ASUS Maximus VII Hero im Test

Veröffentlicht am: von

IMG 4 logoUnsere Testberichterstattung der Z97-Mainboards haben wir vor über einem Jahr mit dem ASUS Z97-Deluxe begonnen und so werden wir auch mit einem ASUS-Mainboard Abschied vom Sockel LGA1150 nehmen. In wenigen Wochen wird Intel nämlich die Sunrise-Point-Plattform, bestehend aus den Skylake-S-Prozessoren, dem neuen Sockel LGA1151 samt der erweiterten 100-Chipsatzserie und dem DDR3L/DDR4-Speicher, launchen. Doch zuvor werden wir abschließend einen Blick auf das ASUS Maximus VII Hero werfen, das selbst den Core i5-5675C oder den Core i7-5775C aufnehmen kann, die zu den neuen Broadwell-Prozessoren gehören.

Alleine aus der Republic-of-Gamers-Mainboardserie haben wir inklusive des Maximus VII Hero bis auf das Maximus VII Gene alle Platinen mit Intels Z97-Chipsatz durch unseren Testparcours gejagt. Mit dabei war auch ein weiter vergünstigtes ROG-Mainboard mit der Bezeichnung Maximus VII Ranger, das den Einstieg in diese Serie noch weiter erleichtert hat und sich wacker geschlagen hat. Für den Abschluss werden wir uns noch das ASUS Maximus VII Hero anschauen, das viele Ähnlichkeiten mit dem Maximus VII Ranger teilt.

Diese Ähnlichkeiten beginnen bereits mit den technischen Eigenschaften, denn auch beim Hero-Modell haben es zwei PCIe-3.0-x16-Steckplätze auf das Board geschafft. Dazu kommen noch einmal drei PCIe-2.0-x1- und ein mechanischer PCIe-2.0-x16-Slot. Der Storage-Bereich wird dagegen mit acht SATA-6G-Ports und dem M.2-Slot ausreichen. Darüber hinaus können noch sechs USB-3.0- und weitere sechs USB-2.0-Schnittstellen genutzt werden. Neben dem Realtek ALC1150 und dem Intel I218V bekommt der Käufer natürlich auch noch die exklusiven ROG-Features wie den LANGuard, GameFirst III, Sonic Radar II, Keybot, TrueVolt USB und natürlich RAMDisk obendrauf.

img_5.jpg
Das ASUS Maximus VII Hero in der Übersicht.

Wenig verwunderlich: Es kommt im Groben und Ganzen dieselbe Optik zum tragen. Wie es für ROG typisch ist, kommt die Rot-Schwarz-Kombination zum Einsatz. Der VRM-Bereich und der PCH werden von einem Passivkühler auf Temperatur gehalten.

Die Spezifikationen

Folgende technischen Eigenschaften besitzt das ASUS Maximus VII Hero:

Die Daten des ASUS Maximus VII Hero in der Übersicht
Mainboard-Format ATX
Hersteller und
Bezeichnung
ASUS
Maximus VII Hero
CPU-Sockel LGA1150
Stromanschlüsse 1x 24-Pin ATX
1x 8-Pin EPS12V
Straßenpreis ca. 183 Euro
Homepage http://www.asus.com/de/
Northbridge-/CPU-Features
Chipsatz Intel Z97 Express Chipsatz
Speicherbänke und Typ 4x DDR3 (Dual-Channel)
Speicherausbau max. 32 GB (mit 8-GB-DIMMs)
SLI / CrossFire SLI (2-Way), CrossFireX (2-Way)
Onboard-Features
PCI-Express

2x PCIe 3.0 x16 (x16/-, x8/x8) über Haswell/Broadwell-CPU
1x PCIe 2.0 x16 (x4) über Intel Z97
3x PCIe 2.0 x1 über Intel Z97

PCI -
Serial-ATA-, SAS- und 
ATA-Controller

6x SATA 6G mit RAID 0, 1, 5, 10 über Intel Z97
2x SATA 6G über ASMedia ASM1061
1x M.2 10 GBit/s über Intel Z97

USB

6x USB 3.0 (4x am I/O-Panel, 2x über Header) über Intel Z97
7x USB 2.0 (2x am I/O-Panel, 5x über Header) über Intel Z97

Grafikschnittstellen 1x HDMI 1.4a, 1x DVI-D, 1x VGA
WLAN / Bluetooth -
Thunderbolt -
LAN

1x Intel I218-V Gigabit-LAN

Audio-Codec
und Anschlüsse
8-Channel Realtek ALC1150 Audio Codec
6x 3,5 mm Audio-Jacks
1x TOSLink
FAN-Header 6x 4-Pin

Auch der Karton hat sich nicht verändert und hat wieder verschiedene Rottöne erhalten. Oben links wurde das ROG-Logo hinterlassen, mittig dagegen die Modellbezeichnung. Unten werden neben dem ASUS-Logo noch einige Grundfeatures aufgelistet.

Das mitgelieferte Zubehör

Nachdem wir die Verpackung geöffnet haben, haben wir mit folgendem Zubehör Bekanntschaft gemacht:

img_5.jpg

Für ein Einstiegsmodell in die ROG-Serie sind die Beigaben akzeptabel. Während die I/O-Blende, das Handbuch sowie der Datenträger zum Pflichtzubehör gehören, wurden von ASUS jedoch noch sechs SATA-Kabel, eine 2-Way-SLI-Brücke, die Q-Connectors, die Kabelsticker und das ROG-Türschild mit beigelegt.


Der Z97- und der Z87-Chipsatz unterscheiden sich nicht großartig. Es wurde lediglich ein Facelifting vorgenommen, bei dem vor allem ein Feature hinzugefügt wurde: der M.2-Support. Ansonsten ist es bei maximal sechs SATA-6G-Buchsen und sechs USB-3.0-Anschlüssen geblieben. Auch bietet die Southbridge noch immer maximal acht PCIe-2.0-Lanes, die weiterhin sehr knapp werden können, vorwiegend bei teureren High-End-Platinen.

img_5.jpg
Das Maximus VII Hero besitzt im Gegensatz zum Maximus VII Ranger ein qualitativ besseres VRM.

Ganz klar ist die Tatsache, dass sich das Maximus VII Hero vom kleinen Ranger-Bruder auch irgendwie unterscheiden muss. Unter anderem ist ein Unterschied beim VRM-Bereich zu sehen. Hier hat ASUS höherwertige "60A-Ferrite"-Spulen (acht Stück an der Zahl) verbaut, die allerdings von höchstens 40A-NexFET-MOSFETs von Texas Instruments versorgt werden. Die beste Effizienz der Texas Instruments CSD87350Q5D liegt bei 90 Prozent bei 25 Ampere, können jedoch auch problemlos bis zu 40 Ampere vertragen. Damit das VRM seine Wirkung zeigt, sollte der 8-Pin-EPS12V-Stecker vom Netzteil angeschlossen werden. Auf dem gesamten PCB wurden zudem "10K Black Metallic"-Kondensatoren verlötet, die auch bei unwahrscheinlich hohen Temperaturen mindestens 10.000 Stunden durchhalten sollen.

img_5.jpg
Rückseitig wurden acht Buck-Converter-Driver untergebracht.

Genau an der Stelle, wo sich auf der Vorderseite die acht CPU-Spulen befinden, halten sich auf der PCB-Rückseite diese acht kleinen Chips auf. Es sind MOSFET-Driver des Typs IR3535M und stammen daher von International Rectifier. Sie sorgen dafür, dass der VRM-Bereich möglichst effizient zu Werke geht.

img_5.jpg
Als PWM-Controller kommt wieder der ASP1257 zum Einsatz.

Für die Kontrolle der acht CPU-Spulen kümmert sich der ASP1257, der auf vielen ASUS-Mainboards verlötet wird. Er kommt dabei bestens mit acht Spulen zurecht.

img_5.jpg
Die beiden Spulen für die DIMM-Slots haben einen eigenen PWM-Controller erhalten.

Im Hintergrund sind die beiden "60A-Ferrite"-Spulen für die vier DDR3-Speicherbänke zu erkennen. In der Mitte des Bildes sieht man den ASP1103, der sich um die beiden Spulen kümmert. Doch ringsherum befindet sich noch einiges an Onboard-Komfort, dem wir uns nun im Anschluss genauer widmen werden.

img_5.jpg
Vier DDR3-DIMM-Slots sind die übliche Kost.

In den vier DDR3-Speicherbänken lassen sich höchstens 32 GB unterbringen, die sich je nach DIMM-Wahl auch übertakten lassen. ASUS selbst gibt das Board für maximal 3.400 MHz effektiven Takt frei. Links neben dem 24-poligen ATX-Stromanschluss wurde von den Taiwanern der USB-3.0-Header untergebracht, der es dem Anwender ermöglicht, zwei schnelle Buchsen an die Gehäuse-Front zu verlegen, sofern dort vorhanden.

Rechts neben dem Hauptstromanschluss ist noch etwas an Onboard-Komfort vertreten wie ein KeyBot-, ein MemOK!-, ein Reset- und Power-Button sowie eine Debug-LED. Ferner existieren auch hier vier Status-LEDs zur CPU, dem RAM, der Grafikkarte (VGA) und dem Boot-Laufwerk. Bei jedem Systemstart prüft jedes Mainboard nach, ob alle Komponenten da sind und initialisiert werden können. Ist alles in Ordnung, leuchten alle vier LEDs nacheinander einmal kurz auf.

Der MemOK!-Taster kann recht hilfreich sein, wenn das System mit dem installierten Arbeitsspeicher partout nicht starten will. In diesem Fall sorgt eine Betätigung dafür, dass sich das Mainboard selbstständig entspannte Einstellungen sucht, mit denen es starten kann.


Wir machen mit den Erweiterungssteckplätzen weiter.

img_5.jpg
Multi-GPU mit zwei Grafikkarten ist problemlos möglich.

Die beiden roten mechanischen PCIe-3.0-x16-Steckplätze sind direkt mit der eingesetzten Haswell-/Broadwell-CPU verbunden. Demnach werden die begrenzten 16 PCIe-3.0-Lanes auf die beiden Slots verteilt, sofern sich in beiden auch eine Erweiterungskarte, wie eben zwei Grafikkarten von NVIDIA oder AMD, befindet. In diesem Fall würden beiden Slots jeweils acht Lanes zugesprochen. In den meisten Situationen wird jedoch nur eine einzelne dedizierte Grafikkarte verwendet, die in den oberen roten PCIe-3.0-x16-Slot gehört und somit die ganzen 16 Lanes erhält. Unterhalb des Slots hat ASUS einen Slot Platz gelassen, sodass bei einer Dual-Slot-Grafikkarte alle anderen Steckplätze dennoch genutzt werden können. Dies wären drei PCIe-2.0-x1-Slots und ein mechanischer PCIe-2.0-x16-Slot mit elektrischen vier Lanes vom Z97-Chipsatz. Exakt das gleiche Slot-Layout wurde beim Maximus VII Ranger verwendet.

Zwischen CPU-Sockel und den Erweiterungsslots ist zusätzlich der M.2-Slot als M-Key-Variante zu sehen, der kompatible SSDs mit einer Länge von 6 cm oder 8 cm aufnehmen kann. Er ist mit zwei PCIe-2.0-Lanes an den Intel-Chipsatz angebunden, was demnach bedeutet, dass er maximal auf theoretische 10 GBit/s kommt.

img_5.jpg
Die Storage-Anschlüsse im Detail.

Ein weiterer, sichtbarer Unterschied ist bei den Storage-Buchsen zu erkennen. Waren es beim Maximus VII Ranger sechs SATA-6GBit/s-Ports, so sind es beim Maximus VII Hero insgesamt acht Stück. Die drei Anschlüsse von rechts arbeiten nativ mit dem Z97-PCH zusammen, die beiden linken hingegen über einen Zusatzchip, den ASMedia ASM1061.

img_5.jpg
Das I/O-Panel beim ASUS Maximus VII Hero.

Absolut kein Unterschied zum günstigeren Ranger-Modell ist beim I/O-Panel feststellbar. Mit dabei sind vier USB-3.0- und zwei USB-2.0-Buchsen, jeweils ein HDMI-, VGA- und DVI-Anschluss, ein Gigabit-LAN-Port, sogar eine PS/2-Schnittstelle und natürlich sechs analoge Audio-Anschlüsse sowie ein optischer Digitalausgang. Nicht zu vergessen der USB-Flashback-Button, mit dem das BIOS komfortabel ohne Umweg über das UEFI aktualisiert werden kann. Eine der beiden USB-2.0-Schnittstellen bietet den Support für das ROG-exklusive Keybot-Feature, auf welches wir später noch zurückkommen werden.

img_5.jpg
ASUS SupremeFX ist auch mit von der Partie.

Auch beim Maximus VII Hero heißt es "SupremeFX". Unter dem rot beleuchteten EMI-Shield versteckt sich der Realtek ALC1150, der problemlos acht Kanäle steuern kann und einen Front-DAC von maximal 115 dB bietet. Gut zu sehen ist zudem die Isolierung der 15 Audiokomponenten vom Rest des PCBs, um Störgeräusche besser zu vermeiden. Das allerdings ist noch nicht alles, denn ASUS packt an dieser Stelle wieder einiges an speziellen Features oben drauf. Mit dem "Sonic SenseAmp" wird die Impedanz des angeschlossenen Kopfhörers automatisch ermittelt und gegebenenfalls angepasst. Dagegen bietet "Sonic SoundStage" die Möglichkeit, das "optimale" Soundprofil für die jeweiligen Situationen per Onboard-Button "Soundstage" zu aktivieren. Vier Profile werden vorab angeboten: Shooter, Rennspiel, Sport und Kampfspiel. Einziger Haken an der Sache: Die eben genannten Features sind nur einsetzbar, wenn die analogen Buchsen genutzt werden. Abschließend gibt es noch "Sonic Studio", mit dessen Hilfe mit nur einem einzelnen Klick ein glasklarer Raumklang erzeugt werden soll.

Rechts neben dem Soundstage-Button lässt sich das BIOS mit dem "CLR-CMOS"-Taster auf die Standard-Parameter zurücksetzen. Erfreulich ist auch, dass das ROG-OC-Panel mit den neueren ROG-Boards genutzt werden kann, welches dem Maximus VI Extreme beilag. Es wird an den "ROG_EXT"-Header angeklemmt.

img_5.jpg
ASmedias ASM1061 wird dringend benötigt.

Um das Hero vom Ranger weiter abzuheben, hat ASUS ersterem zwei weitere SATA-6GBit/s-Buchsen spendiert. Dies bedeutet jedoch auch, dass sie erzwungenermaßen auf einen Zusatzcontroller zurückgreifen mussten. Diese Aufgabe übernimmt der weit bekannte ASM1061 von ASMedia, der sich den beiden direkt benachbarten SATA-Ports widmet.


Es geht nun mit dem SuperI/O-Chip weiter.

img_5.jpg
Der NCT6791D ist auch wieder dabei.

Der Super-I/O-Chip stammt von Nuvoton und trägt die Bezeichnung "NCT6791D". Mithilfe seiner Fähigkeiten können die Grundspannungen, Temperaturen und Lüftergeschwindigkeiten kontrolliert werden. Lüftersteuerung? Auch kein Problem für diesen Chip.

img_5.jpg
Gigabit-LAN kommt natürlich von Intel.

Ohne Frage wurde von ASUS mit dem Intel I218-V der aktuelle Controller für die Desktop-Plattform ausgewählt. Für ihn sind Datenübertragungsraten von 1 GBit/s kein Hindernis, beherrscht jedoch auch die Modi 100 MBit/s und 10 MBit/s. Selbst Wake-on-LAN ist realisierbar. ASUS hat bei den neuen ROG-Mainboards mit Intels Z97-Chipsatz das "LANGuard"-Feature ergänzt, welches im Grunde bessere Kondensatoren und weit verbesserten Schutz vor elektrostatischer Entladung, Überspannung und gar Blitzeinschlägen während eines Gewitters bedeutet. Die besseren Kondensatoren sollen vor allem für einen besseren Datendurchsatz sorgen.

Ebenfalls dabei ist das "GameFirst III"-Feature, womit nach einer Aktivierung den Online-Gaming-Netzwerkpaketen eine weitaus höhere Priorität eingeräumt wird, sodass sich zumindest in der Theorie die Latenzzeit zum Spieleserver verbessern soll. ASUS hat hierbei vier Modi vorgesehen: Optimization, Game, Media Streaming und File Sharing. Für jede installierte Anwendung kann ein Modus festgelegt werden.

img_5.jpg
Ein TMDS-Level-Shifter darf nicht fehlen.

Der ASMedia ASM1442K (TMDS-Level-Shifter) befindet sich zwischen dem CPU-Sockel und dem I/O-Panel und ist für die Wandlung der Spannung zwischen der internen Grafikeinheit und dem DVI- und HDMI-Grafikausgang verantwortlich. Durch ihn kann der Anwender sogar 3D- und 4K-Medien genießen.

img_5.jpg
Die ROG-Features werden durch diesen Kameraden ermöglicht.

Bei den vielen ROG-Features wird eine separate Steuereinheit benötigt. Es handelt sich um ein zusätzliches CMOS, das sogenannte iROG. Wird das BIOS aktualisiert, wird der iROG-Chip meistens ebenfalls mit neuen Daten versorgt. Sein Aufgabengebiet umfasst die Steuerung und Überwachung der ROG-spezifischen Features, die weder vom Chipsatz noch von der CPU übernommen werden können. Zu den Features gehören die erweiterten Overclocking-Funktionen, MemOK! sowie das USB BIOS Flashback-Feature. Hinzu kommen aber auch die Steuerung und die Überwachung der Spannungsversorgung. Für die Ai Suite III werden durch den Chip zusätzlich die Schnittstellen für TurboV Evo und die GPU Boost-Software bereitgestellt.

img_5.jpg
Das KeyBot-Feature braucht einen eigenen Controller.

ASUS hat sich eine interessante Funktion für Benutzer einfallen lassen, die über eine gewöhnliche Tastatur ohne Multimedia- und Makro-Tasten verfügen. Mithilfe des KeyBot-Features kann all das ohne Probleme kompensiert werden. Dabei lassen sich die Tasten F1 bis F10 beliebig mit sinnvollen Funktionen belegen. Beispielsweise mit Shortcuts für spezielle Anwendungen bzw. Ordner oder Multimedia-Befehlen, um etwa die Lautstärke zu erhöhen oder zu reduzieren. Es ist außerdem möglich, individuelle Makros abzuspeichern. Als Bonus kann mit der Taste F11 die CPU auf Knopfdruck übertaktet, mit F12 das XMP-Feature aktiviert und mit der DEL-Taste direkt ins UEFI gestartet werden.

img_5.jpg
Das ASUS Maximus VII Hero nochmal in der Übersicht.

Das gesamte Layout befindet sich, wie schon beim Ranger-Modell, auf einem hohen Niveau. Wir kamen ohne Schwierigkeiten an alle wichtigen Stellen heran und auch unser bequiet! Dark Rock Pro C1 nahm problemlos seinen Platz ein. Idealerweise wurden die acht SATA-6G-Ports um 90 Grad angewinkelt, was von einem ROG-Mainboard auch einfach verlangt werden kann. Erfreulich gut arbeitet die integrierte Lüftersteuerung. Bereits in den Standard-Einstellungen arbeitet sie sehr zuverlässig und vor allem leise. Sie kann jedoch auch individuell angepasst werden. Neben den weiteren Modi "Silent" und "Turbo", steht auch noch der Punkt "Manual" zur Verfügung, wo sich der Anwender frei austoben kann und die für sich passenden Parameter festlegen kann.

Nett anzusehen ist auch das pulsierend rote Leuchten des PCH-Kühlers im ausgeschalteten Zustand des Systems, in dem einige rote LEDs montiert wurden.

Ein weiteres ROG-exklusives Feature ist "Truevolt USB". Dahinter verbergen sich zwei eigenständige, lineare 5V-Leitungen für die Front- und Back-USB-Anschlüsse. Das Ziel ist es, dass die Spannung über die USB-Buchsen zu jeder Zeit exakt 5 Volt beträgt, was für viele Geräte von Vorteil ist. Allerdings hängt die Effektivität dieses Features von dem verwendeten Netzteil ab. Wird beispielsweise ein qualitativ schlechtes Netzteil mit einer fluktuierenden 5-Volt-Spannung genutzt, kann "Truevolt USB" das Ganze nur sehr schwer abfangen.

Es gibt dann ferner noch "Sonic Radar II", welches viele eher als Cheating ansehen. So werden beispielsweise in einem Online-Shooter, wie Battlefield 4, sämtliche Schüsse, Schritte und andere Geräusche auf dem frei anpassbaren In-Game-Overlay angezeigt, sodass der Spieler sehen kann, aus welcher Richtung die jeweiligen Geräusche stammen.

Wer die maximal möglichen 32 GB des Arbeitsspeichers ausreizt, könnte sich einmal mit dem "RAMDisk"-Feature näher beschäftigen. Aus dem RAM kann auf diese Weise ein rasant schnelles Laufwerk herbeigezaubert werden, welches in puncto Performance laut ASUS um das 20-fache schneller ist als aktuelle SSDs.


BIOS

Wir machen nun mit dem BIOS weiter. Aktuell wird von ASUS die Version 2702 angeboten, die wir per Instant Flash eingespielt haben. Diese Version bringt folgende Verbesserungen mit:

img_5.jpg
Der EZ-Mode vom Maximus VII Hero.

ASUS nutzt hier verständlicherweise dieselbe Oberfläche, wie sie beispielsweise beim Z97-Deluxe anzutreffen ist. Lediglich die Farben wurden nun minimalistisch ROG-typisch angepasst. Die einzelnen Punkte wurden in gelber Farbe hervorgehoben und die restlichen Werte weiterhin in weißer Schrift. Wir fangen oben links an. Dort sind das aktuelle Datum und auch die Uhrzeit einsehbar. Rechts daneben kann auch die generelle UEFI-Sprache geändert werden. Neu hinzugekommen ist der "EZ Tuning Wizard", der eine Art Overclocking-Assistent ist und Neueinsteigern das Overclocking einfacher machen soll. Eingefleischte Overclocker werden von dieser Funktion in der Regel die Finger lassen und stattdessen sämtliche Einstellungen manuell festlegen. Dennoch ist es schön zu sehen, dass Einsteiger nicht im Regen stehen gelassen werden.

In der nächsten Zeile werden die üblichen Vorabinformationen, wie das Mainboardmodell inkl. BIOS-Version, die aktuell installierte CPU inkl. Taktfrequenz sowie die Arbeitsspeicher-Kapazität angezeigt. Weiter rechts sind dann auch gleich die CPU- und Mainboard-Temperatur zu sehen. Zusätzlich auch die CPU-Spannung. Eine Etage tiefer wird auf der linken Seite ein ergänzender RAM-Status vermittelt, in welchen Slots aktuell welche Module mit welcher Kapazität und der aktuell anliegenden Taktung installiert sind. Zudem kann auf Wunsch auch gleich ein Extreme-Memory-Profile (kurz: XMP) ausgewählt werden, sofern vorhanden. Wer sich über die derzeit angekoppelten Storage-Gerätschaften interessiert, erhält diese Infos direkt rechts daneben. Hinzu kommen dann wiederum unten noch die Lüftergeschwindigkeiten, die sich mit der Funktion "Manual Fan Tuning" auch gleich individuell festlegen lassen.

Am rechten Rand des Bildschirms kann vom Anwender das grundlegende Funktionsschema ausgewählt werden. Standardmäßig ist der normale Modus aktiviert. Es lassen sich jedoch auch einmal der Modus "ASUS Optimal" und der Modus "Power Saving" aktivieren. Während beim "ASUS Optimal"-Modus das System auf gesteigerter Performance ausgelegt ist, lässt sich das System mit dem "Power Saving"-Modus effizienter betreiben. Darunter kann die Boot-Reihenfolge mit Leichtigkeit abgeändert werden. Entweder per Klick auf "Advanced Mode" oder mit einem Tastendruck auf "F7" gelangen wir in die erweiterte Ansicht, die wir uns nun anschauen werden.

img_5.jpg
Der Advanced-Modus vom Maximus VII Hero.

Advanced-Mode: Optisch genau wie der EZ-Mode, allerdings natürlich anders strukturiert. Der erste Reiter ist bereits von den ersten Sockel LGA1150 Mainboards von ASUS bekannt. Das Feature "My Favorites" beinhaltet die Auswahl der häufig verwendeten Funktionen aus dem BIOS, die auf der separaten Seite abgespeichert werden können. Allerdings wurde das Hinzufügen der Funktionen von ASUS etwas anders gelöst. Das Kontextmenü ist nun weggefallen. Demnach muss dafür oben der Punkt "MyFavorite(F3)" angeklickt oder die Taste "F3" gedrückt werden. Dies öffnet ein eigenständiges Fenster, in dem die Funktionen ausgewählt werden können. Auf der "Main"-Seite werden noch einmal einige Vorabinformationen wie die BIOS-Version, das installierte Prozessormodell und einige RAM-Infos angezeigt. Auch hier lässt sich die Menüsprache ändern, falls gewünscht.

Nun geht es mit dem Herzstück "Ai Tweaker" weiter. Sämtliche Overclocking-Funktionen sind hier hinterlegt worden und es sind ohne Frage ziemlich viele Funktionen implementiert worden, die selbst dem extremen Übertakter durchaus ausreichen sollten. Ob es nun um die Taktfrequenz von CPU oder Arbeitsspeicher oder doch um die einzelnen Spannungen geht, hier wird der Anwender fündig. Zur Unterstützung wird jeweils unten erklärt, was die einzelnen Funktionen bewirken. Wie immer können die zahlreichen Onboard-Komponenten mithilfe des nächsten Reiters konfiguriert werden. Auch wenn auf der rechten Seite ständig einige Informationen vom Hardware-Monitor angezeigt werden, hat ASUS eine eigene "Monitor"-Seite hinterlassen, auf der unter anderem die Lüfter gesteuert werden können. Aber auch die Temperaturen und Spannungen werden noch einmal aufgelistet.

Sämtliche Einstellungen, die den Startvorgang betreffen, wurden auf den Reiter "Boot" geparkt. Wer sich von dem Boot-Logo gestört fühlt, kann es dort abschalten. Zusätzlich sind dort die Boot-Overrides untergebracht worden, die man häufig auch auf der letzten Seite findet. ASUS gibt auch hier erneut ein paar Tools mit auf den Weg. Darunter das "ASUS EZ Flash 2 Utility", womit das UEFI aktualisiert werden kann. Sämtliche UEFI-Einstellungen können mithilfe des "ASUS Overclocking Profile" in maximal acht Profilen gesichert werden, die auch von einem USB-Stick exportiert und auch importiert werden können. "ASUS SPD Information" liest die Serial Presence Detect-Werte aus den DIMMs aus. Und unter "Exit" können die gesetzten Settings abgespeichert und auch die Default Werte geladen werden. Bevor das UEFI die Settings abspeichert, zeigt ein kleines Fenster alle Einstellungen an, die verändert wurden. Wer sich nützliche Notizen anlegen möchte, muss glücklicherweise auf keinen Zettel und Stift zurückgreifen, sondern verwendet einfach das "Quick Note"-Feature.

Die Bedienbarkeit der neuen UEFI-Oberfläche stufen wir als akzeptabel ein. Im Gegensatz zur Vorgängerversion bei den Z87-Modellen, konnte die Navigation durch die Menüs meist ruckeliger Weise durchgeführt werden, zumindest mit der Tastatur. Der Maus-Cursor lässt dagegen eine flüssigere Bewegung zu. Abgesehen von dieser Tatsache wurden alle gewählten Einstellungen zu unserer vollsten Zufriedenheit übernommen. Auch gab es an der Stabilität nichts auszusetzen.

 

Overclocking

Schauen wir uns nun das Overclocking mit dem Maximus VII Hero an, bei dem ASUS bessere CPU-Spulen verwendet als noch beim Maximus VII Ranger.

Generell beherrscht das Maximus VII Hero ähnliche Wertveränderungen und lässt einen Spielraum des BCLKs von 80 MHz bis 300 MHz in 0,1-MHz-Intervallen zu. Einige Konkurrenz-Mainboards gehen da zwar mit 0,01-Schritten noch etwas feiner zur Sache, jedoch ist die Veränderung des BCLKs dann interessant, wenn auch die letzten Leistungsreserven herausgequetscht werden sollen. Passend dazu kann selbstverständlich auch die CPU-Spannung individuell angepasst werden. Im Override-Modus beträgt der Spielraum 0,001 Volt bis 1,920 Volt. Möchte der Anwender die Spannungsregulierung dann doch lieber mithilfe des Offset- oder Adaptive-Modes vornehmen, kann er sich zwischen -0,999 Volt und +0,999 Volt entscheiden. In allen drei Modi sind die Intervalle in sehr feinen 0,001 Volt implementiert worden. Feintuning ist damit also möglich. Alle anderen Overclocking-Funktionen haben wir in der folgenden Tabelle aufgelistet:

Die Overclocking-Funktionen des ASUS Maximus VII Hero in der Übersicht
Base Clock Rate 80 MHz bis 300 MHz in 0,1-MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,001 V bis 1,920 V in 0,001-V-Schritten (Override- und Adaptive-Modus)
-0,999 V bis +0,999 V in 0,001-V-Schritten (Offset- und Adaptive-Modus)
DRAM-Spannung 1,20000 V bis 2,40000 V in 0,00500-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-VCCIN-Spannung 0,800 V bis 2,440 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-Ring-Spannung

0,001 V bis 1,920 V in 0,001-V-Schritten (Override- und Adaptive-Modus)
-0,999 V bis +0,999 V in 0,001-V-Schritten (Offset- und Adaptive-Modus)

CPU-SA-Spannung -0,999 V bis +0,999 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)
CPU-IO-Analog/Digital-Spannung -0,999 V bis +0,999 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)
PCH-Core-Spannung 0,70000 V bis 1,80000V in 0,00625-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen PCH PLX, VTT DDR, Eventual CPU Input Voltage, DRAM CTRL REF Voltage,
DRAM DATA REF CHA, DRAM DATA REF CHB
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 43 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
Weitere Besonderheiten UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE (C6/C7), EIST
Turbo-Modus (All Cores, By number of active cores),
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und vier optionale Fans, Short Duration Power Limit,
Long Duration Maintained, Long Duration Power Limit, Primary Plane Current Limit
FIVR Switch Frequency Signature, FIVR Switch Frequency Offset

Aufgrund eines technischen Unfalls wurden wir dazu gezwungen, eine andere Core-i7-4770K-CPU zu verwenden, die auch beim Gigabyte GA-Z97X-SOC Force verwendet wurde. Daher ergibt sich ein abweichendes Overclocking-Verhalten. So kam die CPU mit 4,7 GHz gar nicht zurecht und wir mussten zügig den Multiplikator nach unten setzen, bis wir ein stabiles Ergebnis erhalten haben. Dabei reichte selbst eine Spannung von 1,350 Volt nicht aus. Wir wurden dazu gezwungen, den Multiplikator auf den Wert 44 herabzusenken. Hierbei mussten dann laut BIOS 1,3 Volt angelegt werden.

cpuz2.PNG
Bestes Ergebnis: 4,4 GHz bei 1,274 Volt

Wegen der neuen CPU lässt sich das Ergebnis schlecht mit den anderen Mainboards vergleichen. Wir gehen allerdings davon aus, dass die alte CPU den Takt von 4,7 GHz hätte halten können. Jede CPU verhält sich zur Thematik Overclocking eben anders.

Weiterhin werfen wir auch einen Blick auf das RAM-Overclocking. Zu diesem Zweck verwenden wir zwei DIMMs mit jeweils 4 GB Speicherkapazität des Typs "Corsair XMS3 Dominator Platinum DDR3-2800". Im ersten Test kontrollieren wir die Funktionalität des XMP und im zweiten ohne Verwendung des XMP-Features.

cpuz2.PNG
Das Extreme Memory Profil
wird korrekt vom System umgesetzt.
cpuz2.PNG
Ohne XMP konnten wir marginal schärfere Latenzen festlegen.

Das Extreme Memory Profile wurde ohne Komplikationen vom System übernommen und lief auch stabil. Auch konnten wir manuelle Werte ohne XMP anwenden, allerdings konnte nur eine Latenz um eine Stufe angezogen werden. Dies kann mit dem Speicher-Controller von der neuen CPU zusammenhängen.

ASUS AI Suite 3

ASUS legt dem Mainboard die bekannte AI Suite bei, mit der sich jede Menge Features von Windows aus einstellen lassen. Die neuen X99-Modelle haben dabei ebenfalls die dritte Version erhalten, die im gleichen Funktionsumfang auch für die Enthusiasten-Plattform angeboten wird. Als großes Beispiel ist hierbei "TurboApp" zu nennen, die ein Teil des 5-Way-Optimization-Features ist und mit der für jede installierte Anwendung bestimmt werden kann, mit welchem CPU-Multiplikator, mit welchem Sound-Schema und mit welcher Netzwerk-Priorität die jeweilige Anwendung behandelt werden soll. Auf diese Weise kann sichergestellt werden, dass nur ausgewählte Programme und/oder Spiele mit erhöhter CPU-Leistung ausgeführt werden sollen. Gleichzeitig wird das Dual-Intelligent-Processors-5-Feature aus TPU und EPU gebildet.

img_5.jpg
Die ASUS AI Suite 3 im ROG-Gewand.

Weiterhin steht es dem Anwender frei, mit der AI Suite 3 auch die vier anderen Punkte zu nutzen. TPU ist für die Taktfrequenzen zuständig, mit dem neuen Fan Xpert 3 können dagegen die Lüfter auf Herzenswunsch feinjustiert werden. Das Digi+-Feature kümmert sich dafür unverändert um die Spannungsversorgung. Um die Effizienz nicht zu vernachlässigen, gibt es den Punkt "EPU", bei dem die vier Betriebsmodi "Auto", "Leistung", Strom sparen" und "Abwesenheitsmodus" konfiguriert werden können. Zu jeder Zeit hat der Anwender am unteren Rand Infos wie CPU- und RAM-Takt, Spannungen, Temperaturen und Lüftergeschwindigkeiten stets im Auge. Ein Klick auf das rechte Zahnradpärchen öffnet ebenfalls unten die Einstellungsmöglichkeiten zu den einzelnen Kategorien.

Weiterhin hat die ASUS AI Suite in der Version 3 weitere, nützliche Funktionen, wie den Ai Charger+, mit dem das iPhone, iPad sowie der iPod dank der BC-1.1-Funktion wesentlich schneller aufgeladen werden können. Mit dem EZ Update können dagegen die installierten ASUS-Programme und auch das BIOS aktualisiert werden. Jedes Mal, wenn ASUS eine neuere BIOS-Version veröffentlicht, lassen sich mit dem USB-BIOS-Flashback-Feature die neuen Version nach einem individuellen Zeitplan auf einen USB-Datenträger herunterladen. In speziellen Situationen, etwa wenn ein geplanter Neustart des Systems einprogrammiert wurde, kann die AI Suite mit der Push-Notice-Funktion den Anwender je nach Zeiteinstellung an den bevorstehenden Reboot erinnern. Genauso ist es auch mit Ereignissen möglich, wenn Spannungen oder Temperaturen überschritten werden.

An vorletzter Stelle hält sich auch der USB-3.0-Boost bereit, damit die angeschlossenen USB-3.0-Geräte mit der bestmöglichen Performance angesteuert werden. Dies wird mit dem UASP-Modus (USB Attached SCSI Protocol) ermöglicht. Zu guter Letzt ist noch der USB-Charger+ zu nennen. Hinten am I/O-Panel gibt es einen besonderen USB-2.0-Anschluss (der untere), der mit der direkt benachbarten ROG-Connect-Taste eng zusammenarbeitet. Angeschlossene, mobile Geräte können mit ihm ebenso schneller aufgeladen werden. Je nach Einstellung funktioniert es selbst, wenn sich das System gerade im Standby, Ruhemodus oder im ausgeschalteten Zustand befindet.

In der folgenden Bildergalerie können alle AI-Suite-3-Screenshots eingesehen werden.

{jphoto image=78108}


Mit diesem Testsystem haben wir das ASUS Maximus VII Hero getestet:

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz.

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version.

Seit der Einführung der Nehalem-Prozessoren und der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 1600 MHz und 9-9-9-24 1T - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim ASUS Maximus VII Hero mussten wir das ASUS-MultiCore-Enhancement-Feature deaktivieren, damit ein fairer Vergleich vorgenommen werden konnte.

Wir testen allerdings nur noch vier Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2011, 3DMark 2013, SuperPi 8M, Cinebench 11.5 und Sisoft Sandra 2014 Memory Benchmark:

3DMark 2013

Fire Strike

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

3DMark 2011

Performance-Mode

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Cinebench 11.5 CPU

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

SiSoft Sandra 2014

Memory Benchmark

Bandbreite in GB/s
Mehr ist besser

SuperPi 8M

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Natürlich liegt das Maximus VII Hero sehr dicht bei den anderen Probanden, was eben daran liegt, dass lediglich das Board getauscht und mit denselben Einstellungen betrieben wird. Messbare Unterschiede sind jedoch nicht vermeidbar.

Auch weiterhin werden wir die Bootzeit protokollieren. Wir messen die Zeit in Sekunden, wie lange das Mainboard benötigt, um alle Komponenten zu initialisieren und mit dem Windows-Bootvorgang beginnt.

Bootzeit

Vom Einschalten bis zum Windows-Bootvorgang

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Das Hero braucht im Endeffekt genauso lange wie das Ranger und lässt sich etwas mehr Zeit als andere, bisher gestestete Mainboards. Für die vollständige Initialisierung brauchte es 12,19 Sekunden.


Neben der wichtigen Performance ist auch der Stromverbrauch des heimischen PCs kein unwichtiges Kriterium. Was man häufig unterschätzt, ist die Tatsache, dass selbst die verschiedenen Mainboard-Modelle der zahlreichen Hersteller unterschiedlich viel Strom aus der Steckdose ziehen. Ein Grund dafür sind die verschieden eingesetzten BIOS-Versionen, die teilweise die von Intel referenzierten Stromsparmechanismen schlecht oder gar falsch umsetzen oder dass Onboardkomponenten sich eigentlich deaktivieren sollten, wenn diese entweder durch dedizierte Hardware ersetzt wurden oder einfach nicht verwendet werden. Darüber hinaus kann aber manchmal auch die Stromversorgung verantwortlich gemacht werden, wenn unter Default Settings mehr Energie zur Verfügung gestellt wird, als eigentlich benötigt wird. Genau deswegen spielt die Effizienz eine wichtige Rolle. Wenn die Effizienz der Stromversorgung nun also schlecht ausfällt, wird mehr Strom verbraucht. Zu unterschätzen ist hierbei aber auch die Software nicht, sodass sie ebenfalls gut abgestimmt sein muss, damit eine zufriedenstellende Effizienz gegeben ist.

Das ASUS Maximus VII Hero hat nur wenige besonderen Zusatz-Controller erhalten. Lediglich ein zusätzlicher SATA-Controller, ein LAN-Controller und ein Audio-Codec tragen ihren Teil zum Stromverbrauch bei.

Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 11.5 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-spanTest, Vollauslastung). Die jeweiligen Werte entsprechen dem System-Gesamtverbrauch.

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Für den ersten Test sind die Default Settings aktiv, sodass der Großteil der Onboardkomponenten bereits aktiviert ist. Die Grafikausgabe erfolgt über die Radeon HD 7850, wobei wir die iGPU im BIOS nicht deaktiviert haben. Wie bereits weiter oben geschrieben, sind alle Stromspar-Features eingeschaltet, was mit den Werten einer manuellen Konfiguration scheinbar gut umgesetzt wurde.

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Bisher hat es noch kein ASUS-Mainboard geschafft, im Idle unter 40 Watt zu bleiben. So auch das Maximus VII Hero nicht, das im Leerlauf bei 44,4 Watt lag.

Leistungsaufnahme

Cinebench 11.5 CPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Im Cinebench lag der Verbrauch dann bei 113,6 Watt. Dieser Wert stellt das bisher schlechteste Ergebnis dar.

Leistungsaufnahme

Prime95

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Mit Prime95 wurde das System wieder unter Volllast gesetzt. Hier zeigte unser Strommessgerät nun 127,7 Watt an, was ebenfalls recht hoch ist und das Schlusslicht darstellt.

Spannungen (Prime95)

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Die CPU-Spannung lag unter Last bei 1,130 Volt und somit um 0,005 Volt niedriger als mit dem Gigabyte GA-Z97X-SOC Force.

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sämtliche USB-3.0- und SATA-Controller sind hier beispielsweise deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber alle energiesparenden Features werden zusätzlich manuell aktiviert. Die Radeon HD 7850 ist weiterhin die primäre Grafikkarte.

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Im BIOS konnten wir den zusätzlichen SATA-Controller, die USB-3.0-Schnittstellen sowie die ROG-Leuchteffekte deaktiveren. Im Leerlauf konnten auf diese Weise 1,3 Watt eingespart werden.

Leistungsaufnahme

Cinebench 11.5 CPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Auch mit Cinebench konnten wir eine Veränderung feststellen. So wurden nun ganze zwei Watt weniger aus der Steckdose gezogen, sodass der Verbrauch nun bei 111,6 Watt lag.

Leistungsaufnahme

Prime95

Leistung in Watt
Weniger ist besser

3,4 Watt waren es hingegen mit Prime95 weniger, die durch die Deaktivierung gespart wurden.

Spannungen (Prime95)

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Bei der CPU-Spannung gab es verständlicherweise keine Veränderung. CPU-Z zeigte also weiterhin 1,130 Volt an.

Der Verbauch im Leerlauf kann als gut bezeichnet werden. Wenn es dann jedoch zur Sache geht und das System mit Arbeit beschäftigt wurde, erreichte das Testsystem mit dem ASUS Maximus VII Hero vergleichsweise schlechte Werte und führt bei Cinebench und Prime95 die Liste von unten an. Der Grund hierfür liegt einerseits bei der neuen CPU mit einer deutlich höheren VID und an der Tatsache, dass die ROG-Mainboards von ASUS gerne etwas mehr aus der Steckdose ziehen.


USB-3.0-Performance

In Sachen USB-3.0-Anschlüsse bleibt es beim Maximus VII Hero bei der Minimalausstattung, sprich sechs Stück, die natürlich direkt an den PCH angebunden sind. Vier der Schnittstellen sind am I/O-Panel anzutreffen, die anderen beiden per internem Header. Wir nutzen weiterhin das USB-3.0-Gehäuse S3510BMU33T von Star Tech für unsere USB-3.0-Tests. Dank interner SATA-6G- und USB-3.0-UASP-Unterstützung (USB Attached SCSI Protocol) erzielen wir somit deutlich bessere Ergebnisse. In Verbindung mit dem neuen USB-3.0-Gehäuse verwenden wir weiterhin die SanDisk Extreme mit 120 GB-Speicherkapazität.

ATTO USB3 small
Die USB-3.0-Performance beim ASUS Maximus VII Hero
(nativ über den Z97-PCH).

Die USB-3.0-Leistung kann sich unter Windows 7 sehen lassen. Während die Lesedurchsatzrate knapp 270 MB/s erreichte, waren im Schreiben höchstens 300 MB/s drin. Insgesamt gibt es da nichts zu beanstanden.

 

SATA-6G-Performance

Mit acht SATA-6G-Ports ist das Maximus VII Hero bestens vorbereitet. Für den Test verwenden wir ebenfalls die SanDisk Extreme 120, die wir natürlich direkt an die SATA-Ports anklemmen.

ATTO USB3 small
Die SATA-6G-Performance beim ASUS Maximus VII Hero
(nativ über den Z97-PCH).
ATTO USB3 small
Die SATA-6G-Performance über den ASMedia ASM1061.

Mit dem Z97-Chipsatz konnten wir erneut eine gewohnte SATA-6G-Performance feststellen. Lesend waren es sehr schnelle 557 MB/s, schreibend mit etwa 521 MB/s natürlich etwas weniger. ASMedias ASM1061 bietet eine schlechtere Leistung, die nun schon ohnehin bekannt ist. Im Lesen waren es daher höchstens 402 MB/s und im Schreiben maximal 389 MB/s. Zwar wird die SATA-3GBit/s-Spezifikation deutlich überboten, doch wird die SATA-6GBit/s-Spezifikation alles andere als erfüllt. SATA-6GBit/s-SSDs sollten daher an dem Z97-Chipsatz zu Werke gehen.

 

M.2-Performance

Wir testen auch weiterhin die M.2-Leistung. Der Vorteil bei der X99-Plattform ist natürlich, dass der M.2-Steckplatz in den meisten Fällen mit vier PCIe-3.0-Lanes an die CPU angebunden ist, wodurch die theoretische Bandbreite auf 32 GBit/s anwächst. Das Problem an der Sache ist allerdings, dass es bisher noch keine M.2-SSDs gibt, die diese Bandbreite ausreizen können. Dennoch lässt sich mit einigen aktuell am Markt befindlichen M.2-SSDs feststellen, ob zumindest mehr als 10 GBit/s übertragen werden. Für diesen Test setzen wir daher die Samsung SSD XP941 mit 512-GB-Speicherkapazität ein, die auf eine Länge von 8 cm kommt und von Samsung mit 1.170 MB/s lesend und 950 MB/s schreibend spezifiziert wurde. Als Schnittstelle nutzt das Solid State Module den M.2-16-GBit/s-Standard, was vier PCIe-2.0-Lanes entspricht.

Der M.2-Steckplatz auf dem Board ist mit zwei PCIe-2.0-Lanes an den Chipsatz angebunden und kann theoretisch auf 10 GBit/s kommen. Daher ist davon auszugehen, dass der Z97-Chipsatz die Samsung XP941 ausbremsen wird.

ATTO USB3 small
Die M.2-Performance beim ASUS Maximus VII Hero.
(über zwei PCIe-2.0-Lanes vom Z97-Chipsatz).

Bedingt durch den Overhead wird eine Lesedurchsatzgeschwindigkeit von 828 MB/s erreicht. Schreibend wurden mit "nur" 716 MB/s deutlich weniger erreicht. Langsam ist dies aber dennoch nicht.


Auch wenn natürlich die Skylake-Prozessoren inklusive neuem Unterbau vor der Tür stehen, haben wir uns abschließend noch das Maximus VII Hero von ASUS zu Gemüte geführt. Bis auf kleinere Details bietet das Maximus VII Hero eine identische Ausstattung zum preisgünstigeren Maximus VII Ranger. So stehen dem Anwender des Heros ebenfalls zwei mechanische PCIe-3.0-x16-Steckplätze zur Verfügung, die sich wahlweise auch zu einer 2-Wege-SLI/CrossfireX-Konfiguration überreden lassen. Abseits davon sind jedoch auch drei PCIe-2.0-x1-Slots und ein mechanischer PCIe-2.0-x16-Steckplatz zur Stelle. Zusätzlich wurden beim Ranger und beim Hero das identische I/O-Panel vorgesehen, an dem sich unter anderem vier von sechs USB-3.0-Schnittstellen befinden. An USB-2.0-Anschlüssen stehen in der Summe sieben Stück zur Verfügung. In den vier DDR3-Speicherbänken lassen sich insgesamt 32 GB an Arbeitsspeicher mit einer maximalen, effektiven Taktfrequenz von 3.400 MHz einsetzen, entsprechende DIMMs natürlich vorausgesetzt.

Doch wo liegen nun genau die Unterschiede zwischen dem Ranger und dem Hero? Einerseits beim VRM-Bereich: Beim Hero hat ASUS nämlich höherwertigere CPU- und RAM-Spulen verlötet. Des weiteren bietet das Hero zwei SATA-6GBit/s-Ports mehr, die natürlich über einen zusätzlichen SATA-Controller angebunden wurden. Doch weitere Vorteile bietet das Maximus VII Hero nicht. Selbst beim Onboard-Komfort bieten beide Platinen jeweils einen Power-, Reset-, KeyBot-, MemOK!-, Soundstage- und CMOS-Clear-Button und auch eine Debug-LED. Ebenso ist bei beiden Boards ein M.2-Steckplatz vertreten, der mit zwei PCIe-2.0-Lanes an den Intel-Z97-Chipsatz gekoppelt ist.

img_5.jpg

ROG-typisch wurden auch beim Maximus VII Hero die exklusiven Features wie "Truevolt USB", "Sonic Radar II", "RAMDisk" und "GameFirst III" implementiert. Letzteres Feature erfolgt in Verbindung mit dem Intel-I218-V-Gigabit-LAN-Controller. Audiotechnisch kommt das ASUS-SupremeFX-Feature zum Einsatz, das aus dem Realtek-ALC1150-Soundchip und um exklusive ROG-Audiofunktionen, wie "Sonic Soundstage" und "Sonic Studio" ergänzt wurde. Soundequipment lässt sich an sechs 3,5-mm-AudioJacks und an einem optischen Digitalausgang anklemmen.

Über das UEFI gibt es nur wenige Worte zu verlieren. Nicht etwa, weil es schlecht ist, sondern alles beim (guten) Alten bleibt. Mit dem EZ-Mode und der Advanced-Ansicht werden zwei Modi geboten, bei denen sich der Anwender frei austoben darf. Jede Menge Einstellungen sind jedenfalls vorhanden. Die Bedienung per Maus und/oder Tastatur fiel angenehm aus. Alle Einstellungen wurden dazu zu unserer vollsten Zufriedenheit umgesetzt. War die Leistungsaufnahme im Leerlauf im grünen Bereich, so war sie unter den beiden Last-Situationen deutlich im roten Bereich und verbrauchte von allen getesteten Mainboards am meisten, was zugegebenerweise der neuen CPU mit der höheren VID geschuldet ist und wir daher ein Auge zugedrückt haben.

Preislich trennen sich das Maximus VII Ranger (Preisvergleich) und das Maximus VII Hero (Preisvergleich) etwa 30 Euro. Somit steht fest, dass das marginal bessere VR-Modul und die zwei zusätzlichen SATA-6GBit/s-Ports für zusätzliche 30 Euro zu haben sind. Zwar ist der Aufpreis nicht allzu hoch, nichtsdestotrotz muss sich der Interessent überlegen, ob ihm der Aufpreis dies wert ist. Auf der anderen Seite klopft die Skylake-Plattform fast an der Tür, sodass bei einer Neuanschaffung trotz der neuen Broadwell-Prozessoren überlegt werden sollte, ob sich ein Z97-Mainboard jetzt noch lohnt.

Positive Eigenschaften des ASUS Maximus VII Hero:

Negative Eigenschaften des ASUS Maximus VII Hero:

Auch das ASUS Maximus VII Hero erweist sich als sehr gute Platine für aktuelle Haswell- und Broadwell-Prozessoren. Es dient als erweiterter Einstieg in die ROG-Welt, das im Gegensatz zum Maximus VII Ranger kleinere Extras, wie einen marginal besseren VRM-Bereich und zwei weitere SATA-6GBit/s-Ports bietet. Auch das Maximus VII Hero erhält von uns den Excellent-Hardware-Award.

EH ASUS Maximus VII Hero

Alternativen? Ganz klar das ASUS Maximus VII Ranger, das wirklich nur wenige Abstriche macht. Abseits davon sollte auf die neue Skylake-Plattform gewartet werden, wenn die Neuanschaffung nicht all zu dringend ist.

 

Persönliche Meinung

Mir war schon von vornherein klar, dass der Unterschied zwischen dem Maximus VII Ranger und dem Maximus VII Hero nicht allzu groß ausfällt. Auch in der Leistung gibt es bekanntlich keinen spürbaren Unterschied. Technisch ist auch dieses ROG-Mainboard sehr hochwertig, allerdings würde ich mir so kurz vor dem Skylake-Launch kein Z97-Mainboard mehr zulegen, sondern auf ein entsprechendes Z170-Mainboard warten und dann zuschlagen. (Marcel Niederste-Berg)

Preise und Verfügbarkeit
Nicht verfügbar Nicht verfügbar Nicht verfügbar