ASRock Z170 Extreme7+ im Test

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IMG 4 logoWillkommen Skylake-S! Am 5. August hat Intel die neue Skylake-S-Plattform vorgestellt. Zunächst hat Intel den neuen Core i5-6600K, den Core i7-6700K sowie den passenden Z170-Chipsatz auf die Gamer und Enthusiasten losgelassen. Zu einem späteren Zeitpunkt folgen die anderen Chipsätze und Prozessoren, sowohl für den Business-, Budget- und Notebookmarkt. Wir werden uns natürlich auch wieder jede Menge Z170-Mainboards von den renommierten Herstellern ansehen, und beginnen unseren Z170-Testparcours mit dem ASRock Z170 Extreme7+. Was hat sich ASRock für die neue Serie alles einfallen lassen? Wir werden es klären.

Die neuen Mainboards haben den neuen Sockel LGA1151, neue Chipsätze und auch überwiegend DDR4-Speicherbänke im Gepäck. Intel hat den CPU-Sockel mechanisch so angepasst, dass LGA1150-CPUs nicht hineinpassen. Und dies ist auch gut so, denn die Skylake-S-CPUs bringen keine FIVR-Unterstützung (Fully Integrated Voltage Regulator) mehr mit, wie sie bei den Haswell-Prozessoren eingeführt wurde. Stattdessen werden die Spannungen wieder über separate Chips der Mainboardhersteller gesteuert. 

Vom ASRock-Z170-Lineup werden wir uns zuallererst das Z170 Extreme7+ zu Gemüte führen. Die Taiwaner haben den Oberklasse-Unterbau mit vier mechanischen PCIe-3.0-x16-, mit zwei PCIe-3.0-x1-Steckplätzen, vier DDR4-Speicherbänken, drei SATA-Express-Schnittstellen und vier SATA-6GBit/s-Buchsen ausgestattet. In der Summe kommen vier USB-3.1-, acht USB-3.0-, acht USB-2.0-Anschlüsse, zwei Gigabit-LAN-Ports, gleich drei M.2-Schnittstellen und ein ordentlicher Onboard-Sound dazu. Außerdem enthalten ist ein Frontpanel, das wir uns auch genauer anschauen werden.

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Das ASRock Z170 Extreme7+ in der Übersicht.

Wie zuletzt setzt ASRock auf ein schwarzes Printed Circuit Board. Alle Steckplätze und Anschlüsse sind ebenfalls im dunklen Schwarz gehalten worden. Eine Ausnahme stellen die Kühlkörper sowie das I/O-Panel- und Audio-Cover dar. Zwar sind auch sie überwiegend schwarz gefärbt worden, doch kommt noch etwas Bronze hinzu, das dem Z170 Extreme7+ einen edlen Look verleiht. Um das Board zu verbauen, muss das Gehäuse ATX-Mainboards aufnehmen können.

Die Spezifikationen

Und das sind die technischen Eigenschaften:

Die Daten des ASRock Z170 Extreme7+ in der Übersicht
Mainboard-Format ATX
Hersteller und
Bezeichnung
ASRock
Z170 Extreme7+
CPU-Sockel LGA1151
Stromanschlüsse 1x 24-Pin ATX
1x 8-Pin EPS12V
Straßenpreis ca. 271 Euro
Homepage http://www.asrock.de/
Southbridge-/CPU-Features
Chipsatz Intel Z170 Express Chipsatz
Speicherbänke und Typ 4x DDR4 (Dual-Channel)
Speicherausbau max. 64 GB (mit 16-GB-DIMMs)
SLI / CrossFire SLI (2-Way), CrossFireX (3-Way)
Onboard-Features
PCI-Express

3x PCIe 3.0 x16 (elektrisch mit x16/x8/x4) über Skylake-S-CPU
1x PCIe 3.0 x16 (elektrisch mit x4) über Intel Z170
1x PCIe 3.0 x1 über Intel Z170
1x PCIe 2.0 x1 über ASMedia ASM1187e
1x Mini-PCIe über ASMedia ASM1187e

PCI -
SATA(e)-, SAS- und 
M.2-Schnittstellen

3x SATA Express 10 GBit/s über Intel Z170 (6x SATA 6G mit RAID 0, 1, 5, 10)
4x SATA 6G über 2x ASMedia ASM1061
3x M.2 über Intel Z170 (32 GBit/s, shared)

USB

4x USB 3.1 (2x am I/O-Panel, 2x über Front-Panel) über 2x ASMedia ASM1142
8x USB 3.0 (4x am I/O-Panel, 4x über Header) 4x über Intel Z170, 4x über ASMedia ASM1074
8x USB 2.0 (2x am I/O-Panel, 6x über Header) über Intel Z170

Grafikschnittstellen 1x HDMI 2.0
1x DVI-D
1x DisplayPort 1.2
WLAN / Bluetooth optional (Mini-PCIe)
Thunderbolt -
LAN

1x Intel I219-V Gigabit-LAN
1x Intel I211-AT Gigabit-LAN

Audio-Codec
und Anschlüsse
8-Channel Realtek ALC1150 Audio Codec + 2x TI NE5532
5x 3,5 mm Audio-Jacks
1x TOSLink
FAN-Header 2x 4-Pin CPU-FAN-Header (regelbar)
4x 4-Pin Chassis-FAN-Header (regelbar)

Auch die Verpackung ist schwarz, wobei das ASRock-Logo und weitere Logos ganz oben aufgedruckt wurden. In der Mitte prangt unübersehbar das "Super Alloy - Stable and Reliable"-Logo von ASRock. Unten schließlich ist die Modellbezeichnung und der Hinweis zum USB-3.1-Front-Panel zu erkennen.

Das mitgelieferte Zubehör

In dem Karton befindet sich folgendes Zubehör:

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ASRock legt dem Z170 Extreme7+ nicht nur die I/O-Blende, den Quick-Installation-Guide und die Support-DVD mit den Karton, sondern auch vier SATA-Kabel, vier Schrauben für die drei M.2-Steckplätze und für den Mini-PCIe-Slot, eine 2-Way-SLI-Bridge sowie als großer Bonus das USB-3.1-Front-Panel inklusive Strom- und Datenkabel.


Die weit zuvor bekannt gewordenen Daten zu der Intel-100-Chipsatzserie zeigten bereits weitreichende Veränderung, die sich im Nachhinein zumindest beim Z170-PCH auch bestätigt haben. Neu ist die Anbindung zwischen CPU und PCH über das Direct-Media-Interface in Version 3.0, wodurch eine größere Bandbreite zur Verfügung steht. Diese ist auch notwendig, denn Intel hat die PCIe-Lanes des Z170-Chipsatzes kräftig ausgebaut. Statt nur acht PCIe-2.0-Lanes, wie noch beim Z97-Chipsatz, kann der Z170-PCH gleich 20 PCIe-3.0-Lanes bereitstellen, sodass viel mehr Spielraum für native Anbindungen von Zusatzcontrollern vorhanden ist. PCIe-Switches und Brücken - so sollte man meinen - würden jetzt zur Vergangenheit gehören. 

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12(+1) Spulen befeuern die Skylake-S-CPU.

Wie zu Anfang dieses Artikels erwähnt, fällt für die Skylake-S-Prozessoren der Fully-Integrated-Voltage-Regulator weg. Somit werden die Spannungen für den Core- und Uncore-Bereich wieder direkt über dedizierte Chips des Mainboardherstellers von den Spulen eingespeist. Dadurch kann sich auch durchaus eine ungerade Anzahl an Spulen ergeben. Im Falle des Z170 Extreme7+ sind es 12(+1) Stück, die rund um den Sockel LGA1151 positioniert wurden. Die Spulen selbst bekommen ihren Input von insgesamt 12(+1) NexFET-MOSFETs von Texas Instruments mit der Bezeichnung "CSD87350Q5D". Vom Netzteil aus sollte der 8-polige EPS12V- oder 2x 4-Pin-+12V-Stromstecker eingesteckt werden. Dadurch werden der LGA1151-CPU 336 Watt eingeräumt.

An der Arretierung des CPU-Sockels und auch beim Lochabstand gibt es keinerlei Veränderungen. Damit sind sämtliche Kühler kompatibel, die bereits den Sockel-LGA1156/1155/1150 unterstützen.

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Ein PWM-Controller von International Rectifier ist für 12 Spulen verantwortlich.

Verantwortlich für die Spulen ist der IR35201 von International Rectifier, von dem es allerdings bisher keine genauen Spezifikationen gibt. Jedoch kann er mindestens sechs Stück steuern, wie das nächste Bild beweist.

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Sechs MOSFET-Driver unterstützen den IR35201.

Rückseitig wurden in Höhe des VRM-Bereichs sechs IR3598-Phasen-Doubler verlötet, wodurch ASRock in der Lage war, insgesamt 12(+1) Spulen zu verbauen. Wie die Definition bereits erkennen lässt, kümmert sich jeder der Chips um zwei Spulen und stehen in engem Kontakt mit dem PWM-Controller.

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Auch die beiden Spulen für die vier RAM-Slots benötigen einen PWM-Controller.

Die vier DDR4-Speicherbänke erhalten ihre Spannung von zwei Spulen, die wiederum vom uPI1674P kontrolliert werden.

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Es bleibt weiterhin bei maximal vier Arbeitsspeicherbänken, doch dafür als DDR4-Ausführung.

Auf dem Z170 Extreme7+ halten sich vier DDR4-DIMM-Speicherbänke bereit, die laut Hersteller eine maximale, effektive Taktfrequenz von 3.500 MHz erlauben. Unterhalb der DIMM-Slots sehen wir noch zwei USB-3.0-Header sowie einen Power-, Reset- und CMOS-Clear-Button

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Bis 2-Way-SLI und 3-Way-CrossFireX sind kein Problem für das Z170 Extreme7+.

Im Bereich der Erweiterungssteckplätze ist ASRock intelligent zu Werke gegangen. Zunächst einmal werden dem Anwender vier mechanische PCIe-3.0-x16-Steckplätze und ein PCIe-3.0-x1-Slot unten und ein PCIe-2.0-x1-Slot oben zur Verfügung gestellt. Die Slots 2, 4 und 6 erlauben dabei auch ein Multi-GPU-Setup mit bis zu zwei NVIDIA- und drei AMD-Grafikkarten.

Positiv ist der freie Platz unter dem oberen PCIe-3.0-x16-Steckplatz, denn beim Einsatz von einer einzelnen Dual-Slot-Grafikkarte werden keine weiteren Steckplätze überdeckt und unbrauchbar. Die Zwischenräume wurden so genutzt, dass gleich drei M.2-Schnittstellen ihren Platz gefunden haben. Der oberste nimmt kompatible Module mit einer Länge von 4,2 cm, 6 cm und 8 cm auf. Der Mittlere unterstützt Module über das breite Spektrum von 3 cm bis 11 cm. Module mit einer Länge von 3 cm bis 8 cm können in den untersten Steckplatz eingesetzt werden.

In der folgenden Tabelle sind die Laneverteilungen bei einer Grafikkarte bis drei Grafikkarten einsehbar:

PCIe-x16-Slots und deren Lane-Anbindung
 PCIe-Slot 2PCIe-Slot 3PCIe-Slot 4PCIe-Slot 6
Elektrische Anbindung (über) x16
(CPU)
x4
(Z170)
x8
(CPU)
x4
(CPU)
Single-GPU-Betrieb x16 - - -
Zwei Grafikkarten im 2-Way-SLI/CrossFireX-Verbund x8 - x8 -
Drei AMD-Grafikkarten im 3-Way-CrossFireX-Verbund x8 - x8 x4

Nun sind einige Ungereimtheiten entstanden, denn die Skylake-S-CPU kann weiterhin maximal 16 PCIe-3.0-Lanes bereitstellen. ASRock hat im Falle einer 3-Way-CrossFireX-Konfiguration die Lanes mit x8/x8/x4 aufgeteilt, was insgesamt 20 Lanes ergibt.

Die Lösung dahinter nennt sich "PCIe-Switch". Anstatt die 16 Lanes direkt auf die drei mechanischen PCIe-3.0-x16-Steckplätze loszulassen, wurden zwischen ihnen insgesamt zwei PCIe-Switches platziert, die die PCIe-3.0-Lanes effektiv um weitere vier Lanes erweitern, sodass im Falle von drei AMD-Grafikkarten zwei mit acht Lanes und eine mit vier Lanes angetrieben werden kann. Allerdings stellt sich die Frage, wie hinterher die tatsächliche Bandbreite ausfällt.


Weiter gehts mit den SATA(e)-Anschlüssen.

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Drei SATA-Express-Schnittstellen sind eine Ansage.

Zwei SATAe-Anschlüsse und vier SATA-6GBit/s-Buchsen wurden um 90 Grad angewinkelt. Dabei sind erstere über den Z170-Chipsatz angebunden, genau wie der vertikale SATA-Express-Connector weiter links. Die vier reinen SATA-6GBit/s-Ports arbeiten über zwei ASMedia ASM1061-SATA-Controller. Generell gilt zu beachten, dass sich die drei M.2-Slots die Anbindung mit den nativen SATA-Express-Schnittstellen teilen. Rechts neben den drei USB-2.0-Headern ist auch eine Diagnostic-LED vorhanden.

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Das I/O-Panel beim ASRock Z170 Extreme7+.

Am I/O-Panel ist eigentlich alles vorhanden, was der Anwender im Alltag gebrauchen kann. Dazu gehören zwei Gigabit-LAN-Ports, zwei USB-2.0, zwei USB-3.1- (Typ A und Typ C), vier USB-3.0-Schnittstellen, jeweils ein DVI-D-, HDMI- und DisplayPort-Grafikausgang sowie eine PS/2-Schnittstelle, fünf analoge Audio-Jacks, einmal TOSLink und eine Blende für das optionale WLAN-Set.

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Der Audio-Bereich in der Übersicht.

Für die neue Mainboard-Serie sieht ASRock das Purity-Sound-3-Feature vor. Unterhalb der neun hochwertigen Audio-Kondensatoren von Nichicon halten sich die beiden NE5532-Chips von Texas Instruments auf. Einer fungiert als 600-Ohm-Kopfhörerverstärker, der andere als 115-dB-Differential-Amplifier für einen besseren Klang. Rechts ist der Front-Audio-Header untergebracht worden.

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Der Realtek ALC1150 ist das Herzstück.

Beim Audio-Codec bleibt es beim Realtek ALC1150, der 8+2 Kanäle bereitstellt und auf einen Front-DAC von 115 dB SNR kommt. Non-Front sind es 96 dB SNR. Generell wurde der Audio-Bereich strickt vom Rest getrennt untergebracht, damit es zu keinen Interferenzen während der Audiowiedergabe kommt.

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Dual-Gigabit-LAN gehört zum festen Bestandteil des ASRock Z170 Extreme7+.

Auf diesem Bild sind gleich zwei Gigabit-LAN-Chips zu sehen. Einmal den Intel I219-V auf der linken Seite und der Intel I211-AT auf der rechten Seite. Beide können problemlos mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von 1 GBit/s umgehen, sind jedoch auch abwärtskompatibel zu 100 MBit/s. Zusätzlich sind Teaming und auch Wake-on-LAN kein Problem.

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Ein TMDS-Level-Shifter ist unverzichtbar.

Der ASMedia ASM1442K (TMDS-Level-Shifter) befindet sich zwischen dem CPU-Sockel und dem I/O-Panel und ist für die Wandlung der Spannung zwischen der internen Grafikeinheit und dem DVI- und HDMI-Grafikausgang verantwortlich. Durch ihn kann der Anwender sogar 3D- und 4K-Medien genießen.


Wir machen mit dem USB-3.1-Controller weiter.

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Der ASM1142 ermöglicht USB 3.1.

Ein USB-3.1-Controller, in diesem Fall der ASMedia ASM1142, befindet sich direkt auf dem Mainboard und kümmert sich um die Ansteuerung von zwei USB-3.1-Anschlüsse am I/O-Panel. ASRock hat sich für einmal Typ A und einmal Typ C entschieden und geht damit den modernen Weg.

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Ein USB-3.0-Hub ist auch noch vorhanden.

Der ASMedia ASM1074 ist ein USB-3.0-Hub und kann vier Anschlüsse steuern. Für den Input sorgt ein nativer USB-3.0-Port vom Z170-Chipsatz. Diese vier resultierenden USB-3.0-Buchsen werden über die beiden USB-3.0-Header realisiert.

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ASRock setzt auch zwei zusätzliche SATA-Controller ein.

Die vier reinen SATA-6GBit/s-Anschlüsse werden durch zwei ASMedia-ASM1061-SATA-Controller gesteuert. Zwar wird die SATA-3GBit/s-Spezifikation überschritten, doch reicht die Leistung der beiden Chips nicht aus, um die Performance der SATA-6GBit/s-SSDs vollständig abzurufen.

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Der ASM1187e generiert sieben PCIe-2.0-Lanes.

ASRock hat einen PCIe-2.0-Switch vorgesehen, der mit einer PCIe-3.0-Lane vom Chipsatz versorgt wird. Auf der anderen Seite kommen zwar insgesamt sieben PCIe-2.0-Lanes wieder raus, doch benötigt der Hersteller nur fünf Stück davon. Jeweils eine PCIe-2.0-Lane wandert zum Intel-I211-AT-Netzwerkcontroller, zum Mini-PCIe-Slot, zu den beiden ASM1061-SATA-Controllern und zu dem oberen PCIe-x1-Steckplatz.

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Mit dem Switch kann von BIOS A auf BIOS B umgeschaltet werden.

An der PCB-Unterseite wurden ein CMOS-Clear-Jumper und auch ein BIOS-Switch untergebracht, damit der Anwender je nach Wunsch zwischen den beiden dedizierten BIOS-ROMs umschalten kann.

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Den SuperI/O-Chip haben die Taiwaner nicht vergessen.

Wer auf der Vorderseite den SuperI/O-Chip gesucht hat, wird definitiv nicht fündig. Er ist stattdessen auf der Rückseite des PCBs angebracht worden. Der Nuvoton NCT6791D kümmert sich um die Überwachung der Spannungen, Temperaturen und Lüftergeschwindigkeiten. Durch ihn lassen sich letztere auch manuell anpassen.

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Das ASRock Z170 Extreme7+ nochmal in der Übersicht.

An dem Gesamt-Layout gibt es wenig zu beanstanden. Loben müssen wir ASRock für den freien Platz unter dem oberen PCIe-3.0-x16-Slot. So wurden die Zwischenräume sinnvoll genutzt und insgesamt drei M.2-Schnittstellen verlötet.

Insgesamt lassen sich sechs Lüfter anklemmen. Dafür sorgen sechs 4-Pin-FAN-Header. Von diesen lassen sich glücklicherweise alle manuell regeln. Im BIOS stehen die Modi "Silent Mode", "Standard Mode", "Performance Mode" und "Full Speed" zur Verfügung. Reichen die vordefinierten Profile nicht aus, können manuelle Einstellungen vorgenommen werden, wenn "Customize" aktiviert wird. So lassen sich vier Temperatur/Lüftergeschwindigkeitsstufen und eine kritische Temperaturgrenze festlegen.


Dem ASRock Z170 Extreme7+ wurde ein Front-Panel im 5,25-Zoll-Format beigelegt, das zwei USB-3.1-Schnittstellen bereitstellt.

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Das USB-3.1-Front-Panel im Detail.

Am I/O-Panel des Mainboards selbst ist schon jeweils eine USB-3.1-Typ-A- und Typ-C-Schnittstelle vertreten. ASRock reichte dies allerdings nicht aus und bietet mit dem beiliegenden Front-Panel zwei weitere USB-3.1-Anschlüsse (ebenfalls einmal Typ A und einmal Typ C).

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Das USB-3.1-Front-Panel im Detail.

Und die Lösung von ASRock ist denkbar einfach. Im Front-Panel ist eine kleine Platine anzutreffen, die über einen SATA-Express-Connector und über einen Strom-Anschluss verfügt. Der Hersteller hat die dafür benötigten Kabel natürlich beigelegt.

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Das USB-3.1-Front-Panel im Detail.

Damit das Ganze jedoch funktioniert, muss ein SATA-Powerstecker an dem SATA-Express-Kabel und zusätzlich das mitgelieferte USB-Stromkabel angebracht werden.

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Das USB-3.1-Front-Panel im Detail.

Damit USB 3.1 jedoch überhaupt möglich ist, arbeitet auf der kleinen Platine ein weiterer ASM1142-USB-3.1-Controller von ASMedia. Die dafür benötigte Übertragungsrate von 10 GBit/s wird durch die SATA-Express-Schnittstelle ermöglicht. Wer werden später auch die USB-3.1-Performance über diesen Weg überprüfen.


BIOS

Wir wurden von ASRock mit der BIOS-Version L1.26F versorgt, die wir per Instant-Flash installiert haben.

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Der Easy-(EZ-)Mode beim ASRock Z170 Extreme7+.

ASRock hat in Sachen UEFI nicht alles beim Alten gelassen. Die Taiwaner haben nun auch eine Übersichtsseite hinzugefügt, die den Anwender über wichtige Parameter auf einen Blick informiert. So lassen sich oben nicht nur die Uhrzeit, das aktuelle Datum, die CPU-Temperatur, Mainboard-Temperatur und die CPU-Spannung ablesen, sondern auch das Mainboard-Modell, die installierte BIOS-Version und das Prozessormodell inklusive Grundtakt. Auch in welchen DIMM-Slots Module und wieviel Arbeitsspeicher generell installiert ist, lässt sich ablesen. Auf Wunsch und sofern vorhanden, lässt sich auch das Extreme-Memory-Profile aktivieren. Direkt dadrunter kann eingesehen werden, welche Storage-Geräte an welchem Anschluss stecken. Dazu kann auch per Drag & Drop die Boot-Priorität verändert werden. Dazwischen werden die Lüftergeschwindigkeiten angezeigt.

Mittels "CPU EZ OC" kann die automatische Übertaktung gestartet werden. Rechts daneben können der "System Browser", "Instant Flash" und "Internet Flash" gelauncht werden. Über der Uhrzeit kann das BIOS abgespeichert, zurückgesetzt und verlassen werden.

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Die Advanced-Ansicht beim ASRock Z170 Extreme7+.

Farblich wurde das UEFI von ASRock natürlich an die Extreme-Serie angepasst. Auch fehlt hier die "My Favorite"-Funktion nicht. Mit diesem Feature können durch den Anwender sämtliche Funktionen aus dem UEFI, die am meisten verwendet werden, zur "My Favorite"-Liste hinzugefügt werden. Anders als es ASUS gelöst hat, wurde kein eigenständiger Reiter erstellt, sondern nur ein Menüpunkt auf der "Main"-Seite. Auch die Art, wie die Funktionen hinzugefügt werden, ist unterschiedlich. Zunächst einmal muss die Funktion selektiert werden, welche in die Liste aufgenommen werden soll. Oben rechts auf dem Bild befindet sich unterhalb des "Exit"-Reiters eine Schaltfläche "My Favorite". Und davor wird ein Stern angezeigt, der lediglich angeklickt werden muss.

Die restliche Struktur bleibt unverändert. Zudem hat der Anwender die Möglichkeit festzulegen, welcher Reiter beim Aufrufen der UEFI-Oberfläche angezeigt werden soll. Unter "OC Tweaker" findet der Anwender sämtliche Overclocking-Funktionen. Statt die meisten Funktionen auf einer Seite zu lassen, wurden sie in vier Menüpunkte aufgeteilt: CPU Configuration, DRAM Configuration und Voltage Configuration. Alle gewählten Einstellungen können auf insgesamt fünf verfügbaren Profilplätzen gesichert werden. Die Profile lassen sich auf einen USB-Stick sichern und auch wieder ins UEFI importieren. Auf der "Advanced"-Seite kann, wie immer, auf die Einstellungen zugegriffen werden, die sich auf die Onboard-Komponenten beziehen. Weiterhin werden jedoch auch die bereits bekannten Tools angeboten: System Browser, Online Management Guard, UEFI Tech Service, Easy RAID Installer und Easy Driver Installer. Das UEFI kann wahlweise per Instant-Flash oder per Internet-Flash auf die aktuelle Version gebracht werden. Insgesamt lassen sich drei Profile abspeichern, die auch exportiert und importiert werden können.

Mithilfe des Hardware-Monitors erhalten wir stets einen Überblick über die anliegende CPU- und Mainboard-Temperatur, über die Spannungen und Lüfterdrehzahlen und können letztere auch beeinflussen. Im Anschluss folgt der "Security"-Reiter, bei dem das UEFI beispielsweise mit einem Kennwort geschützt werden kann, um unbefugten Zugriff zu verhindern. Die Boot-Settings werden ebenfalls separat einquartiert. Auf dieser Seite werden die Boot-Prioritäten und andere zum Starten relevanten Einstellungen festgelegt. Last but not least sind noch die beiden Punkte "Boot" und "Exit" an Ort und Stelle.

Wir haben am UEFI nichts auszusetzen. Die Steuerung durch die Menüs mit Maus und/oder Tastatur ist von ASRock sehr angenehm ausgeführt worden. Wie es sein soll, wurden zudem alle Einstellungen konsequent umgesetzt und wir hatten auch in dieser Richtung nichts zu bemängeln. Auch war die Stabilität absolut hervorragend.

 

Overclocking

Das Übertakten ist mit dem ASRock Z170 Extreme7+ ohne Frage möglich. So hat das Board 12(+1) Spulen erhalten, die von "NexFET"-MOSFETs angetrieben werden. Im UEFI halten sich dafür wieder jede Menge Overclocking-Funktionen bereit, mit denen der Anwender frei experimentieren kann. Mit den Overclocking-Funktionen wurde definitiv nicht gespart und halten einige Überraschungen bereit.

Das UEFI erlaubt beim Basistakt eine Veränderung von 90,0000 MHz bis 600,0000 MHz in 0,0625-MHz-Schritten. Bei der CPU-Spannung darf sich der Anwender zwischen dem Fixed und Offset-Modus entscheiden. Währenddessen die erste Spannung von 0,900 Volt bis 1,500 Volt in 0,005-Volt-Schritten bewegt werden kann, sind es beim Offset-Modus -100 mV bis +200 mV. Die Intervalle betragen hier 5 mV. Alle weiteren Spannungen sind in der folgenden Tabelle ersichtlich.

Die Overclocking-Funktionen des ASRock Z170 Extreme7+ in der Übersicht
Base Clock Rate 90,0000 MHz bis 600,0000MHz in 0,0625-MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,900 V bis 1,500 V in 0,005-V-Schritten (Fixed-Modus)
-100 mV bis +200 mV in 5-mV-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 1,000 V bis 2,235 V in 0,005-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-SA-Spannung 0,950 V bis 1,500 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-IO-Spannung 0,850 V bis 1,500 V in 0,005-V-Schritten (Fixed-Modus)
VCC-PLL-Spannung 1,100 V bis 1,500 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCH-Core-Spannung 0,900 V bis 1,500 V in 0,005-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen DRAM Activation Power Supply
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 53 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
Weitere Besonderheiten

UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE (C6/C7), EIST
Turbo-Modus (All Cores, By number of active cores),
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und vier optionale Fans, Short Duration Power Limit,
Long Duration Maintained, Long Duration Power Limit, Primary Plane Current Limit
CPU Load-Line Calibration (LvL 1-5)

Den Core i5-6600K wollte mit 4,5 GHz nicht stabil laufen und das bei einer Spannung von 1,3 Volt. Demnach sind wir mit dem Multiplikator um eine Stufe heruntergegangen. Mit 1,3 Volt lief das Ganze stabil, also haben wir schließlich noch die Mindestspannung ausgelotet. Im BIOS sind wir bis auf einen Wert von 1,255 Volt heruntergegangen. Die ausgelesene Spannung von CPU-Z kann natürlich getrost ignoriert werden. Auch HWInfo zeigte keine realistische Spannung an. Deswegen beschränken wir uns beim ASRock Z170 Extreme7+ auf den eingestellten BIOS-Wert.

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Bestes Ergebnis mit dem 100-MHz-BCLK:
4,4 GHz bei 1,255 Volt (Fixed-BIOS-Wert)

Für einen ersten Overclocking-Test fällt das Ergebnis annehmbar aus.

Auch bei der Skylake-S-Plattform werfen wir einen Blick auf das RAM-Overclocking. Zu diesem Zweck verwenden wir zwei DIMMs mit jeweils 4 GB Speicherkapazität des Typs "G.Skill RipJaws4 DDR4-3000". Im ersten Test kontrollieren wir die Funktionalität des XMP und im zweiten den Betrieb ohne Verwendung des XMP-Features.

cpuz2.PNG
Die XMP-Funktion wird korrekt vom System umgesetzt.
cpuz2.PNG
Ohne XMP konnten wir minimal
schärfere Latenzen festlegen.

Das Extreme-Memory-Profil wurde ohne Schwierigkeiten übernommen und das System startete sofort und lief reibungslos. Doch selbst unsere strafferen, manuellen Werte liefen ohne Zwischenfälle. In beiden Tests lag eine VDIMM von 1,35 Volt an.

In der folgenden Bildergalerie sind alle BIOS-Screenshots einsehbar:

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Für die Skylake-S-Plattform haben wir unser Testsystem umgestaltet und modernisiert. So sieht unser neues Testsystem aus, mit dem wir das ASRock Z170 Extreme7+ getestet haben.

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz.

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version.

Seit der Einführung der Nehalem-Prozessoren und der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 2.133 MHz und 15-15-15-35 2T - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim ASRock Z170 Extreme7+ ist allerdings alles so, wie es zu erwarten wäre: Die Turbo-Modi laufen korrekt und auch keine versteckte Übertaktung ist aktiv.

Wir testen allerdings nur noch vier Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2013, SuperPi 8M, Cinebench R15 und Sisoft Sandra 2014 Memory Benchmark:

3DMark 2013

Fire Strike

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R15 CPU

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

SiSoft Sandra 2014

Memory Benchmark

Bandbreite in GB/s
Mehr ist besser

SuperPi 8M

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Zum Vergleich haben wir zwei weitere Platinen bereits durch die Benchmarks geschickt, die wir in Kürze in einem ausführlichen Test präsentieren werden. Alle drei Platinen liegen bis auf einzelne Ausnahmen auf dem gleichen Niveau, wie es auch zu erwarten war.

Auch weiterhin werden wir die Bootzeit protokollieren. Wir messen die Zeit in Sekunden, wie lange das Mainboard benötigt, um alle Komponenten zu initialisieren und mit dem Windows-Bootvorgang beginnt.

Bootzeit

Vom Einschalten bis zum Windows-Bootvorgang

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Der Startvorgang verlief mit dem ASRock Z170 Extreme7+ mit nur 12,14 Sekunden sehr angenehm. Relativ dicht dahinter war das ASUS Z170-Deluxe. Das Schlusslicht bildet das MSI Z170A Gaming M7 mit ziemlich langen 17,36 Sekunden.


Neben der wichtigen Performance ist auch der Stromverbrauch des heimischen PCs kein unwichtiges Kriterium. Was man häufig unterschätzt, ist die Tatsache, dass selbst die verschiedenen Mainboard-Modelle der zahlreichen Hersteller unterschiedlich viel Strom aus der Steckdose ziehen. Ein Grund dafür sind die verschieden eingesetzten BIOS-Versionen, die teilweise die von Intel referenzierten Stromsparmechanismen schlecht oder gar falsch umsetzen oder dass Onboardkomponenten sich eigentlich deaktivieren sollten, wenn diese entweder durch dedizierte Hardware ersetzt wurden oder einfach nicht verwendet werden. Darüber hinaus kann aber manchmal auch die Stromversorgung verantwortlich gemacht werden, wenn unter Default Settings mehr Energie zur Verfügung gestellt wird, als eigentlich benötigt wird. Genau deswegen spielt die Effizienz eine wichtige Rolle. Wenn die Effizienz der Stromversorgung nun also schlecht ausfällt, wird mehr Strom verbraucht. Zu unterschätzen ist hierbei aber auch die Software nicht, sodass sie ebenfalls gut abgestimmt sein muss, damit eine zufriedenstellende Effizienz gegeben ist.

Das ASRock Z170 Extreme7+ hat einige Zusatz-Controller erhalten. Zwei LAN-Controller, ein USB-3.1-Controller, ein USB-3.0-Hub, zwei SATA-Controller und ein Audio-Codec tragen ihren Teil zum Stromverbrauch bei.

Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 15 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-spanTest, Vollauslastung). Die jeweiligen Werte entsprechen dem System-Gesamtverbrauch.

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Für den ersten Test sind die Default Settings aktiv, sodass der Großteil der Onboardkomponenten bereits aktiviert ist. Die Grafikausgabe erfolgt über die Radeon R9 380. Wie bereits weiter oben geschrieben, sind alle Stromspar-Features eingeschaltet, was mit den Werten einer manuellen Konfiguration scheinbar gut umgesetzt wurde.

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Im Idle liefern sich das ASRock Z170 Extreme7 und das MSI Z170A Gaming M7 einen knappen Kampf. Die ASRock-Platine lag bei 47,2 Watt, die Differenz zum MSI-Brett betrug dabei nur 0,5 Watt. Mit 49,4 Watt kratzt das ASUS Z170-Deluxe schon an der 50-Watt-Marke.

Leistungsaufnahme

Cinebench R15 CPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Anders sieht die Verteilung unter Cinebench R15 aus, wo das Z170 Extreme7+ mit 83,4 Watt einen sehr guten Wert hinlegt. Die anderen beiden Mainboards kommen mit 93,8 und 98,3 Watt nicht ansatzweise heran.

Leistungsaufnahme

Prime95

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Ähnlich sieht es mit Prime95 unter Volllast aus. ASRocks Oberklasse-Board kommt in dieser Disziplin auf sehr effiziente 91,6 Watt. An zweiter Stelle liegt der MSI-Unterbau mit 104,7 Watt und an letzter Stelle das ASUS Z170-Deluxe mit 108,6 Watt.

Spannungen (Prime95)

1.080 (2. CPU) XX


1.168 XX


Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Bei den Spannungen kann eigentlich kein fairer Vergleich gezogen werden, da wir aus organisatorischen Gründen eine zweite CPU verwenden mussten. Doch selbst die ausgelesenen 1,080 Volt müssen nicht der Realität entsprechen.

 

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sämtliche USB-3.0- und SATA-Controller sind hier beispielsweise deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber alle energiesparenden Features werden zusätzlich manuell aktiviert. Die Radeon R9 380 ist weiterhin die primäre Grafikkarte.

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Nachdem wir die beiden zusätzlichen SATA-Controller, den USB-3.1-Controller und einen LAN-Port deaktivieren konnten, zeigte das Strommessgerät 1,1 Watt weniger an, sodass nun 46,1 Watt verbraucht wurden. Das üppig ausgestattete ASUS Z170-Deluxe konnte nach der Deaktivierung der vielen Zusatzchips mit nur 42,7 Watt deutlich vorbeiziehen. Beim MSI Z170A Gaming M7 konnte nichts nennenwertes deaktiviert werden, sodass sich die jeweiligen Werte nicht verändern.

Leistungsaufnahme

Cinebench R15 CPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Ging es mit Cinebench in die Teillast, kann das ASRock-Mainboard wieder ordentlich auftrumpfen. Zwar verbrauchte das Testsystem selbst mit dem ASUS-Board mit 90,2 Watt nicht gerade viel, doch lag die Leistungsaufnahme mit dem Z170 Extreme7+ bei rekordverdächtigen 82,4 Watt. Ein Watt weniger als zuvor.

Leistungsaufnahme

Prime95

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Auch mit Prime95 ändert sich an der Reihenfolge nichts. ASRocks Z170 Extreme7+ verbrauchte ebenfalls 1,1 Watt weniger und konnte sich mit 90,5 Watt den ersten Platz sichern. Auf dem Silber-Treppchen konnte sich das ASUS Z170-Deluxe mit ebenfalls guten 98,3 Watt positionieren.

Spannungen (Prime95)

1.080 (2. CPU) XX


1.168 XX


Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Bei den Spannungen gab es keinerlei Veränderungen.

Im Leerlauf zog das System mit dem ASRock Z170 Extreme7+ weniger als 50 Watt, was gerade mit der neuen Technik erwartet werden kann. Unter beiden Last-Situationen kann die Platinen dann ordentlich auftrumpfen und lässt die Konkurrenz deutlich hinter sich. Somit agiert das ASRock-Brett im Idle durchschnittlich, unter Last dafür hervorragend effizient.


USB-3.1-Performance

Das ASRock Z170 Extreme7+ stellt vier der neuen Schnittstellen bereit, die über zwei ASMedia-ASM1142-USB-3.1-Hostcontroller zu Werke gehen. Bei nun theoretischen 10 GBit/s Bandbreite bedeutet es gleichzeitig, dass es nicht leicht wird, ein Laufwerk zu finden, mit dem diese Leistung auch abgerufen und vor allem bis ans Limit getrieben werden kann. In der Theorie wäre dies bereits mit einem schnellen M.2-Solid-State-Modul möglich, doch fürs Erste müssen zwei (m)SATA-6GBit/s-SSDs im RAID-0-Verbund herhalten, damit die neue Schnittstelle getestet werden kann.

Für den Test setzen wir eine USB-3.1-Lösung von ASUS ein. In einem externen Gehäuse arbeiten zwei mSATA-6GBit/s-Module im RAID-0-Verbund.

ATTO USB3 small
Die USB-3.1-Performance beim ASRock Z170 Extreme7+
über den ASM1142 (I/O-Panel).
ATTO USB3 small
Die USB-3.1-Performance beim ASRock Z170 Extreme7+
über den ASM1142 (Front-Panel).

Insgesamt hätte das Ergebnis auch besser ausfallen können. Trotz alledem wurde die USB-3.0-Spezifikation deutlich überboten. Über das I/O-Panel wurden schreibend flinke 703 MB/s und lesend höchstens 694 MB/s erreicht. Wir haben auch die USB-3.1-Leistung über das mitgelieferte Front-Panel getestet. Herausgekommen sind im Schreiben 693 MB/s und im Lesen 656 MB/s. Somit steht fest, dass die Leistung über das I/O-Panel ein wenig besser ausgefallen ist.

 

USB-3.0-Performance

ASRock hat das ASRock Z170 Extreme7+ mit insgesamt acht USB-3.0-Schnittstellen ausgestattet. Am I/O-Panel können auf vier Stück direkt zugegriffen werden, die restlichen vier Stück können über den internen Header realisiert werden. Dabei arbeiten die vier Schnittstellen am I/O-Panel nativ mit dem Z170-Chipsatz und die internen vier Anschlüsse über den ASM1074-Hub. Für den USB-3.0-Performancetest haben wir ebenfalls die USB-3.1-Lösung von ASUS verwendet.

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Die USB-3.0-Performance beim ASRock Z170 Extreme7+
(nativ über den Z170-PCH).
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Die USB-3.0-Performance beim ASRock Z170 Extreme7+
(über den ASM1074).

Auch die USB-3.0-Performance müsste normalerweise noch oberhalb von dem liegen, was wir erreichen konnten. Egal ob direkt über den Z170-Chipsatz oder über den ASM1074, mit beiden wurde eine Schreib- und Lesedurchsatzrate von über 370 MB/s erreicht, was alles andere als langsam ist.

 

SATA-6G-Performance

Das ASRock Z170 Extreme7+ stellt vier native SATA-6G-Ports und drei SATAe-Schnittstellen bereit. Für die Realisierung musste der Hersteller auf zwei zusätzliche ASM1061-SATA-Controller von ASMedia setzen. Für den Test verwenden wir die SanDisk Extreme 120, die wir natürlich direkt an die SATA-Ports anschließen.

ATTO USB3 small
Die SATA-6G-Performance beim ASRock Z170 Extreme7+
(nativ über den Z170-PCH).
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Die SATA-6G-Performance beim ASRock Z170 Extreme7+
(über den ASM1061).

Intels integrierter SATA-Controller zeigt auch beim Z170-Chipsatz eine sehr gute Leistung. Dies zeigen die überzeugenden Werte von 519 MB/s im Schreiben und 552 MB/s im Lesen. Wir wir bereits zuvor angemerkt haben, bietet ASMedias ASM1061-SATA-Controller eine deutlich geringere Leistung. Sowohl schreibend als auch lesend wurde die 400-MB/s-Marke überschritten, jedoch wird damit eine Menge Leistung bei schnellen SATA-6GBit/s-SSDs verschenkt. Also heißt es weiterhin, die SSDs an den Intel-Controller anzuklemmen, damit die volle Leistung abgerufen werden kann.

 

M.2-Performance

Den M.2-Test werden wir natürlich auch bei der Skylake-S-Plattform absolvieren. Mithilfe der neuen Intel-100-Chipsstzserie erfahren die angebundenen M.2-Steckplätze in der Theorie einen ordentlichen Performanceschub, dank den jeweils vier-PCIe-3.0-Lanes, wodurch die theoretische Bandbreite auf 32 GBit/s anwächst. Das Problem an der Sache ist allerdings, dass es bisher kaum M.2-SSDs gibt, die diese Bandbreite ausreizen können. Dennoch lässt sich mit einigen aktuell am Markt befindlichen M.2-SSDs feststellen, ob effektiv mehr als 10 GBit/s übertragen werden. Für diesen Test setzen wir daher die Samsung SSD XP941 mit 512-GB-Speicherkapazität ein, die auf eine Länge von 8 cm kommt und von Samsung mit 1.170 MB/s lesend und 950 MB/s schreibend spezifiziert wurde. Als Schnittstelle nutzt das Solid State Module den M.2-16-GBit/s-Standard, was vier PCIe-2.0-Lanes entspricht.

ATTO USB3 small
Die M.2-Performance beim ASRock Z170 Extreme7+
(über vier PCIe-3.0-Lanes vom Z170-PCH).

Es war zuvor ein spannendes Thema, wie sich die neuen Intel-Chipsätze mit den PCIe-3.0-Lanes beim M.2-Test verhalten. Anders als bei den PCIe-3.0-Lanes von der CPU, herrscht bei den Intel-100-Chipsätzen eine höhere Latenzzeit, was also bedeutet, dass die Rohleistung unterschiedlich ausfallen wird. Und wie der Test zeigt, scheint dies auch wirklich der Fall zu sein. Einzig die Leserate lag kurzzeitig bei 1.086 MB/s, fiel am Ende jedoch auf 934 MB/s zurück. Bei der Schreibrate wurde die 1.000-MB/s-Marke hingegen nicht überschritten. Hier waren es im Höchstfall 965 MB/s. Nichtsdestotrotz ist ein immenser Unterschied zum M.2-10-GBit/s-Interface der Intel-Z97-Platinen zu erkennen, was natürlich erfreulich ist.


ASRocks Z170 Extreme7+, als eines von vielen weiteren Sockel-LGA1151-Mainboards, die wir demnächst testen werden, präsentierte sich als ein großzügig ausgestattetes Oberklasse-Mainboard für die neuen Skylake-S-Prozessoren, auch wenn Intel sich zunächst auf den Core i5-6600K und den Core i7-6700K beschränkt. Die ATX-Platine stellt eine gute Ausstattung zur Verfügung, wie die vier mechanischen PCIe-3.0-Steckplätze, ein PCIe-3.0-x1- und ein PCIe-2.0-x1-Slot. Auch ist das Mainboard bestens für bis zu zwei NVIDIA- und drei AMD-Grafikkarten in einer Multi-GPU-Konfiguration vorbereitet. Dabei werden die begrenzten 16 PCIe-3.0-Lanes von der Skylake-S-CPU in diesem Fall auf drei Steckplätze mithilfe von zwei PCIe-Switches aufgeteilt. Ein großer Fortschritt stellt zweifelsohne der neue Z170-Chipsatz dar, der nun nicht nur per Gen3-x4-Direct-Media-Interface mit der CPU im Kontakt steht, sondern darüber hinaus gleich 20 PCIe-3.0-Lanes im Gepäck hat.

ASRock hat die hohe Anzahl an Lanes dafür genutzt, um gleich drei M.2-Schnittstellen mit jeweils vier PCIe-3.0-Lanes auf das PCB zu verlöten. Jeder der Schnittstellen geht dabei in der Theorie mit 32 GBit/s zu Werke. Im M.2-Test hat sich bestätigt, dass deutlich mehr Leistung als bei der Vorgänger-Plattform anliegt. Diese drei M.2-Slots wurden intelligent in die Zwischenräume der Erweiterungssteckplätze verfrachtet, wo sie selbst bei installierten Karten nicht weiter störend auffallen. Darüber hinaus befinden sich drei SATA-Express-Anschlüsse und vier SATA-6GBit/s-Ports an der üblichen Stelle. Einziger Wehrmutstropfen ist die Tatsache, dass sich die drei SATAe-Anschlüsse die Anbindung mit den drei M.2-Slots teilen.

Bei der CPU-Spannungsversorgung (nun ohne FIVR) vertrauen die Taiwaner beim Z170 Extreme7+ auf ein digitales 12(+1)-Phasendesign, das den Input von modernen NexFET-MOSFETs erhält. Auch die vier DDR4-DIMM-Speicherbänke ermöglichen je nach DIMMs eine sehr hohe Taktfrequenz. Mit unseren DDR4-3000-DIMMs hatte die ASRock-Platine absolut keine Probleme. Mit maximal 64 GB an Arbeitsspeicher ist genügend Luft nach oben vorhanden.

img_5.jpg

USB-technisch kann sich der Anwender auf insgesamt vier USB-3.1-, acht USB-3.0- und ebenfalls acht USB-2.0-Buchsen freuen. ASRock hat dem Mainboard als großen Bonus ein USB-3.1-Front-Panel im 5,25-Zoll-Format beigelegt, wodurch das "+" in der Modellbezeichnung zu erklären ist. An der Gehäuse-Front werden so jeweils ein USB-3.1-Typ-A- und Typ-C-Anschluss bereitstellt. Am I/O-Panel wurden ebenfalls ein Typ-A- und Typ-C-Anschluss mit der USB-3.1-Spezifikation hinterlassen. Vier weitere USB-3.0-Buchsen über zwei Header können ebenfalls an die Gehäuse-Front verlegt werden. Onboard-Komfort wird allerdings nur wenig geboten. So sollen ein Power-, Reset-, CMOS-Clear-Button, ein CMOS-Clear-Jumper, ein BIOS-Switch und eine Diagnostic-LED das Leben erleichtern. Anschließen lassen sich in der Summe sechs Lüfter mit vier Pins, die sich glücklicherweise auch allesamt regeln lassen.

In den Skylake-S-Prozessoren wurden performantere Grafikeinheiten integriert, die sich beim ASRock Z170 Extreme7+ mit jeweils einem DVI-D, HDMI-2.0- und DisplayPort-1.2-Grafikausgang digital ansprechen lässt. Für den Netzwerk-Bereich wurde dagegen Dual-Gigabit-LAN über den Intel-I219-V-PHY und dem Intel-I211-AT-Controller ermöglicht. Optional kann auch das WLAN-Kit dazugekauft werden, dessen Modul im ebenfalls existierenden Mini-PCIe-Slot installiert wird. Die entsprechenden Antennen können an der bereits montierten Blende am I/O-Panel befestigt werden. Schließlich bleibt da noch das Purity-Sound-3-Feature, das aus dem Realtek-ALC1150-Audio-Codec, neun Nichicon-Audiokondensatoren und zwei NE5532-Amplifiers von Texas Instruments besteht. So lassen sich selbst 600-Ohm-Kopfhörer ohne Probleme betreiben.

ASRock hat uns rechtzeitig mit einer neuen BIOS-Version versorgt, mit der das System auch spürbar schneller booten konnte. Neu ist nun der Easy-Mode, eine Übersichtsseite, wie es bereits andere Mainboard-Hersteller implementiert haben. Hinzu kommt die gewohnte Advanced-Ansicht. Für den frischen Launch einer neuen Plattform waren wir mit der BIOS-Version absolut zufrieden. Sie wies keine Fehler auf und das Navigieren per Maus und Tastatur ging komfortabel vonstatten. In Sachen Leistungsaufnahme genehmigt sich das ASRock Z170 Extreme7+ keine Patzer. Im Idle blieb das gesamte Testsystem unterhalb der 50-Watt-Marke und gerade unter Last zeigte es sein wahres Gesicht in positiver Hinsicht. Die ermittelten Werte unter Last sind bereits jetzt schon beinahe rekordverdächtig, doch werden wir uns noch viele weitere LGA1151-Mainboards anschauen, sodass es spannend bleibt, ob wir noch die eine oder andere Überraschung erleben.

Das ASRock Z170 Extreme7+ ist bereits erhältlich und ist in unserem Preisvergleich ab etwa 271 Euro gelistet. Für die gebotene Ausstattung ist der Preis unserer Ansicht nach gerechtfertigt.

Positive Eigenschaften des ASRock Z170 Extreme7+:

Negative Eigenschaften des ASRock Z170 Extreme7+:

Wir befinden uns zwar erst am Anfang unserer LGA1151-Reise, doch schon jetzt kann festgehalten werden, dass ASRocks Z170 Extreme7+ ein sehr gut ausgestattetes Mainboard für die neuen Skylake-S-Prozessoren ist und schon in Richtung Luxus tendiert. Da es sich auch ansonsten nichts zu Schulden kommen lassen hat, erhält es von uns den Excellent-Hardware-Award.

EH ASRock Z170 Extreme7

Alternativen? Aktuell lassen sich noch keine Alternativen festhalten.

 

Persönliche Meinung

Ich war mir zuvor schon ziemlich sicher, dass die neue Skylake-S-Plattform ein gutes Stück effizienter zu Werke geht, aber dass die Plattform gerade mit dem ASRock Z170 Extreme7+ so dermaßen effizient arbeitet, habe ich selbst nicht erwartet. Es bereitet generell sehr viel Freude, mit der Skylake-S-Plattform zu arbeiten, die nun auch Lane-technisch vom Chipsatz aus ordentlich aufgestockt wurde, sodass die Mainboard-Hersteller mehr freie Hand haben und deutlich weniger auf Lane-Switches zurückgreifen müssen. (Marcel Niederste-Berg)