ASRock X99E-ITX/ac im Test

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IMG 4 logoWer hätte gedacht, dass wir einmal ein Mini-ITX-Mainboard für den High-End-Sektor zu Gesicht bekommen? Mitte März, pünktlich zur CeBIT 2015, zeigte ASRock in Hannover das X99E-ITX/ac und sorgte zunächst für Schlagzeilen. Im Anschluss erhielt die kleine Platine positive, aber auch zum Teil einige kritische Kommentare. Wir haben von ASRock das X99E-ITX/ac für einen Test erhalten und werfen natürlich einen ausführlichen Blick auf das kleine High-End-Mainboard im Mini-ITX-Format.

Bis zum Jahr 2015 war es im High-End-Segment unüblich, auf kleinere Abmessungen als das Micro-ATX-Format zu setzen. In diesem Jahr hat ASRock dann das X99E-ITX/ac vorgestellt. Mit diesem "Platinchen" lässt sich ein leistungsstarkes System auf kleinstem Raum aufbauen. Der einzige große Kritikpunkt bei den Kommentaren zu unserem News-Beitrag lag bei den beiden DDR4-DIMM-Steckplätzen. Durch das resultierende Dual-Channel Interface liegt die Bandbreite ein gutes Stück unter dem Quad-Channel-Interace, der für diese Plattform eigentlich üblich sein sollte. In den Benchmarks wird sich zeigen, ob das "ASRock X99E-ITX/ac" leistungsmäßig den anderen X99-Mainboards hinterherhinkt oder ob die Gesamtleistung dennoch stimmig ist. Aber selbst für den Server-Bereich hat ASRock mit dem EPC612D4I ein Mini-ITX-Board aus dem Hut gezaubert, das sogar Quad-Channel-Unterstützung erhalten hat.

Von den beiden DDR4-DIMM-Slots abgesehen, bringt die Kleinstplatine eine interessante Ausstattung mit. Ein PCIe-3.0-x16-Steckplatz, vier SATA-6GBit/s-Ports, eine SATA-Express- und M.2-Schnittstelle sowie sechs USB-3.0-, vier USB-2.0- und selbst zwei USB-3.1-Anschlüsse sind mit an Bord. Obendrauf gehören auch zwei Gigabit-LAN-Buchsen, ein eSATA-6GBit/s-Anschluss sowie fünf analoge Audio-Jacks und einmal TOSLink dazu. ASRock hat selbst an eine anständige WLAN- und Bluetooth-Lösung gedacht, die bei diesem Board inklusive ist.

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Das ASRock X99E-ITX/ac in der Übersicht.

ASRock dürfte es nicht leicht gefallen sein, das X99E-ITX/ac zu designen. Alleine der Sockel LGA2011v3 nimmt schon eine Menge Platz ein. Dazu mussten dann auch noch DDR4-Speicherbänke (in diesem Fall zwei Stück), vier SATA-6GBit/s-Ports, der PCIe-3.0-x16-Slot und zwei kleine Kühlkörper auf dem kleinen Mini-ITX-PCB untergebracht werden. Farblich haben sich die Taiwaner an der Extreme-Serie orientiert, sprich blau-schwarz. So wurden die beiden DDR4-Speicherbänke und die beiden Kühlkörper in blau gehalten. Lediglich die Stromanschlüsse und der PCIe-3.0-x16-Steckplatz sind schwarz.

Die Spezifikationen

Und diese technischen Eigenschaften bringt das X99E-ITX/ac mit.

Die Daten des ASRock X99E-ITX/ac in der Übersicht
Mainboard-Format Mini-ITX
Hersteller und
Bezeichnung
ASRock
X99E-ITX/ac
CPU-Sockel LGA2011-v3 (OC-Sockel)
Straßenpreis ca. 311 Euro
Homepage http://www.asrock.de/
Northbridge-/CPU-Features
Chipsatz Intel X99 Express Chipsatz
Speicherbänke und Typ 2x DDR4 (Dual-Channel)
Speicherausbau max. 32 GB (mit 16-GB-DIMMs)
SLI / CrossFire -
Onboard-Features
PCI-Express

1x PCIe 3.0 x16 (x16)

PCI -
Serial-ATA-, SAS- und 
ATA-Controller

4x SATA 6G (mit RAID 0, 1, 5, 10) über Intel X99
1x SATA Express 10 GBit/s über Intel X99
1x eSATA 6G über Intel X99
1x M.2 mit 32 GBit/s

USB 2x USB 3.1 (2x Typ A am I/O-Panel) über ASMedia ASM1142
6x USB 3.0 (4x am I/O-Panel, 2x über Header) über Intel X99
4x USB 2.0 (2x am I/O-Panel, 2x über Header) über Intel X99
Grafikschnittstellen -
WLAN / Bluetooth Wi-Fi 802.11a/b/g/n/ac Dual-Band, Bluetooth 4.0
Thunderbolt -
LAN

1x Intel I218-V Gigabit-LAN
1x Intel I211-AT Gigabit-LAN

Audio 8-Channel Realtek ALC1150 Audio Codec

Durch den beiliegenden CPU-Kühler ist die Verpackung etwas breiter als bei den anderen Mini-ITX-Mainboards. Optisch wurde der Karton dunkel gehalten. Oben links ist das ASRock-Logo aufgedruckt, rechts dagegen wird ganz groß auf das USB-3.1-Feature hingewiesen. In der Mitte ist die Platine an sich mit der WLAN-Antenne und dem CPU-Kühler abgebildet. An der Unterseite sind die Modellbezeichnung und viele Features zu sehen.

Das mitgelieferte Zubehör

Folgendes Zubehör ist im Inneren des Kartons zu finden:

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Soviel Zubehör sieht man bei einem Mini-ITX-Mainboard selten. So packt ASRock nicht nur das I/O-Panel, das Mainboard-Handbuch inklusive Support-Datenträger und die Software-Setup-Guide in den Karton, sondern hat auch noch weiteres Zubehör, wie zwei SATA-Kabel, das WLAN- und Bluetooth-Modul inklusive WLAN-Antenne und zwei Schrauben, zwei Antennenkabel, ein Wasserkühlung-Mounting-Kit für ausgewählte (All-in-One)-Wasserkühler, ein USB-3.0-Header-zu-USB-2.0-Header-Adapter und eine Schraube für den M.2-Slot mit dazugelegt. Als besonderes Zubehör gilt der CPU-Kühler und der passende Lüfter, den wir uns später noch genauer anschauen werden.


Der X99-Chipsatz wurde auf den technischen Stand des aktuellen Z97-PCHs gebracht, bringt allerdings vier weitere native SATA-6G-Ports mit. Identisch ist dagegen die Bereitstellung von sechs USB-3.0-Schnittstellen. Auch bietet die Southbridge weiterhin maximal acht PCIe-2.0-Lanes, die sehr knapp werden können, vorwiegend bei teureren High-End-Platinen.

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Sechs Spulen versorgen die eingesetzte Sockel-LGA2011v3-CPU.

Egal, welche Haswell-E(P)-CPU in dem Sockel platziert wird, sie wird von sechs "Premium 60A Power Chokes" angetrieben, die wiederum von insgesamt sechs Fairchild FDMF5821DC-"60A-Dual-Cool-DrMOS"-MOSFETs ihre Energie erhalten. Die Einspeisung selbst erfolgt über den 8-poligen ATX-+12V-Stromanschluss.

Dicht neben dem CPU-Sockel wurden die beiden DDR4-Speicherbänke positioniert, die im Höchstfall 32 GB an Arbeitsspeicher aufnehmen können. ASRock gibt die Steckplätze bis zu einer effektiven Taktfrequenz von 3.200 MHz frei. Wer das nötige Kleingeld besitzt, kann auch einen Intel-Xeon-E5-Prozessor einsetzen, DDR4-ECC-RDIMMs werden zu diesem Zweck ebenfalls unterstützt. Da es bei den beiden DDR4-Slots geblieben ist, deutet dies selbstverständlich auf das Dual-Channel-Interface hin. Theoretisch hätte es ASRock wie beim bereits vorgestellten EPC612D4I lösen können, indem vier DDR4-SO-DIMM-Bänke verlötet werden, sodass das Quad-Channel-Interface erhalten bleibt.

Über das ganze PCB wurden "12K Platinum"-Kondensatoren von der Firma Nichicon verlötet, die selbst bei sehr hohen Temperaturen mindestens 12.000 Stunden durchhalten sollen.

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Ein PWM-Controller von Intersil übernimmt das Kommando über die sechs Spulen.

Wie auf dem Bild zu erkennen ist, handelt es sich beim PWM-Controller um den Intersil ISL6379, der bei vielen aktuellen ASRock-Platinen zum Einsatz kommt. Da er höchstens sechs Phasen bzw. Spulen steuern kann, ist er eine ideale Wahl für das X99E-ITX/ac.

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Der OC-Sockel ist mit von der Partie.

Das Exklusivnutzungsrecht von ASUS für den OC-Sockel ist nun nicht mehr gültig und auch die anderen Mainboard-Hersteller dürfen offiziell den OC-Sockel verbauen. Dies hat ASRock beim X99E-ITX/ac auch getan. Die zusätzlichen Pins sind im Sockel zu finden. Ob dies für einen Vorteil beim CPU-Overclocking ausreicht, wird sich zeigen müssen. Ebenfalls ist das Narrow-ILM-System (Independent Loading Mechanism) zu sehen. Anders als bei den regulären X99-Mainboards betragen die Abstände der Gewinde 94 x 56 mm, sodass die meisten CPU-Kühler mit Sockel-LGA2011(v3)-Unterstützung nicht kompatibel sind. Sie verwenden in der Regel das Square-ILM-System mit einem Lochabstand von 80 x 80 mm.

Genau aus diesem Grund hat ASRock auch einen passenden CPU-Kühler mit dem Narrow-ILM-System beigelegt, damit das System generell genutzt werden kann. Einige Kühler-Hersteller bieten Kühler mit Narrow-ILM-Unterstützung an, sodass explizit darauf geachtet werden muss, wenn das ASRock X99E-ITX/ac angeschafft wird.

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Eine dedizierte Grafikkarte kann auf dem ASRock X99E-ITX/ac Platz nehmen.

Multi-GPU ist bei einem Mini-ITX-Mainboard natürlich nicht möglich (von Dual-GPU-Grafikkarten abgesehen), doch kann zumindest eine potente Grafikkarte auf das Board gesteckt werden. Das Maximum, anhand einer Single-GPU-Grafikkarte, wäre aktuell gesehen eine NVIDIA GeForce GTX Titan X. Die jeweilige eingesetzte Grafikkarte wird mit 16 PCIe-3.0-Lanes von der Haswell-E(P)-CPU versorgt.

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Ausreichend Storage-Schnittstellen sind mit an Bord.

Der Intel-X99-Chipsatz kann natürlich mehr Anschlüsse verkraften, doch sind es aufgrund des Mini-ITX-Formats "nur" vier SATA-6GBit/s-Ports, eine SATA-Express-Schnittstelle mit 10 GBit/s und eine eSATA-6G-Buchse am I/O-Panel. Als Bonus kommt noch der M.2-Anschluss obendrauf, der mit vier PCIe-3.0-Lanes (32 GBit/s) an die LGA2011v3-CPU gekoppelt ist. In ihm lässt sich ein Modul mit einer Länge von 4,2 cm, 6 cm und 8 cm unterbringen. Rechts neben der SATA-Express-Schnittstelle ist auch der USB-3.0-Header zu sehen, von dem aus sich zwei USB-3.0-Buchsen an die Gehäusefront verlegen lassen.

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Das I/O-Panel beim ASRock X99E-ITX/ac.

Umfangreich fällt das I/O-Panel aus. An ihm befinden sich vier USB-3.0-, jeweils zwei USB-3.1- und USB-2.0-Buchsen, zwei Gigabit-LAN-Ports, ein eSATA-6GBit/s-Anschluss sowie fünf analoge Audio-Jacks und ein TOSLink-Anschluss. Auch ist ein CMOS-Clear-Button vertreten, über den die BIOS-Standard-Parameter geladen werden können.


Es geht mit dem USB-3.1-Controller weiter:

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Dank dem ASM1142 erhält das X99E-ITX/ac die USB-3.1-Unterstützung.

Der X99-PCH kann nativ keine USB-3.1-Anschlüsse bereitstellen, sodass ASRock auf einen Zusatzchip zurückgreifen muss. Es ist der ASMedia ASM1142 geworden, der mit zwei USB-3.1-Schnittstellen bereits vollständig belegt ist. Durch ihn ist eine theoretische Transferrate von 10 GBit/s möglich, die doppelt so hoch liegt wie in der USB-3.0-Spezifikation. ASRock hat auch einen USB-3.0-Header-zu-USB-2.0-Header in den Karton gelegt, da nicht alle Mini-ITX-Gehäuse über Front-USB-3.0-Anschlüsse verfügen.

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Der ALC1150 kümmert sich um den Sound.

Der weit verbreitete Realtek ALC1150, stellt 8+2 Kanäle bereit und kommt auf einen Front-DAC von 115 dB SNR. Non-Front sind es 96 dB SNR. Dazu wurde noch ein NE5532 von Texas Instruments mit einbezogen der als 600 Ohm starker Kopfhörerverstärker eingesetzt wird. Somit lassen sich auch Kopfhörer/Headsets mit einer sehr hohen Impedanz nutzen. Vier Audio-Kondensatoren von Nichicon sollen zudem das Klangbild positiv beeinflussen.

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Als SuperI/O-Chip wurde einer von Nuvoton verwendet.

Der Nuvoton NCT6791D ist für die Überwachung der Temperaturen, Spannungen und Lüftergeschwindigkeiten zuständig. Durch ihn lassen sich auch die Lüftergeschwindigkeiten manuell anpassen.

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Der Intel-I211-AT befindet sich auf der PCB-Frontseite...
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...und der Intel-I218-V-Netzwerkcontroller auf der PCB-Rückseite.

Als eines der wenigen Mini-ITX-Platinen bringt das ASRock X99E-ITX/ac gleich zwei Gigabit-LAN-Buchsen mit, die auch via Teaming zusammengeschaltet werden können. Beide einzeln kommen im Höchstfall auf einen Datendurchsatz von 1 GBit/s und beherrschen auch den Wake-on-LAN-Befehl.

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Dieser Mini-PCIe-Slot ist für das WLAN- und Bluetooth-Modul gedacht.

Nahe des I/O-Panels ist auch noch dieser Mini-PCIe-Steckplatz verlötet worden. In ihm wird das mitgelieferte WLAN- und Bluetooth-Modul installiert.

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Das ASRock X99E-ITX/ac nochmal in der Übersicht.

Gerade beim sehr kleinen Mini-ITX-Format ist es für jeden Mainboard-Hersteller schwierig, ein gutes Layout zu erschaffen. Der größte Kritikpunkt kann zunächst bei den beiden DDR4-DIMM-Speicherbänken festgehalten werden. Dadurch ist nun mal kein Quad-Channel-Interface drin, sondern lediglich der Dual-Channel-Mode. Dieser wird sich nicht weniger in allen Disziplinen negativ bemerkbar machen, dennoch hätte ASRock, wie beim EPC612D4I-Server-Mainboard auf vier DDR4-SO-DIMMs setzen können. Höchstwahrscheinlich hat sich ASRock aufgrund der mangelnden Verfügbarkeit von ungepufferten Non-ECC-DDR4-SO-DIMMs für zwei DDR4-DIMM-Slots entschieden. Somit ist es für den Endanwender einfacher, die passenden DDR4-Module zu finden. 

Insgesamt lassen sich bis zu drei Lüfter anklemmen. Dafür sorgen drei 4-Pin-FAN-Header. Von diesen lassen sich glücklicherweise alle manuell regeln. Im BIOS stehen die Modi "Silent Mode", "Standard Mode", "Performance Mode" und "Full Speed" zur Verfügung. Reichen die vordefinierten Profile nicht aus, können manuelle Einstellungen vorgenommen werden, wenn "Customize" aktiviert wird. So lassen sich vier Temperatur/Lüftergeschwindigkeitsstufen und eine kritische Temperaturgrenze festlegen.


Ein mehr oder weniger großer Nachteil ist ganz klar das Narrow-ILM-System (94 x 56 mm Lochabstand), das aus Platzgründen beim ASRock X99E-ITX/ac zum Einsatz kommen musste. Dies hat jedoch zur Folge, dass der Großteil der am Markt verfügbaren CPU-Kühler nicht kompatibel ist, obwohl sie offiziell den Sockel LGA2011(v3) unterstützen. Dies liegt daran, dass im Consumer-Segment eigentlich nur das Square-ILM-System (80 x 80 mm Lochabstand) verwendet wird und sich die bekannten Kühler-Hersteller verstärkt auf dieses System konzentrieren, was verständlich ist.

Damit sich die Käufer des ASRock X99E-ITX/ac nicht sofort auf die Suche nach einem passenden, alternativen CPU-Kühler mit Narrow-ILM-Unterstützung begeben müssen, hat ASRock einen kompatiblen CPU-Kühler mit in den Karton gelegt, den wir auch im Test verwendet haben. Werfen wir also einen genauen Blick auf den Kühler.

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Der CPU-Kühler im Detail.

Folgende technischen Eigenschaften besitzt der CPU-Kühler:

Spezifikationen des CPU-Kühlers
KühlernameDynatron R24
Straßenpreis bei Release etwa 34 Euro
Homepage

http://www.dynatron-corp.com

Maße 6,7 cm (B) x 8,4 cm (H) x 11,2 cm (T)
Material

Bodenplatte: Aluminium mit direktem Heatpipe-Kontakt
Heatpipes: Kupfer
Kühlrippen: Aluminium

Kühlertyp Side-Blow-Kühler
Serienbelüftung 1x 60 mm Top Motor DF126028BL-PWMG
Sockel Intel: 2011(v3) (Narrow-ILM)
Gewicht 400 Gramm
Herstellergarantie 1 Jahr (limitiert)

Der beiliegende CPU-Kühler ist keine Sonderanfertigung, sondern der R24-Kühler aus dem Hause Dynatron. Er wurde primär für den Server-Bereich entwickelt und ist ausschließlich mit dem Sockel LGA2011(v3) nach dem Narrow-ILM-System kompatibel und daher bestens für das ASRock X99E-ITX/ac geeignet. An dem Kühlkörper kann der beiliegende 60-mm-Lüfter des Typs "Top Motor FD126028BL-PWMG" einfach drangeklipst werden. Der Kühler an sich wird mit vier Schrauben an den Gewinden befestigt. Der Lüfter besitzt einen 4-poligen PWM-FAN-Anschluss, was also bedeutet, dass er glücklicherweise nicht dauerhaft mit seiner maximalen Drehzahl von etwa 7.000 Umdrehungen pro Minute zu Werke gehen muss. CPUs mit einer maximalen TDP von 160 Watt kann der Kühler herunterkühlen, was für die Größe schon beachtlich ist.

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Der CPU-Kühler im Detail.

Der Kühlerboden besteht aus Aluminium und aus vier durchgezogenen Heatpipes, die direkten Kontakt mit der Sockel-LGA2011v3-CPU aufnehmen und somit die Wärme schneller ableiten können. Selbst das manuelle Auftragen der Wärmeleitpaste wird dem Anwender erspart, denn es befindet sich bereits ein Wärmeleitpad am Kühlerboden, das während der Montage gleichmäßig über die CPU verteilt wird.

Der CPU-Kühler in der Praxis

Für den (offenen) Testaufbau haben wir die bereits angebrachte Wärmeleitpaste verwendet. Nachdem wir die BIOS-Version "P1.10" geflasht hatten, drehte sich der 60-mm-Lüfter mit den Standardeinstellungen im BIOS mit ziemlich schnellen und deutlich hörbaren 4.750 Umdrehungen pro Minute. Wird der Full-Speed-Modus aktiviert, erinnert die 7.670-UPM-Geräuschkulisse an eine Turbine, dessen Modus wir einzig für den Overclocking-Test aktiviert haben. Abhilfe schafft hierbei der Silent-Modus, wodurch sich der Lüfter mit fast lautlosen 1.980 Umdrehungen pro Minute dreht. Wenn das System mit Prime95 unter Volllast gesetzt wurde, wurde der Lüfter zwar mit einer höheren Drehzahl bewegt, doch hielt sich die Lautstärke noch in Grenzen. Alternativ kann die Lüfterkurve natürlich auch manuell nach den eigenen Wünschen angepasst werden.

Auch zu den Temperaturen haben wir einige Informationen. Die acht Kerne des Core i7-5960X erreichten mit Standardeinstellungen im Idle zwischen 32 und 35 Grad Celsius. Unter Last (Prime95) stiegen die Temperaturen noch auf annehmbare 70 Grad Celsius. Etwas hitzig, aber noch im grünen Bereich lagen die Temperaturen beim Overclocking-Test. Durch den höheren Takt und der höheren CPU-Spannung hatte der kleine Kühler weit mehr Arbeit. Während der Lüfter mit maximalen Drehzahlen einen ordentlichen Krach veranstaltete, lagen die Temperaturen der CPU-Kerne bei über 80 Grad Celsius. 4,3 GHz bei einer Spannung von 1,275 Volt wollen auch erst einmal heruntergekühlt werden. Natürlich ist der Kühler für derartige Zwecke nicht geeignet. Deswegen muss man ihm hoch anrechnen, dass er den Core i7-5960X trotz Overclocking außerhalb des roten Temperatur-Bereichs runterkühlen konnte, wenn auch mit viel Lärm.


BIOS

Das ASRock X99E-ITX/ac hat uns bereits mit der Beta-BIOS-Version "L0.33Q" erreicht, sodass wir in diesem Fall das First-Release-BIOS "P1.10" installiert haben. Der komfortabelste Weg geht direkt über das UEFI mit dem Instant-Flash-Tool.

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Die UEFI-Oberfläche beim ASRock X99E-ITX/ac.

Farblich wurde das UEFI von ASRock natürlich an die Extreme-Serie angepasst. Unverändert verzichten die Taiwaner generell auf eine Übersichtsseite, wie beispielsweise den "EZ-Mode" von ASUS. Anders als zunächst beim ASRock X99X Killer fehlt hier auch die "My Favorite"-Funktion nicht. Mit diesem Feature können durch den Anwender sämtliche Funktionen aus dem UEFI, die am meisten verwendet werden, zur "My Favorite"-Liste hinzugefügt werden. Anders als es ASUS gelöst hat, wurde kein eigenständiger Reiter erstellt, sondern nur ein Menüpunkt auf der "Main"-Seite. Auch die Art, wie die Funktionen hinzugefügt werden, ist unterschiedlich. Zunächst einmal muss die Funktion selektiert werden, welche in die Liste aufgenommen werden soll. Oben rechts auf dem Bild befindet sich unterhalb des "Exit"-Reiters eine Schaltfläche "My Favorite". Und davor wird ein Stern angezeigt, der lediglich angeklickt werden muss.

Die restliche Struktur bleibt unverändert. Erste Infos wie die BIOS-Version, das installierte Prozessor-Modell und auch die Arbeitsspeicher-Kapazität inkl. Modulverteilung. Zudem hat der Anwender die Möglichkeit festzulegen, welcher Reiter beim Aufrufen der UEFI-Oberfläche angezeigt werden soll. Unter "OC Tweaker" findet der Anwender sämtliche Overclocking-Funktionen. Statt die meisten Funktionen auf einer Seite zu lassen, wurden sie in vier Menüpunkte aufgeteilt: CPU Configuration, DRAM Configuration, FIVR Configuration und Voltage Configuration. Alle gewählten Einstellungen können auf insgesamt fünf verfügbaren Profilplätzen gesichert werden. Die Profile lassen sich auf einen USB-Stick sichern und auch wieder ins UEFI importieren. Auf der "Advanced"-Seite kann, wie immer, auf die Einstellungen zugegriffen werden, die sich auf die Onboard-Komponenten beziehen. Weiterhin werden jedoch auch die bereits bekannten Tools angeboten: System Browser, Online Management Guard, UEFI Tech Service, Easy RAID Installer und Easy Driver Installer. Das UEFI kann wahlweise per Instant-Flash oder per Internet-Flash auf die aktuelle Version gebracht werden. Insgesamt lassen sich drei Profile abspeichern, die auch exportiert und importiert werden können.

Mithilfe des Hardware-Monitors erhalten wir stets einen Überblick über die anliegende CPU- und Mainboard-Temperatur, über die Spannungen und Lüfterdrehzahlen und können letztere auch beeinflussen. Im Anschluss folgt der "Security"-Reiter, bei dem das UEFI beispielsweise mit einem Kennwort geschützt werden kann, um unbefugten Zugriff zu verhindern. Die Boot-Settings werden ebenfalls separat einquartiert. Auf dieser Seite werden die Boot-Prioritäten und andere zum Starten relevanten Einstellungen festgelegt. Last but not least sind noch die beiden Punkte "Boot" und "Exit" an Ort und Stelle.

Wir haben am UEFI nichts auszusetzen. Die Steuerung durch die Menüs mit Maus und/oder Tastatur ist von ASRock sehr angenehm ausgeführt worden. Wie es sein soll, wurden zudem alle Einstellungen konsequent umgesetzt und wir hatten auch in dieser Richtung nichts zu bemängeln. Auch war die Stabilität absolut hervorragend.

 

Overclocking

Das Übertakten ist auch bei mit dem kleinen X99E-ITX/ac möglich. So hat das Board sechs Spulen erhalten, die von "DrMOS"-MOSFETs angetrieben werden. Im UEFI halten sich dafür wieder jede Menge Overclocking-Funktionen bereit, mit denen der Anwender frei experimentieren kann.

Das UEFI erlaubt beim Basistakt eine Veränderung von 96 MHz bis 300 MHz in 0,1-MHz-Schritten. Bei der CPU-Spannung darf sich der Anwender zwischen dem Override, Adaptive und Offset-Modus entscheiden. Auch ist eine Kombination mit Override+Offset und Adaptive+Offset möglich. Währenddessen die ersten beiden Spannungen von 0,800 Volt bis 2,000 Volt bewegt werden können, sind es beim Offset-Modus -0,500 Volt bis +0,500 Volt. In allen drei Fällen betragen die Intervalle feine 0,001 Volt. Alle weiteren Spannungen sind in der folgenden Tabelle ersichtlich.

Die Overclocking-Funktionen des ASRock X99E-ITX/ac in der Übersicht
Base Clock Rate 96 MHz bis 300 MHz in 0,1-MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,800 V bis 2,000 V in 0,001-V-Schritten (Override- und Adaptive-Modus)
-0,500 V bis +0,500 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 0,900 V bis 1,500 V in 0,020-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-VCCIN-Spannung 1,200 V bis 2,300 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
-0,600 V bis +0,400 V in 0,010-V-Schritten (Offset-Modus)
CPU-Ring-Spannung

0,800 V bis 2,000 V in 0,001-V-Schritten (Override- und Adaptive-Modus)
-0,500 V bis +0,500 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)

CPU-SA-Spannung -0,300 V bis +0,600 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)
CPU-IO-Analog/Digital-Spannung 0,900 V bis 1,350 V in 0,050-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCH-Core-Spannung 0,900 V bis 1,350 V in 0,050-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen DRAM Activation Power Supply
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 40 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
Weitere Besonderheiten

UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE (C6/C7), EIST
Turbo-Modus (All Cores, By number of active cores),
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und vier optionale Fans, Short Duration Power Limit,
Long Duration Maintained, Long Duration Power Limit, Primary Plane Current Limit
CPU Load-Line Calibration (LvL 1-5)

Leider war es nicht möglich, den Core i7-5960X mit einer Taktfrequenz von 4,4 GHz stabil zu betreiben. Selbst 1,350 Volt haben nicht ausgereicht. Demnach haben wir den Multiplikator um eine Stufe herabgesetzt und die Spannung ermittelt, mit der das System arbeiten konnte. Als wir schließlich bei 1,275 Volt angelangt sind, haben wir bereits die passende Spannung erreicht. Weniger hätte es nicht sein dürfen.

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Bestes Ergebnis mit dem 1.0-Strap: 4,3 GHz bei 1,274 Volt

Auch wenn das Ergebnis nicht gänzlich negativ ausgefallen ist, so ist es dennoch etwas schlechter als der Durchschnitt aller getesteten X99-Mainboards. Für das kleine Mini-ITX-Mainboard ist die Leistung dennoch nicht zu verachten.

Auch bei der Haswell-E-Plattform werfen wir einen Blick auf das RAM-Overclocking. Zu diesem Zweck verwenden wir beim ASRock X99E-ITX/ac zwei DIMMs mit jeweils 4 GB Speicherkapazität des Typs "G.Skill RipJaws4 DDR4-3000". Im ersten Test kontrollieren wir die Funktionalität des XMP und im zweiten den Betrieb ohne Verwendung des XMP-Features.

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Die XMP-Funktion wird korrekt vom System umgesetzt.
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Ohne XMP konnten wir minimal schärfere Latenzen festlegen.

Anders als bei den anderen ASRock-X99-Mainboards, funktionierte die Aktivierung des Extreme-Memory-Profiles ohne Probleme. Aber auch mit manuellen Einstellungen und schärferen Latenzen lief das kleine Board problemlos.

A-Tuning-Utility

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ASRocks A-Tuning-Utility.

ASRock gibt aber auch noch eine Software mit auf den Weg, die sich für den einen oder anderen Käufer durchaus als nützlich erweisen könnte. Sie hört auf den Namen "A-Tuning". Mit ihr können Dinge wie der Operation-Modus eingestellt werden. Die Software bietet die drei Modi "Performance Mode", "Standard Mode" und "Power Saving". Ebenfalls enthalten sind Features wie XFast RAM, FAN-Tastic Tuning und der Dehumidifier (Entfeuchter). Generell kann das System auch von diesem Utility aus übertaktet werden und bietet die entsprechenden Regler für den CPU-Multiplikator, die BCLK-Frequenz und die dazugehörigen Spannungen. Unter dem Punkt "System Info" verbirgt sich eine Übersichtsseite, die Informationen wie die aktuell anliegende CPU-Taktfrequenz, die Spannungen, die Temperaturen und auch die Lüftergeschwindigkeiten preisgibt. Ebenfalls dabei ist der "System Browser", auf dem komfortabel gecheckt werden kann, welche Komponenten zu aktuellem Zeitpunkt installiert sind. Neu implementiert ist auch ein Menüpunkt für das neue "HDD-Saver"-Feature.

In der folgenden Bildergalerie lassen sich alle BIOS- und A-Tuning-Screenshots einsehen:

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Mit diesem Testsystem haben wir das ASRock X99E-ITX/ac getestet:

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz.

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version.

Seit der Einführung der Nehalem-Prozessoren und der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 2.133 MHz und 15-15-15-35 2T - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim ASRock X99E-ITX/ac ist allerdings alles so, wie es zu erwarten wäre: Die Turbo-Modi laufen korrekt und auch keine versteckte Übertaktung ist aktiv.

Wir testen allerdings nur noch sechs Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2011, 3DMark 2013, SuperPi 8M, Cinebench R11.5, Cinebench R15 und Sisoft Sandra 2014 Memory Benchmark:

3DMark 2013

Fire Strike

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

3DMark 2011

Performance-Mode

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R11.5 CPU

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R15 CPU

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

SiSoft Sandra 2014

Memory Benchmark

Bandbreite in GB/s
Mehr ist besser

SuperPi 8M

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Bis auf die Speicherbandbreite sind keine spürbaren Unterschiede festzuhalten. Aufgrund des Dual-Channel-Interfaces waren es lediglich 25,76 GB/s. Daher ist ein Leistungseinbruch überwiegend bei Anwendungen zu erwarten, die auf eine hohe Speicherbandbreite angewiesen sind.

Auch weiterhin werden wir die Bootzeit protokollieren. Wir messen die Zeit in Sekunden, wie lange das Mainboard benötigt, um alle Komponenten zu initialisieren und mit dem Windows-Bootvorgang beginnt.

Bootzeit

Vom Einschalten bis zum Windows-Bootvorgang

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Überraschend zügig verlief es beim Startvorgang. Das ASRock X99E-ITX/ac benötigte nur 15,72 Sekunden für die Initialisierung der Komponenten.


Neben der wichtigen Performance ist auch der Stromverbrauch des heimischen PCs kein unwichtiges Kriterium. Was man häufig unterschätzt, ist die Tatsache, dass selbst die verschiedenen Mainboard-Modelle der zahlreichen Hersteller unterschiedlich viel Strom aus der Steckdose ziehen. Ein Grund dafür sind die verschieden eingesetzten BIOS-Versionen, die teilweise die von Intel referenzierten Stromsparmechanismen schlecht oder gar falsch umsetzen oder dass Onboardkomponenten sich eigentlich deaktivieren sollten, wenn diese entweder durch dedizierte Hardware ersetzt wurden oder einfach nicht verwendet werden. Darüber hinaus kann aber manchmal auch die Stromversorgung verantwortlich gemacht werden, wenn unter Default Settings mehr Energie zur Verfügung gestellt wird, als eigentlich benötigt wird. Genau deswegen spielt die Effizienz eine wichtige Rolle. Wenn die Effizienz der Stromversorgung nun also schlecht ausfällt, wird mehr Strom verbraucht. Zu unterschätzen ist hierbei aber auch die Software nicht, sodass sie ebenfalls gut abgestimmt sein muss, damit eine zufriedenstellende Effizienz gegeben ist.

Das ASRock X99E-ITX/ac hat wenige Zusatz-Controller erhalten. Zwei LAN-Controller, ein USB-3.1-Controller und ein Audio-Codec tragen ihren Teil zum Stromverbrauch bei.

Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 11.5 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-spanTest, Vollauslastung). Die jeweiligen Werte entsprechen dem System-Gesamtverbrauch.

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Für den ersten Test sind die Default Settings aktiv, sodass der Großteil der Onboardkomponenten bereits aktiviert ist. Die Grafikausgabe erfolgt über die Radeon HD 7850. Wie bereits weiter oben geschrieben, sind alle Stromspar-Features eingeschaltet, was mit den Werten einer manuellen Konfiguration scheinbar gut umgesetzt wurde.

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Im Leerlauf verbrauchte das Gesamtsystem lediglich 44,8 Watt und liegt mit dem hauseigenen X99 Extreme3 fast gleichauf. Kein Wunder: Es sind auch zwei Speicherriegel weniger in Betrieb. 

Leistungsaufnahme

Cinebench R11.5 CPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Bereits unter Teillast konnte sich das ASRock X99E-ITX/ac die Führung mit 158,1 Watt ausbauen. 

Leistungsaufnahme

Prime95

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Einen weitaus größeren Vorsprung erreichte die Platine mit Prime95 unter Volllast. Das Strommessgerät zeigte 164,7 Watt an und liegt damit genau 15,5 Watt vor dem Gigabyte GA-X99M-Gaming 5.

Spannungen (Prime95)

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Die CPU-Spannung lag unter Last bei 1,062 Volt.

 

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sämtliche USB-3.0- und SATA-Controller sind hier beispielsweise deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber alle energiesparenden Features werden zusätzlich manuell aktiviert. Die Radeon HD 7850 ist weiterhin die primäre Grafikkarte.

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Wir konnten zwar nur den zweiten Gigabit-LAN-Port deaktivieren, doch dies genügte bereits, um den Idle-Verbrauch um 0,8 Watt auf nun mehr 44 Watt zu senken.

Leistungsaufnahme

Cinebench R11.5 CPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

0,9 Watt weniger waren es mit dem Cinebench-Lauf. Der Unterschied zum nächstgelegenen Gigabyte GA-X99M-Gaming 5 liegt bei 3,3 Watt.

Leistungsaufnahme

Prime95

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Auch mit Prime95 wurden 0,9 Watt weniger aus der Steckdose gezogen, sodass der Verbrauch nun bei 163,8 Watt liegt.

Spannungen (Prime95)

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Bei der CPU-Spannung gab es keine Veränderung.

Für ein (kleines) X99-System hält sich die Leistungsaufnahme positiv in Grenzen, was sowohl für den Leerlauf als auch für die beiden Last-Zustände gilt. Natürlich wird dies im Vergleich zu den anderen Mainboards begünstigt durch die geringere Anzahl an DDR4-Modulen. 


USB-3.1-Performance

Das ASRock X99E-ITX/ac stellt zwei der neuen Schnittstellen bereit, die über den ASMedia ASM1142-USB-3.1-Hostcontroller zu Werke gehen. Bei nun theoretischen 10 GBit/s Bandbreite bedeutet es gleichzeitig, dass es nicht leicht wird, ein Laufwerk zu finden, mit dem diese Leistung auch abgerufen und vor allem bis ans Limit getrieben werden kann. In der Theorie wäre dies bereits mit einem schnellen M.2-Solid-State-Modul möglich, doch fürs Erste müssen zwei (m)SATA-6GBit/s-SSDs im RAID-0-Verbund herhalten, damit die neue Schnittstelle getestet werden kann.

Für den Test setzen wir eine USB-3.1-Lösung von ASUS ein. In einem externen Gehäuse arbeiten zwei mSATA-6GBit/s-Module im RAID-0-Verbund. Zusätzlich haben wir mit dem ASRock-XFast-USB-Tool den Turbo-Modus aktiviert.

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Die USB-3.1-Performance beim ASRock X99E-ITX/ac
über den ASM1142 unter Windows 7 SP1.

Anfänglich fluktuierten die Messergebnisse, später jedoch pendelten sie sich bei knapp über 600 MB/s im Schreiben und bis zu 651 MB/s im Lesen ein. Zwar wurde die USB-3.0-Spezifikation deutlich übertroffen, allerdings kann sie mit einigen ASUS-Platinen nicht mithalten.

 

USB-3.0-Performance

An USB-3.0-Anschlüssen bietet das X99E-ITX/ac insgesamt sechs Stück. Vier der Schnittstellen sind am I/O-Panel anzutreffen, die anderen zwei über einen Header. Wir nutzen weiterhin das USB-3.0-Gehäuse S3510BMU33T von Star Tech für unsere USB-3.0-Tests. Dank interner SATA-6G- und USB-3.0-UASP-Unterstützung (USB Attached SCSI Protocol) erzielen wir somit deutlich bessere Ergebnisse. In Verbindung mit dem neuen USB-3.0-Gehäuse verwenden wir weiterhin die SanDisk Extreme mit 120 GB-Speicherkapazität.

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Die USB-3.0-Performance beim ASRock X99E-ITX/ac.
(nativ über den X99-PCH).

Bei der Schreibrate gab es bei um die 300 MB/s wenig zu beanstanden. Ernüchternd fiel allerdings die Leserate mit höchstens 219 MB/s aus.

 

SATA-6G-Performance

ASRock hat das X99E-ITX/ac mit vier SATA-6G-Ports und eine SATA-Express-Schnittstelle ausgestattet. Für den Test verwenden wir ebenfalls die SanDisk Extreme 120, die wir natürlich direkt an die SATA-Ports anklemmen.

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Die SATA-6G-Performance beim ASRock X99E-ITX/ac.
(nativ über den X99-PCH).

Auch mit anfänglichem Schluckauf stimmte die Leistung ab der zweiten Hälfte. Das SSD wurde mit 555 MB/s im Lesen und maximal 521 MB/s im Schreiben ordentlich unter Last gesetzt.

 

M.2-Performance

Wir testen auch weiterhin die M.2-Leistung. Der Vorteil bei der X99-Plattform ist natürlich, dass der M.2-Steckplatz in den meisten Fällen mit vier PCIe-3.0-Lanes an die CPU angebunden ist, wodurch die theoretische Bandbreite auf 32 GBit/s anwächst. Das Problem an der Sache ist allerdings, dass es bisher noch keine M.2-SSDs gibt, die diese Bandbreite ausreizen können. Dennoch lässt sich mit einigen aktuell am Markt befindlichen M.2-SSDs feststellen, ob zumindest mehr als 10 GBit/s übertragen werden. Für diesen Test setzen wir daher die Samsung SSD XP941 mit 512-GB-Speicherkapazität ein, die auf eine Länge von 8 cm kommt und von Samsung mit 1.170 MB/s lesend und 950 MB/s schreibend spezifiziert wurde. Als Schnittstelle nutzt das Solid State Module den M.2-16-GBit/s-Standard, was vier PCIe-2.0-Lanes entspricht.

Der M.2-Steckplatz auf dem Board ist mit vier PCIe-3.0-Lanes an den Haswell-E-Prozessor angebunden und kann theoretisch auf 32 GBit/s kommen, also umgerechnet 3,94 GB/s.

ATTO USB3 small
Die M.2-Performance beim ASRock X99E-ITX/ac.
(über vier PCIe-3.0-Lanes von der Haswell-E-CPU).

Das Samsung-Solid-State-Module konnte wieder freien Lauf lassen und erreichte einen Datendurchsatz von 1.083 MB/s lesend und maximal 1.025 MB/s schreibend. Das kann sich sehen lassen.


Mit dem X99E-ITX/ac von ASRock lässt sich zweifellos ein sehr leistungsstarkes Kleinst-System erstellen. Von den drei Haswell-E-Prozessoren abgesehen kann auch eine Haswell-EP-CPU, wie der Intel Xeon E5-2699v3, auf das kleine Mini-ITX-Mainboard geschnallt werden, sofern die finanzielle Seite keine Rolle spielt. Platzbedingt standen die Taiwaner natürlich vor einigen Herausforderungen. So besitzt das Board lediglich zwei DDR4-DIMM-Speicherbänke, die zwar auch höhere RAM-Taktfrequenzen mitmachen, allerdings durch das Dual-Channel-Interface eine deutlich geringere Speicherbandbreite erreichen. Auch bei der Montageart der CPU-Kühler musste ASRock statt des Square-ILM-Systems (Independent Loading Mechanism) auf das Narrow-ILM-System setzen. Dies hat zur Folge, dass die meisten der erhältlichen CPU-Kühler mit Sockel-LGA2011(v3)-Unterstützung dennoch nicht kompatibel mit dem ASRock X99E-ITX/ac sind. Doch glücklicherweise legt ASRock den Dynatron-R24-Kühler mit in den Karton, womit das System in Betrieb genommen werden kann. Mit den UEFI-Einstellungen lässt sich der beiliegende 60-mm-Lüfter mit angenehmen Drehzahlen betreiben, doch kann der Lüfter mit Full-Speed-Settings mit 7.000 Umdrehungen auch turbinenartigen Krach veranstalten.

Von einer Multi-GPU-Unterstützung, wenn man von einer Dual-GPU-Grafikkarte absieht, kann beim X99E-ITX/ac natürlich keine Rede sein. Trotz alledem fehlt ein PCIe-3.0-x16-Steckplatz nicht, in dem eine schnelle Grafikkarte ihren Platz einnehmen darf. Als eines der wenigen ASRock-Platinen mit Intels X99-Chipsatz kommt beim X99E-ITX/ac der OC-Sockel zum Einsatz, für den ASUS zunächst für sechs Monate ein Exklusivnutzungsrecht hatte. Die eingesetzte CPU wird dabei mit sechs Spulen angefeuert, die wiederum ihre Energie von DrMOS-MOSFETs erhalten. Für den Storage-Bereich haben die Taiwaner vier SATA-6GBit/s-Ports, ein eSATA-6GBit/s-Anschluss, eine SATA-Express-Schnittstelle mit 10 GBit/s und einen M.2-Slot mit 32 GBit/s vorgesehen. Vom M.2-Slot abgesehen arbeitet der Rest nativ mit dem X99-PCH zusammen.

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Mit dazu zählen dürfen sich sechs USB-3.0-, vier USB-2.0- und zwei sehr schnelle USB-3.1-TypA-Schnittstellen. Letztere arbeiten über den ASMedia ASM1142-USB-3.1-Hostcontroller. Mit jeweils einem USB-3.0- und USB-2.0-Header lassen sich die Front-Anschlüsse des Gehäuses verwenden. Bei der Soundausgabe vertraut ASRock auf den Realtek-ALC1150-Audiocodec, der Unterstützung von einem Texas-Instruments-NE5532-Kopfhörerverstärker und vier Audio-Kondensatoren von Nichicon erhält. Bleibt noch die Netzwerkanbindung übrig. Am I/O-Panel befinden sich gleich zwei Gigabit-LAN-Ports, wovon einer über den Intel-I218-V- und der andere über den Intel-I211-AT-Netzwerkcontroller zu Werke geht. Als Alternative bietet sich die kabellose Netzwerkverbindung an, die über die mitgelieferte WLAN-802.11ac- und Bluetooth-4.0-mPCIe-Karte hergestellt werden kann. Für die mPCIe-Karte befindet sich ganz in der Nähe des I/O-Panels ein senkrechter mPCIe-Slot.

Die UEFI-Oberfläche von ASRock hat auch bei dem kleinen Powerzwerg einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Bei der Stabilität gab es keinen Anlass zur Kritik und die Bedienung fällt per Maus und/oder Tastatur absolut angenehm aus. Aber auch die Effizienz lag auf einem hohen Niveau, was für den Leerlauf und für die beiden Last-Zustände gilt. Als einer der negativen Kritikpunkte könnte man auch das fehlende Quad-Channel-Interface gelten lassen. Ähnlich wie beim ASRock EPC612D4I hätte man auch vier DDR4-SO-DIMM-Speicherbänke verlöten können, sodass die Speicherbandbreite dementsprechend hoch bleibt. Die Entscheidung für zwei DDR4-DIMM-Slots könnte darauf beruhen, dass der Markt für DDR4-SO-DIMMs noch nicht groß ausfällt.

Vom Preis her muss sich der Interessent auf mindestens 311 Euro einstellen, der recht hoch angesiedelt ist, wenn man nicht außer Acht lässt, dass für denselben Preis eine sehr gut ausgestattete (E-)ATX-Platine erhältlich ist. Doch kann abseits des CPU-Kaufs beim Erwerb des Arbeitsspeichers etwas Geld eingespart werden, da nur zwei Module benötigt werden. Schlussendlich lässt sich festhalten, dass das X99E-ITX/ac ein sehr interessantes Stück Hardware ist, das sich ASRock da überlegt hat.

Positive Eigenschaften des ASRock X99E-ITX/ac:

Negative Eigenschaften des ASRock X99E-ITX/ac:

Mit einigen Einschränkungen ist ASRock mit dem X99E-ITX/ac ein sehr gutes Produkt gelungen. So wurde eine High-End-Plattform auf ein Mini-ITX-Mainboard gezwängt, mit dem ein sehr leistungsstarkes und extrem kompaktes System kreiert werden kann. Wir belohnen die Idee und die Umsetzung mit dem Technik-Award.

eh asrock x99e-itxac

Alternativen? Das ASRock X99E-ITX/ac ist derzeit das einzige Mini-ITX-Mainboard für die Haswell-E(P)-Prozessoren, sodass es aktuell keine Alternative in diesem Bereich gibt. Anders sieht es hingegen bei den (E-)ATX-Mainboards aus. Für einen Preis von zirka 311 Euro lässt sich bestimmt etwas finden.

 

Persönliche Meinung

Die Präsentation des ASRock X99E-ITX/ac auf der diesjährigen CeBIT war für mich eine Überraschung. Zuvor wurde noch kein Mini-ITX-Mainboard für die Enthusiasten-Plattform gezeigt und veröffentlicht und ich bin gespannt, ob die anderen Mainboard-Hersteller ebenfalls eine Mini-ITX-Platine mit Intels X99-Chipsatz auf den Markt bringen. Bis auf die beiden Kontra-Punkte konnte das ASRock X99E-ITX/ac absolut überzeugen. (Marcel Niederste-Berg)

Preise und Verfügbarkeit
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