MSI X99A Raider im Test

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IMG 4 logoAuch wenn die Haswell-E-Plattform bereits einige Monate auf dem Markt ist und das erste Jahr nicht mehr weit entfernt ist, gehört gerade MSI zu den Mainboard-Herstellern, die nach und nach weitere Modelle designen und veröffentlichen. So wurde auf der diesjährigen Computex 2015 in Taipeh neben dem "Z170A-G45 Gamming" auch das "X99A Godlike Gaming" ausgestellt. Doch eine weitere X99-Platine wurde nahezu klammheimlich auf den Markt gebracht, von der man eher wenig mitbekommen hatte. Die Rede ist vom "X99A Raider", das wir uns in diesem Artikel anschauen werden.

Das "X99A Raider" aus dem Hause MSI ist für den Einstieg in die Haswell-E-Welt vorgesehen, das zeigt sich zum einen beim veranschlagten Preis und zum anderen an der Ausstattung. Von USB 3.1 abgesehen befindet sich eine moderate Ausstattung auf dem ATX-Printed-Circuit-Board: Acht DDR4-DIMM-Speicherbänke, drei mechanische PCIe-3.0-x16-, dazu zwei PCIe-2.0-x1-Steckplätze, acht SATA-6GBit/s-Ports, eine SATA-Express-Schnittstelle, ergänzend dazu sind ein M.2-Slot, sechs USB-3.0- und ebenfalls sechs USB-2.0-Anschlüsse enthalten. Doch es lohnt sich ein genauerer Blick auf einige Details.

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Das MSI X99A Raider in der Übersicht.

Beim ersten Hinsehen erscheint das PCB in der beliebten "Farbe" Schwarz. Sieht man allerdings genauer hin, sind überwiegend Brauntöne von den zahlreichen Leiterbahnen sichtbar. Davon abgesehen haben die Taiwaner alle Anschlüsse, Steckplätze sowie den MOSFET- und PCH-Kühlkörper in Schwarz gefärbt. Durch das hier vorliegende ATX-Format ist bei den meisten Gehäusen mit keinen Inkompatibilitäten zu rechnen. Das jeweilige Gehäuse muss lediglich ATX-Mainboards aufnehmen können.

Die Spezifikationen

Und so sehen die technischen Eigenschaften aus:

Die Daten des MSI X99A Raider in der Übersicht
Mainboard-Format ATX
Hersteller und
Bezeichnung
MSI
X99A Raider
CPU-Sockel LGA2011v3
Stromanschlüsse 1x 24-Pin ATX
1x 8-Pin EPS12V
Straßenpreis ca. 217 Euro
Homepage http://de.msi.com/
Northbridge-/CPU-Features
Chipsatz Intel X99 Express Chipsatz
Speicherbänke und Typ 8x DDR4 (Quad-Channel)
Speicherausbau max. 128 GB (mit 16-GB-DIMMs)
SLI / CrossFire SLI (3-Way), CrossFireX (3-Way)
Onboard-Features
PCI-Express

3x PCIe 3.0 x16 (x16/-/-, x16/x16/-, x8/x16/x8 mit Core i7-5930K und 5960X); (x16/-/-, x16/x8/-, x8/x8/x8 mit Core i7-5820K)
2x PCIe 2.0 x1 über Intel X99

PCI -
Serial-ATA-, SAS- und 
ATA-Controller

8x SATA 6G (6x mit RAID 0, 1, 5, 10) über Intel X99
1x SATA Express mit 10 GBit/s über Intel X99
1x M.2 mit 32 GBit/s über Haswell-E-CPU

USB

2x USB 3.1 (2x am I/O-Panel, Typ A) über ASMedia ASM1142
6x USB 3.0 (4x am I/O-Panel, 2x über Header) über Intel X99
6x USB 2.0 (4x am I/O-Panel, 2x über Header) über Intel X99

Grafikschnittstellen -
WLAN / Bluetooth -
Thunderbolt -
LAN

1x Intel I218-V Gigabit-LAN

Audio-Codec
und Anschlüsse
8-Channel Realtek ALC892 Audio Codec
5x 3,5 mm Audio-Jacks
1x TOSLink
FAN-Header 5x 4-Pin

Auf der überwiegend schwarzen Verpackung ist in weißer Farbe ein dreiköpfiges Squad-Team zu sehen, das auf der Lauer liegt. Darunter ist die Modellbezeichnung erkennbar. Oben links ist dagegen das MSI-Logo und rechts gegenüber das USB-3.1-Logo und zwei Intel-Logos erkennbar. Ein weißer Aufdruck auf einer schwarzen Verpackung macht sich unserer Meinung nach ziemlich gut.

Das mitgelieferte Zubehör

Und das befindet sich neben dem Mainboard selbst im Karton:

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Bei günstigeren Mainboards wird in der Regel nicht allzu viel mit in den Karton gelegt. Abgesehen von der I/O-Blende, dem Mainboard-Handbuch und dem Support-Datenträger, packt MSI noch einen Quick-Installation-Guide, insgesamt sechs SATA-Kabel, eine 2-Wege-SLI-Brücke und die M-Connectors dazu. Das Wichtigste wird also mitgeliefert, was die Hauptsache ist.


Der X99-Chipsatz wurde im Vergleich zum X79-Vorgänger auf den technischen Stand des aktuellen Z97-PCHs gebracht, bringt allerdings vier weitere native SATA-6G-Ports mit. Identisch ist dagegen die Bereitstellung von sechs USB-3.0-Schnittstellen. Auch bietet die Southbridge weiterhin maximal acht PCIe-2.0-Lanes, die sehr knapp werden können, vorwiegend bei teureren High-End-Platinen.

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MSI hat bei den MOSFETs definitiv nicht gespart.

Wie es bei den meisten Endkunden-Mainboards für das Desktop-Enthusiasten-Segment üblich ist, verbaut MSI hier den Square-ILM-Sockel (Independent Loading Mechanism). Links und rechts vom CPU-Sockel sehen wir jeweils vier DDR4-DIMM-Speicherbänke, die zusammen insgesamt satte 128 GB an Arbeitsspeicher aufnehmen können. Traditionell befindet sich über dem CPU-Sockel der VRM-Bereich, den die Taiwaner beim X99A Raider großzügig bestückt haben. Ganz im Vordergrund stehen die acht "Super-Ferrite"-CPU-Spulen bereit, die ihren Input auf der Frontseite des PCBs von jeweils zwei MOSFETs des Typs "4CO5N RCG5K" und "4CO8N RCC6A" von OnSemi erhalten. Vom Netzteil aus muss der 8-Pin-EPS12V-Stromanschluss (oder 4+4 Pin) eingesteckt werden, sodass in der Summe 336 Watt bereitstehen. Als Kondensatoren kommen hochwertige "Dark-CAPs" zum Einsatz, die selbst bei unwahrscheinlich hohen Temperaturen einige Jahre nicht schlappmachen sollen.

Doch beim nächsten Bild gibt es eine Überraschung.

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Auf der Rückseite wurden 16 weitere MOSFETs angebracht.

MSI verbaut insgesamt vier MOSFETs für jede Spule, sodass wir auf der Rückseite des PCBs 16 zusätzliche MOSFETs finden konnten. Es sind Modelle des Typs "4CO5N RCG5K" wie auf der Vorderseite und "4CO8N RCC6A" von OnSemi.

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Der PWM-Controller stammt von Intersil.

Als PWM-Controller haben die Taiwaner den Intersil ISL6388 verlötet, der dazu in der Lage ist, maximal sechs Spulen zu steuern. Da beim X99A Raider nun mehr als sechs Spulen gemanagt werden müssen, musste MSI auf vier Phasen-Doubler setzen, die aus den Intersil ISL6611ACRZ gebildet werden. Sie befinden sich auf der Frontseite, wovon einer rechts neben dem 8-poligen EPS12V-Stromanschluss (max. 336 Watt) untergebracht wurde und jede von ihnen zwei Spulen unter die Fittiche nehmen können. Somit geht der ISL6388 effektiv mit nur vier Spulen zu Werke. Das klingt zwar recht vielversprechend, muss aber nicht gleichzeitig bedeuten, dass das Mainboard hervorragend zum Overclocking geeignet ist.

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Auch die Spulen der acht DDR4-DIMM-Speicherbänke brauchen einen PWM-Controller.

Von den PV3203-Chips sind gleich zwei Stück vertreten. Dadurch dass beide 4-DIMM-Bänke-Gruppen von zwei Spulen mit Strom versorgt werden und die PV3203 maximal zwei Spulen kontrollieren können, sind zwei der PWM-Controller aus dem Hause Powervation unverzichtbar.

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Die Erweiterungssteckplätze beim MSI X99A Raider.

Neben den beiden PCIe-2.0-x1-Steckplätzen haben es auch drei mechanische PCIe-3.0-x16-Slots auf das X99A Raider geschafft. Was uns besonders gefällt ist die Tatsache, dass unter dem obersten PCIe-3.0-x16-Steckplatz kein weiterer Erweiterungsslot existiert, sodass beim Einsatz einer Dual-Slot-Grafikkarte kein weiterer Anschluss blockiert wird. Anders dagegen sieht es natürlich aus, wenn mehr als eine Grafikkarte auf dem X99A Raider eingesetzt werden sollen. PCIe-3.0-x16-Slot 1 und 2 sind elektrisch mit 16 Lanes angebunden, der unterste noch mit acht Lanes. MSI hat das Ganze sinnvoll geschaltet, denn egal ob mit dem Core i7-5820K (28 Lanes) oder mit dem Core i7-5930K beziehungsweise mit dem Core i7-5960X mit jeweils 40 Lanes, im Höchstfall können drei NVIDIA- oder AMD-Grafikkarten aufgeschnallt werden. Allerdings unterscheidet sich bei der CPU-Wahl die Beschaltung der drei mechanischen PCIe-3.0-x16-Slots, die wir in den beiden folgenden Tabellen näherbringen wollen.

PCIe-Slots und deren Lane-Anbindung mit dem Core i7-5820K (28 Lanes)
 PCIe-Slot 1PCIe-Slot 3PCIe-Slot 5
Single-GPU-Betrieb x16 - -
Zwei Grafikkarten im 2-Way-SLI/CrossFireX-Verbund x16 x8 -
Drei Grafikkarten im 3-Way-SLI/CrossFireX-Verbund x8 x8 x8

 

PCIe-Slots und deren Lane-Anbindung mit dem Core i7-5930K und Core i7-5960X (40 Lanes)
 PCIe-Slot 1PCIe-Slot 3PCIe-Slot 5
Single-GPU-Betrieb x16 - -
Zwei Grafikkarten im 2-Way-SLI/CrossFireX-Verbund x16 x16 -
Drei Grafikkarten im 3-Way-SLI/CrossFireX-Verbund x8 x16 x8

Glücklicherweise bleiben für den M.2-Steckplatz genügend Lanes übrig, egal welcher Prozessor denn schlussendlich auf dem MSI X99A Raider arbeiten wird. In dem M.2-M-Key-Slot kann ein Solid-State-Module eingesetzt werden, das eine Länge von 4,2 cm, 6 cm oder 8 cm aufweist. Angetrieben wird der Slot mit vier PCIe-3.0-Lanes von der Haswell-E-CPU, sodass in der Theorie 32 GBit/s (3,94 GB/s) zur Verfügung stehen.

Eine Überraschung stellen einige Spannungsmesspunkte am unteren PCB-Rand dar. Mit einem Multimeter lassen sich folgende Spannungen im Detail auslesen: VCCIN, DDR_01, DDR_23, VPP_01, VPP_23, CPU_CORE und PCH1P05

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Der X99-PCH wird im Storage-Bereich vollständig ausgenutzt.

Um 90 Grad angewinkelt wurden acht SATA-6GBit/s-Ports. Links am Rand des PCBs wurde jedoch auch ein vertikal ausgerichteter SATA-Express-Connector angebracht, dessen zwei SATA-6GBit/s alternativ auch als solche verwendet werden können.


Weiter geht es mit dem I/O-Panel:

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Das I/O-Panel beim MSI X99A Raider.

An dem I/O-Panel sind jede Menge USB-Anschlüsse vorhanden. Jeweils vier USB-3.0- und USB-2.0- und sogar zwei USB-3.1-Typ-A-Schnittstellen sind neben einer PS/2-Schnittstelle, einem CMOS-Clear-Button sowie fünf 3,5-mm-Audiobuchsen und einem TOSLink-Anschluss vertreten.

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Der SuperI/O-Chip kommt von Nuvoton.

Nuvotons NCT6792D+ kümmert sich um die Auswertung der Temperatur-, Spannungs- und Lüftergeschwindigkeitsdaten und kann auch letztere manuell steuern. Ein unverzichtbarer Controller.

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Realteks ALC892 ist für den Sound verantwortlich.

Wir fanden es etwas schade, dass MSI beim Sound gespart hat und statt zum Realtek ALC1150 zu dem ALC892 gegriffen hat. Der ALC892 unterstützt allerdings ebenfalls 8+2 Kanäle und bietet einen DAC von 95 dB.

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Um den Netzwerkbereich kümmert sich ein Intel-PHY.

Der Intel I218-V wird auf vielen aktuellen Intel-Mainboards verlötet und kommt mit einer 1-GBit/s-Bandbreite samt Wake-on-LAN-Unterstützung daher. Auch kommt er mit den Geschwindigkeiten 100 MBit/s und 10 MBit/s zurecht.

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Kernpunkt der USB-3.1-Funktionalität ist der ASMedia ASM1142.

Das MSI X99A Raider bringt zwei USB-3.1-Schnittstellen als Typ A mit und daher wird zwingend ein Zusatzcontroller benötigt, der mit der USB-3.1-Spezifikation kompatibel ist. Diese Aufgabe übernimmt der ASMedia ASM1142. Mit zwei Buchsen ist der USB-3.1-Hostcontroller bereits vollständig belegt. In diesem Fall wurde der ASM1142 mit zwei PCIe-2.0-Lanes an den X99-Chipsatz angebunden, sodass er auf theoretische 10 GBit/s kommt, wenn man den Overhead abzieht.

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Ein BIOS-Umschalter ist auch mit an Bord.

Über dem SATA-Express-Anschluss ist auch ein BIOS-Switch erreichbar, mit dem der Anwender zwischen den beiden dedizierten BIOS-ROMs umschalten kann.

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Das MSI X99A Raider nochmal in der Übersicht.

Am Layout gibt es eigentlich nichts zu beanstanden, wenn man vom SATA-Express-Anschluss absieht. MSI hätte die SATAe-Schnittstelle daher auch in angewinkelter Position zu den anderen SATA-Ports gesellen können. Alles andere befindet sich genau an dem Ort, wo es auch hingehört und erwartet wird. Zur Effektivität der Lüftersteuerung können wir nur wenig berichten. Als CPU-Kühler setzten wir erneut den NZXT KRAKEN X40 ein.

Trotz allem bietet das UEFI eine ordentliche Anpassung der Lüfter an. Immerhin lassen sich fünf Lüfter anschließen. Dafür sorgen fünf 4-polige FAN-Header. Für jeden Lüfter lässt sich die Lüfterkurve auf die eigenen Wünsche in vier Stufen manuell anpassen. Standard-Setting: Liegt die CPU-Temperatur unterhalb der 40-Grad-Marke, drehen sich die Lüfter mit nur 12,5 Prozent der maximalen Drehzahl. Die nächsten beiden Hürden werden per Default bei 55 Grad und 70 Grad Celsius festgelegt, wodurch der/die Lüfter auf 37,5 Prozent respektive 62,5 Prozent beschleunigt werden. Wird die 85-Grad-Marke erreicht, arbeiten die Lüfter schließlich mit der vollen Drehzahl.

MSI hat auch bei den neuen Haswell-E-Mainboards das "Guard-Pro"-Feature hinzugefügt, welches in sechs Unter-Features gegliedert ist: Circuit Protection (Kurzschlussschutz),  Humidity Protection (Schutz vor hoher Luftfeuchtigkeit), High Temperature Protection (Schutz vor hohen Temperaturen), ESD Protection (Schutz vor elektrostatischer Entladung), EMI Protection (Schutz vor elektromagnetischen Interferenzen), ECO Power (Energieeinsparung durch Deaktivierung nicht benötigter Onboard-Chips).


BIOS

Werfen wir nun einmal einen Blick auf das BIOS, welches MSI bisher immer ziemlich gut im Griff hatte. Zum Testzeitpunkt stand uns lediglich die First-Release-Version zur Verfügung.

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Die UEFI-Oberfläche beim MSI X99A Raider.

Die Grundstruktur der UEFI-Oberfläche wurde beim X99A Raider natürlich nicht verändert. Lediglich ein passender Anstrich mit den Farben Schwarz, Weiß und Grau wurde vollzogen. Beim jeweiligen Mainboard-Modell können sich rein die Menüpunkte unterscheiden. Ganz oben werden zu jedem Zeitpunkt beim X99A Raider das installierte Prozessormodell, dessen Taktfrequenz und die Arbeitsspeicher-Kapazität inkl. Takt angezeigt. Unter der Uhrzeit und dem Datum kann die aktuell vorliegende BIOS-Version abgelesen werden. Darunter lassen sich ganz bequem die Boot-Prioritäten per Drag & Drop-Verfahren festlegen. Auf der linken Seite erhält der Anwender einen ersten Überblick über die CPU- und die Mainboard-Temperatur. Der virtuelle "OC Genie"-Button ist dabei mit der Maus klickbar, sodass diese Funktion dann auch aktiviert ist. Ergänzt wurde noch ein weiterer virtueller Knopf, mit der die XMP-Funktion direkt aktiviert werden kann.

Der erste Punkt von den insgesamt sechs "Settings" stellt neben dem "System Status" die "Advanced"-Einstellungen bereit. Letztere sind bereits grundlegend bekannt. Dort lassen sich alle board-bezogenen Einstellungen finden, die die Onboard-Komponenten betreffen. Die Punkte "Boot", "Security" und "Save & Exit" sind dabei selbsterklärend. Das Hauptaugenmerk des Boards ist zweifelsohne das Overclocking. Die extrem umfangreichen OC-Funktionen sind im Menüpunkt "OC" zu finden. MSI lässt für Overclocking-Enthusiasten keine Wünsche offen. Dazu aber später mehr. Die integrierte Instant-Flash-Funktion hat auch beim heutigen Testkandidaten einen eigenen Menüpunkt erhalten. Entweder lässt sich das aktuelle BIOS auf einen Datenträger speichern oder andersherum von einem Datenträger aus aktualisieren. Genau so ist es den Overclocking-Profilen ergangen. Insgesamt können sechs verschiedene OC-Konfigurationen hinterlegt werden. MSI hat auch dieses Mal an eine Import- und Export-Funktion gedacht.

Der vorletzte Punkt ist der "Hardware Monitor", der wichtige ausgelesene Daten aufzeigt, wie eben die Temperaturen, Spannungen und Lüfterdrehgeschwindigkeiten. Zusammen mit dem CPU-FAN-Header können in der Summe fünf Lüfter gesteuert werden. Jeder Lüfter kann mit vier Stufen in einer automatischen oder manuellen Lüfterkurve angepasst werden. Der letzte Menüpunkt umfasst den "Board Explorer", der übersichtlich aufzeigt, in welchem Slot oder sonstigem Anschluss welche Komponente installiert ist. Dies erspart den Blick ins eigene Gehäuse und dient rein dem Komfort.

Ebenfalls mit enthalten: Die "Favorites"-Funktion, die man in ähnlicher Art und Weise bereits bei ASUS und neuerdings auch bei ASRock antrifft. MSI jedoch bietet nicht nur eine Favoritenseite an, sondern gleich fünf, was wiederum neue Möglichkeiten eröffnen dürfte. Denkbar einfach gestaltet sich zudem das Hinzufügen der meistgenutzten Funktionen. Hierzu reicht ein Rechtsklick mit der Maus aus, woraufhin sich prompt ein kleines Fenster öffnet und der Anwender sich entscheiden kann, zu welcher der fünf Favoritenseiten die ausgewählte Funktion hinzugefügt werden soll.

Auch dieses Mal konnte das UEFI von MSI auf ganzer Linie überzeugen. Sämtliche ausgewählte Einstellungen wurden problemlos und korrekt umgesetzt. Der Anwender hat dabei die Auswahl, ob er sich per Maus und/oder mit der Tastatur durch die Menüs bewegt.

 

Overclocking

Ohne Frage haben wir uns auch das Overclocking-Verhalten des MSI X99A Raider angeschaut. Auch wenn das Mainboard nicht primär zum Übertakten konzipiert wurde, so stellt es trotzdem zahlreiche Funktionen im UEFI bereit, die wir als komplett bezeichnen. Soll heißen, dass sich selbstverständlich der Prozessor und der Arbeitsspeicher übertakten lassen, aber auch sämtliche Spannungen anpassen lassen.

Der BCLK jedenfalls ist bereit, von 90,90 MHz bis 300 MHz in angenehmen 0,06-MHz-Schritten bewegt zu werden. Bei der CPU-Spannung wird einem neben dem Override- und Offset-Modus noch der Adaptive- sowie die beiden Hybrid-Modi Adaptive+Offset und Override+Offset geboten. In Verbindung mit den ersten beiden Modi beträgt der wählbare Spannungskorridor 0,800 Volt bis 2,100 Volt, beim Offset-Modus hingegen -0,990 Volt bis +0,990 Volt, jeweils in sehr feinen 0,001-Volt-Intervallen. Die restlichen Overclocking-Eigenschaften haben wir in einer Tabelle zusammengefasst.

Die Overclocking-Funktionen des MSI X99A Raider in der Übersicht
Base Clock Rate 90,90 MHz bis 300 MHz in 0,06-MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,800 V bis 2,100 V in 0,001-V-Schritten (Fixed-Modus)
-0,990 V bis +0,990 V in 0,001-V-Schritten (Adaptive- und Offset-Modus)
DRAM-Spannung 0,600 V bis 2,000 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-VCCIN-Spannung 1,200 V bis 3,040 V in 0,001-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-Ring-Spannung

0,800 V bis 2,100 V in 0,001-V-Schritten (Fixed-Modus)
-0,990 V bis +0,990 V in 0,001-V-Schritten (Adaptive- und Offset-Modus)

CPU-SA-Spannung 0,800 V bis 1,850 V in 0,001-V-Schritten (Fixed-Modus)
-0,990 V bis +0,990 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)
CPU-IO-Analog/Digital-Spannung 0,700 V bis 2,300 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCH-Core-Spannung 0,700 V bis 2,320 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen PCH1,5V, DRAM CHA/B VPP Voltage, DRAM CHC/D VPP Voltage, DRAM CHA/B VREF Voltage
DRAM CHC/D VREF Voltage
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 91 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
Weitere Besonderheiten UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE (C6/C7), EIST
Turbo-Modus (All Cores, By number of active cores),
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und vier optionale Fans, Short Duration Power Limit,
Long Duration Maintained, Long Duration Power Limit, Primary Plane Current Limit
Memory Try It!, VR 12VIN OCP Expander

Wir haben unseren Overclocking-Versuch bei 4,4 GHz mit einer Spannung von 1,3 Volt begonnen, was unserem Core i7-5960X allerdings nicht genügte. Wir mussten die VCore in 0,005-Volt-Schritten erhöhen, bis das Ganze bei 1,345 Volt stabil lief.

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Bestes Ergebnis mit dem 1.0-Strap: 4,4 GHz bei 1,346 Volt

Die 1,345 Volt ist ein eher durchschnittliches Ergebnis. Mit einer hohen Spannung wurden die 4,4 GHz erreicht.

Wir werfen auch weiterhin einen Blick auf das RAM-Overclocking bei der Haswell-E-Plattform. Zu diesem Zweck verwenden wir vier DIMMs mit jeweils 4 GB Speicherkapazität des Typs "G.Skill RipJaws4 DDR4-3000". Im ersten Test kontrollieren wir die Funktionalität des XMP und im zweiten ohne Verwendung des XMP-Features.

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4x 4GB G.Skill RipJaws4 DDR4-3000
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Das Extreme Memory Profil
wird korrekt vom System umgesetzt.
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Ohne XMP konnten wir minimal schärfere Latenzen festlegen.

Das Extreme Memory Profile wurde bis auf die VDIMM ohne Schwierigkeiten angenommen und das System lief stabil. Obwohl das Profil geladen wurde, setzte das BIOS die VDIMM nicht automatisch auf die benötigten und hinterlegten 1,35 Volt. Abhilfe schafft daher das manuelle Fixieren der RAM-Voltage. Zudem konnten wir straffere Latenzen stabil laufen lassen.

MSI/Intel Extreme Tuning Utility

Auf der Treiber- und Software-DVD lässt sich das MSI/Intel Extreme Tuning Utility finden, das der eine oder andere bereits schon kennt:

MSI/Intel Extreme Tuning Utility.

Das XTU ermöglicht das Overclocking der CPU und des Arbeitsspeichers direkt unter Windows. Mit integriert ist auch ein Hardware-Monitor, womit sich die CPU-Temperatur, deren aktuell anliegende Taktfrequenz und andere interessante Punkte überwachen lassen. Neben den Taktfrequenzen für CPU und RAM ist auch gleich die Spannung regulierbar. Die Aktivierung der gewählten Einstellungen erfolgt nicht in Echtzeit, Änderungen werden vorerst zwischengespeichert. Erst nach einem Neustart des Systems sind die Settings dann auch aktiv. Hinterher kann die Konfiguration auch gleich mit dem implementierten Stress-Test auf Stabilität geprüft werden. Wurden die passenden und stabilen Einstellungen gefunden, können sie in praktischen Profilen hinterlegt werden.

MSI ECO Center

Ein weiteres Software-Feature hat uns darüber hinaus besonders interessiert, das MSI ECO Center. Dahinter verbirgt sich das ECO-Power-Teilfeature, welches wiederum ein Teil des neuen Guard-Pro ist. Die Idee dahinter ist, nicht benötigte Komponenten, Anschlüsse und Slots zu deaktivieren, um die Leistungsaufnahme noch weiter nach unten zu drücken. Die Taiwaner selbst versprechen sich eine bis um 29 Prozent höhere Effizienz. Dann schauen wir uns mal die Praxis an.

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MSIs ECO-Center.

Leider lässt sich nur sehr wenig abschalten. Darunter fallen lediglich der CPU-FAN-Header, drei weitere System-FAN-Header und die beiden USB-3.1-Ports über den ASM1142. Zum Ausschalten muss das jeweilige Blitz-Symbol aus dem Kästchen entfernt und im Anschluss unten auf "Apply" geklickt werden.

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MSIs ECO-Center.

Wir haben alles bis auf den CPU-FAN-Header deaktiviert. Allerdings ist auch klar, dass die Ersparnis nicht der Rede wert ist.

In der folgenden Bildergalerie sind nochmal alle BIOS-, XTU- und Eco-Center-Screenshots einsehbar:

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Mit diesem Testsystem haben wir das MSI X99A Raider getestet:

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz.

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version.

Seit der Einführung der Nehalem-Prozessoren und der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 2.133 MHz und 15-15-15-35 2T - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim MSI X99A Raider ist allerdings alles so, wie es zu erwarten wäre: Die Turbo-Modi laufen korrekt und auch keine versteckte Übertaktung ist aktiv.

Wir testen allerdings nur noch sechs Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2011, 3DMark 2013, SuperPi 8M, Cinebench R11.5, Cinebench R15 und Sisoft Sandra 2014 Memory Benchmark:

3DMark 2013

Fire Strike

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

3DMark 2011

Performance-Mode

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R11.5 CPU

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R15 CPU

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

SiSoft Sandra 2014

Memory Benchmark

Bandbreite in GB/s
Mehr ist besser

SuperPi 8M

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Wie schon zuvor erwartet wurde, liegen die Werte des MSI X99A Raider dicht bei den anderen Probanden. Führend ist die MSI-Platine bei der Arbeitsspeicher-Bandbreite mit 47 GB/s.

Auch weiterhin werden wir die Bootzeit protokollieren. Wir messen die Zeit in Sekunden, wie lange das Mainboard benötigt, um alle Komponenten zu initialisieren und mit dem Windows-Bootvorgang beginnt.

Bootzeit

Vom Einschalten bis zum Windows-Bootvorgang

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Das MSI X99A Raider benötigte 21,32 Sekunden für die reine Initialisierung der Komponenten. Verglichen mit dem deutlich besser ausgestatteten ASUS Rampage V Extreme ist diese Zeit eher unverständlich. Genauso war es auch beim hauseigenen X99S SLI PLUS (Hardwareluxx-Artikel).


Neben der wichtigen Performance ist auch der Stromverbrauch des heimischen PCs kein unwichtiges Kriterium. Was man häufig unterschätzt, ist die Tatsache, dass selbst die verschiedenen Mainboard-Modelle der zahlreichen Hersteller unterschiedlich viel Strom aus der Steckdose ziehen. Ein Grund dafür sind die verschieden eingesetzten BIOS-Versionen, die teilweise die von Intel referenzierten Stromsparmechanismen schlecht oder gar falsch umsetzen oder dass Onboardkomponenten sich eigentlich deaktivieren sollten, wenn diese entweder durch dedizierte Hardware ersetzt wurden oder einfach nicht verwendet werden. Darüber hinaus kann aber manchmal auch die Stromversorgung verantwortlich gemacht werden, wenn unter Default Settings mehr Energie zur Verfügung gestellt wird, als eigentlich benötigt wird. Genau deswegen spielt die Effizienz eine wichtige Rolle. Wenn die Effizienz der Stromversorgung nun also schlecht ausfällt, wird mehr Strom verbraucht. Zu unterschätzen ist hierbei aber auch die Software nicht, sodass sie ebenfalls gut abgestimmt sein muss, damit eine zufriedenstellende Effizienz gegeben ist.

Das MSI X99A Raider hat nur wenige Zusatz-Controller erhalten. Ein LAN-Controller, ein USB-3.1-Chip und ein Audio-Codec tragen ihren Teil zum Stromverbrauch bei.

Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 11.5 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-spanTest, Vollauslastung). Die jeweiligen Werte entsprechen dem System-Gesamtverbrauch.

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Für den ersten Test sind die Default Settings aktiv, sodass der Großteil der Onboardkomponenten bereits aktiviert ist. Die Grafikausgabe erfolgt über die Radeon HD 7850. Wie bereits weiter oben geschrieben, sind alle Stromspar-Features eingeschaltet, was mit den Werten einer manuellen Konfiguration anscheinend gut umgesetzt wurde.

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Auch das MSI X99A Raider liegt im Idle im 57-Watt-Bereich mit genau 57,1 Watt und gesellt sich zu seinen beiden Geschwistern. Damit liegen alle drei MSI-Mainboards ziemlich genau im Durchschnitt.

Leistungsaufnahme

Cinebench R11.5 CPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Mit dem ASRock X99 Extreme3 als Zwischenreiter liegen die drei MSI-Bretter ebenfalls in der Teillast beieinander. Das MSI X99A Raider verbrauchte mit dem Restsystem 161,9 Watt.

Leistungsaufnahme

Prime95

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Vom ASRock X99E-ITX/ac einmal abgesehen, zeigt sich das X99A Raider mit 182,6 Watt von einer guten Seite.

Spannungen (Prime95)

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

In Sachen VCore lagen unter Volllast 1,067 Volt an, wie bei den meisten anderen Mainboards ebenfalls.

 

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sämtliche USB-3.0- und SATA-Controller sind hier beispielsweise deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber alle energiesparenden Features werden zusätzlich manuell aktiviert. Die Radeon HD 7850 ist weiterhin die primäre Grafikkarte.

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Leistungsaufnahme

Cinebench R11.5 CPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Leistungsaufnahme

Prime95

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Spannungen (Prime95)

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Im BIOS konnte nichts Verwertbares deaktiviert werden, sodass dieselben Werte in Frage kommen.

Während die Leistungsaufnahme im Leerlauf nur durchschnittlich ausgefallen ist, können sie unter den beiden Last-Situationen weniger überzeugen. Generell empfinden wir den Idle-Wert etwas zu hoch, denn mit besonderer, energiehungriger Ausstattung, bis auf den USB-3.1-Controller, kann das X99A Raider nicht punkten. In der Theorie müsste also ein geringerer Verbrauch möglich sein.


USB-3.1-Performance

Das MSI X99A Raider stellt zwei der neuen Schnittstellen bereit, die über den ASMedia ASM1142-USB-3.1-Hostcontroller zu Werke gehen. Bei nun theoretischen 10 GBit/s Bandbreite bedeutet es gleichzeitig, dass es nicht leicht wird, ein Laufwerk zu finden, mit dem diese Leistung auch abgerufen und vor allem bis ans Limit getrieben werden kann. In der Theorie wäre dies bereits mit einem schnellen M.2-Solid-State-Modul möglich, doch fürs Erste müssen zwei (m)SATA-6GBit/s-SSDs im RAID-0-Verbund herhalten, damit die neue Schnittstelle getestet werden kann.

Für den Test setzen wir eine USB-3.1-Lösung von ASUS ein. In einem externen Gehäuse arbeiten zwei mSATA-6GBit/s-Module im RAID-0-Verbund. Da kein adäquater USB-3.1-Performancetest unter Windows 7 möglich war und weil MSI kein UASP-Tool mitliefert, mussten wir für diesen Test auf eine Windows-8.1-Installation ausweichen, die wir auf einem OCZ-ARC-100-SSD (Hardwareluxx-Artikel) installiert haben. Das Restsystem blieb allerdings unverändert.

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Die USB-3.1-Performance beim MSI X99A Raider
über den ASM1142 unter Windows 8.1.

Unter Windows 8.1 haben wir ziemlich gute USB-3.1-Werte erhalten. Die Lesedurchsatzrate hat mit höchstens 698 MB/s knapp die 700-MB/s-Marke geknackt. Schreibend wurden ziemliche schnelle 646 MB/s erreicht. Das kann sich sehen lassen.

 

USB-3.0-Performance

MSI hat das X99A Raider mit insgesamt sechs USB-3.0-Schnittstellen ausgestattet. Am I/O-Panel können auf vier Stück direkt zugegriffen werden, die restlichen zwei Stück können über den internen Header realisiert werden. Wir nutzen weiterhin das USB-3.0-Gehäuse S3510BMU33T von Star Tech für unsere USB-3.0-Tests. Dank interner SATA-6G- und USB-3.0-UASP-Unterstützung (USB Attached SCSI Protocol) erzielen wir somit deutlich bessere Ergebnisse. In Verbindung mit dem neuen USB-3.0-Gehäuse verwenden wir weiterhin die SanDisk Extreme mit 120 GB-Speicherkapazität.

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Die USB-3.0-Performance beim MSI X99A Raider
(nativ über den X99-PCH).

Auch ohne UASP-Modus waren unter Windows 7 im Lesen maximal 273 MB/s und im Schreiben höchstens 300 MB/s drin. Unter Windows 8.1 wäre mit den inkludierten UASP-Treibern natürlich eine höhere Datenrate möglich gewesen, doch wollten wir den anderen Mainboards gegenüber selbstverständlich fair bleiben.

 

SATA-6G-Performance

Das MSI X99A Raider stellt acht native SATA-6G-Ports und eine SATAe-Schnittstelle bereit. Für den Test verwenden wir ebenfalls die SanDisk Extreme 120, die wir natürlich direkt an die SATA-Ports anschließen.

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Die SATA-6G-Performance beim MSI X99A Raider
(nativ über den X99-PCH).

Der X99-Chipsatz holt mit einer Lesedurchsatzrate von 556 MB/s und einer Schreibrate von 525 MB/s auch dieses Mal wieder alles aus dem SSD heraus.

 

M.2-Performance

Unsere Leser haben sich gewünscht, dass wir uns die M.2-Leistung genauer anschauen. Genau das haben wir mittlerweile in unsere Mainboard-Tests mit eingebaut. Der Vorteil bei der X99-Plattform ist natürlich, dass der M.2-Steckplatz in den meisten Fällen mit vier PCIe-3.0-Lanes an die CPU angebunden ist, wodurch die theoretische Bandbreite auf 32 GBit/s anwächst. Das Problem an der Sache ist allerdings, dass es bisher noch keine M.2-SSDs gibt, die diese Bandbreite ausreizen können. Dennoch lässt sich mit einigen aktuell am Markt befindlichen M.2-SSDs feststellen, ob effektiv mehr als 10 GBit/s übertragen werden. Für diesen Test setzen wir daher die Samsung SSD XP941 mit 512-GB-Speicherkapazität ein, die auf eine Länge von 8 cm kommt und von Samsung mit 1170 MB/s lesend und 950 MB/s schreibend spezifiziert wurde. Als Schnittstelle nutzt das Solid State Module den M.2-16-GBit/s-Standard, was vier PCIe-2.0-Lanes entspricht.

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Die M.2-Performance beim MSI X99A Raider
(über vier PCIe-3.0-Lanes von der CPU).

Trotz anfänglichem Schluckaufverhalten stimmt die Performance im späteren Verlauf absolut überzeugend. Es wurden schreibend 1.028 MB/s und lesend sogar 1.083 MB/s erreicht, was definitiv eine Ansage ist.


Im Grunde hat MSI ein weiteres, gutes Sockel-LGA2011-v3-Mainboard für einen verhältnismäßig günstigen Einstiegspreis für das Enthusiasten-Segment auf den Markt gebracht, das eine solide Ausstattung an Bord hat. Auf der Platine mit den ATX-Abmessungen halten sich nicht nur acht DDR4-DIMM-Speicherbänke bereit, die bis zu 128 GB Arbeitsspeicher aufnehmen können und die DIMMs mit einer höheren Taktfrequenz laufen lassen können, sondern darüber hinaus auch drei mechanische PCI-Express-3.0-Steckplätze der dritten Generation, die natürlich direkt an den eingesetzten Haswell-E-Prozessor angebunden sind. Dabei spielt es absolut keine Rolle, ob sich der Anwender für den Core i7-5820K, für den Core i7-5930K oder doch für den Core i7-5960X (Hardwareluxx-Artikel) entscheidet, mit allen drei Haswell-E-CPUs ist auf Wunsch auch eine Multi-GPU-Konfiguration, bestehend aus drei AMD- oder NVIDIA-Grafikkarten kein Problem. Bei einer einzigen Dual-Slot-Grafikkarte können jedoch auch zwei weitere PCIe-2.0-x1-Slots belegt werden. Den nötigen Abstand hat MSI glücklicherweise mit einkalkuliert.

Anständig ausgebaut wurde auch der Storage-Bereich, der aus acht SATA-6GBit/s-Ports, einer SATA-Express-Schnittstelle mit 10 GBit/s und einem M.2-Slot mit schnellen 32 GBit/s (theoretisch 3,94 GB/s) besteht. MSI verzichtet hier auf jede Menge Zusatzchips und belässt es bei den nativen Anschlussmöglichkeiten. Apropos verzichten: Im Vergleich zum MSI X99S SLI PLUS (Hardwareluxx-Artikel) respektive X99A SLI PLUS kommt das nun durchleuchtete X99A Raider mit deutlich weniger USB-3.0-Schnittstellen zum Käufer. In diesem Fall sind es nämlich lediglich vier Stück am I/O-Panel und zwei Stück über den internen Header, angebunden an den X99-Chipsatz. Exakt genauso sieht es bei den USB-2.0-Anschlüssen aus. Durch die beiden USB-3.1-Buchsen (zweimal Typ A am I/O-Panel) wurde das X99A Raider gleich auf dem technologisch aktuellen Stand veröffentlicht, was zu begrüßen ist.

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Gespart hat MSI auch in diesem Fall beim Audio-Codec und hat sich mit dem Realtek ALC892 gegen den ALC1150 entschieden, auf den über fünf 3,5-mm-Audiobuchsen und einem TOSLink-Anschluss zugegriffen werden kann. Für den Netzwerk-Bereich wurde dagegen auf den I218-V-Gigabit-LAN-Controller von Intel gesetzt. Käufer des X99A Raider müssen in Kauf nehmen, dass es bis auf den CMOS-Clear-Button am I/O-Panel, auf den BIOS-Switcher und die sieben Spannungsmesspunkten keinen weiteren Komfort bietet. Letzteres war natürlich eine Überraschung und gehört definitiv nicht zum Pflichtprogramm in dieser Preisklasse. Unser Core i7-5960X ließ sich durch die acht "Super-Ferrite"-Spulen ordentlich übertakten, auch wenn trotz großzügiger MOSFET-Ausstattung (32 Stück an der Zahl) ein schlechteres Overclocking-Ergebnis als bei anderen Boards erzielt wurde.

An dem MSI-UEFI gab es hingegen nichts auszusetzen. Wir trafen auf die übliche, ordentlich strukturierte Oberfläche, die sich mittels Maus und Tastatur angenehm bedienen ließ. Sämtliche von uns ausgewählten Einstellungen wurden zu unserer vollsten Zufriedenheit in die Tat umgesetzt. Bemängeln müssen wir allerdings die leicht erhöhte Leistungsaufnahme im Leerlauf, die aufgrund der moderaten Ausstattung auch hätte niedriger ausfallen können. Wenn das System mit Arbeit versorgt wurde, lag die Leistungsaufnahme auf einem überdurchschnittlichen Niveau.

Ein Argument spricht allerdings deutlich gegen das X99A Raider, nämlich der Preis. Wird das X99A Raider mit dem hauseigenen X99A SLI PLUS verglichen, fällt auf, dass Letzteres vier zusätzliche USB-3.0-Schnittstellen (insgesamt zehn Stück, davon vier Stück über zwei interne Header) mitbringt. Zusätzlich kommt in Betracht, dass das X99S SLI PLUS Overclocking-technisch besser skaliert hat, das sicherlich auch für das USB-3.1-Modell gilt. Ein Blick in unseren Preisvergleich verrät, dass das X99A Raider und das X99A SLI PLUS beide derzeit für etwa 215 Euro zu haben sind, sodass wir an dieser Stelle den Griff zum X99A SLI PLUS empfehlen.

Positive Eigenschaften des MSI X99A Raider:

Negative Eigenschaften des MSI X99A Raider:

Bis auf den Preis und der erhöhten Leistungsaufnahme im Leerlauf konnte MSIs X99A Raider absolut überzeugen. Der Erwerber erhält eine solide Haswell-E-Platine mit einigen Extras und mit zwei aktuellen und sehr schnellen USB-3.1-Schnittstellen an Bord.

Alternativen? Das hauseigene X99A SLI PLUS ist eine hervorragende Alternative, zu dem wir auch eher raten. Darf das Mainboard etwas mehr kosten, wäre auch das ASUS X99-A/USB 3.1 eine gute Wahl.

 

Persönliche Meinung

Es steht außer Frage, ob das MSI X99A Raider technisch überzeugend rübergekommen ist, denn das ist es definitiv. Der größte Kontra-Punkt ist für mich ohne "Wenn und Aber" der Preis. Wenn ich vor der Wahl zwischen dem X99A Raider und dem X99A SLI PLUS stehen würde, dann würde die Wahl zu 100 Prozent auf das letzte genannte Mainboard fallen, das objektiv betrachtet die bessere Ausstattung bei identischem Preis bietet. (Marcel Niederste-Berg)