MSI X99S SLI Krait Edition im Test

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IMG 4 logoIm letzten Mainboard-Artikel haben wir uns das MSI Z97S SLI Krait Edition angeschaut, bei dem die Taiwaner ein neues Optikkonzept vorgestellt haben. Zusätzlich stimmte auch der Preis sowie die Ausstattung der Platine, deshalb verdiente es sich sogar den Excellent-Hardware-Award. Im heutigen Artikel wollen wir das X99-Modell für die Haswell-E-Prozessoren durch unseren Testparcours jagen und festhalten, was sich MSI beim X99S SLI Krait Edition alles hat einfallen lassen. Vielleicht kommt ja auch hier ein Geheimtipp bei heraus?

Genau wie beim bereits getesteten Z97S SLI Krait Edition haben beim X99S SLI Krait Edition die Farben Schwarz und Weiß die Oberhand gewonnen. MSI hat in der Zwischenzeit sogar das X99A SLI Krait Edition nachgeschoben, das zwei brandneue USB-3.1-Schnittstellen mit an Bord hat. Ob es auch von dem Z97-Modell noch eins mit USB 3.1 geben wird, bleibt abzuwarten. Es dauert nicht mehr all zu lange, bis Intel die neue Skylake-Plattform enthüllt, die nicht nur die 100-Series-Chipsätze mitbringt, sondern auch den Sockel LGA1151. Das hier vorliegende X99-Board wird aber sicherlich eine längere Lebensdauer haben. 

Ohne Frage konnte MSI das X99S SLI Krait Edition weitaus großzügiger ausstatten als das Z97-Modell, was alleine den Haswell-E-Prozessoren und dem X99-Chipsatz geschuldet ist. So halten sich acht DDR4-Speicherbänke, vier PCIe-3.0-x16-Steckplätze auf mechanischer Basis, dazu zwei PCIe-2.0-x1-Slots, acht SATA-6GBit/s-Ports und eine SATA-Express-Schnittstelle bereit. Dazu kommen noch zwölf USB-3.0-, sechs USB-2.0-Buchsen, ein Gigabit-LAN-Port und auch MSIs Audio-Boost-Feature. Selbst einige Onboard-Funktionen haben es auf das Board geschafft, darunter einige Überraschungen, die wir unseren Lesern natürlich nicht vorenthalten wollen.

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Das MSI X99S SLI Krait Edition in der Übersicht.

Wie anfangs bereits erwähnt, trifft der Käufer auf die Farbkombination Schwarz-Weiß, die auch dem X99-Modell gut zu Gesicht steht. Das PCB kommt auf die Abmessungen des gewöhnlichen ATX-Formats, sodass es bei den meisten Gehäusen zu keinen Problemen kommen dürfte.

Die Spezifikationen

Und so sehen die technischen Eigenschaften aus:

Die Daten des MSI X99S SLI Krait Edition in der Übersicht
Mainboard-Format ATX
Hersteller und
Bezeichnung
MSI
X99S SLI Krait Edition
CPU-Sockel LGA2011-v3
Straßenpreis ca. 255 Euro
Homepage http://de.msi.com/
Northbridge-/CPU-Features
Chipsatz Intel X99 Express Chipsatz
Speicherbänke und Typ 8x DDR4 (Quad-Channel)
Speicherausbau max. 128 GB (mit 16-GB-DIMMs)
SLI / CrossFire SLI (3-Way), CrossFireX (3-Way)
Onboard-Features
PCI-Express

4x PCIe 3.0 x16 (x16/-/-/-, x16/x16/-/-, x16/x16/-/x8 mit Core i7-5930K und 5960X); (x16/-/-/-, x16/x8/-/-, x8/x8/x8/- mit Core i7-5820K)
2x PCIe 2.0 x1

PCI -
Serial-ATA-, SAS- und 
ATA-Controller

8x SATA 6G (6x mit RAID 0, 1, 5, 10) über Intel X99
1x SATA Express 10 GBit/s über Intel X99
1x M.2 mit 32 GBit/s

USB

12x USB 3.0 (8x am I/O-Panel, 4x über Header) 6x direkt über Intel X99, 4x über VIA VL805, 2x über ASMedia ASM1042AE
6x USB 2.0 (2x am I/O-Panel, 4x über Header) über Intel X99

Grafikschnittstellen -
WLAN / Bluetooth -
Thunderbolt -
LAN

1x Intel I210-AT Gigabit-LAN

Audio 8-Channel Realtek ALC1150 Audio Codec

Die Verpackung ist exakt genauso gestaltet worden wie beim Z97S SLI Krait Edition. Auf dem sonst tiefschwarzen Karton prangen oben links das MSI-Logo, rechts gegenüber zwei Intel-Logos. Links mittig ist die Modellbezeichnung zu sehen, während rechts davon die schwarz-weiße Schlange abgebildet wurde, deren Maul weit aufgerissen ist.

Das mitgelieferte Zubehör

Innerhalb der Verpackung befand sich neben dem Mainboard selbst noch folgendes Zubehör:

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Auch beim Zubehör gibt es hingegen einen Unterschied zum Z97-Modell. MSI legt nicht nur die I/O-Blende, das Mainboard-Handbuch inklusive Support-Datenträger und einen Quick-Start-Guide in den Karton, sondern auch noch eine 2-Wege-SLI-Brücke, sechs SATA-Kabel und die M-Connectors.


Der X99-Chipsatz wurde im Vergleich zum X79-Vorgänger auf den technischen Stand des aktuellen Z97-PCHs gebracht, bringt allerdings vier weitere native SATA-6G-Ports mit. Identisch ist dagegen die Bereitstellung von sechs USB-3.0-Schnittstellen. Auch bietet die Southbridge weiterhin maximal acht PCIe-2.0-Lanes, die weiterhin sehr knapp werden können, vorwiegend bei teureren High-End-Platinen.

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Der VRM-Bereich beim MSI X99S SLI Krait Edition.

Nachdem wir beide Kühler abgenommen haben, erhalten wir einen freien Blick auf den VRM-Bereich. Links und rechts neben dem Sockel LGA2011v3 wurden jeweils vier DDR4-DIMM-Speicherbänke untergebracht, die zusammen eine Arbeitsspeicher-Kapazität von satten 128 GB aufnehmen können. Dabei wird jede 4-DIMM-Slot-Gruppe von jeweils zwei Phasen mit Strom versorgt. MSI gibt die Speicherbänke bis zu einer effektiven Taktfrequenz von DDR4-3333 frei, was schon sehr ordentlich ist.

Direkt über dem CPU-Sockel wurden zwölf Dr.MOS-MOSFETs und ebenfalls zwölf "Super Ferrite"-Spulen verbaut. Auf den MOSFETs steht die Modellbezeichnung "DE28AC 5823DC". Vom Netzteil aus lassen sich ein 8-poliger- und ein zusätzlicher 4-poliger-ATX-+12V-Stromstecker anschließen. Dies bedeutet, dass das Board zusätzliche 528 Watt aus dem Netzteil ziehen kann und eine Menge Luft für das CPU-Overclocking offenhält. Generell setzen die Taiwaner auch bei diesem Mainboard auf das Military-Class-4-Feature, das zum einen aus den bereits erwähnten Dr.MOS-Spannungswandlern sowie aus den HI-C-Caps, den Spulen und den Dark-Cap-Kondensatoren besteht.

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Ein PWM-Controller von Intersil übernimmt das Ruder der 12 Spulen.

Rechts im Bild ist der VIA VL805-USB-3.0-Host-Controller zu sehen, der vier USB-3.0-Schnittstellen vom I/O-Panel ansteuert. Weiter links ist der Intersil ISL6388 zu sehen. Der digitale Green-PWM-Controller hat die Fähigkeit erhalten, höchstens sechs Phasen oder in diesem Fall Spulen zu steuern. Doch ist er natürlich mit den insgesamt zwölf Spulen völlig überfordert, sodass an dieser Stelle Unterstützung dringend gefragt ist.

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Rückseitig wurden sechs Phasen-Doubler angebracht.

Wird das Mainboard einmal umgedreht, sind genau im VRM-Bereich diese sechs kleinen Chips zu sehen, bei denen es sich um Phasen-Doubler handelt. Der ISL6388 ist mit diesen sechs Phasen-Doublern im engen Kontakt. Jeder der Phasen-Doubler ist dafür für die Ansteuerung von zwei Spulen verantwortlich. Auf diese Weise lassen sich die zwölf Spulen mittels eines PWM-Controllers mit 6-Phasen-Support nutzen.

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Die rückseitigen Phasen-Doubler im Detail.

MSI hat sich, wie beim X99S XPOWER AC, für die ISL6617-Phasen-Doubler entschieden, die ebenfalls von Intersil stammen.

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Zwei zusätzliche PWM-Controller für die acht DDR4-DIMM-Slots werden dringend benötigt.

MSI setzt für die Speicherbänke zwei PWM-Controller von Powervation ein. Sie tragen die Bezeichnung "PV3203" und arbeiten mit jeweils zwei Phasen bereits am Limit. Oberhalb davon sind die Lötpunkte für eine Diagnostic-LED vorhanden, doch MSI hat auf eine solche verzichtet.


Schauen wir uns nun die Erweiterungsslots im Detail an.

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MSI hat sich für eine gute Auswahl an Erweiterungsslots entschieden.

Dem Anwender werden vier mechanische PCI-Express-3.0- und zwei PCIe-2.0-x1-Slots bereitgestellt. Während die beiden kleinen schwarzen Steckplätze über den X99-Chipsatz angebunden sind, arbeiten die vier großen Slots über die Haswell-E-CPU. Auf Wunsch lassen sich auch drei AMD- oder NVIDIA-Grafikkarten in einem Multi-GPU-Setup unterbringen. Je nach gewählter CPU fällt die Verteilung bei drei Grafikkarten unterschiedlich aus. Die folgenden beiden Tabellen verdeutlichen die Verteilung der 28 respektive 40 PCIe-3.0-Lanes.

PCIe-Slots und deren Lane-Anbindung mit dem Core i7-5820K (28 Lanes)
 PCIe-Slot 1PCIe-Slot 3PCIe-Slot 5PCIe-Slot 6
Single-GPU-Betrieb x16 - - -
Zwei Grafikkarten im 2-Way SLI/CrossFireX-Verbund x16 x8 - -
Drei Grafikkarten im 3-Way SLI/CrossFireX-Verbund x8 x8 x8 -

 

PCIe-Slots und deren Lane-Anbindung mit dem Core i7-5930K und Core i7-5960X (40 Lanes)
 PCIe-Slot 1PCIe-Slot 3PCIe-Slot 5PCIe-Slot 6
Single-GPU-Betrieb x16 - - -
Zwei Grafikkarten im 2-Way SLI/CrossFireX-Verbund x16 x16 - -
Drei Grafikkarten im 3-Way SLI/CrossFireX-Verbund x16 x16 - x8

Das Gute gleich vorweg - der M.2-Slot kann generell mit vier PCIe-3.0-Lanes angesprochen werden, was es ihm ermöglicht, auf eine theoretische Bandbreite von 32 GBit/s zu kommen, was umgerechnet etwa 3,94 GB/s entspricht. Werden allerdings drei Grafikkarten genutzt, ist sind der Core i7-5930K und der Core i7-5960X mit ihren 40 Lanes im Nachteil. Dadurch, dass zwei Grafikkarten mit jeweils 16 Lanes versorgt werden und die dritte Karte noch mit acht Leiterbahnen angesprochen wird, sind bereits alle 40 Lanes aufgebraucht. In diesem Fall arbeitet der M.2-Steckplatz mit zwei PCIe-2.0-Lanes, demnach also mit maximal theoretischen 10 GBit/s. Anders dagegen mit dem Core i7-5820K, dem kleinsten Haswell-E-Prozessor. Werden ihm drei Grafikkarten zugeteilt, arbeiten alle drei mit jeweils acht Lanes, sodass noch genau vier PCIe-3.0-Lanes für die M.2-Schnittstelle übrig bleiben.

Wird der M.2-Slot mit zwei PCIe-2.0-Lanes angesprochen, fällt zudem der SATA-Express-Anschluss weg, der sich in diesem Fall die Anbindung an den X99-Chipsatz teilt. Realistisch betrachtet kommt es jedoch in seltenen Fällen zu einer 3-Way-Multi-GPU-Konfiguration, in der Regel werden wenn überhaupt zwei Grafikkarten verbaut, sodass es bis auf den Lane-Nachteil beim Core i7-5820K keine Rolle spielt, welcher Haswell-E-Prozessor nun im CPU-Sockel sitzt. In diesem Fall kann der Anwender in jedem Fall ein Solid-State-Modul mit einer Länge von 4,2 cm, 6 cm oder 8 cm einsetzen.

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Die nativen Storage-Anschlussmöglichkeiten werden ausgeschöpft.

Neben den beiden USB-3.0-Header (vier USB-3.0-Schnittstellen nativ über den Intel-X99-Chipsatz), wovon einer sogar um 90 Grad angewinkelt wurde, kann der Anwender auf acht SATA-6GBit/s-Ports und eine SATA-Express-Schnittstelle zurückgreifen. Letztere besteht aus zwei nativen SATA-6GBit/s-Buchsen und können alternativ auch als solche verwendet werden.

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Das I/O-Panel beim MSI X99S SLI Krait Edition.

An USB-Anschlüssen mangelt es definitiv nicht. Alleine acht USB-3.0-Buchsen und dazu zwei USB-2.0-Anschlüsse stehen bereit. Natürlich darf auch ein Gigabit-LAN-Port nicht fehlen. Mit dabei ist außerdem eine PS/2-Schnittstelle, ein CMOS-Clear-Button, fünf analoge Audiobuchsen ein TOSLink-Anschluss.

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Links am Rand des PCBs wurden sogar einige Spannungsmesspunkte hinterlassen.

Als SuperI/O-Chip wurde der Nuvoton NCT6792D+ vorgesehen, der die Spannungen, Temperaturen und die Lüftergeschwindigkeiten überwacht. Auch lassen sich durch ihn die Lüfterdrehzahlen manuell beeinflussen. Eine Überraschung sind die direkt links benachbarten Spannungsmesspunkte, die MSI V-Checkpoints-Lite nennt. Dabei lassen sich mit einem handelsüblichen Multimeter folgende Spannung im Detail auslesen: CORE, PCH1P05 (PCH 1,05V), VCCP, VPP_01, DDR_01, DDR_23 und VPP_23.

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Ein anständiger Onboard-Sound ist auch dabei.

Gut zu erkennen ist die Isolierung sämtlicher Audio-Komponenten vom restlichen PCB mithilfe einer künstlich eingelassenen und rückseitig beleuchteten Leiterbahn. Auf diese Weise sollen mögliche Störgeräusche vermieden und somit eine qualitativ hohe Audiowiedergabe gewährleistet werden. Unter dem ebenso beleuchteten Audio-Boost-EMI-Shield ist Realteks ALC1150 untergebracht, der seit den ersten Sockel-LGA1150-Mainboards weit verbreitet ist. Der Sound Codec wird von zwei OPA1652-Amplifiern von Texas Instruments begleitet, die das eingehende Audiosignal unter anderem für Kopfhörer mit einer sehr hohen Impedanz von 600 Ohm verstärken sollen. Zusätzlich werden die Audiosignale durch hochwertige Chemi-Con-Kondensatoren aus dem Hause Nippon gefiltert und anschließend an die vergoldeten analogen Audiobuchsen weitergeleitet. Die Audio-Lösungen der Konkurrenz sehen bei den höherpreisigen Mainboard-Modellen ziemlich ähnlich aus.


Darüber hinaus hat MSI auch noch einige Onboard-Funktionen hinterlassen, die wir uns nun anschauen werden.

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Das X99-Modell hat einige Onboard-Features erhalten.

Beim Z97S SLI Krait Edition muss der Käufer auf jeglichen Onboard-Komfort verzichten, doch beim X99S SLI Krait Edition nicht. An der Unterseite wurde nicht nur ein Power- und Reset-Button untergebracht, sondern auch der bekannte OC-Genie-Taster, mit dem eine leichte Auto-Übertaktung vorgenommen werden kann. Mittels des OC_SW1-Switches kann zwischen Gear 1 und 2 umgeschaltet werden. Im ersten Gear wird der Prozessor ein wenig mit automatischen Settings übertaktet, Gear 2 übertaktet den Prozessor noch weiter und hebt gleichzeitig den BCLK etwas an. Eine blaue und rote LED zeigen den aktuell aktiven Gear an.

Direkt rechts daneben hält sich auch der FastB1-Knopf bereit, durch dessen Betätigung ein schneller Startvorgang ins BIOS erfolgt. Auch an der Stelle der Buttons wurden zwei Lötpunkte hinterlassen, die für einen Plus- und Minus-Taster zum Erhöhen oder Reduzierung der Base-Clock-Frequenz gedacht wären. MSI hat sie jedoch nicht mit verbaut.

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Gigabit-LAN wird durch einen Intel-Netzwerkcontroller ermöglicht.

Der Netzwerk-Chip: Zwar ist es kein Intel-I218-V-PHY, doch der Intel-I210-AT erfüllt auch seinen Zweck. Auch er kommt mit einer maximalen Datenübertragung von 1 GBit/s zurecht, also umgerechnet etwa 125 MB/s.

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Zwei USB-3.0-Anschlüsse arbeiten über einen Hostcontroller von ASMedia.

Für die USB-3.0-Erweiterung ist kein geringerer als der ASM1042AE verantwortlich, der allein zwei USB-3.0-Schnittstellen managen kann. An genau dieser Stelle sitzt beim MSI X99A SLI Krait Edition der ASM1142, der USB-3.1-Hostcontroller. Da der Chip pinkompatibel ist, war es für MSI einfach, ihn auszutauschen. 

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Einigen BIOS-Komfort gibt es noch obendrauf.

Ganz unten ist die SATA-Express-Schnittstelle nochmal zu sehen. Oberhalb davon halten sich jedoch auch zwei Schalter auf. Mit dem Rechten kann der Anwender von BIOS A auf BIOS B umschalten. Oben links ist noch ein Schalter mit der Aufschrift "SLOW_1", der den Slow Mode aktiviert. Demnach ist das X99S SLI Krait Edition selbst für den Einsatz einer LN2-Kühlung vorbereitet.

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Das MSI X99S SLI Krait Edition nochmal in der Übersicht.

Im Grunde haben die Taiwaner das gesamte Layout gut durchdacht, wenn wir von dem obersten PCIe-3.0-x16-Steckplatz absehen, der bei großen Luftkühlern im Weg sein könnte. An alle anderen Stellen sind wir außerdem sehr gut herangekommen. Zur Effektivität der Lüftersteuerung können wir nur wenig berichten. Als CPU-Kühler setzten wir erneut den NZXT KRAKEN X40 ein.

Trotz allem bietet das UEFI eine ordentliche Anpassung der Lüfter an. Immerhin lassen sich beachtliche sieben Lüfter anklemmen. Dafür sorgen sieben 4-polige FAN-Header. Für jeden Lüfter lässt sich die Lüfterkurve auf die eigenen Wünsche in vier Stufen manuell anpassen. Doch selbst die Standard-Settings arbeiten bereits zufriedenstellend ruhig. Liegt die CPU-Temperatur unterhalb der 40-Grad-Marke, drehen sich die Lüfter mit nur 12,5 Prozent der maximalen Drehzahl. Die nächsten beiden Hürden werden per Default bei 55 Grad und 70 Grad Celsius festgelegt, wodurch der/die Lüfter auf 37,5 Prozent respektive 62,5 Prozent beschleunigt werden. Wird die 85-Grad-Marke erreicht, arbeiten die Lüfter schließlich mit der vollen Drehzahl.

MSI hat auch bei den neuen Haswell-E-Mainboards das "Guard-Pro"-Feature hinzugefügt, welches in sechs Unter-Features gegliedert ist: Circuit Protection (Kurzschlussschutz),  Humidity Protection (Schutz vor hoher Luftfeuchtigkeit), High Temperature Protection (Schutz vor hohen Temperaturen), ESD Protection (Schutz vor elektrostatischer Entladung), EMI Protection (Schutz vor elektromagnetischen Interferenzen), ECO Power (Energieeinsparung durch Deaktivierung nicht benötigter Onboard-Chips).


BIOS

Zuvor war die BIOS-Version N.2 vorinstalliert. Doch MSI bietet mittlerweile auch schon Version N.3 an, die wir natürlich gleich aufgespielt haben. Denn diese Version bringt noch einige Verbesserungen mit, die da wären:

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Die UEFI-Oberfläche beim MSI X99S SLI Krait Edition.

Die Grundstruktur der UEFI-Oberfläche wurde beim X99S SLI Krait Edition nicht verändert und von den aktuellen Sockel 1150-Mainboards von MSI übernommen. Beim jeweiligen Mainboard-Modell können sich rein die Menüpunkte unterscheiden. Speziell für die Krait-Edition-Mainboards wurden passenderweise die Farben Weiß und Schwarz verwendet. Ganz oben werden zu jedem Zeitpunkt beim X99S SLI Krait Edition das installierte Prozessormodell, dessen Taktfrequenz und die Arbeitsspeicher-Kapazität inkl. Takt angezeigt. Unter der Uhrzeit und dem Datum kann die aktuell vorliegende BIOS-Version abgelesen werden. Darunter lassen sich ganz bequem die Boot-Prioritäten per Drag & Drop-Verfahren festlegen. Auf der linken Seite erhält der Anwender einen ersten Überblick über die CPU- und die Mainboard-Temperatur. Der virtuelle "OC Genie"-Button ist dabei mit der Maus klickbar, sodass diese Funktion dann auch aktiviert ist. Ergänzt wurde noch ein weiterer virtueller Knopf, mit der die XMP-Funktion direkt aktiviert werden kann.

Der erste Punkt der insgesamt sechs "Settings" stellt neben dem "System Status" die "Advanced"-Einstellungen bereit. Letztere sind bereits grundlegend bekannt. Dort lassen sich alle Board-bezogenen Einstellungen finden, die die Onboard-Komponenten betreffen. Die Punkte "Boot", "Security" und "Save & Exit" sind dabei selbsterklärend. Das Hauptaugenmerk des Boards ist zweifelsohne das Overclocking. Die extrem umfangreichen OC-Funktionen sind im Menüpunkt "OC" zu finden. MSI lässt für Overclocking-Enthusiasten keine Wünsche offen. Dazu aber später mehr. Die integrierte Instant-Flash-Funktion hat auch beim heutigen Testkandidaten einen eigenen Menüpunkt erhalten. Entweder lässt sich das aktuelle BIOS auf einen Datenträger speichern oder andersherum von einem Datenträger aus aktualisieren. Genau so ist es den Overclocking-Profilen ergangen. Insgesamt können sechs verschiedene OC-Konfigurationen hinterlegt werden. MSI hat auch dieses Mal an eine Import- und Export-Funktion gedacht.

Der vorletzte Punkt ist der "Hardware Monitor", der wichtige ausgelesene Daten aufzeigt, wie eben die Temperaturen, Spannungen und Lüfterdrehgeschwindigkeiten. Zusammen mit dem CPU-FAN-Header können in der Summe fünf Lüfter gesteuert werden. Jeder Lüfter kann mit vier Stufen in einer automatischen oder manuellen Lüfterkurve angepasst werden. Der letzte Menüpunkt umfasst den "Board Explorer", der übersichtlich aufzeigt, in welchem Slot oder sonstigem Anschluss welche Komponente installiert ist. Dies erspart den Blick ins eigene Gehäuse und dient rein dem Komfort.

Eine der größten Veränderungen und Verbesserungen ist die nun integrierte "Favorites"-Funktion, die man in ähnlicher Art und Weise bereits bei ASUS und neuerdings auch bei ASRock antrifft. MSI jedoch bietet nicht nur eine Favoritenseite an, sondern gleich fünf, was wiederum neue Möglichkeiten eröffnen dürfte. Denkbar einfach gestaltet sich zudem das Hinzufügen der meistgenutzten Funktionen. Hierzu reicht ein Rechtsklick mit der Maus aus, woraufhin sich prompt ein kleines Fenster öffnet und der Anwender sich entscheiden kann, zu welcher der fünf Favoritenseiten die ausgewählte Funktion hinzugefügt werden soll.

Auch dieses Mal konnte das UEFI von MSI auf ganzer Linie überzeugen. Sämtliche ausgewählte Einstellungen wurden problemlos und korrekt umgesetzt. Der Anwender hat dabei die Auswahl, ob er sich per Maus und/oder mit der Tastatur durch die Menüs bewegt.

 

Overclocking

Ohne Frage haben wir uns auch das Overclocking-Verhalten des MSI X99S SLI Krait Edition angeschaut. Auch wenn das Mainboard nicht primär zum Übertakten konzipiert wurde, so stellt es trotzdem zahlreiche Funktionen im UEFI bereit, die wir als komplett bezeichnen. Soll heißen, dass sich selbstverständlich der Prozessor und der Arbeitsspeicher übertakten, aber auch sämtliche Spannungen anpassen lassen.

Der BCLK jedenfalls ist bereit, von 90,90 MHz bis 300 MHz in angenehmen 0,06-MHz-Schritten bewegt zu werden. Bei der CPU-Spannung werden einem neben dem Override- und Offset-Modus noch der Adaptive- sowie die beiden Hybrid-Modi Adaptive+Offset und Override+Offset geboten. In Verbindung mit den ersten beiden Modi beträgt der wählbare Spannungskorridor 0,800 Volt bis 2,100 Volt, beim Offset-Modus hingegen -0,990 Volt bis +0,990 Volt, jeweils in sehr feinen 0,001-Volt-Intervallen. Die restlichen Overclocking-Eigenschaften haben wir in einer Tabelle zusammengefasst.

Die Overclocking-Funktionen des MSI X99S SLI Krait Edition in der Übersicht
Base Clock Rate 90,90 MHz bis 300 MHz in 0,06-MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,800 V bis 2,100 V in 0,001-V-Schritten (Fixed-Modus)
-0,990 V bis +0,990 V in 0,001-V-Schritten (Adaptive- und Offset-Modus)
DRAM-Spannung 0,600 V bis 2,000 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-VCCIN-Spannung 1,200 V bis 3,040 V in 0,001-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-Ring-Spannung

0,800 V bis 2,100 V in 0,001-V-Schritten (Fixed-Modus)
-0,990 V bis +0,990 V in 0,001-V-Schritten (Adaptive- und Offset-Modus)

CPU-SA-Spannung 0,800 V bis 1,850 V in 0,001-V-Schritten (Fixed-Modus)
-0,990 V bis +0,990 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)
CPU-IO-Analog/Digital-Spannung 0,700 V bis 2,300 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCH-Core-Spannung 0,700 V bis 2,320 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen PCH1,5V, DRAM CHA/B VPP Voltage, DRAM CHC/D VPP Voltage, DRAM CHA/B VREF Voltage
DRAM CHC/D VREF Voltage
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 91 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
Weitere Besonderheiten UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE (C6/C7), EIST
Turbo-Modus (All Cores, By number of active cores),
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und vier optionale Fans, Short Duration Power Limit,
Long Duration Maintained, Long Duration Power Limit, Primary Plane Current Limit
Memory Try It!, VR 12VIN OCP Expander

Wir haben unseren Overclocking-Versuch bei 4,4 GHz mit einer Spannung von 1,3 Volt begonnen, was unserem Core i7-5960X allerdings nicht genügte. Wir mussten die VCore in 0,005-Volt-Schritten erhöhen, bis das Ganze bei 1,340 Volt stabil lief.

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Bestes Ergebnis mit dem 1.0-Strap: 4,4 GHz bei 1,341 Volt

Im Vergleich zum hauseigenen X99S SLI PLUS befindet sich das Ergebnis in keinem so guten Licht. Mit letzterer Platine konnten wir den Core i7-5960X bei 4,4 GHz mit einer Spannung von 1,317 Volt betreiben, sodass eine Differenz zum X99S SLI Krait Edition trotz umfangreicherem VRM-Bereich um 0,024 Volt vorliegt. Allerdings sind natürlich auch Unterschiede bei den Samples denkbar. 

Wir werfen auch weiterhin einen Blick auf das RAM-Overclocking bei der Haswell-E-Plattform. Zu diesem Zweck verwenden wir vier DIMMs mit jeweils 4 GB Speicherkapazität des Typs "G.Skill RipJaws4 DDR4-3000". Im ersten Test kontrollieren wir die Funktionalität des XMP und im zweiten ohne Verwendung des XMP-Features.

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4x 4GB G.Skill RipJaws4 DDR4-3000
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Ohne XMP konnten wir minimal schärfere Latenzen festlegen.

Das Extreme Memory Profile wurde leider nicht ohne Schwierigkeiten angenommen. Hatten wir das Profil aktiviert, bootete Windows nicht mehr ordnungsgemäß. Selbst manuelle Werte brachten keinen erwünschten Erfolg. So blieb es bei DDR4-2666. Hier muss MSI also nochmal ran und im BIOS ein paar Stellschrauben drehen.

Auf der Treiber- und Software-DVD lässt sich das MSI/Intel Extreme Tuning Utility finden, das der eine oder andere bereits schon kennt:

MSI/Intel Extreme Tuning Utility.

Das XTU ermöglicht das Overclocking der CPU und des Arbeitsspeichers direkt unter Windows. Mit integriert ist auch ein Hardware-Monitor, womit sich die CPU-Temperatur, deren aktuell anliegende Taktfrequenz und andere interessante Punkte überwachen lassen. Neben den Taktfrequenzen für CPU und RAM ist auch gleich die Spannung regulierbar. Die Aktivierung der gewählten Einstellungen erfolgt nicht in Echtzeit, Änderungen werden vorerst zwischengespeichert. Erst nach einem Neustart des Systems sind die Settings dann auch aktiv. Hinterher kann die Konfiguration auch gleich mit dem implementierten Stress-Test auf Stabilität geprüft werden. Wurden die passenden und stabilen Einstellungen gefunden, können sie in praktischen Profilen hinterlegt werden.

MSI ECO Center

Ein weiteres Software-Feature hat uns darüber hinaus besonders interessiert, das MSI ECO Center. Dahinter verbirgt sich das ECO-Power-Teilfeature, welches wiederum ein Teil des neuen Guard-Pro ist. Die Idee dahinter ist, nicht benötigte Komponenten, Anschlüsse und Slots zu deaktivieren, um die Leistungsaufnahme noch weiter nach unten zu drücken. Die Taiwaner selbst versprechen sich eine bis um 29 Prozent höhere Effizienz. Dann schauen wir uns das mal die Praxis an.

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MSIs ECO-Center.

Leider lässt sich nur sehr wenig abschalten. Darunter fallen lediglich der CPU-FAN-Header, drei weitere System-FAN-Header und die zwei USB-3.0-Ports über den X99-Chipsatz. Zum Ausschalten muss das jeweilige Blitz-Symbol aus dem Kästchen entfernt und im Anschluss unten auf "Apply" geklickt werden.

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MSIs ECO-Center.

Wir haben alles, bis auf den CPU-FAN-Header, deaktiviert. Allerdings ist auch klar, dass die Ersparnis nicht der Rede wert ist.

In der folgenden Bildergalerie sind nochmal alle BIOS-, XTU- und Eco-Center-Screenshots einsehbar:

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Mit diesem Testsystem haben wir das MSI X99S SLI Krait Edition getestet:

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz.

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version.

Seit der Einführung der Nehalem-Prozessoren und der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 2133 MHz und 15-15-15-35 2T - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim MSI X99S SLI Krait Edition ist allerdings alles so, wie es zu erwarten wäre: Die Turbo-Modi laufen korrekt und auch keine versteckte Übertaktung ist aktiv.

Wir testen allerdings nur noch sechs Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2011, 3DMark 2013, SuperPi 8M, Cinebench R11.5, Cinebench R15 und Sisoft Sandra 2014 Memory Benchmark:

3DMark 2013

Fire Strike

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

3DMark 2011

Performance-Mode

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R11.5 CPU

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R15 CPU

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

SiSoft Sandra 2014

Memory Benchmark

Bandbreite in GB/s
Mehr ist besser

SuperPi 8M

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Wie schon zuvor erwartet wurde, liegen die Werte des MSI X99S SLI Krait Edition dicht bei den anderen Probanden. Bei demselben Restsystem ist das allerdings auch kein Wunder.

Auch weiterhin werden wir die Bootzeit protokollieren. Wir messen die Zeit in Sekunden, wie lange das Mainboard benötigt, um alle Komponenten zu initialisieren und mit dem Windows-Bootvorgang beginnt.

Bootzeit

Vom Einschalten bis zum Windows-Bootvorgang

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Das MSI X99S SLI Krait Edition benötigte 22,29 Sekunden für die reine Initialisierung der Komponenten und damit von den drei Boards am längsten. Verglichen mit dem deutlich besser ausgestatteten ASUS Rampage V Extreme ist auch diese Zeit eher unverständlich.


Neben der wichtigen Performance ist auch der Stromverbrauch des heimischen PCs kein unwichtiges Kriterium. Was man häufig unterschätzt, ist die Tatsache, dass selbst die verschiedenen Mainboard-Modelle der zahlreichen Hersteller unterschiedlich viel Strom aus der Steckdose ziehen. Ein Grund dafür sind die verschieden eingesetzten BIOS-Versionen, die teilweise die von Intel referenzierten Stromsparmechanismen schlecht oder gar falsch umsetzen oder dass Onboardkomponenten sich eigentlich deaktivieren sollten, wenn diese entweder durch dedizierte Hardware ersetzt wurden oder einfach nicht verwendet werden. Darüber hinaus kann aber manchmal auch die Stromversorgung verantwortlich gemacht werden, wenn unter Default Settings mehr Energie zur Verfügung gestellt wird, als eigentlich benötigt wird. Genau deswegen spielt die Effizienz eine wichtige Rolle. Wenn die Effizienz der Stromversorgung nun also schlecht ausfällt, wird mehr Strom verbraucht. Zu unterschätzen ist hierbei aber auch die Software nicht, sodass sie ebenfalls gut abgestimmt sein muss, damit eine zufriedenstellende Effizienz gegeben ist.

Das MSI X99S SLI Krait Edition hat einige Zusatz-Controller erhalten. Ein LAN-Controller, zwei USB-3.0-Chips und ein Audio-Codec tragen ihren Teil zum Stromverbrauch bei.

Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 11.5 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-spanTest, Vollauslastung). Die jeweiligen Werte entsprechen dem System-Gesamtverbrauch.

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Für den ersten Test sind die Default Settings aktiv, sodass der Großteil der Onboardkomponenten bereits aktiviert ist. Die Grafikausgabe erfolgt über die Radeon HD 7850. Wie bereits weiter oben geschrieben, sind alle Stromspar-Features eingeschaltet, was mit den Werten einer manuellen Konfiguration anscheinend gut umgesetzt wurde.

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Es ist keine Überraschung, dass das X99S SLI Krait Edition im Leerlauf genauso viel Watt aus der Steckdose zieht wie das X99S SLI PLUS. Die Differenz beträgt nur 0,1 Watt, die zu vernachlässigen sind. Doch liegt der Wert von 57,7 Watt noch im Durchschnitt.

Leistungsaufnahme

Cinebench R11.5 CPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Unter Teillast zeigt es sich dann mit 161,7 Watt von der besseren Seite. Einzig das Gigabyte GA-X99M-Gaming 5 war um 1,2 Watt effizienter.

Leistungsaufnahme

Prime95

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Gleiches Spiel auch mit voller Systembelastung. Das MSI X99S SLI Krait Edition schnappt sich den zweiten Platz, das mit 1,6 Watt hinter dem Gigabyte GA-X99M-Gaming 5 hinterherhinkt.

Spannungen (Prime95)

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Spannungstechnisch gab es keine unerwarteten Abweichungen. Die VCore lag auch in diesem Fall bei 1,067 Volt.

 

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sämtliche USB-3.0- und SATA-Controller sind hier beispielsweise deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber alle energiesparenden Features werden zusätzlich manuell aktiviert. Die Radeon HD 7850 ist weiterhin die primäre Grafikkarte.

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Leistungsaufnahme

Cinebench R11.5 CPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Leistungsaufnahme

Prime95

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Spannungen (Prime95)

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Beim MSI X99S SLI Krait Edition gab es nichts abzuschalten, daher ergeben sich dieselben Ergebnisse.

Im Idle hält sich das MSI X99S SLI Krait Edition eher im Mittelfeld auf. Die Stärken werden jedoch unter Last ausgespielt, wo es sich von seiner besseren Seite zeigt.


USB-3.0-Performance

MSI hat das X99S SLI Krait Edition mit insgesamt zwölf USB-3.0-Schnittstellen ausgestattet. Am I/O-Panel können auf acht Stück direkt zugegriffen werden, die restlichen vier sind über zwei interne Header realisiert worden. Dieses Mal können wir drei Tests absolvieren. Einmal nativ über den X99-Chipsatz, ferner über den VL805 von VIA und einmal über den ASM1042AE. Wir nutzen weiterhin das USB-3.0-Gehäuse S3510BMU33T von Star Tech für unsere USB-3.0-Tests. Dank interner SATA-6G- und USB-3.0-UASP-Unterstützung (USB Attached SCSI Protocol) erzielen wir somit deutlich bessere Ergebnisse. In Verbindung mit dem neuen USB-3.0-Gehäuse verwenden wir weiterhin die SanDisk Extreme mit 120 GB-Speicherkapazität.

ATTO USB3 small
Die USB-3.0-Performance beim MSI X99S SLI Krait Edition
(nativ über den X99-PCH).
ATTO USB3 small
Die USB-3.0-Performance über den VIA VL805.
ATTO USB3 small
Die USB-3.0-Performance über den ASM1042AE.

Die Resultate zeigen eindeutig, dass die Leistung über den X99-Chipsatz wieder einmal am höchsten ausfällt. Dabei kann die 300-MB/s-Marke im Schreiben als geknackt bezeichnet werden. Im Lesen wurden immer noch anständige 272 MB/s erreicht. Vor allem der VIA VL805 hat in unserem Test eher enttäuscht. Die Schreibrate kam nur auf etwa 210 MB/s, wohingegen lesend mit 244 MB/s etwas bessere Werte erzielt wurden. Übrig bleibt noch der ASM1042AE, der sich zwischen den beiden Ergebnissen platzieren darf. Seine Leistung reichte aus, um das Laufwerk im Lesen auf maximal 239 MB/s und im Schreiben auf höchstens 279 MB/s zu beschleunigen.

 

SATA-6G-Performance

Das MSI X99S SLI Krait Edition stellt acht native SATA-6G-Ports und eine SATAe-Schnittstelle bereit. Für den Test verwenden wir ebenfalls die SanDisk Extreme 120, die wir natürlich direkt an die SATA-Ports anklemmen.

ATTO USB3 small
Die SATA-6G-Performance beim MSI X99S SLI Krait Edition
(nativ über den X99-PCH).

Der X99-Chipsatz holt mit einer Lesedurchsatzrate von höchstens 557 MB/s und einer Schreibrate von 525 MB/s auch dieses Mal wieder alles aus dem SSD heraus.

 

M.2-Performance

Unsere Leser haben sich gewünscht, dass wir uns die M.2-Leistung genauer anschauen. Genau das haben wir mittlerweile in unsere Mainboard-Tests mit eingebaut. Der Vorteil bei der X99-Plattform ist natürlich, dass der M.2-Steckplatz in den meisten Fällen mit vier PCIe-3.0-Lanes an die CPU angebunden ist, wodurch die theoretische Bandbreite auf 32 GBit/s anwächst. Das Problem an der Sache ist allerdings, dass es bisher noch keine M.2-SSDs gibt, die diese Bandbreite ausreizen können. Dennoch lässt sich mit einigen aktuell am Markt befindlichen M.2-SSDs feststellen, ob zumindest mehr als 10 GBit/s übertragen werden. Für diesen Test setzen wir daher die Samsung SSD XP941 mit 512-GB-Speicherkapazität ein, die auf eine Länge von 8 cm kommt und von Samsung mit 1170 MB/s lesend und 950 MB/s schreibend spezifiziert wurde. Als Schnittstelle nutzt das Solid State Module den M.2-16-GBit/s-Standard, was vier PCIe-2.0-Lanes entspricht.

ATTO USB3 small
Die M.2-Performance beim MSI X99S SLI Krait Edition
(über vier PCIe-3.0-Lanes von der CPU).

Trotz anfänglichem Schluckaufverhalten stimmt die Performance im späteren Verlauf absolut überzeugend. Es wurden schreibend 1.025 MB/s und lesend sogar 1.086 MB/s erreicht, was definitiv eine Ansage ist.


Mit dem X99S SLI Krait Edition hat der taiwanische Hersteller MSI ein weiteres heißes Eisen im Feuer. Nicht nur, weil bei diesem Modell ebenfalls auf die Schwarz-Weiß-Optik wie beim Z97S SLI Krait Edition gesetzt wurde, sondern da es im Vergleich zum X99S SLI PLUS auch die etwas bessere Ausstattung in Form des Realtek-ALC1150-Audio-Codecs mitbringt. Doch obwohl beim X99S SLI Krait Edition die installierte Haswell-E-CPU mit zwölf Spulen angetrieben wird, zeigte es ein schlechteres Overclocking-Verhalten. Trotz identischer Taktfrequenz von 4,4 GHz benötigte es 0,024 Volt mehr an Spannung als das X99S SLI Plus. Sieht man über diesen Punkt hinweg, stellt die ATX-Platine neben acht DDR4-DIMM-Speicherbänken auch einige Onboard-Features, wie ein Power-, Reset- und OC-Genie-Button sowie einen BIOS-, Slow-Mode-Switch und einen Fast-Button (GO2BIOS) zur Verfügung. Am I/O-Panel kann mit dem CMOS-Clear-Taster das BIOS auf die Standard-Parameter zurückgesetzt werden. Als Krönung sind selbst einige V-Check-Points mit von der Partie.

Bei der Auswahl an Erweiterungssteckplätzen hat sich MSI an dem X99S SLI PLUS orientiert, das ebenfalls vier mechanische PCIe-3.0-x16- und zwei PCIe-2.0-x1-Slots bereitstellt. Mit Ersteren lässt sich wahlweise auch eine Multi-GPU-Konfiguration, bestehend aus bis zu drei AMD- oder NVIDIA-Grafikkarten, einrichten. Die Wahl der Haswell-E-CPU spielt dabei zum Glück keine Rolle, was jedoch nicht für den M.2-Steckplatz gilt. Kommt, wenn auch selten, ein 3-Way-Multi-GPU-Setup in Verbindung mit einer 40-Lane-Haswell-E(P)-CPU zum Einsatz, kann der M.2-Steckplatz nicht mehr mit vier PCIe-3.0-Lanes (32 GBit/s) angesteuert werden. In diesem Fall wären es nur noch zwei PCIe-2.0-Lanes über den X99-Chipsatz und damit theoretisch 10 GBit/s. Mit dem Core i7-5820K hingegen ist dies problemlos möglich, auch wenn zwei der drei Grafikkarten technisch bedingt mit weniger PCIe-3.0-Lanes versorgt werden. Da jedoch in den meisten Fällen, sofern überhaupt, eine 2-Wege-Multi-GPU-Konfiguration zum Einsatz kommt, spielt dieser Umstand eine untergeordnete Rolle.

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Wer ganz viele USB-Schnittstellen benötigt, kommt mit dem MSI X99S SLI Krait Edition ganz auf seine Kosten. Über das I/O-Panel lassen sich alleine acht USB-3.0- und zwei USB-2.0-Anschlüsse erreichen. Jeweils vier USB-3.0- und USB-2.0-Schnittstellen sind auch noch intern über jeweils zwei Header vorhanden. Für die Massenspeicher hat sich MSI für die nativen Anschlussmöglichkeiten entschieden. Soll heißen, acht SATA-6GBit/s-Ports und eine SATA-Express-Schnittstelle. Sämtliche Netzwerkaufgaben werden hingegen vom Intel-I210-AT übernommen, der mit seiner maximalen Datenübertragungsrate von 1 GBit/s anständig performt.

Das UEFI-BIOS haben die Taiwaner größtenteils auch beim X99S SLI Krait Edition im Griff. Es lässt sich sehr angenehm per Maus und Tastatur bedienen. Alle gewählten Einstellungen wurden zu unserer vollsten Zufriedenheit in die Tat umgesetzt, was natürlich generell wichtig ist. Noch einmal arbeiten müssen die Programmierer beim RAM-Overclocking, wo bisher alle MSI-Mainboards gut abgeschnitten haben. Unserer Ansicht nach hat das Board Probleme mit dem 125er BCLK-Strap. Dieses Problem sollte und kann MSI sicherlich mithilfe eines weiteren BIOS-Updates beheben. Die Leistungsaufnahme ist in der Summe auf einem guten Niveau, mit leicht erhöhten Idle-Werten. Unter Last zeigt sich das Mainboard von seiner besseren Seite.

Sollte sich nun jemand für das MSI X99S SLI Krait Edition entschieden haben, muss er neben dem teuren Kauf der Haswell-E-CPU und dem DDR4-Arbeitsspeicher noch mindestens 255 Euro fest einplanen. Es lässt sich nicht bestreiten, dass die Platine mit dem hauseigenen X99S SLI PLUS konkuriert und neben dem Realtek-ALC1150-Audio-Chips noch die abwechslungsreiche Optik im Gepäck hat. Wer allerdings auf die Krait-Edition-Optik steht, auf den Realtek ALC1150 verzichten kann und vielleicht sogar eine dedizierte Soundkarte verwendet, kann getrost zum X99S SLI PLUS greifen, dessen Preis mal eben um 35 Euro geringer ausfällt. Ist einem die neue USB-3.1-Technik wichtig, sollte man in diesem Fall zu dem ansonsten baugleichen MSI X99A SLI Krait Edition greifen, sobald es in Deutschland erhältlich ist.

Positive Eigenschaften des MSI X99S SLI Krait Edition:

Negative Eigenschaften des MSI X99S SLI Krait Edition:

Technisch und vor allem optisch ist das MSI X99S SLI Krait Edition eine gelungene Alternative für die Haswell-E-Plattform. Bis auf wenige Schwächen, die für viele Anwender auch wohl nicht ins Gewicht fallen, konnte das Mainboard auch einen positiven Eindruck hinterlassen. Aufgrund der beiden Contra-Punkte reichte es allerdings nicht für einen Award aus.

Alternativen? Das hauseigene X99S SLI PLUS ist eine der bereits guten Alternativen zur Krait Edition. Aber auch mit dem ASRock X99X Killer erhält der Interessent für den etwa gleichen Preis eine ansprechende und gut ausgestattete Haswell-E-Platine. Auch ist das ASUS X99-A eine weitere, gute Alternative.

 

Persönliche Meinung

Für einen Aufpreis von zirka 35 Euro zum MSI X99S SLI PLUS bietet sich in der Tat das MSI X99S SLI Krait Edition an, das die erfrischende und auffallende Optik im Gepäck hat und auch technisch bis auf das RAM-Overclocking überzeugen konnte. Doch dieser Patzer lässt sich durch MSI jedoch sicherlich aus der Welt schaffen, sodass noch lediglich die zu vernachlässigende Idle-Leistungsaufnahme übrig bleibt. (Marcel Niederste-Berg)