MSI B85M ECO im Test

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IMG 4 logoVor mehr als vier Monaten wurde die ECO-Mainboard-Serie von MSI ins Leben gerufen. Deren Modelle basieren auf dem Sockel LGA1150 und sind somit für alle Prozessoren aus der Haswell- und Haswell-Refresh-Generation (inkl. Xeon-E3-1200-v3-Serie) vorbereitet. Durch die abgrenzende Bezeichnung "ECO" wird von den Taiwanern verdeutlicht, dass diese Mainboards ökokolgisch zu Werke gehen und auf eine besonders hohe Effizienz getrimmt sein sollen. Wir haben uns einmal das MSI B85M ECO geschnappt und es besonders auf das Effizienz-Protenzial hin untersucht. Kann es die bisherigen getesteten Sockel-LGA1150-Mainboards in Sachen Leistungsaufnahme unterbieten? Finden wir es heraus.

Für den Anfang hat MSI drei verschiedene Modelle vorgesehen, die die ECO-Serie bilden. So gibt es einmal das H81M ECO, das H97M ECO und schließlich unser heutiges Testobjekt, das B85M ECO. Es scheint beabsichtigt zu sein, dass es ausschließlich Micro-ATX-Modelle gibt. Das Mainboard-Format ist für dieses Vorhaben unserer Ansicht nach genau die richtige Wahl für die Kombination aus ausreichender Ausstattung und bestmöglicher Effizienz. Dennoch wäre auch ein Mini-ITX-Modell interessant. Generell jedoch sind die Mainboards aus der ECO-Serie besonders für Anwender vorgesehen, die ein leises und absolut effizientes System aufbauen wollen. MSI preist das B85M ECO auf ihrer Webseite mit einer Stromersparnis bis 40 Prozent bei dennoch voller Leistung und Kompatibilität aus. Im Gegensatz zu den anderen aktuellen MSI-Platinen mit maximal 29 Prozent Ersparnis liegt der theoretische Vorteil der ECO-Platine somit bei weiteren 11 Prozent. Das klingt schon einmal alles andere als schlecht.

Wir blicken nun aber verstärkt auf das B85M ECO. Auf dem Micro-ATX-PCB wurden neben vier DDR3-DIMM-Speicherbänke ein PCI-Express-3.0-x16-Steckplatz, zwei PCIe-2.0-x1-Slots sowie ein PCI-Slot untergebracht. Mit den vier SATA-6G- und zwei SATA-3G-Ports lassen sich Laufwerke in ausreichender Anzahl anschließen. Zur weiteren Ausstattung dürfen sich vier USB-3.0- und acht USB-2.0-Schnittstellen zählen. Ohne Frage finden sich auch ein Gigabit-LAN-Anschluss, drei analoge Audiobuchsen und drei Grafikausgänge in Form von jeweils einmal DVI, HDMI und VGA wieder.

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Das MSI B85M ECO in der Übersicht.

Auch wenn das PCB selbst schwarz ist, kommt es dennoch eher als braun rüber. Das liegt an den zahlreichen Leiterbahnen, die braun gefärbt sind. Passend zum ECO-Thema wurde die grüne Farbe mit eingebracht. Es wurden sämtliche PCI-Express-Steckplätze und zwei DIMM-Slots in grün hinterlassen, der Rest ist weiß.

Die Spezifikationen

MSI hat sich beim B85M ECO für folgende technische Eigenschaften entschieden:

Die Daten des MSI B85M ECO in der Übersicht
Mainboard-Format Micro-ATX
Hersteller und
Bezeichnung
MSI
B85M ECO
CPU-Sockel LGA1150
Straßenpreis ca. 60 Euro
Homepage http://de.msi.com/
Northbridge-/CPU-Features
Chipsatz Intel B85 Express Chipsatz
Speicherbänke und Typ 4x DDR3 (Dual-Channel)
Speicherausbau max. 32 GB (mit 8-GB-DIMMs)
SLI / CrossFire -
Onboard-Features
PCI-Express

1x PCIe 3.0 x16 (x16)
2x PCIe 2.0 x1

PCI 1x PCI
Serial-ATA-, SAS- und 
ATA-Controller

4x SATA 6G über Intel B85
2x SATA 3G über Intel B85

USB 4x USB 3.0 (2x am I/O-Panel, 2x über Header) über Intel B85
8x USB 2.0 (4x am I/O-Panel, 4x über Header) über Intel B85
Grafikschnittstellen 1x DVI
1x HDMI
1x VGA
WLAN / Bluetooth -
Thunderbolt -
LAN

1x Intel I218-V Gigabit-LAN

Audio 8-Channel Realtek ALC887 Audio Codec

Die Mischung aus Grün und Weiß bringt bei der Verpackung einen optischen Hingucker hervor. Wie man auf dem Bild erkennen kann, ist die Front an sich in Weiß gehalten. In der Mitte wurde ein quadratisches Stück Rasen auf den Karton gedruckt, auf dem wiederum die im Inneren befindliche Platine in Weiß angebracht wurde. So ist oben links das MSI-Logo, rechts die Intel-Embleme, darunter die Modellbezeichnung und ein Hinweis zum Intel-Gigabit-Anschluss zu sehen. Ebenfalls wichtig dürften die beiden Sticker vom TÜV-Saarland sein. Der technische Überwachungsverein aus Saarland hat dem MSI B85M ECO eine hohe Effizienz und eine gute Stabilität bescheinigt. Nicht zu vergessen, das ECO-Series-Logo rechts unten in der Ecke.

Das mitgelieferte Zubehör

Folgendes Zubehör befand sich im Karton:

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Bis auf die zwei SATA-Kabel liefert MSI das B85M ECO mit keinem besonderen Zubehör aus. Nichtsdestotrotz muss der Käufer nicht auf die Pflichtbeigaben, wie der I/O-Blende, dem Mainboard-Manual, dem DVD-Datenträger und einem Quick-Installation-Guide verzichten. Bei einem Preis von rund 60 Euro kann man auch nicht viel Zubehör erwarten.


Der B85-Chipsatz stammt aus dem Jahr 2013 und kann von den Spezifikationen her nicht mit dem H97- geschweige denn mit dem Z97-Chipsatz mithalten. Es lassen sich maximal vier SATA-6G-, zwei SATA-3G-Buchsen und vier USB-3.0-Anschlüsse realisieren. Dennoch bietet die Southbridge acht PCIe-2.0-Lanes wie die aktuellen PCHs aus der Intel-9-Chipsatzserie. Selbstverständlich hat MSI den B85-PCH im C2-Stepping verlötet.

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Nur drei Phasen versorgen die eingesetzte LGA1150-CPU mit Strom.

Solch ein kleines VRM-Design haben wir lange nicht mehr zu Gesicht bekommen. Vorneweg verzichtet MSI auf jedliche MOSFET-Kühlung und setzt, wie bei vielen weiteren Platinen, pro Spule auf jeweils zwei MOSFETs des Typs NIKOS PK632BA und ein Modell vom Typ PK616BA, der ebenfalls von NIKOS stammt. Eine weitere Phase direkt neben dem 4-Pin-+12V-ATX-Stromanschluss fungiert als Initial-Phase. Es muss jedoch beachtet werden, dass Overclocking mit dem B85M ECO keine Rolle spielt und die drei Phasen für den reinen (stabilen) Betrieb ausreichen dürften.

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Der uP1649Q ist mit den drei Phasen eher unterfordert.

MSI setzt den uP1649Q auf vielen Mainboards ein. Der PWM-Controller kann höchstens acht Phasen managen und kommt bei den drei Phasen des B85M ECO sicherlich nicht ins Schwitzen.

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Die vier DIMM-Slots erlauben einen Speicherausbau bis 32 Gigabyte.

MSIs B85M ECO ist das günstigste Mainboard von den dreien, welches noch mit vier DDR3-DIMM-Speicherbänken ausgestattet wurde. Dies erlaubt dem Anwender, den Arbeitsspeicher bis maximal 32 Gigabyte auszubauen. Dabei ist es aufgrund des Chipsatzes verständlich, dass einzig und allein die effektiven Frequenzen 1066 MHz, 1333 MHz und schließlich 1600 MHz unterstützt werden. Alle vier Speicherbänke werden von nur einer Phase angesteuert, die für einen reibungslosen Betrieb ausreichen muss.

Generell verzichtet MSI beim B85M ECO auf viel Onboard-Schnickschnack, dennoch hat es ein besonderer Button auf das PCB geschafft. Mit dem ECO-Taster lassen sich spezielle Einstellungen aktivieren, wodurch das Mainboard auf die angepriesenen, maximalen 40 Prozent Energieersparnis kommen soll. Einziger Haken an der Sache ist jedoch, dass durch die Aktivierung der PCI-Slot unbrauchbar wird. Wenn der Slot demnach zwingend benötigt wird, macht eine Aktivierung somit wenig Sinn. Beim Stromverbrauchs-Test werden wir den Vergleich im aktivierten und deaktivierten Zustand festhalten.

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Eine dedizierte Grafikkarte kann ohne Probleme Platz nehmen.

Durch das Micro-ATX-Format sind im Höchstfall vier Erweiterungssteckplätze drin. In diesem Beispiel ist es einmal ein PCIe-3.0-x16-Slot, zwei PCIe-2.0-x1-Anschlüsse und der bereits angesprochene PCI-Slot. Somit steht es dem Anwender frei, ob er eine leistungsstarke, dedizierte Grafikkarte einsetzt oder das System mit anderen Karten erweitert.

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Sechs SATA-Anschlüsse halten sich für ihren Einsatz bereit.

Der B85-PCH kann maximal sechs SATA-Ports bereitstellen, davon vier Stück als SATA-6G- und zwei als SATA-3G-Ausführung. Um Missverständnissen vorzubeugen, hat MSI die beiden langsameren SATA-3G-Anschlüsse in angewinkelter Ausrichtung auf das PCB gelötet, die vier SATA-6G-Buchsen hingegen in vertikaler Ausrichtung. Direkt dazwischen drängelt sich der USB-3.0-Header, mit dem sich zwei schnelle Schnittstellen direkt an die Gehäuse-Front verlegen lassen.

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Das I/O-Panel vom MSI B85M ECO.

Mit den Anschlüssen des I/O-Panels kann man ganz gut leben. Mit sechs USB-Schnittstellen (davon zwei Stück als USB-3.0-Ausführung), zwei PS/2-Anschlüssen und einer Gigabit-LAN-Buchse wird die Grundversorgung gewährleistet. Hinzu gesellen sich jeweils ein HDMI-, DVI- und VGA-Grafikausgang sowie drei analoge Audiobuchsen.


Nun folgt der Super-I/O-Chip:

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Der Nuvoton-Chip überwacht die Spannungen, Temperaturen und Lüftergeschwindigkeiten.

Nuvotons NCT6792D+ kam bis jetzt schon auf vielen MSI-Platinen zum Einsatz, so auch auf dem B85M ECO. Seine Anwesenheit ist auch definitiv erforderlich, da er sich um die Überwachung der Spannungen, Temperaturen und Lüftergeschwindigkeiten kümmert. Auch bietet er die Möglichkeit an, die Lüfter vom Anwender manuell steuern zu lassen.

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ASMedias ASM1083 stellt die Kommunikation zwischen PCH und PCI-Slot her.

Wie alle aktuellen Intel-Chipsätze, bietet auch der B85-PCH keine native PCI-Unterstützung. Aus diesem Grund kommt der ASM1083 als PCIe-zu-PCI-Bridge zum Einsatz, wodurch sich bis zu drei PCI-Slots realisieren lassen würden. Speziell bei unserem heutigen Testkandidaten hat der ASM1083 mit nur einem PCI-Slot daher leichtes Spiel.

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Ein guter Netzwerk-Controller ist auch mit an Bord.

Intels I218-V ist ein weitverbreiteter Netzwerk-Chip und nicht ohne Grund. Er arbeitete sehr effizient und beschleunigt die Datenpakete auf 1 GBit/s, ist jedoch auch in der Lage, mit 100 MBit/s und 10 MBit/s zu senden bzw. zu empfangen. Zusätzlich beherrscht er das Wake-on-LAN-Feature.

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Der ALC887 ist für die Audiosignale verantwortlich.

Dieses Mal treffen wir nicht auf den renommierten ALC1150, sondern auf den ALC887, der ebenfalls aus dem Hause Realtek kommt. Auch er kommt mit acht Kanälen zurecht. Im Falle des B85M ECO müssen diese acht Kanäle auf drei analoge Audiobuchsen verlegt werden, was laut MSI durch das Jack Sensing ermöglicht wird. Auf einen Kopfhörerverstärker muss der Käufer jedoch gänzlich verzichten.

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Für den HDMI- und DVI-Grafikausgang wird ein TDMS-Level-Shifter benötigt.

Der HDMI- und DVI-Grafikausgang ist auf einen TMDS-Level-Shifter angewiesen. Der PTN3360DBS kommt aus dem Hause NXP und ist für die Regulierung von 5 Volt auf 3,3 Volt verantwortlich. Dank HDMI1.4b-Unterstützung ist er mit aktuellen Medien in der 4K-Auflösung und mit 3D-Inhalten vollständig kompatibel.

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Das MSI B85M ECO nochmal in der Übersicht.

Bei einem Micro-ATX-Mainboard bleiben die Layout-Optionen verständlicherweise eingeschränkt. Doch MSI hat das Layout beim B85M ECO gut durchdacht designt. Bei der Montage sind wir an alle wichtigen Stellen problemlos herangekommen. Auch konnten wir den großen bequiet! Dark Rock Pro C1 verbauen, ohne dass dieser wichtige Flächen verdeckt hat. Insgesamt lassen sich drei Lüfter an dem Board anklemmen. So sind es zwei 4-Pin-PWM-Header und ein 3-Pin-Anschluss. Die enthaltene Lüftersteuerung machte ihren Job sehr zufriedenstellend. Die beiden 120-mm-Lüfter des CPU-Kühlers liefen im Idle mit niedrigen Umdrehungen, was das Ganze sehr angenehm leise gestaltete.

Das UEFI bietet eine ordentliche Anpassung der Lüfter an. Immerhin lassen sich drei Lüfter anklemmen. Dafür sorgen zwei 4-polige FAN-Header und ein 3-poliger FAN-Header. Für zwei Lüfter lassen sich die Lüfterkurven auf die eigenen Wünsche in vier Stufen manuell anpassen. Standard-Settings: Liegt die CPU-Temperatur unterhalb der 40-Grad-Marke, drehen sich die Lüfter mit nur 12,5 Prozent der maximalen Drehzahl. Die nächsten beiden Hürden werden per Default bei 55 Grad und 70 Grad Celsius festgelegt, wodurch der/die Lüfter auf 37,5 Prozent respektive 62,5 Prozent beschleunigt werden. Wird die 85-Grad-Marke erreicht, arbeiten die Lüfter schließlich mit der vollen Drehzahl.

Auch wurde an das "Guard-Pro"-Feature gedacht, welches in sechs Unter-Features gegliedert ist: Circuit Protection (Kurzschlussschutz),  Humidity Protection (Schutz vor hoher Luftfeuchtigkeit), High Temperature Protection (Schutz vor hohen Temperaturen), ESD Protection (Schutz vor elektrostatischer Entladung), EMI Protection (Schutz vor elektromagnetischen Interferenzen), ECO Power (Energieeinsparung durch Deaktivierung nicht benötigter Onboard-Chips).


BIOS

Seit dem First Release BIOS vom 27.06.2014 hat sich einiges getan. Inzwischen gab es drei weitere Updates. Das zum Testzeitpunkt aktuelle BIOS mit der bezeichnung 25.3 konnten wir problemlos via M-Flash installieren. Von der Version 25.0 (First Release) bis zur Version 25.3 wurden folgende Verbesserungen und Änderungen implementiert:

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Die UEFI-Oberfläche vom MSI B85M ECO.

Es war schon vorneweg zu erwarten, dass MSI das UEFI bei den ECO-Mainboards angepasst hat. Idealerweise wird eine grüne Oberfläche passend zum ECO-Thema eingesetzt. Die restliche Grundstruktur wurde jedoch 1:1 von den anderen MSI-Mainboards übernommen. Ganz oben werden zu jedem Zeitpunkt das installierte Prozessormodell, dessen Taktfrequenz und die Arbeitsspeicher-Kapazität inkl. Takt angezeigt. Unter der Uhrzeit und dem Datum kann die aktuell vorliegende BIOS-Version abgelesen werden. Darunter lassen sich ganz bequem die Boot-Prioritäten per Drag & Drop-Verfahren festlegen. Auf der linken Seite erhält der Anwender einen ersten Überblick über die CPU- und Mainboard-Temperatur. An der Stelle, wo bei vielen anderen Platinen von MSI der OC-Genie-Button eingesetzt wurde, befindet sich beim B85M ECO der ECO-Button. Der Anwender hat die Wahl, ob er den Modus im BIOS oder über den Onboard-Button auf dem PCB einschaltet.

Der erste Punkt von den insgesamt fünf "Settings" stellt neben dem "System Status" die "Advanced"-Einstellungen bereit. Letzteres ist bereits grundlegend bekannt. Dort lassen sich alle board-bezogenen Einstellungen finden, die die Onboard-Komponenten betreffen. Die Punkte "Boot", "Security" und "Save & Exit" sind dabei selbsterklärend. Das Hauptaugenmerk des Boards ist natürlich die Ökologie. Aus diesem Grund wurde der OC-Menüpunkt gegen den ECO-Menüpunkt ausgetauscht. An dieser Stelle werden weitere Funktionen bereitgestellt, wodurch das gesamte System noch effizienter arbeiten kann. Beispielsweise lassen sich dort die LEDs am und auf dem Board abschalten oder gar der PCI-Slot und der CPU- und ein System-FAN-Header deaktivieren. Auch wurden dort alle CPU-spezifischen Einstellungen untergebracht. Das integrierte M-Flash-Feature hat auch beim heutigen Testkandidaten einen eigenen Menüpunkt erhalten. Entweder lässt sich das aktuelle BIOS auf einen Datenträger speichern oder andersherum von einem Datenträger aus aktualisieren. Genau so ist es den ECO-Profilen ergangen. Insgesamt können sechs verschiedene ECO-Konfigurationen hinterlegt werden. MSI hat auch dieses Mal an eine Import- und Export-Funktion gedacht.

Der vorletzte Punkt ist der "Hardware Monitor", der wichtige ausgelesene Daten aufzeigt, wie eben die Temperaturen, Spannungen und Lüfterdrehgeschwindigkeiten. Zusammen mit dem CPU-FAN-Header kann noch der 4-polige System-FAN-Header gesteuert werden. Jeder Lüfter kann mit vier Stufen in einer automatischen oder manuellen Lüfterkurve angepasst werden. Der letzte Menüpunkt umfasst den "Board Explorer", der übersichtlich aufzeigt, in welchem Slot oder an welchem sonstigen Anschluss welche Komponente installiert ist. Dies erspart den Blick ins eigene Gehäuse und dient rein dem Komfort. Generell ist es auch möglich, die meistgenutzten Funktion auf insgesamt fünf Favoritenseiten abzuspeichern. Mittels eines Rechtsklicks auf die jeweilige Funktion wird ein kleines Kontextmenü geöffnet, in dem der Anwender anschließend diese Funktion auf einer der fünf Seiten ablegen kann.

Auch dieses Mal konnte das UEFI von MSI auf ganzer Linie überzeugen. Sämtliche ausgewählte Einstellungen wurden problemlos und korrekt umgesetzt. Der Anwender hat dabei die Auswahl, ob er sich per Maus und/oder mit der Tastatur durch die Menüs bewegt.

 

Overclocking

Eigentlich würde exakt an dieser Stelle der Overclocking-Part folgen. Allerdings verfügt das MSI B85M ECO verständlicherweise über keine Overclocking-Funktionen. Zwar kann, sofern vorhanden, ein Extreme Memory Profile aktiviert werden, allerdings ist so oder so bei effektiven 1600 MHz für den Arbeitsspeicher Schluss, was dem kleinen B85-Chipsatz geschuldet ist, der genau wie der H97- und H81-PCH eine höhere Frequenz unterbindet bzw. nicht unterstützt. Aufgrund der Tatsache, dass das kleine Board nur einen 4-poligen ATX-+12V-Stromanschluss für die CPU mitbringt, wäre es ohnehin nicht ratsam, den Prozessor zu übertakten. Mittels des Intel Extreme Tuning Utility lässt sich nur die CPU-Input- und VDIMM-Voltage beeinflussen.

 

Software

ECO Center Pro:

Stattdessen wollen wir uns verstärkt mit der mitgelieferten Software auseinandersetzen. Exklusiv für die ECO-Serie hat MSI das ECO Center Pro entwickelt. Das Non-Pro ECO Center kennen wir bereits von vielen aktuellen MSI-Mainboards, mit dem einzelne Onboard-Komponenten deaktiviert werden können.

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Das mitgelieferte ECO Center Pro.

Nutzer der ECO-Serie werden mit dem ECO Center Pro ausgestattet, das noch einiges mehr an Funktionalität erhalten hat. Von Grund auf lässt sich eines von drei Profilen aktivieren. Diese lauten ECO Mode, Lounge Mode und Server Mode, was einem sparsamen, ausgeglichenen und maximierten Betrieb gleichkommt. Der Anwender kann jedoch auch selbst das abschalten, was er für richtig hält. Der erste Punkt ist unserer Meinung nach gleich der interessanteste Punkt. So lässt sich der CPU-Lüfter abschalten. Ab der auswählbaren Grenze von 42 oder 47 grad Celsius schaltet sich der Lüfter des CPU-Kühlers unter Last von selbst wieder ein und die CPU wird wieder heruntergekühlt. Befindet sich das System wieder im Idle und wird die CPU-Temperatur von 42 oder 47 Grad Celsius unterschritten, stellt der CPU-Lüfter seine Arbeit wieder ein und die CPU wird passiv auf Temperatur gehalten. In der Praxis hat sich dieses Feature bewährt. Diese Art und Weise erinnert sehr stark an die hauseigene Zero-Frozr-Technologie, die bei der MSI GeForce GTX 970 Gaming eingesetzt wird. Dadurch wird das gesamte System nicht nur leiser, sondern spart auch noch etwas an Strom.

Zusätzlich können der System-FAN-Header und zahlreiche LEDs, wie die HDD-LED, Power-LED, die ECO-Button-LED sowie die LAN-Port-LEDs abgeschaltet werden. Wahlweise erlaubt die Software auch das Deaktivieren der Audio-Anschlüsse, des HDMI-, DVI-, VGA-Grafikausgangs, des Gigabit-LAN-Ports und des PCI-Slots. Letzterer wird automatisch unbrauchbar gemacht, wenn der ECO-Modus aktiv ist. Das Positive an der ganzen Sache ist zweifelsohne, dass sich die gewählten Einstellungen gleich im BIOS abspeichern lassen, sodass ein erneutes Ausführen des ECO-Center-Pro-Utility nicht zwingend erforderlich wird.

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ECO Center Pro - CPU-spezifische Einstellungen

Im nächsten Reiter unter "Power management" können CPU-interne Funktionen ausgeschaltet und verändert werden. Ganz klar kann der Anwender die C-State-Settings genauer unter die Lupe nehmen und nach seinen eigenen Vorstellungen abändern. Auch lassen sich eigene Werte für das "Long Duration Power Limit", "Long Duration Maintained(s)", "Short Duration Power Limit" sowie für das "CPU Current Limit" eintragen.

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ECO Center Pro - Hardware Monitor

Letzter Menüpunkt ist ein Hardware-Monitor, mit dem sich unten die aktuellen Spannungen, Temperaturen und Lüftergeschwindigkeiten einsehen lassen. Weiter oben kann auf Wunsch eine manuelle Lüfterkurve eingerichtet werden.

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ECO Center Pro - ECO-Modus-Einstellungen

Uns hat außerdem interessiert, welche Einstellungen allein der ECO-Modus vornimmt. Nach dessen Aktivierung kann genau das im ECO Center Pro eingesehen werden. Er deaktiviert schließlich nur die HDD-, Power-, LAN-LED und den PCI-Slot. Inwiefern sich dies allein auf die Leistungsaufnahme auswirkt, wird sich später zeigen.

 

Intel Extreme Tuning Utlity:

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Intel Extreme Tuning Utility

Wenn auch etwas unpassend, befindet sich auf dem mitgelieferten Datenträger das allseits bekannte Intel Extreme Tuning Utility. In Verbindung mit dem MSI B85M ECO jedoch ist es nur sehr eingeschränkt nutzbar. Es lassen sich überwiegend die gegenwärtigen Settings einsehen. Doch erlaubt die Software einige Arbeitsspeicher-Settings, die im BIOS nicht aufgeführt werden. Die effektive RAM-Taktfrequenz, die VDIMM und die Grund-Latenzen lassen sich einstellen.

Mit integriert ist auch ein Hardware-Monitor, womit sich die CPU-Temperatur, deren aktuell anliegende Taktfrequenz und andere interessante Punkte überwachen lassen.

In der folgenden Bildergalerie lassen sich alle BIOS-, ECO-Center-Pro- und Extreme-Tuning-Utility-Screenshots einsehen:

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Mit diesem Testsystem haben wir das MSI B85M ECO getestet:

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz.

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version.

Seit der Einführung der Nehalem-Prozessoren und der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 1600 MHz und 9-9-9-24 1T - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim MSI B85M ECO ist allerdings alles so, wie es zu erwarten wäre: Die Turbo-Modi laufen korrekt und auch keine versteckte Übertaktung ist aktiv.

Wir testen allerdings nur noch vier Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2011, 3DMark 2013, SuperPi 8M, Cinebench 11.5 und Sisoft Sandra 2014 Memory Benchmark:

3DMark 2013

Fire Strike

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

3DMark 2011

Performance-Mode

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Cinebench 11.5 CPU

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

SiSoft Sandra 2014

Memory Benchmark

Bandbreite in GB/s
Mehr ist besser

SuperPi 8M

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Trotz erhöhter Effizienz stellt das MSI B85M ECO dennoch die volle Leistung her. Es ist demnach kein spürbarer Unterschied feststellbar.

Auch weiterhin werden wir die Bootzeit protokollieren. Wir messen die Zeit in Sekunden, wie lange das Mainboard benötigt, um alle Komponenten zu initialisieren und mit dem Windows-Bootvorgang beginnt.

Bootzeit

Vom Einschalten bis zum Windows-Bootvorgang

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Mit den festgehaltenen 14,7 Sekunden braucht das MSI B85M ECO verglichen mit den anderen Probanden ziemlich lange, um alle Komponenten zu initialisieren und liegt damit auf dem vorletzten Platz.


Neben der wichtigen Performance ist auch der Stromverbrauch des heimischen PCs kein unwichtiges Kriterium. Was man häufig unterschätzt, ist die Tatsache, dass selbst die verschiedenen Mainboard-Modelle der zahlreichen Hersteller unterschiedlich viel Strom aus der Steckdose ziehen. Ein Grund dafür sind die verschieden eingesetzten BIOS-Versionen, die teilweise die von Intel referenzierten Stromsparmechanismen schlecht oder gar falsch umsetzen oder dass Onboardkomponenten sich eigentlich deaktivieren sollten, wenn diese entweder durch dedizierte Hardware ersetzt wurden oder einfach nicht verwendet werden. Darüber hinaus kann aber manchmal auch die Stromversorgung verantwortlich gemacht werden, wenn unter Default Settings mehr Energie zur Verfügung gestellt wird, als eigentlich benötigt wird. Genau deswegen spielt die Effizienz eine wichtige Rolle. Wenn die Effizienz der Stromversorgung nun also schlecht ausfällt, wird mehr Strom verbraucht. Zu unterschätzen ist hierbei aber auch die Software nicht, sodass sie ebenfalls gut abgestimmt sein muss, damit eine zufriedenstellende Effizienz gegeben ist.

Das MSI B85M ECO hat nur wenige Zusatz-Controller erhalten. Ein LAN-Controller, ein PCIe-zu-PCI-Chip und der Audio-Codec tragen ihren Teil zum Stromverbrauch bei.

Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 11.5 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-spanTest, Vollauslastung). Die jeweiligen Werte entsprechen dem System-Gesamtverbrauch.

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Für den ersten Test sind die Default Settings aktiv, sodass der Großteil der Onboardkomponenten bereits aktiviert ist. Die Grafikausgabe erfolgt über die Radeon HD 7850, wobei wir die iGPU im BIOS nicht deaktiviert haben. Wie bereits weiter oben geschrieben, sind alle Stromspar-Features eingeschaltet, was mit den Werten einer manuellen Konfiguration scheinbar gut umgesetzt wurde.

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Im normalen Modus erreicht das MSI B85M ECO mit 37,1 Watt im Leerlauf bereits einen guten Wert, der jedoch vom hauseigenen MSI Z97I GAMING AC mit 35 Watt und vom ECS Z97-Machine mit 29,8 Watt deutlich unterboten wird.

Leistungsaufnahme

Cinebench 11.5 CPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Ähnlich ergeht es dem ECO-Board beim Cinebench-Lauf, wo es 102,3 Watt erreicht. Neben den oben genannten Boards kommt allerdings noch das ASRock H97 Performance in die Quere. Am besten hat das MSI Z97I GAMING mit beachtlichen 96,3 Watt abgeschnitten.

Leistungsaufnahme

Prime95

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Prime95 bedeutet abgesehen von der Grafikkarte wieder System-Volllast. In dieser Disziplin rutscht das B85M ECO noch einen Platz nach unten. Dabei liegt die Leistungsaufnahme von 112,6 Watt in einem sehr guten Bereich, wird jedoch von vier Platinen geschlagen.

Spannungen (Prime95)

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Bei den Spannungen war es eher unspektakulär. Auch das heutige Test-Mainboard hat eine CPU-Spannung von 1,044 Volt angelegt.

 

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sämtliche USB-3.0- und SATA-Controller sind hier beispielsweise deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber alle energiesparenden Features werden zusätzlich manuell aktiviert. Die Radeon HD 7850 ist weiterhin die primäre Grafikkarte.

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Leistungsaufnahme

Cinebench 11.5 CPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Leistungsaufnahme

Prime95

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Spannungen (Prime95)

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Es gab keine besonderen Komponenten, die sich im BIOS abschalten ließen, sodass in diesem Fall dieselben Ergebnisse in Frage kommen.

 

Speziell zum MSI B85M ECO haben wir noch einen dritten kleinen Test absolviert. In diesem haben wir die Leistungsaufnahme in drei verschiedenen Situationen festgehalten. Einmal im normalen Modus mit den BIOS-Standardparametern, zweitens mit aktiviertem ECO-Modus und einmal mit allen deaktivierten Optionen im ECO Center Pro, was einer maximalen Effizienz gleichkommt.

Test 3: Normaler Betrieb, ECO-Modus und maximale Effizienz:

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Im Idle bewirkt der ECO-Modus eine Ersparnis von 1,08 Prozent und kommt auf 36,7 Watt. Werden auf der ersten Seite des ECO Center Pro alle Optionen abgeschaltet, werden sogar 4,58 Prozent eingespart, was einem Verbrauch von 35,4 Watt entspricht.

Leistungsaufnahme

Cinebench R11.5 CPU

101.6 XX


102.3 XX


Leistung in Watt
Weniger ist besser

Beim Einsatz von Cinebench konnte die Effizienz nur minimal erhöht werden. Mit dem ECO-Modus zeigte das Strommessgerät 101,6 Watt an, bei maximaler Effizienz 101,3 Watt. Prozentual bedeutet dies 0,68 Prozent respektive 0,98 Prozent weniger.

Leistungsaufnahme

Prime95

110.2 XX


112.6 XX


Leistung in Watt
Weniger ist besser

Last but not least haben wir den Unterschied auch bei Prime95 festgehalten. 110,2 Watt oder 2,13 Prozent weniger wurde mit dem ECO-Modus aus der Steckdose gezogen. Als wir mit dem ECO Center Pro alle Optionen abgeschaltet haben, verbrauchte das Testsystem mit dem MSI B85M ECO noch 109,6 Watt. In Prozent ergibt sich eine Zahl von -2,66.

Die zahlreichen Prozentwerte dürfen nun nicht mit den von MSI maximal veranschlagten 40 Prozent Ersparnis durcheinander gebracht werden. MSIs maximale 40 Prozent ergeben sich aus einem traditionellen MSI-Mainboard, wie dem H97M-G43 und einem ECO-Modell inkl. ECO Center Pro. Je nach Restsystem kann die Ersparnis demnach unterschiedlich ausfallen. MSI hat sich mit dem Zusatz "bis zu 40 Prozent" also abgesichert. An der Leistungsaufnahme der CPU oder der Grafikkarte im Betrieb kann MSI letztendlich auch nicht viel drehen - und diese Komponenten sind ja die Hauptverbraucher im System. 

Insgesamt fällt die Leistungsaufnahme für ein MSI-Mainboard sehr gut aus, auch wenn sich das B85M ECO dem Z97I GAMING AC und dem ECS Z97-MACHINE geschlagen geben muss. Auch wenn der folgende Vergleich unfair erscheint und wir nun die Verbrauchswerte der maximalen Effizienz mit den anderen gestesteten Mainboards nebeneinanderhalten, dann wäre das B85M ECO im Idle noch immer auf dem dritten Platz, würde dem Z97I GAMING AC allerdings sehr dicht auf den Pelz rücken. Auch beim Cinebench-Lauf kann das MSI B85M ECO keinen Platz vorrücken und würde mit den 101,3 Watt sehr nah beim ASRock H97 Performance liegen. Anders hingegen mit Prime95, wo das ECO-Board gleich drei Plätze gut machen und mit 109,6 Watt auf dem zweiten Platz hinter dem hauseigenen Z97I GAMING AC liegen würde.

Zusammenfassend können wir nun schon einmal festhalten, dass sich das B85M ECO bis auf kleine Schwächen sehr gut schlägt und sehr effizient arbeitet.


USB-3.0-Performance

Bedingt durch den B85-Chipsatz können nur vier native USB-3.0-Schnittstellen zur Verfügung gestellt werden. Auf zusätzliche USB-3.0-Controller hat MSI bewusst verzichtet, die negativ auf die Effizienz gewirkt hätten. Daher befinden sich beim B85M ECO zwei Anschlüsse am I/O-Panel und zwei weitere können per internem Header erreicht werden. Für diesen Test setzen wir die SanDisk Extreme 120 in das Star Tech S3510BMU33T-USB-3.0-Gehäuse ein. Dank der UASP-Unterstützung (USB Attached SCSI Protocol) werden die USB-3.0-Schnittstellen unter Windows 7 bestmöglich an ihr Limit getrieben.

ATTO USB3 small
Die USB-3.0-Performance beim MSI B85M ECO
(nativ über den B85-PCH).

Der effiziente Unterbau hat keinerlei Auswirkung auf die USB-3.0-Leistung. Die Leserate kletterte im Höchstfall auf 272 MB/s, schreibend waren bis zu 293 MB/s drin. Insgesamt gibt es an dieser Performance nichts auszusetzen.

 

SATA-6G-Performance

Intels B85-PCH kann vier SATA-6G-Ports bereitstellen, die beim MSI B85M ECO in vertikaler Ausrichtung auf das PCB gelötet wurden. Für diesen Test schließen wir die SanDisk Extreme mit 120 GB Speicherkapazität direkt an die SATA-Ports an.

ATTO USB3 small
Die SATA-6G-Performance beim MSI B85M ECO
(nativ über den B85-PCH).

Auch wenn die Leistung anfänglich unterdurchschnittlich ausgefallen ist, stimmt sie im späteren Verlauf umso mehr. Mit 556 MB/s wurde eine sehr zufriedenstellende Leseperformance abgeliefert. Auch fiel die Schreibdurchsatzrate mit 523 MB/s absolut optimal aus.

An dieser Stelle noch ein Hinweis: Beim SATA-6G-Test spielte es keine Rolle, wie sehr die Leistungsaufnahme nach unten gedrückt wurde, die SATA-6G-Leistung stimmte zu jeder Zeit. Die USB-3.0-Performance hingegen war marginal schlechter.


Green-IT spielt in der heutigen Zeit generell eine sehr wichtige Rolle. Genau derselben Meinung war auch MSI und hat neben dem nun getesteten B85M ECO noch zwei weitere Mainboards in Form der neuen ECO-Serie auf den Markt gebracht. Im Vordergrund ist natürlich die Effizienz, die laut MSI im Gegensatz zu einem traditionellen MSI-Board je nach Restsystem um bis zu 40 Prozent bei voller Leistungsfähigkeit gesteigert wurde. Um eine hohe Effizienz zu erreichen, bietet MSI exklusiv für diese Serie das ECO Center Pro an, das im Vergleich zum Non-Pro ECO Center um einige Funktionen reicher ist und das Potenzial dieses Unterbaus vollständig ausreizen kann. Im Test hat sich die Platine als äußerst effizient herausgestellt, auch wenn es die Mainboardliste nicht anführen konnte. Doch gerade im Leerlauf ist der Verbrauch insgesamt sehr gut ausgefallen.

Zu verdanken hat es die Platine unter anderem der genügsamen Ausstattung. Die Taiwaner verlassen sich effektiverweise fast allein auf die nativen Anschlussmöglichkeiten. Ein PCIe-3.0-x16-Slot arbeitet mit den 16 CPU-Lanes zusammen und stellt genügend Leistung für eine leistungsstärkere Grafikkarte bereit. Obendrauf halten sich zwei PCIe-2.0-x1-Slots und ein PCI-Slot bereit. Letzterer wird per Bridge-Chip an den B85-Chipsatz angebunden und inaktiv, sollte der ECO-Modus per Onboard-Button oder im BIOS aktiviert werden. An USB-Schnittstellen bringt das B85M ECO alle mit, was der B85-PCH hergeben kann, sprich vier USB-3.0- und acht USB-2.0-Anschlüsse. Gut gefallen hat uns, dass MSI zwei USB-3.0-Schnittstellen in Header-Form anbietet, sodass auch Front-USB-3.0 ermöglicht wird.

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Intern wurden vier vertikale SATA-6G- und zwei angewinkelte SATA-3G-Buchsen zur Verfügung gestellt und sollten in den meisten Fällen ausreichen. Sollte eine Sockel LGA1150-CPU mit integrierter Grafikeinheit eingesetzt werden, kann die iGPU mit jeweils einem HDMI-, DVI-D- und VGA-Grafikausgang angesprochen werden. Die kabelgebundene Netzwerkanbindung erfolgt dabei über den bekannten Intel-I218-V-PHY, der neben einer Geschwindigkeit von 1 GBit/s auch gleich das Wake-on-LAN-Feature mitbringt. Dagegen verarbeitet der Realtek ALC887 sämtliche Audiosignale. Zwar wäre der Realtek ALC1150 wesentlich besser gewesen, kann jedoch aufgrund der Preisklasse nicht realisiert werden. In den vier DDR3-Speicherbänken lassen sich maximal 32 Gigabyte mit höchstens 1600 MHz unterbringen.

Das UEFI-BIOS wurde in gewohnter MSI-Struktur auf den Monitor projiziert, allerdings in grünem Flair angepasst. Dabei gestaltete sich auch die Steuerung per Maus und Tastatur gewohnt einwandfrei. Alle gewählten Einstellungen wurden problemlos in die Tat umgesetzt und ebenfalls an der Stabilität hatten wir nichts auszusetzen. In unserem Preisvergleich wird MSIs B85M ECO ab etwa 61 Euro angeboten, was für das Gebotene definitiv nicht zu viel ist. Der Interessent bekommt immerhin ein entsprechend gut ausgestattetes Micro-ATX-Mainboard, dessen Hauptblick auf die Effizienz ausgerichtet ist und eben für die Anwender gedacht ist, denen eine möglichst hohe Effizienz am Herzen liegt.

Positive Eigenschaften des MSI B85M ECO:

Negative Eigenschaften des MSI B85M ECO:

MSI hat sich mit dem B85M ECO trotz einiger Schwächen bei der Leistungsaufnahme ersichtlich Mühe gegeben, ein bestmöglich effizientes Mainboard auf die Beine zu stellen. Der Anwender bekommt mit diesem Stück Hardware einen sparsamen Unterbau und kann dennoch einiges an Ausstattung bieten. Von uns erhält das MSI B85M ECO auch aufgrund des guten Kaufpreises den Preis-Leistungs-Award!

PL MSI B85M ECO

Alternativen? Bezogen auf die Effizienz gibt es kaum Alternativen. Von der Ausstattung her allerdings schon. Mit dem MSI B85M-E45 lassen sich ein paar Euro einsparen, wenn die hohe Effizienz nicht ganz im Vordergrund steht. Für etwa 50 Euro könnte auch das ASRock B85M Pro3 interessant sein.

 

Persönliche Meinung

Eine hohe Effizienz ist generell keine schlechte Idee. Insgesamt hat mir das MSI B85M ECO sehr gut gefallen, allen voran die Möglichkeit, den Lüfter vom CPU-Kühler im Leerlauf automatisch ausschalten zu lassen. Davon ab wäre es doch auch interessant, einmal ein Full-ATX- und ein Mini-ITX-Mainboard aus der ECO-Serie begrüßen zu dürfen. (Marcel Niederste-Berg)