MSI Z87 XPower im Test

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IMG 4 logoOverclocking bis ans Limit - das ist das Credo der XPower-Serie von MSI. Mit dem Sockel 1150 bietet sich MSI die Möglichkeit, wieder eine neue XPower-Platine an den Markt zu bringen und diese so zu gestalten, dass sich Enthusiasten, Gamer und Übertakter die Finger danach lecken. Wir haben uns das gut ausgestattete MSI Z87 XPower angeschaut und die Feinheiten herausgefiltert, die dieser Mainboard-Gigant im Gepäck hat.

Generell ist das Thema Overclocking für das Unternehmen aus Taiwan sehr wichtig. Für den Sockel 1155 hat der Konzern bereits das von uns getestete Z77 MPower auf den Markt gebracht. Mit dem Sockel 1150 geht MSI einen Schritt weiter und baut die Overclocking-Serie mit zwei weiteren Boards aus. Neben dem Z87 MPower gibt es also noch das Z87 MPower MAX und das Z87 XPower, dem wir uns in diesem Artikel widmen wollen. Wer wirklich in die Vollen gehen will und die Haswell-CPU bis ans Limit "quälen" möchte, der kommt um ein Kaliber wie unserer heutiges Testsample kaum herum.

Das Besondere an dem Z87 XPower ist das digitale Power-Design, welches aus 32 Phasen besteht. Hinzu kommen jede Menge an Onboard-Buttons, die das Overclocking sehr komfortabel gestalten. Zusätzlich sind auf dem PCB versteckte Schalter zu finden, die auch noch interessante Funktionen ermöglichen. Vom Thema Overclocking einmal abgesehen, kann sich aber auch die restliche Ausstattung sehen lassen. Dazu gehören fünf PCI-Express-x16-Slots der dritten Generation, zwei PCIe-2.0-x1-Slots, beachtliche zwölf USB-3.0- und weiteren sechs USB-2.0-Schnittstellen und gleich zehn SATA-6G-Ports. Auf die Einzelheiten gehen wir natürlich noch ein.

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Das MSI Z87 XPower in der Übersicht.

Natürlich stehen die gewählten Farben des Mainboards selbst außer Frage: Das PCB an sich ist schwarz und auch die Passivkühlkörper sind in der dunklen Farbe ausgeführt worden. Jedoch sind die Kühler mit gelben Aspekten geprägt. Diese Farbkombi setzt MSI für alle Boards der Overclocking-Serie (auch bei den Grafikkarten) ein. Alle Anschlüsse auf dem Board, sprich die Erweiterungsslots, die SATA-Ports und die DIMM-Slots sind ebenfalls in Schwarz. Das Gleiche gilt auch für die Stromanschlüsse.

Aus Tradition der großen Big Bang-Boards muss auch für das Z87 XPower eine Menge Platz im Gehäuse eingeplant werden. Durch das XL-ATX-Format passt es daher in die meisten Gehäuse nicht rein. Es passt beispielsweise in das Corsair Obsidian 750D, welches wir bereits getestet haben. Vor dem Kauf sollte man also einen Blick auf die Kompatibilitätsliste des eigenen oder des Wunsch-Gehäuses werfen.

Die Spezifikationen

Der großer Brecher hat folgende technischen Eigenschaften erhalten:

Die Daten des MSI Z87 XPower in der Übersicht
Mainboard-Format XL-ATX
Hersteller und
Bezeichnung
MSI
Z87 XPower
Straßenpreis ca. 345 Euro
Homepage http://de.msi.com/
Northbridge-/CPU-Features
Chipsatz Intel Z87 Express Chipsatz
Speicherbänke und Typ 4x DDR3 (Dual-Channel)
Speicherausbau max. 32 GB (mit 8-GB-DIMMs)
SLI / CrossFire CrossFireX (4-Way) , SLI (4-Way)
Onboard-Features
PCI-Express

5x PCIe 3.0 x16, (-/x16/-/-/-, x16/-/-/x16/-, x8/-/x8/x16/-, x8/-/x8/x8/x8)
2x PCIe 2.0 x1

PCI -
Serial-ATA-, SAS- und 
ATA-Controller

6x SATA 6G mit RAID 0, 1, 5, 10 über Intel Z87
4x SATA 6G über 2x ASM1061
1x mSATA 6G

USB 12x USB 3.0 (8x am I/O-Panel (2x ASM1074), 4x über Header (Z87))
6x USB 2.0 über Z87 (2x am I/O-Panel, 4x über Header)
Grafikschnittstellen 2x HDMI 1.4a, 1x DisplayPort 1.2
WLAN / Bluetooth WLAN 802.11b/g/n, Bluetooth 4.0
Thunderbolt -
LAN

1x Killer E2205 Gigabit-LAN

Audio 8-Channel Realtek ALC1150 Audio Codec + OPA1652

Wie das Board, so auch die Verpackung: MSI macht es auch beim Z87 XPower einheitlich und koloriert den Karton ebenfalls in den Farben Gelb und Schwarz. Auf weitere Erwähnungen von Features verzichtet das taiwanische Unternehmen jedoch.

Das mitgelieferte Zubehör

Folgendes Zubehör wird mitgeliefert:

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MSI legt ordentlich Zubehör mit in den Karton. Hinzu zählen neben den üblichen Beigaben sechs SATA-Kabel, drei SLI-Bridges, eine USB-3.0-Slotblende sowie auch eine eSATA-Slotblende. Zusätzlich wurden auch noch das WLAN/Bluetooth-Modul, die M-Connectors, Adapter für die V-Checkpoints, ein MSI Gaming-Sticker und ein Türschild hineingelegt.


Das MSI Z87 XPower wird mit dem Z87-Express-Chipsatz ausgeliefert. Der PCH selbst unterstützt nun nativ sechs USB-3.0- und sechs SATA-6G-Schnittstellen und hat weiterhin alle Features seines Vorgängers (SSD-Caching, Intel Smart Response Technology, Intel Rapid Start Technology und natürlich die Intel Smart Connect Technology) mit an Bord.

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An Phasen mangelt es definitiv nicht: Insgesamt sind es satte 32 Stück.

32 Phasen? Hier darf sich der extrem orientierte Overclocker nicht beschweren. Ein DigitALL-Power Design, bestehend aus 32 Phasen und generell verbesserten Wandlern (DrMOS 4), lassen der Haswell-CPU die benötigte Grundspannung zukommen. Im Gegensatz zum kleinen Bruder, dem Z87 MPower MAX, stellt das Z87 XPower nochmals zwölf weitere Phasen zur Verfügung. Auch wenn die einzelnen Spannungen vom Voltageregulator (iVR) geregelt werden, verspricht sich MSI von den 32 Phasen eine sehr effiziente Spannungsversorgung, die natürlich vorzüglich dem Overclocking zugutekommen soll. Vor den Phasen haben sich noch zahlreiche "HI-C Caps" versammelt, die laut MSI in der Lage sind, eine Energieeffizienz von 93 Prozent zu erzielen.

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Jede Menge Overclocking-Buttons wurden auf das PCB gelötet.

Durch die vielen Buttons und anderweitigen Schalter geraten die vier DIMM-Slots völlig in den Hintergrund, die auch maximal 32 GB an Arbeitsspeicher fassen können. Die DIMMs selbst erhalten die Spannung von sechs hochwertigen Spulen. Ganz unten am Rand des PCBs wurde der 24-polige ATX-Stromanschluss sinngerecht positioniert. Links daneben sehen wir auch gleich einen der beiden USB-3.0-Header. Auf die umfangreichen Overclocking-Features gehen wir später noch genauer ein.

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Fünf PCIe-3.0-x16-Slots ermöglichen 4-Way-Multi-GPU.

Viele extreme Overclocker verspüren einen nahezu unstillbaren Hunger nach Grafik-Performance. Zu diesem Zweck stellt MSI dem Käufer des Z87 XPower insgesamt fünf PCI-Express-x16-Slots der dritten Generation zur Seite. Der Anwender hat hierbei die Auswahl, ob eine Grafikkarte oder Multi-GPU, bestehend aus zwei bis vier Grafikkarten, auf dem Z87 XPower für die Grafik-Leistung zuständig sein sollen. Um der Lane-Knappheit der CPU (maximal 16 Lanes) entgegenzuwirken, kommt auch bei unserem heutigen Testkandidaten der PEX8747 von PLX-Tech zum Einsatz. Er ist ein 48-Port-Gen3-Switch und schnappt sich die 16 Lanes von der CPU und kann dann schlussendlich maximal 32 Lanes an die Slots verteilen. Wir haben die Lane-Verteilung in einer übersichtlichen Tabelle eingefügt:

PCIe-Slots und deren Lane-Anbindung
 PCIe-Slot 1PCIe-Slot 2PCIe-Slot 3PCIe-Slot 5PCIe-Slot 7
Single-GPU-Betrieb - x16 - - -
Zwei Grafikkarten im 2-Way SLI/CrossFireX-Verbund x16 - - x16 -
Drei Grafikkarten im 3-Way-SLI/CrossFireX-Verbund x8 - x8 x16 -
Vier Grafikkarten im 4-Way-SLI/CrossFireX-Verbund x8 - x8 x8 x8

Abseits vom Thema Multi-GPU befinden sich aber auch noch zwei PCIe-2.0-x1-Slots, die sinnvoll belegt werden können.

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Mit zehn SATA-6G-Anschlüssen ist der Storage-Bereich bestens abgedeckt.

Bei der Preisklasse ist es nur verständlich, dass MSI sich für zehn SATA-6G-Ports entschieden hat. Dabei sind die sechs Buchsen auf der linken Seite direkt mit dem Z87-Chipsatz verbunden. Für die anderen vier Schnittstellen zeigen sich zwei ASMedia ASM1061-Chips verantwortlich. Rechts neben den SATA-Anschlüssen ist noch ein um 90 Grad angewinkelter USB-3.0-Header.


Weiter geht es mit dem I/O-Panel:

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Alle Anschlüsse sind von links nach rechts und von oben nach unten aufgelistet:

Die Anschlussmöglichkeiten können sich sehen lassen. Acht USB-3.0-Ports befinden sich bereits am I/O-Panel, zusätzlich noch zwei USB-2.0-Schnittstellen. Die iGPU in Haswell kann mithilfe von zwei HDMI- und einem DisplayPort-Ausgang eingesetzt werden. Fehlen darf natürlich auch der Gigabit-LAN-Port nicht, der in diesem Falle über den Killer E2205 gekoppelt ist. Für den Sound-Bereich kann der Anwender auf einen optischen Digitalausgang sowie auf vergoldete, analoge Audiobuchsen zurückgreifen.

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Und hier ist er auch schon: Der Killer E2205-Netzwerkcontroller.

Alle kabelgebundenen Netzwerkaufgaben werden über den E2205-Chip vorgenommen, der dazu in der Lage ist, eine Datendurchsatzrate von 1 GBit/s zu erreichen, was umgerechnet theoretische 125 MB/s bedeutet. Der E2205 wurde auf das Online-Gaming hin optimiert und soll die Latenz im Gegensatz zu herkömmlichen Netzwerkcontrollern noch etwas herunterdrücken. Hierzu ist es aber wichtig, dass die Internetleistung bereits über eine gute Latenz verfügt. Der Killer E2205 kann bei einer schlechten Leitung auch keine Wunder bewirken.

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Die Erweiterung für zusätzliche USB-3.0-Anschlüsse wird mit zwei ASM1074-Chips realisiert.

Das Z87 XPower bringt gleich zwölf USB-3.0-Schnittstellen mit. Da ist es natürlich logisch, dass auch für diesen Bereich zusätzliche Chips benötigt werden. Da der Z87-Chipsatz lediglich sechs der schnellen Anschlüsse steuern kann, hat MSI aus diesem Grund noch zwei ASM1074-Chips auf das PCB gelötet, welche rein als USB-3.0-Hubs arbeiten. Alle USB-3.0-Ports am I/O-Panel arbeiten verteilt auf zwei dieser Zusatzchips (2x 4 Ports). Übrig bleiben die beiden USB-3.0-Header, die zusammen weitere vier USB-3.0-Buchsen ergeben und direkt mit dem Z87-PCH zusammenarbeiten.

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Unter der "Audio Boost"-Kappe verbirgt sich der Realtek ALC1150.

MSI hat sich für das Z87 XPower für den ALC1150 aus dem Hause Realtek entschieden, der, genau wie beim Z87-GD65 GAMING, zusammen mit dem OPA1652 von Texas Instruments speziell für Kopfhörer einiges an Leistung herausholen kann. Letzterer kommt problemlos mit maximal 600 ohmigen Kopfhörern zurecht. Der ALC1150 selbst kann acht Kanäle bewältigen und ist für alle Multimediaanwendungen optimiert. Eine künstliche, gelbe Leiterbahn wird von unten mit mehreren LEDs beleuchtet und bietet also noch etwas fürs Auge. Ebenfalls gelb beleuchtet ist das Audio Boost-Logo.

Besonders interessant ist das Soundblaster Cinema-Feature mit dem SBX Pro Studio, welches in fünf Untergruppen unterteilt wurde: Surround, Crystalizer, Dialog Plus, Smart Volume und Bass. Zusammen sollen sie die Basis für eine besonders gute Wahrnehmung in der Spieleumgebung ermöglichen. Die folgenden Videos erklären die genannten Features im Detail.

Soundblaster SBX Pro Studio - Features
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Mit dabei sind auch versteckte Overclocking-Features.

Genau mittig auf dem Bild sieht man den Switch mit vier Schaltern. Mit ihm können vier der insgesamt fünf PCIe-3.0-x16-Slots (Slots 1, 3, 5 und 7) auf Wunsch deaktiviert werden. Dieses Feature kann nützlich werden, wenn der Anwender mehrere Grafikkarten installiert hat und eine defekte Karte identifizieren muss. Etwas versteckt befindet sich weiter rechts noch ein Button (FASTB1). Durch ihn kann direkt ins BIOS durchgestartet werden, ohne dass man zuvor die entf-Taste drücken muss. Das hat besonders dann den Vorteil, wenn im BIOS das Fast-Boot-Feature aktiviert ist.


Es geht mit dem zusätzlichen SATA-Controllern weiter:

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Zwei ASM1061-Chips wurden rechts neben dem mSATA-Slot positioniert.

In der unteren rechten Ecke der XL-ATX-Platine hat MSI neben den beiden ASM1061-SATA-Controllern einen mSATA-Slot untergebracht, der sich die Anbindung mit dem fünften SATA-6G-Port über den Z87-Chipsatz teilen muss. Unterhalb davon wurde auch noch eine Debug-LED untergebracht, die auf diesem Probanden nicht fehlen darf.

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Die Overclocking-Features im Detail.

Fangen wir von links an: Mit dem Schalter (BCLK_STEP) können die Intervalle des BCLKs verändert werden. Zur Auswahl stehen 1 MHz- und 0,1 MHz-Schritte. Dieses Feature arbeitet aber lediglich mit den Onboard-Buttons zusammen, mit denen man die BCLK-Frequenz verändern kann. In diesem Fall sind es die unteren beiden Plus- und Minus-Tasten. Die oberen beiden sind für den Multiplikator zuständig.

Interessant ist der Button mit dem Blitz-Symbol. Mit ihm kann das gesamte Board vollständig entladen werden, was zur Folge hat, dass alle BIOS-Einstellungen zurückgesetzt werden. Der gleiche Effekt tritt nach der Entfernung der BIOS-Batterie ein. Ebenfalls vorhanden und unverzichtbar ist ein Power- sowie ein Reset-Button. Und dann ist da auch noch der "OC Genie"-Button, der eine automatische Übertaktung ermöglicht. Dieses Feature ist in zwei Modi unterteilt: Gear 1 und Gear 2. Im ersten Gang wird rein die CPU etwas übertaktet. Der zweite Gang greift dann etwas aggressiver und übertaktet zum einen die CPU noch weiter, erhöht aber gleichzeitig auch die restlichen Systemfrequzenzen. Der jeweilige Modus kann mithilfe des OC_SWITCH an der Seite ausgewählt werden.

Ganz unten sind noch die V-Check-Points untergebracht. Folgende Spannungen können im Detail kontrolliert werden: VCCP (CPU Input), VCC_DDR (VDIMM), CPU_Core0 (VCore), CPU_GFX, CPU_RING und CPU_SA (System Agent). Etwas versteckt, unterhalb des CPU-Sockels existieren aber noch V-Checkspots, mit denen darüber hinaus noch diese Spannungen beobachtet werden können: PCH_1P05 (1,05V), PCH_1P5 (1,5V), CPU_VTT, CPU_Core1, CPU_Core2, CPU_Core3 und VCCIOA. Generell lässt das Z87 XPower in Sachen Spannungsüberwachung keine Wünsche offen. Beeindruckend ist vor allem auch, dass nicht nur die reine VCore ausgelesen werden kann, sondern jede Spannung separat für jeden einzelnen Kern.

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Ein 6-poliger PCIe-Stromanschluss sorgt für die nötige Stabilität.

Es kann zu dem Problem kommen, dass das System instabil agiert, wenn der Anwender auf mehrere Grafikkarten setzt. Um diesem Problem entgegenzuwirken, hat MSI noch einen 6-poligen PCIe-Stromanschluss auf das Board gelötet.

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Der verbaute PWM-Controller: IR3563B.

Der 8-phasige PWM-Controller IR3563B kümmert sich um das Power-Design, welches beim Z87 XPower sehr großzügig ausfällt. Zu seinen Features gehören auch diverse Schutzschaltungen, wie OVP, UVP, OCP, OTP und CFP.

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Der jeweilige BIOS-Chip lässt sich selektieren.

Auch das darf auf einem reinrassigen Overclocking-Mainboard nicht fehlen: Ein BIOS-Switch. Dadurch erhält der Käufer die Möglichkeit, zwischen den beiden dedizierten BIOS-Chips umzuschalten. Mittlerweile gehört dieses Feature aber bereits bei den günstigeren Mainboards zum Grundprogramm.

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Ein Kaliber wie das Z87 XPower benötigt auch eine anständige Stromversorgung.

Dass das Board für Stickstoffkühlung (LN2) bestens vorbereitet und geeignet ist, steht natürlich außer Frage. Zu diesem Zweck sind auch gleich zwei 8-polige ATX +12V-Anschlüsse vorhanden, die für so ein Vorhaben gut zu gebrauchen sind.

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Das MSI Z87 XPower nochmal in der Übersicht.

Verteilt auf dem großen XL-ATX-PCB existieren insgesamt sieben 4-polige FAN-Header (CPU-FAN-Header inklusive), die sich auch alle steuern lassen. Sind im BIOS die Default-Settings ausgewählt, arbeitet die Lüftersteuerung bereits sehr zuverlässig. Im Detail werden die beiden Lüfter des bequiet! Dark Rock Pro C1 im Leerlauf mit niedrigen Umdrehungen betrieben und werden je nach CPU-Last beschleunigt.

Auf einem XL-ATX-Mainboard ist natürlich eine Menge Platz. Dieser wurde aber mit vielen Features gefüllt. An dem Mainboard-Layout gibt es nichts auszusetzen. Die Montage des großen CPU-Kühlers war ohne Probleme zu bewältigen und generell ist eine Menge Platz vorhanden, was bei dem großen Format aber auch logisch ist.


BIOS

Der BIOS-Versionsunterschied war schon deutlich. Auf dem Board war noch eine Version vor dem First Release-BIOS installiert. Aktuell gibt es bereits die Version V1.2, die wir auch schleunigst per Instant-Flash-Feature problemlos geflasht haben. In der Version V1.2 sind folgende Verbesserungen von MSI implementiert worden:

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Das UEFI vom MSI Z87 XPower.

Die Grundstruktur der UEFI-Oberfläche beim Z87 XPower ist mit den anderen aktuellen Sockel 1150-Mainboards von MSI absolut identisch. Beim jeweiligen Mainboard-Modell können sich rein die Menüpunkte unterscheiden. Ganz oben wird zu jedem Zeitpunkt also auch beim Z87 XPower das installierte Prozessormodell, dessen Taktfrequenz, die Arbeitsspeicher-Kapazität inkl. Takt angezeigt. Unter der Uhrzeit und dem Datum kann die aktuell vorliegende BIOS-Version abgelesen werden. Darunter lassen sich ganz bequem die Boot-Prioritäten per Drag & Drop-Verfahren festlegen. Auf der linken Seite erhält der Anwender einen ersten Überblick über die CPU- und Mainboard-Temperatur. Der virtuelle "OC Genie"-Button ist dabei auch wirklich mit der Maus klickbar, sodass diese Funktion dann auch aktiviert ist.

Der erste Punkt von den insgesamt sechs "Settings" stellt neben dem "System Status" die "Advanced"-Einstellungen bereit. Letzteres ist bereits grundlegend bekannt. Dort lassen sich alle Board-bezogenen Einstellungen finden, die die Onboard-Komponenten betreffen. Die Punkte "Boot", "Security" und "Save & Exit" sind dabei selbsterklärend. Das Hauptaugenmerk des Boards ist zweifelsohne das Overclocking. Die extrem umfangreichen OC-Funktionen sind im Menüpunkt "OC" zu finden. MSI lässt dem Overclocking-Enthusiasten keine Wünsche offen. Dazu aber später mehr. Die integrierte Instant-Flash-Funktion hat auch beim heutigen Testkandidaten einen eigenen Menüpunkt erhalten. Entweder lässt sich das aktuelle BIOS auf einen Datenträger speichern oder andersherum von einem Datenträger aus aktualisieren. Genau so ist es den Overclocking-Profilen ergangen. Insgesamt können sechs verschiedene OC-Konfigurationen hinterlegt werden. MSI hat auch dieses Mal an eine Import- und Export-Funktion gedacht.

Der vorletzte Punkt ist der "Hardware Monitor", der wichtige ausgelesene Daten aufzeigt, wie eben die Temperaturen, Spannungen und Lüfterdrehgeschwindigkeiten. Zusammen mit dem CPU-FAN-Header können in der Summe sieben Lüfter gesteuert werden. Jeweils per Schieberegler können die minimalen und maximalen Temperaturen in Verbindung mit den minimalen und maximalen Lüftergeschwindigkeiten in Prozent fixiert werden. Der letzte Menüpunkt umfasst den "Board Explorer", der übersichtlich aufzeigt, in welchem Slot oder sonstigen Anschluss welche Komponente installiert ist. Dies erspart den Blick ins eigene Gehäuse und dient rein dem Komfort.

Auch dieses Mal konnte das UEFI von MSI auf ganzer Linie überzeugen. Sämtliche ausgewählte Einstellungen wurden problemlos und korrekt umgesetzt. Der Anwender hat dabei die Auswahl, ob er sich per Maus und/oder mit der Tastatur durch die Menüs bewegt.

 

Overclocking

Overclocking, die Paradedisziplin schlechthin für das Z87 XPower, bzw. sollte es eigentlich sein. Wer sich für das Board entscheidet, sollte schon das Verlangen nach absolut maximaler Übertaktung haben, denn dieser Proband kommt mit einer immensen Anzahl an Funktionen und Features daher, die selbst für den durchschnittlichen User mit Overclocking-Interesse zu übertrieben sind. Damit sind nicht nur die üblichen Einstellungen für die Taktfrequenzen und Spannungen gemeint, sondern erweiterte Funktionen, die man sonst eher selten in einem UEFI-BIOS auffindet. Alleine für das DRAM Training sind 28 spezielle Einstellungen vertreten (BIOS-Screenshot 24), weitere 23 Einstellungen alleine für das VRM-Design.

Der BCLK kann von 90 MHz bis 300 MHz in 0,06-MHz-Intervallen verändert werden. Dies bietet eine Menge Spielraum, um auch den maximalen Grundtakt auszuloten. Die CPU-Spannung selbst kann entweder im Adaptive-, Override- oder Offset-Modus festgelegt werden. In den ersten beiden Modi lässt sich die VCore von 0,800 Volt bis 2,100 Volt fixieren. Im Offset-Modus hingegen kann die CPU-Spannung von 0,001 Volt bis 0,990 Volt in beide Richtungen variabel eingestellt werden. Die Intervalle betragen jeweils 0,001 Volt. Alle weiteren Overclocking-Eigenschaften können der übersichtlichen Tabelle entnommen werden:

Die Overclocking-Funktionen des MSI Z87 XPower in der Übersicht
Base Clock Rate 90 MHz bis 300 MHz in 0,05 MHz/0,06-MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,800 V bis 2,100 V in 0,001-V-Schritten (Fixed- und Adaptive-Modus)
0,001 V bis 0,990 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 0,300 V bis 2,400 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-VCCIN-Spannung 1,200 V bis 3,040 V in 0,001-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-Ring-Spannung

0,800 V bis 2,100 V in 0,001-V-Schritten (Fixed-Modus)
0,001 V bis 0,990 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)

CPU-SA-Spannung 0,001 V bis 0,990 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)
CPU-IO-Analog/Digital-Spannung 0,001 V bis 0,990 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)
CPU PLL-Spannung -
PCH-Core-Spannung 0,700 V bis 1,800 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen PCH 1,5V, PLX 1,8V, PLX 0,9V, DDR_VREF_CA, DDR_VREF_DQ_A,
DDR_VREF_DQ_B
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 55 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
Weitere Besonderheiten UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE (C6/C7), EIST
Turbo-Modus (All Cores, By number of active cores),
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und sechs optionale Fans,
VR 12VIN OCP Expander, CPU Phase Control, CPU Switching Frequency,
CPU Power Duty Control

Eines vorweg: Wir konnten den Core i7-4770K lediglich mit dem 1.0-CPU-Strap übertakten. Hierbei gelang es uns, die Taktfrequenz auf 4,7 GHz zu steigern. Die Spannung musste zu diesem Zeitpunkt 1,281 Volt betragen, um das System stabil betreiben zu können. Es ist äußerst verwunderlich, dass das Z87 XPower soviel Spannung benötigt hat. 4,8 GHz konnten nicht stabil betrieben werden.

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Bestes Ergebnis: 4,7 GHz bei 1,281 Volt.

In Verbindung mit dem Z87 XPower hatten wir eine weitaus geringere Spannung erwartet. Da wir lediglich die Grundfunktionen im Overclocking-Bereich kontrollieren, könnte das Ergebnis mit den üppigen Einstellungsmöglichkeiten positiv beeinflusst werden.

Aber auch das Overclocking-Verhalten beim Arbeitsspeicher haben wir uns angeschaut. Wir haben neue RAM-Module für Overclocking-Zwecke besorgt: Corsair XMS3 Dominator Platinum DDR3-2800. Herausgekommen ist folgendes Ergebnis:

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Ein höherer Takt war bis auf Weiteres nicht drin.

Zwar konnte die spezifizierte RAM-Taktfrequenz von effektiven 2800 MHz nicht erreicht werden. Dafür jedoch reichte es immerhin für 2666 MHz und wir konnten die Latenzen etwas schärfen.

Etwas überraschend mussten wir feststellen, dass auf dem beiliegenden Datenträger keine Software zur Übertaktung vorhanden war. Das sonst beiliegende MSI/Intel Extreme Tuning Utility steht dafür auf MSIs Webseite zum Z87 XPower zum Download bereit. Im Artikel zum MSI Z87 MPower MAX haben wir zu dem Utility bereits ein paar Worte geschrieben.

In der folgenden Bildergalerie lassen sich alle BIOS-Screenshots einsehen:

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Mit diesem Testsystem haben wir das MSI Z87 XPower getestet:

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz.

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version.

Seit der Einführung der Nehalem-Prozessoren und der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 1600 MHz und 9-9-9-24 1T - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim MSI Z87 XPower ist allerdings alles so, wie es zu erwarten wäre: Die Turbo-Modi laufen korrekt und auch keine versteckte Übertaktung ist aktiv.

Wir testen allerdings nur noch vier Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2011, SuperPi 8M, Cinebench 11.5 und Sisoft Sandra 2011 Memory Benchmark:

3DMark 2011

3DMark_2011_1
Leistung in Futuremark-Punkten

Cinebench 11.5 CPU

Cinebench 1
Leistung in Cinebench-Punkten

Sisoft Sandra Memory Benchmark:

SiSoft_Sandra 1
Bandbreite in GB/s

SuperPi 8M

SuperPi 1
Zeit in Sekunden (weniger ist besser)

Es gibt an der Systemperformance nichts auszusetzen. Die Ergebnisse entsprechen den Erwartungen.

Auch bei der Lynx Point-Plattform werden wir die Bootzeit protokollieren. Wir messen die Zeit in Sekunden, wie lange das Mainboard benötigt, um alle Komponenten zu initialisieren und mit dem Windows-Bootvorgang beginnt.

Bootzeit (vom Einschalten bis zum Windows-Bootvorgang)

Bootzeit
Zeit in Sekunden (weniger ist besser)

Wie bisher alle getesteten MSI-Mainboards mit Intels Sockel 1150, benötigte das Z87 XPower 14,75 Sekunden, um die Onboard-Komponenten zu initialisieren. Abgesehen vom ECS Z87H3-A2X Extreme sind die Konkurrenz-Mainboards etwas fixer beim Initialisieren, allerdings hat das XPower auch eine Masse an Onboard-Komponenten.


Neben der wichtigen Performance ist auch der Stromverbrauch des heimischen PCs kein unwichtiges Kriterium. Was man häufig unterschätzt, ist die Tatsache, dass selbst die verschiedenen Mainboard-Modelle der zahlreichen Hersteller unterschiedlich viel Strom aus der Steckdose ziehen. Ein Grund dafür sind die verschieden eingesetzten BIOS-Versionen, die teilweise die von Intel referenzierten Stromsparmechanismen schlecht oder gar falsch umsetzen oder dass Onboardkomponenten sich eigentlich deaktivieren sollten, wenn diese entweder durch dedizierte Hardware ersetzt wurden oder einfach nicht verwendet werden. Darüber hinaus kann aber manchmal auch die Stromversorgung verantwortlich gemacht werden, wenn unter Default Settings mehr Energie zur Verfügung gestellt wird, als eigentlich benötigt wird. Genau deswegen spielt die Effizienz eine wichtige Rolle. Wenn die Effizienz der Stromversorgung nun also schlecht ausfällt, wird mehr Strom verbraucht. Zu unterschätzen ist hierbei aber auch die Software nicht, sodass sie ebenfalls gut abgestimmt sein muss, damit eine zufriedenstellende Effizienz gegeben ist.

Das MSI Z87 XPower hat einige Zusatz-Controller erhalten. Zwei zusätzliche SATA-Controller, zwei USB-3.0-Hubs, ein LAN-Controller und ein Audio-Codec tragen ihren Teil zum Stromverbrauch bei. Hinzu kommt noch ein PLX-Chip, der auch gern ein paar Watt zusätzlich verschlingt.

Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 11.5 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-spanTest, Vollauslastung). Die jeweiligen Werte entsprechen dem System-Gesamtverbrauch.

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Für den ersten Test sind die Default Settings aktiv, sodass der Großteil der Onboardkomponenten bereits aktiviert ist. Die Grafikausgabe erfolgt über die Radeon HD 7850, wobei wir die iGPU im BIOS nicht deaktiviert haben. Wie bereits weiter oben geschrieben, sind alle Stromspar-Features eingeschaltet, was mit den Werten einer manuellen Konfiguration scheinbar gut umgesetzt wurde.

Leistungsaufnahme Idle

Idle
Leistung in Watt

Der Idle-Verbrauch kann sich sehen lassen. Er liegt bei sehr guten 47,8 Watt und zieht somit bis auf eine 0,1 Watt größere Differenz mit dem ASRock Z87 Extreme9/ac gleich. MSIs Z87 XPower wird somit ebenfalls vom PLX-Chip nur minimal negativ beeinflusst.

Leistungsaufnahme Cinebench 11.5 CPU

Cinebench
Leistung in Watt

Bei Cinebench zeigt sich eine größere Differenz zum ASRock Z87 Extreme9/ac und verbraucht mit 109,3 Watt genau ein Watt mehr als das ASUS Maximus VI Gene.

Leistungsaufnahme Prime95

Prime95
Leistung in Watt

Unter Volllast sieht es wieder etwas besser aus. Das MSI Z87 XPower zog mit dem Restsystem genau 117 Watt aus der Steckdose.

Spannungen Prime95

Spannungen
Spannungen in Volt

Die Standard-VCore erreichte genau 1,044 Volt und liegt damit auf dem Niveau der meisten getesteten Mainboards.

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sämtliche USB-3.0- und SATA-Controller sind hier beispielsweise deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber alle energiesparenden Features werden zusätzlich manuell aktiviert. Die Radeon HD 7850 ist weiterhin die primäre Grafikkarte.

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

Leistungsaufnahme Idle

Idle
Leistung in Watt

Es konnten einzelne Controller, die zusätzlichen SATA- und USB-3.0-Controller respektive Hubs, deaktiviert werden. Die Einsparung lag bei 3,8 Watt und lag demnach bei runden 44 Watt.

Leistungsaufnahme Cinebench 11.5 CPU

Cinebench
Leistung in Watt

Bei Teillast wurde weniger eingespart. Hier waren es immerhin noch 1,5 Watt weniger.

Leistungsaufnahme Prime95

Prime
Leistung in Watt

Bei Verwendung von Prime95 zeigte das Strommessgerät lediglich 0,7 Watt weniger an.

Spannungen Prime95

Spannungen
Spannungen in Volt

Die CPU-Spannung blieb unverändert. Sie lag weiterhin bei 1,044 Volt.

Insgesamt betrachtet liegt die Leistungsaufnahme auf einem guten Niveau, wenn man bedenkt, dass neben einigen Zusatzchips auch ein PLX-Chip auf dem Board arbeitet. Im Leerlauf zeigt sich der Stromverbrauch von der besten Seite. Unter Last-Situationen sieht es zwar etwas schlechter aus, erweist sich aber immer noch als sehr zufriedenstellend.


USB-3.0-Performance

MSI stellt dem Anwender insgesamt zwölf USB-3.0-Anschlüsse bereit, acht am I/O-Panel und weitere vier  verteilt auf zwei USB-3.0-Headern. Um die große Anzahl zu realisieren, bedarf es in diesem Falle zwei USB-3.0-Hubs, die sich aus zwei ASM1074-Chips bilden. Für unseren USB-3.0-Testlauf installieren wir die SanDisk Extreme mit 120 GB-Speicherkapazität in ein externes USB-3.0-Gehäuse. Dadurch wird gewährleistet, dass die USB-3.0-Anschlüsse bis an ihr Limit getrieben werden.

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Die USB-3.0-Performance beim MSI Z87 XPower
(indirekt über den Z87-PCH (ASM1074)).

Insgesamt fiel die USB-3.0-Leistung sehr zufriedenstellend aus. Die Schreibrate erreichte in etwa 183 MB/s, die Leserate kletterte auf 167 MB/s.

 

SATA-6G-Performance

Auch im Storage-Bereich bietet MSI eine anständige Anzahl an SATA-6G-Ports. Insgesamt sind es zehn Stück, sechs Anschlüsse werden vom Z87-PCH und die weiteren vier Schnittstellen von zwei ASM1061-Zusatzchips gesteuert. Die SanDisk Extreme mit 120 GB wird direkt mit den SATA-Ports verbunden.

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Der Z87-Chipsatz leistet eine gute Performance.
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Geminderte (gewohnte) Performance erhielten wir vom ASM1061.

Der Z87-Chipsatz bietet die gewohnte Leistung. Lesend waren bis zu 555 MB/s drin, schreibend waren es 522 MB/s. Anders sah das Ergebnis hingegen über den ASM1061 aus, der die Lesedurchsatzrate auf 406 MB/s und die Schreibdurchsatzrate auf 389 MB/s pressen konnte. Der ASM1061-Controller arbeitete hier ersichtlich am absoluten Maximum. Es gilt daher weiterhin die Empfehlung, SATA-6G-SSDs an den Z87-Chipsatz zu koppeln. HDDs hingegen können ohne Einschränkungen mit dem ASM1061-Controller verbunden werden.


Technisch gesehen ist das MSI Z87 XPower ein beeindruckendes Stück Hardware, welches speziell im Bereich der Übertaktungsmöglichkeiten den meisten anderen im Handel befindlichen Platinen einiges voraus ist. Besonders beeindruckend ist die CPU-Spannungsversorgung, die aus (fast) unglaublich 32 Phasen besteht. Rechnen wir die vielen Overclocking-Features auf dem Mainboard sowie die umfangreichen Overclocking-Funktionen aus dem UEFI-Bios hinzu, ergeben die drei Punkte auf dem Papier ein reines Overclocking-Monster. Bei unserem Overclocking-Test macht sich aufgrund der hohen benötigten Spannung schnell die Ernüchterung breit, die beispielsweise beim ASUS Z87-Deluxe weitaus geringer ausgefallen ist. Allerdings ist für einen Overclocking-Erfolg auch immer die CPU ausschlaggebend.

Neben dem Overclocking kommt der Besitzer dieses Probanden auch in Sachen Gaming-Performance-Optionen voll auf seine Kosten. Mithilfe der fünf PCIe-3.0-x16-Slots ist problemlos ein 4-Wege-SLI- oder CrossFireX-Gespann realisierbar. Als Besonderheit packt MSI auch noch einen Switch obendrauf, mit welchem der Anwender vier Slots auf Wunsch deaktivieren kann. Alternativ stehen aber auch noch zwei PCIe-2.0-x1-Slots bereit. Für die passende Gaming-Netzwerklösung ist mit dem Killer E2205 auch der passende Netzwerkcontroller verlötet worden, der die Latenz bestmöglich nach unten drücken soll. Soundtechnisch gibt es auch auf dem Z87 XPower den ALC1150 aus dem Hause Realtek, der vom OPA1652-Kopfhörerverstärker (bis 600 Ohm) begleitet wird und zusammen mit den Soundblaster SBX Pro Studio Features eine solide Audiolösung bildet.

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Die weitere Ausstattung umfasst insgesamt zwölf USB-3.0-Anschlüsse und weitere sechs USB-2.0-Schnittstellen,  mit denen das System um viele weitere Peripherie-Komponenten erweitert werden kann. Hinzu kommen insgesamt zehn SATA-6G-Ports und sogar ein mSATA-Slot, der sich die Anbindung an den PCH allerdings mit dem fünften Port teilen muss. Wahlweise kann mit dem DisplayPort- und den beiden HDMI-Grafikausgängen auch die integrierte Grafikeinheit im Haswell-Prozessor verwendet werden. Mit dem mitgelieferten WLAN/Bluetooth 4.0-Modul kann eine kabellose Netzwerkverbindung aufgebaut werden. Speziell für das WLAN-Modul hätten wir gerne eine WLAN 802.11ac-Unterstützung gesehen. Demnach wird sich der Käufer mit dem WLAN 802.11n-Standard zufrieden geben müssen.

Das BIOS des Boards zeigte keine Schwächen und auch keine Stabilitäts- und Kompatibiltätsprobleme. Als besonders stromhungrig kann die Platine ebenso nicht bezeichnet werden. Sie liegt auf einem guten Niveau, trotz des verbauten PLX-Chips. Die große Schattenseite des Z87 XPower ist jedoch der veranschlagte Preis, der zum gegenwärtigen Zeitpunkt bei etwa 345 Euro liegt und damit recht hoch ausfällt. Die luxuriöse Ausstattung hat aber eben ihren Preis. Aber man muss schon einen Hang zum Luxus haben oder die Overclocking-Optionen effektiv nutzen können, damit sich dieser Anschaffungspreis lohnt.

Positive Eigenschaften des MSI Z87 XPower:

Negative Eigenschaften des MSI Z87 XPower:

Das MSI Z87 XPower ist ohne Zweifel ein besonderes Produkt, das sich vorwiegend für Overclocking-Liebhaber von besonderem Interesse sein dürfte. Drumherum bietet das Mainboard eine ausgeprägte Ausstattungsvielfalt, die zu dem verlangten hohen Preis nahezu passend ist. Aufgrund der besonderen verbauten Technik zeichnen wir das MSI Z87 XPower mit dem Technik-Award aus. Herzlichen Glückwunsch!

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Alternativen? Auch in diesem Fall können wir als Alternative auf das ASUS Maximus VI Extreme hinweisen, welches auch eine gute Ausstattung und einige weitere Gimmicks mitbringt und ebenfalls gute Overclocking-Ergebnisse abliefern kann. Sind vor allem die Anschlussmöglichkeiten von Interesse, kann ein Blick auf das ASUS Z87-Deluxe geworfen werden. Preisgünstiger geht es natürlich immer, auch wenn dabei die Ausstattung etwas geringer ausfällt. Aber gerade für die Anwender, die die umfangreichen Anschlussmöglichkeiten nicht gebrauchen können, werden dadurch einiges an Geld einsparen. Beispielsweise könnte auch das MSI Z87-GD65 GAMING interessant sein, das abgesehen von exklusiven Overclocking-Features ebenfalls eine mehr als nur ausreichende Zahl an Anschlüssen zu bieten hat.

 

Persönliche Meinung

MSI hat mit dem Z87 XPower ein faszinierendes Mainboard auf den Markt gebracht, welches für extrem ambitionierte Übertakter sicherlich in der engeren Auswahl sein wird. Aber auch dieses Mal bleibt zu erwähnen, dass für den Großteil der Anwender ein solches Mainboard schlichtweg nicht erforderlich ist. Die meisten User interessieren sich weniger für das Overclocking und schauen daher rein auf die Funktionalität und auf die Stabilität, die ohne Overclocking zu 99,99 Prozent auf Anhieb gegeben ist. (Marcel Niederste-Berg)