ASRock X99X Killer im Test

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IMG 4 logoEs ist soweit! Intels Haswell-E-Plattform ist nun offiziell gelauncht worden. Zu der neuen Enthusiasten-Plattform gehören drei Prozessor-Modelle, neue Platinen mit Intels X99-Chipsatz samt DDR4-Speicher. Mit dem Core i7-5960X haben wir auch gleich das Flaggschiff gründlich auf den Kopf gestellt und es durch unsere zahlreichen Tests gejagt. Nun wird es Zeit, sich die passenden X99-Platinen genauer anzusehen. Wir beginnen unseren Lauf mit ASRocks X99X Killer, das aus der Fatal1ty-Serie stammt und auf dem ersten Blick eine solide Ausstattung zu bieten hat.

Für die neue Haswell-E-Plattform hat sich Intel gleichzeitig für einen neuen Sockel entschieden, den LGA2011-v3. Er ist definitiv inkompatibel mit den Sandy-Bridge-E- und Ivy-Bridge-E-Prozessoren, alleine auch durch die Tatsache, dass die beiden keinen DDR4-Speichercontroller im Gepäck haben und somit sowieso nicht auf den X99-Platinen arbeiten würden. Davon abgesehen sind alle bisherigen CPU-Kühler weiterhin kompatibel, wenn sie offiziell für den Sockel LGA2011 freigegeben sind.

Nun zurück zum Testkandidat. Auf dem ASRock X99X Killer lassen sich bis zu drei Grafikkarten installieren, dies gewährleisten drei mechanische PCIe-3.0-x16-Steckplätze. Zusätzlich gehören zwei PCIe-2.0-x1-Slots, zehn SATA-6G-Ports, acht DDR4-Speicherbänke, zwei Gigabit-LAN-Anschlüsse, zehn schnelle USB-3.0- und dazu sechs USB-2.0-Schnittstellen. Mitten auf dem PCB sind auch ein M.2- und Mini-PCIe-Slot zu sehen. Die Audiowiedergabe erfolgt über das bereits bekannte Purity-Sound-2-Feature, welches von ASRock auch bei den aktuellen Z97-Mainboards häufig verwendet wird. Schauen wir uns das ASRock X99X Killer daher genauer an.

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Das ASRock X99X Killer in der Übersicht.

Die Taiwaner konnten die gesamte Ausstattung ohne Probleme auf ein ATX-PCB unterbringen. Wie schon bei den Z97-Mainboards, setzt ASRock ebenfalls auf ein schwarzes PCB. Hinzu kommen die klassischen Fatal1ty-Farben Rot und Schwarz. So sind vier DIMM- und die drei PCIe-3.0-x16-Slots rot, genau wie die Kühlkörper und die SATA-Ports.

Die Spezifikationen

Das sind die technischen Eigenschaften:

Die Daten des ASRock X99X Killer in der Übersicht
Mainboard-Format ATX
Hersteller und
Bezeichnung
ASRock
X99X Killer
CPU-Sockel LGA2011-v3
Straßenpreis ca. 260 Euro
Homepage http://www.asrock.com/index.de.asp
Northbridge-/CPU-Features
Chipsatz Intel X99 Express Chipsatz
Speicherbänke und Typ 8x DDR4 (Quad-Channel)
Speicherausbau max. 128 GB (mit 16-GB-DIMMs)
SLI / CrossFire SLI (3-Way, nur mit i7-5930K und 5960X), CrossFireX (3-Way)
Onboard-Features
PCI-Express

3x PCIe 3.0 x16 (x16/-/-, x16/x16/-, x16/x16/x8 mit Core i7-5930K und 5960X); (x16/-/-, x16/x8/-, x16/x8/x4 mit Core i7-5820K)
2x PCIe 2.0 x1
1x Mini-PCIe

PCI -
Serial-ATA-, SAS- und 
ATA-Controller

10x SATA 6G (6x mit RAID 0, 1, 5, 10) über Intel X99
1x M.2 mit 32 GBit/s
1x eSATA 6G (shared)

USB 10x USB 3.0 (6x am I/O-Panel, 4x über Header) 4x direkt über Intel X99, 4x über ASMedia ASM1074, 2x über ASMedia ASM1042AE
7x USB 2.0 (2x am I/O-Panel, 4x über Header, 1x TypA onboard) über Intel X99
Grafikschnittstellen -
WLAN / Bluetooth -
Thunderbolt -
LAN

1x Intel I218-V Gigabit-LAN
1x Qualcomm Atheros Killer E2200

Audio 8-Channel Realtek ALC1150 Audio Codec + 2x TI NE5532

Die Aufmachung der Verpackung ist uns nicht neu. Oben links ist das Fatal1ty- und ASRock-Logo aufgedruckt, rechts dagegen ein Hinweis zu den verlöteten Super-Alloy-Phasen. In der Mitte ist ganz deutlich die Modellbezeichnung erkennbar. Ganz unten wurden von ASRock jede Menge Features aufgelistet, die das X99X Killer mitbringt. 

Das mitgelieferte Zubehör

Folgendes befand sich neben dem Mainboard im Karton:

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Zum Mitbringsel gehören neben der immer beiliegenden I/O-Blende, dem Mainboard-Handbuch und dem DVD-Datenträger ein Software-Setup-Guide, vier SATA-Kabel, jeweils eine 2-Way-SLI- und 3-Way-SLI-Bridge, ein HDD-Saver-Verbindungskabel, zwei Schrauben und eine kostenlose Version von dem XSplit Broadcaster. Im Grunde ein ausreichendes Zubehör, zwei zusätzliche SATA-Kabel hätten wir aber gern gesehen.


Der X99-Chipsatz wurde auf den technischen Stand des aktuellen Z97-PCHs gebracht, bringt allerdings vier weitere native SATA-6G-Ports mit. Identisch ist dagegen die Bereitstellung von sechs USB-3.0-Schnittstellen. Auch bietet die Southbridge weiterhin maximal acht PCIe-2.0-Lanes, die weiterhin sehr knapp werden können, vorwiegend bei teureren High-End-Platinen.

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Mit 12 Spulen wird die Haswell-E-CPU befeuert.

An der Oberkante, genau zwischen den acht DDR4-DIMM-Steckplätzen, befinden sich die zwölf Spulen und zwölf "Ultra Dual-N"-MOSFETs. ASRock setzt bei den Spulen auf Premium-60A-Modelle, die schon bei einigen aktuellen Z97-Mainboards zum Einsatz kommen. Auf den MOSFETs steht die Bezeichnung "DD30CK 22CF 070D", die zumindest uns nicht bekannt sind. Damit das VRM ordentlich zu Werke gehen kann, sollte der 8-Pin-+12V-Anschluss belegt werden.

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Es wurden insgesamt drei identische PWM-Controller verbaut.

In dreifacher Ausführung kümmert sich der hybride Intersil ISL6379 darum, die CPU- und RAM-Phasen anständig anzusteuern. Jeder der drei ISL6379 kann es mit maximal sechs Phasen aufnehmen. Jede DDR4-DIMM-Gruppe mit vier Slots wird von einem ISL6379 betreut, der sich dann jeweils nur um zwei Phasen kümmern muss. Bei den CPU-Phasen sieht das allerdings ganz anders aus. Bei zwölf Phasen benötigt der ISL6379 definitiv Unterstützung, die ihm auch gewährt wird.

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Auf der Rückseite wurden sechs MOSFET-Doubler hinterlassen.

Drehen wir das Mainboard um, sind im CPU-VRM-Bereich sechs Chips zu sehen. Es sind MOSFET-Doubler, wovon je einer sich zwei Phasen schnappt und eng im Kontakt mit dem ISL6379 steht. Somit geht die Rechnung auf.

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Die sechs MOSFET-Driver stammen ebenfalls von Intersil.

Diese sechs Kameraden sind hinreichend bekannt und verrichten ihren Job auch auf vielen Z97-Platinen. Die Phasen-Doppler tragen die Bezeichnung I6611ACRZ und kommen demnach ebenfalls aus dem Hause Intersil. Durch ihre Fähigkeit, zwei Phasen zu steuern, kann ASRock beruhigt auf kleine PWM-Controller zurückgreifen.

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Mit den acht DDR4-Speicherbänken kann der Arbeitsspeicher ordentlich ausgebaut werden.

Intel gibt den Speicherausbau bis 64 Gigabyte an, ASRock jedoch gibt sein X99X Killer bis 128 Gigabyte frei. In letztem Fall müssten acht 16-GB-DIMMs installiert werden. Auch wenn die native, effektive Taktfrequenz mit 2.133 MHz angegeben wurde, können laut ASRock auch DDR4-DIMMs mit einem Takt bis 3.000 MHz installiert und verwendet werden. Dadurch wird die generelle Speicherbandbreite, in Verbindung mit dem Quad-Channel-Modus, noch weiter erhöht.


Wir machen mit den Erweiterungsslots weiter:

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Mit der richtigen CPU können drei NVIDIA-Karten aufgeschnallt werden, drei AMD-Karten sind dagegen in jedem Fall möglich.

ASRock hat sich beim X99X Killer für drei mechanische PCIe-3.0-x16- und zwei PCIe-2.0-x1-Slots entschieden. Die drei roten Steckplätze erhalten ihre PCIe-3.0-Lanes natürlich direkt von der Haswell-E-CPU. Und genau an dieser Stelle muss der Anwender aufpassen, denn nicht mit allen drei CPUs ist ein SLI-Gespann mit drei NVIDIA-Karten möglich. Da der Core i7-5820K lediglich 28 Lanes zu bieten hat, ist mit ihm mit zwei NVIDIA-Karten das höchste der Gefühle. Drei AMD-Grafikkarten stemmt er genau wie der Core i7-5930K und Core i7-5960X, jedoch wird beim Core i7-5820K die dritte AMD-Karte mit nur vier Lanes angesprochen. Bei drei Grafikkarten ist es ratsam, den 4-poligen Molex-Stromanschluss zu belegen, damit das Multi-GPU-Gespann möglichst stabil arbeiten kann. Um die Übersicht zu wahren, haben wir zwei Tabellen angefertigt, auf denen die Lane-Verteilung der drei Prozessoren eingesehen werden kann.

PCIe-Slots und deren Lane-Anbindung mit dem Core i7-5820K (28 Lanes)
  PCIe-Slot 1 PCIe-Slot 3 PCIe-Slot 5
Single-GPU-Betrieb x16 - -
Zwei Grafikkarten im 2-Way SLI/CrossFireX-Verbund x16 x8 -
Drei AMD-Grafikkarten im 3-Way-CrossFireX-Verbund x16 x8 x4

 

PCIe-Slots und deren Lane-Anbindung mit dem Core i7-5930K und Core i7-5960X (40 Lanes)
  PCIe-Slot 1 PCIe-Slot 3 PCIe-Slot 5
Single-GPU-Betrieb x16 - -
Zwei Grafikkarten im 2-Way SLI/CrossFireX-Verbund x16 x16 -
Drei Grafikkarten im 3-Way-SLI/CrossFireX-Verbund x16 x16 x8

Wir bleiben nun noch bei dem letzten Bild, denn es gibt dort noch einiges zu sehen. Angefangen mit dem Killer E2200-Netzwerkcontroller, der natürlich vorwiegend bei Online-Games seine Stärke zeigen kann, indem er die entsprechenden Netzwerkpakete mit einer weitaus höheren Priorität durchschleust. Er kommt dabei auf maximal 1 GBit/s, ist jedoch auch zu den langsameren Geschwindigkeiten abwärtskompatibel. Direkt darunter ist der EMI-Shield mit der Aufschrift "Purity Sound 2" verbaut worden. Unter dem EMI-Shield sorgt der Realtek ALC1150 dafür, dass die Audiosignale nicht unbearbeitet liegengelassen werden. Doch er bekommt tatkräftige Unterstützung von zwei NE5532-Amplifiers von Texas Instruments. Einer von den beiden fungiert als 115 dB DAC Differential Amplifier, der andere als 600 Ohm starker Kopfhörerverstärker. Einige hochwertige Nichicon-Audiokondensatoren sollen dagegen den Klang positiv beeinflussen.

Unter dem obersten PCIe-3.0-x16-Slot wurde intelligent der M.2-Steckplatz positioniert. Er ist mit vier PCIe-3.0-Lanes an die CPU angebunden und kommt somit auf 32 GBit/s, was theoretisch knapp 4 GB/s entspricht. Wenn eine PCIe-Express-SSD in dem M.2-Slot installiert wird, kann der fünfte und damit unterste mechanische PCIe-3.0-x16-Slot nicht mehr genutzt werden. Gleichzeitig ist der SSATA3_2-Port in diesem Fall unbrauchbar. Doch glücklicherweise können alle erdenklichen Längen eingesetzt werden, generell üblich sind Karten mit einer Länge von 4,2 cm, 6 cm, 8 cm und 11 cm. Zwischen PCIe-3.0-x16-Slot 2 und 3 kann zudem ein Mini-PCIe-Slot beispielsweise mit einer WLAN-Karte belegt werden, die beim X99X Killer nicht beiliegt. An der Unterkante des PCBs wurde ein BIOS-Switch versteckt, mit dem BIOS A oder B selektiert werden kann. Links benachbart ist der CMOS-Clear-Jumper, mit dem das BIOS jedoch auf unkomfortablem Wege auf die Standard-Parameter zurückgesetzt werden kann.

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Alle zehn SATA-6G-Ports kommunizieren nativ mit dem X99-PCH.

Einer der großen Unterschiede gegenüber dem Intel Z97-Chipsatz sind die zehn nativen SATA-6G-Anschlüsse, die mit dem X99-PCH drin sind. Wer darauf fixiert ist, ein großflächiges RAID-Verbund über den Intel-Chipsatz einzurichten, sollte darauf achten, dass lediglich die SATA-Ports 0 bis 5 die RAID-Level 0, 1, 5 und 10 unterstützen. Theoretisch hätte ASRock auch zumindest eine SATAe-Schnittstelle anbieten können, es wurde sich allerdings ersichtlich dagegen entschieden.

Natürlich stellt das X99X Killer auch einige USB-3.0-Anschlüsse für das Frontpanel des jeweiligen Gehäuses zur Verfügung. Erfreulicherweise sind es in diesem Fall sogar zwei Header, die in vier Schnittstellen resultieren. Sie sind ebenfalls nativ an den X99-Chipsatz angebunden.

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Das I/O-Panel vom ASRock X99X Killer.

An dem I/O-Panel ist eigentlich alles dran, was der Enthusiast verlangen kann. Nebst Dual-Gigabit-LAN halten sich acht USB-Anschlüsse bereit, wovon sechs Stück mit der USB-3.0-Spezifikation umzugehen wissen. Oben drauf gibt es noch einen eSATA-6G-Anschluss, der sich seine Anbindung mit SATA-Port 3 teilen muss. Davon abgesehen können ältere Peripherie-Geräte an der PS/2-Schnittstelle angeklemmt werden, das BIOS lässt sich dagegen mit dem danebenliegenden Button komfortabel zurücksetzen. Schließlich bleiben noch die fünf analogen Anschlüsse und der digitale Toslink-Anschluss übrig.

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Einiger Onboard-Komfort gehört für ASRock dazu.

Ganz unten auf dem PCB sind jeweils ein Power- und Reset-Button vorhanden, direkt dadrüber kann das mitgelieferte HDD-Saver-Kabel angeschlossen werden, sollte das Feature vom Anwender als sinnvoll erachtet werden. Rechts oben zeigt die Diagnostic-LED stets den aktuellen Status der Platine an. Bei einem möglichen Fehler beim Bootvorgang fällt die Suche nach dem Problem wesentlich einfacher aus.

Mithilfe des HDD-Saver-Features ist es möglich, zwei angeschlossene SATA-Festplatten im laufenden Betrieb per Softwarelösung abzuschalten. ASRock verspricht sich davon, dass zum einen etwas Energie eingespart wird und dass im gleichen Atemzug die Festplatten geschont werden.

Und so funktioniert das Ganze: Das mitgelieferte HDD-Saver-Kabel wird einmal onboard (SATA_PWR_1) und an maximal zwei SATA-Festplatten angeschlossen. An dem anderen Ende findet man nämlich zwei gewöhnliche SATA-Power-Stecker wieder. Nun müssen die beiden Festplatten noch mit jeweils einem SATA-Datenkabel mit dem Mainboard verbunden werden. Die Steuerung erfolgt über das ebenfalls mitgelieferte A-Tuning-Utility oder im UEFI.

 

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Als Super-I/O-Chip wurde einer von Nuvoton ausgewählt.

Auf dem Bild lässt sich die Bezeichnung des Chips entnehmen, es ist der NCT6710D, mit dem sich die Spannungen, Temperaturen und Lüftergeschwindigkeiten überwachen lassen. Er bringt auch gleich die nötigen Mittel mit, damit die angeschlossenen Lüfter gesteuert werden können und nicht permanent mit vollen Drehzahlen arbeiten.


Es geht mit dem USB-3.0-Host-Controller weiter:

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Zwei USB-3.0-Schnittstellen arbeiten über einen eigenständigen Controller.

Es ist der ASM1042AE von ASMedia, der mit einer PCIe-2.0-Lane vom X99-Chipsatz versorgt wird und zwei Buchsen steuern kann. Demnach müssen sich beide Anschlüsse eine Bandbreite von 5 GBit/s teilen.

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Zusätzlich wird ein USB-3.0-Hub benötigt.

Vier Anschlüsse vom I/O-Panel werden vom ASM1074-USB-3.0-Hub kontrolliert, der mit den vier Anschlüssen auch schon vollständig belegt ist. Er selbst wird von der Anbindung von zwei nativen USB-3.0-Anschlüssen, ausgehend vom X99-Chipsatz, versorgt. Somit arbeiten die vier Anschlüsse indirekt mit dem X99-PCH zusammen.

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Ein weiterer LAN-Port arbeitet über den geläufigen Intel I218-V.

Da ASRock beim X99X Killer zwei Gigabit-LAN-Ports anbietet, muss auch ein zweiter Netzwerkcontroller her. Die Rolle übernimmt der bekannte Intel I218-V. Auch er kommt mit Übertragungsraten bis 1 GBit/s problemlos zurecht, beherrscht jedoch ebenfalls die anderen beiden Geschwindigkeiten. Zusätzlich bietet er das Wake-on-LAN-Feature.

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Mit einem vertikalen USB-2.0-Port fällt das Testen des Systems wesentlich leichter.

Rechts neben dem 24-poligen ATX-Stromanschluss wurde von ASRock noch ein vertikal ausgerichteter USB-2.0-Anschluss auf das PCB gelötet, der die Ausführung von Benchmarks nach dem Overclocking-Vorgang wesentlich erleichtert. So wird der Anwender nicht dazu gezwungen, auf die Ports am I/O-Panel zurückzugreifen.

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Das ASRock X99X Killer nochmal in der Übersicht.

Generell hat uns das Layout sehr gefallen. Besonders bei den Erweiterungsslots geht ASRock mit gutem Beispiel voran und hat den M.2-Slot unterhalb des ersten PCIe-3.0-x16-Slot platziert, womit bei einer Dual-Slot-Grafikkarte kein weiterer Steckplatz überdeckt und unbrauchbar wird. Davon abgesehen befinden sich alle Anschlüsse dort, wo der Anwender es erwartet. Probleme könnte es allerdings mit sehr großen CPU-Kühlern geben. Wir selbst haben auf das X99X Killer den NZXT KRAKEN X40 montiert, bei dem generell keine Probleme zu erwarten waren.

Es können bis zu sechs Lüfter angeklemmt werden. Dafür sorgen zwei 4-Pin- und vier 3-Pin-FAN-Header. Von denen lassen sich glücklicherweise fünf Stück regeln. Im BIOS stehen die Modi "Silent Mode", "Standard Mode", "Performance Mode" und "Full Speed" zur Verfügung. Reichen die vordefinierten Profile nicht aus, können manuelle Einstellungen vorgenommen werden, wenn "Customize" aktiviert wird. So lassen sich vier Temperatur/Lüftergeschwindigkeitsstufen und eine kritische Temperaturgrenze festlegen.


BIOS

Das ASRock X99X Killer wurde mit der BIOS-Version L1.05 ausgeliefert, die auch bereits einen soliden Eindruck hinterlässt. Zum Testzeitpunkt gab es auch keine aktuellere Version.

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Die UEFI-Oberfläche vom ASRock X99X Killer.

 

Das UEFI wurde von ASRock farblich passend zum Mainboard abgeändert, demnach fanden wir eine rot/schwarze Oberfläche mit weißer Schrift vor, die ebenfalls einen guten Eindruck hinterlässt. Weiterhin verzichten die Taiwaner generell auf eine Übersichtsseite, wie beispielsweise den "EZ-Mode" von ASUS. Überraschend für uns war, dass ASRock hierbei die "My Favorite"-Funktion weggelassen hat.

Die restliche Struktur bleibt unverändert. Erste Infos wie die BIOS-Version, das installierte Prozessor-Modell und auch die Arbeitsspeicher-Kapazität inkl. Modulverteilung. Zudem hat der Anwender die Möglichkeit festzulegen, welcher Reiter beim Aufrufen der UEFI-Oberfläche angezeigt werden soll.  Unter "OC Tweaker" findet der Anwender sämtliche Overclocking-Funktionen. Statt die meisten Funktionen auf einer Seite zu lassen, wurden sie in vier Menüpunkte aufgeteilt: CPU Configuration, DRAM Configuration, FIVR Configuration und Voltage Configuration. Alle gewählten Einstellungen können mit insgesamt fünf verfügbaren Profilplätzen gesichert werden. Auf der "Advanced"-Seite kann, wie immer, auf die Einstellungen zugegriffen werden, die sich auf die Onboard-Komponenten beziehen. Weiterhin werden jedoch auch die bereits bekannten Tools angeboten: System Browser, Online Management Guard, UEFI Tech Service, Easy RAID Installer und Easy Driver Installer. Das UEFI kann wahlweise per Instant-Flash oder per Internet-Flash auf die aktuelle Version gebracht werden. Insgesamt lassen sich drei Profile abspeichern, die auch exportiert und importiert werden können.

Mithilfe des Hardware-Monitors erhalten wir stets einen Überblick über die anliegende CPU- und Mainboard-Temperatur, über die Spannungen und Lüfterdrehzahlen und können letztere auch beeinflussen. Die Boot-Settings werden ebenfalls separat einquartiert. Auf dieser Seite werden die Boot-Prioritäten und andere Security-Settings festgelegt. Last but not least sind noch die beiden Punkte "Boot" und "Exit" an Ort und Stelle.

Wir hatten am UEFI nichts auszusetzen. Die Steuerung durch die Menüs mit Maus und/oder Tastatur ist von ASRock sehr angenehm umgesetzt worden. Wie es sein soll, wurden zudem alle Einstellungen konsequent umgesetzt und wir hatten auch in dieser Richtung nichts zu bemängeln. Auch war die Stabilität absolut hervorragend.

 

Overclocking

Mit dem Wechsel auf Haswell-E hat Intel dieselben technischen Eigenschaften übernommen, die auch bei den Haswell(-Refresh)-Prozessoren zum Einsatz kommen, sprich die Spannungswandler für den Uncore-Bereich, für die Kerne usw. ist nun auf die CPU gewandert. Demnach sorgen die auf dem Mainboard befindlichen Phasen/Spulen dafür, dass die Grundspannung geliefert wird, die ebenfalls bei 1,8 bis 1,9 Volt liegt. Das bedeutet, dass auch die vier CPU-Straps Einzug auf die Haswell-E-Plattform halten. So kann der Multiplikator für den BCLK auf 1.0, 1.25, 1.67 oder 2.5 fixiert werden. Passt das Board die anderen Taktraten ab dem 1.25-Multiplikator nicht selbstständig an, wird das System höchstwahrscheinlich nicht starten. Wir demonstrieren lediglich einen Overclocking-Versuch mit dem 1.0-CPU-Strap.

In Verbindung mit dem ASRock X99X Killer kann der BCLK von 90 MHz bis 300 MHz in 0,1-MHz-Schritten eingestellt werden. Bei der CPU-Spannung hat der Anwender die Wahl zwischen dem Override, Adaptive und Offset-Modus. Der Offset kann auf Wunsch zusätzlich zu dem Override oder dem Adaptive-Modus hinzugeschaltet werden. So kann die CPU-Spannung im Override- und Adaptive-Modus von 0,800 Volt bis 2,000 Volt bewegt werden. Der Offset kann hingegen zwischen -0,500 Volt und +0,500 Volt selektiert werden. In allen drei Fällen betragen die Intervalle feine 0,001 Volt. Natürlich bietet die Platine auch eine Funktion an, um den beabsichtigten VDroop zu manipulieren. Zu diesem Zweck hält sich im BIOS die Load-Line Calibration bereit. Zur Verfügung stehen die Level 1 bis 5. Alle anderen Overclocking-Funktionen haben wir wie immer in einer übersichtlichen Tabelle eingetragen.

Die Overclocking-Funktionen des ASRock X99X Killer in der Übersicht
Base Clock Rate 90 MHz bis 300 MHz in 0,1-MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,800 V bis 2,000 V in 0,001-V-Schritten (Override- und Adaptive-Modus)
-0,500 V bis +0,500 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 1,000 V bis 1,800 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-VCCIN-Spannung 1,200 V bis 2,300 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
-0,600 V bis +0,400 V in 0,010-V-Schritten (Offset-Modus)
CPU-Ring-Spannung

0,800 V bis 2,000 V in 0,001-V-Schritten (Override- und Adaptive-Modus)
-0,500 V bis +0,500 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)

CPU-SA-Spannung -0,300 V bis +0,600 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)
CPU-IO-Analog/Digital-Spannung 0,900 V bis 1,500 V in 0,075-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCH-Core-Spannung 0,900 V bis 1,500 V in 0,025-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen ME Voltage, PCH PLL, DRAM Activating Power Supply
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 40 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
Weitere Besonderheiten

UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE (C6/C7), EIST
Turbo-Modus (All Cores, By number of active cores),
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und vier optionale Fans, Short Duration Power Limit,
Long Duration Maintained, Long Duration Power Limit, Primary Plane Current Limit
FIVR Switch Frequency Signature, FIVR Switch Frequency Offset
CPU Load-Line Calibration (LvL 1-5)

Als CPU verwenden wir erstmals den Core i7-5960X, sodass wir noch gar nicht wissen, wo seine Grenzen liegen. Aus diesem Grund mussten wir uns erstmal langsam an seine maximale Frequenz herantasten. Mit der Standard-Spannung haben wir somit den Takt herausgesucht, mit dem das System noch booten konnte. Ab 3,8 GHz mussten wir schon die VCore etwas erhöhen, damit wir den Windows-7-Desktop gesehen haben. Bis schließlich 4,4 GHz brauchte benötigte die CPU 1,250 Volt. Damit diese Taktfrequenz jedoch mit Prime95 stabil gehalten werden konnte, mussten wir die VCore auf 1,3 Volt anheben.

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Bestes Ergebnis mit dem 1.0-Strap: 4,4 GHz bei 1,297 Volt

Aufgrund der höheren Kernanzahl des Core i7-5960X liegt der effektive Grundtakt auf allen acht Kernen bei genau 3 GHz. Wir konnten aus ihm noch weitere 1,4 GHz herauskitzeln, die ebenfalls auf allen acht Kernen anlagen. Im Übrigen macht sich der verlötete Heatspreader deutlich bemerkbar. Trotz hohem Takt und entsprechender Spannungserhöhung stiegen die Last-Temperaturen auf 65 bis maximal 80 Grad Celsius an.

Auch bei der Haswell-E-Plattform werfen wir einen Blick auf das RAM-Overclocking. Zu diesem Zweck verwenden wir vier DIMMs mit jeweils 4 GB Speicherkapazität des Typs "G.Skill RipJaws4 DDR4-3000". Im ersten Test kontrollieren wir die Funktionalität des XMP und im zweiten ohne Verwendung des XMP-Features.

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4x 4GB G.Skill RipJaws4 DDR4-3000
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Das Extreme Memory Profil wird korrekt vom System umgesetzt.
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Ohne XMP konnten wir schärfere Latenzen festlegen.

Die neue XMP-2.0-Spezifikation wird vom ASRock X99X Killer adäquat in die Tat umgesetzt. Um jedoch die effektive Taktfrequenz von 3000 MHz zu erreichen, musste der BCLK auf 125 MHz angehoben werden. Wird das Extreme Memory Profile aktiviert, werden die entsprechenden Parameter im BIOS eingestellt. Anschließend haben wir das Profil wieder deaktiviert und eine manuelle Übertaktung mit minimal schärferen Latenzen durchgeführt. In beiden Fällen lag eine VDIMM von 1,35 Volt an.

ASRock F-Stream

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ASRocks F-Stream-Utility.

ASRock gibt den Käufern des X99X Killer noch eine Software mit auf den Weg, die sich für den einen oder anderen Käufer durchaus als nützlich erweisen könnte. Sie hört auf den Namen "F-Stream" und wird allen Mainboards aus der Fatal1ty-Serie beigelegt. Mit ihr können Dinge, wie der Operation-Modus eingestellt werden und bietet die drei Modi "Performance Mode", "Standard Mode" und "Power Saving". Ebenfalls enthalten sind Features wie XFast RAM, FAN-Tastic Tuning und der Dehumidifier (Entfeuchter). Generell kann das System auch von diesem Utility aus übertaktet werden und bietet die entsprechenden Regler für den CPU-Multiplikator, die BCLK-Frequenz und die dazugehörigen Spannungen. Unter dem Punkt "System Info" verbirgt sich eine Übersichtsseite, die Informationen wie die aktuell anliegende CPU-Taktfrequenz, die Spannungen, die Temperaturen und auch die Lüftergeschwindigkeiten preisgibt.

In der folgenden Bildergalerie sind alle BIOS- und F-Stream-Screenshots einsehbar:

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Mit diesem Testsystem haben wir das ASRock X99X Killer getestet:

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz.

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version.

Seit der Einführung der Nehalem-Prozessoren und der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 2133 MHz und 15-15-15-35 2T - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim ASRock X99X Killer ist allerdings alles so, wie es zu erwarten wäre: Die Turbo-Modi laufen korrekt und auch keine versteckte Übertaktung ist aktiv.

Wir testen allerdings nur noch sechs Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2011, 3DMark 2013, SuperPi 8M, Cinebench R11.5, Cinebench R15 und Sisoft Sandra 2014 Memory Benchmark:

3DMark 2013

Fire Strike

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

3DMark 2011

Performance-Mode

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R11.5 CPU

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

Cinebench R15 CPU

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

SiSoft Sandra 2014

Memory Benchmark

Bandbreite in GB/s
Mehr ist besser

SuperPi 8M

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Erwartungsgemäß gibt es keine spürbaren Unterschiede zwischen den Platinen, den SuperPi-Lauf einmal ausgenommen. Dennoch lassen sich messbare Unterschiede nicht vermeiden. So bietet das Gigabyte X99-UD7 WIFI etwa 3 GB/s weniger an Speicherbandbreite, die im Alltag aber weniger auffallen sollten.

Auch weiterhin werden wir die Bootzeit protokollieren. Wir messen die Zeit in Sekunden, wie lange das Mainboard benötigt, um alle Komponenten zu initialisieren und mit dem Windows-Bootvorgang beginnt.

Bootzeit

Vom Einschalten bis zum Windows-Bootvorgang

Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Die reine Initialisierung der Komponenten nimmt bei der Haswell-E-Plattform deutlich mehr Zeit in Anspruch als bei der Z97-Plattform. Mit 23,8 Sekunden brauchte es sogar mehr als eine Sekunde länger als seine beiden Konkurrenten.


Neben der wichtigen Performance ist auch der Stromverbrauch des heimischen PCs kein unwichtiges Kriterium. Was man häufig unterschätzt, ist die Tatsache, dass selbst die verschiedenen Mainboard-Modelle der zahlreichen Hersteller unterschiedlich viel Strom aus der Steckdose ziehen. Ein Grund dafür sind die verschieden eingesetzten BIOS-Versionen, die teilweise die von Intel referenzierten Stromsparmechanismen schlecht oder gar falsch umsetzen oder dass Onboardkomponenten sich eigentlich deaktivieren sollten, wenn diese entweder durch dedizierte Hardware ersetzt wurden oder einfach nicht verwendet werden. Darüber hinaus kann aber manchmal auch die Stromversorgung verantwortlich gemacht werden, wenn unter Default Settings mehr Energie zur Verfügung gestellt wird, als eigentlich benötigt wird. Genau deswegen spielt die Effizienz eine wichtige Rolle. Wenn die Effizienz der Stromversorgung nun also schlecht ausfällt, wird mehr Strom verbraucht. Zu unterschätzen ist hierbei aber auch die Software nicht, sodass sie ebenfalls gut abgestimmt sein muss, damit eine zufriedenstellende Effizienz gegeben ist.

Das ASRock X99X Killer hat einige Zusatz-Controller erhalten. Zwei LAN-Controller, zwei USB-3.0-Chips und ein Audio-Codec tragen ihren Teil zum Stromverbrauch bei.

Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 11.5 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-spanTest, Vollauslastung). Die jeweiligen Werte entsprechen dem System-Gesamtverbrauch.

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Für den ersten Test sind die Default Settings aktiv, sodass der Großteil der Onboardkomponenten bereits aktiviert ist. Die Grafikausgabe erfolgt über die Radeon HD 7850. Wie bereits weiter oben geschrieben, sind alle Stromspar-Features eingeschaltet, was mit den Werten einer manuellen Konfiguration scheinbar gut umgesetzt wurde.

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Im Leerlauf ergaben sich ersichtliche Unterschiede zwischen den drei Platinen. Unser Testkandidat verbrauchte mit dem Restsystem 48,7 Watt, das Gigabyte X99-UD7 WIFI und das MSI X99S XPOWER AC lagen mit den Werten 54,7 Watt und 59,4 Watt ein gutes Stückchen darüber.

Leistungsaufnahme

Cinebench R11.5 CPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Völlig anders sieht es dann mit Cinebench R11.5 in der Teillast aus, dort waren alle drei X99-Mainboards dicht beieinander. Das ASRock X99X Killer schnitt hier mit 155,7 Watt allerdings dennoch am schlechtesten ab.

Leistungsaufnahme

Prime95

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Sehr ähnlich war es auch mit Prime95, was einer Volllast entspricht. Mit 174,9 Watt genehmigt sich das ASRock-Brett 1,7 Watt mehr als das Gigabyte- und MSI-Mainboard.

Spannungen (Prime95)

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Dagegen herrschte muntere Einigkeit bei der VCore unter Last. Die Spannung betrug gerade einmal 0,985 Volt.

 

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sämtliche USB-3.0- und SATA-Controller sind hier beispielsweise deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber alle energiesparenden Features werden zusätzlich manuell aktiviert. Die Radeon HD 7850 ist weiterhin die primäre Grafikkarte.

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Wir konnten nicht all zu viel abschalten, lediglich einen LAN-Port und die USB-3.0-Funktionalität. Im Idle brachte dies zumindest eine kleine Ersparnis von 0,6 Watt.

Leistungsaufnahme

Cinebench R11.5 CPU

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Etwas mehr konnte mit Cinebench eingespart werden. Hier zeigte das Strommessgerät nun mehr 154,5 Watt an, was einer Differenz von 1,2 Watt entspricht.

Leistungsaufnahme

Prime95

Leistung in Watt
Weniger ist besser

0,5 Watt weniger waren es hingegen mit Prime95. Der Verbrauch wird laut Strommessgerät nun mit 174,4 Watt beziffert.

Spannungen (Prime95)

Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Die VCore lag noch immer bei 0,985 Volt unter Last.

Geht es um den Leerlauf, zeigt sich das System mit dem ASRock X99X Killer als sehr effizient, wenn man bedenkt, dass als CPU der Core i7-5960X verwendet wird. In dieser Disziplin kann die ASRock-Platine die beiden Konkurrenz-Boards ausstechen. Das System möchte jedoch auch einmal anständig genutzt werden und wenn das System belastet wird, verschwindet der Vorsprung des ASRock X99X Killer und landet, wenn auch knapp, auf den letzten Platz. Wer sich so ein System aufbaut, wird sich allerdings eher weniger für den Stromverbrauch interessieren.


USB-3.0-Performance

ASRock hat das X99X Killer mit insgesamt zehn USB-3.0-Schnittstellen ausgestattet. Am I/O-Panel können auf sechs Stück direkt zugegriffen werden, die restlichen vier Stück können über zwei interne Header realisiert werden. Dieses Mal können wir gleich drei Tests absolvieren. Einmal nativ über den X99-Chipsatz, ferner über den ASM1074 und einmal über den ASM1042AE. Wir nutzen weiterhin das USB-3.0-Gehäuse S3510BMU33T von Star Tech für unsere USB-3.0-Tests. Dank interner SATA-6G- und USB-3.0-UASP-Unterstützung (USB Attached SCSI Protocol) erzielen wir somit deutlich bessere Ergebnisse. In Verbindung mit dem neuen USB-3.0-Gehäuse verwenden wir weiterhin die SanDisk Extreme mit 120 GB-Speicherkapazität.

ATTO USB3 small
Die USB-3.0-Performance beim ASRock X99X Killer
(nativ über den X99-PCH).
ATTO USB3 small
Die USB-3.0-Performance über den ASM1074.
ATTO USB3 small
Die USB-3.0-Performance über den ASM1042AE.

Egal, ob nun nativ über den X99-Chipsatz, über den ASM1074 oder über den ASM1042AE, die Lesedurchsatzrate liegt meistens knapp über 200 MB/s und erreicht nicht mal ansatzweise die 250 MB/s Marke. Glänzen kann dagegen die Schreibperformance, die beim Intel-Chipsatz bei guten 300 MB/s liegt. Der ASM1074-USB-3.0-Hub schwankt um die 290 MB/s. Mit etwas mehr als 270 MB/s bietet der ASM1042AE die schlechteste Schreibleistung.

 

SATA-6G-Performance

Das ASRock X99X Killer stellt zehn native SATA-6G-Ports bereit. Für den Test verwenden wir ebenfalls die SanDisk Extreme 120, die wir natürlich direkt an die SATA-Ports anklemmen.

ATTO USB3 small
Die SATA-6G-Performance beim ASRock X99X Killer
(nativ über den X99-PCH).

Anfänglich hatte die Schreibrate etwas zu kämpfen. Ging es dann in die zweite Hälfte, stimmten die Zahlen jedoch wieder. Schreibend erreichte der X99-Chipsatz 518 MB/s. Lesend waren es anständige 556 MB/s. Da gibt es nichts einzuwenden.


ASRock startet neben weiteren Platinen auch mit dem nun getesteten X99X Killer in die Haswell-E-Welt, das ein neues Mitglied der neuen Fatal1ty-Serie geworden ist. Das ATX-Mainboard besteht aus einem schwarzen PCB mit typisch roten Aspekten, unübersehbar natürlich die Kühlkörper. Die eingesetzte Haswell-E-CPU bekommt es dabei mit 12 starken 60A-Chokes zu tun, die einzig und allein die Grundspannung für den FIVR (Fully Integrated Voltage Regulator) liefern. Dass ASRock sich bei den Fatal1ty-Boards nicht ausschließlich auf das Thema Gaming konzentriert, sollte sich längst rumgesprochen haben. Im UEFI wird der Anwender daher mit zahlreichen Overclocking-Funktionen konfrontiert, womit noch einiges aus dem Prozessor und den maximal acht DDR4-DIMMs herausgeholt werden kann. Einige Onboard-Features, wie ein Power- und Reset-Button sowie ein BIOS-Switch und eine Diagnostic-LED erhöhen grundsätzlich den Komfort. Gerade wenn es um das Ausführen von Benchmarks geht, kann vor allem der Typ-A-USB-2.0-Port neben dem 24-poligen ATX-Stromanschluss recht nützlich sein.

Gut gefallen hat uns das Layout der Erweiterungssteckplätze. Unterhalb des ersten und obersten PCIe-3.0-x16-Slots hat ASRock den mit 32 GBit/s angebundenen M.2-Slot untergebracht, sodass im Falle eines Single-GPU-Setups mit einer Dual-Slot-Grafikkarte kein weiterer Steckplatz bedeckt und somit unbrauchbar wird. Andernfalls kann das X99X Killer auch bis zu drei Grafikkarten aufnehmen. Je nachdem welcher Haswell-E-Prozessor gewählt wurde, verweigert das Board selbst bei drei Grafikkarten von NVIDIA nicht den Dienst. Davon abgesehen stehen aber auch noch zwei PCIe-2.0-x1-Slots parat.

Auf ein mitgeliefertes WLAN-Modul muss der Interessent zwar verzichten, dafür findet er gleich zwei Gigabit-LAN-Ports vor, wovon einer über den bekannten Intel I218-V-PHY und der andere über den Killer E2200 von Qualcomm Atheros arbeitet. Und sollte das Verlangen nach der kabellosen Netzwerkverbindung größer sein, kann in den ebenfalls vorhandenen Mini-PCIe-Slot ein WLAN-Modul nachgerüstet werden. Aber auch soundtechnisch wird man mit dem Purity-Sound-2-Feature eher weniger enttäuscht. Der Realtek ALC1150 bekommt tatkräftige Unterstützung von zwei NE5532-Amplifiers. So können selbst Kopfhörer betrieben werden, die eine hohe Impedanz von 600 Ohm aufweisen.

img_5.jpg

Auffallend sind natürlich die zehn nativen SATA-6G-Anschlüsse, mit denen jede Menge Laufwerke angeschlossen werden können. Am I/O-Panel lässt sich zusätzlich ein eSATA-6G-Anschluss nutzen, auch wenn dafür eine der internen SATA-Buchsen geopfert werden muss. Wie schon bei einigen weiteren aktuellen Sockel LGA1150-Mainboards von ASRock, ist selbst das neue HDD-Saver-Feature mit an Bord, womit zwei angeschlossene HDDs im laufenden Betrieb abgeschaltet werden können, mit der Absicht, die Leistungsaufnahme zu senken. Fast schon als Luxus können die zehn USB-3.0- und sieben USB-2.0-Schnittstellen bezeichnet werden. Alleine sechs USB-3.0-Anschlüsse befinden sich am I/O-Panel, vier weitere können über zwei interne Header realisiert werden.

Beim UEFI sind wenig optische Veränderungen gegenüber den Z97-Fatal1ty-Mainboards festzuhalten. Die Oberfläche ist in Rot und in Schwarz sehr schön anzusehen und generell liegt die Bedienbarkeit per Maus und Tastatur auf einem hohen Niveau. Geringfügige, strukturelle Anpassungen wurden auf der Overclocking-Seite vorgenommen. Wichtig ist, dass alle gewählten Einstellungen zur vollsten Zufriedenheit in die Tat umgesetzt werden, was wir dem ASRock X99X Killer bescheinigen können. In Sachen Effizienz zeigt sich das Mainboard dagegen eher zwiegespalten. Einerseits ist es im Leerlauf recht sparsam, unter Last positionierte es sich allerdings etwas über dem X99S XPOWER AC von MSI und X99-UD7 WIFI aus dem Hause Gigabyte. Das jedoch ist Meckern auf hohem Niveau.

Bisher sind nur wenige X99-Platinen in unserem Preisvergleich gelistet, sodass auch noch kein endgültiger Preis für das ASRock X99X Killer genannt werden kann. Wir gehen davon aus, dass für dieses Stück Hardware mindestens 250 Euro fällig werden, zuzüglich zum jeweiligen Haswell-E-Prozessor und dem kostenintensiven DDR4-Speicher.

Positive Eigenschaften des ASRock X99X Killer:

Negative Eigenschaften des ASRock X99X Killer:

Mit der neuen Haswell-E-Plattform bekommt der geneigte Käufer gegen eine große Menge Geld eine leistungsstarke Maschine. ASRocks X99X Killer ist nur eines von vielen Sockel LGA2011-v3-Mainboards, welches sich nichts Gravierendes zu Schulden kommen lässt und sich als ein gut ausgestatteter Unterbau erwiesen hat. Viele verschiedene Anschlüsse in meistens großer Anzahl lassen beim Anwender dabei kaum Wünsche offen. Das ist die Herausgabe des Excellent-Hardware-Awards wert!

EH ASRock X99X Killer

Alternativen? Zu diesem Zeitpunkt ist es schwierig, alternative X99-Platinen zu nennen. Bisher sind auch noch nicht viele Mainboards in unserem Preisvergleich aufgetaucht. In den kommenden Tagen gehört das jedoch der Vergangenheit an.

 

Persönliche Meinung

Auch wenn aktuell noch kein Preis vorhanden ist, so ist das ASRock X99X Killer ein ziemlich gut ausgestattetes X99-Mainboard und wurde natürlich wunderbar für die entsprechenden Haswell-E-Prozessoren vorbereitet. Besonders positiv empfinde ich die Leistungsaufnahme im Leerlauf. Unter Last liegt sie zwar minimal über den anderen beiden Probanden, das jedoch macht den Kohl bei dieser Plattform auch nicht mehr fett. (Marcel Niederste-Berg)