ASRock Z87 Extreme11/ac im Test

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IMG 4 logoExtreme Z87-Mainboards hatten wir schon einige im Test. Die High-End-Platinen bieten eine Luxus-Ausstattung, die sicherlich nur für Enthusiasten Sinn macht. Die neue Krönung im Bereich der teuersten Z87-Mainboards ist aber das ASRock Z87 Extreme11/ac, das uns heute für den Test vorliegt. Es verfügt über eine absolute Luxus-Ausstattung, Overclocking-Features und teure Onboard-Komponenten, weshalb auch der Preis höher angesiedelt sein sollte. Wir haben das Sockel 1150-Flaggschiff von ASRock getestet und zeigen auf, wo die Feinheiten dieses Exoten liegen.

Bereits auf der diesjährigen IDF 2013 und Mitte November sind einige Informationen zum ASRock Z87 Extreme11/ac ans Tageslicht gerückt. Die Mainboards mit "Extreme 9" und "Extreme 11"-Endung sind traditionell die Top-Mainboards von ASRock. Die Erweiterung "/ac" steht für WLAN-Support nach dem Standard 802.11ac. Das Z87 Extreme11/ac ist das Nachfolgemodell des Z77-Pendants Z77 Extreme11, welches wir ebenfalls im Test hatten. Auch das aktuelle Modell ist definitiv nichts für Durchschnitts-Anwender und auch nicht für Sparfüchse vorgesehen. Dieser vor Ausstattung strotzende Bolide ist etwas für absolute Enthusiasten, für die der sehr hohe Anschaffungspreis kein großes Problem darstellt. Im Gegenzug erhält der Käufer ein bestens ausgestattetes Mainboard, welches seinesgleichen sucht. Besonders erwähnenswert sind vorab die insgesamt 22 SATA-6G-Ports (mit teilweisem SAS-Support), zwei Thunderbolt-Buchsen in der zweiten Generation, ein Mini-PCIe-Slot und gleich zwei mSATA-6G-Slots.

Ergänzend dazu hat ASRock auch vier PCIe-3.0-x16-Slots vorgesehen, mit denen also auch ein Multi-GPU-Gespann mit vier Grafikkarten möglich ist. Mithilfe von zehn USB-3.0- und weiteren sieben USB-2.0-Anschlüssen lässt sich das System umfangreich erweitern. Mit dabei ist ein WLAN 802.11a/b/g/n/ac- und Bluetooth-4.0-Modul, welches schon einmal im Mini-PCIe-Slot Platz genommen hat. Die kabelgebundene Netzwerkverbindung kann über einen oder zwei LAN-Ports erfolgen. Das alles klingt von der technischen Seite her sehr interessant. Auf den nächsten Seiten werden wir uns mit den Onboard-Features daher im Detail beschäftigen.

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Das ASRock Z87 Extreme11/ac in der Übersicht.

Bei den vielen Slots, Anschlüssen, Chips und den üppigen Lötstellen muss man erst einmal freie Stellen auf dem PCB finden. Traditionell ist das PCB schwarz gehalten, wie bei allen High-End-Platinen von ASRock. Passend dazu sind auch alle Slots und Anschlüsse ebenfalls in Schwarz gehalten. Nur ein Teil des Passivkühlers im Bereich des PCHs sorgt in Silber für einen hochwertigen Look. Die Maße des Z87 Extreme11/ac entsprechen dem E-ATX-Format. Vor dem Kauf sollte also darauf geachtet werden, dass das Gehäuse solche Platinen-Größen aufnehmen kann.

Die Spezifikationen

Nun folgen die technischen Eigenschaften:

Die Daten des ASRock Z87 Extreme11/ac in der Übersicht
Mainboard-Format E-ATX
Hersteller und
Bezeichnung
ASRock
Z87 Extreme11/ac
Straßenpreis ca. 512 Euro
Homepage http://www.asrock.com/index.de.asp
Northbridge-/CPU-Features
Chipsatz Intel Z87 Express Chipsatz + PEX8747 + PEX8605
Speicherbänke und Typ 4x DDR3 (Dual-Channel)
Speicherausbau max. 32 GB (mit 8-GB-DIMMs)
SLI / CrossFire CrossFireX (4-Way) , SLI (4-Way)
Onboard-Features
PCI-Express

4x PCIe 3.0 x16, (-/-/x16/-, x8/-/x16/-, -/x8/x8/x8, x8/x8/x8/x8)
3x PCIe 2.0 x1
1x Mini-PCIe (bereits belegt)

PCI -
Serial-ATA-, SAS- und 
ATA-Controller

6x SATA 6G mit RAID 0, 1, 5, 10 über Intel Z87
16x SATA 6G/SAS 3 über LSI SAS3008 + 3X24R Expander mit RAID 0, 1, 1E, 10
2x mSATA 6G über Intel Z87 (shared)
1x eSATA 6G über Intel Z87 (shared)

USB 12x USB 3.0 (6x am I/O-Panel, 6x über Header (nur mit der Wi-SD-Box, ansonsten 4x USB 3.0))
zwei über Z87 direkt, acht über 2x ASM1074 (Hub)
7x USB 2.0 über Z87 (2x am I/O-Panel, 4x über Header, 1x Typ A onboard)
Grafikschnittstellen 1x HDMI 1.4a, 1x DisplayPort 1.2, 2x Mini-DisplayPort (über Thunderbolt)
WLAN / Bluetooth WLAN 802.11a/b/g/n/ac, Bluetooth 4.0
Thunderbolt 2x Thunderbolt 2.0 über Intel DSL5520
LAN

1x Intel I217-V Gigabit-LAN
1x Intel I211-AT Gigabit-LAN

Audio 8-Channel Realtek ALC1150 + 2x TI NE5532 Audio Codec

Die Verpackung unterscheidet sich nicht von den anderen Z87 Extreme-Modellen und ist also ebenfalls silber/grau. Mittig rechts prangt ebenso das A-Style-Logo von ASRock. Oben ist die Modellbezeichnung zu erkennen sowie unten einige Features, die das Z87 Extrmee11/ac mitbringt. Auf dem Karton ist der Aufdruck "New Version" zu sehen. Hierbei handelt es sich um den Hinweis, dass auf dem PCB bereits das C2-Stepping vom PCH werkelt.

Das mitgelieferte Zubehör

Im Inneren des Kartons konnten wir folgendes Zubehör finden:

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Das Zubehör fällt umfangreich aus. Hinzu gehören zehn SATA-Kabel, die ASRock Wi-Di-Box, drei SLI-Bridges sowie zwei 4-polige Molex-zu-SATA-Power-Adapter. Der Kleinkram wurde in dem schwarzen Stoffbeutel untergebracht. Die ASRock Wi-Di-Box bringt vier USB-3.0-Ports sowie ein SD-3.0-Slot mit. Zusätzlich wurden dort die Antennen für WLAN und Bluetooth verbaut.

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ASRock liefert die Wi-SD-Box mit.

Das 5,25-Zoll-Frontpanel bringt vier USB-3.0-Anschlüsse und einen SD-3.0-Slot mit. In dem Panel integriert sind die Antennen für WLAN und Bluetooth. Auf dem Bild sieht man zudem eine kleine Platine. Auf ihr wurde ein ASM1074-USB-3.0-Hub verlötet. Demnach wird auf dieser Art und Weise ein interner USB-3.0-Header zu vier Anschlüssen erweitert. Nur wenn der Anwender die mitgelieferte Box nutzt, können mit dem Z87 Extreme11/ac insgesamt zwölf USB-3.0-Schnittstellen genutzt werden. Andernfalls sind es "nur" zehn Stück.


Natürlich kommt auf dem Z87 Extreme11/ac der neue Z87-PCH von Intel zum Einsatz. Dabei bietet der Z87-Chipsatz einige Verbesserungen gegenüber dem Vorgänger. Nativ kann er nun mit jeweils sechs USB-3.0- und SATA-6G-Schnittstellen umgehen. Zusätzlich ist er mit den bereits bekannten Features kompatibel: "SSD-Caching", "Intel Smart Response Technology", "Intel Rapid Start Technology" und natürlich die "Intel Smart Connect Technology".

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12 hochwertige Phasen sind auch für anspruchsvolle Overclocking-Fans interessant.

Das VRM-Design besteht aus zwölf digitalen Phasen, welche besonders effizient arbeiten sollen. Gleichzeitig wird seitens ASRock eine hohe Zuverlässigkeit und eine lange Lebensdauer durch hochwertige Komponenten ermöglicht. Unter dem Passivkühlkörper links neben dem CPU-Sockel wurde der PEX8747 untergebracht, der gern gekühlt werden möchte. Oberhalb des Sockels befindet sich ein weiterer Kühler. Er kümmert sich um die MOSFETs und wird von einem Lüfter tatkräftig unterstützt. Zum Einsatz kommen übrigens Dual-Stack-MOSFETs, d.h. übereinander befinden sich zwei Dies und sollen auf diese Weise zu einer wesentlich besseren Stromversorgung beitragen. Für die CPU-Spannungsversorgung an sich hat ASRock gleich zwei 8-polige ATX +12V-Buchsen verlötet.

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Natürlich bleibt es bei vier DIMM-Slots.

Auch bei dem best ausgestattetsten Mainboard bleibt es natürlich bei den von Intel vorgesehenen vier DIMM-Slots, die insgesamt eine Speicher-Kapazität von 32 GB aufnehmen können. ASRock selbst preist die Slots mit einer DDR3-2933+-Unterstützung an. Darum sollen sich vor allem die drei Phasen kümmern. In unserem Overclocking-Test wird sich zeigen, ob die DDR3-2800 drin sind. Bis auf die beiden USB-3.0-Header gibt es in diesem Bereich des PCBs allerdings nichts interessantes zu sehen.

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Intelligent gelöst: Zwischen den großen Slots wurden ein Mini-PCIe-Slot und zwei mSATA-Slots untergebracht.

Multi-GPU mit bis zu vier Grafikkarten? Dies stellt für das Z87 Extreme11/ac kein Hindernis dar. Passenderweise befinden sich auf dem PCB vier PCIe-x16-Slots der dritten Generation, die ihre Lanes nur indirekt von der Haswell-CPU erhalten. Dazwischen drängt sich noch der geläufige PEX8747 von PLX-Tech, der sich unter dem Passivkühlkörper direkt oberhalb der PCIe-Slots befindet. Der 48-Port-Gen3-Switch nimmt demnach die 16 Lanes von der CPU in Beschlag und verteilt die übriggebliebenen 32 Lanes an die vier langen Erweiterungsslots. Unüblicherweise erhält bei unserem heutigen Testsample aber nicht der oberste Slot als einziger die vollen 16 Lanes im Single-GPU-Betrieb, sondern der dritte PCIe-3.0-x16-Slot. Das ändert sich auch nicht beim 2-Way-Multi-GPU-Setup. ASRock empfiehlt in diesem Falle, eine Karte im obersten und die andere im dritten Slot zu installieren. Werden drei oder gar vier Grafikkarten verwendet, erfolgt die Anbindung immerhin über jeweils acht Lanes. Die folgende Tabelle stellt das Ganze nochmal übersichtlich dar:

PCIe-Slots und deren Lane-Anbindung
 PCIe-Slot 1PCIe-Slot 3PCIe-Slot 5PCIe-Slot 7
Single-GPU-Betrieb - - x16 -
Zwei Grafikkarten im 2-Way SLI/CrossFireX-Verbund x8 - x16 -
Drei Grafikkarten im 3-Way-SLI/CrossFireX-Verbund - x8 x8 x8
Vier Grafikkarten im 4-Way-SLI/CrossFireX-Verbund x8 x8 x8 x8

Davon abgesehen sind aber auch noch drei PCIe-2.0-x1-Slots verfügbar, die alternativ belegt werden können. ASRock hat zusätzlich noch die Lücken zwischen den großen Slots mit einem Mini-PCIe-Slot und zwei mSATA-6G-Slots gefüllt. Ersterer ist allerdings bereits mit dem WLAN-Bluetooth-Modul belegt. Das Modul unterstützt bereits den neuen WLAN 802.11ac-Standard, ist aber auch zu den älteren Standards vollständig kompatibel. Die beiden mSATA-6G-Slots sind an den Z87-PCH gekoppelt und müssen sich die Anbindung mit jeweils einem SATA-Port teilen.

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Einmal kurz gezählt: Es sind wirklich 22 SATA-Buchsen.

Das ist definitiv keine leichte Kost, die sich die Taiwaner hier überlegt haben. Vom 24-Pin-ATX-Stromanschluss bis links zum Ende des PCBs sind SATA-6G/SAS-Anschlüsse in Hülle und Fülle vertreten. Die sechs vertikal ausgerichteten Ports arbeiten über den Z87-Chipsatz und die 16 angewinkelten Ports über den LSI SAS3008-SAS-Controller + 3x24R Expander. Letzterer verdoppelt lediglich die Anzahl der SAS3/SATA-6G-Ports. Dabei beträgt die maximale Datenübertragungsrate über den SAS-Controller theoretisch satte 12 GBit/s (SAS 3), ist aber auch zu den Geschwindigkeiten 6 GBit/s, 3 GBit/s und 1,5 GBit/s vollständig kompatibel. Bei den SATA-6G-Anschlüssen über den Z87-PCH gibt es noch zu beachten, dass sich der zweite und vierte Anschluss die Anbindungen mit den beiden mSATA-6G-Slots teilen.

Der LSI SAS3008-SAS-Controller befindet sich, zusammen mit dem 3x24R-Expander und dem Z87-PCH, unter dem großen PCH-Kühlkörper. Deswegen ist es nur verständlich, dass eine reine Passivkühlung nicht ausreichend ist. Die insgesamt 16 SAS3/SATA-6G-Ports werden von zwei 128 MBit-Serial-Flash-Chips von Macronix begleitet. Demnach sind insgesamt 32 MB Cache auf dem Board vorhanden. Natürlich unterstützt der SAS-Controller auch diverse RAID-Level: RAID 0, 1, 1E und 10. Zu beachten ist jedoch, dass maximal zehn Laufwerke in ein RAID-Verbund eingebunden werden können.

LSI
Die Anbindung und Ausstattung des LSI SAS-Controllers

Der SAS3008 erhält die Anbindung über insgesamt acht PCIe-3.0-Lanes und ist an den PEX8747 gekoppelt. Im Controller selbst arbeitet ein kleines Rechenwerk mit der Bezeichnung "PowerPC 476" und taktet mit 1,2 GHz. Er selbst erhält einen 6 MB großen Speicher. Ebenfalls im Controller integriert ist ein 16 Bit breiter Speicherbus, über den der zusätzliche Cache angebunden ist. Am Ende geht eine Bandbreite von 9,6 GB/s in den 3x24R-Expander und von da aus zu den 16 SAS3/SATA-6G-Ports. Die Bandbreite von 9,6 GB/s müssen sich nun also 16 Anschlüsse teilen, die eigentlich für die Hälfte gedacht ist.

Generell steht dem Käufer auch das MegaRAID-Feature zur Verfügung, wo benutzerdefinierte Einstellungen, wie das Cache-Verhalten, konfiguriert werden können. Dabei stehen folgende Modi zur Verfügung: Always Read Ahead, No Read Ahead für die Read Policies, Always Write Back, Write Through für die Write Policies sowie Cached IO und Direct IO für die IO Policies.


Wir setzen nun beim I/O-Panel fort:

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Vollgepackt mit schönen Sachen: Das I/O-Panel des Z87 Extreme11/ac ist mit dem des Z87 Extreme9/ac bis auf eine Ausnahme identisch. Die beiden Thunderbolt-Anschlüsse entsprechen hier bereits der zweiten Revision. Abgesehen davon bleibt es bei sechs USB-3.0- und weiteren zwei USB-2.0-Schnittstellen sowie zwei Gigabit-LAN-Ports, jeweils einem DisplayPort- und HDMI-Grafikausgang und einer eSATA-6G-Buchse. Natürlich sollen die Audioanschlüsse nicht unerwähnt bleiben. Darunter befindet sich auch ein optischer Digitalausgang.

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Der neue Thunderbolt-2.0-Controller: Intel DSL5520

Genau wie das Extreme9/ac-Modell hat die Extreme11/ac-Version zwei Thunderbolt-Schnittstellen erhalten. In diesem Fall jedoch wurde der brandneue Intel DSL5520-Controller verbaut, der die Spezifikationen der zweiten Generation inne trägt. Die Datendurchsatzrate wurde von 10 GBit/s auf nun 20 GBit/s verdoppelt. Ansonsten bleibt alles beim Alten.

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"Purity Sound" alias Realtek ALC1150 + 2x TI NE5532 für die Ohren.

Ebenfalls gleich fällt das Sound-Angebot aus. Unter dem "Purity Sound"-Deckel arbeitet der Realtek ALC1150, der vom TI NE5532 von Texas Instruments begleitet wird. Letzterer arbeitet als Kopfhörerverstärker und ist bis 600 Ohm ausgelegt. Ein weiterer TI NE5532 wird als Differential Amplifier eingesetzt und unterstützt problemlos einen SNR DAC von satten 115 dB, was auch für den Soundprozessor, sprich für den ALC1150 selbst gilt. Hinzu kommt generell eine 7.1-Kanalunterstützung.

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Für den Stromhunger: Zwei 4-Pin-Molex-Anschlüsse

Für den Fall, dass der Anwender mehr als zwei Grafikkarten auf das Board spannt, ist es ratsam, eine zusätzliche Stromquelle zu nutzen. Um nicht auszuschließende Instabilitäten auszumerzen, hat ASRock zwei 4-polige-Molex-Buchsen verlötet. Dann steht dem Multi-GPU-Genuss nichts mehr im Wege.

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Einige Onboard-Features sind auch dabei.

Links sehen wir neben den zwei USB-2.0-Headern einen vertikal ausgerichteten USB-2.0-TypA-Anschluss, gefolgt von einer Debug-LED sowie jeweils einem Power- und Reset-Button. Oben rechts dagegen wurde auch an einen BIOS-Switch gedacht. Etwas versteckt, oberhalb der Debug-LED, hat ASRock auch ein CMOS-Panel untergebracht, womit das BIOS auch auf diesem Wege hin in den Werkszustand versetzt werden kann.


Weiter geht es mit dem ASM1442K als TMDS Level Shifter:

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Der ASM1442 fungiert als TMDS Level Shifter.

Der ASM1442K positioniert sich zwischen iGPU und dem HDMI-Grafikausgang und durch ihn wird die Wiedergabe von 4K-Medien erst möglich, welche immer mehr zum Trend werden.

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Zwei ASM1074 erweitern die USB-3.0-Anschlüsse.

Bei insgesamt zehn bzw. 12 USB-3.0-Schnittstellen benötigt der Z87-PCH natürlich eine tatkräftige Unterstützung, die von zwei ASM1074 gebildet wird. Einer der USB-3.0-Hubs kann vier Anschlüsse steuern. Die Rechnung geht also prima auf.

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Der NCT6776D von Nuvoton wird ebebfalls als Super I/O-Chip eingesetzt.

Super I/O-Chips von Nuvoton sind weit verbreitet. Auf dem Z87 Extreme11/ac übernimmt der NCT6776D die Rolle. Durch ihn werden die Spannungen, die Temperaturen sowie die Lüftergeschwindigkeiten im Auge behalten und ist auf jedem Mainboard unverzichtbar.

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Auf dem Z87 Extreme11/ac ist natürlich Dual-Gigabit-LAN ein Thema.

Auf dem Bild ist der Intel I217-V zu sehen, der problemlos mit 1 GBit/s zurechtkommt. Der zweite Gigabit-LAN-Port wird über den Intel I211-AT angesteuert. Beide Netzwerk-Anschlüsse sind zu den beiden langsameren Modi "100 MBit/s" und "10 MBit/s" abwärtskompatibel. Beide Ports können zudem via Teaming-Funktion zusammengeschaltet werden.

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Das ASRock Z87 Extreme11/ac nochmal in der Übersicht.

Es ist gut zu sehen, dass ASRock versucht hat, das gesamte E-ATX-Mainboard mit Features vollzustopfen - und in der Tat ist das den Taiwanern auch gelungen. Die gebotene Ausstattung sucht ihresgleichen. Insgesamt liegt das Layout auf einem guten Niveau, an alle wichtigen Stellen kommt man heran, wenn wir von der BIOS-Batterie absehen. Natürlich kommen japanische Kondensatoren auf das Board, die gold gefärbt sind. Wer denkt, dass die beiden Lüfter zu der Krachmacher-Fraktion gehören, der hat sich kräftig geirrt. Weder im Idle noch unter Last-Situationen werden die beiden Lüfter aufdringlich. Werden die beiden Lüfter im BIOS jedoch auf die höchste Stufe gestellt, ist der PCH-Lüfter deutlich herauszuhören. Der MOSFET-FAN hingegen bleibt weiterhin unauffällig. Gänzlich deaktiviert werden können die Lüfter allerdings nicht.

Verteilt auf dem PCB sind acht FAN-Header aufzufinden, wovon einer bereits belegt ist. Erfreulicherweise lassen sich sechs Stück davon regeln. Generell hat ASRock erneut eine gute Lüftersteuerung integriert. Auf dem Z87 Extreme11/ac werden nicht nur die PCIe-3.0-Lanes erweitert, sondern auch die PCIe-2.0-Lanes. Hierfür hat sich ASRock für den PLX PEX8605 entschieden. Der 4-Port-Switch schnappt sich eine Lane vom Z87-PCH und gibt drei Lanes wieder heraus.

Speziell beim PEX8747 fragten wir uns, wie ASRock die Anbindung der vier PCIe-x16-Slots und dem LSI SAS3008 gelöst hat. Von der ersten Überlegung her könnte es ein Problem geben, wenn vier Grafikkarten installiert sind und gleichzeitig der SAS-Controller mit der Anbindung von acht PCIe-3.0-Lanes an dem PEX8747 beansprucht wird. So erhielten wir auf Anfrage an ASRock ein Blockdiagramm zum Z87 Extreme11/ac, welches das Rätsel auflöst:

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Das Blockdiagramm zum ASRock Z87 Extreme11/ac.

Die Lösung besteht aus zwei Quick-Switches, die schlicht dafür gedacht sind, die Lanes auf der anderen Seite wieder zu verdoppeln. Im Detail bedeutet das, dass acht Lanes von der Haswell-CPU direkt in den PEX8747 gehen, die anderen acht nehmen einen kleinen Umweg über einen Quick-Switch. Von diesem gehen dann wieder 16 Lanes aus, wovon acht in den PEX8747 gehen und die anderen acht an den PCIe-Slot 1 weitergeleitet werden. Nun ausgehend vom PEX8747, der mit 16 Lanes versorgt wird, gehen acht Lanes wiederum in den zweiten Quick-Switch, sodass der PCIe-Slot 3 mit acht Lanes versorgt wird. Der PCIe-Slot 5, der als einziger mit vollen 16 Lanes angesteuert wird, erhält die eine Hälfte an Lanes vom Quick-Switch und die andere Hälfte vom PLX-Chip selbst. Somit bleiben noch weitere 16 Lanes übrig, die der PEX8747 weitervermitteln kann. Eine Fuhre an acht Lanes gehen an den letzten PCIe-Slot 7. Demnach gehen die restlichen acht Lanes an den LSI SAS3008-Controller. Auf dem Diagramm ist auch wunderbar zu erkennen, wie die insgesamt 16 SAS3/SATA-6G-Anschlüsse gebildet werden, denn dazwischen sitzt der bereits erwähnte LSI 3x24R Expander.

Aber auch der Z87-PCH wird mit PCIe-2.0-Lanes durch den PEX8605 erweitert. Auf dem Bild ist sehr gut zu sehen, dass sich der zweite PLX-Chip ausschließlich um die drei PCIe-2.0-x1-Slots kümmert und selbst mit einer Lane an den PCH angebunden ist. Eine weitere Lane vom Chipsatz wandert zum Mini-PCIe-Slot, ganze vier Lanes sind dagegen für den Thunderbolt 2-Controller reserviert. Übrig geblieben sind somit noch zwei Lanes, die für die beiden Intel-LAN-Controller vorgesehen sind. Insgesamt betrachtet stellt das Ergebnis allerdings nur eine Notlösung dar. Im Grunde verhält es sich ähnlich, als wenn mehrere Steckdosenleisten hintereinander geschaltet werden. Wie sehr die Bandbreite darunter leidet, kann nur festgestellt werden, wenn das Board komplett belegt ist.


BIOS

Ein sehr jungfräuliches BIOS befand sich bereits vorab auf dem Z87 Extreme11/ac, nämlich die Version M0.30. Ein Blick auf ASRocks-Webseite verriet, dass es aber bereits Version P1.10 gibt, welche gleichzeitig das First Release ist. Diese verwendeten wir natürlich für den Test.

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Das UEFI vom ASRock Z87 Extreme11/ac.

ASRock verpasst dem Z87 Extreme11/ac das äquivalente UEFI, wie es auch auf den anderen Extreme-Modellen aufzufinden ist. Damit verzichtet man auf einen EZ-Mode und belässt es einzig beim Advanced-Modus. Wird das UEFI aufgerufen, bekommt der Anwender gleich die "Main"-Seite mit einigen Vorabinformationen wie dem Mainboard-Modell, der aktuell vorliegenden UEFI-Version sowie der Arbeitsspeicher-Kapazität mit Blick auf die DIMM-Slot-Belegung. Im nächsten Menüpunkt mit dem Titel "OC Tweaker" geht es dann mit den Overclocking-Funktionen ordentlich zur Sache. Alles, was das Herz begehrt, wird einem dort serviert, um die eigenen Komponenten mit schnellen Taktfrequenzen laufen zu lassen. Dazu aber später mehr.

Der "Advanced"-Reiter hält alle Einstellungen bereit, die zahlreichen Onboard-Komponenten betreffen. Diese lassen sich beispielsweise auf Wunsch auch deaktivieren. Unter "Tool" gibt es kleine Raffinessen wie den System Browser, der anzeigt, in welchen Slots und Anschlüssen welche Komponenten aktuell installiert sind. Weiter gibt es den "Online Management Guard", mit dem ganz klar definiert werden kann, zu welchen Uhrzeiten in der Woche die Netzwerkverbindung aktiviert ist. Der "UEFI Tech Service" kann bei Problemen behilflich sein. Etwa wenn es spezielle Probleme mit dem UEFI selbst gibt. Als erwähnenswert gilt natürlich auch hier das "Instant Flash"-Utility, womit das UEFI komfortabel aktualisiert werden kann (bei Problemen ist auch ein Downgrade möglich). Dabei kann der User entweder die UEFI-Datei per Wechseldatenträger einspeisen oder doch das "Internet Flash"-Feature verwenden, sodass das Board aus dem UEFI heraus mit den ASRock-Servern Kontakt aufnimmt und die aktuellste Version findet und dann schließlich flasht. Auch ist es problemlos möglich, alle gesetzten Einstellungen in maximal drei Profilen zu hinterlegen.

Für die erste Überwachung der Temperaturen, Spannungen und Lüftergeschwindigkeiten zeigt sich der "H/W Monitor" verantwortlich. Über ihn können auch die Lüfter individuell geregelt werden, falls sie zu laut sein sollten. Alle Boot-Optionen sind im gleichnamigen Menüpunkt auffindbar. Dort können beispielsweise sämtliche Boot-Prioritäten konfiguriert werden. Darüber hinaus sind aber natürlich noch weitere Settings enthalten, die den Bootvorgang beeinflussen. Die letzten Punkte "Security" und "Exit" bedürfen dabei keinerlei spezieller Erklärung.

Bereits das First Release in der Version P1.10 hinterließ einen sehr zufriedenstellenden und stabilen Eindruck. Wir haben keinerlei Fehler entdecken können. Die Navigation erfolgte dabei mit Maus und/oder Tastatur angenehm und erweckte keine negativen Eindrücke. Ganz unten auf dieser Seite haben wir noch eine Bildergalerie eingefügt, in der alle UEFI-Screenshots in Ruhe eingesehen werden können.

 

Overclocking

ASRock hat das Z87 Extreme11/ac nicht einfach nur mit üppiger Ausstattung überhäuft, sondern hat auch im Overclocking-Bereich einiges zur Verfügung gestellt. Für die CPU-Spannungsversorgung sind aus diesem Grund insgesamt zwölf hochwertige Phasen an der richtigen Stelle und halten sich nicht nur für moderates, sondern auch für erweitertes Übertakten bereit. Vorab sei aber erwähnt, dass das Z87 Extreme11/ac nicht als reinrassige Overclocking-Platine angepriesen wurde und auch nicht als solche konzipiert wurde. Dennoch klingen die Overclocking-Features auf dem Papier sehr zuversichtlich. Darunter wurden auf dem PCB gleich zwei 8-polige-ATX +12V-Buchsen hinterlassen.

Der Grundtakt, der unter anderem mit dem CPU-Multiplikator multipliziert wird, lässt sich von 90 MHz bis 300 MHz in 0,1-MHz-Intervallen einstellen. Dies lässt eine Menge Spielraum, um auch die letzten Taktreserven aus der Haswell-CPU heraus zu kitzeln. Der Anwender hat bei der CPU-Spannung freie Auswahl, in welchem Modus sie festgelegt werden soll. Soll heißen, entweder im Fixed-, Adaptive- oder im Offset-Modus. In den ersten beiden Modi bedeutet das folgenden Spielraum: 0,800 Volt bis 2,000 Volt in feinen 0,001-Volt-Schritten. Die Spanne beim Offset-Modus beträgt hingegen -1,000 Volt bis +1,000 Volt in ebenfalls 0,001-Volt-Intervallen. Alle weiteren Overclocking-Features haben wir, wie immer, in einer übersichtlichen Tabelle zusammengefasst:

Die Overclocking-Funktionen des ASRock Z87 Extreme11/ac in der Übersicht
Base Clock Rate 90 bis 300 MHz in 0,1 MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,800 V bis 2,000 V in 0,001-V-Schritten (Fixed- und Adaptive-Modus)
-1,000 V bis +1,000 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 1,165 V bis 1,800 V in 0,005-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-VCCIN-Spannung 1,200 V bis 2,300 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
-0,600 V bis +0,400 V in 0,010-V-Schritten (Offset-Modus)
CPU-Ring-Spannung

0,800 V bis 2,000 V in 0,001-V-Schritten (Fixed- und Adaptive-Modus)
-1,000 V bis +1,000 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)

CPU-SA-Spannung -1,000 V bis +1,000 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)
CPU-IO-Analog/Digital-Spannung -1,000 V bis +1,000 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)
CPU PLL-Spannung -
PCH-Core-Spannung 0,977 V bis 1,322 V in 0,005-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen PCH 1,5V, CPU Input Offset
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 35 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
Weitere Besonderheiten UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE (C6/C7), EIST
Turbo-Modus (All Cores, By number of active cores),
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und vier optionale Fans, Short Duration Power Limit,
Long Duration Maintained, Long Duration Power Limit, Primary Plane Current Limit
FIVR Switch Frequency Signature, FIVR Switch Frequency Offset

Es gelang uns mit dem Core i7-4770K ohne Schwierigkeiten, einen Takt von 4,7 GHz mit einer VCore von 1,261 Volt stabil zu betreiben. Als Anfangsspannung haben wir 1,250 Volt im UEFI fixiert. Aufgrund einiger Bluescreens während der Ausführung von Prime95 mussten wir die Spannung also schrittweise erhöhen, bis wir bei 1,260 Volt angelangt sind, womit sich das Z87 Extreme11/ac zufriedengegeben hatte. Mit dem CPU Strap 1.25 verweigerte jedoch auch das Flaggschiff den Dienst.

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Bestes Ergebnis mit dem 1.0-Strap: 4,7 GHz bei 1,261 Volt

Auch wenn das ASRock Z87 Extreme11/ac kein reines Overclocking-Brett ist, kann sich das Ergebnis durchaus sehen lassen.

Aber auch das Overclocking-Verhalten beim Arbeitsspeicher haben wir uns angeschaut. Wir haben mittlerweile neue RAM-Module für Overclocking-Zwecke besorgt: Corsair XMS3 Dominator Platinum DDR3-2800. Ohne auf das XMP-Profil zuzugreifen, kamen wir zu folgendem Ergebnis:

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DDR3-2800 ohne XMP? Für das Z87 Extreme11/ac ist das keine Herausforderung. Mit den oben sichtbaren Latenzen konnten wir einen stabilen Betrieb erreichen. Dabei war es auch kein Problem, mit leicht reduzierten Timings zu fahren. Zu diesem Zeitpunkt musste jedoch natürlich eine VDIMM von 1,65 Volt anliegen.

Als Steuerungs-Software packt ASRock dem Z87 Exreme11/ac auch das A-Tuning-Utility hinzu, womit vor allem die Übertaktung auch unter der Windows-Oberfläche vorgenommen werden kann.

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Das A-Tuning-Utility.

ASRock gibt aber auch noch eine Software mit auf den Weg, die sich für den einen oder anderen Käufer durchaus als nützlich erweisen könnte. Sie hört auf den Namen "A-Tuning". Mit ihr kann beispielsweise der Operation-Modus eingestellt werden. Ebenso bietet sie die drei Modi "Performance Mode", "Standard Mode" und "Power Saving". Weiterhin enthalten sind Features wie XFast RAM, FAN-Tastic Tuning und der Dehumidifier (Entfeuchter). Generell kann das System auch von diesem Utility aus übertaktet werden und bietet die entsprechenden Regler für den CPU-Multiplikator, der BCLK-Frequenz und den dazugehörigen Spannungen. Unter dem Punkt "System Info" verbirgt sich eine Übersichtsseite, die Informationen wie die aktuell anliegende CPU-Taktfrequenz, die Spannungen, die Temperaturen und auch die Lüftergeschwindigkeiten preisgibt. Ebenfalls dabei ist der "System Browser", auf dem komfortabel gecheckt werden kann, welche Komponenten zu aktuellem Zeitpunkt installiert sind.

In den folgenden Videos werden die XFast555-Funktionen, das Dehumidifier- und das ASRock OMG-Feature (Online Management Guard) präsentiert:

ASRock Feature - XFast555
ASRock Feature - Dehumidifier
ASRock Feature - Online Management Guard

Alle BIOS- und A-Tuning-Screenshots sind in der folgenden Bildergalerie einsehbar.

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Mit diesem Testsystem haben wir das ASRock Z87 Extreme11/ac getestet:

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz.

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version.

Seit der Einführung der Nehalem-Prozessoren und der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 1600 MHz und 9-9-9-24 1T - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim ASRock Z87 Extreme11/ac ist allerdings alles so, wie es zu erwarten wäre: Die Turbo-Modi laufen korrekt und auch keine versteckte Übertaktung ist aktiv.

Wir testen allerdings nur noch vier Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2011, SuperPi 8M, Cinebench 11.5 und Sisoft Sandra 2011 Memory Benchmark:

3DMark 2011

3DMark_2011_1
Leistung in Futuremark-Punkten

Cinebench 11.5 CPU

Cinebench 1
Leistung in Cinebench-Punkten

Sisoft Sandra Memory Benchmark:

SiSoft_Sandra 1
Bandbreite in GB/s

SuperPi 8M

SuperPi 1
Zeit in Sekunden (weniger ist besser)

Die Leistung stimmt absolut und liegt damit im Soll.

Auch bei der Lynx Point-Plattform werden wir die Bootzeit protokollieren. Wir messen die Zeit in Sekunden, wie lange das Mainboard benötigt, um alle Komponenten zu initialisieren und mit dem Windows-Bootvorgang beginnt.

Bootzeit (vom Einschalten bis zum Windows-Bootvorgang)

Bootzeit
Zeit in Sekunden (weniger ist besser)

Beeindruckt hat uns die flinke Bootzeit, die lediglich 11,19 Sekunden andauerte. Damit bootete das Z87 Extreme11/ac von den bisher getesteten Mainboards am schnellsten - und das bei der Armada an Onboard-Chips.


Neben der wichtigen Performance ist auch der Stromverbrauch des heimischen PCs kein unwichtiges Kriterium. Was man häufig unterschätzt, ist die Tatsache, dass selbst die verschiedenen Mainboard-Modelle der zahlreichen Hersteller unterschiedlich viel Strom aus der Steckdose ziehen. Ein Grund dafür sind die verschieden eingesetzten BIOS-Versionen, die teilweise die von Intel referenzierten Stromsparmechanismen schlecht oder gar falsch umsetzen oder dass Onboardkomponenten sich eigentlich deaktivieren sollten, wenn diese entweder durch dedizierte Hardware ersetzt wurden oder einfach nicht verwendet werden. Darüber hinaus kann aber manchmal auch die Stromversorgung verantwortlich gemacht werden, wenn unter Default Settings mehr Energie zur Verfügung gestellt wird, als eigentlich benötigt wird. Genau deswegen spielt die Effizienz eine wichtige Rolle. Wenn die Effizienz der Stromversorgung nun also schlecht ausfällt, wird mehr Strom verbraucht. Zu unterschätzen ist hierbei aber auch die Software nicht, sodass sie ebenfalls gut abgestimmt sein muss, damit eine zufriedenstellende Effizienz gegeben ist.

Das ASRock Z87 Extreme11/ac hat jede Menge Zusatz-Controller und andere Chips erhalten. Zwei weitere USB-3.0-Hubs, ein SAS-Controller, zwei LAN-Controller, ein Thunderbolt-2.0-Controller und ein Audio-Codec tragen ihren Teil zum Stromverbrauch bei. Hinzu kommen sogar noch zwei PLX-Chips.

Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 11.5 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-spanTest, Vollauslastung). Die jeweiligen Werte entsprechen dem System-Gesamtverbrauch.

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Für den ersten Test sind die Default Settings aktiv, sodass der Großteil der Onboardkomponenten bereits aktiviert ist. Die Grafikausgabe erfolgt über die Radeon HD 7850, wobei wir die iGPU im BIOS nicht deaktiviert haben. Wie bereits weiter oben geschrieben, sind alle Stromspar-Features eingeschaltet, was mit den Werten einer manuellen Konfiguration scheinbar gut umgesetzt wurde.

Leistungsaufnahme Idle

Idle
Leistung in Watt

Der bisher größte Negativpunkt stellt die Leistungsaufnahme dar. Bereits im Idle zeigt sich, dass das Z87 Extreme11/ac knapp doppelt soviel aus der Steckdose als das ASUS Maximus VI Hero zieht. Selbst zum kleinen Bruder, dem Z87 Extreme9/ac, beträgt die Differenz knapp 34 Watt, was schon eine Menge ist.

Leistungsaufnahme Cinebench 11.5 CPU

Cinebench
Leistung in Watt

Auch bei Cinebench ist das Board sehr gierig nach elektrischer Energie. Das Strommessgerät zeigte einen Wert von 143,1 Watt und ist ganz klar das Schlusslicht.

Leistungsaufnahme Prime95

Prime95
Leistung in Watt

Der Gipfel des Ganzen ist mit Prime95 zu sehen, was einer Volllast gleichkommt. Mit 152,8 Watt verbraucht es schlicht zu viel, auch wenn die Ausstattung sehr üppig ausfällt.

Spannungen Prime95

Spannungen
Spannungen in Volt

Die Spannung lag währenddessen bei humanen 1,044 Volt und ist absolut ok.

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sämtliche USB-3.0- und SATA-Controller sind hier beispielsweise deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber alle energiesparenden Features werden zusätzlich manuell aktiviert. Die Radeon HD 7850 ist weiterhin die primäre Grafikkarte.

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

Leistungsaufnahme Idle

Idle
Leistung in Watt

Bei vielen Onboard-Komponenten gibt es in der Regel auch viel, was sich deaktivieren lässt. Im Leerlauf konnte die Leistungsaufnahme um 7,2 Watt auf nun 74,4 Watt gedrückt werden. Zu hoch ist der Wert aber insgesamt dennoch.

Leistungsaufnahme Cinebench 11.5 CPU

Cinebench
Leistung in Watt

Mit Cinebench betrug die Einsparung immerhin noch glatte 5,5 Watt. Der Verbrauch von 137,6 Watt ist aber alles andere als effizient.

Leistungsaufnahme Prime95

Prime
Leistung in Watt

Ging es mit Prime95 erneut zur Vollauslastung, zeigte das Strommessgerät lediglich 5,2 Watt weniger an. Der Gesamtverbrauch lag dann schließlich bei 147,6 Watt.

Spannungen Prime95

Spannungen
Spannungen in Volt

Die VCore hat sich erwartungsgemäß nicht verändert und lag weiterhin bei 1,044 Volt.

Falls sich jemand für das Z87 Extreme11/ac entscheidet, sollte er die Leistungsaufnahme nicht gänzlich ignorieren. Die im Schnitt 30-35 Watt mehr klingen auf dem ersten Blick nicht viel, die Kosten summieren sich jedoch aufs Jahr gerechnet zu einer deutlichen Steigerung. Ja, das Board besitzt mit Abstand die beste Ausstattung, die man aktuell für sein Geld erhalten kann, jedoch erkauft man sich diese Ausstattung mit einer deutlich zu hohen Leistungsaufnahme. Im Regelfall kommen dann vielleicht auch noch eine oder gar mehrere Grafikkarten ins Spiel, die die Leistungsaufnahme nochmals in die Höhe schießen lassen.


USB-3.0-Performance

Zählen wir das beiliegende Front-Panel hinzu, können mit der Platine insgesamt 12 USB-3.0-Anschlüsse genutzt werden. Am I/O-Panel alleine können auf sechs Stück zurückgegriffen werden. Die anderen Schnittstellen werden über zwei interne Header bereitgestellt. Um die USB-3.0-Controller/Hubs an ihr Limit zu treiben, verwenden wir dazu die SanDisk Extreme mit 120 GB und stecken sie ins externe USB-3.0-Gehäuse.

ATTO USB3 small
Die USB-3.0-Performance beim ASRock Z87 Extreme11/ac
(nativ über den Z87-PCH).
ATTO USB3 small
Der ASM1074-Hub ermöglicht ebenfalls sehr gute Leistungen.

Ob nun direkt oder indirekt (ASM1074) über den Z87-PCH, beide nehmen sich in der Leistung nichts. Die Unterschiede sind nur messbar zu ergründen. Beide erreichen im Grunde eine Schreibrate von etwa 190 MB/s und eine Leserate von ca. 177 MB/s. Beide Werte liegen daher absolut im grünen Bereich.

 

SATA-6G-Performance

ASRock stellt mit dem Z87 Extreme11/ac für das Desktop-Segment einen neuen Rekord auf. Es wurden insgesamt 22 SATA-6G-Anschlüsse verbaut, wovon sechs wie gewohnt über den Z87-Chipsatz arbeiten. Alle anderen 16 Stück sind an den LSI SAS3008 + 3X24R Expander angebunden. Für unseren SATA-6G-Test wird die SanDisk Extreme mit 120 GB direkt mit den SATA-Buchsen gekoppelt.

ATTO USB3 small
Der Z87-Chipsatz zeigt erneut ein gutes Ergebnis.
ATTO USB3 small
Die Schreibrate beim SAS3008 schwächelt etwas.

Auch wenn die Leistung anfangs über den Z87-Chipsatz etwas schwächelt, ist sie insgesamt aber in Ordnung. Er treibt das Solid State Drive auf maximal 557 MB/s im Lesen und 522 MB/s im Schreiben. Der LSI SAS3008-Controller schafft es, nahezu mit der Lesedurchsatzrate mitzuhalten und erreicht die 540 MB/s-Marke. Jedoch schwächelte die Schreibdurchsatzrate etwas und lag mit knapp 450 MB/s bereits am Limit. Insgesamt ist die Leistung aber ordentlich.


ASRock ist bei dem Extreme11/ac in die Vollen gegangen und hat alle aktuellen Technologien, die es derzeit für den Desktop-Markt gibt, auf ein Board gepackt. Dabei sind die Taiwaner sogar etwas in den Server-Bereich vorgedrungen und haben wieder einen SAS-Controller auf das E-ATX-Mainboard verlötet, der dank eines Expanders die doppelte Zahl an Anschlüssen managen kann. In der Summe kann der Interessent somit auf 22 SATA-6G-Schnittstellen vertrauen, wodurch ASRock einen Rekord aufgestellt hat und das Board auch als Single-CPU-Server-Platine in Frage kommt. Ebenso rekordverdächtig dürften die insgesamt zwölf USB-3.0-Schnittstellen sein, wenn der Anwender das mitgelieferte Front-Panel nutzt. Als weiteres Highlight hat das taiwanische Unternehmen auch gleich zwei Thunderbolt-Buchsen der zweiten Generation verlötet, mit denen eine bidirektionelle Datenübertragungsrate von beachtlichen 20 GBit/s drin sind.

Zur Grundausstattung des Exoten gehören vier PCI-Express-x16-Slots der dritten Generation, die über den PEX8747 ihre Lanes erhalten. Somit stellt es kein Problem dar, ein Multi-GPU-Gespann zu realisieren, welches aus vier dedizierten Grafikkarten besteht. Darüber hinaus befinden sich zwischen den großen Brüdern auch noch drei PCIe-2.0-x1-Slots, die alternativ ebenfalls genutzt werden können. ASRock hat den restlichen Platz zwischen den vier großen Slots mit zwei mSATA-6G-Slots und einem Mini-PCIe-Slot gefüllt. Letzterer ist allerdings bereits mit dem WLAN- und Bluetooth-Modul belegt, welches 802.11a/b/g/n/ac und Bluetooth 4.0 bietet. Einziger Haken an der Sache: Das Frontpanel muss genutzt und ggf. verbaut werden, wenn auf die beiden Features nicht verzichtet werden soll. Bei den ganzen Onboard-Features gehen Dual-LAN mit Teaming-Funktion und der hochwertige Onboard-Sound schon fast unter.

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Aber auch für das Overclocking-Wohl ist anständig gesorgt. Die CPU-Spannungsversorgung umfasst zwölf starke Phasen, die in unserem Overclocking-Test gute Arbeit geleistet haben. Soll die Haswell-CPU bis zum Erschöpfen übertaktet werden, können auch beide 8-polige ATX +12V-Anschlüsse belegt werden. Hinzu gesellen sich die zahlreich vertretenen Overclocking-Funktionen aus dem UEFI und auch jeweils ein Power- und Reset-Button sowie eine Diagnostic-LED und ein BIOS-Switch gehören zur Ausstattung. Sehr überzeugend zeigte sich erneut das UEFI, welches ASRock ziemlich gut im Griff zu haben scheint und angenehm strukturiert ist. Dabei fiel die Navigation durch die Menüs per Maus und/oder Tastatur sehr komfortabel aus und alle selektierten Einstellungen wurden konsequent umgesetzt.

Weniger gefallen hat uns jedoch die hohe Leistungsaufnahme, die selbst im Leerlauf alles andere als zeitgemäß ausgefallen ist. Zwar besitzt das Board Onboard-Komponenten en Masse und die PLX-Brücken, aber letztendlich sind knapp 40 Watt mehr als das beste Z87-Board einfach zu viel. Wer ein Quad-SLI- oder CrossFire-X-System aufbaut, wird über diese 40 Watt zwar lachen, für alle anderen Anwendungen wird die hohe Leistungsaufnahme aber ein Punkt sein, über den nachzudenken ist. Erfreulich ist die Tatsache, dass die beiden Lüfter des Boards auf der niedrigsten Stufe keine Krachmacher sind, wie man zuerst vermuten könnte. Wird der PCH-Lüfter jedoch auf die höchste Stufe gesetzt, ist er deutlich wahrnehmbar.

Der zweite negative Punkt stellt hierbei ganz klar der Preis dar. Über Amazon ist das Z87 Extreme11/ac für sage und schreibe 512 Euro zu haben. Auch wenn es in unserem Preisvergleich sogar ab 440 Euro gelistet ist, gehört es mit zu den teuersten Desktop-Platinen, die im Handel erhältlich sind. Dass ASRock das Z87 Extreme11/ac nicht in riesigen Stückzahlen verkaufen wird, ist klar - das Board richtet sich an extreme Enthusiasten, die absolut keine Kompromisse eingehen wollen und das volle Spektrum an Anschlussmöglichkeiten erwerben möchten - trotzdem sind 440 Euro für ein Mainboard ein richtiges Brett.

Positive Eigenschaften des ASRock Z87 Extreme11/ac:

Negative Eigenschaften des ASRock Z87 Extreme11/ac:

Es lässt sich schlecht leugnen, dass das ASRock Z87 Extreme11/ac ein durchaus beeindruckendes Stück Hardware ist, bei dem die Taiwaner gezeigt haben, was alles auf ein E-ATX-Mainboard passt. Alle vorhandenen Technologien basieren auf der jeweils aktuellsten Revision und es lässt mit großer Sicherheit keine Wünsche offen. Aus rein technischer Sicht hat sich dieses besondere Mainboard unseren Technik-Award redlich verdient! Herzlichen Glückwunsch! Gegen einen Excellent Hardware Award spricht aber die hohe Leistungsaufnahme.

Alternativen? Wer im gleichen bzw. ähnlichen Preisbereich bleiben möchte, kann einen Blick auf das Gigabyte GA-Z87X-UD7 TH werfen, welches mehr Wert auf den Overclocking-Bereich setzt und bei dem aber die Restausstattung ebenfalls nicht zu kurz gekommen ist. Nach unten hin steht einem natürlich die Tür weit offen und es gibt gute Alternativen mit einer ähnlichen Ausstattung, wie z.B. das ASRock Z87 Extreme9/ac.

 

Persönliche Meinung

Es ist wieder mal sehr interessant zu sehen, was in der heutigen Zeit technisch alles machbar ist. Die gesamte Platine des Z87 Extreme11/ac ist besonders von Komplexität geprägt und ist für Technikfreunde ein besonderer Leckerbissen. Auf der anderen Seite ist jedoch klar, dass der Großteil der Nutzer auf so ein Monster gewiss nicht angewiesen ist. Diejenigen, die sich das Z87 Extreme11/ac dennoch zulegen, erhalten ein Mainboard der Extraklasse, welches aktuell gesehen auf dem neusten Stand der Technik basiert. (Marcel Niederste-Berg)

Preise und Verfügbarkeit
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