Gigabyte GA-X99-UD7 WIFI im Test

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IMG 4 logoGigabyte ist einer der vier großen Mitstreiter, wenn es um Mainboards geht. So wurden vom taiwanischen Unternehmen natürlich ebenfalls einige Platinen für Intels neueste Haswell-E-Prozessoren ins Leben gerufen, die bestmöglich jede Menge Käufer finden sollen. Wir haben uns das GA-X99-UD7 WIFI aus der Ultra-Durable-Serie vorgenommen und jagen es durch unseren Testparcours. Der Grund dafür: Es besitzt auf dem ersten Blick eine vielversprechende Ausstattung. Ob es mit den Konkurrenz-Produkten mithalten kann, wollen wir in diesem Artikel klären.

Gigabytes X99-Serie für die drei Haswell-E-Prozessoren Core i7-5820K, Core i7-5930K und Core i7-5960X besteht aus vier Modellen. Angefangen vom GA-X99-UD3 und dem GA-X99-UD4 geht es dann hoch mit dem Zwischenmodell GA-X99-UD5 WIFI bis schließlich zum GA-X99-UD7 WIFI. Somit ist also klar, dass unser heutiges Testsample das derzeitige Flaggschiff aus der X99-Durable-Serie ist und dass der Interessent mit diesem Modell die größte Anschlussvielfalt erwarten darf. Was wirklich geboten wird, wollen wir in diesem Artikel klären.

Auf der Platine vom GA-X99-UD7 WIFI finden sich acht DDR4-DIMM-Speicherbänke, vier mechanische PCIe-3.0-x16- und drei PCIe-2.0-x1-Steckplätze wieder. Der Storage-Bereich wird von acht SATA-6G-Ports, einer SATAe-Schnittstelle sowie zwei M.2-Slots abgedeckt. In Sachen USB-Anschlüsse werden von Gigabyte zwölf als USB-3.0- und sechs USB-2.0-Ausführung zur Verfügung gestellt. Ebenso gehören für Gigabyte Dual-Gigabit-LAN und auch WLAN 802.11ac und Bluetooth 4.0 verpflichtend dazu. Und es wurde vom Mainboard-Spezialisten an eine geeignete Audio-Lösung gedacht. Schauen wir uns das Gigabyte GA-X99-UD7 WIFI also einmal im Detail an.

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Das Gigabyte GA-X99-UD7 WIFI in der Übersicht.

Durch das vorliegende E-ATX-Format hat sich Gigabyte etwas mehr Platz verschafft und hat alle Slots und Anschlüsse auf ein schwarzes Printed Circuit Board verlötet. Gut lässt sich erkennen, dass sämtliche Kühlkörper mit einer Heatpipe miteinander verbunden sind, sprich, das gesamte Kühlungsdesign ist ein Stück. Farblich haben die Kühlkörper eine Mischung aus Schwarz, Orange und Silber erhalten und hinterlassen einen hochwertigen Eindruck.

Die Spezifikationen

Das sind die technischen Eigenschaften:

Die Daten des Gigabyte GA-X99-UD7 WIFI in der Übersicht
Mainboard-Format E-ATX
Hersteller und
Bezeichnung
Gigabyte
GA-X99-UD7 WIFI
CPU-Sockel LGA2011-v3
Straßenpreis ca. 271 Euro
Homepage http://www.gigabyte.de/
Northbridge-/CPU-Features
Chipsatz Intel X99 Express Chipsatz
Speicherbänke und Typ 8x DDR4 (Quad-Channel)
Speicherausbau max. 64 GB (mit 8-GB-DIMMs)
SLI / CrossFire SLI (4-Way, nur mit i7-5930K und 5960X), CrossFireX (4-Way, nur mit i7-5930K und 5960X)
Onboard-Features
PCI-Express

4x PCIe 3.0 x16 (x16/-/-/-, x16/-/x16/-, x16/-/x16/x8, x8/x8/x16/x8 mit Core i7-5930K und 5960X); (x16/-/-/-, x16/-/x8/-, x8/x8/x8/- mit Core i7-5820K)
3x PCIe 2.0 x1

PCI -
Serial-ATA-, SAS- und 
ATA-Controller

8x SATA 6G (6x mit RAID 0, 1, 5, 10) über Intel X99
1x SATA Express 10 GBit/s über Intel X99
2x M.2 mit 10 GBit/s

USB 12x USB 3.0 (8x am I/O-Panel, 4x über Header) 4x direkt über Intel X99, 8x über 2x Renesas uPD720210
6x USB 2.0 (2x am I/O-Panel, 4x über Header) über Intel X99
Grafikschnittstellen -
WLAN / Bluetooth Wi-Fi 802.11a/b/g/n/ac Dual-Band, Bluetooth 4.0
Thunderbolt -
LAN

1x Intel I218-V Gigabit-LAN
1x Intel I210-AT Gigabit-LAN

Audio 8-Channel Realtek ALC1150 Audio Codec

Auch die Verpackung wurde sehr dunkel gehalten. Oben links ist das Gigabyte-Logo in goldener Farbe zu sehen, in der Mitte in metallischer Optik der Ultra-Durable-Schriftzug. Ganz unten schließlich wurde die Modellbezeichnung hinterlassen.

Das mitgelieferte Zubehör

Folgendes liefert das GA-X99-UD7 WIFI mit:

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Wenn der Interessent jede Menge NVIDIA-Grafikkarten verbauen möchte, wird er mit zahlreichen SLI-Brücken versorgt. Zusätzlich werden neben den Pflichtbeigaben noch sechs SATA-Kabel, eine WLAN-Antenne und ein 3-zu-1-ATX+12V-Stromkabel mitgeliefert.


Der X99-Chipsatz wurde auf den technischen Stand des aktuellen Z97-PCHs gebracht, bringt allerdings vier weitere native SATA-6G-Ports mit. Identisch ist dagegen die Bereitstellung von sechs USB-3.0-Schnittstellen. Auch bietet die Southbridge weiterhin maximal acht PCIe-2.0-Lanes, die weiterhin sehr knapp werden können, vorwiegend bei teureren High-End-Platinen.

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Das CPU-VRM besteht aus acht Phasen und hochwertigen MOSFETs.

Aufgrund des Quad-Channel-Speicherinterfaces gibt es beim X99 kaum eine bessere Position, als die acht Server-Level-Phasen von Cooper Bussmann und die dazugehörigen acht MOSFETs über den Sockel LGA2011-v3 und damit zwischen den acht DDR4-DIMM-Speicherbänken zu platzieren, mit denen ein Speicherausbau bis 64 GB möglich ist. Die Taiwaner legen beim GA-X99-UD7 WIFI großen Wert auf hochwertige PowIRstage-MOSFETs, die von International Rectifier stammen und 3556M genannt werden. Gleichzeitig wurden von Gigabyte auf dem gesamten PCB hochwertige und langlebige "Durable Black Solid Caps" verlötet. Sie selbst sollen eine Laufzeit von mindestens 10.000 Stunden problemlos standhalten.

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Die PWM-Controller für die acht CPU-Phasen kommt ebenfalls von International Rectifier...

Der IR3580 ist ein digitaler Multi-Phase-Controller und kann maximal acht Phasen unter einen Hut bringen. Er ist demnach eine exzellente Wahl, damit Gigabyte auf zusätzliche Phase-Doubler verzichten kann.

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...aber auch die Phasen der jeweils vier DIMM-Slots werden von einem eigenen PWM-Controller betreut.

In diesem Fall ist es der IR3570A und kommt ebenfalls aus dem Hause International Rectifier. Auch er ist natürlich digitaler Natur, verlötet wurden direkt zwei Stück, für jede Vierer-DIMM-Gruppe einen.

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Je nach CPU-Wahl können bis zu vier Grafikkarten auf die Gigabyte-Platine geschnallt werden.

Als Erweiterungsslots halten sich insgesamt vier mechanische PCIe-3.0-x16- und drei PCIe-2.0-x1-Steckplätze bereit. Sofern beim Anwender für das Thema Multi-GPU eine weitaus höhere Priorität eingeräumt wird, werden je nach Ausbau zumindest zwei der kleinen x1-Steckplätze unbrauchbar. Dafür lassen sich, zumindest in Verbindung mit dem Core i7-5930K und dem Core i7-5960X, im Höchstfall vier NVIDIA- oder AMD-Grafikkarten installieren. Der Core i7-5820K erlaubt mit seinen 28 PCIe-3.0-Lanes dagegen "nur" ein 3-Wege-Multi-GPU-Gespann. Wie bei den bisherigen Tests zu X99-Platinen, haben wir natürlich auch dieses Mal wieder zwei Tabellen angefertigt, auf denen die Lane-Verteilung je nach CPU eingesehen werden kann.

PCIe-Slots und deren Lane-Anbindung mit dem Core i7-5820K (28 Lanes)
  PCIe-Slot 1 PCIe-Slot 3 PCIe-Slot 5 PCIe-Slot 7
Single-GPU-Betrieb x16 - - -
Zwei Grafikkarten im 2-Way SLI/CrossFireX-Verbund x16 - x8 -
Drei Grafikkarten im 3-Way SLI/CrossFireX-Verbund x8 x8 x8 -

 

PCIe-Slots und deren Lane-Anbindung mit dem Core i7-5930K und Core i7-5960X (40 Lanes)
  PCIe-Slot 1 PCIe-Slot 3 PCIe-Slot 5 PCIe-Slot 7
Single-GPU-Betrieb x16 - - -
Zwei Grafikkarten im 2-Way SLI/CrossFireX-Verbund x16 - x16 -
Drei Grafikkarten im 3-Way SLI/CrossFireX-Verbund x16 - x16 x8
Vier Grafikkarten im 4-Way SLI/CrossFireX-Verbund x8 x8 x16 x8

Wir können nicht ganz nachvollziehen, aus welchem Grund Gigabyte beim 4-Way-Multi-GPU-Setup alle 40 Lanes aufbraucht. So hätten man auch alle vier Grafikkarten mit je acht Lanes ausstatten können, sodass noch acht Lanes übrig bleiben. Vier von den freien Lanes hätten die Taiwaner stattdessen auf den freien M.2-Slot weiterleiten oder zumindest als Shared-Konfiguration implementieren können. Der M.2-Steckplatz ist nämlich mit "nur" 10 GBit/s an den Chipsatz angebunden. Jedoch auch bei der 3-Wege-Multi-GPU-Konfiguration werden mit dem Core i7-5930K und dem Core i7-5960X alle 40 Lanes verwendet. Beim Core i7-5820K bleiben bei beiden SLI/CrossFireX-Modi sogar vier Lanes ungenutzt liegen, die dem M.2-Slot hätten zugeführt werden können.

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Bis auf eine Ausnahme wurde die Storage-Auswahl von Gigabyte optimal gewählt.

Der Käufer findet mit acht SATA-6G-Ports und einer SATAe-Schnittstelle mit 10 GBit/s-Anbindung genügend Platz für jede Menge Laufwerke. Alle Anschlüsse sind zudem nativ an den X99-Chipsatz angebunden. Im Hintergrund ist der freie M.2-Slot zu sehen. Mit seiner Anbindung von lediglich 10 GBit/s, kann er mit einigen bereits erhältlichen SSDs nicht die volle Leistung anbieten. Gigabyte hat sich ersichtlich dagegen entschieden, den M.2-Slot mit vier PCIe-3.0-Lanes an die CPU anzubinden, womit der Slot eine theoretische Bandbreite von 32 GBit/s zu bieten gehabt hätte. Im noch kommenden M.2-Performancetest sind somit geringere Werte zu erwarten als bei manchen Konkurrenz-Boards. Rechts von den SATA-Ports ist auch noch ein SATA-Power-Anschluss verlötet worden, der beim Einsatz einer Multi-GPU-Konfiguration zur elektronischen Stabilität behilflich ist.


Unser Artikel geht mit nun mit dem I/O-Panel weiter.

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Das I/O-Panel vom Gigabyte GA-X99-UD7 WIFI.

Gigabyte bietet mit acht USB-3.0-, zwei USB-2.0-, zwei Gigabit-LAN- und den analogen Audioanschlüssen eine gute Mischung an. Ebenfalls dabei ist eine PS/2-Schnittstelle, ein Toslink und die Anschlüsse für die mitgelieferte WLAN-Antenne. Als kleine Besonderheit wurde an einen CPU-OC-, Fast-Boot und CMOS-Clear-Taster gedacht. In die I/O-Blende wurden blaue LEDs integriert, die während des Betriebs dauerhaft leuchten. Aus diesem Grund haben wir zum ersten Mal eine I/O-Blende mit einem Stromkabel sehen können. Auf dem Mainboard befindet sich ganz in der Nähe des I/O-Panel ein entsprechender Anschluss für dieses Kabel. Mit einer mitgelieferten Software kann die Beleuchtung jedoch auch deaktiviert werden, oder aber der Anwender steckt das Kabel erst gar nicht ein.

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Unter dem EMI-Shield befindet sich der Realtek ALC1150.

Der gesamte Audiobereich wurde sorgfältig vom Rest des PCBs gesondert untergebracht. Zusammen mit dem EMI-Shield sollen auf diese Weise Interferenzen vermieden werden, damit der darunter befindliche Realtek ALC1150 eine bessere Figur macht. Mit seinen acht Kanälen können selbst umfangreiche Sound-Systeme angeschlossen werden. Der Front-DAC wird mit beachtlichen 115 dB angegeben. Für eine nochmals bessere Klangqualität wurden elf Audio-Kondensatoren mit verbaut. Selbst Kopfhörer mit einer hohen Impedanz von 600 Ohm können dank des NE5532-Kopfhörerverstärkers von Texas Instruments ohne Schwierigkeiten betrieben werden. Da der rechte und linke Audio-Kanal in unterschiedlichen PCB-Layern durchgeschleust werden, sollen mögliche Störgeräusche noch effizienter unterdrückt werden.

Neben dem PCH-Kühlkörper wird auch die künstliche Leiterbahn von einigen LEDs beleuchtet. Im eingebauten Zustand nimmt der Anwender eine gelbe, künstliche Leiterbahn wahr, deren Beleuchtungsart mittels einer Software beeinflusst werden kann. Entweder leuchten die LEDs im "Still Mode" dauerhaft, blinken im selben musikalischen Takt mit dem gerade laufenden Audiotitel im so genannten "Beat Mode", oder pulsierend im "Pulse Mode". Auf Wunsch kann die Beleuchtung aber auch gänzlich deaktiviert werden.

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Ein Super-I/O-Controller wird zwingend für die Überwachung benötigt.

Der ITE IT8620E wird dringend für die Überwachung der Spannungen, Temperaturen und Lüftergeschwindigkeiten gebraucht. Mit ihm können natürlich auch die angeschlossenen Lüfter gesteuert werden.

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Zwei USB-3.0-Hubs sorgen für ordentlichen USB-3.0-Zuwachs.

Alle acht USB-3.0-Anschlüsse, die sich am I/O-Panel befinden, arbeiten nicht nativ mit dem X99-PCH zusammen, sondern nehmen einen kleinen Umweg über zwei uPD720210-Hubs von Renesas. Jeder von ihnen wird mit einem nativen USB-3.0-Anschluss vom Intel-Chipsatz versorgt. Folglich müssen sich jeweils vier Anschlüsse eine Bandbreite von nur 5 GBit/s teilen.

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Der I218-V...
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...und der I210-AT kommen beide von Intel.

Bei den meisten höherpreisigen Mainboards sind zwei Gigabit-LAN-Ports anzutreffen wie bei unserem heutigen Sample. Einer wird vom Intel I218-V- und der andere vom Intel I210-AT-Netzwerkcontroller kontrolliert und beide kommen bis auf 1 GBit/s. Ohne Frage beherrschen sie auch den Modus mit 100 MBit/s und 10 MBit/s. Selbst Wake-on-LAN wird unterstützt.


Weiter gehts mit den Front-USB-3.0-Headern.

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Vier USB-3.0-Anschlüsse lassen sich an die Gehäuse-Front verlegen.

Die einzigen wirklich nativen USB-3.0-Schnittstellen wurden aus den beiden hier gezeigten Headern ermöglicht. Jeder Header stellt zwei weitere Buchsen bereit, sodass insgesamt maximal vier Stück an der Gehäuse-Front verwendet werden können.

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Einer der beiden M.2-Slots ist bereits belegt.

Hier sehen wir die beiden M.2-Slots, wovon einer mit dem WLAN/Bluetooth-Modul belegt ist. Der noch freie Steckplatz liegt etwas oberhalb, sodass die eingesetzte SSD das WLAN/Bluetooth-Modul überdeckt. Der größte Haken an dem Steckplatz ist, wie bereits angeschnitten, die 10 GBit/s-Anbindung, die wir gerade bei der Haswell-E-Plattform als Negativpunkt festhalten. Die theoretische Bandbreite liegt bei 1 GB/s, in der Praxis sind es aufgrund des Overheads jedoch nur um die 800 MB/s. Wäre dieser Steckplatz mit vier PCIe-3.0-Lanes angebunden, wären theoretisch bis zu 4 GB/s drin gewesen.

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Etwas Onboard-Komfort ist auch mit an Bord.

Gerade bei teureren Mainboards sind Onboard-Funktionen als Pflicht anzusehen. Direkt neben dem 24-poligen ATX-Stromanschluss befindet sich die Diagnostic-LED, mit dem ersten benachbarten Switch lässt sich das Main- und Backup-BIOS auswählen. Der andere Switch aktiviert und deaktiviert das Dual-BIOS-Feature. Anschließend folgt der Power-Button. Der linke von den beiden Tastern ist der DTB-Button (Direct to BIOS), mit dem der Anwender schneller ins BIOS gelangen kann. Mit dem mittleren Button kann das BIOS auf Standard-Parameter zurückgesetzt werden und mit dem weißen Taster kann das System resettet werden. Übrig bleiben noch einige Spannungsmesspunkte. Folgende Spannungen können mit einem handelsüblichen Multimeter ausgelesen werden: PCHV, VPP25_B, VPP25_A, DDRVTT_B, DDRVTT_A, DIMM_B, DIMM_A und VRIN.

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Das Gigabyte GA-X99-UD7 WIFI nochmal in der Übersicht.

An dem Layout haben wir nichts auszusetzen. Trotz der relativ großen Kühlkörper und den zahlreichen Heatpipes sind wir an alle wichtigen Stellen problemlos herangekommen. Auf dem PCB wurden fünf 4-Pin-FAN-Header hinterlassen. Von denen lassen sich vier Stück manuell steuern. Gigabyte lässt dem Anwender die Wahl zwischen folgenden Modi: Normal, Silent, Manual und Full Speed. Wem die vordefinierten Profile nicht ausreichen, kann sich dagegen auch an der manuellen Steuerung versuchen. Hier kann der Anwender sich für einen PWM-Wert von 0,75 bis 2,50 in 0,25-Schritten entscheiden.


BIOS

Zum Test-Zeitpunkt stand uns die BIOS-Version F6b zur Verfügung, das noch im Beta-Stadium befindet. Mit Gigabytes Q-Flash-Utility konnten wir das BIOS ganz bequem aufspielen. Verglichen mit der First-Release-Version bietet die Version F6b folgende Verbesserungen:

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Der Startup Guide beim GA-X99-UD7 WIFI.

Gigabyte hat sich weiterhin beim UEFI nicht ausschließlich auf diese Ansicht beschränkt. Der so genannte "Startup Guide" dient vielmehr als Schnellstart-Oberfläche. Beispielsweise wenn der Anwender sich nicht durch die zahlreichen Einstellungen wühlen möchte, sondern auf schnellem Wege das Grundlegendste ändern möchte. Hierfür stehen neun Funktionsblöcke zur Verfügung. Im ersten Block lässt sich die Systemsprache ändern. Hierbei sollten 27 auswählbare Sprachen ausreichen. Im nächsten Block rechts kann die Fast Boot-Funktion eingeschaltet und davon wiederum rechts die Systemzeit konfiguriert werden. In der mittleren Etage haben wir einmal den Menüpunkt "Boot Sequence", als nächstens "SATA controller", wo die SATA-Controller sowie der SATA-Mode umgeschaltet werden können. Dann haben wir noch den Block "Security", dort kann beispielsweise ein Passwort gesetzt werden. Ganz unten reiht sich der Punkt "Start-up Options" ein, bei dem ganz klar festgelegt werden kann, in welchem Modus das UEFI starten soll. Zur Auswahl stehen die Modi "Smart Tweak HD", "Smart Tweak Mode", "Startup Guide" und schließlich der "Classic Mode", zu denen wir nun kommen.

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Der Smart-Tweak-Modus beim GA-X99-UD7 WIFI.

Deutlich mehr lässt sich mit dem Smart-Tweak-Modus anfangen. Er kann entweder mit der Full-HD-Auflösung oder mit 1.024 x 768 Pixeln angezeigt werden. Als erstes können unter "Frequency" die Taktraten zur CPU und zum Arbeitsspeicher verändert werden. Erweiterte Arbeitsspeicher-Einstellungen, wie die Latenzen, haben einen eigenen Reiter erhalten. So lassen sich für jeden der vier Channel auf Wunsch unterschiedliche Latenzen festlegen. Genau wie bei der noch folgenden klassischen Ansicht wurden die Voltage-Settings in vier Untermenüs unterteilt. Statusmeldungen zum Arbeitsspeicher, zur CPU und weitere Einstellungen zur Lüftersteuerung findet der Anwender unter "Miscellaneous". Natürlich können die favorisierten Einstellungen auch auf speziellen Seiten hinterlegt werden, die an das MyFavorite-Feature von ASUS erinnern. Last but not least gibt es noch den "Save & Exit"-Menüpunkt, wo unter anderem die gewählten Einstellungen abgespeichert und die Standard-Parameter geladen werden können. In dem Unterpunkt "Preferences" wurden noch weitere BIOS-spezifische Einstellungen hinterlegt.

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Der Classic Mode beim GA-X99-UD7 WIFI.

Man könnte fast von Glück reden, dass weiterhin der Classic Mode angeboten wird, der gleichzeitig als Advanced-Modus herhalten muss. Diese grafische UEFI-Oberfläche hat zwar die Struktur von den Z77-Mainboards geerbt, jedoch hat Gigabyte nun völlig andere Farben ausgewählt, nämlich überwiegend ein dunkles Grau. Beim ersten Menüpunkt bekommt der Anwender Zugriff auf die Overclocking-Funktionen, welche im "M.I.T."-Reiter hinterlegt sind. Auf dieser Seite sind noch sechs Unterpunkte hinterlegt worden, hinter denen sich die zahlreichen Overclocking-Features verbergen. Unter "System Informationen" werden lediglich einzelne Infos wie das Mainboard-Modell, die aktuell vorliegende BIOS-Version, die Uhrzeit und das Datum angezeigt. Von dort aus lässt sich ebenfalls die Sprache ändern. Im UEFI sind auch zahlreiche Einstellungen zu finden, die den Startvorgang betreffen, die unter einem eigenen Menüpunkt aufgelistet werden. Alle auf dem Mainboard vorhandenen Onboard-Komponenten können unter "Peripherals" individuell konfiguriert werden. Chipsatz-relevante Einstellungen sind dagegen in dem separaten Chipset-Menüpunkt anzutreffen. Ferner können im nächsten Punkt "Power Management" die entsprechenden Einstellungen gesetzt werden. Last but not least ist der "Save & Exit"-Reiter vorhanden, der selbsterklärend ist.

Es war problemlos möglich, auf angenehme Art und Weise per Tastatur durch die Menüs zu navigieren. Mit der Maus macht es da durchaus weniger Spaß, denn dann ruckelt der Cursor über den Bildschirm. Das hat die Konkurrenz besser im Griff. Wir können dafür eine sehr gute Stabilität bescheinigen. Alle Einstellungen wurden, wie erwartet, ordnungsgemäß umgesetzt und ließen keinerlei Kritik zu.

 

Overclocking

Ohne Frage beherbergt das Gigabyte GA-X99-UD7 WIFI auch einige Overclocking-Funktionen, mit denen der Anwender dem Prozessor sowie dem Arbeitsspeicher zu mehr Takt verhelfen kann. Als VRM kommen acht hochwertige Phasen und MOSFETs zum Einsatz, die auch auf Server-Ebene eingesetzt werden sollen.

Die Gigabyte-Platine erlaubt eine Veränderung des BCLK von 80 MHz bis 133,33 MHz. Mit den Intervallen von 0,01 MHz erhält der Anwender somit die Möglichkeit, das Feintuning vorzunehmen. Anders als bei der Konkurrenz, lässt sich die VCore nur in zwei Modi festlegen, Override und Offset. Im ersteren Fall beträgt die Korridor 0,500 Volt bis 1,700 Volt, mit dem Offset hingegen -0,300 Volt bis +0,400 Volt. Hierbei waren in beiden Modi sehr feine Schritte von 0,001 Volt drin. Alle weiteren Overclocking-Funktionen sind in der folgenden Tabelle einsehbar.

Die Overclocking-Funktionen des Gigabyte GA-X99-UD7 WIFI in der Übersicht
Base Clock Rate 80 MHz bis 133,33 MHz in 0,01-MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,500 V bis 1,700 V in 0,001-V-Schritten (Override-Modus)
-0,300 V bis +0,400 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 1,000 V bis 2,000 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-VCCIN-Spannung 1,000 V bis 2,700 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-Ring-Spannung

0,800 V bis 1,600 V in 0,001-V-Schritten (Override-Modus)
-0,300 V bis +0,400 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)

CPU-SA-Spannung -0,300 V bis +0,400 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)
CPU-IO-Analog/Digital-Spannung 0,800 V bis +1,300 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCH-Core-Spannung 0,650 V bis 1,300 V in 0,005-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen PCHIO, DDR VPP Voltage, DRAM Termination
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 56 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
Weitere Besonderheiten

UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE (C6/C7), EIST
Turbo-Modus (All Cores, By number of active cores),
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und vier optionale Fans, Short Duration Power Limit,
Long Duration Maintained, Long Duration Power Limit, Primary Plane Current Limit
CPU VRIN Load-Line Calibration

Wir konnten unseren Core i7-5960X ohne Probleme auf 4,4 GHz bei einer Spannung von 1,3 Volt übertakten. Insgesamt konnten wir die Spannung noch minimal reduzieren, sodass wir schlussendlich bei 1,293 Volt gelandet sind.

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Bestes Ergebnis mit dem 1.0-Strap: 4,4 GHz bei 1,293 Volt

Ehrlich gesagt haben wir uns ein etwas besseres Ergebnis vorgestellt. Wenn wir die Spannung weiter gesenkt haben, lief das System nicht mehr stabil. Da das Overclocking-Resultat aber auch mit der verwendeten CPU schwankt, lässt sich anhand der Features, die Gigabyte mitliefert, wohl auch fallweise ein deutlich besseres Resultat erreichen. 

Auch bei der Haswell-E-Plattform werfen wir einen Blick auf das RAM-Overclocking. Zu diesem Zweck verwenden wir vier DIMMs mit jeweils 4 GB Speicherkapazität des Typs "G.Skill RipJaws4 DDR4-3000". Im ersten Test kontrollieren wir die Funktionalität des XMP und im zweiten ohne Verwendung des XMP-Features.

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4x 4GB G.Skill RipJaws4 DDR4-3000
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Selbst ohne XMP konnten wir die 3000 MHz nicht erreichen.

Mehr als DDR4-2666 war nicht drin. Demnach scheint das X99-UD7 Probleme mit einem höheren BCLK-Strap als 1.0 zu haben. Auch brachte die Aktivierung des Extreme Memory Profiles nichts und das Board startete nach einigen Versuchen wieder mit den Standard-Parametern. An der BIOS-Version hat es auch nicht gelegen, da wir es nochmal mit der BIOS-Version F7b probiert haben, die genau dieses Problem eigentlich beheben sollte. In der Regel ist so etwas aber mit einer zukünftigen Biosversion einfach zu beheben. 

Easy-Tune-Utility

Weiterhin geben die Taiwaner ihr Overclocking-Tool "EasyTune" mit auf den Weg, mit diesem bekommt der Anwender die Möglichkeit, das System direkt unter Windows zu übertakten:

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Gigabytes EasyTune-Utility.

Soll die Übertaktung des Prozessors automatisch vorgenommen werden, stehen die Modi "Light", "Medium" und "Extrem" zur Verfügung. Ebenso lässt sich eins der Grundprofile "Energy Saving", "Defaults" und "Auto Tuning" aktivieren. Wer es genauer festlegen möchte, findet hierfür alle wichtigen Funktionen auf der "Advanced CPU OC"-Seite. Dort können der Grundtakt, die CPU-Multiplikatoren sowie die Spannungen individuell angepasst werden. Auf der nächsten Seite steht das RAM-Overclocking auf dem Programm, wo auch alle Timing-Modi einzeln konfiguriert werden können. Schließlich lässt sich mit "3D Power" die Stromversorgung an sich beeinflussen, worunter die Phasen und die Hauptspannungen fallen. Generell können die gewählten Einstellungen, sofern gewünscht, nach einem Systemneustart wieder automatisch geladen werden.

In der folgenden Bildergalerie können alle BIOS- und EasyTune-Screenshots eingesehen werden:

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Mit diesem Testsystem haben wir das Gigabyte GA-X99-UD7 WIFI getestet:

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz.

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version.

Seit der Einführung der Nehalem-Prozessoren und der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 2133 MHz und 15-15-15-35 2T - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim Gigabyte GA-X99-UD7 WIFI ist allerdings alles so, wie es zu erwarten wäre: Die Turbo-Modi laufen korrekt und auch keine versteckte Übertaktung ist aktiv.

Wir testen allerdings nur noch sechs Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2011, 3DMark 2013, SuperPi 8M, Cinebench R11.5, Cinebench R15 und Sisoft Sandra 2014 Memory Benchmark:

3DMark 2013

Fire Strike

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

3DMark 2011

Performance-Mode

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R11.5 CPU

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R15 CPU

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

SiSoft Sandra 2014

Memory Benchmark

Bandbreite in GB/s
Mehr ist besser

SuperPi 8M

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Bis auf wenige Ausnahmen liegt das Gigabyte GA-X99-UD7 WIFI gleichauf mit der Konkurrenz. Nur beim Memory-Benchmark und bei SuperPi zeigte es sich etwas schwächer. Dies sind aber mehr oder weniger messbare Unterschiede, die der Anwender nicht spüren sollte.

Auch weiterhin werden wir die Bootzeit protokollieren. Wir messen die Zeit in Sekunden, wie lange das Mainboard benötigt, um alle Komponenten zu initialisieren und mit dem Windows-Bootvorgang beginnt.

Bootzeit

Vom Einschalten bis zum Windows-Bootvorgang

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Die reine Initialisierung der Komponenten nimmt bei der Haswell-E-Plattform deutlich mehr Zeit in Anspruch als bei der Z97-Plattform. Mit 22,3 Sekunden brauchte das X99-UD7, zusammen mit mit dem MSI X99S POWER AC und dem ASRock X99X Killer deutlich länger als das ASUS X99-DELUXE.


Neben der wichtigen Performance ist auch der Stromverbrauch des heimischen PCs kein unwichtiges Kriterium. Was man häufig unterschätzt, ist die Tatsache, dass selbst die verschiedenen Mainboard-Modelle der zahlreichen Hersteller unterschiedlich viel Strom aus der Steckdose ziehen. Ein Grund dafür sind die verschieden eingesetzten BIOS-Versionen, die teilweise die von Intel referenzierten Stromsparmechanismen schlecht oder gar falsch umsetzen oder dass Onboardkomponenten sich eigentlich deaktivieren sollten, wenn diese entweder durch dedizierte Hardware ersetzt wurden oder einfach nicht verwendet werden. Darüber hinaus kann aber manchmal auch die Stromversorgung verantwortlich gemacht werden, wenn unter Default Settings mehr Energie zur Verfügung gestellt wird, als eigentlich benötigt wird. Genau deswegen spielt die Effizienz eine wichtige Rolle. Wenn die Effizienz der Stromversorgung nun also schlecht ausfällt, wird mehr Strom verbraucht. Zu unterschätzen ist hierbei aber auch die Software nicht, sodass sie ebenfalls gut abgestimmt sein muss, damit eine zufriedenstellende Effizienz gegeben ist.

Das Gigabyte GA-X99-UD7 WIFI hat einige Zusatz-Controller erhalten. Zwei LAN-Controller, zwei USB-3.0-Chips und ein Audio-Codec tragen ihren Teil zum Stromverbrauch bei.

Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 11.5 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-spanTest, Vollauslastung). Die jeweiligen Werte entsprechen dem System-Gesamtverbrauch.

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Für den ersten Test sind die Default Settings aktiv, sodass der Großteil der Onboardkomponenten bereits aktiviert ist. Die Grafikausgabe erfolgt über die Radeon HD 7850. Wie bereits weiter oben geschrieben, sind alle Stromspar-Features eingeschaltet, was mit den Werten einer manuellen Konfiguration anscheinend gut umgesetzt wurde.

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Die im Leerlauf ermittelten 54,7 Watt bedeuten den zweiten Platz für die Gigabyte-Platine. Nur das ASRock X99X Killer konnte die 50-Watt-Grenze unterbieten.

Leistungsaufnahme

Cinebench R11.5 CPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Vom ASUS X99-DELUXE abgesehen, lagen die restlichen drei Boards dicht beieinander. Das X99-UD7 ist dem MSI X99S XPOWER AC sehr dicht auf den Fersen. Der Unterschied zwischen den beiden beträgt nur 0,2 Watt.

Leistungsaufnahme

Prime95

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Bei Prime95 ergab sich dieselbe Reihenfolge. Das MSI- und Gigabyte-Mainboard trennt nun nur noch 0,1 Watt. ASRocks X99X Killer lag minimal drüber, das ASUS X99-DELUXE hingegen verbrauchte dagegen etwa 10 Watt mehr.

Spannungen (Prime95)

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Das Board hat eine Spannung von 0,985 Volt angelegt, währenddessen Prime95 ausgeführt wurde.

 

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sämtliche USB-3.0- und SATA-Controller sind hier beispielsweise deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber alle energiesparenden Features werden zusätzlich manuell aktiviert. Die Radeon HD 7850 ist weiterhin die primäre Grafikkarte.

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Im Idle brachte die Deaktivierung der USB-3.0-Funktionalität und des zweiten LAN-Ports rein gar nichts. Noch immer verbrauchte das System 54,7 Watt.

Leistungsaufnahme

Cinebench R11.5 CPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Anders fiel es dagegen mit Cinebench aus, wo das X99-UD7 mit dem MSI-Mainboard gleichziehen konnte. 0,2 Watt wurden dabei eingespart.

Leistungsaufnahme

Prime95

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Genau die gleiche Ersparnis konnten wir mit Prime95 festhalten. Der Verbrauch lag nun bei genau 173 Watt.

Spannungen (Prime95)

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Die Spannung hat sich nicht verändert. CPUz zeigte weiterhin 0,985 Volt an.

Wir kommen aus diesen Werten zu dem Schluss, dass das Gigabyte GA-X99-UD7 WIFI kein Effizienzwunder ist, jedoch auch nicht zu sehr aus der Spur gerät. Insgesamt liegt es daher auf einem durchschnittlichen Niveau.


USB-3.0-Performance

Gigabyte hat das GA-X99-UD7 WIFI mit insgesamt zwölf USB-3.0-Schnittstellen ausgestattet. Am I/O-Panel können auf acht Stück direkt zugegriffen werden, die restlichen vier Stück können über zwei interne Header realisiert werden. Dieses Mal können wir zwei Tests absolvieren. Einmal nativ über den X99-Chipsatz und einmal über den Renesas uPD720210. Wir nutzen weiterhin das USB-3.0-Gehäuse S3510BMU33T von Star Tech für unsere USB-3.0-Tests. Dank interner SATA-6G- und USB-3.0-UASP-Unterstützung (USB Attached SCSI Protocol) erzielen wir somit deutlich bessere Ergebnisse. In Verbindung mit dem neuen USB-3.0-Gehäuse verwenden wir weiterhin die SanDisk Extreme mit 120 GB-Speicherkapazität.

ATTO USB3 small
Die USB-3.0-Performance beim Gigabyte GA-X99-UD7 WIFI
(nativ über den X99-PCH).
ATTO USB3 small
Die USB-3.0-Performance über den uPD720210.

Während die Schreibleistung über die nativen USB-3.0-Ports (Header) mit knapp 300 MB/s etwa 15 MB/s höher liegen als über den Renesas-USB-3.0-Hub, nehmen sie sich beim Lesen nicht viel. Beide erreichen eine ungefähre Lesedurchsatzrate von 270 MB/s. Das kann sich sehen lassen.

 

SATA-6G-Performance

Das Gigabyte GA-X99-UD7 WIFI stellt acht native SATA-6G-Ports und eine SATAe-Schnittstelle bereit. Für den Test verwenden wir ebenfalls die SanDisk Extreme 120, die wir natürlich direkt an die SATA-Ports anklemmen.

ATTO USB3 small
Die SATA-6G-Performance beim Gigabyte GA-X99-UD7 WIFI
(nativ über den X99-PCH).

Auch wenn die Leistung anfänglich nicht dem Optimum entspricht, stimmt sie im späteren Verlauf jedoch wieder und erreicht lesend bis zu 555 MB/s und im Schreiben bis 523 MB/s. Die Performance stimmt also.

 

M.2-Performance

Wir testen natürlich auch weiterhin die M.2-Leistung. Der Vorteil bei der X99-Plattform ist natürlich, dass der M.2-Steckplatz in den meisten Fällen mit vier PCIe-3.0-Lanes an die CPU angebunden ist, wodurch die theoretische Bandbreite auf 32 GBit/s anwächst. Das Problem an der Sache ist allerdings, dass es bisher noch keine M.2-SSMs gibt, die diese Bandbreite ausreizen können. Dennoch lässt sich mit einigen aktuell am Markt befindlichen M.2-SSMs feststellen, ob zumindest mehr als 10 GBit/s übertragen werden. Für diesen Test setzen wir daher das Samsung SSD XP941 mit 512-GB-Speicherkapazität ein, das auf eine Länge von 8 cm kommt und von Samsung mit 1170 MB/s lesend und 950 MB/s schreibend spezifiziert wurde. Als Schnittstelle nutzt das Solid State Module den M.2-16-GBit/s-Standard.

Als eine der wenigen Sockel-LGA2011-v3-Platinen, wurde der freie M.2-Slot auf dem Gigabyte GA-X99-UD7 WIFI nicht über die CPU mit vier PCIe-3.0-Lanes angebunden, sondern mit nur zwei PCIe-2.0-Lanes an dem Intel-X99-Chipsatz. Dies hat allerdings zur Folge, dass die Taiwaner eine Menge Leistung verschenken. Statt 32 GBit/s stehen jetzt nur 10 GBit/s zur Verfügung. Der Netto-Wert kommt dann in etwa auf 800 MB/s. Somit ist schon vorneweg klar, dass der M.2-Slot auf dem X99-UD7 unser Samsung-SSM nicht auf volle Performance bringen wird.

ATTO USB3 small
Die M.2-Performance beim Gigabyte GA-X99-UD7 WIFI über den Onboard-Slot.
(über zwei PCIe-2.0-Lanes vom PCH).

Wie wir es bereits erwartet haben, kann der M.2-Steckplatz das Samsung-SSM nicht mal annähernd auf volle Geschwindigkeit treiben. Die Leserate kletterte auf 823 MB/s und liegt für eine Schnittstelle mit 10 GBit/s-Anbindung in der Norm. Nur die Schreibrate wollte nicht über die 671 MB/s hinausgehen. Dass das Samsung-XP941-SSM zu mehr Leistung fähig ist, haben wir bereits in vorangegangenen Mainboard-Tests mit Intels X99-Chipsatz bereits unter Beweis gestellt.  


Gigabytes Angebot an X99-Platinen wird unter anderem aus dem GA-X99-UD7 WIFI gebildet, das zugleich das Flaggschiff der Ultra-Durable-Serie mit Intels X99-Chipatz darstellt. Für ein Flaggschiff ist das Board im E-ATX-Format mit seinen vier mechanischen PCIe-3.0-x16- und drei PCIe-2.0-x1-Steckplätzen bestens für den individuellen Einsatz vorbereitet. Je nachdem, für welche der drei Haswell-E-CPUs sich der Anwender entschieden hat, können auf dem Board bis zu vier Grafikkarten im 4-Way-SLI/CrossFireX-Verbund genutzt werden. Mit dem relativ günstigen Core i7-5820K sind es jedoch "nur" drei Grafikkarten. In den acht vorhandenen DDR4-Speicherbänken lassen sich vom Käufer maximal 64 GB einsetzen. 

Auch wenn das X99-UD7 WIFI nicht als reinrassiges Overclocking-Brett konzipiert wurde, haben die Taiwaner ein hochwertiges VRM-Design berücksichtigt und jede Menge Overclocking-Funktionen ins BIOS implementiert, mit denen der Anwender umfangreich experimentieren kann. Auf der rechten Seite des PCBs in der Nähe der Speicherbänke halten sich sogar ein Switch zum Umschalten auf den anderen BIOS-Chip, ein Switch zum Ein- und Ausschalten des Dual-BIOS-Features, ein Direct-to-BIOS-, ein CMOS-Clear, ein Reset- sowie ein Power-Button bereit. Als Ergänzung kann der Anwender auf die Diagnostic-LED vertrauen und mit einigen Spannungsmesspunkten genauere Werte auslesen. Mithilfe des CPU-OC-Buttons, der sich mit der blau beleuchteten I/O-Blende am externen Anschluss-Panel befindet, kann eine schnelle Prozessor-Übertaktung erzielt werden. Auch wenn die Übertaktung dank des frei wählbaren Multiplikators der drei Haswell-E-CPUs weniger aufwändig ist, hat Gigabyte somit dennoch für absolute Overclocking-Einsteiger eine schnelle Möglichkeit geschaffen, mehr Leistung aus dem Prozessor herauszukitzeln.

img_5.jpg

Das war allerdings nicht alles, was das X99-UD7 WIFI zu bieten hat. Mit den zwölf USB-3.0- und sechs USB-2.0-Anschlüssen lässt sich das System ordentlich erweitern. Sämtliche Laufwerke, wie SSDs, HDDs und ODDs, dürfen an acht SATA-6G-Ports und einer SATA-Express-Schnittstelle angeschlossen werden. Alle Anschlüsse arbeiten selbstredend nativ mit dem X99-Chipsatz zusammen. Die größte Kritik muss sich das X99-UD7 WIFI beim M.2-Steckplatz gefallen lassen. Aufgrund der Entscheidung seitens Gigabyte ist der noch freie M.2-Slot mit nur zwei PCIe-2.0-Lanes an den Intel-Chipsatz angebunden, womit die Bandbreite nur bei theoretischen 10 GBit/s liegt und im Bezug auf die technologisch möglichen 32 GBit/s über vier PCIe-3.0-Lanes jede Menge Leistung liegen gelassen wird. Gerade wenn nur eine oder zwei Grafikkarten zum Einsatz kommen, hätten problemlos vier Lanes von der CPU an den M.2-Steckplatz weitergeleitet werden können. Nach einer weiteren Recherche werden die M.2-Slots bei den restlichen X99-Mainboards von Gigabyte ebenfalls mit nur 10 GBit/s angesprochen. Nur das GA-X99-SOC Force beherbergt einen M.2-Steckplatz, der mit 20 GBit/s zu Werke geht.

Den vollen Komfort genießt der Erwerber bei der Netzwerk-Connectivity. Neben dem Dual-Gigabit-LAN-Feature über zwei Intel-Netzwerk-Controllern, kann auch alternativ auf die kabellose Netzwerkverbindung zurückgegriffen werden. Ein entsprechendes WLAN 802.11a/b/g/n/ac- und Bluetooth-4.0-Modul steckt bereits onboard in dem zweiten M.2-Steckplatz. Soundtechnisch werden die Signale über den Realtek ALC1150-Audio-Codec transferiert. Er wird einmal von einem 600 Ohm starken Kopfhörerverstärker und zusätzlichen Audio-Kondensatoren begleitet, die den Klang positiv beeinflussen sollen.

An dem UEFI-BIOS wurden nur minimale Veränderungen vorgenommen, es lehnt sich fast 1:1 an den Z97/H97-Modellen an. Neben dem Startup-Guide und dem Smart-Tweak-Mode kann sich der Anwender zusätzlich in der nun grau gefärbten Advanced- bzw. Classic-Ansicht austoben. Die Bedienung erfolgte per Tastatur problemlos und komfortabel. Nur der Maus-Cursor ruckelte über den Bildschirm, was weniger schön war. Egal welche Einstellungen wir ausgewählt haben, sie wurden fast alle adäquat in die Tat umgesetzt. Nur der Speicher lief bei uns "nur" bis 2666 MHz, da wir keinen 125-MHz-BCLK-Strap einstellen konnten, um eine Taktfrequenz von 3000 MHz erreichen zu können. Hier kann Gigabyte mit einer späteren BIOS-Version aber sicherlich noch nachbessern. 

Für wen das Gigabyte GA-X99-UD7 WIFI trotz der genannten Kontra-Punkte attraktiv rübergekommen ist, muss in etwa 270 Euro in die Hand nehmen und diese Summe bei dem Händler des Vertrauens auf den Tisch legen. Dem X99-UD7 WIFI kann man durchaus eine Empfehlung aussprechen, wenn explizit eine Multi-GPU-Konfiguration mit vier Grafikkarten geplant ist, da andere Platinen mit einer 4-Way-Multi-GPU-Unterstützung teilweise deutlich teurer sind und/oder, wenn die 10-GBit/s-Anbindung des M.2-Slots nicht als störend empfunden werden.

Positive Eigenschaften des Gigabyte GA-X99-UD7 WIFI:

Negative Eigenschaften des Gigabyte GA-X99-UD7 WIFI:

Das Gigabyte GA-X99-UD7 WIFI ist mit einer sehr guten Ausstattung versehen worden, die für eine Enthusiasten-Plattform zu einem guten Kurs zu haben ist. Für einen Award hat es allerdings nicht ganz gereicht, was den zwei aufgelisteten Kontra-Punkten geschuldet ist.

Alternativen? Wer auf den zweiten Gigabit-LAN-Port verzichten kann, könnte sich eventuell mit dem MSI X99S GAMING 7 anfreunden. Diese Platine bietet eine ziemlich ähnliche Ausstattung, kostet aber in etwa 50 Euro weniger und stellt einen M.2-Slot mit 32-GBit/s-Anbindung zur Verfügung.

 

Persönliche Meinung

Das GA-X99-UD7 WIFI von Gigabyte hat für mich eine kleine Schwachstelle: Die schlechte Anbindung des M.2-Steckplatzes. Wenn ich mir schon eine neue und kostenintensive Plattform ins Haus hole, dann lege ich großen Wert auf eine aktuelle und vor allem möglichst performant angebundene Ausstattung. (Marcel Niederste-Berg)