ASRock H87 Performance im Test

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IMG 4 logoZur Abwechslung werfen wir einmal einen Blick auf ein aktuelles Mainboard mit Intels H87-Chipsatz. Auch die Mainboards mit dem Mainstream-Chipsatz sind teilweise angemessen ausgestattet und reichen dem Großteil der heutigen Userschaft absolut aus. Neuerdings sind einige Mainboard-Hersteller sogar mit ihren Gaming-Modellen in den H87- und teilweise auch in den B85-Bereich vorgedrungen, die bisher nur mit dem Z87-PCH angeboten wurden. Wir haben von ASRock ein H87 Performance aus der Fatal1ty-Serie erhalten, welches wir uns einmal genauer anschauen möchten.

Schaut man sich aktuell in den Zusammenstellungs-Foren um, stellt man fest, dass im Bereich um 200 Euro eine bestimmte CPU ganz besonders gern empfohlen wird: Der Intel Xeon E3-1230v3. Für diesen Preis erhält der Käufer einen leistungsstarken Prozessor auf Haswell-Basis mit vier Kernen und zusätzlichem Hyper-Threading-Feature. Einziger Haken an der Sache, das erweiterte Overclocking fällt definitiv flach! Aus diesem Grund ist es eigentlich nahezu unnötig, für einen Prozessor ohne frei wählbaren Multiplikator ein Mainboard mit Intels Z87-Chipsatz auszuwählen. Stattdessen kann beruhigt zu einem H87- oder B85-Modell gegriffen werden, wodurch gleichzeitig meistens auch noch Geld gespart werden kann.

Ein Beispiel ist das heutige Testobjekt, das ASRock H87 Performance aus der Fatal1ty-Serie. Das Board besitzt zwei mechanische PCIe-x16-Slots, einer in der Revision 3.0 und der andere in der Revision 2.0. Dazu haben die Taiwaner intern sechs SATA-6G-Ports verlötet und stellen obendrauf insgesamt sechs USB-3.0-Anschlüsse und weitere acht USB-2.0-Schnittstellen zur Verfügung. Für die nötige Packung Sound hält sich der Realtek ALC1150 zusammen mit dem Texas Instruments NE5532 bereit. Sämtliche Netzwerkaufgaben stemmt dagegen der Intel I217-V, der jedoch eigentlich nicht ganz zum Thema "Gaming" passt - schnell ist er aber trotzdem. Das ASRock H87 Performance ist bereits ab ca. 90 Euro über Amazon zu haben. Über unseren Preisvergleich ist das H87 Performance sogar ab knapp 80 Euro zu ergattern.

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Das ASRock (Fatal1ty) H87 Performance in der Übersicht.

Wie bei fast allen aktuellen Platinen von ASRock ist das PCB selbst schwarz. Lediglich die zahlreichen Leiterbahnen sind braun, sodass die PCB-Farbe auf dem ersten Blick ebenfalls in Braun schimmert. Abseits davon herrschen die beiden Farben Rot und Schwarz vor, was typisch für die Fatal1ty-Serie ist. Platztechnisch muss beachtet werden, dass mindestens ein ATX-Gehäuse nötig wird, wenn das H87 Performance ausgewählt wird.

Die Spezifikationen

Das sind die technischen Eigenschaften:

Die Daten des ASRock H87 Performance in der Übersicht
Mainboard-Format ATX
Hersteller und
Bezeichnung
ASRock
H87 Performance
CPU-Sockel LGA1150
Straßenpreis ca. 90 Euro
Homepage http://www.asrock.com/index.de.asp
Northbridge-/CPU-Features
Chipsatz Intel H87 Express Chipsatz
Speicherbänke und Typ 4x DDR3 (Dual-Channel)
Speicherausbau max. 32 GB (mit 8-GB-DIMMs)
SLI / CrossFire CrossFireX (2-Way)
Onboard-Features
PCI-Express

1x PCIe 3.0 x16 (x16)
1x PCIe 2.0 x16 (x4)
2x PCIe 2.0 x1

PCI 3x PCI
Serial-ATA-, SAS- und 
ATA-Controller

6x SATA 6G mit RAID 0, 1, 5, 10 über Intel H87

USB 6x USB 3.0 über Intel H87 (4x am I/O-Panel, 2x über Header)
8x USB 2.0 über Intel H87 (4x am I/O-Panel, 4x über Header)
Grafikschnittstellen 1x HDMI-out 1.4a, 1x HDMI-in
WLAN / Bluetooth -
Thunderbolt -
LAN

1x Intel I217-V Gigabit-LAN

Audio 8-Channel Realtek ALC1150 + TI NE5532 Audio Codec

Die optische Aufmachung der Verpackung entspricht exakt dem von der ASRock Z87 Professional-Platine. Oben das ASRock-Logo, mittig das Fatal1ty-Logo und unten die Modellbezeichnung. Farblich wurde ein dunkles Rot und Schwarz miteinander vermischt.

Das mitgelieferte Zubehör

Innerhalb des Kartons fanden wir folgendes Mitbringsel:

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Von den üblichen Beigaben, wie die I/O-Blende, Mainboard-Handbuch inkl. DVD-Datenträger und dem Software Setup Guide einmal abgesehen, lagen lediglich zwei SATA-Kabel im Karton. Ein Blick auf die ASRock-Webseite verrät, dass hier auch kein Fehler vorliegt. Bei einem H87-Mainboard muss natürlich etwas gespart werden, wenn man es für 90 Euro anbieten möchte - bei den Kabeln und Zugaben ist dies am einfachsten.


Das ASRock H87 Performance wird logischerweise mit dem H87-Express-Chipsatz ausgeliefert. Der PCH selbst unterstützt nun nativ sechs USB-3.0- und sechs SATA-6G-Schnittstellen und hat weiterhin alle aktuellen Features, wie Intel Smart Response Technology, Intel Rapid Start Technology und natürlich die Intel Smart Connect Technology mit an Bord.

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Acht Phasen befeuern die Haswell-CPU mit der fixen Input-Voltage.

ASRock setzt hierbei auf acht Phasen und möchte damit einen stabilen Betrieb gewährleisten. Da in den meisten Fällen Sockel LGA1150-CPUs ohne freien Multiplikator zum Einsatz kommen sollten, ist das auch mehr als ausreichend. Unter dem Passiv-Kühler "verstecken" sich die MOSFETs. Für die CPU-Stromversorgung an sich hält sich ein 8-poliger ATX +12V-Anschluss bereit.

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Selbst Multi-GPU mit zwei AMD-Grafikkarten wird unterstützt.

Der H87-Chipsatz ist einzig und allein dazu in der Lage, nur die ganzen 16 PCIe-3.0-Lanes von der CPU auf einen PCIe-3.0-x16-Slot zu leiten. Der untere PCIe-x16-Slot hat deswegen lediglich die PCIe-2.0-Spezifikationen erhalten und arbeitet demnach eng mit dem H87-PCH zusammen. Ihm werden dabei nur vier Lanes zugeordnet. Das ist übrigens der Grund, weshalb das H87 Performance ausschließlich AMDs Multi-GPU-Technologie unterstützt. Davon abgesehen können aber auch zwei PCIe-2.0-x1- und drei PCI-Slots belegt werden.

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Mit sechs SATA-6G-Buchsen ist der H87-PCH auch bereits vollständig belegt.

Budgetbedingt finden wir die SATA-Ports in vertikaler Ausrichtung vor. Alle sechs Anschlüsse sind selbstredend mit der SATA-6G-Spezifikation kompatibel und direkt an den H87-Chipsatz gekoppelt. Oberhalb der beiden linken SATA-Buchsen sehen wir auch gleich den ASMedia ASM1083, der als PCIe-zu-PCI-Bridge dient, damit die Kommunikation zwischen PCI-Slots und PCH auch funktioniert. Ebenfalls dabei sind erfreulicherweise zwei eigenständige BIOS-Chips. Unten zwischen den SATA-Schnittstellen kann das BIOS via Jumper auf Werkseinstellungen zurückgesetzt werden. Weiter oben auf dem PCB existiert ein weiterer Jumper, über den das BIOS A oder BIOS B selektiert werden kann.

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Das I/O-Panel vom ASRock H87 Performance.

Gerade für den geringen Anschaffungspreis ist das I/O-Panel ansprechend bestückt. Insgesamt acht USB-Schnittstellen, darunter vier Stück als USB-3.0-Version, dazu jeweils ein VGA, DVI- und HDMI-Grafikausgang sowie ein HDMI-in-Grafikeingang sind erreichbar. Dann dürfen natürlich der LAN-Port und auch die Audio-Buchsen nicht fehlen. Selbst eine digitale Audioübertragung ist dank des Lichtwellen-Anschlusses möglich.

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Das ASRock H87 Performance nochmal in der Übersicht.

ASRock hat auf das PCB auch einen anständigen Sound draufgepackt. Unter dem "Purity Sound"-EMI-Shield kümmert sich der Realtek ALC1150 um sämtliche Audiosignale. Auch für hochohmige Kopfhörer ist mit dem NE5532 von Texas Instruments bestens gesorgt. Der Kopfhörerverstärker kann problemlos Kopfhörer mit einer maximalen Impendanz von 600 Ohm bedienen. Alle Netzwerkaufgaben werden hingegen vom Intel I217-V übernommen. Der Netzwerk-Controller macht eine maximale Datenübertragungsrate von 1 GBit/s mit und ist natürlich auch zu den Geschwindigkeiten 100 MBit/s und 10 MBit/s abwärtskompatibel.

Der Käufer des ASRock H87 Performance muss generell auf den besonderen Komfort verzichten, der auf den höherpreisigen Mainboards zum guten Ton gehört. Beispielsweise gibt es keinerlei Onboard-Buttons, die in manchen Situationen echt hilfreich sein können. Auch ist hier eine Diagnostic-LED nicht mit enthalten. Funktionell gesehen müssen aber keine Einschränkungen in Kauf genommen werden. Auf dem PCB verteilt sind sogar beachtliche sechs FAN-Header, die allerdings nicht alle über vier Pins verfügen. Und auch an dem Mainboard-Layout gibt es eigentlich nichts zu beanstanden. Obwohl hier das schmalere ATX-Format vorliegt, ist genügend Platz vorhanden, um auch größere CPU-Kühler montieren zu können. In unserem Falle hatten wir absolut keine Schwierigkeiten, den bequiet Dark Rock Pro C1 zu verbauen.


BIOS

Für das H87 Performance sind nun schon einige aktualisierte BIOS-Versionen erschienen. Zum Testzeitpunkt war die Version P1.60 aktuell, die wir bequem per Instant-Flash-Feature aufgespielt haben und folgende Verbesserungen mitbringt:

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Die UEFI-Oberfläche vom ASRock H87 Performance.

ASRock verzichtet auf einen "EZ-Mode" und belässt es schlicht beim Advanced-Mode, der natürlich farblich dem Fatal1ty-Mainboard angepasst wurde. Die "Main"-Seite zeigt vorab einige Informationen wie das installierte Prozessormodell, die Arbeitsspeicherkapazität und auch die aktuell laufende BIOS-Version. Der "OC Tweaker"-Reiter bietet zahlreiche Overclocking-Funktionen an, die für eine Gaming-Platine sehr großzügig ausfallen. Dort lassen sich die Taktfrequenzen und die Spannungen konfigurieren sowie weiteres Feintuning vornehmen. Die Onboard-Komponenten können wiederum auf der "Advanced"-Page eingestellt werden. Beispielsweise lassen sich dort die USB-, Netzwerk- und Storage-Anschlüsse auf Wunsch deaktivieren. Es werden so viele Tools angeboten, dass ASRock ihnen eine dedizierte Seite gegönnt hat. Der Anwender erhält Zugriff auf den System Browser, den UEFI Tech Service, natürlich dem Instant-Flash-Feature entweder per USB oder direkt über die Internetleitung. Die festgelegten BIOS-Settings können auch in Profilen abgespeichert werden. Als eines der besonderen Features ist das ASRock OMG (Online Management Guard), mit dem festgelegt werden kann, zu welchen Uhrzeiten in der Woche eine Internetverbindung bestehen soll.

Der Hardware-Monitor zeigt die CPU-Temperatur, die wichtigsten Spannungen sowie die Lüftergeschwindigkeiten an. Drehen sich die Lüfter derart schnell, dass sie Krach veranstalten, können sie auch einfach heruntergeregelt werden. Sämtliche Boot-Einstellungen sind logischerweise im "Boot"-Menüpunkt zu finden. Es lässt sich an dieser Stelle einstellen, ob beispielsweise das Full Screen Logo angezeigt werden oder ob Fast Boot aktiviert sein soll. Abseits vom Bootmenü kann hier auch die Bootreihenfolge verändert werden. Die letzten beiden Punkte "Security" und "Exit" sind dagegen geläufig und bedürfen keiner weiteren Erklärung.

Dem UEFI können wir eine sehr gute Stabilität bescheinigen. Die Bedienung fällt mit Maus und Tastatur angenehm aus.

 

Overclocking

Eigentlich ist bekannt, dass generell kein Overclocking mit den H87-Mainboards mehr möglich ist. Auch nicht, wenn der Käufer eine K-CPU, wie den Core i5-4670K oder den Core i7-4770K, installiert hat. Nicht so beim H87 Performance von ASRock! Die Taiwaner haben dennoch Funktionen ins UEFI implementiert, welche das Overclocking, zusammen mit einer K-CPU, ermöglichen. Und in der Praxis werden die Multiplikator-Erhöhungen auch tatsächlich übernommen, wie unser Overclocking-Test beweist. Mittlerweile wird von ASRock bereits die BIOS-Version P1.90 angeboten, welche die Overclocking-Fähigkeit mit einer K-CPU noch immer beinhaltet.

Überraschenderweise lässt sich der BCLK nicht verändern, bzw. es gibt keinerlei Funktion im UEFI. Dafür sind aber alle wichtigen Spannungen vertreten. Bei der CPU-Spannung hat der Anwender lediglich die Wahl, eine fixe Spannung (override) festzulegen. Hier beträgt der Spielraum 0,800 Volt bis 2,000 Volt in 0,001 Volt-Intervallen. Alternativ kann der Offset-Modus gewählt werden, der eine Veränderung von 0,001 Volt bis 1,000 Volt nach oben und nach unten erlaubt. Generell ist bei der VCore Feintuning angesagt. Alle weiteren Overclocking-Eigenschaften können der Tabelle entnommen werden:

Die Overclocking-Funktionen des ASRock H87 Performance in der Übersicht
Base Clock Rate -
CPU-Spannung 0,800 V bis 2,000 V in 0,001-V-Schritten (Fixed-Modus)
-1,000 V bis +1,000 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 1,165 V bis 1,800 V in 0,005-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-VCCIN-Spannung 1,200 V bis 2,300 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
-0,600 V bis +0,400 V in 0,010-V-Schritten (Offset-Modus)
CPU-Ring-Spannung

0,800 V bis 2,000 V in 0,001-V-Schritten (Fixed- und Adaptive-Modus)
-1,000 V bis +1,000 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)

CPU-SA-Spannung -1,000 V bis +1,000 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)
CPU-IO-Analog/Digital-Spannung -1,000 V bis +1,000 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)
CPU PLL-Spannung -
PCH-Core-Spannung 0,977 V bis 1,322 V in 0,005-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen PCH 1,5V, CPU Input Offset
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 34 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
Weitere Besonderheiten UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE (C6/C7), EIST
Turbo-Modus (All Cores, By number of active cores),
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und vier optionale Fans, Short Duration Power Limit,
Long Duration Maintained, Long Duration Power Limit, Primary Plane Current Limit
FIVR Switch Frequency Signature, FIVR Switch Frequency Offset

Für den Anfang haben wir den Multiplikator auf den Wert 47 und die VCore bei 1,250 Volt fixiert. Diese Kombination stellte für das günstige H87 Performance keine Herausforderung dar. Wenn wir jedoch die Spannung reduziert haben, verabschiedete sich das System mit einem Bluescreen.

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Bestes Ergebnis mit dem 1.0-Strap: 4,7 GHz bei 1,251 Volt

Das Overclocking-Potential unterscheidet sich kaum von den teureren Z87-Modellen. Man merkt nur anhand mancher fehlenden BIOS-Settings, dass wir ein Mainboard mit Intels H87-Chipsatz vor uns liegen haben - was beim Übertakten etwas Flexibilität kostet.

Leider hinterließ das H87 Performance keine Übertaktungsmöglichkeiten für den Arbeitsspeicher. Der höchste RAM-Teiler lag bei den maximal spezifizierten DDR3-1600.

Als Steuerungs-Software packt ASRock auch dem H87 Performance noch das F-Stream-Utility hinzu, womit vor allem die Übertaktung auch unter der Windows-Oberfläche vorgenommen werden kann.

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Das F-Stream-Utility.

ASRock stattet das H87 Performance mit dem Tuning-Utility "F-Stream" aus, mit dem sich viele Einstellungen auch außerhalb des BIOS verändern lassen. Generell kann der "Operation-Mode" zwischen den drei Modi "Performance Mode", "Standard Mode" und "Power Saving" ausgewählt werden. Zu den weiteren Features gehören die "Good Night LED", das "FAN-Tastic Tuning", "Dehumidifier" (Luftentfeuchter), "HDMI-IN", "Key Master" und "Mouse Polling". Nicht zu vergessen, gehört natürlich auch das "XFast RAM"-Feature dazu. Im "OC Tweaker" können die CPU-Takfrequenz sowie die ganzen Spannungen eingestellt werden. Ebenfalls nützlich sind die anzeigbaren Systeminformationen sowie der "System Browser".

In den folgenden Videos werden die XFast555-Funktionen, das Dehumidifier- und das ASRock OMG-Feature (Online Management Guard) präsentiert:

ASRock Feature - XFast555
ASRock Feature - Dehumidifier
ASRock Feature - Online Management Guard

Alle BIOS- und F-Stream-Screenshots sind in der folgenden Bildergalerie einsehbar.

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Mit diesem Testsystem haben wir das ASRock H87 Performance getestet:

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz.

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version.

Seit der Einführung der Nehalem-Prozessoren und der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 1600 MHz und 9-9-9-24 1T - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim ASRock H87 Performance ist allerdings alles so, wie es zu erwarten wäre: Die Turbo-Modi laufen korrekt und auch keine versteckte Übertaktung ist aktiv.

Wir testen allerdings nur noch vier Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2011, SuperPi 8M, Cinebench 11.5 und Sisoft Sandra 2011 Memory Benchmark:

3DMark 2011

3DMark_2011_1
Leistung in Futuremark-Punkten

Cinebench 11.5 CPU

Cinebench 1
Leistung in Cinebench-Punkten

Sisoft Sandra Memory Benchmark:

SiSoft_Sandra 1
Bandbreite in GB/s

SuperPi 8M

SuperPi 1
Zeit in Sekunden (weniger ist besser)

Die Leistung ist natürlich genau wie bei den Z87-Modellen ausgefallen. An dieser Stelle gibt es nichts zu beanstanden.

Auch bei der Lynx Point-Plattform werden wir die Bootzeit protokollieren. Wir messen die Zeit in Sekunden, wie lange das Mainboard benötigt, um alle Komponenten zu initialisieren und mit dem Windows-Bootvorgang beginnt.

Bootzeit (vom Einschalten bis zum Windows-Bootvorgang)

Bootzeit
Zeit in Sekunden (weniger ist besser)

Das ASRock H87 Performance teilt sich in Sachen Boot-Zeit den ersten Platz mit dem Gigabyte G1.Sniper Z87. Es benötigte ebenfalls nur 10,87 Sekunden.


Neben der wichtigen Performance ist auch der Stromverbrauch des heimischen PCs kein unwichtiges Kriterium. Was man häufig unterschätzt, ist die Tatsache, dass selbst die verschiedenen Mainboard-Modelle der zahlreichen Hersteller unterschiedlich viel Strom aus der Steckdose ziehen. Ein Grund dafür sind die verschieden eingesetzten BIOS-Versionen, die teilweise die von Intel referenzierten Stromsparmechanismen schlecht oder gar falsch umsetzen oder dass Onboardkomponenten sich eigentlich deaktivieren sollten, wenn diese entweder durch dedizierte Hardware ersetzt wurden oder einfach nicht verwendet werden. Darüber hinaus kann aber manchmal auch die Stromversorgung verantwortlich gemacht werden, wenn unter Default Settings mehr Energie zur Verfügung gestellt wird, als eigentlich benötigt wird. Genau deswegen spielt die Effizienz eine wichtige Rolle. Wenn die Effizienz der Stromversorgung nun also schlecht ausfällt, wird mehr Strom verbraucht. Zu unterschätzen ist hierbei aber auch die Software nicht, sodass sie ebenfalls gut abgestimmt sein muss, damit eine zufriedenstellende Effizienz gegeben ist.

Das ASRock H87 Performance hat keine nennenswerten Zusatz-Controller und andere Chips erhalten. Lediglich ein LAN-Controller und ein Audio-Codec tragen ihren Teil zum Stromverbrauch bei.

Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 11.5 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-spanTest, Vollauslastung). Die jeweiligen Werte entsprechen dem System-Gesamtverbrauch.

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Für den ersten Test sind die Default Settings aktiv, sodass der Großteil der Onboardkomponenten bereits aktiviert ist. Die Grafikausgabe erfolgt über die Radeon HD 7850, wobei wir die iGPU im BIOS nicht deaktiviert haben. Wie bereits weiter oben geschrieben, sind alle Stromspar-Features eingeschaltet, was mit den Werten einer manuellen Konfiguration scheinbar gut umgesetzt wurde.

Leistungsaufnahme Idle

Idle
Leistung in Watt

Zumindest im Leerlauf schluckt das H87 Performance genauso viel aus der Steckdose wie die meisten anderen ASRock-Platinen. Der Verbrauch lag bei guten 41,6 Watt.

Leistungsaufnahme Cinebench 11.5 CPU

Cinebench
Leistung in Watt

Mit Cinebench ging es wieder in die Teillast. Auch hier schnitt das H87-Mainboard mit 101,6 Watt gut ab.

Leistungsaufnahme Prime95

Prime95
Leistung in Watt

Eine Differenz nach oben mit genau 11,1 Watt konnten wir mit Prime95 festhalten. Ein gutes Ergebnis, soviel steht fest!

Spannungen Prime95

Spannungen
Spannungen in Volt

Die CPU-Spannung wurde standardmäßig mit 1,044 Volt angelegt.

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sämtliche USB-3.0- und SATA-Controller sind hier beispielsweise deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber alle energiesparenden Features werden zusätzlich manuell aktiviert. Die Radeon HD 7850 ist weiterhin die primäre Grafikkarte.

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

Leistungsaufnahme Idle

Idle
Leistung in Watt

Leistungsaufnahme Cinebench 11.5 CPU

Cinebench
Leistung in Watt

Leistungsaufnahme Prime95

Prime
Leistung in Watt

Spannungen Prime95

Spannungen
Spannungen in Volt

Es konnten keine besonderen Onboard-Komponenten deaktiviert werden, die zu einer verminderten Leistungsaufnahme geführt hätten.

Insgesamt arbeitet die Platine recht effizient und liegt damit in etwa auf dem Niveau der meisten anderen ASRock-Mainboards.


USB-3.0-Performance

Beim H87 Performance hat es ASRock in Sachen USB-3.0-Ports bei der maximalen Anzahl des PCHs belassen, sprich sechs Anschlüsse. Am I/O-Panel sind vier Stück abgreifbar, die anderen beiden in Form eines internen Headers. Um die USB-3.0-Schnittstellen zusammen mit dem älteren BOT-Protokoll (Bulk Only Transport) an ihr Limit zu treiben, verwenden wir die SanDisk Extreme mit 120 GB, welche in ein externes USB-3.0-Gehäuse installiert wird.

ATTO USB3 small
Die USB-3.0-Performance beim ASRock H87 Performance
(nativ über den H87-PCH).

Schreibend wurden im späteren Verlauf immer mindestens 180 MB/s erreicht. Die Leserate lag dabei nur leicht darunter. Im Schnitt betrug sie 177 MB/s, was insgesamt absolut im grünen Bereich liegt.

 

SATA-6G-Performance

Für den Storage-Bereich sind es ebenfalls maximal sechs SATA-6G-Ports, die auch an den PCH angebunden sind. Für diesen Test wird die SanDisk Extreme 120 direkt an die SATA-Ports angeklemmt.

ATTO USB3 small
Der H87-Chipsatz schlägt sich erst im späteren Verlauf sehr gut.

Anfänglich schwächelt die Leistung etwas. Später jedoch stimmt die Performance und erreicht annehmbare Transferraten. Die Lesedurchsatzrate kletterte bis auf 556 MB/s, schreibend waren dagegen als Peakwert maximal 526 MB/s drin.


Das ASRock H87 Performance aus der Fatal1ty-Serie gestaltete sich als Überraschungspaket. Nicht nur deswegen, weil es zu einem günstigen Kurs zu haben ist, sondern da es sich auch zum erweiterten Overclocking mit dem Core i5-4670K und dem Core i7-4770K hervorragend eignet, was von Intel mit dem H87-Chipsatz so eigentlich nicht vorgesehen ist. Abgesehen von der Tatsache, dass auf dem PCB tatsächlich der H87-Chipsatz werkelt, haben wir keine Barriere zu den Z87-Modellen spüren können. Für die CPU-Spannungsversorgung zeigen sich acht Phasen verantwortlich. Trotz H87-Unterbau erhält der Nutzer auch Zugriff auf viele Overclocking-Funktionen. Lediglich der BCLK ließ sich nicht verändern und auch das RAM-Overclocking wurde gleich vorneweg untersagt. Der höchste RAM-Teiler ist somit DDR3-1600. Für den Alltagsgebrauch reicht die native Geschwindigkeit aber auch aus.

Neben den üblichen vier DIMM-Slots, die insgesamt 32 GB Arbeitsspeicher aufnehmen können, halten sich darüber hinaus noch ein PCIe-3.0-x16- und ein PCIe-2.0-x16-Slot bereit, die zumindest ein Multi-GPU-Gespann mit zwei AMD-Grafikkarten ermöglichen. Abgesehen davon können auch zwei PCIe-2.0-x1- und drei PCI-Slots belegt werden. Die Taiwaner beschränken sich ansonsten auf die maximale Anschlussanzahl, die rein mit dem H87-PCH möglich ist. Demnach sind auch nicht mehr als sechs SATA-6G-Ports und ebenfalls sechs USB-3.0-Schnittstellen drin. Letztere verteilen sich mit vier Anschlüssen am I/O-Panel und zwei über den internen Header. Natürlich sind auch noch USB-Anschlüsse der zweiten Generation vertreten. ASRock hat sich bei der H87 Performance-Platine für acht Stück entschieden, vier extern und vier intern.

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Sämtlicher Netzwerk-Traffic wird vom Intel I217-V-NIC kontrolliert, der eine Datenübertragungsrate von 1 GBit/s problemlos mitmacht. Soundtechnisch gibt es den Realtek ALC1150 auf die Ohren. Speziell für Kopfhörer ist sogar ein Kopfhörerverstärker mit dabei, der bis 600 Ohm mitspielt. Alle passenden Anschlüsse sind auch dabei: Ein optischer Digitalausgang sowie fünf analoge Audiobuchsen. Und auch, wenn der Käufer die in Haswell integrierte Grafikeinheit verwenden möchte, steht ihm jeweils ein VGA-, DVI-D- HDMI-out- und HDMI-in-Anschluss zur Verfügung.

Die UEFI-Oberfläche wurde 1:1 vom ASRock Z87 Professional übernommen, die auch beim H87 Performance keine Fehler gezeigt hat. Absolut stimmig ist auch die Effizienz, die in jeder Last-Situation im grünen Bereich liegt. Preislich ist das ASRock H87 Performance bei unter 100 Euro anzutreffen. So ist die Platine bei Amazon um die 90 Euro und in unserem Preisvergleich bei knapp 80 Euro gelistet. Gerade bei etwa 80 Euro stellt der Preis ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis dar, vor allem dann, wenn auch eine K-CPU dazu gewählt wird. Fraglich ist jedoch, ob ASRock bei künftigen BIOS-Updates diese Fähigkeit wieder rausnehmen wird. Aber auch, wer beispielsweise den beliebten Xeon E3-1230v3 oder den Core i5-4570 ohne freien Multiplikator gewählt hat, kann mit dem ASRock H87 Performance voll auf seine Kosten kommen, die in diesem Fall deutlich im Rahmen liegen.

Positive Eigenschaften des ASRock H87 Performance:

Negative Eigenschaften des ASRock H87 Performance:

Wenn gezielt nur eine dedizierte Grafikkarte eingeplant wurde, könnte das ASRock H87 Performance ein passender Unterbau für das neue System sein. Die gebotene Ausstattung wird dem Großteil der Bevölkerung ausreichen und als großer Bonus ist selbst das Übertakten mit dem Core i5-4670K und dem Core i7-4770K möglich. Alleine aus diesem Grund kann das Mainboard als Geheimtipp bezeichnet werden. Zu unterschätzen ist aber auch die Effizienz nicht, die zwar keine neuen Rekorde aufgestellt hat, dennoch alles andere als beunruhigend ausfällt. Das ASRock H87 Performance erhält von uns den Preis-Leistungs-Award. Herzlichen Glückwunsch!

PL ASRock H87 Performance

Alternativen? Um nun im H87-Lager zu bleiben, könnte auch das MSI H87-G43 GAMING interessant sein, welches im ähnlichen Preissegment angesiedelt ist und zudem deutlich mehr auf Gaming-Features setzt.

 

Persönliche Meinung

Ich habe absolut nicht damit gerechnet, dass es mit dem ASRock H87 Performance möglich ist, den Core i7-4770K zu übertakten, wie es eigentlich nur mit den Z87-Mainboards funktionieren sollte. Schaut man sich dann im Internet nach dieser Thematik um, so ist es schon seit längerer Zeit mit diesem Mainboard möglich. Zusätzlich empfinde ich den Preis für die gebotene Ausstattung absolut fair. Wer sich zudem einen Haswell-Prozessor mit dem K-Suffix zulegen möchte, kann mit dem ASRock H87 Performance ordentlich Geld einsparen. (Marcel Niederste-Berg)