ASUS Sabertooth X99 im Test

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IMG 4 logoSeit dem Launch der Haswell-E-Plattform hat ASUS zahlreiche Mainboards auf den Markt gebracht, von denen wir einige bereits getestet haben. Bisher fehlte jedoch ein Modell aus der "The Ultimate Force"-Serie. Zunächst hatte sich das Unternehmen auf die Desktop-Serie konzentriert, zu der das X99-DELUXE gehörte. Dann kam die ROG-Serie mit dem Rampage V Extreme. Etwas später kam erst das Sabertooth X99 auf den Markt. Wir wollen in diesem Artikel dieses Board aus der TUF-Serie unter die Lupe nehmen und herausfinden, was sich ASUS bei diesem Modell alles hat einfallen lassen.

Auf der diesjährigen CeBIT hat ASUS die Gunst der Stunde genutzt und - recht überraschend - das Sabertooth X99 aus dem Hut gezaubert. Das Sabertooth X99 ist das bisher einzige Mainboard von ASUS, das zwei USB-3.1-Schnittstellen ohne separaten Zusatz bei der Modellbezeichnung erhalten hat. Ebenfalls neu ist die offizielle NVMe-Unterstützung (Non-Volatile Memory Express), wovon es auch so langsam entsprechende SSDs gibt, sei es Intels SSD-750-Serie, Samsungs SM951-NVME-M.2-SSD oder HGST mit ersten Enterprise-SSDs.

Doch auch abseits der besonderen Features zeigt sich das Sabertooth X99 als besondere Platine. Alleine im optischen Bereich kommen auch bei diesem Modell der Thermal Armor und der Fortifier zum Einsatz. Dazu kommt eine umfangreiche Ausstattung, wie drei mechanischen PCI-Express-x16-Slots und dazu jeweils ein PCIe-2.0-x4- und PCIe-2.0-x1-Steckplatz. Ebenfalls an Bord sind acht DDR4-Speicherbänke, gleich zwei SATA-Express-Schnittstellen, weitere sechs SATA-6GBit/s-Ports, insgesamt acht USB-3.0- und acht USB-2.0-Buchsen. Für die Netzwerkanbindung werden dem Käufer gleich zwei Gigabit-LAN-Ports bereitgestellt. Neben den bereits erwähnten beiden USB-3.1-Anschlüssen kommt noch ein anständiger Onboard-Sound oben drauf. Schauen wir uns daher das ASUS Sabertooth X99 im Detail an.

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Das ASUS Sabertooth X99 in der Übersicht.

Anders als beim "Sabertooth Z97 Mark I", hat ASUS den Thermal Armor beim "Sabertooth X99" nicht nur in Schwarz, sondern auch in einem Grau-silber gefärbt. Das Material ist natürlich Kunststoff. Vom ATX-PCB ist selbst nur sehr wenig zu sehen. Noch zumindest, denn auf der nächsten Seite ist das gesamte Mainboard ohne Thermal Armor zu sehen.

Die Spezifikationen

Folgende technische Eigenschaften besitzt das "Sabertooth X99":

Die Daten des ASUS Sabertooth X99 in der Übersicht
Mainboard-Format ATX
Hersteller und
Bezeichnung
ASUS
Sabertooth X99
CPU-Sockel LGA2011-v3 (OC-Sockel)
Straßenpreis ca. 353 Euro
Homepage http://www.asus.com/de/
Northbridge-/CPU-Features
Chipsatz Intel X99 Express Chipsatz
Speicherbänke und Typ 8x DDR4 (Quad-Channel)
Speicherausbau max. 64 GB (mit 8-GB-DIMMs)
SLI / CrossFire SLI (3-Way, nur mit Core i7-5930K und Core i7-5960X), CrossFireX (3-Way)
Onboard-Features
PCI-Express

3x PCIe 3.0 x16 (x16/-/-, x16/x16/-, x16/x16/x8 mit Core i7-5930K und Core i7-5960X); (x16/-/-, x16/x8/-, x16/x8/x4 mit Core i7-5820K)
1x PCIe 2.0 x4 (x2)
1x PCIe 2.0 x1

PCI -
Serial-ATA-, SAS- und 
ATA-Controller

6x SATA 6G (6x mit RAID 0, 1, 5, 10) über Intel X99
2x SATA Express 10 GBit/s über Intel X99
1x M.2 mit 32 GBit/s

USB 2x USB 3.1 (2x am I/O-Panel) über ASMedia ASM1142
8x USB 3.0 (4x am I/O-Panel, 4x über Header) 4x direkt über Intel X99, 4x über ASMedia ASM1074
9x USB 2.0 (5x am I/O-Panel, 4x über Header) über Intel X99
Grafikschnittstellen -
WLAN / Bluetooth -
Thunderbolt -
LAN

1x Intel I218-V Gigabit-LAN
1x Realtek RTL8111GR Gigabit-LAN

Audio 8-Channel Realtek ALC1150 Audio Codec

Der Karton zum Mainboard ist in einem dunklen Grau, das optisch einer Metallplatte ähnelt und mit einem Mesh-Abschnitt unterteilt wurde. In der Mitte wurde die Modellbezeichnung, rechts daneben gleich das TUF-Logo hinterlassen. Unten rechts in der Ecke ist dagegen das ASUS-Logo zu sehen. Links davon lassen sich einige Hauptfeatures erkennen.

Das mitgelieferte Zubehör

Innerhalb der Verpackung befindet sich abgesehen von der Platine selbst folgendes Zubehör:

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Wie es bei den höherpreisigen TUF-Mainboards ohnehin üblich ist, überlässt ASUS dem Käufer eine Menge Zubehör. ASUS legt abgesehen von den Standardbeigaben noch die typischen Sabertooth-Extras mit in den Karton. Darunter diverse Staubdeckel für fast alle Erweiterungsslots, vier DIMM-Slots und alle anderen internen und externen Anschlüsse. Auch sind ein kleiner 40-mm-Lüfter, ein CPU-Installation-Kit und das ASUS-Hyper-Kit mit dabei. Letzteres soll jedoch nicht bei den für den deutschen Markt gedachten Modellen enthalten sein. Mithilfe des Hyper-Kits lassen sich NVMe-kompatible SSDs an das Mainboard anschließen. Das Hyper-Kit ist im Grunde eine M.2-Karte, die in dem Slot auf dem Sabertooth X99 untergebracht wird.


Der X99-Chipsatz wurde auf den technischen Stand des aktuellen Z97-PCHs gebracht, bringt allerdings vier weitere native SATA-6G-Ports mit. Identisch ist dagegen die Bereitstellung von sechs USB-3.0-Schnittstellen. Auch bietet die Southbridge weiterhin maximal acht PCIe-2.0-Lanes, die weiterhin sehr knapp werden können, vorwiegend bei teureren High-End-Platinen.

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Der TUF-Fortifier auf der PCB-Rückseite des ASUS Sabertooth X99.

Wird das Board gedreht, ist der TUF Fortifier zu sehen, der sich fast über das gesamte PCB erstreckt. Seine Aufgabe ist es, die generelle Stabilität zu erhöhen und darüber hinaus rückseitig angebrachte MOSFET-Driver (dazu später mehr) auf Temperatur zu halten. Um das "Sabertooth X99" auszuziehen, müssen zunächst die neun Schrauben entfernt werden, die den Fortifier und den Thermal Armor fixieren. Im Anschluss wird das Mainboard wieder in die normale Position umgedreht und eine weitere Schraube unter dem oberen PCIe-3.0-x16-Steckplatz entfernt. Nun lässt sich auch der Fortifier endgültig von der Platine trennen und das reine PCB wird sichtbar.

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Das nackige ASUS Sabertooth X99.

Auch unter der Haube sieht das Board sehr ansehnlich aus. Allerdings ist es nicht ratsam, es in diesem Zustand in Betrieb zu nehmen, da rückseitig weitere MOSFET-Driver gekühlt werden müssen. Selbst wenn der Fortifier mit der einen Schraube "fixiert" wird, genügt es nicht. Erst nachdem der Thermal Armor richtig festgeschraubt wurde, ist der Anpressdruck auf den rückseitigen MOSFET-Driver optimal. Wir haben den Thermal Armor und den Fortifier demnach nur für die Fotos entfernt. Das Sabertooth X99 wurde von uns natürlich mit montiertem Thermal Armor und Fortifier in Betrieb genommen.

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Der Sockelbereich beim ASUS Sabertooth X99.

Im obigen Bild haben wir auch die beiden Kühlkörper abgenommen, damit wir einen Blick auf den VRM-Bereich erhalten. ASUS hat für die Haswell-E-CPU acht "TUF-Spulen" verlötet, wovon jede Spule von einem MOSFET angefeuert wird. Passend dazu wurden "TUF-MOSFETs" verwendet, die ebenfalls dem militärischen Standard entsprechen sollen. Auf den MOSFETs ist der Aufdruck "4C85N" zu sehen. Sie stammen von ON Semiconductor und tragen die komplettierte Modellbezeichnung "NTMFD4C85N". Bei ihnen handelt es sich um N-Channel-MOSFETs. Hochwertig dürfen auch die verwendeten "10K Ti-Kondensatoren" bezeichnet werden, die selbst bei sehr hohen Betriebstemperaturen von 125 Grad Celsius mindestens 10.000 Stunden durchhalten sollen. Derartig hohe Temperaturen sind jedoch in der Regel eher unwahrscheinlich, sodass die 10.000 Stunden im normalen Betrieb sogar weit übertroffen werden. ASUS hat sich für Stromzufuhr für einen 8-poligen- und einen 4-poligen-ATX-+12V-Anschluss entschieden. Dies führt dazu, dass die installierte Haswell-E-CPU bis zu 528 Watt aus der Steckdose ziehen kann. Damit ist also eine Menge Luft für eine kräftige Übertaktung vorhanden.

Links und rechts neben dem CPU-Sockel sind dann auch jeweils vier DDR4-DIMM-Speicherbänke vertreten, die zusammen einen Arbeitsspeicher-Ausbau bis 64 GB ermöglichen. Laut dem Datenblatt auf der ASUS-Webseite ist eine maximale effektive Taktfrequenz von 2.400 MHz problemlos möglich. Wir gehen jedoch davon aus, dass selbst die effektiven 3.000 MHz möglich sein sollten, was sich beim Overclocking herausstellen wird. Angetrieben wird jede der beiden 4-DIMM-Slot-Gruppen von zwei Phasen. Der gesamte VRM-Bereich besteht also aus einem 8+4-Design.

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Als PWM-Controller für die acht CPU-Spulen kommt der ASP1257 zum Einsatz.

Die acht CPU-Phasen werden vom ASP1257 gesteuert, der auf vielen ASUS-Mainboards aus dem höheren Preissegment verbaut wird und von International Rectifier stammt und vermutlich ein umgelabelter IR3580 ist. Wir konnten ihn bereit auf dem ASUS Z97-Deluxe und dem ASUS Maximus VII Formula sehen. Er wurde außerdem auf dem ASUS X99-DELUXE und dem ASUS Rampage V Extreme verbaut.

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Auf der Rückseite sind acht dieser kleinen Kameraden verlötet worden.

Ist der TUF-Fortifier erst einmal entfernt, sind acht dieser Chips zu sehen. Sie werden durch den TUF-Fortifier heruntergekühlt, sodass ein Betrieb ohne verschraubten TUF-Fortifier (inklusive Thermal Armor) definitiv nicht zu empfehlen ist.

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Auf der Rückseite sind acht dieser kleinen Kameraden verlötet worden.

Wenn auch schlecht erkennbar, handelt es sich um IR3535-Buck-Converter-Driver aus dem Hause International Rectifier. Sie werden auch als Gleichspannungswandler bezeichnet.


Auch die acht DDR4-DIMM-Slots brauchen Controller-Chips.

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Zwei weitere PWM-Controller werden für die acht DDR4-DIMM-Slots eingesetzt.

Jede 4-DIMM-Slot-Gruppe wird von jeweils einem ASP1250 betreut. Sie zeigen sich für jeweils zwei Phasen verantwortlich.

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Eine gute Auswahl an Erweiterungssteckplätzen wird geboten.

Allen voran sind natürlich die drei PCI-Express-3.0-x16-Steckplätze auf mechanischer Basis zu nennen, mit denen der Anwender auch ein Multi-GPU-Setup mit bis zu drei AMD- oder NVIDIA-Grafikkarten einrichten kann. Während mit den Prozessoren Core i7-5930K und Core i7-5960X sowohl ein 3-Way-SLI- als auch ein 3-Way-CrossFireX-Verbund möglich ist, können mit dem kleinsten Core i7-5820K durch "nur" 28 PCIe-3.0-Lanes im Höchstfall zwei NVIDIA- oder drei AMD-Grafikkarten auf das Sabertooth X99 geschnallt werden. Positiv anzumerken ist der freie Platz direkt unterhalb des obersten, mechanischen PCIe-3.0-x16-Slots. Bei einer Dual-Slot-Grafikkarte können dennoch alle weiteren Steckplätze genutzt werden. An nächster Stelle folgt der mechanische PCIe-2.0-x4-Anschluss, der jedoch mit höchstens zwei PCIe-2.0-Lanes versorgt wird. Last but not least ist noch der PCIe-2.0-x1-Slot zu nennen. Die Lane-Verteilung mit den drei Haswell-E-Prozessoren ist in den beiden nachfolgenden Tabellen einsehbar.

PCIe-Slots und deren Lane-Anbindung mit dem Core i7-5820K (28 Lanes)
 PCIe-Slot 1PCIe-Slot 3PCIe-Slot 5
Single-GPU-Betrieb x16 - -
Zwei Grafikkarten im 2-Way-SLI/CrossFireX-Verbund x16 x8 -
Drei AMD-Grafikkarten im 3-Way-CrossFireX-Verbund x16 x8 x4

 

PCIe-Slots und deren Lane-Anbindung mit dem Core i7-5930K und Core i7-5960X (40 Lanes)
 PCIe-Slot 1PCIe-Slot 3PCIe-Slot 5
Single-GPU-Betrieb x16 - -
Zwei Grafikkarten im 2-Way-SLI/CrossFireX-Verbund x16 x16 -
Drei Grafikkarten im 3-Way-SLI/CrossFireX-Verbund x16 x16 x8

Auch wenn es eher selten vorkommt, dass drei Grafikkarten verbaut werden, in diesen Fällen wäre der vorhandene M.2-Slot unbrauchbar, da keine PCIe-3.0-Lanes mehr übrig bleiben.

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Gleich zwei SATA-Express-Schnittstellen sind an Ort und Stelle.

ASUS verbaut beim Sabertooth X99 keine zusätzlichen SATA(e)-Controller, sondern belässt es bei den zehn nativen SATA-6GBit/s-Ports vom X99-Chipsatz. Vier Stück davon wurden jedoch für zwei SATA-Express-Schnittstellen eingesetzt. Damit lassen sich demnach genügend Laufwerke anschließen. Auf dem Bild ist auch der M.2-Steckplatz zu sehen, der sich bereit erklärt, kompatible Module mit einer Länge von 4,2 cm, 6 cm, 8 cm und 11 cm aufzunehmen. Das Positive an der Sache: Der M.2-Slot ist selbst mit montiertem Thermal Armor erreichbar. An dieser Stelle hat ASUS eine entnehmbare Klappe eingesetzt, die sich auf einfache Art und Weise entfernen lässt. Der Slot an sich wird mit vier PCIe-3.0-Lanes von der Haswell-E-CPU angesprochen und erreicht somit theoretisch 32 GBit/s (3,94 GB/s) an Datendurchsatz.

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Das I/O-Panel beim ASUS Sabertooth X99.

An Anschlussmöglichkeiten mangelt es beim Sabertooth X99 nicht. Insgesamt bieten sich elf USB-Anschlüsse an, wovon fünf Stück mit der USB-2.0-, vier Stück mit USB-3.0- und zwei Stück sogar mit der USB-3.1-Spezifikation arbeiten. Eine der USB-2.0-Buchsen ist für das TUF-Detective-Feature dienlich, das wir noch zu einem späteren Zeitpunkt durchleuchten. Hinzu kommen noch zwei Gigabit-LAN-Ports, fünf analoge Audio-Jacks, ein TOSLink-Anschluss und der USB-BIOS-Flashback-Button.

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Der Realtek ALC1150 kümmert sich um den Sound.

Mit seinen acht Kanälen können selbst umfangreiche Sound-Systeme über den Realtek ALC1150 angeschlossen werden. Der Front-DAC wird mit beachtlichen 115 dB angegeben. Für eine nochmals bessere Klangqualität wurden sieben Audio-Kondensatoren mit verbaut. Wie bei mittlerweile fast allen Mainboards wird der gesamte Audiobereich auch beim Sabertooth X99 getrennt vom Rest des PCBs untergebracht, was in einer besseren Audioübertragung resultieren und störenden Interferenzen vorbeugen soll.


Weiter gehts mit dem USB-3.0-Hub.

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ASMedias ASM1074 dient als USB-3.0-Hub.

Die vier USB-3.0-Ports am I/O-Panel arbeiten allesamt über den ASM1074, der als USB-3.0-Hub fungiert. Er selbst wird mit zwei nativen USB-3.0-Anschlüssen vom X99-PCH versorgt.

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Einer der beiden Gigabit-LAN-Anschlüsse arbeiten über den Intel I218-V-PHY.

Intels I218-V-Netzwerkcontroller schafft es, die Netzwerkpakete mit einer maximalen Datenübertragungsrate von 1 GBit/s durch das Netzwerkkabel zu schubsen. Er beherrscht auch die beiden Fallback-Modi 100 MBit/s und 10 MBit/s sowie den Wake-on-LAN-Modus. Der andere Netzwerk-Port erhält seine Instruktionen hingegen vom Realtek RTL8111GR, der ebenfalls auf maximal 1 GBit/s kommt.

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USB-3.1-Support dank dem ASMedia ASM1142.

Auch für kommende USB-3.1-Geräte ist das Sabertooth X99 bereits vorbereitet. Zwar bietet das Board keinen Typ-C-Anschluss, dafür jedoch zwei Typ-A-Buchsen. Als Controller dient der ASM1142 von ASmedia, der mit den beiden Anschlüssen bereits vollständig belegt ist. Der Anwender kommt so in den Genuss von Übertragungsraten bis theoretische 10 GBit/s.

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Der SuperI/O-Chip kommt von Nuvoton.

Am Rand des PCBs zeigt sich der Nuvoton NCT6791D-A für die Überwachung der Spannungen, Temperaturen und Lüftergeschwindigkeiten zuständig. Angeschlossene Lüfter lassen sich durch ihn zum Glück auch manuell steuern.

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Der MemOK!-Taster darf natürlich nicht fehlen.

In der Nähe der DIMM-Slots ganz am Rand des PCBs ist auch der MemOK!-Button zu finden, der in manchen Situationen sinnvoll sein kann. Wenn das Mainboard beispielsweise mit den eingesteckten RAM-Modulen nicht auf Anhieb arbeiten möchte, kann dieses Feature dabei behilflich sein. Wird die Taste betätigt, sucht sich das Board passende Einstellungen, mit denen es schlussendlich booten kann. Links neben dem Button ist einer von zwei USB-3.0-Header hinterlassen worden.

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Am unteren Rand des PCBs befinden sich der zweite USB-3.0- und zwei USB-2.0-Header.

Auf diesem Bild ist der M.2-Slot noch ein mal schön zu sehen, dazu auch ein paar Jumper. Gemeint sind die beiden Jumper über dem rechten USB-2.0-Header. Mit dem oberen Jumper kann das CPU-Over-Voltage-Feature aktiviert werden, wodurch eine höhere CPU-Spannung gewählt werden kann. Standardmäßig ist das Feature zur Sicherheit deaktiviert. Die Umsetzung des unteren Jumpers bewirkt ein Zurücksetzung der BIOS-Einstellung auf die Standard-Parameter.

Ferner ist zum einen noch der TPU-Chip zu sehen. Nicht jeder möchte selbst Hand anlegen, wenn es ums Übertakten geht. Genau für diesen Zweck hat ASUS den TPU-Chip (Turbo Processing Unit) vorgesehen. Über die mitgelieferte AI Suite 3 kann sich der Anwender an den hinterlegten Overclocking-Profilen versuchen, um sein neues System zu beschleunigen. Dies gilt nicht nur für die CPU, sondern auch für den Arbeitsspeicher.

Um all die TUF-Funktionen realisieren zu können, bedarf es eines eigenen Chips. So werden die umfangreiche Temperaturüberwachung und eine bessere Lüftersteuerung über diesen erst möglich. Dies wird durch den TUF-Controller ermöglicht.

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Das Solid-State-Module kann innerhalb des Thermal Armors untergebracht werden.

Mittels einer kleinen Kreuz-Schraube kann die Abdeckung entfernt werden und schon kommt der "eingebettete" M.2-Steckplatz zum Vorschein. Links davon wurde platzsparend die BIOS-Batterie platziert. Nachdem das SSM installiert ist, kann die Abdeckung auch wieder festgeschraubt werden. Durch sechs Öffnungen bekommt das Laufwerk dann auch noch etwas von der äußeren Luft zu spüren, damit es nicht zu heiß wird.

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Das installierte ASUS-Hyper-Kit.

An dieser Stelle haben wir das mitgelieferte ASUS-Hyper-Kit in den M.2-Slot gesteckt. Ein entsprechendes Kabel vorausgesetzt ermöglicht es die Anbindung an ein NVMe-SSD. Das Sabertooth X99 wurde bereits für die NVMe-Schnittstelle per BIOS-Update vorbereitet.

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Das ASUS Sabertooth X99 nochmal in der Übersicht.

Wer eine größere Anzahl an Lüftern eingeplant hat, kommt beim Sabertooth X99 ganz auf seine Kosten. Insgesamt sind acht FAN-Header aufgelötet worden, wovon nur zwei über drei Pins verfügen. Diese beiden Header sind für die beiden Zusatzlüfter gedacht. Bei allen anderen Headern handelt es sich um 4-Pin-PWM-Header. Der mitgelieferte Lüfter wird auf Höhe des I/O-Panels an der Stelle des schwarzen "X99"-Deckels in horizontaler Position untergebracht und mit zwei Schrauben befestigt, die bereits den Deckel fixieren. Er unterstützt die Abkühlung des MOSFET-Kühlkörpers. Mit den voreingestellten Settings arbeitet dier 40-mm-Lüfter etwas zu aufdringlich und erzeugt, subjektiv betrachtet, einen störenden Geräuschpegel. Aufpassen sollte man bei der Wahl des CPU-Luftkühlers. Je nach Backplate könnte es Schwierigkeiten mit dem TUF-Fortifier geben. Wir haben auf die All-in-One-Wasserkühlung NZXT KRAKEN X40 gesetzt, wo wir absolut keine Probleme bei der Montage hatten. An dem gesamten Mainboard-Layout gibt es nichts zu beanstanden. Alles findet dort seinen Platz, wo man es erwartet. Besonders gut gefallen hat uns, dass ASUS unter dem ersten großen PCI-Express-Slot keinen weiteren Erweiterungsslot untergebracht hat.

Noch ein paar Worte zu dem mitgelieferten Lüfter: Bei jedem Systemstart dreht der Lüfter mit maximaler Drehzahl auf und wird mit den Standardsettings aber schnell runtergeregelt, sodass er erträglich wird. Wird das System belastet, dreht der Lüfter nur marginal schneller, sodass er nur leicht hörbar ist. Diese Feststellung beruht jedoch auf einer subjektiven Einschätzung.

Durch das TUF-ESD-Guards-2-Feature legt ASUS großen Wert auf den Schutz der Audioanschlüsse, der LAN-Buchsen und den USB-3.0/3.1-Schnittstellen. Durch dieses Feature sollen elektrostatische Entladungen verhindert werden.


In der News zum Sabertooth X99 aus der Woche der CeBIT 2015 tauchte zum ersten Mal der Begriff "TUF Detective" auf. Wir wollen uns dieses exklusive Feature nun einmal genauer anschauen. Speziell für dieses Feature stellt das Sabertooth X99 am I/O-Panel einen entsprechenden USB-2.0-Port zur Verfügung. An diesem Anschluss kann ein Smartphone oder ein Tablet angeschlossen werden, auf dem Googles Android-Betriebssystem ab Version 3.0 installiert ist. Zu diesem Zeitpunkt gibt es die kostenlose "TUF-Detective"-Applikation ausschließlich über den Google Play Store. Für Smartphones oder Tablets, auf dem iOS oder Windows Phone installiert ist, gibt es aktuell keine passende App.

Die Screenshots wurden mit dem Sony Xperia Z3 unter der Android-Version 5.0.2 erstellt.

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Die TUF-Detective-App unter Android.

Auch wenn die App von ASUS noch nicht für Lollipop-Geräte an das Material Design angepasst wurde, lässt sie sich sehr intuitiv bedienen. Praktischerweise wird auf der ersten Seite der aktuelle Postcode angezeigt. Da auf dem Mainboard selbst (aufgrund des Thermal Armors) keine Diagnostic-LED vorhanden ist, können auf Wunsch die aktuellen Postcodes auf diese Weise abgelesen werden. Unterhalb des Codes wird auch zugleich eine Beschreibung hinterlassen, was der angezeigte Code zu bedeuten hat. In diesem Beispiel entspricht der Code dem Betrieb mit hochgefahrenem Betriebssystem.

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Die TUF-Detective-App unter Android.

Nette Funktionen werden einem auf der nächsten Seite geboten. Ist das System mit dem ASUS Sabertooth X99 ausgeschaltet, lässt es sich über "Power" und einer anschließenden Bestätigung einschalten. Verwendet der Anwender die "Restart"-Funktion, wird das System augenblicklich neugestartet und entspricht das Betätigen des Reset-Knopfes am Gehäuse. Genau aus diesem Grund ist es nicht empfehlenswert, bei laufendem Betrieb unter Windows oder Linux die "Power" und "Reset"-Funktion zu verwenden, da das System instant ausgeschaltet beziehungsweise rebootet wird. Wesentlich besser eignet sich die "Force Shutdown"-Funktion. Nach dessen Aktivierung wird das System ordnungsgemäß heruntergefahren und abgeschaltet. An dieser Stelle wäre noch eine "Force Restart"-Funktion nützlich gewesen.

Auch ist es mit "Clear CMOS" möglich, die BIOS-Einstellungen auf die Standardparameter zu setzen. Auch hier folgt zunächst ein Dialog, bei dem die Ausführung bestätigt werden muss. Im Falle eines unverständlichen Fehlers lässt sich mit "Patch Error" das System reparieren. Auch hier werden die Standard-BIOS-Einstellungen geladen.

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Die TUF-Detective-App unter Android.

Mit der TUF-Detective-App können auch die Spannungen, Temperaturen und Lüftergeschwindigkeiten in Echtzeit abgerufen werden. Per Drop-Down-Verfahren öffnet sich die jeweilige Rubrik, die auch noch erweitert werden kann, damit alle Werte eingesehen werden können.

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Die TUF-Detective-App unter Android.

Schließlich gibt es noch eine Info-Seite, auf der das Mainboard-Modell, die BIOS-Version, dazu die aktuelle Laufzeit, das installierte Prozessormodell, grobe Arbeitsspeicher-Infos und natürlich die aktuell vorliegende App-Version angezeigt werden.

Zusammenfassend ist die "TUF Detective"-App ein interessantes Gimmick, mit der jede Menge Informationen abgerufen werden können. Wir gehen davon aus, das auch zukünftige TUF-Mainboards für Intels kommende Skylake-Prozessoren ebenfalls auf dieses Feature zurückgreifen können. In der folgenden Bildergalerie lassen sich alle Screenshots zu der "TUF Detective"-App einsehen.

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BIOS

Nach dem ersten Start des Systems fanden wir die BIOS-Version 0216 vor, sprich das First Release. Das ist jedoch nicht die aktuellste Version - zum Testzeitpunkt bietet ASUS bereits Version 1702 an, die wir mit dem EZ-Flash-2-Utility aus dem BIOS heraus komfortabel installieren konnten. Alternativ lässt es sich auch unter Windows mit dem Tool "ASUS EZ Update" oder per USB-Flashback-Feature aufspielen. Folgende Verbesserung bringt Version 1702 mit:

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Der EZ-Mode beim ASUS Sabertooth X99.

ASUS verwendet exakt die gleiche Ansicht wie bereits beim X99-DELUXE, was auch verständlich ist. Die einzelnen Punkte werden demnach auch beim Sabertooth X99 in goldener Farbe hervorgehoben und die restlichen Werte in weißer Schrift. Wir fangen oben links an. Dort sind das aktuelle Datum und auch die Uhrzeit einsehbar. Rechts daneben kann auch die generelle UEFI-Sprache geändert werden. Ebenfalls enthalten ist der "EZ Tuning Wizard", der eine Art Overclocking-Assistent ist und Neueinsteigern das Overclocking einfacher machen soll. Eingefleischte Overclocker werden von dieser Funktion in der Regel die Finger lassen und stattdessen sämtliche Einstellungen manuell festlegen. Dennoch ist es schön zu sehen, dass Einsteiger nicht im Regen stehen gelassen werden.

In der nächsten Zeile werden die üblichen Vorabinformationen wie das Mainboardmodell inkl. BIOS-Version, die aktuell installierte CPU inkl. Taktfrequenz sowie die Arbeitsspeicher-Kapazität angezeigt. Weiter rechts sind dann auch gleich die CPU- und Mainboard-Temperatur zu sehen, zusätzlich auch die CPU-Spannung. Eine Etage tiefer wird auf der linken Seite ein ergänzender RAM-Status vermittelt, in welchen Slots aktuell welche Module mit welcher Kapazität und der aktuell anliegenden Taktung installiert sind. Zudem kann auf Wunsch auch gleich ein Extreme-Memory-Profile (kurz: XMP) ausgewählt werden, sofern vorhanden. Wer sich für die derzeit angekoppelten Storage-Gerätschaften interessiert, erhält diese Infos direkt rechts daneben. Hinzu kommen dann wiederum unten noch die Lüftergeschwindigkeiten, die sich mit der Funktion "Manual Fan Tuning" auch gleich individuell festlegen lassen.

Am rechten Rand des Bildschirms kann vom Anwender das grundlegende Funktionsschema ausgewählt werden. Standardmäßig ist der normale Modus aktiviert. Es lassen sich jedoch auch einmal der Modus "ASUS Optimal" und der Modus "Power Saving" aktivieren. Während beim "ASUS Optimal"-Modus das System auf gesteigerte Performance ausgelegt ist, lässt sich das System mit dem "Power Saving"-Modus effizienter betreiben. Darunter kann die Boot-Reihenfolge mit Leichtigkeit abgeändert werden. Entweder per Klick auf "Advanced Mode" oder mit einem Tastendruck auf "F7" gelangen wir in die erweiterte Ansicht, die wir uns nun anschauen werden.

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Der Advanced-Mode beim ASUS Sabertooth X99.

Advanced-Mode: Optisch genau wie der EZ-Mode, allerdings nach traditioneller Art und Weise strukturiert. Der erste Menüpunkt ist bereits von den ersten Sockel-LGA1150-Mainboards von ASUS bekannt. Das Feature "My Favorites" hat es ebenfalls auf die neue Haswell-E-Plattform geschafft und beinhaltet die Auswahl der häufig verwendeten Funktionen aus dem BIOS, die auf der separaten Seite abgespeichert werden können. Allerdings wurde das Hinzufügen der Funktionen von ASUS etwas anders gelöst. Das Kontextmenü ist auch beim Sabertooth X99 weggefallen. Demnach muss dafür oben der Punkt "MyFavorite(F3)" angeklickt oder die Taste "F3" gedrückt werden. Dies öffnet ein eigenständiges Fenster, in dem die Funktionen ausgewählt werden können.

Nun geht es mit dem Herzstück "Extreme Tweaker" weiter. Sämtliche Overclocking-Funktionen sind hier hinterlegt worden und es sind ohne Frage ziemlich viele Funktionen implementiert worden, die selbst dem extremen Übertakter durchaus ausreichen sollten. Ob es nun um die Taktfrequenz von CPU oder Arbeitsspeicher oder doch um die einzelnen Spannungen geht, hier wird der Anwender fündig. Zur Unterstützung wird jeweils unten erklärt, was die einzelnen Funktionen bewirken.

Auf der "Main"-Seite werden noch einmal einige Vorabinformationen wie die BIOS-Version, das installierte Prozessormodell und einige RAM-Infos angezeigt. Auch hier lässt sich die Menüsprache ändern, falls gewünscht. Wie immer können die zahlreichen Onboard-Komponenten mithilfe des nächsten Reiters konfiguriert werden. Auch wenn auf der rechten Seite ständig einige Informationen vom Hardware-Monitor angezeigt werden, hat ASUS eine eigene "Monitor"-Seite hinterlassen, auf der unter anderem die Lüfter gesteuert werden können. Aber auch die Temperaturen und Spannungen werden noch einmal aufgelistet.

Sämtliche Einstellungen, die den Startvorgang betreffen, wurden auf den Reiter "Boot" geparkt. Wer sich von dem Boot-Logo gestört fühlt, kann es dort abschalten. Zusätzlich sind dort die Boot-Overrides untergebracht worden, die man häufig auch auf der letzten Seite findet. ASUS gibt auch hier erneut ein paar Tools mit auf den Weg. Darunter das "ASUS EZ Flash 2 Utility", womit das UEFI aktualisiert werden kann. Sämtliche UEFI-Einstellungen können mithilfe des "ASUS Overclocking Profile" in maximal acht Profilen gesichert werden, die auch von einem USB-Stick exportiert und importiert werden können. "ASUS SPD Information" liest die Serial Presence Detect-Werte aus den DIMMs aus. Und unter "Exit" können die gesetzten Settings abgespeichert und auch die Default Werte geladen werden. Bevor das UEFI die Settings abspeichert, zeigt ein kleines Fenster alle Einstellungen an, die verändert wurden. Wer sich nützliche Notizen anlegen möchte, muss glücklicherweise auf keinen Zettel und Stift zurückgreifen, sondern verwendet einfach das "Quick Note"-Feature.

Die Bedienbarkeit der neuen UEFI-Oberfläche stufen wir als gut ein. Sowohl mit der Tastatur als auch mit der Maus gelingt die Navigation durch die zahlreichen Menüs sehr komfortabel. Auch gab es an der Stabilität nichts zu bemängeln. Jedoch konnten wir nicht mehr ins UEFI, nachdem wir das Extreme Memory Profile aktiviert haben. An dieser Stelle sollte ASUS demnach noch Hand anlegen.

 

Overclocking

Ohne Frage lässt sich mit dem Sabertooth X99 auch ordentlich an der Taktschraube drehen, sowohl bei der CPU als auch beim installierten Arbeitsspeicher. Dies soll das 8+2-Phasendesign stemmen.

In Verbindung mit dem ASUS Sabertooth X99 kann der BCLK von 80 MHz bis 300 MHz in 0,1-MHz-Schritten eingestellt werden. Bei der CPU-Spannung hat der Anwender die Wahl zwischen dem Override-, Adaptive- und Offset-Modus. So kann die CPU-Spannung im Override- und Adaptive-Modus von 0,800 Volt bis 1,920 Volt bewegt werden. Der Offset kann hingegen zwischen -0,999 Volt und +0,999 Volt selektiert werden. In allen drei Fällen betragen die Intervalle feine 0,001 Volt. Natürlich bietet die Platine auch eine Funktion an, um den beabsichtigten VDroop zu manipulieren. Zu diesem Zweck hält sich im BIOS die Load-Line Calibration bereit. Zur Verfügung stehen die Level 1 bis 9. Alle anderen Overclocking-Funktionen haben wir wie immer in einer übersichtlichen Tabelle eingetragen.

Die Overclocking-Funktionen des ASUS Sabertooth X99 in der Übersicht
Base Clock Rate 80 MHz bis 300 MHz in 0,1-MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,001 V bis 1,920 V in 0,001-V-Schritten (Override- und Adaptive-Modus)
-0,999 V bis +0,999 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 0,800 V bis 1,900 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-VCCIN-Spannung 0,800 V bis 2,700 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-Ring-Spannung

0,001 V bis 1,920 V in 0,001-V-Schritten (Override- und Adaptive-Modus)
-0,999 V bis +0,999 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)

CPU-SA-Spannung -0,999 V bis +0,999 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)
CPU-IO-Analog/Digital-Spannung 0,70000 V bis 1,80000 V in 0,00625-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCH-Core-Spannung 0,70000 V bis 1,80000 V in 0,00625-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen PCH I/O, VTTDDR, PLL Termination Voltage
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 64 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
Weitere Besonderheiten

UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE (C6/C7), EIST
Turbo-Modus (All Cores, By number of active cores),
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und sechs optionale Fans, Short Duration Power Limit,
Long Duration Maintained, Long Duration Power Limit, Primary Plane Current Limit
FIVR Switch Frequency Signature, FIVR Switch Frequency Offset
CPU Load-Line Calibration (LvL 1-9)

Wir haben natürlich einen Overclocking-Versuch mit unserem Core i7-5960X unternommen. So haben wir einen CPU-Takt von 4,4 GHz bei zunächst 1,325 Volt eingestellt. Schnell zeigte sich allerdings, dass diese 1,325 Volt zu gering waren. Demnach haben wir die CPU-Spannung um einen 0,005-Volt-Schritt erhöht, sodass wir bei 1,330 Volt (BIOS-Wert) angelangt sind. Mit dieser Kombination lief das System bereits stabil.

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Bestes Ergebnis mit dem 1.0-Strap: 4,4 GHz bei 1,332 Volt

Für ein ASUS-Mainboard inklusive OC-Sockel ist das Ergebnis recht positiv ausgefallen.

Auch bei der Haswell-E-Plattform werfen wir einen Blick auf das RAM-Overclocking. Zu diesem Zweck verwenden wir vier DIMMs mit jeweils 4 GB Speicherkapazität des Typs "G.Skill RipJaws4 DDR4-3000". Im ersten Test kontrollieren wir die Funktionalität des XMP und im zweiten ohne Verwendung des XMP-Features.

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4x 4GB G.Skill RipJaws4 DDR4-3000
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Das Extreme Memory Profil wird korrekt vom System umgesetzt.
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Ohne XMP konnten wir schärfere Latenzen festlegen.

Bei der Aktivierung der XMP-Funktionalität mussten wir den CPU-Multiplikator manuell anpassen, damit ein Bootvorgang erfolgen konnte. Im Anschluss haben wir allerdings auch wieder einen manuellen Versuch gestartet, der uns auch mit schärferen Latenzen geglückt ist. Die VDIMM lag bei beiden Ergebnissen bei 1,35 Volt.

ASUS AI Suite 3

ASUS legt dem Mainboard die bekannte AI Suite bei, mit der sich jede Menge Features von Windows aus einstellen lassen. Statt der 5-Way-Optimization erhält der Anwender Zugriff auf das Thermal Radar 2, das im Gegensatz zu den sonstigen ASUS-Z97-Mainboards detaillierte Temperaturen bereitstellt, wie z.B. DRAM, USB 3.0, PCIe-Slot 2 (oberer PCIe-3.0-x16-Slot), VCore (Back) und PCIe-Slot 1. Auch lassen sich die mitgelieferten Thermistor-Kabel an das Sabertooth Z97 Mark S anschließen und die Sensoren an beliebigen Stellen unterbringen.

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Die ASUS AI Suite 3.

Im Mittelpunkt steht allerdings die umfangreiche Lüftersteuerung. Sieht man von den beiden FAN-Anschlüssen für die mitgelieferten Lüfter ab, stehen noch immer acht FAN-Header bereit. Mit dem Thermal Radar 2 können erweiterte Einstellungen vorgenommen werden. Interessant ist dabei der Punkt Lüfteranlaufzeit und Lüfterauslaufzeit, die in Sekunden individuell festgelegt werden kann. Die Zonentemperaturenüberwachung erlaubt einen groben Blick, wie der Thermalstatus im CPU- und GPU-Bereich aussieht. Auch lässt sich eine Bewertung erstellen. Sämtliche Spannungen, Temperaturen und Lüftergeschwindigkeiten lassen sich auch mit dem Recorder festhalten, sodass der Anwender stets einen Überblick darüber hat, an welchen Stellen es eventuell noch hakt.

Weiterhin hat die ASUS AI Suite in der Version 3 weitere nützliche Funktionen wie den Ai Charger+, mit dem das iPhone, iPad sowie der iPod dank der BC-1.1-Funktion wesentlich schneller aufgeladen werden können. Mit dem EZ Update können dagegen die installierten ASUS-Programme und auch das BIOS aktualisiert werden. Jedes Mal, wenn ASUS eine neuere BIOS-Version veröffentlicht, lassen sich mit dem USB-BIOS-Flashback-Feature die neue Version nach einem individuellen Zeitplan auf einen USB-Datenträger herunterladen. In speziellen Situationen, etwa wenn ein geplanter Neustart des Systems einprogrammiert wurde, kann die AI Suite mit der Push-Notice-Funktion den Anwender je nach Zeiteinstellung an den bevorstehenden Reboot erinnern. Genauso ist es auch mit Ereignissen möglich, wenn Spannungen oder Temperaturen überschritten werden. An drittletzter Stelle hält sich auch der USB-3.1-Boost bereit, damit die angeschlossenen USB-3.0- und USB-3.1-Geräte mit der bestmöglichen Performance angesteuert werden. Dies wird mit dem UASP-Modus (USB Attached SCSI Protocol) ermöglicht. Mit dem Punkt "Systemsteuerung" lassen sich grobe Infos über das System einsehen. Last but not least erhält der Anwender mit dem "Version"-Menüpunkt einen Überblick über die installierten Versionen.

Auch wollten wir den Temperaturunterschied mit und ohne Thermal-Armor inklusive Lüfter festhalten. Herausgekommen ist, dass sich die Temperaturen, zumindest bei unserem Tischaufbau, kaum verändert haben. Anders könnte es allerdings ausfallen, wenn das Board in ein normales, geschlossenes Gehäuse verbaut wird.

In der folgenden Bildergalerie können alle BIOS- und AI-Suite-3-Screenshots eingesehen werden.

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Mit diesem Testsystem haben wir das ASUS Sabertooth X99 getestet:

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz.

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version.

Seit der Einführung der Nehalem-Prozessoren und der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 2133 MHz und 15-15-15-35 2T - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim ASUS Sabertooth X99 mussten wir das "ASUS MultiCore Enhancement"-Feature deaktivieren, damit ein fairer Vergleich vorgenommen werden konnte.

Wir testen allerdings nur noch sechs Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2011, 3DMark 2013, SuperPi 8M, Cinebench R11.5, Cinebench R15 und Sisoft Sandra 2014 Memory Benchmark:

3DMark 2013

Fire Strike

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

3DMark 2011

Performance-Mode

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R11.5 CPU

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R15 CPU

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

SiSoft Sandra 2014

Memory Benchmark

Bandbreite in GB/s
Mehr ist besser

SuperPi 8M

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Insgesamt zeigt das ASUS Sabertooth X99 eine sehr gute Performance und liegt mit den anderen Probanden auf eine Höhe.

Auch weiterhin werden wir die Bootzeit protokollieren. Wir messen die Zeit in Sekunden, wie lange das Mainboard benötigt, um alle Komponenten zu initialisieren und mit dem Windows-Bootvorgang beginnt.

Bootzeit

Vom Einschalten bis zum Windows-Bootvorgang

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Verglichen mit den anderen X99-Platinen benötigte das Sabertooth X99 mit 21,94 Sekunden durchschnittlich viel Zeit, um die Komponenten zu initialisieren. Die Differenz zum nächstliegenden ASRock X99 OC Forumla beträgt allerdings nur 0,03 Sekunden, was aufgrund der großzügigeren Ausstattung zu verschmerzen ist und natürlich nicht der Rede wert ist. Verglichen damit bootet das Sabertooth X99 recht zügig.


Neben der wichtigen Performance ist auch der Stromverbrauch des heimischen PCs kein unwichtiges Kriterium. Was man häufig unterschätzt, ist die Tatsache, dass selbst die verschiedenen Mainboard-Modelle der zahlreichen Hersteller unterschiedlich viel Strom aus der Steckdose ziehen. Ein Grund dafür sind die verschieden eingesetzten BIOS-Versionen, die teilweise die von Intel referenzierten Stromsparmechanismen schlecht oder gar falsch umsetzen oder dass Onboardkomponenten sich eigentlich deaktivieren sollten, wenn diese entweder durch dedizierte Hardware ersetzt wurden oder einfach nicht verwendet werden. Darüber hinaus kann aber manchmal auch die Stromversorgung verantwortlich gemacht werden, wenn unter Default Settings mehr Energie zur Verfügung gestellt wird, als eigentlich benötigt wird. Genau deswegen spielt die Effizienz eine wichtige Rolle. Wenn die Effizienz der Stromversorgung nun also schlecht ausfällt, wird mehr Strom verbraucht. Zu unterschätzen ist hierbei aber auch die Software nicht, sodass sie ebenfalls gut abgestimmt sein muss, damit eine zufriedenstellende Effizienz gegeben ist.

Das ASUS Sabertooth X99 hat einige Zusatz-Controller erhalten. Zwei LAN-Controller, ein USB-3.0-Chip, ein USB-3.1-Controller und ein Audio-Codec tragen ihren Teil zum Stromverbrauch bei.

Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 11.5 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-spanTest, Vollauslastung). Die jeweiligen Werte entsprechen dem System-Gesamtverbrauch.

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Für den ersten Test sind die Default Settings aktiv, sodass der Großteil der Onboardkomponenten bereits aktiviert ist. Die Grafikausgabe erfolgt über die Radeon HD 7850. Wie bereits weiter oben geschrieben, sind alle Stromspar-Features eingeschaltet, was mit den Werten einer manuellen Konfiguration scheinbar gut umgesetzt wurde.

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Mit 86,4 Watt genehmigt sich das Testsystem mit dem ASUS Sabertooth X99 bisher am meisten von allen X99-Mainboards aus der Steckdose. Es verbraucht damit sogar mehr als das hauseigene X99-E WS, das neben vielen Controllern auch noch zwei PLX-Chips an Bord hat.

Leistungsaufnahme

Cinebench R11.5 CPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Weniger dramatisch sieht es hingegen in der Teillast mit Cinebench aus. Hier waren es 168,6 Watt, das schon deutlich näher an den oberen, effizienteren Mainboards liegt. Der Unterschied zum ASUS Rampage V Extreme liegt bei satten 18,6 Watt.

Leistungsaufnahme

Prime95

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Gleiches Spiel auch unter voller Belastung mit Prime95. Unser Testsystem verbrauchte mit dem ASUS Sabertooth X99 genau 188,5 Watt mit weitem Vorsprung zu denselben vier stromhungrigeren X99-Mainboards.

Spannungen (Prime95)

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Einen kleinen Trostpreis gewinnt das ASUS Sabertooth X99 bei der CPU-Spannung unter Last. Sie lag laut CPU-Z bei 1,062 und wich von den anderen Probanden mit genau 0,005 ab.

 

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sämtliche USB-3.0- und SATA-Controller sind hier beispielsweise deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber alle energiesparenden Features werden zusätzlich manuell aktiviert. Die Radeon HD 7850 ist weiterhin die primäre Grafikkarte.

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Nachdem wir die USB-3.0-Schnittstellen, den USB-3.1- und einen LAN-Controller deaktiviert haben, zeigte das Strommessgerät im Idle nun 2,3 Watt weniger an und liegt nun bei 84,1 Watt.

Leistungsaufnahme

Cinebench R11.5 CPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Unter Teillast wurde die Leistungsaufnahme sogar um 3,8 Watt reduziert. Damit liegt das Sabertooth X99 noch immer auf der sechsten Position.

Leistungsaufnahme

Prime95

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Anders sieht es dafür unter Volllast aus. So konnte die Leistungsaufnahme auf 184,9 Watt reduziert werden, was eine Diffierenz von 3,6 Watt entspricht. Dies reichte aus, um zumindest einen Platz gutzumachen.

Spannungen (Prime95)

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Die CPU-Spannung hat sich natürlich nicht verändert und lag weiterhin bei 1,062 Volt.

Während das ASUS Sabertooth X99 unter beiden Lastsituationen keine großen Ausreißer nach oben hatte, ist der Idle-Verbrauch zu hoch angesetzt.


USB-3.1-Performance

Wie schon zuvor erwähnt, stellt das ASUS Sabertooth X99 zwei der neuen Schnittstellen bereit, die über den ASMedia ASM1142-USB-3.1-Hostcontroller zu Werke gehen. Bei nun theoretischen 10 GBit/s Bandbreite bedeutet es gleichzeitig, dass es nicht leicht wird, ein Laufwerk zu finden, mit dem diese Leistung auch abgerufen und vor allem bis ans Limit getrieben werden kann. In der Theorie wäre dies bereits mit einem schnellen M.2-Solid-State-Modul möglich, doch fürs Erste müssen zwei (m)SATA-6GBit/s-SSDs im RAID-0-Verbund herhalten, damit die neue Schnittstelle getestet werden kann.

Zu diesem Zweck haben wir von ASUS ein externes Gehäuse mit zwei mSATA-6GBit/s-Modulen im RAID-0-Verbund erhalten. Das alleine reicht jedoch noch nicht aus. Mithilfe der ASUS AI Suite 3 muss der USB-Boost-3.1-Modus aktiviert werden.

ATTO USB3 small
Die USB-3.1-Performance beim ASUS Sabertooth X99
über den ASM1142 unter Windows 7 SP1.

Auch mit dem Sabertooth X99 kann sich die USB-3.1-Performance sehen lassen. Bei der Schreibdurchsatzrate wurden bis zu 677 MB/s erreicht, beim Lesen waren es mit höchstens 735 MB/s sogar deutlich mehr.

 

USB-3.0-Performance

Das ASUS Sabertooth X99 bietet insgesamt acht USB-3.0-Schnittstellen. Vier der Schnittstellen sind am I/O-Panel anzutreffen, die anderen vier über zwei interne Header. Wir nutzen weiterhin das USB-3.0-Gehäuse S3510BMU33T von Star Tech für unsere USB-3.0-Tests. Dank interner SATA-6G- und USB-3.0-UASP-Unterstützung (USB Attached SCSI Protocol) erzielen wir somit deutlich bessere Ergebnisse. In Verbindung mit dem neuen USB-3.0-Gehäuse verwenden wir weiterhin die SanDisk Extreme mit 120 GB-Speicherkapazität.

ATTO USB3 small
Die USB-3.0-Performance beim ASUS Sabertooth X99.
(nativ über den X99-PCH).
ATTO USB3 small
Die USB-3.0-Performance beim ASUS Sabertooth X99
über den ASM1074.

Ob nun direkt über den X99-Chipsatz oder indirekt über den ASM1074-Hub, schreibend waren mit beiden teilweise knapp über 300 MB/s möglich, wohingegen es lesend um die 270 MB/s waren. Kommt noch das Windows-8(.1)-Betriebssystem ins Spiel, sind sogar noch höhere Transferraten zu erwarten.

 

SATA-6G-Performance

ASUS hat das Sabertooth X99 mit sechs SATA-6G-Ports und zwei SATA-Express-Schnittstellen ausgestattet. Für den Test verwenden wir ebenfalls die SanDisk Extreme 120, die wir natürlich direkt an die SATA-Ports anklemmen.

ATTO USB3 small
Die SATA-6G-Performance beim ASUS Sabertooth X99.
(nativ über den X99-PCH).

Auch mit anfänglichem Schluckauf stimmte die Leistung ab der zweiten Hälfte. Das SSD wurde mit 556 MB/s im Lesen und 523 MB/s im Schreiben ordentlich unter Last gesetzt. Die Leistung stimmt im Endeffekt.

 

M.2-Performance

Wir testen auch weiterhin die M.2-Leistung. Der Vorteil bei der X99-Plattform ist natürlich, dass der M.2-Steckplatz in den meisten Fällen mit vier PCIe-3.0-Lanes an die CPU angebunden ist, wodurch die theoretische Bandbreite auf 32 GBit/s anwächst. Das Problem an der Sache ist allerdings, dass es bisher noch keine M.2-SSDs gibt, die diese Bandbreite ausreizen können. Dennoch lässt sich mit einigen aktuell am Markt befindlichen M.2-SSDs feststellen, ob zumindest mehr als 10 GBit/s übertragen werden. Für diesen Test setzen wir daher die Samsung SSD XP941 mit 512-GB-Speicherkapazität ein, die auf eine Länge von 8 cm kommt und von Samsung mit 1.170 MB/s lesend und 950 MB/s schreibend spezifiziert wurde. Als Schnittstelle nutzt das Solid State Module den M.2-16-GBit/s-Standard, was vier PCIe-2.0-Lanes entspricht.

Der M.2-Steckplatz auf dem Board ist mit vier PCIe-3.0-Lanes an den Haswell-E-Prozessor angebunden und kann theoretisch auf 32 GBit/s kommen, also umgerechnet 3,94 GB/s.

ATTO USB3 small
Die M.2-Performance beim ASUS Sabertooth X99.
(über vier PCIe-3.0-Lanes von der Haswell-E-CPU).

Das Samsung-Solid-State-Module konnte wieder freien Lauf lassen und erreichte einen Datendurchsatz von 1.081 MB/s lesend und maximal 1.034 MB/s schreibend. Das kann sich sehen lassen.


Die Taiwaner haben nun auch eine Platine aus der "The Ultimate Force"-Serie mit Intels Enthusiasten-Sockel-LGA2011v3 auf den Markt gebracht. Wenig überraschend trägt es die Bezeichnung "Sabertooth X99" und hat, genau wie das Sabertooth Z97 Mark 1 und das Sabertooth Z97 Mark S, einen Thermal Armor und den rückseitig angebrachten TUF-Fortifier erhalten, der nicht nur die generelle Stabilität erhöhen soll, sondern auch für die Kühlung von acht Buck-Convertern verantwortlich ist. Diese sorgen zusammen mit acht MOSFETs und acht Spulen "nach militärischem Standard" dafür, dass die installierte Haswell-E-CPU mit ordentlich Spannung versorgt wird. Natürlich kommt auch hier der OC-Sockel zum Einsatz, der nun auch für die anderen Mainboard-Hersteller freigegeben ist. Aufgrund des Thermal Armors konnten keine umfangreichen Spielereien, wie ein Power- oder ein Reset-Button berücksichtigt werden. Einzig der MemOK!-Button sowie zwei Jumper zum Aktivieren der CPU-Over-Voltage und zum Zurücksetzen der BIOS-Parameter befinden sich auf dem ATX-PCB.

Mit den insgesamt acht DDR4-DIMM-Speicherbänken lassen sich in der Summe 64 GB an Arbeitsspeicher verstauen und auf Wunsch sogar mit einer außerspezifischen, effektiven Taktfrequenz betreiben, wie unser Overclocking-Test gezeigt hat. Vorwiegend für Grafikkarten gedacht halten sich drei mechanische PCIe-3.0-Steckplätze bereit, die selbst mit einer Multi-GPU-Konfiguration mit drei AMD- oder NVIDIA-Grafikkarten keine Probleme bereiten werden. Davon abgesehen sind aber auch noch ein PCIe-2.0-x4- (nur zwei PCIe-2.0-Lanes) und PCIe-2.0-x1-Slot mit von der Partie. Loben können wir ASUS für den freien Platz unter dem obersten mechanischen PCIe-3.0-Erweiterungsslot, da im Falle von nur einer Dual-Slot-Grafikkarte alle weiteren Steckplätze genutzt werden können. Abgesehen von acht USB-3.0- und neun USB-2.0-Schnittstellen sind selbst zwei brandneue USB-3.1-Anschlüsse in der Typ-A-Ausführung mit dabei, mit denen eine theoretische Bandbreite von 10 GBit/s möglich sind. Vier der USB-3.0-Ports sind über zwei interne Header erreichbar.

img_5.jpg

Im Storage-Bereich hat sich ASUS für zwei SATA-Express-Schnittstellen mit jeweils 10 GBit/s (theoretisch) und sechs SATA-6G-Ports entschieden. Allesamt sind nativ über Intels X99-Chipsatz angebunden. Als erstes Sabertooth-Mainboard überhaupt ist selbst ein M.2-Slot dabei, den ASUS intelligent unter einer entnehmbaren Klappe untergebracht hat. Ein entsprechendes Modul mit einer Länge von 4,2 cm bis 11 cm findet dort problemlos seinen Platz und bekommt durch sechs Öffnungen sogar zirkulierte Luft ab. Auf diese Weise ist ein installiertes M.2-Modul nicht auf Anhieb sichtbar. Nützlich dürfte das ASUS-Hyper-Kit sein, mit dem sich selbst brandaktuelle NVMe-SSDs mit dem Sabertooth X99 nutzen lassen. Dieser "Adapter" wird einfach in den M.2-Slot gesteckt. Über das I/O-Panel sind gleich zwei Gigabit-LAN-Ports zu erreichen, wovon einer über den Intel-I218-V-PHY und der andere über den Realtek-RTL8111GR-Netzwerkcontroller kommuniziert. Die Soundausgabe erfolgt über den Realtek-ALC1150-Audio-Codec mit fünf analogen Audiobuchsen und einem TOSLink-Anschluss.

Als vorerst exklusives Feature gilt die kostenlose "TUF Detective"-App. Über einen der USB-2.0-Anschlüssen am I/O-Panel lassen sich mit einem angeschlossenen Smartphone oder Tablet mit Googles Android-Betriebssystem exklusive Funktionen wie das Ausschalten/Einschalten, Neustarten, Herunterfahren, CMOS Clear oder eine Fehlerkorrektur durchführen. Auch können Daten zum Postcode, zu den Spannungen, Temperaturen und Lüftergeschwindigkeiten in Echtzeit abgelesen werden. Beim Zubehör liegt nicht nur ein akzeptabler (optionaler) 40-mm-Lüfter bei, sondern auch jede Menge Staubabdeckungen für die gesamten Steckplätze und Anschlüsse.

Das UEFI wurde wieder einmal mit üppigen Einstellungsmöglichkeiten versehen, wo auch erfahrene Anwender durchaus auf ihre Kosten kommen. Das Navigieren fällt mit Maus und/oder Tastatur komfortabel aus. Zusätzlich wurden alle gewählten Einstellungen zu unserer vollsten Zufriedenheit in die Tat umgesetzt. Einen Patzer erlaubt sich das Sabertooth X99 dafür bei der Leistungsaufnahme im Leerlauf, der schlicht und ergreifend zu hoch ausgefallen ist. Zwar reden wir hier von einer Enthusiasten-Plattform, doch halten wir eine durchschnittliche Differenz von fast 30 Watt zu anderen X99-Mainboards schon für nicht unerheblich. Beim Preis muss sich der Interessent auf etwa 353 Euro einstellen, den wir in Anbetracht der Ausstattung und den Extras für angemessen halten.

Positive Eigenschaften des ASUS Sabertooth X99:

Negative Eigenschaften des ASUS Sabertooth X99:

Optisch und vor allem technisch hat das ASUS Sabertooth X99 einiges zu bieten. Es bringt alle aktuellen Technologien, inklusive USB 3.1 und auch eine NVMe-Unterstützung mit und stellt auch als erstes Sabertooth-Mainboard einen M.2-Slot zur Verfügung. Der einzige echte Knackpunkt ist der recht hohe Idle-Stromverbrauch. Wir haben uns aufgrund der anderen Besonderheiten dennoch dafür entschieden haben, den Excellent-Hardware-Award rauszurücken.

eh asus sabertooth x99

Alternativen? Wenn es auch etwas günstiger sein darf, dann lohnt es sich, einen Blick auf das MSI X99A SLI Krait Edition zu werfen, das eine ähnliche Ausstattung bietet, preislich jedoch ab zirka 300 Euro zu haben ist.

 

Persönliche Meinung

Ich habe nun schon einige Sabertooth-Mainboards in meinen Händen gehalten, jedoch konnte das Sabertooth X99 selbst mich überraschen - sei es das TUF-Detective-Feature oder der versteckte M.2-Steckplatz. Optisch empfinde ich das Board auch als ansprechend. Besonders positiv finde ich, dass es alle aktuellen Technologien an Bord hat, sprich USB 3.1 und sogar NVMe-Support. Wer sich für das Sabertooth X99 entscheidet, erhält eine Platine, die aktuell gesehen auf dem aktuellsten Stand ist. (Marcel Niederste-Berg)

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