MSI X99S XPOWER AC im Test

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IMG 5 logoUnser nächstes Mainboard-Testsample dürfte eines DER Overclocking-Bretter sein, die vor allem von den extremen Übertaktern bevorzugt werden und zusammen mit den neuen Haswell-E-Prozessoren samt DDR4-Speicher für neue Herausforderungen sorgen. Wir reden von MSIs High-End-Overclocking-Platine, dem X99S XPOWER AC, welches sicherlich eine der leistungsstärksten Spannungswandler- und Spulen-Ausstattungen bereithält, um für neue Taktrekorde gewappnet zu sein. Doch auch die restliche Ausstattung soll ganz überzeugend sein. In diesem Artikel wollen wir uns daher näher mit dem MSI X99S XPOWER AC beschäftigen.

Am 29. August um 18 Uhr fiel endlich das NDA für die Haswell-E-Plattform. Neben dem Core i7-5960X als Flaggschiff bietet Intel außerdem den Core i7-5930K und als Einstiegsmodell den Core i7-5820K an. Für diese CPUs hat MSI schon einige passende X99-Platinen angekündigt, darunter zwei Modelle aus der Overclocking-Serie. Das X99S XPOWER AC ist definitiv das größte Modell, es gibt jedoch auch noch das X99S MPOWER, welches natürlich in etwas abgespeckter Form angeboten wird.

Wir konzentrieren uns nun allerdings auf das X99S XPOWER AC. Auf dem großen Printed Circuit Board halten sich fünf mechanische PCIe-x16-Slots der dritten Generation und ein PCIe-2.0-x1-Steckplatz bereit. Mit insgesamt 14 USB-3.0- und weiteren sieben USB-2.0-Schnittstellen können jede Menge Gerätschaften an das Mainboard angeklemmt werden. Den Storage-Bereich haben die Taiwaner mit acht SATA-6G-Ports, einer SATAe-Schnittstelle und einem M.2-Slot ordentlich abgedeckt. Der Interessent bekommt gerade in Sachen Netzwerkverbindung die freie Auswahl zwischen zwei Gigabit-LAN-Ports und dem WLAN-Feature samt 802.11ac-Spezifikation. Zudem rundet MSIs Audio-Boost-Feature den Sound-Bereich wunderbar ab.

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Das MSI X99S XPOWER AC in der Übersicht.

MSI setzt beim X99S XPOWER AC auf das E-ATX-Format, sodass der potentielle Kaufinteressent vorab sichergehen sollte, dass sein Gehäuse dieses Mainboard-Format aufnehmen kann. Davon abgesehen kann er sich auf ein schwarzes PCB samt schwarzer Steckplätze und Anschlüsse freuen. Für den typischen gelben Touch sorgen die verbauten Kühlkörper.

Die Spezifikationen

Die Daten des MSI X99S XPOWER AC in der Übersicht
Mainboard-Format E-ATX
Hersteller und
Bezeichnung
MSI
X99S XPOWER AC
CPU-Sockel LGA2011-v3
Straßenpreis ca. 330 Euro
Homepage http://de.msi.com/
Northbridge-/CPU-Features
Chipsatz Intel X99 Express Chipsatz
Speicherbänke und Typ 8x DDR4 (Quad-Channel)
Speicherausbau max. 128 GB (mit 16-GB-DIMMs)
SLI / CrossFire SLI (4-Way, nur mit i7-5930K und 5960X), CrossFireX (4-Way)
Onboard-Features
PCI-Express

5x PCIe 3.0 x16 (x16/-/-/-/-, x16/-/-/x16/-, x16/-/-/x16/x8, x8/x8/-/x16/x8 mit Core i7-5930K und 5960X); (x16/-/-/-/-, x16/-/-/x8/-, x8/x8/-/x8/-, x8/x8/-/x8/x4 mit Core i7-5820K)
1x PCIe 2.0 x1

PCI -
Serial-ATA-, SAS- und 
ATA-Controller

8x SATA 6G (6x mit RAID 0, 1, 5, 10) über Intel X99
1x SATA Express 10 GBit/s über Intel X99
1x M.2 mit 32 GBit/s

USB

14x USB 3.0 (10x am I/O-Panel, 4x über Header) 4x direkt über Intel X99, 8x über 2x ASMedia ASM1074, 2x über ASMedia ASM1042AE
7x USB 2.0 (2x am I/O-Panel, 4x über Header, 1x TypA onboard) über Intel X99

Grafikschnittstellen -
WLAN / Bluetooth WLAN 802.11a/b/g/n/ac, Bluetooth 4.0 über Intel AC 7260
Thunderbolt -
LAN

1x Intel I218-V Gigabit-LAN
1x Intel I210-AT Gigabit-LAN

Audio 8-Channel Realtek ALC1150 Audio Codec + 2x Texas Instruments OPA1652

Auf der sonst schwarzen Verpackung befindet sich auf der Front-Seite ein großes, gelbes X, in dessen Mitte die Modellbezeichnung aufgedruckt wurde. Oben ist das MSI-Logo und unten das OC-Logo sichtbar. Oben rechts vom großen X aus sind die beiden Intel-Logos abgebildet.

Das mitgelieferte Zubehör

Im Inneren der Verpackung trafen wir auf folgendes Zubehör:

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Diese lange Liste ist echt mal eine Ansage. Im Grunde bekommt der Käufer ein Rundum-Sorglospaket mit allen erdenklichen Extras. Mit dabei ist auch MSIs Delid Die Guard und die MSI OC Backplate, die vor allem für extreme Übertakter mit Stickstoffkühlung von größerem Interesse sein sollte.


Der X99-Chipsatz wurde auf den technischen Stand des aktuellen Z97-PCHs gebracht, bringt allerdings vier weitere native SATA-6G-Ports mit. Identisch ist dagegen die Bereitstellung von sechs USB-3.0-Schnittstellen. Auch bietet die Southbridge weiterhin maximal acht PCIe-2.0-Lanes, die weiterhin sehr knapp werden können, vorwiegend bei teureren High-End-Platinen.

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Es kommen zwölfhochwertige Spulen zum Einsatz.

Für die CPU-Spannungsversorgung wurden von MSI zwölf hochwertige "Super Ferrite"-Spulen vorgesehen, wovon jeweils eine Spule von einem DrMOS-MOSFET des Typs "DE16AH 5823OG" befeuert wird. Doch auch bei den restlichen Kleinstkomponenten, wie den Hi-c-CAPs und den Dark Caps, setzen die Taiwaner effiziente und langlebige Modelle ein. Die Komponenten gehören zum sogenannten "Military-Class-4"-Feature. Speziell für das Extreme-Overclocking mit flüssigem Stickstoff empfiehlt es sich, sowohl den 8-poligen als auch den 4-poligen ATX +12V-Stromanschluss zu belegen.

Links und rechts vom Sockel LGA2011-v3 können die acht DDR4-DIMM-Slots dazu verwendet werden, die Speicherkapazität auf bis zu 128 GB aufzustocken. Wird der BCLK auf 125 MHz angehoben, können effektive Taktraten bis 3333 MHz erreicht werden. Damit die eingesetzten DIMMs jedoch funktionieren, benötigen sie selbst auch die passende Spannungsversorgung. Je vier DIMM-Steckplätze werden daher von zwei gesonderten Spulen mit Strom versorgt.

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Ein Intersil-PWM-Controller ist für die 12 Spulen verantwortlich.

Der ISL6388 ist ein digitaler, linearer PWM-Controller, der dafür ausgelegt ist, sechs Phasen/Spulen unter seine Fittiche zu nehmen. Da wir beim X99S XPOWER AC allerdings zwölf Spulen in Reih und Glied stehen haben, ist noch einiges an Unterstützung erforderlich.

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Sechs Phasen-Doubler wurden auf der Rückseite untergebracht.
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MSI hat sich für Phase-Doubler von Intersil entschieden.

Sechs Stück der ISL6617 kommen als Phase-Doubler zum Einsatz, die sehr eng im Kontakt mit dem ISL6388 stehen. Jeder Doubler nimmt zwei Phasen/Spulen auf. Auf diese Weise können zwölf Spulen an einen PWM-Controller angebunden werden, der eigentlich nur für die Hälfte ausgelegt ist.

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Mit fünf PCIe-3.0-x16-Slots lässt sich so einiges anstellen.

Als Erweiterungssteckplätze wurden fünf mechanische PCIe-3.0-x16-Slots und ein weiterer PCIe-2.0-x1-Slot vorgesehen. Dadurch sind abseits des Extreme-Overclockings Multi-GPU-Konfigurationen mit bis zu vier Grafikkarten möglich, sodass die Jagd nach Rekord-Punktzahlen und Taktfrequenzen beginnen könnte. Am unteren Rand des PCBs befindet sich noch ein 4-poliger Molex-Stromanschluss, der zur elektrischen Stabilisierung bei mehreren Grafikkarten dienlich ist. Wie bei allen X99-Mainboards, richtet sich die PCIe-3.0-Lane-Verteilung nach der installierten Haswell-E-CPU. Für seinen verlangten Preis wirkt der Core i7-5820K mit seinen sechs Kernen sehr attraktiv, bringt mit 28 Lanes genau 12 Stück weniger mit als seine beiden größeren Brüder. Somit ergibt sich je nach CPU folgende Lane-Verteilung mit dem MSI X99S XPOWER AC:

PCIe-Slots und deren Lane-Anbindung mit dem Core i7-5820K (28 Lanes)
  PCIe-Slot 1 PCIe-Slot 2 PCIe-Slot 3 PCIe-Slot 4 PCIe-Slot 6
Single-GPU-Betrieb x16 - - - -
Zwei Grafikkarten im 2-Way SLI/CrossFireX-Verbund x16 - - x8 -
Drei Grafikkarten im 3-Way SLI/CrossFireX-Verbund x8 x8 - x8 -
Vier AMD-Grafikkarten im 4-Way-CrossFireX-Verbund x8 x8 - x8 x4

 

PCIe-Slots und deren Lane-Anbindung mit dem Core i7-5930K und Core i7-5960X (40 Lanes)
  PCIe-Slot 1 PCIe-Slot 2 PCIe-Slot 3 PCIe-Slot 4 PCIe-Slot 6
Single-GPU-Betrieb x16 - - - -
Zwei Grafikkarten im 2-Way SLI/CrossFireX-Verbund x16 - - x16 -
Drei Grafikkarten im 3-Way SLI/CrossFireX-Verbund x16 - - x16 x8
Vier Grafikkarten im 4-Way SLI/-CrossFireX-Verbund x8 x8 - x16 x8

Es muss beachtet werden, dass den PCIe-x16-Slots eine höhere Priorität der PCIe-3.0-Lanes eingeräumt wird. Sind alle Lanes durch mehrere Grafikkarten also aufgebraucht, kann der M.2-Steckplatz nicht mehr mit vier Lanes von der CPU versorgt werden und bekommt stattdessen nur noch zwei PCIe-2.0-Lanes vom X99-PCH. Dies entspricht einem Fallback von theoretisch 32 GBit/s auf 10 GBit/s und kann sich je nach eingesetzter SSD massiv auf die Performance auswirken. In dem besagten Steckplatz lassen sich SSDs mit einer Länge von 4,2 cm, 6 cm und 8 cm problemlos einsetzen.

Links neben den Erweiterungsslots wurde MSIs Audio-Boost-Feature positioniert. Gut zu erkennen ist die Isolierung sämtlicher Audio-Komponenten vom restlichen PCB mithilfe einer künstlich eingelassenen und rückseitig beleuchteten Leiterbahn. Auf diese Weise sollen mögliche Störgeräusche vermieden und somit eine qualitativ hohe Audiowiedergabe gewährleistet werden. Unter dem ebenso beleuchteten Audio-Boost-EMI-Shield ist Realteks ALC1150 untergebracht, der seit den ersten Sockel-LGA1150-Mainboards weit verbreitet ist. Der Sound Codec wird von zwei OPA1652-Amplifiern von Texas Instruments begleitet, die das eingehende Audiosignal unter anderem für Kopfhörer mit einer sehr hohen Impedanz von 600 Ohm verstärken sollen. Zusätzlich werden die Audiosignale durch hochwertige Chemi-Con-Kondensatoren aus dem Hause Nippon gefiltert und anschließend an die vergoldeten analogen Audiobuchsen weitergeleitet. Die Audio-Lösungen der Konkurrenz sehen bei den höherpreisigen Mainboard-Modellen ziemlich ähnlich aus.

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MSI gibt selbst eine SATA-Express-Schnittstelle mit auf den Weg.

Dank des X99-PCHs werden die Mainboard-Hersteller nicht dazu gezwungen, zusätzliche SATA-Controller zu verlöten. Der Chipsatz selbst kann alleine mit zehn SATA-6G-Anschlüssen hantieren. Beim MSI X99S XPOWER AC stehen acht SATA-6G-Ports und eine SATAe-Schnittstelle mit 10 GBit/s bereit. Zwei von den gewöhnlichen SATA-6G-Schnittstellen wurden in vertikaler Ausrichtung auf das Mainboard gesetzt, die anderen in bekannter gewinkelter Bauart. Genau rechts davon ist ist einer der USB-3.0-Header, der andere ist dagegen links genau in der Ecke.


Wir machen mit dem I/O-Panel weiter:

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Das I/O-Panel vom MSI X99S XPOWER AC.

USB-Anschlüsse in Hülle und Fülle, darunter zehn als USB-3.0-Ausführung bieten eine enorme Anschlussvielfalt. Zusätzlich bieten sich zwei Gigabit-LAN-Ports, ein CMOS-Clear-Taster, eine PS/2-Schnittstelle sowie die analogen Audiobuchsen und ein Toslink-Anschluss an. Die mitgelieferten Antennen werden an dem bereits montierten WLAN-Bluetooth-Modul angeschraubt.

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Ein vertikaler USB-2.0-Anschluss erhöht den Komfort beim Benchen.

Hier sind die beiden vertikalen SATA-6G-Ports zu sehen. Mit dem BIOS-Switch kann der Anwender zwischen den beiden BIOS-Ships hin- und herschalten. Rechts ist dann noch ein vertikaler Typ-A-USB-2.0-Anschluss zu sehen. Gerade wenn es beim Ausführen von Benchmarks schnell gehen soll, ist ein nativer Anschluss direkt auf dem Mainboard eine tolle Sache.

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MSI hat auf dem PCB eine Tabelle mit der Grafikkarten-Verteilung hinterlassen.

Im Einzugsbereich des M.2-Slots wurde eine Tabelle hinterlassen, auf der direkt einsehbar ist, wie die Grafikarten je nach Anzahl auf dem Board verteilt werden sollten. Diese Tabelle gilt ausschließlich für die beiden größeren Prozessoren, die 40 Lanes bereitstellen.

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Natürlich besitzt das X99S XPOWER AC auch einen SuperI/O-Chip.

Der Nuvoton NCT6792D+ wird als SuperI/O-Controller eingesetzt, sodass die wichtigsten Spannungen, Temperaturen und Lüftergeschwindigkeiten immer im Auge behalten werden können. Letztere können durch ihn auch manuell gesteuert werden.

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Ein umfangreiches Overclocking-Panel wartet auf den Übertakter.

Diese Stelle dürfte dem extremen Übertakter ein Lächeln ins Gesicht zaubern. In dem Bereich des Mainboards wurden die zahlreichen Overclocking-Funktionen untergebracht, die MSI für das X99S XPOWER AC vorgesehen hat. Angefangen auf der linken Seite hält sich der Fast-Button bereit, durch dessen Betätigung ein schneller Startvorgang ins BIOS erfolgt. Gefolgt vom "DISCH1"-Button. Wird er gedrückt, so wird das gesamte PCB entladen, was zur Folge hat, dass alle Einstellungen auf die Standard-Parameter gesetzt wird. Dies kommt einer Entnahme der Batterie auf dem Mainboard gleich.

Etwas oberhalb des 24-poligen ATX-Stromanschlusses befinden sich drei Switches. Der oberste bewirkt die Umschaltung des OC-Genie-Gear 1 und 2. Im ersten Gear wird der Prozessor ein wenig mit automatischen Settings übertaktet, Gear 2 übertaktet den Prozessor noch weiter und hebt gleichzeitig den BCLK etwas an. Eine blaue und rote LED zeigt den aktuell aktiven Gear an. Mit dem zweiten Switch kann das Intervall für die Control-Buttons von standardmäßigen 0,1 MHz auf 1 MHz gesetzt werden. Schließlich bleibt noch einer übrig. Er schaltet das Mainboard in den LN2-Modus (Slow Mode), wodurch spezielle BIOS-Settings aktiv werden, damit das Board bei den extremen Verhältnissen weiterhin ordnungsgemäß arbeiten kann.

Als nächstes kommen weitere Buttons. Die oberen beiden Plus- und Minus-Tasten beeinflussen den CPU-Multiplikator, die unteren beiden dagegen den BCLK. Ferner sind der Power- und Reset-Button als Pflicht anzusehen, gerade auf einem Overclocking-Mainboard. Als nächstes kommt der OC-Genie-Button, dessen Funktionen wir bereits erläutert haben. Unterhalb von ihm können mit den vier DIP-Schaltern vier von fünf PCIe-3.0-x16-Steckplätze deaktiviert werden, falls dies erforderlich ist. Eine Diagnostic-LED zeigt zu jedem Zeitpunkt den aktuellen Status des Boards an und darf ebenfalls nicht fehlen. Last but not least gibt es auch noch die V-Check-Points. Mit den mitgelieferten Adaptern können mittels Multimeter folgende Spannungen genauer ausgelesen werden: VCCIN, DDR01, DDR23, VPP01, VPP23 und CORE.

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Gleich zwei USB-3.0-Hubs erweitern die Anschlussmöglichkeiten enorm.

In den meisten Fällen kommen ASMedias ASM1074 bei aktuellen Mainboards zum Einsatz. Er ist kein eigenständiger Controller, sondern arbeitet lediglich als USB-3.0-Hub. Auf dem MSI X99S XPOWER AC arbeiten gleich zwei von ihnen auf dem PCB. Jeder von ihnen wird von einem nativen USB-3.0-Anschluss vom X99-Chipsatz mit Daten versorgt und gibt auf der andere Seite vier Anschlüsse wieder heraus. Je nachdem wieviele Geräte dann später über den Hub laufen, müssen sich vier USB-3.0-Anschlüsse eine Bandbreite von nur 5 GBit/s teilen. Das ist die Bandbreite, die ein Anschluss alleine bewältigen könnte.


Wir machen nun mit dem USB-3.0-Host-Controller weiter:

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Zwei USB-3.0-Buchsen am I/O-Panel werden von einem Host-Controller kontrolliert.

Natürlich ist es der ASMedia ASM1042AE, der im Gegensatz zum ASM1074 als eigenständiger Controller fungiert und demnach lediglich eine PCIe-2.0-Lane vom Chipsatz erhält. Zwar steht ihm ebenfalls eine theoretische Bandbreite von 5 GBit/s zur Verfügung, allerdings müssen in diesem Fall nur zwei Anschlüsse versorgt werden.

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Einer der beiden Gigabit-LAN-Ports arbeitet mit dem Intel I218-V zusammen...
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...der andere mit dem Intel I210-AT.

Dual-Gigabit-LAN mit zwei Intel-Chips. Beide kommen auf bis zu 1 GBit/s, sind jedoch auch zu den Geschwindigkeiten 100 MBit/s und 10 MBit/s abwärtskompatibel. Zum Funktionsangebot gehören natürlich auch Wake-on-LAN und Teaming.

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Das MSI X99S XPOWER AC nochmal in der Übersicht.

Um gerade die umfangreichen Overclocking-Features auf dem PCB mit dem Rest anständig unterzubringen, musste MSI auf das E-ATX-Format zurückgreifen. Das ist auch nicht weiter tragisch. Im Grunde haben die Taiwaner das gesamte Layout gut durchdacht designt. Allen voran der Platzhalter unterhalb des ersten PCIe-3.0-x16-Slots. An alle anderen Stellen sind wir außerdem sehr gut herangekommen. Zur Effektivität der Lüftersteuerung können wir nur wenig berichten. Als CPU-Kühler setzten wir erneut den NZXT KRAKEN X40 ein.

Trotz allem bietet das UEFI eine ordentliche Anpassung der Lüfter an. Immerhin lassen sich beachtliche sieben Lüfter anklemmen. Dafür sorgen sieben 4-polige FAN-Header. Für jeden Lüfter lässt sich die Lüfterkurve auf die eigenen Wünsche in vier Stufen manuell anpassen. Doch selbst die Standard-Settings arbeiten bereits zufriedenstellend ruhig. Liegt die CPU-Temperatur unterhalb der 40-Grad-Marke, drehen sich die Lüfter mit nur 12,5 Prozent der maximalen Drehzahl. Die nächsten beiden Hürden werden per Default bei 55 Grad und 70 Grad Celsius festgelegt, wodurch der/die Lüfter auf 37,5 Prozent respektive 62,5 Prozent beschleunigt werden. Wird die 85-Grad-Marke erreicht, arbeiten die Lüfter schließlich mit der vollen Drehzahl.

MSI hat auch bei den neuen Haswell-E-Mainboards das "Guard-Pro"-Feature hinzugefügt, welches in sechs Unter-Features gegliedert ist: Circuit Protection (Kurzschlussschutz),  Humidity Protection (Schutz vor hoher Luftfeuchtigkeit), High Temperature Protection (Schutz vor hohen Temperaturen), ESD Protection (Schutz vor elektrostatischer Entladung), EMI Protection (Schutz vor elektromagnetischen Interferenzen), ECO Power (Energieeinsparung durch Deaktivierung nicht benötigter Onboard-Chips). 


BIOS

Wir wurden vorab von MSI mit neueren BIOS-Versionen versorgt. So konnten wir die Version V1.1B1 (111) problemlos mit dem M-Flash-Feature aus dem UEFI heraus aufspielen. In dieser Version wurde die Arbeitsspeicher-Kompatibilität weiter verbessert.

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Die UEFI-Oberfläche beim MSI X99S XPOWER AC.

Die Grundstruktur der UEFI-Oberfläche wurde beim X99S XPOWER AC nicht verändert und von den aktuellen Sockel 1150-Mainboards von MSI übernommen. Beim jeweiligen Mainboard-Modell können sich rein die Menüpunkte unterscheiden. Ganz oben werden zu jedem Zeitpunkt beim X99S XPOWER AC das installierte Prozessormodell, dessen Taktfrequenz und die Arbeitsspeicher-Kapazität inkl. Takt angezeigt. Unter der Uhrzeit und dem Datum kann die aktuell vorliegende BIOS-Version abgelesen werden. Darunter lassen sich ganz bequem die Boot-Prioritäten per Drag & Drop-Verfahren festlegen. Auf der linken Seite erhält der Anwender einen ersten Überblick über die CPU- und die Mainboard-Temperatur. Der virtuelle "OC Genie"-Button ist dabei mit der Maus klickbar, sodass diese Funktion dann auch aktiviert ist. Ergänzt wurde noch ein weiterer virtueller Knopf, mit der die XMP-Funktion direkt aktiviert werden kann.

Der erste Punkt von den insgesamt sechs "Settings" stellt neben dem "System Status" die "Advanced"-Einstellungen bereit. Letztere sind bereits grundlegend bekannt. Dort lassen sich alle Board-bezogenen Einstellungen finden, die die Onboard-Komponenten betreffen. Die Punkte "Boot", "Security" und "Save & Exit" sind dabei selbsterklärend. Das Hauptaugenmerk des Boards ist zweifelsohne das Overclocking. Die extrem umfangreichen OC-Funktionen sind im Menüpunkt "OC" zu finden. MSI lässt für Overclocking-Enthusiasten keine Wünsche offen. Dazu aber später mehr. Die integrierte Instant-Flash-Funktion hat auch beim heutigen Testkandidaten einen eigenen Menüpunkt erhalten. Entweder lässt sich das aktuelle BIOS auf einen Datenträger speichern oder andersherum von einem Datenträger aus aktualisieren. Genau so ist es den Overclocking-Profilen ergangen. Insgesamt können sechs verschiedene OC-Konfigurationen hinterlegt werden. MSI hat auch dieses Mal an eine Import- und Export-Funktion gedacht.

Der vorletzte Punkt ist der "Hardware Monitor", der wichtige ausgelesene Daten aufzeigt, wie eben die Temperaturen, Spannungen und Lüfterdrehgeschwindigkeiten. Zusammen mit dem CPU-FAN-Header können in der Summe fünf Lüfter gesteuert werden. Jeder Lüfter kann mit vier Stufen in einer automatischen oder manuellen Lüfterkurve angepasst werden. Der letzte Menüpunkt umfasst den "Board Explorer", der übersichtlich aufzeigt, in welchem Slot oder sonstigem Anschluss welche Komponente installiert ist. Dies erspart den Blick ins eigene Gehäuse und dient rein dem Komfort.

Eine der größten Veränderungen und Verbesserungen ist die nun integrierte "Favorites"-Funktion, die man in ähnlicher Art und Weise bereits bei ASUS und neuerdings auch bei ASRock antrifft. MSI jedoch bietet nicht nur eine Favoritenseite an, sondern gleich fünf, was wiederum neue Möglichkeiten eröffnen dürfte. Denkbar einfach gestaltet sich zudem das Hinzufügen der meistgenutzten Funktionen. Hierzu reicht ein Rechtsklick mit der Maus aus, woraufhin sich prompt ein kleines Fenster öffnet und der Anwender sich entscheiden kann, zu welcher der fünf Favoritenseiten die ausgewählte Funktion hinzugefügt werden soll.

Auch dieses Mal konnte das UEFI von MSI auf ganzer Linie überzeugen. Sämtliche ausgewählte Einstellungen wurden problemlos und korrekt umgesetzt. Der Anwender hat dabei die Auswahl, ob er sich per Maus und/oder mit der Tastatur durch die Menüs bewegt.

 

Overclocking

Nun kommen wir zu dem Punkt, den gerade X99S XPOWER AC beherrschen sollte: das Overclocking. Wer mit dem Takt derart nach vorne preschen will, braucht nicht nur eine willige CPU, sondern auch einen passenden Unterbau mit vielen Funktionen. Und bei MSIs X99S XPOWER AC wird der Anwender von Overclocking-Funktionen überschüttet. Alleine 91 RAM-Timings können angepasst werden, dazu können für die RAM-Kanäle A/B und C/D unterschiedliche Spannungen festgelegt werden. So wurde also nicht nur großen Wert auf das Übertakten der CPU gelegt, sondern auch für den Arbeitsspeicher. Speziell zu letzterem haben wir einen informativen Artikel verfasst, was es mit den effektiven DDR4-Taktfrequenzen auf sich hat.

Der BCLK kann von 90,90 MHz bis 300 MHz in feinen 0,06-MHz-Schritten angepasst werden. Je weiter sich der Anwender in höheren BCLK-Gefilden aufhält, desto größer werden allerdings die Intervalle. Bei der Prozessor-Spannung lässt MSI dem Anwender keine Wünsche offen. Er kann sich zwischen den Modi "Override", "Adaptive", "Offset", "Override + Offset" und "Adaptive + Offset" entscheiden. Im Falle des Override- und Adaptive-Bereichs lässt sich die VCore von 0,800 Volt bis 2,100 Volt festlegen. Mit dem Offset hingegen zwischen -0,990 Volt bis +0,990 Volt. In allen drei Fällen betragen die Intervalle sehr feine 0,001 Volt. Alle weiteren Overclocking-Funktionen sind in der folgenden Tabelle einsehbar.

Die Overclocking-Funktionen des MSI X99S XPOWER AC in der Übersicht
Base Clock Rate 90,90 MHz bis 300 MHz in 0,06-MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,800 V bis 2,100 V in 0,001-V-Schritten (Fixed-Modus)
-0,990 V bis +0,990 V in 0,001-V-Schritten (Adaptive- und Offset-Modus)
DRAM-Spannung 0,600 V bis 2,800 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-VCCIN-Spannung 1,200 V bis 3,040 V in 0,001-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-Ring-Spannung

0,800 V bis 2,100 V in 0,001-V-Schritten (Fixed-Modus)
-0,990 V bis +0,990 V in 0,001-V-Schritten (Adaptive- und Offset-Modus)

CPU-SA-Spannung 0,800 V bis 1,850 V in 0,001-V-Schritten (Fixed-Modus)
-0,990 V bis +0,990 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)
CPU-IO-Analog/Digital-Spannung 0,700 V bis 2,300 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCH-Core-Spannung 0,600 V bis 2,400 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen PCH1,5V, DRAM CHA/B VPP Voltage, DRAM CHC/D VPP Voltage, DRAM CHA/B VREF Voltage
DRAM CHC/D VREF Voltage
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 91 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
Weitere Besonderheiten UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE (C6/C7), EIST
Turbo-Modus (All Cores, By number of active cores),
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und vier optionale Fans, Short Duration Power Limit,
Long Duration Maintained, Long Duration Power Limit, Primary Plane Current Limit
Memory Try It!, VR 12VIN OCP Expander

Wir haben den Core i7-5960X zunächst mit 4,4 GHz bei 1,3 Volt laufen lassen. Das X99S XPOWER AC steckte diese Kombination locker weg, also haben wir die VCore auf 1,285 Volt reduziert. Wurde die VCore noch weiter gesenkt, lief das System nicht mehr stabil und startete nach wenigen Minuten Prime95 neu.

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Bestes Ergebnis mit dem 1.0-Strap: 4,4 GHz bei 1,283 Volt

Verglichen mit dem ASRock X99X Killer konnte die Spannung nur marginal gesenkt werden. Dennoch kann eine Differenz von 0,014 Volt festgehalten werden.

Auch bei der Haswell-E-Plattform werfen wir einen Blick auf das RAM-Overclocking. Zu diesem Zweck verwenden wir vier DIMMs mit jeweils 4 GB Speicherkapazität des Typs "G.Skill RipJaws4 DDR4-3000". Im ersten Test kontrollieren wir die Funktionalität des XMP und im zweiten ohne Verwendung des XMP-Features.

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4x 4GB G.Skill RipJaws4 DDR4-3000
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Das Extreme Memory Profil wird korrekt vom System umgesetzt.
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Ohne XMP konnten wir schärfere Latenzen festlegen.

Das Extreme Memory Profile wurde ohne Schwierigkeiten angenommen und das System lief stabil. Das Gleiche gilt allerdings auch für unsere manuellen Werte. Wie von G.Skill spezifiziert, lag eine VDIMM von 1,35 Volt an.

MSI/Intel Extreme Tuning Utility

Auf der Treiber- und Software-DVD lässt sich das MSI/Intel Extreme Tuning Utility finden, das der eine oder andere bereits schon kennt:

MSI/Intel Extreme Tuning Utility.

Das XTU ermöglicht das Overclocking der CPU und des Arbeitsspeichers direkt unter Windows. Mit integriert ist auch ein Hardware-Monitor, womit sich die CPU-Temperatur, deren aktuell anliegende Taktfrequenz und andere interessante Punkte überwachen lassen. Neben den Taktfrequenzen für CPU und RAM ist auch gleich die Spannung regulierbar. Die Aktivierung der gewählten Einstellungen erfolgt nicht in Echtzeit, Änderungen werden vorerst zwischengespeichert. Erst nach einem Neustart des Systems sind die Settings dann auch aktiv. Hinterher kann die Konfiguration auch gleich mit dem implementierten Stress-Test auf Stabilität geprüft werden. Wurden die passenden und stabilen Einstellungen gefunden, können sie in praktischen Profilen hinterlegt werden.

MSI ECO Center

Ein weiteres Software-Feature hat uns darüber hinaus besonders interessiert, das MSI ECO Center. Dahinter verbirgt sich das ECO-Power-Teilfeature, welches wiederum ein Teil des neuen Guard-Pro ist. Die Idee dahinter ist, nicht benötigte Komponenten, Anschlüsse und Slots zu deaktivieren, um die Leistungsaufnahme noch weiter nach unten zu drücken. Die Taiwaner selbst versprechen sich eine bis um 29 Prozent höhere Effizienz. Dann schauen wir uns mal die Praxis an.

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MSIs ECO-Center.

Wie auf dem Bild zu sehen ist, können einige Onboard-Features deaktiviert werden. Darunter sämtliche USB-3.0-Anschlüsse, der M.2-Slot und der Anschluss für das WLAN/Bluetooth-Modul. Auf Wunsch können sogar die FAN-Header ausgeschaltet werden. Zum Ausschalten muss das jeweilige Blitz-Symbol aus dem Kästchen entfernt und im Anschluss unten auf "Apply" geklickt werden.

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MSIs ECO-Center.

Wir haben alles, bis auf den CPU-FAN-Header, deaktiviert. Durch diese Maßnahme wurde der Verbrauch im Idle um wenige Watt verringert. Das ECO Center hat allerdings einen Nachteil. Wird das System neu gestartet, treten die Einstellungen aus dem UEFI wieder in Kraft. Eine entsprechende Funktion, das Tool automatisch mitzustarten, existiert in der aktuellen Version leider nicht.

In der folgenden Bildergalerie sind nochmal alle BIOS-, XTU- und Eco-Center-Screenshots einsehbar:

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Mit diesem Testsystem haben wir das MSI X99S XPOWER AC getestet:

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz.

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version.

Seit der Einführung der Nehalem-Prozessoren und der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 2133 MHz und 15-15-15-35 2T - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim MSI X99S XPOWER AC ist allerdings alles so, wie es zu erwarten wäre: Die Turbo-Modi laufen korrekt und auch keine versteckte Übertaktung ist aktiv.

Wir testen allerdings nur noch sechs Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2011, 3DMark 2013, SuperPi 8M, Cinebench R11.5, Cinebench R15 und Sisoft Sandra 2014 Memory Benchmark:

3DMark 2013

Fire Strike

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

3DMark 2011

Performance-Mode

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R11.5 CPU

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R15 CPU

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

SiSoft Sandra 2014

Memory Benchmark

Bandbreite in GB/s
Mehr ist besser

SuperPi 8M

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Erwartungsgemäß gibt es keine spürbaren Unterschiede zwischen den Platinen, den SuperPi-Lauf einmal ausgenommen. Dennoch lassen sich messbare Unterschiede nicht vermeiden. So bietet das Gigabyte X99-UD7 WIFI etwa 3 GB/s weniger an Speicherbandbreite, die im Alltag aber weniger auffallen sollten.

Auch weiterhin werden wir die Bootzeit protokollieren. Wir messen die Zeit in Sekunden, wie lange das Mainboard benötigt, um alle Komponenten zu initialisieren und mit dem Windows-Bootvorgang beginnt.

Bootzeit

Vom Einschalten bis zum Windows-Bootvorgang

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Die reine Initialisierung der Komponenten nimmt bei der Haswell-E-Plattform deutlich mehr Zeit in Anspruch als bei der Z97-Plattform. Mit 22,27 Sekunden war das MSI X99S XPOWER AC nur minimal fixer als seine beiden Konkurrenten.


Neben der wichtigen Performance ist auch der Stromverbrauch des heimischen PCs kein unwichtiges Kriterium. Was man häufig unterschätzt, ist die Tatsache, dass selbst die verschiedenen Mainboard-Modelle der zahlreichen Hersteller unterschiedlich viel Strom aus der Steckdose ziehen. Ein Grund dafür sind die verschieden eingesetzten BIOS-Versionen, die teilweise die von Intel referenzierten Stromsparmechanismen schlecht oder gar falsch umsetzen oder dass Onboardkomponenten sich eigentlich deaktivieren sollten, wenn diese entweder durch dedizierte Hardware ersetzt wurden oder einfach nicht verwendet werden. Darüber hinaus kann aber manchmal auch die Stromversorgung verantwortlich gemacht werden, wenn unter Default Settings mehr Energie zur Verfügung gestellt wird, als eigentlich benötigt wird. Genau deswegen spielt die Effizienz eine wichtige Rolle. Wenn die Effizienz der Stromversorgung nun also schlecht ausfällt, wird mehr Strom verbraucht. Zu unterschätzen ist hierbei aber auch die Software nicht, sodass sie ebenfalls gut abgestimmt sein muss, damit eine zufriedenstellende Effizienz gegeben ist.

Das MSI X99S XPOWER AC hat einige Zusatz-Controller erhalten. Zwei LAN-Controller, drei USB-3.0-Chips und ein Audio-Codec tragen ihren Teil zum Stromverbrauch bei.

Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 11.5 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-spanTest, Vollauslastung). Die jeweiligen Werte entsprechen dem System-Gesamtverbrauch.

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Für den ersten Test sind die Default Settings aktiv, sodass der Großteil der Onboardkomponenten bereits aktiviert ist. Die Grafikausgabe erfolgt über die Radeon HD 7850. Wie bereits weiter oben geschrieben, sind alle Stromspar-Features eingeschaltet, was mit den Werten einer manuellen Konfiguration scheinbar gut umgesetzt wurde.

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Von den bisher drei getesteten X99-Mainboards verbraucht MSIs extremes Übertaktungsbrett mit 59,4 Watt am meisten. Selbst wenn wir noch die paar Watt mit dem Eco-Center abziehen, reicht es noch immer nicht, um das Gigabyte X99-UD7 WIFI und das ASRock X99X Killer auszustechen.

Leistungsaufnahme

Cinebench R11.5 CPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Ein völlig anderes Bild ergibt es sich dann unter Lastbedingungen. Mit Cinebench stieg die Leistungsaufnahme auf 153,9Watt an und kann sich ganz knapp von der Konkurrenz absetzen.

Leistungsaufnahme

Prime95

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Exakt das Gleiche haben wir mit Prime95 festgestellt. Alle drei Boards liegen dicht beieinander. Dennoch kann sich das MSI X99S XPOWER AC mit 173,1 Watt den ersten Platz sichern.

Spannungen (Prime95)

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Bei den Spannungen gibt es keinerlei Unterschiede. Die VCore lag bei allen drei Probanden bei 0,985 Volt.

 

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sämtliche USB-3.0- und SATA-Controller sind hier beispielsweise deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber alle energiesparenden Features werden zusätzlich manuell aktiviert. Die Radeon HD 7850 ist weiterhin die primäre Grafikkarte.

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Leistungsaufnahme

Cinebench R11.5 CPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Leistungsaufnahme

Prime95

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Spannungen (Prime95)

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Vom Eco-Center einmal abgesehen, konnte im UEFI nichts Sonderbares abgeschaltet werden. Wenn überhaupt die USB-3.0-Funktionalität und einen der beiden LAN-Ports. Das Strommessgerät zeigte sich davon allerdings unbeeindruckt.

Im Leerlauf leistet sich das MSI X99S XPOWER AC einen kleinen Schnitzer, der gerade beim extremen Übertakter eine geminderte Rolle spielen dürfte. Wenn auch sehr knapp, kann sich das MSI-Brett unter Last von den beiden Konkurrenz-Produkten leicht absetzen. Der Unterschied fällt jedoch nicht allzu groß aus.


USB-3.0-Performance

MSI hat das X99S XPOWER AC mit insgesamt 14 USB-3.0-Schnittstellen ausgestattet. Am I/O-Panel können auf zehn Stück direkt zugegriffen werden, die restlichen vier Stück können über zwei interne Header realisiert werden. Dieses Mal können wir ebenfalls drei Tests absolvieren. Einmal nativ über den X99-Chipsatz, ferner über den ASM1074 und einmal über den ASM1042AE. Wir nutzen weiterhin das USB-3.0-Gehäuse S3510BMU33T von Star Tech für unsere USB-3.0-Tests. Dank interner SATA-6G- und USB-3.0-UASP-Unterstützung (USB Attached SCSI Protocol) erzielen wir somit deutlich bessere Ergebnisse. In Verbindung mit dem neuen USB-3.0-Gehäuse verwenden wir weiterhin die SanDisk Extreme mit 120 GB-Speicherkapazität.

ATTO USB3 small
Die USB-3.0-Performance beim MSI X99S XPOWER AC
(nativ über den X99-PCH).
ATTO USB3 small
Die USB-3.0-Performance über den ASM1074.
ATTO USB3 small
Die USB-3.0-Performance über den ASM1042AE.

Zwischen den drei Tests wird schnell ersichtlich, dass der X99-Chipsatz und auch der ASM1074-Hub eine deutlich bessere Performance als der ASM1042AE zu bieten haben. Die Leserate kletterte auf etwa 270 MB/s, schreibend waren zumindest beim X99-PCH sogar 300 MB/s drin. Der USB-3.0-Hub kämpfte sich auf etwa 290 MB/s. Ganz anders der ASM1042AE. Mit seinen durchschnittlichen 220 MB/s im Lesen liegt um gut 50 MB/s unterhalb der anderen beiden Chips. Dagegen kann sich die Schreibleistung von 270 MB/s recht gut sehen lassen.

 

SATA-6G-Performance

Das MSI X99S XPOWER AC stellt acht native SATA-6G-Ports und eine SATAe-Schnittstelle bereit. Für den Test verwenden wir ebenfalls die SanDisk Extreme 120, die wir natürlich direkt an die SATA-Ports anklemmen.

ATTO USB3 small
Die SATA-6G-Performance beim MSI X99S XPOWER AC
(nativ über den X99-PCH).

Über die SATA-6G-Ports bekommt der Anwender die gewohnte Leistung serviert. So wurden im Lesen ganze 557 MB/s erreicht, die Schreibdurchsatzrate kletterte dagegen bis auf 520 MB/s. Insgesamt sind das solide Werte!

 

M.2-Performance

Unsere Leser haben sich gewünscht, dass wir uns die M.2-Leistung genauer anschauen. Genau das wollen wir nun hiermit in unsere Mainboard-Tests mit einbauen. Der Vorteil bei der X99-Plattform ist natürlich, dass der M.2-Steckplatz in den meisten Fällen mit vier PCIe-3.0-Lanes an die CPU angebunden ist, wodurch die theoretische Bandbreite auf 32 GBit/s anwächst. Das Problem an der Sache ist allerdings, dass es bisher noch keine M.2-SSDs gibt, die diese Bandbreite ausreizen können. Dennoch lässt sich mit einigen aktuell am Markt befindlichen M.2-SSDs feststellen, ob zumindest mehr als 10 GBit/s übertragen werden. Für diesen Test setzen wir daher die Samsung SSD XP941 mit 512-GB-Speicherkapazität ein, die auf eine Länge von 8 cm kommt und von Samsung mit 1170 MB/s lesend und 950 MB/s schreibend spezifiziert wurde. Als Schnittstelle nutzt das Solid State Module den M.2-16-GBit/s-Standard, was vier PCIe-2.0-Lanes entspricht.

ATTO USB3 small
Die M.2-Performance beim MSI X99S XPOWER AC
(über vier PCIe-3.0-Lanes von der CPU).

Mit diesen Werten steht fest, dass die vier PCIe-3.0-Lanes zu Werke gegangen sind. Die Leserate stieg auf stolze 1086 MB/s, auch wenn die Herstellerangabe in diesem Punkt nicht erreicht wurde. Dafür wurde die Schreibrate mit 1034 MB/s deutlich überboten.


Extreme Übertakter werden mit dem MSI X99S XPOWER sicherlich ihre Freude haben. Dadurch, dass die Taiwaner dieses Stück Hardware mit immensen Overclocking-Features überschüttet haben, wird genau diese Zielgruppe angelockt, die wirklich alles aus der CPU und dem Arbeitsspeicher herausholen will. Dabei bekommt es die eingesetzte Haswell-E-CPU mit zwölf leistungsstarken Spulen zu tun, die wiederum von zwölf DrMOS-MOSFETs angetrieben werden. Auf dem E-ATX-Mainboard hat MSI jede Menge Onboard-Buttons hinterlassen, um die Overclocking-Session so angenehm wie möglich zu gestalten. Durch die zweifache Ausführung von Plus- und Minus-Taster lassen sich der BCLK, über einen zusätzlichen Switch entweder um 1 MHz oder um 0,1 MHz, und der CPU-Multiplikator verändern. Mit einem weiteren Taster kann komfortabel und ohne Umwege direkt ins BIOS gestartet werden. Als Ergänzung wurde neben einer Diganostic-LED und den V-CheckPoints an einen Discharge-, Power-, Reset- und natürlich einen OC-Genie-Button gedacht. Um das X99S XPOWER AC LN2-tauglich zu machen, hält sich zudem ein entsprechender Switch bereit, der den unverzichtbaren Slow Mode aktiviert. Mit vier DIP-Schaltern können auch vier der insgesamt fünf PCIe-3.0-x16-Slots deaktiviert werden.

Fest steht allerdings auch, dass MSI die restliche Ausstattung definitiv nicht zu kurz kommen lassen hat. Immerhin bringt die Platine satte 14 USB-3.0- und weitere sieben USB-2.0-Schnittstellen mit. Weiter oben haben wir bereits die fünf mechanischen PCIe-3.0-x16-Slots angesprochen. Demnach können bis zu vier Grafikkarten Platz nehmen. Zwischen Slot 4 und 6 kann der Käufer auch noch einen PCIe-2.0-x1-Steckplatz belegen und genau dieser freie Raum wurde für den M.2-Slot genutzt, der mit 32 GBit/s an die CPU angebunden ist. Das Layout der Erweiterungssteckplätze ist positiv hervorzuheben, denn unterhalb des oberen PCIe-3.0-x16-Slots wurde kein weiterer Slot untergebracht, sodass im Falle von einer einzigen Dual-Slot-Grafikkarte alle weiteren Steckplätze weiterhin genutzt werden können. Für übergroße CPU-Kühler könnte die Position des ersten PCIe-3.0-x16-Steckplatzes allerdings zum Verhängnis werden.

img_5.jpg

Vom bereits erwähnten M.2-Slot abgesehen wurden die nativen Anschlussmöglichkeiten für den Storage-Bereich vom X99-Chipsatz mit acht SATA-6G-Ports und einer SATAe-Schnittstelle vollständig abgedeckt. Die freie Auswahl hat der Anwender in Sachen Netzwerkverbindung. Wird die kabelgebundene Lösung bevorzugt, stehen gleich zwei Gigabit-LAN-Ports über zwei Intel-Netzwerkcontroller parat. Mit dem bereits vormontierten WLAN/Bluetooth-4.0-Modul und den mitgelieferten Antennen lassen sich die Netzwerkpakete auch kabellos übertragen. Durch den WLAN 802.11ac-Standard reicht die Netto-Übertragungsrate bis 867 MBit/s. Bei der ganzen Ausstattung geht das hochwertige Audio-Boost-Feature mit Realteks ALC1150 samt zwei leistungsstarken Verstärkern schon fast unter.

Als Steuerzentrale wurde natürlich MSIs bekannte UEFI-Oberfläche vorgesehen. Sie hat erneut einen positiven Eindruck hinterlassen. Das Navigieren per Maus und Tastatur fiel sehr angenehm und komfortabel aus und sämtliche Einstellungen wurden erwartungsgemäß konsequent umgesetzt. Einen kleinen Patzer erlaubt sich das X99S XPOWER AC allerdings bei der Leistungsaufnahme, speziell im Leerlauf. Wurde das System mit Cinebench R11.5 oder Prime95 belastet, konnte sich das Mainboard sehr knapp von der Konkurrenz absetzen.

Das MSI X99S XPOWER AC ist in unserem Preisvergleich ab 331 Euro gelistet. Das ist für das Gebotene unserer Meinung nach nicht zu hoch angesetzt. Immerhin gibt es auch eine gewaltige Menge Zubehör mit auf den Weg, wo alles dabei ist, was sich der Interessent wünschen könnte. Kurzum: Das MSI X99S XPOWER AC ist ein Overclocking-Mainboard mit Vollausstattung.

Positive Eigenschaften des MSI X99S XPOWER AC:

Negative Eigenschaften des MSI X99S XPOWER AC:

MSIs X99S XPOWER AC ist für extreme Overclocking-Anwender konzipiert und wurde davon abgesehen mit einer sehr guten Ausstattung versehen, die im Verhältnis für einen guten Preis zu erwerben gibt. Als einzige Schwäche ist uns die etwas erhöhte Leistungsaufnahme aufgefallen, die für die Zielgruppe allerdings nicht ins Gewicht fallen wird.

EH MSI X99S XPOWER AC

Alternativen? Um bei Mainboards mit Extreme-Overclocking-Aspekten zu bleiben, könnte das Gigabyte GA-X99-SOC Force eine geeignete Alternative sein. Wer zudem noch Gaming-Features mitnehmen möchte, könnte sich auch das ASUS Rampage V Extreme anschauen.

 

Persönliche Meinung

Ein beeindruckendes Stück Hardware, vor allem eben für Anwender mit Extreme-Overclocking-Absichten. Ich bin überrascht, dass der Preis für das X99S XPOWER AC nicht allzu hoch ausgefallen ist. Die restliche Ausstattung kann man jedenfalls als vervollständigt bezeichnen, wenn ich alleine an die 14 USB-3.0-Anschlüsse denke. Mit dieser Platine wird der LN2-Übertakter sicherlich seine Freude haben. (Marcel Niederste-Berg)