ASUS Z97-Deluxe im Test

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IMG 4 logoAuf in die neue Runde! Am 11. Mai wird der Start der neuen "Haswell Refresh"-Plattform offiziell eingeläutet. Vorweg jedoch haben wir bereits ein Z97-Mainboard auf Herz und Nieren geprüft, das uns auch einen Blick auf die neuen "Wildcat Point"-Chipsätze bietet. Wie auch im letzten Jahr beginnen wir unsere Reise durch diverse Mainboard-Tests mit dem Desktop-Flaggschiff von ASUS. Wir wollen uns in diesem Artikel das Z97-Deluxe genauer anschauen und festhalten, welche neuen Features die Taiwaner implementiert haben.

Vor einer Woche, am Montag den 28.04.2014, wurde von ASUS neben den restlichen Z97-Mainboards auch das Z97-Deluxe angekündigt. Wie auch andere Mainboard-Modelle wird auch das Flaggschiff in zwei Versionen erhältlich sein: Eine normale und eine inkl. dem neuen NFC-Express-2- und dem Wireless-Charger-Feature. ASUS ließ uns gleich letztere Edition zukommen.

Mit dem Einzug der Z97-Chipsatz-Serie sind von ASUS einige neue Grundfeatures hinzugefügt worden. Eine besondere Aufmerksamkeit wird dabei dem M.2-Slot (Socket 3, NGFF) und der SATA-Express-Schnittstelle gewidmet, letztere Schnittstelle wird es nicht auf allen Z97-Platinen geben. Auch das Softwareangebot wurde von ASUS überarbeitet. Weitere Veränderungen anhand der Spezifikationen gibt es beim Z97-Chipsatz aber nicht - insofern decken sich die Anzahl der USB-, SATA- und PCIe-Schnittstellen praktisch mit dem Vorgänger.

Nehmen wir uns nun das Z97-Deluxe selbst vor. Das Z87-Deluxe-Nachfolgemodell kann ebenfalls mit zwei mechanischen PCIe-3.0-x16-Slots und einem mechanischen PCIe-2.0-x16-Slot aufwarten. Dazwischen haben sich insgesamt vier PCIe-2.0-x1-Slots versammelt, mit denen das System erweitert werden kann. Passend zu einem Flaggschiff erscheinen auch die insgesamt zehn USB-3.0- und acht USB-2.0-Ports. Für den Storage-Bereich kann sich der Käufer auf gleich zwei SATA-Express-Schnittstellen und weitere sechs SATA-6G-Buchsen freuen. Das klingt doch vorab sehr interessant.

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Das ASUS Z97-Deluxe in der Übersicht.

ASUS hat von der goldenen Farbe offensichtlich Abstand genommen. Stattdessen wurden die Kühlkörper größtenteils mit der Farbe Bronze versehen. Es wird die meisten Interessenten freuen, dass ein mattschwarzes PCB zum Einsatz kommt. Auch sind die meisten Slots und Anschlüsse in derselben Farbe auf die Platine verlötet worden. Nur der erste PCIe-3.0-x16-Slot, zwei von vier DIMM-Slots sowie vier SATA-Ports wurden grau gehalten. ASUS hat sich beim Z97-Deluxe für das gewöhnliche ATX-Format entschieden.

Die Spezifikationen

Und diese technischen Eigenschaften hat das Z97-Deluxe erhalten:

Die Daten des ASUS Z97-Deluxe in der Übersicht
Mainboard-Format ATX
Hersteller und
Bezeichnung
ASUS
Z97-Deluxe
CPU-Sockel LGA1150
Straßenpreis Standard-Version 230 Euro UVP, Bundled mit NFC & WLC 350 Euro UVP
Homepage http://www.asus.com/de/
Northbridge-/CPU-Features
Chipsatz Intel Z97 Express Chipsatz
Speicherbänke und Typ 4x DDR3 (Dual-Channel)
Speicherausbau max. 32 GB (mit 8-GB-DIMMs)
SLI / CrossFire CrossFireX (3-Way), SLI (2-Way)
Onboard-Features
PCI-Express

2x PCIe 3.0 x16 (x16/-, x8/x8)
1x PCIe 2.0 x16 (x4)
4x PCIe 2.0 x1

PCI -
Serial-ATA-, SAS- und 
ATA-Controller

4x SATA 6G mit RAID 0, 1, 5, 10 über Intel Z97
2x SATA 6G mit RAID 0, 1, 5, 10 über ASMedia ASM1061
1x SATA-Express über Intel Z97
1x SATA-Express über ASMedia ASM106SE
1x M.2-Slot über Intel Z97 (shared)

USB 10x USB 3.0  (6x am I/O-Panel, 4x über Header) vier über Z97 direkt, vier über ASMedia ASM1074, zwei über ASMedia ASM1042AE
8x USB 2.0 über Intel Z97 (4x am I/O-Panel, 4x über Header)
Grafikschnittstellen 1x HDMI-out, 1x DisplayPort, 1x Mini-DisplayPort
WLAN / Bluetooth ASUS Wi-Fi Go! 802.11a/b/g/n/ac Dual-Band, Bluetooth 4.0
Thunderbolt 2x Thunderbolt 2.0 über ThunderboltEX-II-Zusatzkarte (nur bei der NFC & WLC-Version enthalten)
LAN

1x Intel I218-V Gigabit-LAN
1x Intel I211-AT Gigabit-LAN

Audio 8-Channel Crystal Sound 2 Audio Codec (Realtek ALC1150)

Selbst die Verpackung hat eine Frischzellenkur erhalten. Im Grunde ist sie zwar noch immer zum größten Teil schwarz, jedoch wurde die Abbildung gänzlich verändert. Auf der linken Seite ist nun eine Platine samt PCH-Kühlkörper zu sehen, auf dem das ASUS-Logo gegen die 5-Way-Optimization ausgetauscht wurde. In der rechten Hälfte wurde ganz oben das ASUS-Logo und direkt darunter die Modellbezeichnung hinterlassen. An der Unterkante sind noch einige Grundfeatures erkennbar.

Das mitgelieferte Zubehör

Innen im Karton befand sich Zubehör in Hülle und Fülle. Wir konnten dennoch alles auf ein Bild quetschen. Da wir die Mainboard-Version inkl. NFC und Wireless-Charger erhalten haben, listen wir das Zubehör getrennt auf. So lässt sich leichter einsehen, was alles bei der normalen Z97-Deluxe-Version mitgeliefert wird.

Mainboard-Zubehör:

NFC-Express-2- und Wireless-Charger-Zubehör:

ThunderboltEX II/Dual-Zubehör:

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In der NFC / WLC-Version wird man mit Zubehör regelrecht überschüttet.

Wichtig ist, dass nun die beiden Z97-Deluxe-Versionen unterschieden werden. Während die normale Z97-Deluxe-Version eine I/O-Blende, ein Mainboardhandbuch mit dazugehörigem Datenträger, ein Featureheft, eine WLAN-Antenne, sechs SATA-Kabel, die Q-Connectors und eine 2-Wege-SLI-Brücke beinhaltet, kommen beim Z97-Deluxe (NFC & WLC) noch Zusatz-Packages für NFC Express 2 inkl. Wireless-Charger und für die ThunderboltEX II/Dual-Karte hinzu.


Der Z97- und der Z87-Chipsatz unterscheiden sich nicht großartig. Es wurde lediglich ein Facelifting vorgenommen, bei dem vor allem ein Feature hinzugefügt wurde: M.2-Support. Ansonsten ist es bei maximal sechs SATA-6G-Buchsen und sechs USB-3.0-Anschlüssen geblieben. Auch bietet die Southbridge noch immer maximal acht PCIe-2.0-Lanes, die weiterhin sehr knapp werden können, vorwiegend bei teureren High-End-Platinen.

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Das VRM-Design besteht beim Z97-Deluxe aus 16 Phasen.

Nachdem wir die passiven Kühlkörper entfernt haben, erhalten wir einen freien Blick auf die Phasen und natürlich auf die MOSFETs. Die Haswell(-Refresh)-CPU erhält weiterhin eine Grundspannung von 1,8 Volt, in diesem Falle von insgesamt 16 Phasen, die auch schon beim Vorgängermodell verwendet wurden. Weiterhin kümmert sich dann der in der CPU befindliche interne Voltage-Regulator um die einzelnen Spannungen.

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Jede Phase wird von zwei MOSFETS befeuert.

Die MOSFETs stammen von NXP und die Modelle haben die Bezeichnung "PH4030DLA" und "PH6030DLB". Sie wurden von ASUS das erste Mal beim ebenso neuen B85-Pro Gamer verbaut.

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Gleich zwei USB-3.0-Header sieht man nicht auf jedem Mainboard.

Auch im RAM-Bereich bleibt alles beim Alten, demnach bei vier DIMM-Slots, die kombiniert maximal 32 GB Arbeitsspeicher aufnehmen können. Die DIMMs selbst werden von zwei hochwertigen Phasen angetrieben. Links neben dem 24-poligen ATX-Stromanschluss sehen wir auch gleich die beiden USB-3.0-Header. Durch sie können vier der schnellen Schnittstellen an der Gehäusefront ermöglicht werden. Dann weiter rechts befindet sich ein Schalter mit der Bezeichnung "EZ_XMP", mit dem sich die DIMMs übertakten lassen, sofern mindestens ein XMP-Profil in den DIMMs hinterlegt ist. Direkt rechts daneben hält sich der allseits bekannte MemOK!-Button bereit, der sehr nützlich sein kann, wenn das System mit den Standard-Timings einmal nicht starten kann. Das Board sucht sich dann die optimalen Latenzen raus.

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Multi-GPU-Setups werden natürlich auch unterstützt.

In der Summe sind sieben Erweiterungsslots verfügbar. Darunter zwei mechanische PCIe-3.0-x16-Slots, die sich im Falle von zwei installierten NVIDIA- oder AMD-Grafikkarten die 16 Lanes von der Haswell(-Refresh)-CPU teilen müssen. Demnach würden beiden Karten lediglich acht PCIe-3.0-Lanes zur Verfügung stehen. Bei nur einer Grafikkarte werden natürlich alle 16 Lanes auf den obersten Slot geleitet, vorausgesetzt, der zweite PCIe-3.0-x16-Slot bleibt unbelegt. Dank eines weiteren PCIe-2.0-x16-Slots kommt das Z97-Deluxe sogar mit drei AMD-Grafikkarten zurecht. Ist Multi-GPU generell kein Thema für den Käufer, können auch die vier PCIe-2.0-x1-Slots mit Erweiterungskarten belegt werden.

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Die Neuerungen: SATA-Express und der M.2-Slot.

Im Bereich der Storage-Anschlüsse dürfte sich der Interessent nicht beschweren. ASUS hat auf dem Z97-Deluxe gleich zwei SATA-Express-Schnittstellen untergebracht. Der untere Anschluss ist an den Z97-PCH und der obere an den neuen ASMedia ASM106SE (SATA-Express-Controller) angebunden. Mit einer theoretischen Bandbreite von 10 GBit/s (umgerechnet 1,25 GB/s) mit zwei PCIe-2.0-Lanes wird die Leistung ein gutes Stück nach oben geschraubt. Auch wenn das SATA-Express-Feature nicht benötigt wird, können die jeweils zwei SATA-6G-Ports ganz normal als solche verwendet werden. Davon abgesehen sind aber auch noch sechs weitere SATA-6G-Buchsen verbaut worden. Die vier grauen arbeiten über den Intel-Chipsatz und die beiden schwarzen über einen weiteren Controller des Typs ASMedia ASM1061. Über bzw. hinter den SATA-Express-Schnittstellen ist zudem der M.2-Slot zu sehen, der sich die Bandbreite mit dem ersten unteren SATA-Express-Anschluss teilen muss. Demnach ist auch der M.2-Slot direkt an den PCH gekoppelt.

ASUS hat als Übergangslösung das Hyper-Express-Feature vorgestellt, bei dem zwei M.2-Karten im RAID0 zusammengeschaltet werden und beide über das SATA-Express-Interface angesprochen werden. Aktuell sind nämlich noch keine nativen SATA-Express-SSDs verfügbar.


Und weiter geht es mit dem I/O-Panel:

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Das I/O-Panel vom ASUS Z97-Deluxe.

Der Käufer kann sich auf satte zehn USB-Anschlüsse freuen. Sechs Stück davon entsprechen der dritten Revision. Hinzu kommt jeweils ein HDMI, DisplayPort, Mini-DisplayPort sowie zwei Gigabit-LAN-Ports. Für die Audiowiedergabe kann auf einen Toslink-Anschluss und/oder auf die analogen Audiobuchsen zurückgegriffen werden. Ebenfalls wurde zwischen dem Mini-DisplayPort und den vier USB-2.0-Schnittstellen das Wi-Fi GO!-Modul untergebracht, an dem die mitgelieferte Dual-Band-Antenne angeklemmt wird.

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Crystal Sound 2: Unter dem EMI-Shield verbirgt sich der Realtek ALC1150.

Seit der Einführung der Haswell-Plattform im letzten Jahr wird auf den Sockel-LGA1150-Mainboards verbreitet der Realtek ALC1150 verbaut. Das gesamte Sound-Feature hat ASUS nun hingegen auf die Bezeichnung "Crystal Sound 2" getauft. Um störende Interferenzen bestmöglich zu vermeiden, wurden die Audio-Komponenten getrennt vom Rest auf dem PCB untergebracht. Die goldenen Kondensatoren sind Modelle von Nichicon und damit als hochwertig einzustufen. Speziell für Kopfhörer mit erhöhter Impedanz ist auch ein entsprechender Verstärker mit dabei.

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Selbstverständlich sind auch einige Onboard-Features vorhanden,...

Um den Komfort nicht zu vernachlässigen, befinden sich an der Unterseite einige Onboard-Features. Zu ihnen gehören ein Power-Button, ein Reset-Button, dazu ein Clear-CMOS-Taster sowie ein BIOS-Flashback-Button. Links daneben reiht sich noch der Thunderbolt-Header ein. Zwischen dem Reset- und Clear-CMOS-Button zeigt eine Diagnostic-LED den aktuellen Zustand des Systems an.

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...die sich an vielen Stellen auf dem PCB niedergelassen haben.

Nebenbei sind auch noch die beiden USB-2.0-Header zu nennen, mit denen sich die Anzahl um vier weitere Ports erweitern lässt. Und weiter rechts oben sehen wir zwei Switches, TPU und EPU. Der TPU-Schalter besitzt zwei Stufen. Wird die erste Stufe aktiviert, wird der CPU-Multiplikator vom Mainboard selbstständig angehoben. Mit der zweiten Stufe wird zusätzlich auch der Grundtakt, also der BCLK, mit erhöht. Der EPU-Switch dagegen kümmert sich dagegen um die Effizienz des Systems, die sich mit diesem Feature verbessern lässt.

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Der zweite SATA-Express-Anschluss wird vom ASM106SE angesteuert.

Anders als wir bei dem ersten Mainboard mit SATA-Express angenommen haben, ist der ASM106SE nicht dafür ausgelegt, gleich zwei SATA-Express-Schnittstellen anzusteuern. In Wirklichkeit ist er nur für eine SATA-Express-Schnittstelle zuständig. Die andere wird von der Southbridge direkt übernommen.

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Zwei SATA-6G-Ports hingegen arbeiten mit dem ASM1061 zusammen.

Man erkennt auf diesem Bild die beiden schwarzen SATA-Ports. Da der PCH vollständig belegt ist, muss also noch ein weiterer Zusatzchip in Form des ASM1061 herhalten. Er kann maximal zwei SATA-Anschlüsse der dritten Revision betreuen.

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Der Super I/O-Chip stammt wieder einmal von Nuvoton.

Der Super I/O trägt die Bezeichnung "NCT6791D" und ist unverzichtbar, denn er beobachtet die Temperaturen, Spannungen und Lüftergeschwindigkeiten. Auch ist er für die Lüftersteuerung verantwortlich.


Es folgen nun die beiden LAN-Chips:

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Beide LAN-Chips auf einem Bild.

Links befindet sich der Intel I211-AT, der bereits auf vielen weiteren Sockel LGA1150-Mainboards als Zweit-LAN-Chip verlötet wurde. Rechts daneben wurde von ASUS der neuere Intel I218-V verbaut. Beide Chips kommen mit einer maximalen Bandbreite von 1 GBit/s zurecht, sind aber auch zu den beiden anderen Stufen abwärtskompatibel.

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Die PCIe-2.0-Lanes müssen ohne Frage erweitert werden.

Nun wird auch alles klar, wie ASUS die ganzen Anbindungen der Zusatzchips ermöglicht hat. Es kommt ein PCIe-2.0-Switch zum Einsatz, der dieses Mal nicht von PLX stammt, sondern von ASMedia. Er hört auf den Namen "ASM1187e", nimmt eine PCIe-2.0-Lane auf und gibt dafür aber gleich sieben PCIe-2.0-Lanes wieder aus. Mehr als eine Notlösung stellt das Ganze allerdings nicht dar. Aufgrund einer dauernden Lane-Knappheit gibt es aber auch kaum eine andere Lösung, um so viele Features wie möglich anbieten zu können.

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Ein TMDS Level Shifter wird auch noch benötigt.

Dank des ASMedia ASM1442K, der sich zwischen der iGPU und dem HDMI-Ausgang positioniert, werden 4K-Medien ermöglicht. Beim Z87-Deluxe wurde stattdessen der PS8201A von Paradetech eingesetzt.

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Ebenso ein zusätzlicher USB-3.0-Controller.

Der ASMedia ASM1042AE wird für zwei USB-3.0-Schnittstellen gebraucht, die sich am I/O-Panel befinden. Der USB-3.0-Controller wird mit einer PCIe-2.0-Lane befeuert und kann zwei Anschlüsse unter seine Fittiche nehmen. Seine maximale Bandbreite beträgt die spezifizierten 5 GBit/s, die sich beide Ports allerdings teilen müssen.

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Der ASP1257-PWM-Controller steuert das VRM-Design.

Ein PWM-Controller wird ohne Wenn und Aber auch auf dem Z97-Deluxe verwendet, der sich selbst "ASP1257" nennt. Gleichzeitig ist er ein Bestandteil des EPU-Features.

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Und noch ein USB-3.0-Controller.

Diesen Kandidaten haben wir schon sehr oft zu Gesicht bekommen, der ASM1074. Er kann bis zu vier USB-3.0-Schnittstellen steuern, was in diesem Fall sogar passend ist. Er erteilt den beiden USB-3.0-Headern die entsprechenden Instruktionen.

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Das ASUS Z97-Deluxe nochmal in der Übersicht.

Trotz der recht großen Passiv-Kühlkörper rund um den CPU-Sockel, hatten wir keinerlei Schwierigkeiten, den bequiet! Dark Rock Pro C1 zu montieren. Generell wurde das Mainboard-Layout sehr sorgfältig und vor allem durchdacht gestaltet. Wie von ASUS gewohnt, wurde eine gute Lüftersteuerung integriert, die unserer Meinung nach optimal agiert. Soll heißen, dass im Idle die beiden 120-mm-Lüfter des CPU-Kühlers auch wirklich leise waren und unter Last korrekt mit höheren Drehzahlen betrieben wurden. Dabei können maximal sechs Lüfter angeschlossen werden, dies ermöglichen sechs 4-Pin-Header. Vier Stück davon können manuell gesteuert werden.

Im Überblick zu den Z97-Mainboards von ASUS haben wir zum ersten Mal zur neuen 5-Way-Optimization berichtet. Zu den bisherigen Features "TPU", "EPU", "Digi+" und dem ebenfalls neuen "Fan Xpert 3" kommt noch das "TurboApp"-Feature hinzu, das wir zu einem späteren Zeitpunkt genauer erklären. Auf dem PCB sind die entsprechenden Chips vertreten, die zusammen zum ASUS Dual Intelligent Processors 5-Feature gehören. Auf diese Weise erfolgen sämtliche Anpassungen in der AI Suite 3 auf der Hardware-Ebene, wodurch die Effektivität gesteigert wird. Es steht dem User frei, ob die Settings manuell ausgewählt werden oder ob nicht doch auf die automatische Optimierung vertraut werden soll.

Das Ziel von ASUS ist es, dass der Anwender das System auf sein Nutzungsverhalten hin optimieren kann. Viele wünschen sich mehr Performance, andere sorgen stattdessen dafür, dass das System möglichst effizient arbeitet. Im Hintergrund sollen mögliche Störgeräusche durch die installierten Lüfter bestmöglich vermieden werden. Kurz um: Mit der AI Suite 3 und der 5-Way-Optimization kann das eigene System auf die jeweiligen Bedürfnisse angepasst werden.


Wir wollen uns nun anschauen, wie die UEFI-Oberfläche vom ASUS Z97-Deluxe aussieht. Vorinstalliert ist im übrigen die Version 0603, welche dem First Release entsprechen sollte. Aktuell wird von ASUS auch keine aktuellere Version angeboten.

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Der EZ-Mode vom Z97-Deluxe.

Gut lässt sich erkennen, dass die Taiwaner auch die UEFI-Oberfläche umgestaltet haben. Weg vom blauen Hintergrund und hin zu einer größtenteils grauen Optik. Die einzelnen Punkte wurden in gelber Farbe hervorgehoben und die restlichen Werte weiterhin in weißer Schrift. Wir fangen oben links an. Dort ist das aktuelle Datum und auch die Uhrzeit einsehbar. Rechts daneben kann auch die generelle UEFI-Sprache geändert werden. Neu hinzugekommen ist der "EZ Tuning Wizard", der eine Art Overclocking-Assistent ist und Neueinsteigern das Overclocking einfacher machen soll. Eingefleischte Overclocker werden von dieser Funktion in der Regel die Finger lassen und stattdessen sämtliche Einstellungen manuell festlegen. Dennoch ist es schön zu sehen, dass Einsteiger nicht im Regen stehen gelassen werden.

In der nächsten Zeile werden die üblichen Vorabinformationen, wie das Mainboardmodell inkl. BIOS-Version, die aktuell installierte CPU inkl. Taktfrequenz sowie die Arbeitsspeicher-Kapazität angezeigt. Weiter rechts sind dann auch gleich die CPU- und Mainboard-Temperatur zu sehen. Zusätzlich auch die CPU-Spannung. Eine Etage tiefer wird auf der linken Seite ein ergänzender RAM-Status vermittelt, in welchen Slots aktuell welche Module mit welcher Kapazität und der aktuell anliegenden Taktung installiert sind. Zudem kann auf Wunsch auch gleich ein Extreme-Memory-Profile (kurz: XMP) ausgewählt werden, sofern vorhanden. Wer sich über die derzeit angekoppelten Storage-Gerätschaften interessiert, erhält diese Infos direkt rechts daneben. Hinzu kommen dann wiederum unten noch die Lüftergeschwindigkeiten, die sich mit der Funktion "Manual Fan Tuning" auch gleich individuell festlegen lassen.

Am rechten Rand des Bildschirms kann vom Anwender das grundlegende Funktionsschema ausgewählt werden. Standardmäßig ist der normale Modus aktiviert. Es lassen sich jedoch auch einmal der Modus "ASUS Optimal" und der Modus "Power Saving" aktivieren. Während beim "ASUS Optimal"-Modus das System auf gesteigerter Performance ausgelegt ist, lässt sich das System mit dem "Power Saving"-Modus effizienter betreiben. Darunter kann die Boot-Reihenfolge mit Leichtigkeit abgeändert werden. Entweder per Klick auf "Advanced Mode" oder mit einem Tastendruck auf "F7" gelangen wir in die erweiterte Ansicht, die wir uns nun anschauen werden.

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Der Advanced-Modus vom Z97-Deluxe.

Advanced-Mode: Optisch genau wie der EZ-Mode, allerdings natürlich anders strukturiert. Der erste Reiter ist bereits von den ersten Sockel LGA1150 Mainboards von ASUS bekannt. Das Feature "My Favorites" beinhaltet die Auswahl der häufig verwendeten Funktionen aus dem BIOS, die auf der separaten Seite abgespeichert werden können. Allerdings wurde das Hinzufügen der Funktionen von ASUS etwas anders gelöst. Das Kontextmenü ist nun weggefallen. Demnach muss dafür oben der Punkt "MyFavorite(F3)" angeklickt oder die Taste "F3" gedrückt werden. Dies öffnet ein eigenständiges Fenster, in dem die Funktionen ausgewählt werden können. Auf der "Main"-Seite werden noch einmal einige Vorabinformationen wie die BIOS-Version, das installierte Prozessormodell und einige RAM-Infos angezeigt. Auch hier lässt sich die Menüsprache ändern, falls gewünscht.

Nun geht es mit dem Herzstück "Ai Tweaker" weiter. Sämtliche Overclocking-Funktionen sind hier hinterlegt worden und es sind, zumindest beim Z97-Deluxe, ziemlich viele Funktionen implementiert worden, die selbst dem extremen Übertakter durchaus ausreichen sollten. Ob es nun um die Taktfrequenz von CPU oder Arbeitsspeicher oder doch um die einzelnen Spannungen geht, hier wird der Anwender fündig. Zur Unterstützung wird jeweils unten erklärt, was die einzelnen Funktionen bewirken. Wie immer können die zahlreichen Onboard-Komponenten mithilfe des nächsten Reiters konfiguriert werden. Beispielsweise kann dort das neue SATA-Express-Feature auf Wunsch deaktiviert werden. Auch wenn auf der rechten Seite ständig einige Informationen vom Hardware-Monitor angezeigt werden, hat ASUS eine eigene "Monitor"-Seite hinterlassen, auf der unter anderem die Lüfter gesteuert werden können. Aber auch die Temperaturen und Spannungen werden noch einmal aufgelistet.

Sämtliche Einstellungen, die den Startvorgang betreffen, wurden auf den Reiter "Boot" geparkt. Wer sich an dem Boot-Logo gestört fühlt, kann es dort abschalten. Zusätzlich sind dort die Boot-Overrides untergebracht worden, die man häufig auch auf der letzten Seite findet. ASUS gibt auch hier erneut ein paar Tools mit auf den Weg. Darunter das "ASUS EZ Flash 2 Utility", womit das UEFI aktualisiert werden kann. Sämtliche UEFI-Einstellungen können mithilfe des "ASUS Overclocking Profile" in maximal acht Profilen gesichert werden, die auch von einem USB-Stick exportiert und auch importiert werden können. "ASUS SPD Information" liest die Serial Presence Detect-Werte aus den DIMMs aus. Und unter "Exit" können die gesetzten Settings abgespeichert und auch die Default Werte geladen werden. Bevor das UEFI die Settings abspeichert, zeigt ein kleines Fenster alle Einstellungen an, die verändert wurden. Wer sich nützliche Notizen anlegen möchte, muss glücklicherweise auf keinen Zettel und Stift zurückgreifen, sondern verwendet einfach das "Quick Note"-Feature.

Die Bedienbarkeit der neuen UEFI-Oberfläche stufen wir als akzeptabel ein. Im Gegensatz zur Vorgängerversion bei den Z87-Modellen, konnte die Navigation durch die Menüs in meist ruckeliger Weise durchgeführt werden, zumindest mit der Tastatur. Der Maus-Cursor lässt dagegen eine flüssigere Bewegung zu. Abgesehen von dieser Tatsache wurden alle gewählten Einstellungen zu unserer vollsten Zufriedenheit übernommen. Auch gab es an der Stabilität nichts auszusetzen.


Auf dieser Seite werden wir uns das Overclocking-Verhalten des Z97-Deluxe anschauen. Im Grunde hat sich auch bei dem Funktionsumfang im BIOS wenig verändert. Noch immer unterstützt ASUS weiterhin die vier CPU-Straps 1.0, 1.25, 1.67 und 2.50. Wir wissen bereits, dass die CPU ihre Spannung von 16 Phasen erhält. In Verbindung mit den Funktionen aus dem BIOS erhält der Anwender somit theoretisch eine gute Overclocking-Basis. Nun widmen wir uns der Praxis.

Unverändert ist die Änderung des Basistaktes, der sich noch immer von 80 MHz bis 300 MHz in 0,1-MHz-Schritten bewegen lässt. Und auch die CPU-Spannung kann wieder in drei verschiedenen Modi eingestellt werden. Gänzlich fixiert werden kann die Spannung über den Override von 0,001 Volt bis 1,920 Volt. Sie kann jedoch auch per Adaptive- und per Offset-Modus eingegrenzt werden. Hierbei kann die Spannung in beide Richtungen von 0,001 Volt bis 0,999 Volt festgelegt werden. Bei allen drei Modi betragen die Intervalle sehr feine 0,001 Volt. Zudem lässt sich selbstverständlich der VDroop mithilfe der Load-Line-Calibration-Funktion beeinflussen. Der Käufer kann sich zwischen den Stufen eins bis neun entscheiden. Alle weiteren Overclocking-Eigenschaften haben wir in einer Tabelle zusammengefasst:

Die Overclocking-Funktionen des ASUS Z97-Deluxe in der Übersicht
Base Clock Rate 80 MHz bis 300 MHz in 0,1-MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,001 V bis 1,920 V in 0,001-V-Schritten (Fixed-Modus)
-0,999 V bis +0,999 V in 0,001-V-Schritten (Adaptive- und Offset-Modus)
DRAM-Spannung 1,20000 V bis 1,92000 V in 0,00500-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-VCCIN-Spannung 0,800 V bis 2,700 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-Ring-Spannung

0,001 V bis 1,920 V in 0,001-V-Schritten (Fixed-Modus)
-0,999 V bis +0,999 V in 0,001-V-Schritten (Adaptive- und Offset-Modus)

CPU-SA-Spannung -0,999 V bis +0,999 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)
CPU-IO-Analog/Digital-Spannung -0,999 V bis +0,999 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)
PCH-Core-Spannung 0,70000 V bis 1,80000 V in 0,01250-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen PCHVLX, VTTDDR
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 44 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
Weitere Besonderheiten UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE (C6/C7), EIST
Turbo-Modus (All Cores, By number of active cores),
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und vier optionale Fans, Short Duration Power Limit,
Long Duration Maintained, Long Duration Power Limit, Primary Plane Current Limit
LLC (Level 1-9), Internal PLL Overvoltage

Uns ist nun seit längerem bekannt, dass unser Core i7-4770K spielend eine Taktfrequenz von 4,7 GHz mitmacht. Demnach wurde von uns der 47er Multiplikator beim Z97-Deluxe selektiert. Die VCore haben wir derweil mit 1,250 Volt fixiert. Es reichte dem Board allerdings nicht aus, um die 4,7 GHz stabil betreiben zu können. Erst nachdem wir die VCore auf 1,260 Volt korrigiert haben, konnten wir einen stabilen Betrieb bescheinigen.

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Bestes Ergebnis mit dem 1.0-Strap: 4,7 GHz bei 1,261 Volt

Uns gelang auch gleich im Anschluss ein Overclocking-Ergebnis mit dem CPU-Strap-Modus 1.25. Mehr als 4,62 GHz, also mit dem Multiplikator 37, war nicht möglich. Im Gegenzug erlaubte uns das Board eine Spannungssenkung auf 1,241 Volt.

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Bestes Ergebnis mit dem 1.25-Strap: 4,62 GHz bei 1,241 Volt

Insgesamt betrachtet können die Ergebnisse keinesfalls als schlecht bezeichnet werden.

Weiterhin werfen wir auch einen Blick auf das RAM-Overclocking. Zu diesem Zweck verwenden wir zwei DIMMs mit jeweils 4 GB Speicherkapazität des Typs "Corsair XMS3 Dominator Platinum DDR3-2800". Im ersten Test kontrollieren wir die Funktionalität des XMP und im zweiten ohne Verwendung des XMP-Features.

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Das Extreme Memory Profil wird korrekt vom System umgesetzt.
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Ohne XMP konnten wir schärfere Latenzen festlegen.

Die Werte des Profils wurden korrekt übernommen und liefen auch stabil. Ebenfalls stabil lief jedoch auch unsere manuelle Einstellung mit schärferem Timings. In beiden Fällen haben wir im BIOS eine VDIMM von 1,65 Volt eingestellt.

ASUS AI Suite 3

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Die ASUS AI Suite 3.

ASUS legt dem Mainboard die bekannte AI Suite bei, mit der jede Menge Features unter Windows aus einstellen lassen. Die neuen Z97-Modelle haben dabei die dritte Version erhalten, die um weitere Funktionen erweitert wurde. Als großes Beispiel ist hierbei "TurboApp" zu nennen, die ein Teil des 5-Way-Optimization-Features ist und mit der für jede installierte Anwendung bestimmt werden kann, mit welchem CPU-Multiplikator, mit welchem Sound-Schema und mit welcher Netzwerk-Priorität die jeweilige Anwendung behandelt werden soll. Auf diese Weise kann sichergestellt werden, dass nur ausgewählte Programme und/oder Spiele mit erhöhter CPU-Leistung ausgeführt werden soll.

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Die ASUS AI Suite 3.

Weiterhin steht es dem Anwender frei, mit der AI Suite 3 auch die vier anderen Punkte zu nutzen. TPU ist für die Taktfrequenzen zuständig, mit dem neuen Fan Xpert 3 können dagegen die Lüfter auf Herzenswunsch feinjustiert werden. Das Digi+-Feature kümmert sich dafür unverändert um die Spannungsversorgung. Um die Effizienz nicht zu vernachlässigen, gibt es den Punkt "EPU", bei dem die vier Betriebsmodi "Auto", "Leistung", Strom sparen" und "Abwesenheitsmodus" konfiguriert werden können. Zu jeder Zeit hat der Anwender am unteren Rand Infos wie CPU- und RAM-Takt, Spannungen, Temperaturen und Lüftergeschwindigkeiten stets im Auge. Ein Klick auf das rechte Zahnradpärchen öffnet ebenfalls unten die Einstellungsmöglichkeiten zu den einzelnen Kategorien.


Mit diesem Testsystem haben wir das ASUS Z97-Deluxe getestet:

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz.

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version.

Seit der Einführung der Nehalem-Prozessoren und der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 1600 MHz und 9-9-9-24 1T - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim ASUS Z97-Deluxe mussten wir die Turbo-Multiplikatoren manuell festlegen, damit ein fairer Vergleich vorgenommen werden konnte.

Wir testen allerdings nur noch vier Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2011, 3DMark 2013, SuperPi 8M, Cinebench 11.5 und Sisoft Sandra 2014 Memory Benchmark:

3DMark 2013

Firestrike

4242 XX


4238 XX


4237 XX


Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

3DMark 2011

Performance-Mode

Futuremark-Punkte
Mehr ist besser

Cinebench 11.5 CPU

Cinebench-Punkte
Mehr ist besser

SiSoft Sandra 2014

Memory Benchmark

19.08 XX


19.0 XX


19.0 XX


18.13 XX


Bandbreite in GB/s
Mehr ist besser

SuperPi 8M

104.46 XX


105.32 XX


109.33 XX


110.03 XX


Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Wir konnten neben dem ASUS Z97-Deluxe gleich zwei weitere Z97-Mainboards durch die Benchmarks jagen und können somit aktuelle Vergleiche präsentieren. Wie es aber eigentlich immer der Fall ist, nehmen sich alle Boards nicht viel. In den meisten Fällen sind die festgehaltenen Unterschiede lediglich messbarer Natur und können in der Praxis kaum bemerkt werden.

Auch weiterhin werden wir die Bootzeit protokollieren. Wir messen die Zeit in Sekunden, wie lange das Mainboard benötigt, um alle Komponenten zu initialisieren und mit dem Windows-Bootvorgang beginnt.

Bootzeit

Vom Einschalten bis zum Windows-Bootvorgang

11.53 XX


13.18 XX


13.2 XX


14.30 XX


Zeit in Sekunden
Weniger ist besser

Zwar sind 14,3 Sekunden für die reine Initialisierung nicht all zu lange. Dennoch hat das Z97-Deluxe von den bisher drei Z97-Mainboards am meisten Zeit benötigt. Das "M-Brand"-Board war mit 13,18 Sekunden ein wenig schneller. Richtig fix war dagegen das "G-Brand"-Board mit 11,53 Sekunden.


Neben der wichtigen Performance ist auch der Stromverbrauch des heimischen PCs kein unwichtiges Kriterium. Was man häufig unterschätzt, ist die Tatsache, dass selbst die verschiedenen Mainboard-Modelle der zahlreichen Hersteller unterschiedlich viel Strom aus der Steckdose ziehen. Ein Grund dafür sind die verschieden eingesetzten BIOS-Versionen, die teilweise die von Intel referenzierten Stromsparmechanismen schlecht oder gar falsch umsetzen oder dass Onboardkomponenten sich eigentlich deaktivieren sollten, wenn diese entweder durch dedizierte Hardware ersetzt wurden oder einfach nicht verwendet werden. Darüber hinaus kann aber manchmal auch die Stromversorgung verantwortlich gemacht werden, wenn unter Default Settings mehr Energie zur Verfügung gestellt wird, als eigentlich benötigt wird. Genau deswegen spielt die Effizienz eine wichtige Rolle. Wenn die Effizienz der Stromversorgung nun also schlecht ausfällt, wird mehr Strom verbraucht. Zu unterschätzen ist hierbei aber auch die Software nicht, sodass sie ebenfalls gut abgestimmt sein muss, damit eine zufriedenstellende Effizienz gegeben ist.

Das ASUS Z97-Deluxe hat zahlreiche Zusatz-Controller erhalten. Zwei SATA-Controller, zwei USB-3.0-Controller, zwei LAN-Controller und ein Audio-Codec tragen ihren Teil zum Stromverbrauch bei, hinzu kommt auch der PCIe-Switch.

Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 11.5 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-spanTest, Vollauslastung). Die jeweiligen Werte entsprechen dem System-Gesamtverbrauch.

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Für den ersten Test sind die Default Settings aktiv, sodass der Großteil der Onboardkomponenten bereits aktiviert ist. Die Grafikausgabe erfolgt über die Radeon HD 7850, wobei wir die iGPU im BIOS nicht deaktiviert haben. Wie bereits weiter oben geschrieben, sind alle Stromspar-Features eingeschaltet, was mit den Werten einer manuellen Konfiguration scheinbar gut umgesetzt wurde.

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Das "M-Brand"-Mainboard legt die Messlatte ganz schön hoch. Da kann das ASUS Z97-Deluxe nicht mal ansatzweise mithalten. Die Differenz zwischen den beiden Platinen liegt bei satten 16,4 Watt. Jedoch müssen wir fairerweise ergänzen, dass die Ausstattung beim ASUS Z97-Deluxe auch umfangreicher ist.

Leistungsaufnahme

Cinebench 11.5 CPU

105.2 XX


105.3 XX


108.9 XX


114.7 XX


Leistung in Watt
Weniger ist besser

Mit dem Cinebench ging es in die Teillast. Die ASUS-Platine erreichte mit 108,9 Watt knapp die 110-Watt-Marke. Die anderen beiden Boards liegen mit 105,2 bzw. 105,3 Watt dicht beieinander.

Leistungsaufnahme

Prime95

113.8 XX


116.4 XX


119.3 XX


124.9 XX


Leistung in Watt
Weniger ist besser

Das Bild ändert sich jedoch bei Prime95, wo es das Z97-Deluxe mit 116,4 Watt auf den zweiten Platz schafft. Erstaunlicherweise verbrauchte das "M-Brand"-Mainboard knapp drei Watt mehr.

Spannungen (Prime95)

1.044 XX


1.044 XX


1.044 XX


1.044 XX


Spannungen in Volt
Weniger ist besser

Alle Platinen sind sich dieses Mal einig und befeuerten die CPU mit 1,044 Volt.

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sämtliche USB-3.0- und SATA-Controller sind hier beispielsweise deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber alle energiesparenden Features werden zusätzlich manuell aktiviert. Die Radeon HD 7850 ist weiterhin die primäre Grafikkarte.

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

Leistungsaufnahme

Idle

Leistung in Watt
Weniger ist besser

Durch die Abschaltung der üppigen Onboardkomponenten konnte der Strombedarf um 4,6 Watt auf nun 54,7 Watt im Leerlauf gesenkt werden. Dieser Wert ist gerade noch vertretbar.

Leistungsaufnahme

Cinebench 11.5 CPU

103.4 XX


104.0 XX


104.7 XX


112.5 XX


Leistung in Watt
Weniger ist besser

Etwas mehr konnte beim Cinebench eingespart werden. Hier betrug die Leistungsaufnahme nun mehr 103,4 Watt. Dies entspricht einer Reduzierung von 5,5 Watt. Dadurch konnte sich das ASUS Z97-Deluxe einzig in diesem Bereich den ersten Platz sichern.

Leistungsaufnahme

Prime95

112.7 XX


113.4 XX


118.6 XX


123.6 XX


Leistung in Watt
Weniger ist besser

Ganze drei Watt weniger wurden dagegen mit Prime95 aus der Steckdose gezogen. Somit lag die Leistungsaufnahme nun bei 113,4 Watt

Spannungen (Prime95)

1.044 XX


1.044 XX


1.044 XX


1.044 XX


Spannungen in Volt
Weniger ist besser

An den Spannungen hat sich bekanntlich nichts verändert.

Fest steht schon einmal vorweg, dass sich das ASUS Z97-Deluxe keine Effizienzkrone aufsetzen darf, denn im Großen und Ganzen benötigt die Platine teilweise ein gutes Stück mehr als die beiden anderen Mainboards. Die Schuld liegt hierbei natürlich an der vielseitigeren Ausstattung des ASUS-Boards, die deutlich luxuriöser ausfällt als beim "G-Brand"-Board und beim "M-Brand"-Board.


USB-3.0-Performance

Das System kann mit dem ASUS Z97-Deluxe durch großzügige zehn USB-3.0-Schnittstellen erweitert werden. Das ging jedoch auf Kosten von zwei zusätzlichen Zusatzchips, damit diese Anzahl an Buchsen überhaupt angebunden werden konnten. Alleine am I/O-Panel sind sechs Anschlüsse abgreifbar. Bleiben noch vier weitere Anschlüsse übrig, die auf zwei USB-3.0-Header aufgeteilt wurden. Für unseren USB-3.0-Test verwenden wir weiterhin die SanDisk Extreme mit 120GB-Speicherkapazität, die in einem externen USB-3.0-Gehäuse untergebracht wird.

ATTO USB3 small
Die USB-3.0-Performance beim ASUS Z97-Deluxe
(nativ über den Z97-PCH).
ATTO USB3 small
Die USB-3.0-Performance über den ASM1042AE.

Man erkennt sehr deutlich, dass der Z97-PCH eine bessere Performance zu bieten hat. Die Lesedurchsatzrate kletterte im späteren Verlauf auf fast 180 MB/s, während schreibend sogar die 190 MB/s überschritten wurden. Über den ASMedia ASM1042AE erreichten wir auch gute Werte, die jedoch um etwa 5-15 MB/s geringer ausgefallen sind. Schreibend bis 185 MB/s und lesend bis 167 MB/s.

 

SATA-6G-Performance

Im Storage-Bereich stehen dem Anwender insgesamt sechs SATA-6G-Ports, zwei SATA-Express-Schnittstellen (vier weitere SATA-6G-Ports) und der neue M.2-Slot zur Verfügung. Auch in diesem Fall kommen zwei Zusatzchips zum Einsatz, damit die Anbindung überhaupt erst möglich ist. Für den Test schließen wir das SSD direkt an die SATA-Ports an.

ATTO USB3 small
Die SATA-6G-Performance beim ASUS Z97-Deluxe
(nativ über den Z97-PCH).
ATTO USB3 small
Die SATA-6G-Performance über den ASM1061.
ATTO USB3 small
Die SATA-6G-Performance über den ASM106SE.

Gewohnte Kost zeigte der Intel Z97-Chipsatz mit einer maximalen Schreibrate von 523 MB/s und eine Leserate von 556 MB/s. In der Vergangenheit haben wir auch schon sehr oft die Leistungsfähigkeit des ASM1061 übergeprüft. Da bleibt alles beim alten, was aber auch zu erwarten war. Es reichte lesend bis 401 MB/s und schreibend bis 378 MB/s. Der ASM106SE als SATA-Express-Controller schaffte in Sachen Leserate auch "nur" 404 MB/s, dafür aber konnte er die Schreibrate bis auf 390 MB/s hochschrauben.

Wer also weiterhin die SATA-6G-SSDs ausreizen möchte, sollte sie daher besser direkt an den Intel-Chipsatz koppeln. Die beiden ASMedia-Chips können dafür problemlos mit gewöhnlichen HDDs beschäftigt werden, für die die Performance absolut ausreicht. Es sei denn, das neue SATA-Express-Feature soll bei Verfügbarkeit der ersten nativen Geräte genutzt werden. Das jedoch gilt ausschließlich für den ASM106SE.


ASUS hat mit dem Z97-Deluxe ein wirklich interessantes Mainboard noch einmal verbessert. Das Z97-Deluxe bringt jede Menge Ausstattung mit und kann auch in anderen Enthusiasten-Bereichen wie dem Overclocking gute Argumente aufweisen. Egal ob nun eine "betagte" Haswell-CPU oder gar eine neue Haswell-Refresh-CPU gewählt wird, in beiden Fällen wird der Prozessor von 16 kräftigen Phasen mit der Grundspannung versorgt. Anhand der zahlreich vorhandenen Overclocking-Funktionen, ob per Software oder über das UEFI, könnte sogar ein extremer Übertakter auf das Z97-Deluxe schielen. Auf was jedoch grundsätzlich verzichtet werden muss, sind die üblichen ASUS ROG-Features wie Spannungsmesspunkte, die einzig den reinen Overclocking-Platinen vorbehalten sind. Dennoch kann sich der Interessent auf viel Onboard-Komfort freuen. Nicht ohne Grund befinden sich ein Power- und Reset-Button, eine Debug-LED, der hilfreiche CMOS-Clear- und MemOK!-Taster und ein BIOS-Flashback-Taster auf dem ATX-PCB. Ergänzend dazu kommen auch noch Switches für das TPU- und EPU-Feature hinzu. Und selbst ein Switch für die Aktivierung des Extreme Memory Profile ist mit an Bord.

Bei den Erweiterungsslots haben es sich die Taiwaner einfach gemacht. Sie haben alle Slots in derselben Sortierung vom Z87-Deluxe übernommen - letztendlich hat sich hier am Chipsatz auch nichts getan. Das Z97-Deluxe unterstützt auch ein Multi-GPU-Gespann mit zwei NVIDIA- oder drei AMD-Grafikkarten. In diesem Fall werden die arg begrenzten 16 PCIe-3.0-Lanes von der CPU auf die beiden PCIe-3.0-x16-Slots fair aufgeteilt.

Das Netzwerk-Angebot kann als Luxus bezeichnet werden. Über das I/O-Panel kann auf zwei Gigabit-LAN-Ports gesetzt werden, die über jeweils einen Intel-Chip angebunden sind, darunter der neuere I218-V. Auch die Userschaft, die keine Lust hat, ein Netzwerkkabel zu legen, wird nicht im Stich gelassen. Für diese Situation ist beim Z97-Deluxe ein WLAN-Feature mit inbegriffen, welches auch den neuen 802.11ac-Standard beherrscht.

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Hinzu kommen weitere Onboard-Features: Der Realtek ALC1150 mit dem ASUS "Crystal Sound 2"-Feature bringt guten Onboard-Sound mit einem Kopfhörerverstärker. Zudem gibt es reichlich SATA-6G-Ports und zwei neue SATA-Express-Schnittstellen. Diese werden wir uns in Kürze noch separat anschauen. In der Theorie sollen sie mit passenden SATA-Express-Geräten eine sehr hohe Leistung erzielen. Der M.2-Slot wird als Konkurrenzschnittstelle sicherlich auch sehr interessant sein - und ist quasi das einzige neue Chipsatzfeature. Mit zehn USB-3.0 und acht USB-2.0-Ports bietet das ASUS Z97-Deluxe auch mehr als genügend USB-Ports an.

Das UEFI-BISO hat von ASUS ein Facelift erhalten, aber sehr viel verbessern konnte ASUS im Vergleich zum Z87 nicht, denn auch hier war das BIOS schon vom Funktionsumfang sehr gut. Die teilweise ruckelige Navigation mit der Tastatur wird sicherlich noch mit einer der kommenden Versionen verbessert. Negatives können wir ansonsten nicht berichten, das BIOS ist sehr umfangreich ausgefallen und bietet massig Optionen zum Tunen und Tweaken. Hinzu kommen gute Hilfsfunktionen zum Updaten und für die Lüftersteuerung. Für die Windows-Oberfläche bietet ASUS erneut die AI Suite 3 an, die im Falle der neuen Z97-Mainboards nun die 5-Way-Optimization verpasst bekommen hat. Für viele Nutzer wird die neue TurboApp-Funktion sicherlich nützlich erscheinen, mit der für jede Anwendung bestimmt werden kann, mit welchem CPU-Multiplikator, welchem Sound-Schema und mit welcher Netzwerk-Priorität sie ausgeführt werden soll. Insgesamt zu beanstanden ist die leicht erhöhte Leistungsaufnahme, die das Board aufnimmt. Dies liegt jedoch überwiegend an der umfangreichen Ausstattung, für die einfach viele Zusatzchips benötigt werden.

Das ASUS Z97-Deluxe wird in zwei verschiedenen Versionen erhältlich sein wird. Eine normale Version und eine NFC-&-WLC-Version. Bei letzterer befindet sich noch deutlich mehr Zubehör im Karton: das NFC-Express-2-Gerät, der Wireless-Charger und die ThunderboltEX-II-Zusatzkarte. Mit der Zusatzkarte wird das bereits gut ausgestattete Z97-Deluxe um zwei Thunderbolt-2.0-Schnittstellen und zwei DisplayPort-Anschlüsse ergänzt. Die normale Variante wird 230 Euro UVP kosten, die NFC-&-WLC-Variante 350 Euro UVP. Hier macht sicherlich die Thunderbolt-2-Karte den größten Kostenfaktor aus.

Positive Eigenschaften des ASUS Z97-Deluxe:

Negative Eigenschaften des ASUS Z97-Deluxe:

Die ASUS-Deluxe-Versionen sind natürlich preislich immer in der Oberklasse angesiedelt. Aber: Bei diesen Boards muss der Käufer auf fast nichts verzichten, da die Ausstattung eben recht umfangreich ist, vorallem bei der NFC&WLC-Version. Aber auch die gute CPU-Spannungsversorgung, gepaart mit den vielen Overclocking-Funktionen bieten dem Anwender eine sehr gute Overclocking-Basis. Von uns wird das ASUS Z97-Deluxe daher mit dem Excellent-Hardware-Award ausgezeichnet!

PL ASRock Z87 Killer

Alternativen? Wer strikt auf die neuen Z97-Mainboards wartet, muss sich noch etwas gedulden, bis sie flächendeckend verfügbar sind. Kann auf die neuen Features, wie auf den M.2-Slot und der SATA-Express-Schnittstelle verzichtet werden, kann auch ein Blick auf die bestehenden Z87-Mainboards geworfen werden. Letztendlich unterstützt der alte Chipsatz auch Haswell-Refresh-CPUs, sofern die Mainboard-Hersteller entsprechende BIOS-Versionen anbieten. Der Vorteil von einem Z97-Board schrumpft somit auf die M.2-Schnittstelle.

 

Persönliche Meinung

Es ist für mich nicht das erste Mal gewesen, dass ich das Z97-Deluxe in Natura betrachten durfte, jedoch das erste Mal, dass ich es gründlich testen konnte. Auch wenn ich die Z97-Mainboards als kleines Facelifting ansehe, hat mir persönlich das Z97-Deluxe sehr gefallen. Ich hätte mich sehr darüber gefreut, wenn ich das neue SATA-Express-Feature von A bis Z hätte testen können, sodass ich hoffe, dass die nativen Geräte nicht mehr all zu lange auf sich warten lassen. Dann wird das nachgeholt. (Marcel Niederste-Berg)