allerdings war dies ansonsten mit keinem H170-Mainboard möglich. Bis Supermicro das nun getestete C7H170-M im Micro-ATX-Format auf den Markt gebracht hat.

Mittels eines Clock-Generators und einer angepassten BIOS-Version ist es mit dem C7H170-M ohne Weiteres möglich, den Skylake-S-Prozessor - egal ob K- oder Non-K - über den BCLK zu übertakten. Auf diesem Wege bleibt der fest spezifizierte Multiplikator unberührt und man geht stattdessen den Umweg über den Grundtakt. Dies konnten wir zuvor mit dem Core i5-6500T unter Beweis stellen sowie nun auch mit dem Core i5-6600K, mit dem wir das Mainboard durch unseren Parcours gejagt haben. Dabei setzen die US-Amerikaner auf insgesamt acht CPU-Spulen, die von leistungsstarken International-Rectifier-MOSFETs angetrieben werden.

Das Grundgerüst des Supermicro C7H170-M besteht aus einem Micro-ATX-PCB, auf dem sich mithilfe von vier DDR4-Speicherbänken bis zu 64 GB RAM aufhalten dürfen. Zumindest eine Grafikkarte kann im PCIe-3.0-x16-Slot Platz nehmen. Des weiteren halten sich ein PCIe-3.0-x4- und PCIe-3.0-x1-Steckplatz bereit. Der Storage-Bereich wird von sechs SATA-6GBit/s-Ports und einer M.2-Schnittstelle anständig abgedeckt. Insgesamt darf sich der Besitzer über sechs USB-3.0- (4x extern und 2x intern) und vier USB-2.0-Anschlüsse (2x extern und 2x intern) freuen. USB 3.1 sucht man beim Supermicro C7H170-M allerdings vergeblich, was wir gerade für den verlangten Preis dieses Mainboards (dazu später mehr) nicht nachvollziehen können.

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Über den Intel-I219-V-PHY lässt sich eine 1-GBit/s-Netzwerkverbindung aufbauen. Der Sound hingegen wird vom Realtek ALC1150 berechnet. Am I/O-Panel stehen dafür nicht nur sechs 3,5-mm-Audiobuchsen bereit, sondern auch einmal Toslink. Auch die in den Prozessoren integrierte Grafikeinheit kann je nach Bedarf über jeweils einen HDMI-, DVI-D- und DisplayPort-Grafikausgang angesteuert werden. Wenn auch minimalistisch, gehören jeweils ein kleiner Power-, CMOS-Clear- und BIOS-Restore-Button, ein BIOS-Restore-Switch sowie zahlreiche Jumper zum Onboard-Komfort. An dieser Stelle hätten wir allerdings gern noch einen Reset-Button gesehen.

Die gebotene UEFI-Oberfläche lässt sich mit der Maus angenehm steuern, jedoch fehlt eine Screenshot-Funktion. Auch wurden einige vorhandene Funktionen, wie der CPU-Multiplikator (mit dem Core i5-6600K) oder der RAM-Teiler regelrecht ignoriert. Dies hängt mit dem H170-PCH zusammen, doch dann steht weiter die Frage im Raum, aus welchem Grund solche Funktionen angeboten werden. Absolut überraschend und definitiv positiv ist die Leistungsaufnahme zu beurteilen. Sowohl im Idle als auch unter Last hat das Supermicro C7H170-M einen neuen Redaktions-Rekord aufgestellt.

Sehen wir uns den verlangten Preis für das Supermicro C7H170-M an, kann mit großer Wahrscheinlichkeit festgehalten werden, dass der Absatz dieses Modells nicht groß ausfallen wird. In unserem Preisvergleich ist das Mainboard derzeit nur bei einem Händler für 183,77 Euro zu erstehen, sodass wir hier von dem teuersten H170-Mainboard sprechen, das es aktuell zu kaufen gibt. Schaut man bei anderen Shops nach diesem Modell, so stellen die 183,77 Euro derzeit das Minimum dar. Für diesen Preis lohnt es sich, gleich auf ein Z170-Mainboard zu setzen, mit dem das Non-K-Overclocking je nach BIOS ebenfalls möglich ist.

Positive Eigenschaften des Supermicro C7H170-M:

Negative Eigenschaften des Supermicro C7H170-M:

Ein Argument kann man dem Supermicro C7H170-M nicht nehmen: Es ist das einzige Mainboard mit Intels H170-Chipsatz, mit dem es möglich ist, K- und Non-K-Prozessoren auf Skylake-Basis über den BCLK zu übertakten. Die restliche Ausstattung ist allenfalls als moderat zu bezeichnen und rechtfertigt nicht den hohen Preis.

Alternativen? Für einen geringeren Preis wäre das Gigabyte GA-Z170X-Gaming 3 eine Alternative, das ebenfalls eine gute, moderate Ausstattung bietet und ebenfalls USB 3.1 an Bord hat. Ansonsten lohnt sich auch ein Blick auf das MSI Z170A Gaming M5.

 

Persönliche Meinung

Im Bezug auf das BCLK-Overclocking ist das Supermicro C7H170-M technisch gesehen definitiv interessant. Erblickt man dann den Preis für dieses Mainboard, so wird man in der Regel feststellen, dass es wirtschaftlich gesehen keinen Sinn ergibt, auf dieses Mainboard zu setzen. Stattdessen lohnt sich der Kauf eines Z170-Mainboards, mit dem je nach BIOS die Freiheit ebenfalls vorhanden ist und sogar eine bessere Ausstattung bekommt. (Marcel Niederste-Berg)

Preise und Verfügbarkeit
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