Seite 9: Fazit

ASRock ist bei dem Extreme11/ac in die Vollen gegangen und hat alle aktuellen Technologien, die es derzeit für den Desktop-Markt gibt, auf ein Board gepackt. Dabei sind die Taiwaner sogar etwas in den Server-Bereich vorgedrungen und haben wieder einen SAS-Controller auf das E-ATX-Mainboard verlötet, der dank eines Expanders die doppelte Zahl an Anschlüssen managen kann. In der Summe kann der Interessent somit auf 22 SATA-6G-Schnittstellen vertrauen, wodurch ASRock einen Rekord aufgestellt hat und das Board auch als Single-CPU-Server-Platine in Frage kommt. Ebenso rekordverdächtig dürften die insgesamt zwölf USB-3.0-Schnittstellen sein, wenn der Anwender das mitgelieferte Front-Panel nutzt. Als weiteres Highlight hat das taiwanische Unternehmen auch gleich zwei Thunderbolt-Buchsen der zweiten Generation verlötet, mit denen eine bidirektionelle Datenübertragungsrate von beachtlichen 20 GBit/s drin sind.

Zur Grundausstattung des Exoten gehören vier PCI-Express-x16-Slots der dritten Generation, die über den PEX8747 ihre Lanes erhalten. Somit stellt es kein Problem dar, ein Multi-GPU-Gespann zu realisieren, welches aus vier dedizierten Grafikkarten besteht. Darüber hinaus befinden sich zwischen den großen Brüdern auch noch drei PCIe-2.0-x1-Slots, die alternativ ebenfalls genutzt werden können. ASRock hat den restlichen Platz zwischen den vier großen Slots mit zwei mSATA-6G-Slots und einem Mini-PCIe-Slot gefüllt. Letzterer ist allerdings bereits mit dem WLAN- und Bluetooth-Modul belegt, welches 802.11a/b/g/n/ac und Bluetooth 4.0 bietet. Einziger Haken an der Sache: Das Frontpanel muss genutzt und ggf. verbaut werden, wenn auf die beiden Features nicht verzichtet werden soll. Bei den ganzen Onboard-Features gehen Dual-LAN mit Teaming-Funktion und der hochwertige Onboard-Sound schon fast unter.

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Aber auch für das Overclocking-Wohl ist anständig gesorgt. Die CPU-Spannungsversorgung umfasst zwölf starke Phasen, die in unserem Overclocking-Test gute Arbeit geleistet haben. Soll die Haswell-CPU bis zum Erschöpfen übertaktet werden, können auch beide 8-polige ATX +12V-Anschlüsse belegt werden. Hinzu gesellen sich die zahlreich vertretenen Overclocking-Funktionen aus dem UEFI und auch jeweils ein Power- und Reset-Button sowie eine Diagnostic-LED und ein BIOS-Switch gehören zur Ausstattung. Sehr überzeugend zeigte sich erneut das UEFI, welches ASRock ziemlich gut im Griff zu haben scheint und angenehm strukturiert ist. Dabei fiel die Navigation durch die Menüs per Maus und/oder Tastatur sehr komfortabel aus und alle selektierten Einstellungen wurden konsequent umgesetzt.

Weniger gefallen hat uns jedoch die hohe Leistungsaufnahme, die selbst im Leerlauf alles andere als zeitgemäß ausgefallen ist. Zwar besitzt das Board Onboard-Komponenten en Masse und die PLX-Brücken, aber letztendlich sind knapp 40 Watt mehr als das beste Z87-Board einfach zu viel. Wer ein Quad-SLI- oder CrossFire-X-System aufbaut, wird über diese 40 Watt zwar lachen, für alle anderen Anwendungen wird die hohe Leistungsaufnahme aber ein Punkt sein, über den nachzudenken ist. Erfreulich ist die Tatsache, dass die beiden Lüfter des Boards auf der niedrigsten Stufe keine Krachmacher sind, wie man zuerst vermuten könnte. Wird der PCH-Lüfter jedoch auf die höchste Stufe gesetzt, ist er deutlich wahrnehmbar.

Der zweite negative Punkt stellt hierbei ganz klar der Preis dar. Über Amazon ist das Z87 Extreme11/ac für sage und schreibe 512 Euro zu haben. Auch wenn es in unserem Preisvergleich sogar ab 440 Euro gelistet ist, gehört es mit zu den teuersten Desktop-Platinen, die im Handel erhältlich sind. Dass ASRock das Z87 Extreme11/ac nicht in riesigen Stückzahlen verkaufen wird, ist klar - das Board richtet sich an extreme Enthusiasten, die absolut keine Kompromisse eingehen wollen und das volle Spektrum an Anschlussmöglichkeiten erwerben möchten - trotzdem sind 440 Euro für ein Mainboard ein richtiges Brett.

Positive Eigenschaften des ASRock Z87 Extreme11/ac:

  • sehr gute Leistungsfähigkeit mit einer hochwertigen CPU-Spannungsversorgung und umfangreichen Overclocking-Funktionen
  • absolut luxuriöse Ausstattung, u.a. 22 SATA-6G- und 12 USB-3.0-Schnittstellen
  • PCI-Express-3.0-Unterstützung an vier PEG-Slots
  • sehr gute Gesamtperformance und sehr gute Stabilität
  • Mini-PCIe-Slot (bereits belegt) und Dual-Gigabit-LAN
  • zwei Thunderbolt-2.0-Buchsen
  • WLAN 802.11ac/Bluetooth-4.0-Karte inkl. Frontpanel
  • sehr gute Audio-Lösung
  • zwei mSATA-6G-Slots

Negative Eigenschaften des ASRock Z87 Extreme11/ac:

  • sehr hohe Leistungsaufnahme
  • sehr hoher Preis

Es lässt sich schlecht leugnen, dass das ASRock Z87 Extreme11/ac ein durchaus beeindruckendes Stück Hardware ist, bei dem die Taiwaner gezeigt haben, was alles auf ein E-ATX-Mainboard passt. Alle vorhandenen Technologien basieren auf der jeweils aktuellsten Revision und es lässt mit großer Sicherheit keine Wünsche offen. Aus rein technischer Sicht hat sich dieses besondere Mainboard unseren Technik-Award redlich verdient! Herzlichen Glückwunsch! Gegen einen Excellent Hardware Award spricht aber die hohe Leistungsaufnahme.

Alternativen? Wer im gleichen bzw. ähnlichen Preisbereich bleiben möchte, kann einen Blick auf das Gigabyte GA-Z87X-UD7 TH werfen, welches mehr Wert auf den Overclocking-Bereich setzt und bei dem aber die Restausstattung ebenfalls nicht zu kurz gekommen ist. Nach unten hin steht einem natürlich die Tür weit offen und es gibt gute Alternativen mit einer ähnlichen Ausstattung, wie z.B. das ASRock Z87 Extreme9/ac.

 

Persönliche Meinung

Es ist wieder mal sehr interessant zu sehen, was in der heutigen Zeit technisch alles machbar ist. Die gesamte Platine des Z87 Extreme11/ac ist besonders von Komplexität geprägt und ist für Technikfreunde ein besonderer Leckerbissen. Auf der anderen Seite ist jedoch klar, dass der Großteil der Nutzer auf so ein Monster gewiss nicht angewiesen ist. Diejenigen, die sich das Z87 Extreme11/ac dennoch zulegen, erhalten ein Mainboard der Extraklasse, welches aktuell gesehen auf dem neusten Stand der Technik basiert. (Marcel Niederste-Berg)