ASUS Rampage V Extreme im Test

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IMG 4 logoAuch bei einer Enthusiasten-Plattform, wie der neuen Haswell-E-Plattform von Intel, gibt es eine große Bandbreite an günstigen und teuren Platinen, die sich rein von ihrer Ausstattung und teilweise von der Qualität der einzelnen Bauteile unterscheiden. Heute werden wir ein Sockel LGA2011-v3-Mainboard untersuchen, welches in der absoluten Oberklasse anzutreffen ist. So dürfte das Rampage V Extreme von ASUS, das aus der bekannten Republic-of-Gamers-Serie stammt, eines der interessantesten Boards für die neuen Haswell-E-Prozessoren sein.

In diesem Jahr hat es kein Extreme-Modell in das Midrange-Segment geschafft. So ist nun das neue Maximus VII Formula das Flaggschiff für den Sockel LGA1150 mit Intels Z97-Chipsatz. ASUS hat sich ein Extreme-Modell einzig und allein für die neue Haswell-E-Plattform aufgespart. Das neue ROG-Topmodell hört nun auf dem Namen "Rampage V Extreme", ist das direkte Nachfolgemodell vom Rampage IV Extreme, basiert auf dem Sockel LGA2011v3 und beherbergt somit den neuen X99-Chipsatz. Auch ist gerade bei diesem Mainboard der eigens patentierte OC-Sockel bei ASUS nicht wegzudenken.

Ohne Frage hat ASUS das Rampage V Extreme mit einer umfangreichen Ausstattung versehen, die sich wirklich sehen lassen kann. Als einzige der neueren ROG-Platinen kann sie vier PCI-Express-x16-Steckplätze der dritten Generation vorweisen, mit denen allein schon mit bis zu vier Dual-Slot-Grafikkarten ein Multi-GPU-Setup eingerichtet werden kann. Hinzu kommen beachtliche 14 USB-3.0- und vier weitere USB-2.0-Schnittstellen, acht SATA-6G-Ports, zwei SATAe-Anschlüsse und auch ein M.2-Steckplatz. Neben einem Gigabit-LAN-Port und dem WLAN-802.11-ac-/Bluetooth-4.0-Modul halten sich zudem wieder zahlreiche Overclocking-Funktionen auf dem Board selbst sowie im BIOS bereit. Es kann daher viel erwartet werden.

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Das ASUS Rampage V Extreme in der Übersicht.

Um die ganze umfangreiche Ausstattung inkl. der acht DDR4-DIMM-Speicherbänke unterzubringen, musste ASUS auf das E-ATX-Format ausweichen, was je nach Gehäuse kein Problem darstellt. Vor dem Kauf sollte man die Kompatibilität aber kurz überprüfen. Wie bei allen ROG-Platinen bleibt es beim schwarzen PCB und der restlichen Schwarz-Rot-Kombination. Der verbaute PCH-Kühler ist gegenüber dem MOSFET- und Phasen-Kühlkörper relativ klein geraten. In der Tat werden beim Rampage V Extreme sowohl die MOSFETs als auch die Phasen mitgekühlt. Mittels einer Heatpipe kann die Wärme mit einem weiteren Kühlkörper besser abgeleitet werden, der selbst das I/O-Panel vollständig überdeckt. Das ist natürlich ein Hingucker schlechthin.

Die Spezifikationen

Das sind die technischen Eigenschaften:

Die Daten des ASUS Rampage V Extreme in der Übersicht
Mainboard-Format E-ATX
Hersteller und
Bezeichnung
ASUS
Rampage V Extreme
CPU-Sockel LGA2011-v3 (OC-Sockel)
Straßenpreis ca. 370 Euro
Homepage http://www.asus.com/de/
Northbridge-/CPU-Features
Chipsatz Intel X99 Express Chipsatz
Speicherbänke und Typ 8x DDR4 (Quad-Channel)
Speicherausbau max. 64 GB (mit 8-GB-DIMMs)
SLI / CrossFire SLI (4-Way, nur mit i7-5930K und 5960X), CrossFireX (4-Way, nur mit i7-5930K und 5960X)
Onboard-Features
PCI-Express

4x PCIe 3.0 x16 (x16/-/-/-, x16/-/x16/-, x16/x8/x8/-, x16/x8/x8/x8 mit Core i7-5930K und 5960X); (x16/-/-/-, x16/-/x8/-, x8/x8/x8/- mit Core i7-5820K)
1x PCIe 2.0 x16 (x4)
1x PCIe 2.0 x1

PCI -
Serial-ATA-, SAS- und 
ATA-Controller

8x SATA 6G (6x mit RAID 0, 1, 5, 10) über Intel X99
1x SATA Express 10 GBit/s über Intel X99
1x SATA Express 10 GBit/s über ASMedia ASM106SE
1x M.2 mit 32 GBit/s

USB 14x USB 3.0 (10x am I/O-Panel, 4x über Header) 4x direkt über Intel X99, 8x über 2x ASMedia ASM1074, 2x über ASMedia ASM1042AE
6x USB 2.0 (2x am I/O-Panel, 4x über Header) über Intel X99
Grafikschnittstellen -
WLAN / Bluetooth Wi-Fi GO! 802.11a/b/g/n/ac, Bluetooth 4.0 über WLAN/Bluetooth-Modul
Thunderbolt -
LAN

1x Intel I218-V Gigabit-LAN

Audio 8-Channel ROG SupremeFX 2014 (Realtek ALC1150 Audio Codec)

Der Aufmachung der Verpackung bleibt ASUS auch beim Rampage V Extreme treu und verwendet unverändert dunkle Rottöne, die oben und unten ins Schwarze übergehen. Oben links ist das ROG-Logo zu erkennen, dadrunter mittig dagegen die Modellbezeichnung und der Hinweis zum OC-Panel. Unten wurden abseits des ASUS-Logos noch einige Grund-Features aufgelistet.

Das mitgelieferte Zubehör

Folgendes befand sich neben dem Mainboard im Karton:

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Der Käufer des Rampage V Extreme kann sich mit dem Zubehör ganz beruhigt zurücklehnen. Mit zehn SATA-Kabeln, der beiliegenden WLAN-Antenne, dem X-Socket-2-Kit, drei SLI-Brücken und einer CrossFireX-Brücke erwartet ihn ein umfangreiches Zubehör. Ebenfalls dabei: Drei Thermal-Sensor-Kabel, die bekannten Q-Connectors und Aufkleber für die SATA-Kabel. Auf das OC-Panel gehen wir später noch genauer ein. Das X-Socket-2-Kit besteht aus einer anderen Backplate für den CPU-Sockel und ermöglicht den Einsatz von LN2-Kühlkörpern.


Der X99-Chipsatz wurde auf den technischen Stand des aktuellen Z97-PCHs gebracht, bringt allerdings vier weitere native SATA-6G-Ports mit. Identisch ist dagegen die Bereitstellung von sechs USB-3.0-Schnittstellen. Auch bietet die Southbridge weiterhin maximal acht PCIe-2.0-Lanes, die weiterhin sehr knapp werden können, vorwiegend bei teureren High-End-Platinen.

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ASUS setzt hier klar auf sehr hochwertige VRM-Komponenten.

Nachdem wir die Kühlkörper abmontiert haben, erhalten wir einen freien Blick auf das große PCB. Platzbedingt befinden sich die acht MOSFETs und die acht Phasen über dem Sockel LGA2011-v3 und damit genau zwischen den acht DDR4-DIMM-Speicherbänken. Bei den Phasen handelt es sich um "MicroFine"-Modelle, welche laut ASUS aus einem speziellen Material gefertigt wurden und bei hoher Effizienz gleichzeitig mit keiner all zu hohen Temperatur zu kämpfen haben sollen. Als MOSFETs kommen dagegen 60A-IR3555M-PowIRStage-Modelle von International Rectifier zum Einsatz. In jedem IR3555M sind ein MOSFET-Driver sowie ein High-Side- und Low-Side-MOSFET integriert in einem einzigen Chip und sollen sehr effizient bei geringerer Verlustleistung und geringer Temperaturentwicklung zu Werke gehen. Zusammen bilden sie das neue Extreme-Engine-Digi+-IV-Feature. Zusätzlich wurden auf dem gesamten PCB langlebige "10K Black Metallic Caps" verlötet. Für die generelle CPU-Stromversorgung können ein 8-poliger und ein 4-poliger ATX-+12V-Stromanschluss belegt werden.

Trotz der Effizienz benötigen sowohl Phasen als auch MOSFETs eine geeignete Kühlung. ASUS hat sich dazu entschieden, die Direct-CU-Kühlung einzusetzen. So liegt die Heatpipe, abgesehen vom dazwischenliegenden Wärmeleitpad, direkt auf den acht MOSFETs auf und kann auf diese Weise die Wärme theoretisch besser ableiten. Der Kühler wurde so entworfen, dass selbst die Phasen mitgekühlt werden. Auch auf ihnen wurde daher ein Wärmeleitpad angebracht. Besonders wenn es in Richtung Extreme-Overclocking geht, kann die Kühlung definitiv nicht schaden. 

In den acht DIMM-Slots lassen sich bis zu 64 GB Arbeitsspeicher installieren. ASUS gibt die maximale, effektive Taktrate mit 3.300 MHz an. Beide 4-DIMM-Slot-Gruppen werden von jeweils zwei hochwertigen Phasen angesteuert. Für weitere RAM-Performance ist das Rampage V Extreme also ebenfalls vorbereitet.

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Ohne einen passenden PWM-Controller für die acht Phasen geht es nicht.

Die acht CPU-Phasen werden vom ASP1257 gesteuert, den wir auch schon auf dem ASUS Z97-Deluxe und dem ASUS Maximus VII Formula gesehen haben. Er wurde außerdem auf dem ASUS X99-DELUXE verbaut.

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Zwei weitere werden für die acht DDR4-DIMM-Slots eingesetzt.

Jede 4-DIMM-Slot-Gruppe wird von jeweils einem ASP1250 betreut. Sie zeigen sich für jeweils zwei Phasen verantwortlich.

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Vier Grafikkarten sind für das Rampage V Extreme kein Problem.

Die Tradition wird durch ASUS gewahrt, indem das Extreme-Modell stets mindestens vier rote, mechanische PCI-Express-x16-Steckplätze der dritten Generation anbietet, die allesamt mit der CPU kommunizieren. Und genau dabei kommt es natürlich drauf an, für welche CPU sich der Käufer dieser Platine entscheidet. Mit dem Core i7-5930K und dem Core i7-5960X stehen alle Türen offen, sprich wenn gleich vier Grafikkarten genutzt werden möchten, so ist es mit den beiden Prozessoren möglich. Anders allerdings beim Einstiegsmodell Core i7-5820K. Mit ihm können "nur" drei Grafikkarten zu je acht Lanes verwendet werden. Generell wird der vierte PCIe-3.0-x16-Slot mit dem Core i7-5820K unbrauchbar und die restlichen vier Lanes werden erzwungenermaßen dem M.2-Steckplatz zugeführt. Ansonsten stehen auch noch ein mechanischer PCIe-2.0-x16-Slot mit 4-Lane-Anbindung und ein PCIe-2.0-x1-Steckplatz über den PCH zur Verfügung. Für eine verbesserte Übersicht haben wir erneut zwei Tabellen angefertigt, auf denen die Lane-Verteilung mit den drei Haswell-E-Prozessoren eingesehen werden kann:

PCIe-Slots und deren Lane-Anbindung mit dem Core i7-5820K (28 Lanes)
  PCIe-Slot 1 PCIe-Slot 2 PCIe-Slot 4 PCIe-Slot 6
Single-GPU-Betrieb x16 - - -
Zwei Grafikkarten im 2-Way-SLI/CrossFireX-Verbund x16 - x8 -
Drei Grafikkarten im 3-Way-SLI/CrossFireX-Verbund x8 x8 x8 -

 

PCIe-Slots und deren Lane-Anbindung mit dem Core i7-5930K und Core i7-5960X (40 Lanes)
  PCIe-Slot 1 PCIe-Slot 2 PCIe-Slot 4 PCIe-Slot 6
Single-GPU-Betrieb x16 - - -
Zwei Grafikkarten im 2-Way-SLI/CrossFireX-Verbund x16 - x16 -
Drei Grafikkarten im 3-Way-SLI/CrossFireX-Verbund x16 x8 x8 -
Vier Grafikkarten im 4-Way-SLI/CrossFireX-Verbund x16 x8 x8 x8

ASUS hat auch an die Nutzer gedacht, die nur eine Dual-Slot-Grafikkarte nutzen wollen. Da sie unter dem ersten PCIe-3.0-x16-Slot keinen weiteren verlötet haben, können in diesem Fall noch immer alle anderen Steckplätze genutzt werden. Zusätzlich wurde die BIOS-Batterie weiter unten positioniert, was in gewissen Situationen ebenfalls in Vorteil sein kann.

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Über zu wenig SATA(e)-Anschlüsse darf sich nicht beschwert werden.

Bis auf den oberen SATA-Express-Anschluss, wurden alle anderen SATA-6-Ports und die untere SATAe-Schnittstelle nativ an den X99-Chipsatz angebunden. Für den oberen SATAe-Anschluss musste ASUS daher auf einen Zusatzchip zurückgreifen. Es ist natürlich der ASMedia ASM106SE. Rechts von den Storage-Anschlüssen sehen wir einen USB-3.0-Header, ein zweiter befindet sich oben links im Bild. Beide können zwei USB-3.0-Schnittstellen bereitstellen und erhalten ihre Instruktionen ebenfalls über den X99-PCH.

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Das I/O-Panel beim ASUS Rampage V Extreme.

Zahlreiche USB-Anschlüsse sind über das I/O-Panel abgreifbar, insgesamt zehn als USB-3.0- und zwei als USB-2.0-Ausführung. Dazu gibt es neben einer PS/2-Schnittstelle, den Anschlüssen für die mitgelieferte 3T3R-Antenne und den analogen Audio-Buchsen einen CMOS-Clear-Button, einen ROG-Connect-Button sowie ein optischen Digitalausgang. Mithilfe des ROG-Connect-Buttons kann komfortabel das BIOS über das USB-BIOS-Flashback-Feature aktualisiert werden.


Wir machen mit dem M.2-Steckplatz weiter.

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Natürlich stellt ASUS auch einen M.2-Slot zur Verfügung.

In dem M.2-Steckplatz lassen sich entsprechende Karten mit einer Länge von 6 cm, 8 cm und 11 cm installieren. Sie werden über vier PCIe-3.0-Lanes über die CPU in das System integriert. Demnach beträgt die maximale, theoretische Bandbreite 32 GBit/s. Dank der 128b/130b-Kodierung bedeutet diese Angabe theoretisch 3,94 GB/s Datendurchsatz.

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Der ROG SupremeFX übernimmt die Audioaufgaben.

Unter dem rot beleuchteten EMI-Shield sorgt der Realtek ALC1150 dafür, dass alle ankommenden Audiosignale sorgfältig berechnet werden. Nicht umsonst kann er acht Kanäle steuern und einen Front-DAC von maximal 115 dB bereitstellen. Weiter oben ist zudem die Isolierung der Audiokomponenten vom Rest des PCBs zu sehen, um Störgeräuschen entgegenzuwirken. Ergänzend dazu sorgen 13 ELNA-Audio-Kondensatoren für einen besseren Klang. Doch ASUS packt an dieser Stelle wieder einiges an speziellen Features oben drauf, die wir bereits von der Z97-ROG-Serie kennen. Mit dem "Sonic SenseAmp" wird die Impedanz des angeschlossenen Kopfhörers automatisch ermittelt und gegebenenfalls entsprechend angepasst. Dagegen bietet "Sonic SoundStage" die Möglichkeit, das "optimale" Soundprofil für die jeweiligen Situationen per Onboard-Button "Soundstage" zu aktivieren. Vier Profile werden angeboten: Shooter, Rennspiel, Sport und Kampfspiel. Einziger Haken an der Sache: Die eben genannten Features sind nur einsetzbar, wenn die analogen Buchsen genutzt werden. Abschließend gibt es noch "Sonic Studio", mit dessen Hilfe mit nur einem einzelnen Klick ein glasklarer Raumklang erzeugt werden soll. Das ganze Audio-Feature wird von unten von mehreren roten LEDs beleuchtet. So ist eine künstliche, rote Leiterbahn zu sehen und auch das SupremeFX-Logo auf dem EMI-Shield leuchtet in ROG(schem)- Rot.

An der PCB-Unterkante hält sich ein 4-poliger-Molex-Stromanschluss für den Einsatz einer Multi-GPU-Konfiguration bereit. Er soll die Stromversorgung mehrerer Grafikkarten auf dem Mainboard stabilisieren. Und weiter rechts sehen wir den bereits erwähnten zweiten USB-3.0-Header.

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Ein Zusatzchip wird für den zweiten SATAe-Anschluss benötigt.

Es ist natürlich der ASM106SE von ASMedia. Er ist mit zwei PCIe-2.0-Lanes direkt an den X99-Chipsatz angebunden und würde somit theoretisch auf 10 GBit/s kommen.

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Der SuperI/O-Chip kommt wieder von Nuvoton.

Ein Super-I/O-Chip ist unverzichtbar, wenn es darum geht, die Spannungen, Temperaturen, die Lüftergeschwindigkeiten zu überwachen sowie letztere auch zu steuern. Und genau an dieser Stelle kommt der Nuvoton NCT6791D ins Spiel. 

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Zumindest ein weiterer USB-3.0-Host-Controller ist mit an Bord.

Welcher USB-Controller sollte es anders sein als der übliche ASMedia ASM1042AE? Als Host-Controller ist er in der Lage, zwei USB-3.0-Anschlüsse zu steuern. Der Chip selbst ist mit nur einer PCIe-2.0-Lane an den Intel-Chipsatz gekoppelt und bietet somit nur theoretisch 5 GBit/s, die sich beide Anschlüsse bei Benutzung teilen müssen.

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Der einzige Gigabit-LAN-Port arbeitet über einen Intel-PHY.

Auch beim Gigabit-Chip erleben wir keine Überraschung. Der Intel I218-V ist nicht ohne Grund sehr verbreitet im Customer-Segment. Er beschleunigt die Netzwerkverbindung zuverlässig auf 1 GBit/s, kann notfalls auch mit 100 MBit/s- und 10 MBit/s-Verbindungen umgehen. Genau wie bei den ROG-Platinen mit Intels Z97-Chipsatz, hat ASUS das "LANGuard"-Feature  auch beim Rampage V Extreme hinzugefügt, welches im Grunde bessere Kondensatoren und weit verbesserten Schutz vor elektrostatischer Entladung, Überspannung und gar Blitzeinschlägen während eines Gewitters bedeutet. Die besseren Kondensatoren sollen zudem für einen besseren Datendurchsatz sorgen.

Ebenfalls interessant könnte das "GameFirst III"-Feature sein, mit dem die Online-Gaming-Netzwerkpakete mit einer höheren Priorität vom Intel-Netzwerkcontroller bearbeitet werden. So soll sich zumindest in der Theorie die Latenzzeit zum Spieleserver verbessern. ASUS hat hierbei vier Modi vorgesehen: Optimization, Game, Media Streaming und File Sharing. Für jede installierte Anwendung kann ein Modus festgelegt werden.

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Für die ganzen speziellen ROG-Features werden zwei dieser Chips eingesetzt.

Bei den vielen ROG-Features werden beim Rampage V Extreme zwei separate Steuereinheiten benötigt, die über den gezeigten Chip ablaufen. Es handelt sich jeweils um ein zusätzliches CMOS, das sogenannte iROG1 und iROG2. Wird das BIOS aktualisiert, werden die iROG-Chips in den meisten Fällen ebenfalls mit neuen Daten überschrieben. Ihr Aufgabengebiet ist es, die Steuerung und Überwachung der ROG-spezifischen Features, die weder vom Chipsatz noch von der CPU abgedeckt werden können, zu übernehmen. Zu den Features gehören die erweiterten Overclocking-Funktionen, MemOK! sowie das USB BIOS Flashback-Feature. Hinzu kommen aber auch die Steuerung und die Überwachung der Spannungsversorgung. Für die Ai Suite III werden durch die Chips zusätzlich die Schnittstellen für TurboV Evo und die GPU Boost-Software bereitgestellt.


Es geht mit dem KeyBot-Feature weiter.

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Das KeyBot-Feature ist auch wieder mit von der Partie.

ASUS hat sich eine interessante Funktion für Benutzer einfallen lassen, die über eine gewöhnliche Tastatur ohne Multimedia- und Makro-Tasten verfügen. Mithilfe des KeyBot-Features kann all das ohne Probleme kompensiert werden. Dabei lassen sich die Tasten F1 bis F10 beliebig mit sinnvollen Funktionen belegen. Beispielsweise mit Shortcuts für spezielle Anwendungen bzw. Ordner oder Multimedia-Befehlen, um etwa die Lautstärke zu erhöhen oder zu reduzieren. Es ist außerdem möglich, individuelle Makros abzuspeichern. Als Bonus kann mit der Taste F11 die CPU auf Knopfdruck übertaktet, mit F12 das XMP-Feature aktiviert und mit der DEL-Taste direkt ins UEFI gestartet werden.

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Ferner sorgen zwei USB-3.0-Hubs für ordentlich Verstärkung.

Irgendwie müssen die insgesamt 14 USB-3.0-Schnittstellen realisiert werden. Neben dem ASM1042AE greift ASUS zusätzlich auf zwei ASM1074 zurück, die rein als Hubs fungieren und daher eine direkte USB-3.0-Anbindung über den Intel-Chipsatz brauchen. Daher wird jeder der beiden Hubs mit einem nativen USB-3.0-Anschluss versorgt. Optimal ist das allerdings nicht, denn so müssen sich jeweils vier Anschlüsse eine theoretische Bandbreite von 5 GBit/s teilen, die eigentlich für einen einzigen Anschluss konzipiert ist.

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Onboard-Overclocking-Funktionen sind ein Muss bei einem Extreme-Modell.

Jetzt geht's um Overclocking-Features: Natürlich wird man von ASUS in diesem Punkt nicht enttäuscht. Direkt unter dem 24-poligen ATX-Stromanschluss wurden vier Boot-Status-LEDs und die Spannungsmesspunkte untergebracht. Mit einem Multimeter können daher folgende Spannungen direkt ausgelesen werden: PCH_IO, PCH, RAM_CD, RAM_AB, SA, CACHE, CORE und VIN. Als nächstes haben wir den kleinen schwarzen Button, bei dem es sich um den bekannten MemOK!-Button handelt. Kann das Board aus irgendwelchen Gründen auch immer mit dem eingesetzten Speicher nicht starten, sucht sich das Board eigenständig passende Parameter, womit es dann letztendlich starten kann. Darunter kann der RETRY-Button betätigt werden, wenn während der Overclocking-Session und gerade beim Booten das System nicht mehr reagiert und selbst der Reset-Taster keine Abhilfe schafft (der größere schwarze Knopf). Als weiteres Overclocking-Feature ist der Safe-Boot-Button gedacht. Er kann zu jeder Zeit betätigt werden, worauf die aktuell anliegenden BIOS-Einstellungen im Hinterkopf behalten werden und das BIOS aufruft, sodass die manuellen Werte angepasst werden können, wenn die vorherigen Einstellungen zu Fehlern führen.

Das ASUS Rampage V Extreme ist selbstverständlich für das extreme Overclocking vorbereitet. Mit dem kleinen Switch lässt sich der unabdingbare Slow-Mode aktivieren. Im BIOS werden entsprechende Vorkehrungen getroffen, damit das Board mit diesen extremen Temperaturen umzugehen weiß. Neben dem schwarzen Reset-Knopf wurde der große rote Power-Button hinterlassen. Wiederum rechts daneben zeigt die Diagnostic-LED stets den aktuellen Status des Boards an. In vielen Situationen können diese Codes bei der Fehlersuche sehr hilfreich sein. Last but not least können mit den vier DIP-Schaltern auf Wunsch die vier roten PCIe-3.0-x16-Steckplätze deaktiviert werden.

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Der ROG_EXT-Header wird für das mitgelieferte OC-Panel gebraucht.

Ganz unten rechts in der Ecke des Mainboards erhält der Anwender mit dem BIOS_SWITCH die Möglichkeit, zwischen den beiden BIOS-ROMs umzuschalten. Oberhalb davon lässt sich mit dem KEYBOT-Knopf das gleichnamige Feature direkt aktivieren. Das OC-Panel muss auch noch irgendwie mit dem Board in Verbindung treten. Dafür ist der ROG_EXT-Header gedacht, an dem das entsprechende Verbindungskabel eingesteckt wird.

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Das ASUS Rampage V Extreme nochmal in der Übersicht.

ASUS hat es geschafft, selbst ein großzügigeres E-ATX-Mainboard vollständig zu befüllen. Trotz allem befindet sich alles dort, wo wir es auch erwartet haben und wir sind auch an alle Stellen bestens herangekommen. Das haben wir jedoch auch teilweise dem NZXT KRAKEN X40 zu verdanken, der unser Core i7-5960X auf angenehmer Temperatur gehalten hat. 

Es können jede Menge 4-Pin-Lüfter an dem Mainboard selbst angeschlossen werden, sechs Stück in der Zahl. Die verwendete Lüftersteuerung wurde 1:1 von den Z97-Modellen übernommen. Gesteuert werden kann von den sechs FAN-Anschlüssen lediglich die Hälfte. Neben den weiteren Modi "Silent" und "Turbo", steht jeweils noch der Punkt "Manual" zur Verfügung, wo sich der Anwender für seine eigenen Einstellungen entscheiden kann. Im Lieferumfang befinden sich zudem drei Thermal-Sensor-Kabel, die auf dem PCB an die entsprechenden Anschlüsse angeklemmt werden können. Zwei Anschlüsse haben sich oben auf der rechten Seite des PCBs in der Nähe des 24-poligen-ATX-Stromanschluss und den Onboard-Funktionen eingefunden. Der dritte versteckt sich mittig an der Unterkante des Mainboards unterhalb des vierten roten Slots. Die Sensoren selbst können beliebig im Gehäuse verteilt werden. In der Nähe der Anschlüsse hält sich jeweils einer der 4-poligen-FAN-Header bereit, die mit dem Sensor zusammenarbeiten. Somit kann die gesamte Kühlung vom Anwender optimiert werden.

Eines der exklusiven ROG-Features ist "Truevolt USB". Dahinter verbergen sich zwei eigenständige, lineare 5V-Leitungen für die Front- und Back-USB-Anschlüsse. Das Ziel ist, dass die Spannung über die USB-Buchsen zu jeder Zeit exakt 5 Volt beträgt, was für viele Geräte von Vorteil ist. Allerdings hängt die Effektivität dieses Features von dem verwendeten Netzteil ab. Wird beispielsweise ein qualitativ schlechtes Netzteil mit einer fluktuierenden 5-Volt-Spannung genutzt, kann "Truevolt USB" das Ganze nur sehr schwer abfangen.

Es gibt dann ferner noch "Sonic Radar II", welches viele eher als Cheating ansehen. So werden beispielsweise in einem Online-Shooter, wie Battlefield 4, sämtliche Schüsse, Schritte und andere Geräusche auf dem frei anpassbaren In-Game-Overlay angezeigt, sodass der Spieler sehen kann, aus welcher Richtung die jeweiligen Geräusche stammen.

Wer die maximal möglichen 64 Gigabyte des Arbeitsspeichers ausreizt, könnte sich einmal mit dem "RAMDisk"-Feature näher beschäftigen. Aus dem RAM kann auf diese Weise ein rasend schnelles Laufwerk herbeigezaubert werden, welches in puncto Performance laut ASUS um das 20-fache schneller ist als aktuelle SSDs. Apropos SSDs: mit der ROG-SSD-Secure-Erase-Funktion können angeschlossene SSDs ohne Kompromisse von den Daten befreit werden.


Ein besonderes Gadget legt ASUS dem Rampage V Extreme noch obendrauf. Und zwar das OC-Panel, welches wir bereits beim Maximus VI Extreme sehen durften. Es ist exakt das gleiche Modell wie beim Maximus VI Extreme, erkennbar an der Revision 2.02. Das Display lässt sich einfach nach oben ausrichten. Für die Datenübertragung wird das passende Verbindungskabel mitgeliefert, das auf dem Mainboard auf dem ROG_EXT-Header aufgesteckt wird. Für die Stromversorgung muss ein SATA-Power-Stecker vom Netzteil herhalten.

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Das OC-Panel befindet sich im Lieferumfang.

Generell ist das OC-Panel als eine nützliche und komfortable Hilfe anzusehen, wenn man den Prozessor übertakten möchte. Auf dem 2,6-Zoll-Display kann unter anderem die aktuell anliegende CPU-Temperatur, die Lüftergeschwindigkeit des Lüfters vom CPU-Kühler und auch der aktuelle BCLK sowie der CPU-Multiplikator ausgelesen werden. Mit dem oberen, linken Knopf neben dem Display kann der normale oder "Extreme Modus" aktiviert werden. Unterhalb davon lässt sich die "One-Click-CPU-Level-Up"-Funktion nutzen, mit dem das Board eigenständig der CPU zu mehr Takt verhelfen kann. Unten rechts lassen sich die Lüfter steuern und darüber kann das OC-Panel ein- und ausgeschaltet werden.

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Auch wieder mit dabei: Subzero Sense

Die Subzero Sense-Anschlüsse wurden seitlich an dem OC-Panel angebracht. Mit einem digitalen Thermometer können im LN2-Betrieb die extremen Temperaturen ausgelesen werden.

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Das OC-Panel im beiliegenden Einbaurahmen eingebaut.

Mit im Lieferumfang ist auch ein 5,25-Zoll-Einbaurahmen, in den der Anwender das OC-Panel einbauen kann. Auf diese Weise kann das Panel von der Gehäuse-Front aus bedient werden. Das OC-Panel wird mittels Schrauben an dem Einbaurahmen fixiert. Das Ganze hat allerdings den Nachteil, dass die restlichen Knöpfe auf dem OC-Panel nicht verwendet werden können.

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Nach Entnahme des Deckels erblickt man das Innenleben.

Per leichtem Druck nach unten lässt sich der Deckel entfernen und das Innenleben kann betrachtet werden. Innerhalb des OC-Panels lassen sich nochmal vier weitere Lüfter anschließen und darüber hinaus wurden weitere Spannungsmesspunkte auf dem PCB für die Spannungen PLL, MEM, und CORE für ASUS-Grafikkarten hinterlassen. Links daneben sind die VGA Hotwire-Anschlüsse vorhanden, woran spezielle ASUS-Grafikkarten wie die GeForce GTX 780 Ti in der Matrix-Version angeschlossen werden können. Dadurch können die Grafikkarten über das OC-Panel übertaktet werden. Des weiteren sehen wir noch zwei Schalter. Mit dem linken kann der Slow Mode ein- bzw. ausgeschaltet werden, der rechte hingegen aktiviert oder deaktiviert den Pause-Modus.

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Das OC-Panel im Betrieb.

Oben links auf dem Display wird die aktuelle CPU-Temperatur angezeigt, rechts daneben die Umdrehungszahl des Lüfters vom CPU-Kühler. Der aktuell anliegende BCLK kann der Anwender unten links einsehen. Schließlich bleibt noch der CPU-Multiplikator übrig.


Als BIOS-Version fanden wir auf dem Rampage V Extreme die Version 0403 vor, die noch nicht einmal das offizielle First Release darstellt, das ist nämlich Version 0503. Doch die Taiwaner bieten für ihre High-End-Platine bereits die Version 0603 an, die lediglich die System-Stabilität erhöhen soll. ASUS bietet zum Flashen einmal das EZ-Flash-2-Utility aus dem BIOS heraus an. Alternativ lässt es sich auch unter Windows mit dem Tool "ASUS EZ Update" oder per USB-Flashback-Feature aufspielen.

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Der EZ-Mode beim ASUS Rampage V Extreme.

ASUS verwendet exakt die gleiche Ansicht, wie bereits bei der Z97-ROG-Serie. Die einzelnen Punkte werden demnach weiterhin in gelber Farbe hervorgehoben und die restlichen Werte in weißer Schrift. Wir fangen oben links an. Dort sind das aktuelle Datum und auch die Uhrzeit einsehbar. Rechts daneben kann auch die generelle UEFI-Sprache geändert werden. Neu hinzugekommen ist der "EZ Tuning Wizard", der eine Art Overclocking-Assistent ist und Neueinsteigern das Overclocking einfacher machen soll. Eingefleischte Overclocker werden von dieser Funktion in der Regel die Finger lassen und stattdessen sämtliche Einstellungen manuell festlegen. Dennoch ist es schön zu sehen, dass Einsteiger nicht im Regen stehen gelassen werden.

In der nächsten Zeile werden die üblichen Vorabinformationen, wie das Mainboardmodell inkl. BIOS-Version, die aktuell installierte CPU inkl. Taktfrequenz sowie die Arbeitsspeicher-Kapazität angezeigt. Weiter rechts sind dann auch gleich die CPU- und Mainboard-Temperatur zu sehen, zusätzlich auch die CPU-Spannung. Eine Etage tiefer wird auf der linken Seite ein ergänzender RAM-Status vermittelt, in welchen Slots aktuell welche Module mit welcher Kapazität und der aktuell anliegenden Taktung installiert sind. Zudem kann auf Wunsch auch gleich ein Extreme-Memory-Profile (kurz: XMP) ausgewählt werden, sofern vorhanden. Wer sich über die derzeit angekoppelten Storage-Gerätschaften interessiert, erhält diese Infos direkt rechts daneben. Hinzu kommen dann wiederum unten noch die Lüftergeschwindigkeiten, die sich mit der Funktion "Manual Fan Tuning" auch gleich individuell festlegen lassen.

Am rechten Rand des Bildschirms kann vom Anwender das grundlegende Funktionsschema ausgewählt werden. Standardmäßig ist der normale Modus aktiviert. Es lassen sich jedoch auch einmal der Modus "ASUS Optimal" und der Modus "Power Saving" aktivieren. Während beim "ASUS Optimal"-Modus das System auf gesteigerter Performance ausgelegt ist, lässt sich das System mit dem "Power Saving"-Modus effizienter betreiben. Darunter kann die Boot-Reihenfolge mit Leichtigkeit abgeändert werden. Entweder per Klick auf "Advanced Mode" oder mit einem Tastendruck auf "F7" gelangen wir in die erweiterte Ansicht, die wir uns nun anschauen werden.

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Der Advanced-Mode beim ASUS Rampage V Extreme.

Advanced-Mode: Optisch genau wie der EZ-Mode, allerdings nach traditioneller Art und Weise strukturiert. Der erste Menüpunkt ist bereits von den ersten Sockel LGA1150 Mainboards von ASUS bekannt. Das Feature "My Favorites" hat es ebenfalls auf die neue Haswell-E-Plattform geschafft und beinhaltet die Auswahl der häufig verwendeten Funktionen aus dem BIOS, die auf der separaten Seite abgespeichert werden können. Allerdings wurde das Hinzufügen der Funktionen von ASUS etwas anders gelöst. Das Kontextmenü ist auch beim Rampage V Extreme weggefallen. Demnach muss dafür oben der Punkt "MyFavorite(F3)" angeklickt oder die Taste "F3" gedrückt werden. Dies öffnet ein eigenständiges Fenster, in dem die Funktionen ausgewählt werden können.

Nun geht es mit dem Herzstück "Extreme Tweaker" weiter. Sämtliche Overclocking-Funktionen sind hier hinterlegt worden und es sind ohne Frage ziemlich viele Funktionen implementiert worden, die selbst dem extremen Übertakter durchaus ausreichen sollten. Ob es nun um die Taktfrequenz von CPU oder Arbeitsspeicher oder doch um die einzelnen Spannungen geht, hier wird der Anwender fündig. Zur Unterstützung wird jeweils unten erklärt, was die einzelnen Funktionen bewirken.

Auf der "Main"-Seite werden noch einmal einige Vorabinformationen wie die BIOS-Version, das installierte Prozessormodell und einige RAM-Infos angezeigt. Auch hier lässt sich die Menüsprache ändern, falls gewünscht. Wie immer können die zahlreichen Onboard-Komponenten mithilfe des nächsten Reiters konfiguriert werden. Auch wenn auf der rechten Seite ständig einige Informationen vom Hardware-Monitor angezeigt werden, hat ASUS eine eigene "Monitor"-Seite hinterlassen, auf der unter anderem die Lüfter gesteuert werden können. Aber auch die Temperaturen und Spannungen werden noch einmal aufgelistet.

Sämtliche Einstellungen, die den Startvorgang betreffen, wurden auf den Reiter "Boot" geparkt. Wer sich von dem Boot-Logo gestört fühlt, kann es dort abschalten. Zusätzlich sind dort die Boot-Overrides untergebracht worden, die man häufig auch auf der letzten Seite findet. ASUS gibt auch hier erneut ein paar Tools mit auf den Weg. Darunter das "ASUS EZ Flash 2 Utility", womit das UEFI aktualisiert werden kann. Sämtliche UEFI-Einstellungen können mithilfe des "ASUS Overclocking Profile" in maximal acht Profilen gesichert werden, die auch von einem USB-Stick exportiert und auch importiert werden können. "ASUS SPD Information" liest die Serial Presence Detect-Werte aus den DIMMs aus. Und unter "Exit" können die gesetzten Settings abgespeichert und auch die Default Werte geladen werden. Bevor das UEFI die Settings abspeichert, zeigt ein kleines Fenster alle Einstellungen an, die verändert wurden. Wer sich nützliche Notizen anlegen möchte, muss glücklicherweise auf keinen Zettel und Stift zurückgreifen, sondern verwendet einfach das "Quick Note"-Feature.

Die Bedienbarkeit der neuen UEFI-Oberfläche stufen wir als akzeptabel ein. Die Navigation kann durch die Menüs in meist ruckeliger Weise durchgeführt werden, zumindest mit der Tastatur. Einzig der "Monitor"-Abschnitt zeigte deutliche Verzögerungen beim Scrollen, was uns weniger gefallen hat. Der Maus-Cursor lässt ansonsten eine flüssigere Bewegung zu. Abgesehen von dieser Tatsache wurden alle gewählten Einstellungen zu unserer vollsten Zufriedenheit übernommen. Auch gab es an der Stabilität nichts bemängeln.

In der folgenden Bildergalerie können alle BIOS-Screenshots eingesehen werden.

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Kommen wir nun zu der Disziplin, die das Rampage V Extreme beherrschen sollte - das Overclocking. Gerade das Extreme-Modell, egal ob nun für den Midrange- oder Enthusiasten-Sockel, wird von ASUS regelrecht mit Overclocking-Funktionen überschüttet. Allen voran natürlich in diesem Fall der patentierte OC-Sockel, für den ASUS noch einige Monate ein Exklusiv-Nutzungsrecht genießt. Jedoch auch das UEFI bietet massenhaft Einstellungen, die das Herz eines Overclocking-Profis höher schlagen lassen. So können beispielsweise unterschiedliche VDIMM-Spannungen für die RAM-Channel A/B und C/D festgelegt. Zusätzlich bieten sich die Spannungen VTTDDR und VPPDDR an. Im UEFI sind RAM-Teiler bis DDR4-4000 und 65 Latenzen vertreten. Das sind jedoch nur einzelne Beispiele aus dem ganzen Aufgebot an Overclocking-Funktionen.

Beim Rampage V Extreme kann der BCLK von 80 MHz bis 300 MHz eingestellt werden. Die Intervalle betragen annehmbare 0,1 MHz, auch wenn mit 0,01 MHz-Schritten ein besseres Feintuning möglich gewesen wäre. In Sachen CPU-Spannung wird der Anwender wieder einmal verwöhnt. So stehen ihm die Modi Override, Adaptive und Offset zur Verfügung. Mit den ersten beiden Modi lässt sich die Spannung von 0,001 Volt bis 1,920 Volt fixieren. Der Adaptive-Mode erlaubt die Nutzung eines Offsets und gleichzeitig eine feste Spannung für den Turbo-Modus, sprich für die Last-Situation. Im Offset-Modus sieht der Spielraum mit 0,001 Volt bis 0,999 Volt in beide Richtungen ebenfalls sehr ansprechend aus. Aus den Spannungsbereichen lässt es sich bereits erkennen, vor allem, wenn man ASUS kennt, dass die einzelnen Schritte bei allen drei Modi sehr feinen 0,001 Volt entsprechen. Alle weiteren Overclocking-Funktionen können der folgenden Tabelle entnommen werden.

Die Overclocking-Funktionen des ASUS Rampage V Extreme in der Übersicht
Base Clock Rate 80 MHz bis 300 MHz in 0,1-MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,001 V bis 1,920 V in 0,001-V-Schritten (Override- und Adaptive-Modus)
-0,999 V bis +0,999 V in 0,001-V-Schritten (Offset- und Adaptive-Modus)
DRAM-Spannung 0,70000 V bis 1,80000 V in 0,00625-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-VCCIN-Spannung 0,800 V bis 2,700 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-Ring-Spannung

0,001 V bis 1,920 V in 0,001-V-Schritten (Override- und Adaptive-Modus)
-0,999 V bis +0,999 V in 0,001-V-Schritten (Offset- und Adaptive-Modus)

CPU-SA-Spannung -0,999 V bis +0,999 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)
CPU-IO-Analog/Digital-Spannung 0,70000 V bis 1,80000 V in 0,00625-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCH-Core-Spannung 0,70000 V bis 1,80000V in 0,00625-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen PCHI/O, VCCIO PCH, VTTDDR CHA/B, VTTDDR CHC/D, VPPDDR CHA/B, VPPDDR CHC/D
PLL Termination Voltage, DRAM Eventual Voltage
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 65 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
Weitere Besonderheiten UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE (C6/C7), EIST
Turbo-Modus (All Cores, By number of active cores),
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und vier optionale Fans,
CPU Current Capability, CPU Power Thermal Control, CPU Input Boot Voltage,
CPU Load-Line Calibration Level 1-9, Enhanced DRAM Training

Wir waren gezwungen, die CPU auszutauschen, was dazu geführt hat, dass sich die VID zur anderen CPU grundlegend unterscheidet. Aus diesem Grund ist ein anderes Overclocking-Verhalten zu erwarten.

Nachdem wir für den Core i7-5960X den 44er Multiplikator zusammen mit einer VCore von 1,290 Volt festgelegt haben, startete das System ordnungsgemäß. Laut der CPU-Z-Version 1.70.0 x64 wurde die Spannung auch wunderbar umgesetzt. Allerdings änderte sich der Zustand unseres Systems, nachdem Prime95 einige Minuten rechnete. Nach dem Bluescreen haben wir die Spannung daher auf 1,3 Volt erhöht, was dem Board letztendlich nach einer längeren Prime95-Runde auch nicht genügte. Erst als wir dem Prozessor 1,335 Volt zugeführt haben, lief das System einwandfrei.

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Bestes Ergebnis mit dem 1.0-Strap: 4,4 GHz bei 1,336 Volt

Durch die neue CPU ändert sich natürlich das gesamte Overclocking-Verhalten. Zwar konnten wir mit dem neuen Prozessor ebenfalls 4,4 GHz erreichen. Doch dieser wollte zumindest mit dem Rampage V Extreme mindestens 1,335 Volt, damit das Ganze auch stabil läuft.

Auch bei der Haswell-E-Plattform werfen wir einen Blick auf das RAM-Overclocking. Zu diesem Zweck verwenden wir vier DIMMs mit jeweils 4 GB Speicherkapazität des Typs "G.Skill RipJaws4 DDR4-3000". Im ersten Test kontrollieren wir die Funktionalität des XMP und im zweiten ohne Verwendung des XMP-Features.

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4x 4GB G.Skill RipJaws4 DDR4-3000
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Das Extreme Memory Profil wird korrekt vom System umgesetzt.
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Ohne XMP konnten wir schärfere Latenzen festlegen.

Besitzen die DDR4-DIMMs ein Extreme Memory Profile, braucht sich der Anwender beim Rampage V Extreme keinerlei Gedanken machen. Das Board stellt alle erforderlichen Einstellungen automatisch ein, die das Profile vorgibt, damit der DDR4-3000-Betrieb ohne Probleme funktioniert. Im Anschluss haben wir uns an manuellen Einstellungen versucht, was in unserem Fall denkbar einfach war. Einfach den gewünschten RAM-Teiler auswählen, die VDIMM(s) auf 1,35 Volt setzen, Latenzen festlegen und abspeichern. Den richtigen BCLK-Strap stellt das Mainboard selbstständig ein und passt auch die anderen Einstellungen wie die Multiplikatoren der CPU-Kerne an.

ASUS AI Suite 3

ASUS legt dem Mainboard die bekannte AI Suite bei, mit der sich jede Menge Features von Windows aus einstellen lassen. Die neuen X99-Modelle haben dabei ebenfalls die dritte Version erhalten, die im gleichen Funktionsumfang auch für die Enthusiasten-Plattform angeboten wird. Als großes Beispiel ist hierbei "TurboApp" zu nennen, die ein Teil des 5-Way-Optimization-Features ist und mit der für jede installierte Anwendung bestimmt werden kann, mit welchem CPU-Multiplikator, mit welchem Sound-Schema und mit welcher Netzwerk-Priorität die jeweilige Anwendung behandelt werden soll. Auf diese Weise kann sichergestellt werden, dass nur ausgewählte Programme und/oder Spiele mit erhöhter CPU-Leistung ausgeführt werden sollen. Gleichzeitig wird das Dual-Intelligent-Processors-5-Feature aus TPU und EPU gebildet.

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Die ASUS AI Suite 3 im ROG-Gewand.

Weiterhin steht es dem Anwender frei, mit der AI Suite 3 auch die vier anderen Punkte zu nutzen. TPU ist für die Taktfrequenzen zuständig, mit dem neuen Fan Xpert 3 können dagegen die Lüfter auf Herzenswunsch feinjustiert werden. Das Digi+-Feature kümmert sich dafür unverändert um die Spannungsversorgung. Um die Effizienz nicht zu vernachlässigen, gibt es den Punkt "EPU", bei dem die vier Betriebsmodi "Auto", "Leistung", Strom sparen" und "Abwesenheitsmodus" konfiguriert werden können. Zu jeder Zeit hat der Anwender am unteren Rand Infos wie CPU- und RAM-Takt, Spannungen, Temperaturen und Lüftergeschwindigkeiten stets im Auge. Ein Klick auf das rechte Zahnradpärchen öffnet ebenfalls unten die Einstellungsmöglichkeiten zu den einzelnen Kategorien.

Weiterhin hat die ASUS AI Suite in der Version 3 weitere, nützliche Funktionen, wie den Ai Charger+, mit dem das iPhone, iPad sowie der iPod dank der BC-1.1-Funktion wesentlich schneller aufgeladen werden kann. Mit dem EZ Update können dagegen die installierten ASUS-Programme und auch das BIOS aktualisiert werden. Jedes Mal, wenn ASUS eine neuere BIOS-Version veröffentlicht, lassen sich mit dem USB-BIOS-Flashback-Feature die neuen Version nach einem individuellen Zeitplan auf einen USB-Datenträger herunterladen. In speziellen Situationen, etwa wenn ein geplanter Neustart des Systems einprogrammiert wurde, kann die AI Suite mit der Push-Notice-Funktion den Anwender je nach Zeiteinstellung an den bevorstehenden Reboot erinnern. Genauso ist es auch mit Ereignissen möglich, wenn Spannungen oder Temperaturen überschritten werden.

An vorletzter Stelle hält sich auch der USB-3.0-Boost bereit, damit die angeschlossenen USB-3.0-Geräte mit der bestmöglichen Performance angesteuert werden. Dies wird mit dem UASP-Modus (USB Attached SCSI Protocol) ermöglicht. Zu guter Letzt ist noch der USB-Charger+ zu nennen. Hinten am I/O-Panel gibt es einen besonderen USB-2.0-Anschluss (der untere), der mit der direkt benachbarten ROG-Connect-Taste eng zusammenarbeitet. Angeschlossene, mobile Geräte können mit ihm ebenso schneller aufgeladen werden. Je nach Einstellung funktioniert es selbst, wenn sich das System gerade im Standby, Ruhemodus oder im ausgeschalteten Zustand befindet.

In der folgenden Bildergalerie können alle AI-Suite-3-Screenshots eingesehen werden.

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Mit diesem Testsystem haben wir das ASUS Rampage V Extreme getestet:

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz.

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version.

Seit der Einführung der Nehalem-Prozessoren und der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 2133 MHz und 15-15-15-35 2T - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim ASUS Rampage V Extreme mussten wir die Turbo-Multiplikatoren manuell festlegen, damit ein fairer Vergleich vorgenommen werden konnte.

Wir testen allerdings nur noch sechs Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2011, 3DMark 2013, SuperPi 8M, Cinebench R11.5, Cinebench R15 und Sisoft Sandra 2014 Memory Benchmark:

3DMark 2013

Fire Strike

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

3DMark 2011

Performance-Mode

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R11.5 CPU

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R15 CPU

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

SiSoft Sandra 2014

Memory Benchmark

Bandbreite in GB/s
Mehr ist besser

SuperPi 8M

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Generell macht das Rampage V Extreme performancemäßig eine gute Figur. Aufgrund derselben Restkomponenten und denselben Einstellungen liegen die Ergebnisse natürlich sehr dicht beieinander. Dennoch bleiben messbare Unterschiede nicht aus. Einzig beim SuperPi-Lauf benötigte das Board 5,5 Sekunden länger.

 

Auch weiterhin werden wir die Bootzeit protokollieren. Wir messen die Zeit in Sekunden, wie lange das Mainboard benötigt, um alle Komponenten zu initialisieren und mit dem Windows-Bootvorgang beginnt.

Bootzeit

Vom Einschalten bis zum Windows-Bootvorgang

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Trotz der extrem umfangreichen Ausstattung bootete das Rampage V Extreme für Haswell-E-Verhältnisse mit 21,09 Sekunden recht flott. Bis auf das hauseigene X99-DELUXE wird die restliche Konkurrenz hinter sich gelassen.


Neben der wichtigen Performance ist auch der Stromverbrauch des heimischen PCs kein unwichtiges Kriterium. Was man häufig unterschätzt, ist die Tatsache, dass selbst die verschiedenen Mainboard-Modelle der zahlreichen Hersteller unterschiedlich viel Strom aus der Steckdose ziehen. Ein Grund dafür sind die verschieden eingesetzten BIOS-Versionen, die teilweise die von Intel referenzierten Stromsparmechanismen schlecht oder gar falsch umsetzen oder dass Onboardkomponenten sich eigentlich deaktivieren sollten, wenn diese entweder durch dedizierte Hardware ersetzt wurden oder einfach nicht verwendet werden. Darüber hinaus kann aber manchmal auch die Stromversorgung verantwortlich gemacht werden, wenn unter Default Settings mehr Energie zur Verfügung gestellt wird, als eigentlich benötigt wird. Genau deswegen spielt die Effizienz eine wichtige Rolle. Wenn die Effizienz der Stromversorgung nun also schlecht ausfällt, wird mehr Strom verbraucht. Zu unterschätzen ist hierbei aber auch die Software nicht, sodass sie ebenfalls gut abgestimmt sein muss, damit eine zufriedenstellende Effizienz gegeben ist.

Das ASUS Rampage V Extreme hat viele Zusatz-Controller erhalten. Ein SATAe-Controller, ein LAN-Controller, drei USB-3.0-Chips und ein Audio-Codec tragen ihren Teil zum Stromverbrauch bei.

Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 11.5 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-spanTest, Vollauslastung). Die jeweiligen Werte entsprechen dem System-Gesamtverbrauch. Wir waren gezwungen, die CPU auszutauschen, was dazu geführt hat, dass sich die VID zur anderen CPU grundlegend unterscheidet. Der Spannungsunterschied zum Gigabyte GA-X99-UD7 WIFI beträgt 0,164 Volt. Zum Vergleich haben wir die neue CPU nochmal auf das Gigabyte-Mainboard installiert und konnten zudem einen um rund 10 Watt höheren Verbrauch feststellen. Die Spannung war um 0,077 Volt erhöht.

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Für den ersten Test sind die Default Settings aktiv, sodass der Großteil der Onboardkomponenten bereits aktiviert ist. Die Grafikausgabe erfolgt über die Radeon HD 7850. Wie bereits weiter oben geschrieben, sind alle Stromspar-Features eingeschaltet, was mit den Werten einer manuellen Konfiguration scheinbar gut umgesetzt wurde.

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Nun kommen wir zum größten Schnitzer überhaupt - die Leistungsaufnahme. Das Rampage V Extreme verbraucht mit dem Restsystem im Idle ziemlich hohe 70,9 Watt. Die Konkurrenz und selbst das X99-DELUXE liegen weit unterhalb dieses Wertes.

Leistungsaufnahme

Cinebench R11.5 CPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Im Durchschnitt 25 Watt mehr genehmigt sich das Board auch im Cinebench. Auf dem Strommessgerät wurden hohe 187,2 Watt angezeigt.

Leistungsaufnahme

Prime95

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Den Gipfel haben wir mit Prime95 sehen dürfen, was einer Volllast gleich kommt. Seit langem mal wieder wurde die 200 Watt-Marke geknackt. Der Verbrauch lag bei unglaublichen 214,6 Watt. Man beachte: Die Grafikkarte hat zu diesem Zeitpunkt nichts zu tun!

Spannungen (Prime95)

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Die erhöhte Leistungsaufnahme liegt zum Teil an der höheren VCore, die bei 1,149 Volt lag.

 

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sämtliche USB-3.0- und SATA-Controller sind hier beispielsweise deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber alle energiesparenden Features werden zusätzlich manuell aktiviert. Die Radeon HD 7850 ist weiterhin die primäre Grafikkarte.

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Mit der Deaktivierung der USB-3.0-Schnittstellen, des zusätzlichen SATAe-Controllers sowie des WLAN-/Bluetooth-Moduls konnte etwas eingespart werden. 67,7 Watt im Leerlauf sind aber immer noch ganz schön hoch.

Leistungsaufnahme

Cinebench R11.5 CPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Ganze 3,4 Watt konnte bei Cinebench eingespart werden. Mit 183,8 Watt auf dem Strommessgerät sieht es nicht unbedingt besser aus.

Leistungsaufnahme

Prime95

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Bei Prime95 konnten wir knapp fünf Watt einsparen. Trotzdem wurden noch immer 209,8 Watt aus der Steckdose gezogen.

Spannungen (Prime95)

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Die VCore hat sich nach unseren Erwartungen nicht verändert.

Viele Features auf einem Haufen anzubieten geht in den meisten Fällen auf Kosten der Leistungsaufnahme. Das sind wir jedoch schon von den High-End-Modellen der Republic-of-Gamers-Serie bereits gewohnt. Auch wenn es die Zielgruppe vor allem mit mehreren Grafikkarten wenig kümmert, was das Mainboard im Idle und unter Last schluckt, sehen wir es dennoch als wichtig an, auf den deutlich erhöhten Verbrauch hinzuweisen. Da wir allerdings auf eine CPU mit einer anderen VID setzen mussten, ist der Verbrauch des ASUS-Boards etwas zu relativieren.


USB-3.0-Performance

ASUS hat das Rampage V Extreme mit insgesamt 14 USB-3.0-Schnittstellen ausgestattet. Am I/O-Panel können auf zehn Stück direkt zugegriffen werden, die restlichen vier Stück können über zwei interne Header realisiert werden. Dieses Mal können wir daher wieder drei Tests absolvieren. Einmal nativ über den X99-Chipsatz, ferner über den ASM1074 und einmal über den ASM1042AE. Wir nutzen weiterhin das USB-3.0-Gehäuse S3510BMU33T von Star Tech für unsere USB-3.0-Tests. Dank interner SATA-6G- und USB-3.0-UASP-Unterstützung (USB Attached SCSI Protocol) erzielen wir somit deutlich bessere Ergebnisse. In Verbindung mit dem neuen USB-3.0-Gehäuse verwenden wir weiterhin die SanDisk Extreme mit 120 GB-Speicherkapazität.

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Die USB-3.0-Performance beim ASUS Rampage V Extreme
(nativ über den X99-PCH).
ATTO USB3 small
Die USB-3.0-Performance über den ASM1074.
ATTO USB3 small
Die USB-3.0-Performance über den ASM1042AE.

Wie schon oft beobachtet, machen der native USB-3.0-Controller und auch die daran angeschlossenen Hubs eine ziemlich gut Figur. Nativ und damit direkt über den X99-Chipsatz wird eine Schreibdurchsatzrate von nahezu 300 MB/s erreicht, der ASM1074-Hub liegt mit nur 10 MB/s weniger dicht auf den Fersen. Bei der Lesegeschwindigkeit nehmen sich beide allerdings nicht viel und kommen auf gute 270 MB/s. Ganz anders sieht es hingegen beim ASM1042AE aus. Er als Host-Controller ist mit einer PCIe-2.0-Lane an den Chipsatz angebunden. So erreicht er schreibend 256 MB/s. Im Lesen knickt der Controller noch mehr ein, schafft gerade mal etwa 215 MB/s.

 

SATA-6G-Performance

Das ASUS Rampage V Extreme stellt acht native SATA-6G-Ports und zwei SATAe-Schnittstellen bereit. Da für die zweite SATAe-Schnittstelle der ASM106SE eingesetzt wird, werden wir ihn in unserem SATA-6G-Test mit einbeziehen. Für den Test verwenden wir ebenfalls die SanDisk Extreme 120, die wir natürlich direkt an die SATA-Ports anklemmen.

ATTO USB3 small
Die SATA-6G-Performance beim ASUS Rampage V Extreme
(nativ über den X99-PCH).
ATTO USB3 small
Die SATA-6G-Performance über den ASM106SE.

Der X99-PCH legt mit maximal 557 MB/s im Lesen und 522 MB/s im Schreiben wieder ordentlich vor. Gegen diese Performance hat der ASM106SE wenig entgegenzusetzen und kann das SSD nur auf 404 MB/s lesend und 368 MB/s schreibend beschleunigen. Aus diesem Grund gilt auch für das Rampage V Extreme, vorhandene SATA-6G-SSDs über den X99-Chipsatz laufen zu lassen.

 

M.2-Performance

Unsere Leser haben sich gewünscht, dass wir uns die M.2-Leistung genauer anschauen. Genau das haben wir nun hiermit in unsere Mainboard-Tests mit eingebaut. Der Vorteil bei der X99-Plattform ist natürlich, dass der M.2-Steckplatz in den meisten Fällen mit vier PCIe-3.0-Lanes an die CPU angebunden ist, wodurch die theoretische Bandbreite auf 32 GBit/s anwächst. Das Problem an der Sache ist allerdings, dass es bisher noch keine M.2-SSDs gibt, die diese Bandbreite ausreizen können. Dennoch lässt sich mit einigen aktuell am Markt befindlichen M.2-SSDs feststellen, ob zumindest mehr als 10 GBit/s übertragen werden. Für diesen Test setzen wir daher die Samsung SSD XP941 mit 512-GB-Speicherkapazität ein, die auf eine Länge von 8 cm kommt und von Samsung mit 1170 MB/s lesend und 950 MB/s schreibend spezifiziert wurde. Als Schnittstelle nutzt das Solid State Module den M.2-16-GBit/s-Standard, was vier PCIe-2.0-Lanes entspricht.

Der M.2-Steckplatz auf dem Board ist mit vier PCIe-3.0-Lanes an die Haswell-E-CPU angebunden und kann theoretisch auf 32 GBit/s kommen. Allerdings ist bei uns der limitierende Faktor ganz klar unser Samsung-XP941-SSM.

ATTO USB3 small
Die M.2-Performance beim ASUS Rampage V Extreme
(über vier PCIe-3.0-Lanes von der CPU).

Von einigen Schönheitsfehlern abgesehen, erreicht das Samsung-XP941-SSM mit einer Schreibleistung von höchstens 1033 MB/s und einer Leseleistung von 1081 MB/s eine gute Leistung. Nur anfänglich schwächelt die Performance etwas.


Bei der Frage, ob das Rampage V Extreme auch wirklich als Extremität angesehen werden kann, lässt sich in zweierlei Hinsicht beantworten. Fest steht schon einmal, dass ASUS mit seinem High-End-Sprössling aus der Republic-of-Gamers-Serie ein heißes Eisen für die erst kürzlich erhältliche Haswell-E-Plattform im Feuer hat, wodurch die Anforderungen der extremen Enthusiasten sicherlich erfüllt werden. Das durchweg hochwertige VRM-Design, bestehend aus jeweils acht PowIRstage-MOSFETs und MicroFine-Phasen, soll ordentlich Spannung für den ausgewählten Haswell-E-Prozessor bieten. Für den Fall, dass der Anwender mit dem Prozessor in die Vollen gehen möchte, hat ASUS den X-Socket-2 mit in den Karton gelegt, dessen Sockel-Backplate mit dem vorinstallierten getauscht werden kann und das LN2-Overclocking mit dem passenden Pot ermöglicht. Zu diesem Feature gesellen sich ein großer Haufen Overclocking-Funktionen aus dem BIOS und auch per Software in Form der vielseitigen AI Suite 3.

Damit wurde die Fahnenstange jedoch noch nicht erreicht. ASUS hat auf der E-ATX-Platine jede Menge Onboard-Funktionen integriert. Sei es der MemOK!-, Retry-, Safe-Mode-, Reset-, Power-, KeyBot-, BIOS-Switch- oder der SoundStage-Button. Ergänzt wurde dazu noch ein Slow-Mode-Switch, der das Rampage V Extreme auf die LN2-Kühlung vorbereitet sowie ein ROG-Connect und CMOS-Clear-Button am I/O-Panel. Eine Diagnostic-LED und vier DIP-Schalter zum Deaktivieren der vier mechanischen, roten PCIe-3.0-x16-Steckplätze, die selbst kein Problem haben, je nach CPU-Wahl bis zu vier Grafikkarten in eine Multi-GPU-Konfiguration aufzunehmen, sind auch mit von der Partie. Und Spannungsmesspunkte gibt es auch noch obendrauf. Als besonderes Gadget gibt ASUS zudem noch das OC-Panel vom Maximus VI Extreme mit dazu, das es dem Anwender ermöglicht, nicht nur den aktuellen System-Status einzusehen, sondern auch die gesamte Übertaktung vorzunehmen. Auf Wunsch lässt sich das OC-Panel mithilfe des mitgelieferten 5,25-Zoll-Einbaurahmen an die Front des Gehäuses verbauen.

Um das Thema Overclocking nicht zu sehr auszureizen, hat das Rampage V Extreme auch bei der restlichen Ausstattung einiges zu bieten. PCIe-Slots für vier Grafikkarten, 14 USB-3.0-Anschlüsse, acht SATA-6G-Ports, zweimal SATA-Express, ein schnell angebundener M.2-Slot, eine gute Audiolösung und ein schneller Gigabit-LAN-Port stehen auf der Ausstattungsliste, aber auch weitere Beigaben inklusive des WLAN-802.11ac/Bluetooth-4.0-Moduls kommen noch hinzu. 

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In diesem Gesamtpaket sind natürlich auch die exklusiven ROG-Features von der Z97-Serie inkludiert, Features wie das Sonic Radar II, der LANGuard, GameFirst III, KeyBot, RAMDisk und TrueVolt USB. Aber es ist nicht alles Gold was glänzt. Bei den ganzen überzeugungsfähigen Argumenten kommt auch das Rampage V Extreme nicht ohne Schattenseiten aus. Ein Problem, das ASUS weiterhin mit ihren High-End-Platinen und insbesondere mit den ROG-Boards hat, ist die Leistungsaufnahme. Beim Rampage V Extreme spielte es keine Rolle, ob nun im Idle, in der Teillast oder unter Volllast, der Verbrauch war in allen Situationen etwas zu hoch angesetzt und hat die Konkurrenz und selbst das hauseigene X99-DELUXE ein gutes Stück überboten, was wir nicht unerwähnt lassen wollten. Zu beachten ist aber, dass unsere Vergleichsgrafiken zu ungunsten des ASUS-Boards ausfallen, da wir einen CPU-Wechsel vornehmen mussten und die VID der neuen CPU höher ist.

Ferner bieten die Taiwaner mit ihrem UEFI wieder eine extrem umfangreiche Oberfläche an, die jedoch auch mit Performanceproblemen zu kämpfen hat. Besonders heikel war es in der Advanced-Ansicht in dem Menüpunkt "Monitor". Das Scrollen glich einer Dia-Show. Eventuell könnte ein BIOS-Update dieses Problem beheben. Abgesehen davon gestaltet sich die Bedienung mit der Maus und der Tastatur als akzeptabel. Und besonders wichtig ist, dass alle gewählten Einstellungen auch adäquat umgesetzt werden, was wir dem Rampage V Extreme bescheinigen können.

Ein weiterer Haken beim Rampage V Extreme dürfte für viele der verlangte Preis sein. Mit etwa 373 Euro kann diese Platine auch gewiss nicht als Schnäppchen oder gar als Geheimtipp bezeichnet werden. Doch genau das war auch nicht die Absicht von ASUS. Vielmehr wollte der Mainboard-Spezialist sein gesamtes Repertoire auf eine Platine verfrachten, was ihm auch in der Tat gelungen ist. Mit dem Rampage V Extreme kann sich der (extreme) Enthusiast bis auf einige Ausnahmen vielleicht bequem zurücklehnen, denn für den Betrag von ca. 373 Euro bekommt er einiges an Ausstattung, Funktionen und Komfort "aufgebrummt".

Positive Eigenschaften des ASUS Rampage V Extreme:

Negative Eigenschaften des ASUS Rampage V Extreme:

Ganz offensichtlich präsentierte sich das ASUS Rampage V Extreme als ein besonderes Mainboard für die neuen Haswell-E-Prozessoren, welches nur vor Ausstattung und Komfort strotzt und dem Enthusiasten mit dem erforderlichen "Kleingeld" sicherlich große Freude bereiten wird. Von uns wird das Rampage V Extreme daher mit dem Technik-Award belohnt!

ta asus ramgev extreme

Alternativen? Uns fällt auf Anhieb eine geeignete Alternative, wenn wir nun beim extremen Overclocking bleiben. MSIs X99S XPOWER AC wurde von uns auch bereits untersucht und konnte bis auf eine erhöhte Leistungsaufnahme im Idle überzeugen. Gleichzeitig ist es für einen geringeren Preis zu haben.

 

Persönliche Meinung

ROG-Mainboards sind immer ganz interessant, besonders die großen Modelle, wie das Rampage V Extreme. Nur wenige Mainboards bieten so viel Ausstattung und Funktionen, sodass vor allem unerfahrene Anwender im ersten Moment regelrecht ins Staunen geraten. Wer den recht hohen Betrag als weniger schmerzhaft empfindet und sich für das Rampage V Extreme entscheidet, erhält eine Top-ausgestattete Sockel LGA2011-v3-Platine, die eventuell sogar für eine Überraschung gut ist. (Marcel Niederste-Berg)