Gigabyte GA-Z170X-Gaming G1 im Test

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IMG 4 logoSeit etwas mehr als sieben Jahren gibt es dedizierte "Gaming-Mainboards" am Markt. Vormals dachte niemand daran, für Spieler zugeschnittene Mainboards anzubieten, aber heute hat sich das grundlegend geändert. Das Angebot der Gaming-Mainboards für den Sockel LGA1151 nimmt eine übergeordnete Rolle ein. Der Markt wird mit neuen Gaming-Platinen regelrecht überschwemmt, sodass wir uns natürlich auch diverse dieser besonderen Boards ins Labor holen werden. Unser heutiger Testkandidat ist dabei kein gewöhnliches Gaming-Mainboard, sondern gleich das Flaggschiff aus dem Hause Gigabyte. Das GA-Z170X-Gaming G1, das einiges an Bord hat und dem Enthusiast-Gamer mit aktuellster Technologie und einigen Extra-Goodies glücklich stimmen möchte, testen wir in diesem Artikel.

Der taiwanische Hersteller Gigabyte ist ebenfalls wie die anderen renommierten Mainboard-Hersteller stets daran interessiert, für die Interessenten entsprechende Platinen zu designen und anzubieten. Auch für das neue Z170-Lineup wurden einige Gaming-Bretter vorgesehen: das GA-Z170X-Gaming 3, GA-Z170X-Gaming 5, GA-Z170X-Gaming 7 und das GA-Z170X-Gaming GT. Als Krönung wurde auch das GA-Z170X-Gaming G1 als Flaggschiff vorgestellt, um das es sich in diesem Artikel drehen wird.

Dank des E-ATX-Formats lassen sich jede Menge Anschlussmöglichkeiten finden, die auf der aktuellsten Technologie im Consumer-Bereich beruhen. Soll heißen: vier mechanische PCIe-3.0-x16-, drei PCIe-3.0-x1-Steckplätze, vier DDR4-DIMM-Speicherbänke, vier USB-3.1-, elf USB-3.0- und sechs USB-2.0-Schnittstellen, Dual-Gigabit-LAN, dazu WLAN-ac und Bluetooth 4.1, zwei M.2-, drei SATA-Express- und vier SATA-6G-Ports. Obendrauf gibt es mit dem Sound-Core3D-Audiochip von Creative angemessenen Onboard-Sound auf die Ohren. Das klingt nach mehr als nur nach einer Vollausstattung.

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Das Gigabyte GA-Z170X-Gaming G1 in der Übersicht.

Gigabyte verwendet ein schwarzes PCB, setzt zwar auch auf rote Akzente, nutzt jedocht als Ergänzung auch jede Menge weiße Akzente, sodass sich diese Farbkombination von den meisten anderen Gaming-Mainboards eine Spur abhebt. Deutlich erkennbar sind die beiden schwarzen Deckel beim VRM-Kühlkörper. Darunter befinden sich Öffnungen, genauer Gewinde für Wasserkühlungsanschlüsse. Dadurch können die MOSFETs mithilfe eines Wasserkühlungs-Equipment deutlich effektiver gekühlt werden.

Die Spezifikationen

Und so sehen die technischen Eigenschaften aus:

Die Daten des Gigabyte GA-Z170X-Gaming G1 in der Übersicht
Mainboard-Format E-ATX
Hersteller und
Bezeichnung
Gigabyte
GA-Z170X-Gaming G1
CPU-Sockel LGA1151
Stromanschlüsse 1x 24-Pin ATX
1x 8-Pin EPS12V
CPU-Phasen/Spulen 22 Stück
Straßenpreis ab 530 Euro
Homepage http://www.gigabyte.de/
Southbridge-/CPU-Features
Chipsatz Intel Z170 Express Chipsatz + PLX PEX8747
Speicherbänke und Typ 4x DDR4 (Dual-Channel)
Speicherausbau max. 64 GB (mit 16-GB-DIMMs)
SLI / CrossFire SLI (4-Way), CrossFireX (4-Way)
Onboard-Features
PCI-Express

4x PCIe 3.0 x16 (elektrisch mit x16/x8/x16/x8) über Skylake-S-CPU/PEX8747
3x PCIe 2.0 x1 über ASMedia ASM1184e

PCI -
SATA(e)-, SAS- und 
M.2-Schnittstellen

3x SATA Express 10 GBit/s über Intel Z170 (6x SATA 6G mit RAID 0, 1, 5, 10)
4x SATA 6G über 2x ASMedia ASM1061
2x M.2 über Intel Z170 (32 GBit/s, shared)

USB

4x USB 3.1 (2x am I/O-Panel, 2x über Front-Panel) über Intel Alpine Ridge und ASMedia ASM1142
11x USB 3.0 (7x am I/O-Panel, 4x über Header) 3x Intel Z170, 8x über 2x Renesas uPD720210
6x USB 2.0 (2x am I/O-Panel, 4x über Header) über Intel Z170

Grafikschnittstellen 1x HDMI 2.0 out
WLAN / Bluetooth Killer Wireless-AC 1535 WLAN 802.11a/b/g/n/ac, Bluetooth 4.1
Thunderbolt -
LAN

2x Rivet Networks Killer E2400 Gigabit-LAN

Audio-Codec
und Anschlüsse
8-Channel Creative SoundCore 3D Audio Codec + 2x JRC NJM2114 + 1x TI OPA2134
5x 3,5 mm Audio-Jacks
1x TOSLink
FAN-Header 2x 4-Pin CPU-FAN-Header (regelbar)
5x 4-Pin Sys-FAN-Header (regelbar)

Auch die Verpackung gibt eine Farbmischung aus Schwarz, Rot und Weiß wieder. In der Mitte ist die Modellbezeichnung sichtbar, rechts daneben das G1-Logo. Oben links wurde das Gigabyte- und rechts oben das Ultra-Durable-Logo hinterlassen. Unten dagegen sind die beiden Intel-Logos und der Hinweis auf das beiliegende USB-3.1-Panel zu sehen.

Das mitgelieferte Zubehör

Abgesehen vom wuchtigen Mainboard fanden wir folgendes Zubehör.

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Bei dem hohen Preis darf der Käufer auch einiges an Beigaben erwarten. So haben die Taiwaner nicht nur die I/O-Blende, das Mainboard-Handbuch und die Support-DVD mit in den Karton gelegt, sondern auch sechs SATA-Kabel, ein SATAe-Datenkabel, jeweils eine SLI-Bridge für zwei, drei und vier NVIDIA-Grafikkarten, eine CrossFireX-Bridge, eine WLAN-Antenne, die G-Connectors, eine mehrsprachige Installationsanleitung, eine WLAN-Support-DVD. Als Ergänzung darf sich der Besitzer auch über eine M.2-zu-U.2-Adapterkarte freuen, mit der selbst NVMe-Laufwerke angeschlossen werden können. Auch ist das beiliegende USB-3.1-Frontpanel als nützlich anzusehen, das wir uns später noch genauer anschauen werden.


Die weit zuvor bekanntgewordenen Daten zu der Intel-100-Chipsatzserie zeigten bereits weitreichende Veränderungen, die sich im Nachhinein zumindest beim Z170-PCH auch bestätigt haben. Neu ist die Anbindung zwischen CPU und PCH über das Direct-Media-Interface in Version 3.0, wodurch eine größere Bandbreite zur Verfügung steht. Diese ist auch notwendig, denn Intel hat die PCIe-Lanes des Z170-Chipsatzes kräftig ausgebaut. Statt nur acht PCIe-2.0-Lanes, wie noch beim Z97-Chipsatz, kann der Z170-PCH gleich 20 PCIe-3.0-Lanes bereitstellen, sodass viel mehr Spielraum für native Anbindungen von Zusatzcontrollern vorhanden ist. PCIe-Switches und Brücken - so sollte man meinen - würden jetzt zur Vergangenheit gehören.

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Der VRM-Bereich wurde definitiv üppig ausgestattet.

Hier sehen wir die gewaltige Anzahl von 22 Spulen, die sich um die Stromversorgung der verbauten Skylake-S-CPU kümmern. Diese 22 Spulen müssen auf die CPU-Kerne, die integrierte Grafikeinheit und den restlichen Uncore-Bereich aufgeteilt werden. Als MOSFETs kommen 22 hochwertige und leistungsstarke IR3553M (PowIRstage) von International Recitifer zum Einsatz. Für den Input zeichnet sich ein 8-poliger ATX-EPS12V-Stromanschluss aus, sodass die CPU je nach Overclocking bis auf eine Auslastung von 336 Watt kommen kann. Positiv anzumerken ist auch die Tatsache, dass Gigabyte langlebige Kondensatoren mit 10.000 Stunden bei hohen Temperaturen verlötet hat. Bei dieser Preisklasse empfinden wir dies jedoch als selbstverständlich.

Umso interessanter wird es nun, herauszufinden, wie Gigabyte die Verteilung der 22 Spulen vorgesehen hat. Selbst wenn Phasen-Doubler verwendet wurden, gibt es keinen PWM-Controller, der alleine elf Spulen managen kann. In Wahrheit sind es jedoch nur acht Doubler, des Typs IR3599, die ebenfalls von International Recitifer stammen.

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Gleich zwei IR35201 als PWM-Controller arbeiten auf dem Gaming G1.

Bisher konnten wir selten beobachten, dass sich gleich zwei PWM-Controller für die CPU-Spulen zuständig fühlen. Der IR35201 kommt ebenfalls von International Recitifer und kann im Höchstfall acht Spulen steuern. Genau deswegen hat Gigabyte acht IR3599-Phasendoubler verlötet, sodass insgesamt 16 Spulen über einen IR35201 laufen und für die CPU-Kerne selbst zum Einsatz kommen. Um den restlichen Uncore-Bereich kümmern sich weitere sechs Spulen, die dagegen vom zweiten IR35201-PWM-Controller gemanagt werden.

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Auch die vier RAM-Spulen müssen von einem eigenen PWM-Controller gesteuert werden.

Genau mittig im Bild ist der IR3570A sichtbar, der für die vier RAM-Spulen zuständig ist.

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Es bleibt bei vier DDR4-DIMM-Speicherbänken.

In den vier DDR4-DIMM-Slots lassen sich bis zu 64 GB an Arbeitsspeicher verstauen. Dabei geben die Taiwaner Module bis zu einer effektiven Taktrate bis 3.666 MHz frei. Unter den Speicherbänken sind auch die beiden USB-3.0-Header sichtbar.

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Exklusivfeature aus der G1-Reihe: Vier NVIDIA- oder AMD-Grafikkarten können aufgeschnallt werden.

Wer in die Vollen gehen möchte und bereit ist, gleich vier Grafikkarten auf das Mainboard zu schnallen, kann dies mit dem GA-Z170X-Gaming G1 tun. Zu diesem Zweck halten sich vier mechanische PCIe-3.0-x16-Steckplätze bereit. Die Betonung liegt auf "mechanisch", denn bei vier Grafikkarten erhält jede Karte zumindest noch acht Lanes. Direkt unter dem CPU-Sockel wird der ein oder andere bereits den silbernen PLX-Chip gesehen haben. Es ist der bekannte PEX8747 aus dem Hause PLX-Tech. Der 48-Port-Gen3-Switch hat direkten Zugriff auf die 16 PCIe-3.0-Lanes der CPU und verteilt die resultierenden 32 Lanes auf die vier Steckplätze. Dabei wurden jeweils 16 Lanes mit den PCIe-Slots 1 und 3 sowie 5 und 7 verknüpft, was demnach bedeutet, dass ein x16/x16-Betrieb jeweils in den ersten und letzten beiden Steckplätzen nicht möglich ist. Zwischen den großen Slots wurden auch noch drei PCIe-2.0-x1-Steckplätze positioniert. PCIe 2.0 ist in diesem Fall korrekt. Gigabyte hat zwischen dem Z170-Chipsatz und der Erweiterungsslots noch einen PCIe-2.0-Switch verlötet, sodass die drei kleinen Anschlüsse mit der PCIe-2.0-Spezifikation zu Werke gehen.

Ähnlich wie MSI hat auch Gigabyte die mechanischen PCIe-3.0-x16-Slots mit etwas Metall verstärkt. Gigabyte nennt ihr Feature "PCIe Metal Shielding" und es dient der erhöhten Stabilität bei großen und schweren Grafikkarten.

In der folgenden Tabelle sind die Anbindungen der Steckplätze übersichtlich dargestellt.

PCIe-x16-Slots und deren Lane-Anbindung (maximal 32 Lanes)
 PCIe-Slot 1PCIe-Slot 3PCIe-Slot 5PCIe-Slot 7
Elektrische Anbindung (über) x16
(PEX8747)
x8
(PEX8747)
x16
(PEX8747)
x8
(PEX8747)
Single-GPU-Betrieb x16 - - -
Zwei Grafikkarten im 2-Way-SLI/CrossFireX-Verbund x16 - x16 -
Drei Grafikkarten im 3-Way-SLI/CrossFireX-Verbund x16 - x8 x8
Vier Grafikkarten im 4-Way-SLI/CrossFireX-Verbund x8 x8 x8 x8
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Drei SATA-Express- und vier weitere SATA-6GBit/s-Ports laden zum Massenspeicherausbau ein.

Die Aufteilung ist ganz einfach gelöst. Alle drei SATAe-Schnittstellen und gleichzeitig die sechs SATA-6GBit/s-Anschlüsse sind nativ an den Z170-Chipsatz angebunden. Übrig bleiben noch vier SATA-6GBit/s-Ports, für die Gigabyte zwei ASMedia-ASM1061-SATA-Controller angeheuert hat. Im Hintergrund sind jedoch noch zwei M.2-Schnittstellen sichtbar, wobei in jeder ein kompatibles Modul mit einer Länge von 4,2 cm, 6 cm oder 8 cm eingesetzt werden kann. Auch bei diesem Flaggschiff gibt es einzelne Einschränkungen in Bezug auf die M.2-Schnittstellen. Wird im rechten (oben) Steckplatz ein Modul im SATA-Modus betrieben, wird SATA-Port Nummer 4 unbrauchbar. Steckt ein Modul in dem Steckplatz, das auf vier PCIe-3.0-Lanes (PCIe-Modus) zugreifen kann, sind die SATA-Ports 4 und 5 nicht mehr benutzbar. Zwar kann der SATA-Express-Anschluss (SATA 4 und 5) genutzt werden, doch dann arbeitet das M.2-Modul mit nur noch zwei PCIe-2.0-Lanes.

Ähnlich läuft es mit dem anderen M.2-Steckplatz. Im SATA-Modus kann der SATA-Port 0 nicht mehr verwendet werden. Bei einem eingesetzten Modul, das sich die vier PCIe-3.0-Lanes schnappen kann, ist der SATA-Express-Anschluss mit den Ports 0 und 1 nutzbar, doch arbeitet das Solid-State-Modul im M.2-Slot effektiv ebenfalls mit nur zwei PCIe-3.0-Lanes. Das war es allerdings mit den Einschränkungen.

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Das I/O-Panel beim Gigabyte GA-Z170X-Gaming G1.

Von oben nach unten und von links nach rechts:

Das I/O-Panel ist natürlich bestens bestückt. In der Summe befinden sich elf USB-Anschlüsse an Ort und Stelle, von denen zwei mit der USB-2.0-, sieben mit der USB-3.0- und zwei mit der USB-3.1-Spezifikation arbeiten. Die beiden USB-3.1-Anschlüsse hat Gigabyte in der Typ-C- und Typ-A-Ausführung hinterlassen. Des weiteren sehen wir die beiden Gigabit-LAN-Buchsen, die fünf analogen, vergoldeten 3,5-mm-Audioanschlüsse, einmal Toslink, HDMI-out, die WLAN-Antennenanschlüsse und eine ältere PS/2-Schnittstelle.


Es geht mit dem Audiobereich weiter:

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Das Audiobereich beim Gigabyte GA-Z170X-Gaming G1.

Gigabyte hat sich ersichtlich gegen den oft verwendeten Realtek ALC1150 entschieden, sondern für den Sound-Core3D-Chip (Quad-Core-Prozessor) von Creative. Dabei sollen die zehn goldenen Nichicon-Audiokondensatoren und auch die vier WIMA-Audiocaps die Audioqualität positiv beeinflussen. Auch gibt Gigabyte die Creative-SBX-Pro-Studio-Audio-Suite mit auf den Weg, mit der weitreichende Einstellungen vorgenommen werden können. Die beiden gelben USB-2.0-Anschlüsse vom I/O-Panel sind keine gewöhnlichen, sondern laufen mit über das USB-DAC-Up-Feature, von dem USB-Audio-Equipment durch eine stabile Stromversorgung profitieren kann. Das war jedoch noch nicht alles, denn darüber hinaus gehören auch zwei JRC-NJM2114-Dual-Operational-Amplifiers und ein OPA2134-Kopfhörerverstärker (maximal 600 Ohm) von Texas Instruments zur Soundausstattung.

Genau am Rand des PCBs und an der I/O-Blende haben die Taiwaner auch noch einige LEDs hinterlassen, die sieben Farben darstellen können: Grün, Türkis, Blau, Rosa, Rot, Gelb und Weiß. Dabei leuchten die LEDs entsprechend des gesetzten Modus: dauerhaft, pulsierend oder nach dem Musikbeat. Wird die automatische Farbe aktiviert, kann sich der Anwender auch zwischen einem Intervall entscheiden, ab wann die Farbe gewechselt werden soll: 1 Sekunde, 3 Sekunden, 5 Sekunden, 10 Sekunden, 1 Minute, 3 Minuten, 5 Minuten und 10 Minuten.

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Dieser Chip ist für das Q-Flash-Plus-Feature zuständig.

Damit sich das BIOS auch ohne CPU und RAM flashen lässt, wird in diesem Fall ein eigener Controller benötigt. Dank des IT8951E kann Gigabyte die Q-Flash-Plus genannte Funktion anbieten.

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Ohne SuperI/O-Chip geht es wirklich nicht.

Der IT8628E fungiert als SuperI/O-Chip und wird für die Überwachung der Spannungen, Temperaturen und Lüftergeschwindigkeiten eingesetzt. Letztere lassen sich durch ihn manuell anpassen.

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Zwei ASM1061-Chips erweitern die Anzahl der SATA-Ports.

Bei den Storage-Anschlüssen auf Seite 2 haben wir bereits erwähnt, dass vier SATA-6GBit/s-Anschlüsse über zwei ASM1061-SATA-Controller von ASMedia angebunden sind. Jeder von den Controllern kann maximal zwei Anschlüsse steuern, sodass die Rechnung optimal aufgeht.

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Der PEX8747 erweitert die PCIe-3.0-Lanes von der CPU.

Bei einigen High-End-Mainboards wird er verlötet, der PLX PEX8747. Mit seinen 48-Ports kann er die 16 Lanes von der CPU auf insgesamt 32 Stück aufbohren, sodass diese hohe Anzahl auf die vier mechanischen PCIe-3.0-x16-Steckplätze aufgeteilt werden. Da er eine hohe Abwärme entwickelt, wird er natürlich mit dem durchgehenden Kühler auf Temperatur gehalten.

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Der ASM1184e erweitert sorgt für PCIe-2.0-Lanes-Support.

Mit einem Input von einer PCIe-Lane kann der ASM1184e auf der anderen Seite wieder vier PCIe-2.0-Lanes ausgeben, die auf die drei PCIe-2.0-x1-Slots aufgeteilt werden.

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USB 3.1 wird durch Intels Alpine Ridge ermöglicht.

Als einziger im Bunde setzt Gigabyte für den USB-3.1-Support Intels DSL6540 ein, der besser bekannt unter dem Namen "Alpine Ridge" ist und Intels Thunderbolt-3-Controller darstellt. Mit seinen 40-GBit/s-Datendurchsatz ist er vielseitig einsetzbar, so auch in diesem Fall für die Bereitstellung von zwei USB-3.1-Schnittstellen. Im Gegensatz zum ASM1142-USB-3.1-Controller hat Alpine Ridge den Vorteil, dass er bei beiden USB-3.1-Anschlüssen gleichzeitig jeweils 10 GBit/s Datendurchsatz bereitstellen kann und im Endeffekt sogar noch Luft nach oben hat.

Zwar wird die Option im konkreten Fall nicht genutzt, dennoch ist es optional möglich, einen DisplayPort-1.2- oder auch HDMI-2.0-Typ-C-Anschluss zu nutzen. Ebenso bringt der Controller für unterstützte USB-Geräte das Power-Delivery-Feature mit bis zu 100 Watt mit.


Und noch mehr Controller.

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Jede Menge weiterer Controller.

Rechts neben dem Intel-Alpine-Ridge-Controller haben wir den TPS65982 von Texas Instruments, der mehrere Funktionen erfüllt. Er dient als USB(-Typ C)-Power-Delivery-Power-Switch und als High-Speed-Multiplexer. Weiter haben wir noch den MCDP2800BB von Megachips, der als TMDS-Level-Shifter für den HDMI-2.0-Grafikausgang fungiert. Am Rand des Bildes erkennt man noch den uPD720210 von Renesas. Bei ihm handelt es sich um einen 4-Port-USB-3.0-Hub, von denen es gleich zwei auf dem gesamten Board gibt und die USB-3.0-Anschlüsse auf insgesamt elf Stück erweitert.

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Zwei Killer-E2400-Netzwerkcontroller sind eine Ansage.

Beim veranschlagten Preis darf man auch gleich zwei Gigabit-LAN-Ports erwarten. Beide arbeiten über jeweils einen Killer-E2400-Netzwerkcontroller, die ihre Priorität auf die Netzwerkpakete legen, die beim Online-Gaming anfallen und versuchen, die Latenz zwischen Server und Client bestmöglich nach unten zu drücken. Wir hätten uns hier allerdings gewünscht, wenn Gigabyte einen Killer-Netzwerkchip gegen einen Intel-I219V-PHY ausgetauscht hätte.

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Was die beiden Switches wohl bewirken?

Der SATA-Power-Stromanschluss sollte vom Anwender mit einem SATA-Stecker vom Netzteil bestückt werden, wenn mehr als eine Grafikkarte auf dem Board zum Einsatz kommt, um die elektrische Stabilität zu erhöhen. Links neben dem Anschluss sind noch zwei Switches zu sehen. Mit dem rechten kann die Gain-Stufe für den 2.0-Audioausgang am I/O-Panel von 2,5-fach auf 6-fach erhöht werden. Der linke Schalter ändert die gleichen Einstellungen für den Front-Audiobereich.

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Und zwei weitere Switches befinden sich weiter rechts.

Der Anwender kann vom Main-BIOS auf das Backup-BIOs mithilfe des linken Switches umschalten. Der rechte dagegen aktiviert beziehungsweise deaktiviert das Single-BIOS-Feature.

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Noch mehr Onboard-Komfort ist oben rechts in der Ecke vorhanden.

Abgesehen von der Diagnostic-LED lassen sich ein Power-, Reset-, CMOS-Clear-, OC- und ECO-Button betätigen. Die Funktionen der ersten drei Buttons ist selbsterklärend. Durch den OC-Button sucht sich das Mainboard auf Basis der installierten Hardware eigene Overclocking-Parameter, mit denen es booten kann. Das ECO-Feature lässt sich mit der ECO-Taste einschalten, sodass das System möglichst effizient arbeiten soll.

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Auch Spannungsmesspunkte sind dabei.

Auch wenn das GA-Z170X-Gaming G1 kein reinrassiges Overclocking-Mainboard ist, so gehören Spannungsmesspunkte unserer Ansicht nach dennoch auf jeden Fall dazu - vor allem bei einem 530-Euro-Mainboard. Dabei lassen sich mit einem Multimeter folgende Spannungen detailliert ermitteln: VPP_25V, VCCIO, VAXG, VCORE, VDIMM, DDRVTT, PCHIO und VSA.

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Das Gigabyte GA-Z170X-Gaming G1 nochmal in der Übersicht.

Am Layout gibt es wenig zu beanstanden, alles ist dort zu finden, wo wir es erwartet haben. Für die nötige Belüftung stehen insgesamt acht FAN-Header zur Verfügung, sechs davon als 4-Pin-Ausführung. Neben dem Haupt- und optionalen CPU-FAN-Header können sechs weitere Lüfter gesteuert werden. Gigabyte lässt dem Anwender die Wahl zwischen folgenden Modi: Normal, Silent, Manual und Full Speed. Selbst im normalen Modus laufen die beiden Lüfter im BIOS mit knapp über 1.000 Umdrehungen pro Minute (inkl. Teillast). Stellen wir den Silent-Modus ein, wird die Drehzahl auf etwa 830 Umdrehungen reduziert. Wem die vordefinierten Profile nicht ausreichen, der kann sich dagegen auch an der manuellen Steuerung versuchen. Hier kann der Anwender sich für einen PWM-Wert von 0,75 bis 2,50 in 0,25-Schritten entscheiden.


Genau wie beim ASRock Z170 Extreme7+ liegt beim Gigabyte GA-Z170X-Gaming G1 ein USB-3.1-Frontpanel dabei, das jeweils einen weiteren USB-3.1-Typ-C- und Typ-A-Anschluss bereitstellt. Das Frontpanel wurde im 5,25-Zoll-Format gefertigt.

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Das USB-3.1-Frontpanel im Detail.

Die Rückansicht verrät, wie die Anbindung des Systems erfolgt. Links sehen wir den SATA-Express-Connector, rechts daneben zwei SATA-Stromanschlüsse. Um das Frontpanel in Betrieb zu nehmen, müssen zwei SATA-Stromstecker angebracht werden. Die Art der Umsetzung gefällt uns besser als bei ASRock.

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Das USB-3.1-Frontpanel im Detail.

An der Frontansicht ist jeweils ein USB-3.1-Anschluss in der Typ-C- und Typ-A-Ausführung vertreten.

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Das USB-3.1-Frontpanel im Detail.

Nachdem die eine Schraube entfernt wurde, konnten wir einen Blick in das Gehäuse werfen und entdeckten eine kleine Platine, die mit vier Schrauben auf Abstandshaltern fixiert wurde.

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Das USB-3.1-Frontpanel im Detail.

Und hier haben wir den verantwortlichen Controller. In diesem Fall ist es kein Intel-Alpine-Ridge, sondern der ASM1142 von ASMedia. Im späteren Verlauf werden wir auch die USB-3.1-Leistung über das Frontpanel festhalten.


BIOS

Gigabyte hat uns mit der BIOS-Version F4n versorgt, die wir dank des Q-Flash-Features ganz bequem installieren konnten. Welche Verbesserungen diese Version mitbringt, ist allerdings nicht bekannt.

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Der Startup Guide beim Gigabyte GA-Z170X-Gaming G1.

Gigabyte hat sich weiterhin beim UEFI nicht ausschließlich auf die oben gezeigte Ansicht beschränkt. Der so genannte "Startup Guide" dient vielmehr als Schnellstart-Oberfläche. Beispielsweise wenn der Anwender sich nicht durch die zahlreichen Einstellungen wühlen möchte, sondern auf schnellem Wege das Grundlegendste ändern möchte. Hierfür stehen neun Funktionsblöcke zur Verfügung. Im ersten Block lässt sich die Systemsprache ändern. Hierbei sollten 27 auswählbare Sprachen ausreichen. Im nächsten Block rechts kann die Fast Boot-Funktion eingeschaltet und rechts daneben die Systemzeit konfiguriert werden. In der mittleren Etage haben wir einmal den Menüpunkt "Boot Sequence", als nächstens "SATA controller", wo die SATA-Controller sowie der SATA-Mode umgeschaltet werden können. Dann haben wir noch den Block "Security", dort kann beispielsweise ein Passwort gesetzt werden. Ganz unten reiht sich der Punkt "Start-up Options" ein, bei dem ganz klar festgelegt werden kann, in welchem Modus das UEFI starten soll. Zur Auswahl stehen die Modi "Smart Tweak HD", "Smart Tweak Mode", "Startup Guide" und schließlich der "Classic Mode", zu denen wir nun kommen.

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Der Smart-Tweak-Modus beim Gigabyte GA-Z170X-Gaming G1.

Deutlich mehr lässt sich mit dem Smart-Tweak-Modus anfangen. Er kann entweder mit der Full-HD-Auflösung oder mit 1.024 x 768 Pixeln angezeigt werden. Zunächst können unter dem Reiter "Frequency" die Taktraten von CPU und Arbeitsspeicher verändert werden. Erweiterte Arbeitsspeicher-Einstellungen wie die Latenzen haben einen eigenen Reiter erhalten. So lassen sich für jeden der beiden Channel auf Wunsch unterschiedliche Latenzen festlegen. Genau wie bei der noch folgenden klassischen Ansicht wurden die Voltage-Settings in vier Untermenüs unterteilt. Statusmeldungen zum Arbeitsspeicher, zur CPU und weitere Einstellungen zur Lüftersteuerung findet der Anwender unter "Miscellaneous". Natürlich können die favorisierten Einstellungen auch auf speziellen Seiten hinterlegt werden, die an das MyFavorite-Feature von ASUS erinnern. Last but not least gibt es noch den "Save & Exit"-Menüpunkt, wo unter anderem die gewählten Einstellungen abgespeichert und die Standard-Parameter geladen werden können. In dem Unterpunkt "Preferences" wurden noch weitere BIOS-spezifische Einstellungen hinterlegt.

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Der Classic Mode beim Gigabyte GA-Z170X-Gaming G1.

Man könnte fast von Glück reden, dass weiterhin der Classic Mode angeboten wird, der gleichzeitig als Advanced-Modus herhalten muss. Diese grafische UEFI-Oberfläche hat zwar die Struktur von den Z77-Mainboards geerbt, jedoch hat Gigabyte nun völlig andere Farben ausgewählt, nämlich überwiegend ein dunkles Grau. Beim ersten Menüpunkt bekommt der Anwender Zugriff auf die Overclocking-Funktionen, welche im "M.I.T."-Reiter hinterlegt sind. Auf dieser Seite sind noch sechs weitere Unterpunkte vorhanden, hinter denen sich die zahlreichen Overclocking-Features verbergen. Unter "System Informationen" werden lediglich einzelne Infos wie das Mainboard-Modell, die aktuell vorliegende BIOS-Version, die Uhrzeit und das Datum angezeigt. Von dort aus lässt sich ebenfalls die Sprache ändern. Im UEFI sind weiterhin zahlreiche Einstellungen zu finden, die den Startvorgang betreffen, die unter einem eigenen Menüpunkt aufgelistet werden. Alle auf dem Mainboard vorhandenen Onboard-Komponenten können unter "Peripherials" individuell konfiguriert werden. Chipsatz-relevante Einstellungen sind dagegen in dem separaten Chipset-Menüpunkt anzutreffen. Ferner können im nächsten Punkt "Power Management" die entsprechenden Einstellungen gesetzt werden. Last but not least ist der "Save & Exit"-Reiter vorhanden, der selbsterklärend ist.

Es war problemlos möglich, auf angenehme Art und Weise per Maus und Tastatur durch die Menüs zu navigieren. Wir können zudem eine sehr gute Stabilität bescheinigen. Bis auf die Tatsache, dass die BIOS-Systemsprache auf deutsch umgestellt wurde, wenn das System bei der Overclocking-Session abgestürzt ist, wurden alle Einstellungen, wie erwartet, ordnungsgemäß umgesetzt.

 

Overclocking

Das Übertakten ist natürlich auch mit dem Gigabyte GA-Z170X-Gaming G1 möglich. So hat das Board satte 22 Spulen erhalten, die von "PowIRstage"-MOSFETs angetrieben werden. Im UEFI halten sich dafür wieder jede Menge Overclocking-Funktionen bereit, mit denen der Anwender frei experimentieren kann. Mit den Overclocking-Funktionen wurde definitiv nicht gespart und sie halten einige Überraschungen bereit.

Das UEFI erlaubt beim Basistakt eine Veränderung von 80,00 MHz bis 500,00 MHz in 0,01-MHz-Schritten. Bei der CPU-Spannung darf sich der Anwender zwischen dem Fixed und Offset-Modus entscheiden. Währenddessen die erste Spannung von 0,500 Volt bis 1,800 Volt in 0,005-Volt-Schritten bewegt werden kann, sind es beim Offset-Modus -0,300 Volt bis +0,400 Volt. Die Intervalle betragen hier ebenfalls 0,005 Volt. Alle weiteren Spannungen sind in der folgenden Tabelle ersichtlich.

Die Overclocking-Funktionen des Gigabyte GA-Z170X-Gaming G1 in der Übersicht
Base Clock Rate 80,00 MHz bis 500,00MHz in 0,01-MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,500 V bis 1,800 V in 0,005-V-Schritten (Fixed-Modus)
-0,300 V bis +0,400 V in 0,005-V-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 1,000 V bis 2,000 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-SA-Spannung 0,800 V bis 1,300 V in 0,005-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-IO-Spannung 0,800 V bis 1,300 V in 0,005-V-Schritten (Fixed-Modus)
VCC-PLL-Spannung 1,100 V bis 1,500 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCH-Core-Spannung +15 mV bis 225 mV in 15-mV-Schritten (Offset-Modus)
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen VAXG, DRAM Training Voltage, DDRVPP Voltage, DRAM Termination Voltage
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 90 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
Weitere Besonderheiten

UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE (C6/C7), EIST
Turbo-Modus (All Cores, By number of active cores),
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und vier optionale Fans, Short Duration Power Limit,
Long Duration Maintained, Long Duration Power Limit, Primary Plane Current Limit

Der Core i5-6600K wollte mit 4,5 GHz nicht stabil laufen und das bei einer Spannung von 1,3 Volt. Demnach sind wir mit dem Multiplikator um eine Stufe heruntergegangen. Mit dem BIOS-Wert von 1,275 Volt lief das Ganze stabil. Die ausgelesene Spannung von CPU-Z kann natürlich getrost ignoriert werden. Auch HWInfo und AIDA64 zeigten keine realistische Spannung an. Deswegen beschränken wir uns beim Gigabyte GA-Z170X-Gaming G1 auf den eingestellten BIOS-Wert.

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Bestes Ergebnis mit dem 100-MHz-BCLK:
4,4 GHz bei 1,275 Volt (Fixed-BIOS-Wert)

Für einen ersten Overclocking-Test fällt das Ergebnis annehmbar aus, auch wenn wir auf Anhieb ein deutlich besseres Ergebnis erwartet haben.

Auch bei der Skylake-S-Plattform werfen wir einen Blick auf das RAM-Overclocking. Zu diesem Zweck verwenden wir zwei DIMMs mit jeweils 4 GB Speicherkapazität des Typs "G.Skill RipJaws4 DDR4-3000". Im ersten Test kontrollieren wir die Funktionalität des XMP und im zweiten den Betrieb ohne Verwendung des XMP-Features.

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Die XMP-Funktion wird korrekt vom System umgesetzt.
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Ohne XMP konnten wir minimal
schärfere Latenzen festlegen.

Das Extreme-Memory-Profil wurde ohne Schwierigkeiten übernommen und das System startete sofort und lief reibungslos. Doch selbst unsere strafferen, manuellen Werte liefen ohne Zwischenfälle. In beiden Tests lag eine VDIMM von 1,35 Volt an.

Gigabyte EasyTune-Utility

Weiterhin geben die Taiwaner ihr Overclocking-Tool "EasyTune" mit auf den Weg, mit diesem bekommt der Anwender die Möglichkeit, das System direkt unter Windows zu übertakten:

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Gigabytes EasyTune-Utility.

Soll die Übertaktung des Prozessors automatisch vorgenommen werden, steht der OC-Modus zur Verfügung, der die CPU auf 4,1 GHz übertaktet, also ganz leichtes Overclocking. Alternativ lassen sich auch die Modi "ECO" und "AutoTuning" aktivieren. Wer es genauer festlegen möchte, findet hierfür alle wichtigen Funktionen auf der "Advanced CPU OC"-Seite. Dort können der Grundtakt, die CPU-Multiplikatoren sowie die Spannungen individuell angepasst werden. Auf der nächsten Seite steht das RAM-Overclocking auf dem Programm, wo auch alle Timing-Modi einzeln konfiguriert werden können. Schließlich lässt sich mit "Advanced Power" die Stromversorgung an sich beeinflussen, worunter die Phasen und die Hauptspannungen gemeint sind. Generell können die gewählten Einstellungen, sofern gewünscht, nach einem Systemneustart wieder automatisch geladen werden.

In der folgenden Bildergalerie können alle BIOS- und EasyTune-Screenshots eingesehen werden:

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Für die Skylake-S-Plattform haben wir unser Testsystem umgestaltet und modernisiert. So sieht das Testsystem aus, mit dem wir das Gigabyte GA-Z170X-Gaming G1 getestet haben.

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz.

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version.

Seit der Einführung der Nehalem-Prozessoren und der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 2.133 MHz und 15-15-15-35 2T - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim Gigabyte GA-Z170X-Gaming G1 mussten wir die CPU-Multiplikatoren manuell fixieren, damit ein fairer Vergleich gezogen werden konnte.

Wir testen allerdings nur noch vier Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2013, SuperPi 8M, Cinebench R15 und Sisoft Sandra 2014 Memory Benchmark:

3DMark 2013

Fire Strike

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R15 CPU

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

SiSoft Sandra 2014

Memory Benchmark

Bandbreite in GB/s
Mehr ist besser

SuperPi 8M

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Alle vier Platinen liegen erwartungsgemäß bis auf einzelne Ausnahmen auf dem gleichen Niveau, wie es auch zu erwarten war. Die Unterschiede sind jedoch größtenteils nur messbar.

Auch weiterhin werden wir die Bootzeit protokollieren. Wir messen die Zeit in Sekunden, wie lange das Mainboard benötigt, um alle Komponenten zu initialisieren und mit dem Windows-Bootvorgang beginnt.

Bootzeit

Vom Einschalten bis zum Windows-Bootvorgang

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Mit 18,41 Sekunden braucht das Flaggschiff aus der G1-Serie relativ lange für die Initialisierung, was jedoch auch mit der immensen Ausstattung zusammenhängt.


Neben der wichtigen Performance ist auch der Stromverbrauch des heimischen PCs kein unwichtiges Kriterium. Was man häufig unterschätzt, ist die Tatsache, dass selbst die verschiedenen Mainboard-Modelle der zahlreichen Hersteller unterschiedlich viel Strom aus der Steckdose ziehen. Ein Grund dafür sind die verschieden eingesetzten BIOS-Versionen, die teilweise die von Intel referenzierten Stromsparmechanismen schlecht oder gar falsch umsetzen oder dass Onboardkomponenten sich eigentlich deaktivieren sollten, wenn diese entweder durch dedizierte Hardware ersetzt wurden oder einfach nicht verwendet werden. Darüber hinaus kann aber manchmal auch die Stromversorgung verantwortlich gemacht werden, wenn unter Default Settings mehr Energie zur Verfügung gestellt wird, als eigentlich benötigt wird. Genau deswegen spielt die Effizienz eine wichtige Rolle. Wenn die Effizienz der Stromversorgung nun also schlecht ausfällt, wird mehr Strom verbraucht. Zu unterschätzen ist hierbei aber auch die Software nicht, sodass sie ebenfalls gut abgestimmt sein muss, damit eine zufriedenstellende Effizienz gegeben ist.

Das GA-Z170X-Gaming G1 hat sehr viele Zusatz-Controller erhalten. Zwei LAN-Controller, ein USB-3.1-Controller, zwei SATA-Controller, zwei USB-3.0-Hubs ein Audio-Codec und auch ein PLX-Chip tragen ihren Teil zum Stromverbrauch bei.

Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 15 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-spanTest, Vollauslastung). Die jeweiligen Werte entsprechen dem System-Gesamtverbrauch.

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Für den ersten Test sind die Default Settings aktiv, sodass der Großteil der Onboardkomponenten bereits aktiviert ist. Die Grafikausgabe erfolgt über die Radeon R9 380. Wie bereits weiter oben geschrieben, sind alle Stromspar-Features eingeschaltet, was mit den Werten einer manuellen Konfiguration scheinbar gut umgesetzt wurde.

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Die immense Ausstattung schlägt sich natürlich in der Leistungsaufnahme lieder. So zeigte uns das Strommessgerät im Leerlauf einen Verbrauch von 62,7 Watt. Dieser Wert liegt deutlich oberhalb der anderen Platinen. Die Differenz zum ASUS Z170-Deluxe beträgt satte 15,1 Watt. Der Package-C-State lag zu diesem Zeitpunkt bei 87,8 Prozent im C3-State. Die Core-C-States dagegen mit 98 Prozent im C7-State.

Leistungsaufnahme

Cinebench R15 CPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Auch mit Cinebench zeigt sich ein vergleichbares Bild, wobei das Testsystem mit dem GA-Z170X-Gaming G1 mit 125,7 Watt ordentlich Strom verbrät.

Leistungsaufnahme

Prime95

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Es ändert sich auch nichts mit Prime95. 137,2 Watt sind eine Ansage - leider in negativer Hinsicht. Selbst das gut ausgestattete ASUS Z170-Deluxe kommt dagegen mit "nur" 108,6 Watt aus, ein Unterschied von runden 33 Watt. 

Spannungen (Prime95)

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Da kein Analyse-Programm eine verlässliche Spannung ausgegeben hat, beschränken wir uns auf den angezeigten BIOS-Wert, der bei genau 1,2 Volt lag und ebenfalls ein gutes Stück höher als bei den anderen Probanden liegt.

 

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sämtliche USB-3.0- und SATA-Controller sind hier beispielsweise deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber alle energiesparenden Features werden zusätzlich manuell aktiviert. Die Radeon R9 380 ist weiterhin die primäre Grafikkarte.

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Erstaunlicherweise konnten wir lediglich einen von zwei LAN-Ports, die LEDs und die Thunderbolt-Funktion deaktivieren, sodass nur wenig eingespart werden konnte. Im Idle konnten wir einen marginalen Unterschied von 3,8 Watt verzeichnen.

Leistungsaufnahme

Cinebench R15 CPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Mit Cinebench waren es immerhin 3,1 Watt weniger.

Leistungsaufnahme

Prime95

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Mit Prime95 wurden 2,8 Watt weniger aus der Steckdose gezogen. Das Strommessgerät zeigte nun 134,4 Watt an.

Spannungen (Prime95)

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

An der Spannung hat sich natürlich nichts verändert.

Wo viel Ausstattung ist, kann auch zu 99,99 Prozent mit einer hohen Leistungsaufnahme gerechnet werden. Dies trifft auch definitiv auf Gigabytes GA-Z170X-Gaming G1 zu, das selbst im Idle mit fast 60 Watt viel schluckt, was auch für die beiden Last-Zustände gilt. Geschuldet ist die hohe Leistungsaufnahme den zahlreich vertretenen Zusatzchips und vor allem dem PEX8747-Gen3-Switch. Wer auf die große Ausstattung des Flaggschiffs nicht verzichten möchte, muss die Leistungsaufnahme in Kauf nehmen. Der zugegeben kleinen Zielgruppe dürfte dies allerdings auch wenig stören.


USB-3.1-Performance

Das Gigabyte GA-Z170X-Gaming G1 stellt in der Summe vier der neuen Schnittstellen bereit. Die beiden Ports am I/O-Panel arbeiten über Intels Alpine-Ridge-Thunderbolt-3-Controller und zwei weitere über den ASMedia-ASM1142-USB-3.1-Hostcontroller am beiliegenden USB-3.1-Frontpanel. Bei nun theoretischen 10 GBit/s Bandbreite bedeutet es gleichzeitig, dass es nicht leicht wird, ein Laufwerk zu finden, mit dem diese Leistung auch abgerufen und vor allem bis ans Limit getrieben werden kann. In der Theorie wäre dies bereits mit einem schnellen M.2-Solid-State-Modul möglich, doch fürs Erste müssen zwei (m)SATA-6GBit/s-SSDs im RAID-0-Verbund herhalten, damit die neue Schnittstelle getestet werden kann.

Für den Test setzen wir eine USB-3.1-Lösung von ASUS ein. In einem externen Gehäuse arbeiten zwei mSATA-6GBit/s-Module im RAID-0-Verbund.

ATTO USB3 small
Die USB-3.1-Performance beim Gigabyte GA-Z170X-Gaming G1
über den Intel Alpine Ridge (I/O-Panel).
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Die USB-3.1-Performance beim Gigabyte GA-Z170X-Gaming G1
über den ASM1142 (Frontpanel).

Wir mussten einige Benchmark-Abbrüche über uns ergehen lassen, bis wir endlich einen erfolgreichen Lauf über Intels Alpine-Ridge-Controller erzielen konnten. Der Spitzenwert im Schreiben betrug sehr performante 842 MB/s, die Leserate lag mit 849 MB/s sogar ein wenig höher. Dies waren allerdings Peakwerte. Die Durchschnittswerte, ausgehend vom 256-KB- bis 4096-KB-Bereich, lagen bei 671 MB/s schreibend und 774 MB/s lesend.

Im Frontpanel arbeitet dagegen der ASMedia ASM1142, der bei den meisten anderen Skylake-Mainboards zum Einsatz kommt. In diesem Fall schaffte er es auf bis 722 MB/s schreibend und 690 MB/s lesend, was allerdings ebenfalls Peakwerte waren und ansonsten ein gutes Stück unterhalb dieser Werte lagen.

USB-3.0-Performance

Gigabyte hat das GA-Z170X-Gaming G1 mit insgesamt elf USB-3.0-Schnittstellen ausgestattet. Am I/O-Panel können auf sieben Stück direkt zugegriffen werden, die restlichen vier Stück können über den internen Header realisiert werden. Dabei arbeiten drei Schnittstellen nativ mit dem Z170-Chipsatz und die anderen acht mit zwei Renesas uPD720210-Hubs zusammen. Für den USB-3.0-Performancetest haben wir ebenfalls die USB-3.1-Lösung von ASUS verwendet.

ATTO USB3 small
Die USB-3.0-Performance beim Gigabyte GA-Z170X-Gaming G1
(nativ über den Z170-PCH).
ATTO USB3 small
Die USB-3.0-Performance beim Gigabyte GA-Z170X-Gaming G1
(über den Renesas uPD720210).

Bei der USB-3.0-Performance gab es hingegen keine große Überraschung. Generell ließ die Leistung etwas zu Wünschen übrig, aber dafür war sie, egal ob über den PCH oder über einen der USB-3.0-Hubs, identisch. Sprich, es wurde eine Schreibdurchsatzrate von höchstens 371 MB/s und eine Lesedurchsatzrate von 372 MB/s respektive 371 MB/s erreicht.

 

SATA-6G-Performance

Das Gigabyte GA-Z170X-Gaming G1 stellt vier native SATA-6G-Ports und drei SATAe-Schnittstellen bereit. Letztere arbeiten mit dem Z170-Chipsatz zusammen, die restlichen vier SATA-6GBit/s-Buchsen über zwei ASM1061-SATA-Controller von ASMedia. Für den Test verwenden wir die SanDisk Extreme 120, die wir natürlich direkt an die SATA-Ports anschließen.

ATTO USB3 small
Die SATA-6G-Performance beim Gigabyte GA-Z170X-Gaming G1
(nativ über den Z170-PCH).
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Die SATA-6G-Performance beim Gigabyte GA-Z170X-Gaming G1
(über den ASM1061).

Intels integrierter SATA-Controller zeigt erneut eine sehr gute Leistung. Dies belegen die Werte von 518 MB/s im Schreiben und 550 MB/s im Lesen. Wie wir bereits oft feststellen durften, kann ASMedias ASM1061-SATA-Controller bei Weitem nicht mithalten und schafft es maximal auf immerhin 416 MB/s im Schreiben und 404 MB/s im Lesen. Daher sollten SATA-6GBit/s-SSDs an den Intel-SATA-Controller angeschlossen werden, um die maximale Performance zu erhalten.

 

M.2-Performance

Den M.2-Test werden wir natürlich auch bei der Skylake-S-Plattform absolvieren. Mithilfe der neuen Intel-100-Chipsstzserie erfahren die angebundenen M.2-Steckplätze in der Theorie einen ordentlichen Performanceschub, dank den jeweils vier-PCIe-3.0-Lanes, wodurch die theoretische Bandbreite auf 32 GBit/s anwächst. Das Problem an der Sache ist allerdings, dass es bisher kaum M.2-SSDs gibt, die diese Bandbreite ausreizen können. Dennoch lässt sich mit einigen aktuell am Markt befindlichen M.2-SSDs feststellen, ob effektiv mehr als 10 GBit/s übertragen werden. Für diesen Test setzen wir daher die Samsung SSD XP941 mit 512-GB-Speicherkapazität ein, die auf eine Länge von 8 cm kommt und von Samsung mit 1.170 MB/s lesend und 950 MB/s schreibend spezifiziert wurde. Als Schnittstelle nutzt das Solid State Module den M.2-16-GBit/s-Standard, was vier PCIe-2.0-Lanes entspricht.

ATTO USB3 small
Die M.2-Performance beim Gigabyte GA-Z170X-Gaming G1
(über vier PCIe-3.0-Lanes vom Z170-PCH).

Trotz PCIe-Modus mit vier PCIe-3.0-Lanes erreichte der M.2-Steckplatz durchschnittlich 857 MB/s im Schreiben und 935 MB/s im Lesen. Dies reicht nicht aus, um die Konkurrenz zu überbieten, geschweige denn mit ihr mitzuhalten.


Wer sich ein Luxus-Board anschaffen möchte und auf die neue Skylake-Plattform aufspringen möchte, muss neben der Anschaffung des Prozessors und des Arbeitsspeichers ganz tief in die Tasche greifen. Gigabyte hat mit dem GA-Z170X-Gaming G1 eben einen solchen Luxus-Unterbau mit E-ATX-Abmessungen geschaffen, der den Enthusiast-Gamer voll und ganz zufriedenstellen möchte. Das Flaggschiff aus der G1-Gaming-Serie bietet für einen stolzen Anschaffungspreis von mindestens 530 Euro eine Ausstattung, die über jeden Zweifel erhaben ist und nicht nur zum Spielen, sondern auch zum Übertakten geeignet ist. Alleine die installierte Skylake-S-CPU wird von sage und schreibe 22 Spulen angetrieben, die wiederum selbst von PowIRstage-MOSFETs mit Strom versorgt werden.

Um der entstehenden Abwärme gerecht zu werden, wurde von den Taiwanern ein großzügiger VRM-Kühlkörper verbaut, der für einen Wasserkühlungskreislauf vorbereitet ist und in diesen eingebunden werden kann, sofern vorhanden. Auch wurde nicht auf einigen Onboard-Komfort, wie ein Power-, Reset-, OC-, ECO-, CMOS-Clear-Button sowie auf zwei Switches für den Audiobereich und zwei Switches für das Dual-UEFI-BIOS verzichtet. Auch sind selbst eine Diagnostic-LED und einige Spannungsmesspunkte mit von der Partie, wodurch sich genauere Spannungen ermitteln lassen.

Als Highlight schlechthin sind natürlich die vier mechanischen PCIe-3.0-x16-Steckplätze zu betrachten, die dank des PEX8747-Gen3-Switches in der Lage sind, bis zu vier Grafikkarten mit jeweils acht Lanes anzusteuern. Zwischen den vier großen Erweiterungsschnittstellen reihen sich auch noch drei PCIe-2.0-x1-Slots sowie zwei M.2-Anschlüsse mit jeweils 32-GBit/s-Anbindung ein. Mithilfe der beiliegenden M.2-zu-U.2-Adapterkarte können selbst NVMe-Laufwerke, wie beispielsweise das Intel-750-SSD, angeschlossen und genutzt werden. Das gesamte Storage-Angebot wird mit drei nativen SATA-Express-Schnittstellen und vier zusätzlichen SATA-6GBit/s-Ports ordentlich ergänzt. In den vier DDR4-Speicherbänken können dagegen bis zu 64 GB verstaut werden.

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Ähnlich, wie es beim ASRock Z170 Extreme7+ (Hardwareluxx-Artikel) gelöst wurde, werden dem Besitzer des GA-Z170X-Gaming G1 gleich vier USB-3.1-Anschlüsse (2x Typ A und 2x Typ C) mit auf den Weg gegeben, verteilt auf zwei Stück am I/O-Panel und zwei über das mitgelieferte USB-3.1-Frontpanel (5,25 Zoll). Besonders groß ist auch die Anzahl der USB-3.0-Schnittstellen, die Gigabyte auf elf Stück festgelegt hat (7x extern, 4x intern). Ergänzend kommen noch sechs USB-2.0-Buchsen dazu (2x extern, 4x intern). Groß ausgeprägt ist auch der Netzwerkbereich, der aus Dual-Gigabit-LAN über zwei Killer-E2400-Netzwerkchips und einer kabellosen Lösung über das Killer-Wireless-AC-1535-Modul besteht. Letzteres beherrscht auch die Bluetooth-4.1-Spezifikation.

Passend zum Thema Gaming hat sich Gigabyte als Soundlösung für den Sound-Core3D-Audiochip von Creative entschieden, der von zwei Operational-Amplifiers, einem 600-Ohm-Kopfhörerverstärker sowie einigen Nichicon-Audiokondensatoren Verstärkung erhält. Speziell fürs Auge hat Gigabyte einige LEDs untergebracht. Die LEDs auf der Seite des Onboard-Sounds sind in der Lage, mehrere Farben in unterschiedlichen Leucht-Modi darzustellen. Selbst das I/O-Panel leuchtet durch die mit LEDs bestückte I/O-Blende mit. Die gesamten Leuchteffekte sind natürlich Geschmackssache und nicht jedermanns Sache.

Als Steuerzentrale wurden wieder die bekannten UEFI-Oberflächen in die beiden ROM-Chips geflasht. Die Rede ist vom Startup-Guide, dem Tweak-Modus und der erweiterten Ansicht. Navigieren lässt sich die jeweilige Oberfläche angenehm mit der Maus und/oder mit der Tastatur. Genau das Gegenteil von angenehm war allerdings die Leistungsaufnahme, die aufgrund der umfangreichen Ausstattung hoch ausfällt - vermutlich auch aufgrund des PCIe-Switch, der für den Quad-Grafikkartenbetrieb aufgelötet wurde. Der hohe Stromverbrauch ist sowohl beim Leerlauf- als auch bei den beiden Last-Zuständen deutlich messbar. Uns ist bewusst, dass sich die Zielgruppe weniger um die generelle Leistungsaufnahme kümmert, dennoch ist dies einer der Kontrapunkte.

Ein weiterer Minuspunkt ist ohne Frage der Anschaffungspreis, der aktuell bei mindestens 530 Euro in unserem Preisvergleich liegt. Somit lässt sich Gigabyte die zugegeben beachtliche Ausstattung fürstlich bezahlen. Vergessen werden darf an dieser Stelle eben nicht, dass einem das Mainboard alleine wenig bringt und auch noch eine passende CPU, wie der Core i5-6600K oder der Core i7-6700K (Hardwareluxx-Artikel) sowie DDR4-Arbeitsspeicher erworben werden muss. Von der potenten Grafikkarte oder gar den Grafikkarten ganz zu schweigen.

Positive Eigenschaften des Gigabyte GA-Z170X-Gaming G1:

Negative Eigenschaften des Gigabyte GA-Z170X-Gaming G1:

Abschließend lässt sich festhalten, dass die Luxus-Platine von Gigabyte eine extrem umfangreiche Ausstattung bietet, die allerdings von einem ebenso extrem hohen Anschaffungspreis sowie einem großen Stromhunger begleitet wird. Dennoch wird es auch für solche Enthusiasten-Mainboards Käufer geben, denn die Ausstattung des Boards ist momentan am Markt eine der besten. 

Alternativen? Aufgrund des hohen Preises gibt es nach unten hin genügend Alternativen, auch wenn die Ausstattung etwas geringer ausfällt. Eine der erwähnenswerten Alternativen ist jedoch das von uns getestete ASRock Z170 Extreme7+ (Hardwareluxx-Artikel), das nicht nur rund 280 Euro günstiger ist, sondern eine ebenfalls großzügige Ausstattung bietet. Noch etwas günstiger geht es natürlich auch mit dem MSI Z170A Gaming M7 (Hardwareluxx-Artikel).

 

Persönliche Meinung

Wer völlig auf die Kosten kommen möchte und alles an aktueller Technik im Consumer-Bereich mitnehmen möchte, kann den Kauf des Gigabyte GA-Z170X-Gaming G1 gern in Betracht ziehen. Doch sind die 530 Euro eine absolute Ansage, die ich persönlich nicht für ein Mainboard auf den Tisch legen würde und mit dieser Ansicht ich auch definitiv nicht alleine bin. Auch hatte ich gehofft, dass Gigabyte von der Tweak-Ansicht Abschied nimmt und es einzig auf den Startup-Guide und der erweiterten Ansicht belässt, was meiner Meinung nach absolut ausreichen würde. (Marcel Niederste-Berg)

Preise und Verfügbarkeit
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