ASRock Z87 Extreme9/ac im Test

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IMG 6 logoWer ein extravagantes Mainboard sein Eigen nennen möchte, muss schon etwas tiefer in die Tasche greifen. Dabei ändert sich rein gar nichts an der generellen Leistungsfähigkeit, ob nun ein günstiges oder ein teureres Mainboard gewählt wird. Viel mehr unterscheidet sich die gebotene Ausstattung und die kann je nach Modell ganz schön ins Geld gehen. Das ASRock Z87 Extreme9/ac ist im höheren Preissegment angesiedelt und besitzt entsprechend eine Menge Extras, die für den einen oder anderen Käufer von Bedeutung sein können. Was die Platine alles zu bieten hat, klären wir in diesem Artikel.

Das Z87 Extreme9/ac ist das zweitgrößte Modell aus der ASRock Z87-Serie. Das Extreme11/ac als größtes und noch unvernünftigeres Mainboard hatten wir vor ein paar Tagen im Test. Auf dem diesjährigen Intel Developer Forum in San Francisco wurde neben dem Extreme11-Modell zudem noch eine Version mit dem brandneuen Thunderbolt 2-Controller vorgestellt, die die Bezeichnung "Z87 Extreme9/TB20" tragen wird. Abgesehen davon bleibt aber bei diesem Modell alles beim Alten.

Das vorliegende Extreme9/ac besitzt fünf PCIe-x16-Slots der dritten Generation, die zu einer Multi-GPU-Konfiguration einladen. Hinzu gesellen sich insgesamt zwölf USB-3.0- und neun USB-2.0-Schnittstellen. Ebenso zehn SATA-6G-Buchsen gehören zu den üppigen Spezifikationen. Nicht zu vergessen sind natürlich auch die beiden Thunderbolt-Anschlüsse der ersten Generation.

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Das ASRock Z87 Extreme9/ac in der Übersicht.

ASRock verwendet auch für das höherklassige Mainboard ein schwarzes PCB, welches von braunen Leiterbahnen ASRock-typisch verziert wurde. Wenn man von den grauen SATA-Buchsen absieht, sind alle anderen Slots und Anschlüsse ebenfalls in Schwarz gehalten. Einzige Ausnahme stellen die Passivkühlkörper, die Phasen und gold gefärbte Kondensatoren dar, die das Mainboard hochwertig erscheinen lassen. Das Board kommt im ATX-Format zum Besitzer.

Die Spezifikationen

Das sind die technischen Eigenschaften:

Die Daten des ASRock Z87 Extreme9/ac in der Übersicht
Mainboard-Format ATX
Hersteller und
Bezeichnung
ASRock
Z87 Extreme9/ac
Straßenpreis ca. 330 Euro
Homepage http://www.asrock.com/index.de.asp
Northbridge-/CPU-Features
Chipsatz Intel Z87 Express Chipsatz + PEX8747 + PEX8605
Speicherbänke und Typ 4x DDR3 (Dual-Channel)
Speicherausbau max. 32 GB (mit 8-GB-DIMMs)
SLI / CrossFire CrossFireX (4-Way) , SLI (4-Way)
Onboard-Features
PCI-Express

5x PCIe 3.0 x16, (-/x16/-/-/-, x16/-/-/x16/-, x16/-/x8/x8/-, x8/-/x8/x8/x8)
1x PCIe 2.0 x1
1x Mini-PCIe 2.0

PCI -
Serial-ATA-, SAS- und 
ATA-Controller
6x SATA 6G mit RAID 0, 1, 5, 10 über Intel Z87
4x SATA 6G über 2x ASMedia ASM1061
1x eSATA 6G über ASMedia ASM1061 (shared)
USB 12x USB 3.0 (6x am I/O-Panel, 6x über Header (nur mit der Wi-SD-Box,
ansonsten 4x USB 3.0))
vier über Z87 direkt, sechs über 2x ASM1074 (Hub)
9x USB 2.0 über Z87 (2x am I/O-Panel, 6x über Header, 1x nativ onboard)
Grafikschnittstellen 1x HDMI 1.4a, 1x DisplayPort 1.2
WLAN / Bluetooth WLAN 802.11a/b/g/n/ac, Bluetooth 4.0
Thunderbolt 2x Thunderbolt 1.0 über Intel DSL4510
LAN

1x Intel I217-V Gigabit-LAN
1x Intel I211-AT Gigabit-LAN

Audio 8-Channel Realtek ALC1150 Audio Codec + 2x TI NE5532

ASRock hat bei ihren Verpackungen einen anderen Weg eingeschlagen und wechselt die Farbe von Schwarz nach Silber. Oben quasi als Titel wurde die Bezeichnung des Mainboards hinterlassen. Rechts mittig erkennt man das "A-Style"-Logo, hinter dem sich einige Features verbergen. Ganz unten stehen einige weitere Grundfeatures.

Das mitgelieferte Zubehör

In der Verpackung konnten wir folgendes finden:

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Das meiste Zubehör wird in einem Stoffbeutel geliefert.

Über das Mitbringsel darf eigentlich nicht gemeckert werden, denn außer dem Pflichtzubehör bekommt der Käufer zusätzlich eine Hand voll SLI-Bridges und zehn SATA-Kabel. Als besonderes Extra liegt das Wi-SD-Frontpanel bei, welches vier USB-3.0-Schnittstellen und einen SD-3.0-Slot bereitstellt. In dem Frontpanel integriert sind die unabdingbaren Antennen für die WLAN- und Bluetooth-Karte im Mini-PCIe-Format. Das gesamte, kleinere Zubehör befand sich in dem schwarzen Stoffbeutel.


Wie wir an der Mainboard-Bezeichnung ganz leicht feststellen können, arbeitet die Platine mit dem Z87-Chipsatz von Intel zusammen. Im Vergleich zum Vorgänger unterstützt er nun nativ sechs SATA-6G- und USB-3.0-Anschlüsse. Zu den weiteren Features gehören: "SSD-Caching", "Intel Smart Response Technology", "Intel Rapid Start Technology" und natürlich die "Intel Smart Connect Technology".

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12 starke Phasen beliefern die CPU mit der Eingangsspannung.

Bei einem hochpreisigen Produkt wie dem Z87 Extreme9/ac darf das Thema Overclocking nicht vernachlässigt werden. Aus diesem Grund kann der Anwender auf zwölf Phasen setzen, die im Betrieb laut ASRock niedrige Temperaturen aufweisen sollen. Die CPU-Stromversorgung selbst wird mithilfe der zwei 8-poligen ATX +12V-Anschlüssen gewährleistet. Beide werden aber wirklich nur dann benötigt, wenn der Overclocker auf eine LN2-Kühlung setzt und Taktrekorde aufstellen möchte. Unter dem gezeigten Passivkühlkörper regeln Dual-Stack MOSFETs die Spannung herunter. In einem MOSFET wurden zwei Dies übereinander gelegt, die die Effizienz erhöhen sollen.

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Vier weitere USB-3.0-Buchsen sind über die beiden Header realisierbar.

Durch die vier DIMM-Slots ist ein Speicherausbau von bis zu 32 GB möglich. Drei Phasen sorgen für die Spannungsversorgung der Speichermodule. Abgesehen vom 24-poligen ATX-Stromanschluss sind noch die beiden USB-3.0-Header erwähnenswert, die zusammen weitere vier USB-3.0-Ports möglich machen. Ob der Käufer sie zusammen mit dem beiliegenden Wi-SD-Frontpanel einsetzt oder in Verbindung mit dem Gehäuse, steht ihm dabei völlig frei.

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Multi-GPU mit bis zu vier Grafikkarten stellen das Z87 Extreme9/ac vor keine Herausforderung.

Für jeden Multi-GPU-Liebhaber hält unser Testsample fünf PCIe-x16-Slots der dritten Generation bereit. Bei vier Grafikkarten reichen natürlich die 16 Lanes von der CPU nicht aus. Aus diesem Grund existiert auf dem Board noch der PEX8747 von PLX-Tech (an der Stelle der ausgestorbenen Northbridge direkt über dem ersten PCIe-3.0-Slot ganz oben auf dem Bild), der sich der 16 Lanes annimmt und in der Summe 32 Lanes an die PCIe-3.0-x16-Slots verteilen kann. Bei einem Single- oder Dual-GPU-Betrieb (zwei dedizierte Grafikkarten) werden die Karten mit vollen 16 Lanes versorgt. Bei drei bzw. vier Grafikkarten sieht die Sache dann natürlich anders aus. Im Falle eines 3-Way SLI/CrossFireX-Gespanns bekommt die oberste Karte volle 16 Lanes verpasst. Die anderen beiden immerhin noch acht Stück. Fairer geht es dann im 4-Way-Multi-GPU-Modus zugange, wo dann jede GPU mit acht Lanes an das System angebunden wird. Die folgende Tabelle verdeutlicht die gesamte Thematik nochmal:

PCIe-Slots und deren Lane-Anbindung
 PCIe-Slot 1PCIe-Slot 2PCIe-Slot 3PCIe-Slot 4PCIe-Slot 6
Single-GPU-Betrieb - x16 - - -
Zwei Grafikkarten im 2-Way SLI/CrossFireX-Verbund x16 - - x16 -
Drei Grafikkarten im 3-Way-SLI/CrossFireX-Verbund x16 - x8 x8 -
Vier Grafikkarten im 4-Way-SLI/CrossFireX-Verbund x8 - x8 x8 x8

Sollten keine drei oder gar vier Grafikkarten verbaut werden, hält sich zudem auch noch ein PCIe-2.0-x1-Slot bereit. Direkt rechts neben dem kleinen Slot wurde das WLAN/Bluetooth-Modul im Mini-PCIe-2.0-Slot untergebracht und davon rechts wiederum die BIOS-Batterie und die Debug-LED. Gegen Stabilitäts-Probleme bei Verwendung von Multi-GPU-Bestückungen hat ASRock optimalerweise auch an einen 4-poligen Molex-Stromanschluss gedacht. Ganz unten am PCB ist er in den meisten Fällen nicht störend. Vorzugsweise sollte ein um 90 Grad angewinkelter Stromstecker verwendet werden, da genau an dieser Stelle im Gehäuse das unten platzierte Netzteil im Weg sein könnte.

Im Sound-Bereich gibt es auch keine Durchschnittskost spendiert. Unter dem "Purity Sound"-Verdeck befindet sich der bereits bekannte Realtek ALC1150, der direkt unterhalb davon vom TI NE5532 von Texas Instruments begleitet wird. Letzterer arbeitet als Kopfhörerverstärker und ist bis 600 Ohm ausgelegt. Ein weiterer TI NE5532 wird als Differential Amplifier eingesetzt und unterstützt problemlos einen SNR DAC von satten 115 dB, was auch für den Soundprozessor, sprich für den ALC1150 selbst gilt. Hinzu kommt generell eine 7.1-Kanalunterstützung.

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Zehn SATA-6G-Anschlüsse sind eine vertretbare Anzahl für die Preisklasse.

Storage-Liebhaber können sich auf zehn SATA-6G-Schnittstellen freuen. Sechs davon arbeiten wie immer eng mit dem Z87-Chipsatz zusammen. Für die restlichen vier Anschlüsse hat sich ASRock für zwei ASM1061-Chips entschieden. Zu beachten gilt, dass der vierte SATA-Port über einen der ASM1061-Chips (SATA3_A4) nicht funktionsfähig ist, wenn der eSATA-6G-Anschluss am I/O-Panel verwendet wird. Dual-BIOS ist auch beim Extreme9/ac ebenso ein Thema. So befinden sich zwei eigenständige BIOS-Chips auf dem PCB (links neben den SATA-Ports), die mit dem Switch selektiert werden können.


Wir machen mit den Anschlüssen am I/O-Panel weiter:

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Das I/O-Panel vom Z87 Extreme9/ac.

Die Anschlüsse von links nach rechts und von oben nach unten:

ASRock geizt ersichtlich nicht mit den Anschlüssen: Sechs USB-3.0-Anschlüsse, zwei Gigabit-LAN-Ports, dazu eSATA 6G und sogar zwei Mal Thunderbolt. Mehr Premium-Ausstattung ist aktuell nur sehr schwer möglich. Aber selbst, wenn die iGPU in Haswell produktiv eingesetzt werden soll, wird der Käufer dank DisplayPort und HDMI nicht im Regen stehen gelassen. Via HDMI können auch ohne Probleme 4K-Medien wiedergegeben werden.

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Zahlreiche Zusatzchips wurden verlötet.

Auf diesem Bild ist einmal der ASM1061 und einmal der ASM1074 zu sehen, beide stammen von Realtek. Und beide Chips gibt es jeweils in doppelter Ausführung auf dem Z87 Extreme9/ac. Währenddessen ein ASM1061 in der Lage ist, zwei SATA-6G-Ports zu stemmen, kann sich der ASM1074 als USB-3.0-Hub um vier solcher Anschlüsse kümmern.

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Der Intel DSL4510 ist ein Thunderbolt-Controller der ersten Generation.

Die zwei Thunderbolt-Anschlüsse wollen anständig betrieben werden. Diese Aufgabe wird dem Intel DSL4510 zugeteilt, der auch für zwei Thunderbolt-Buchsen ausgelegt ist und pro Anschluss zwei Kanäle zu je 10 GBit/s bereitstellen kann.

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Auch der PCIe-2.0-Lane-Bereich wird durch den PEX8605 aufgebohrt.

Die vielen Zusatzchips haben einen Nachteil: Sie benötigen eine PCIe-2.0-Anbindung an den Z87-Chipsatz (maximal acht Lanes). Die Lösung ist der PEX8605 von PLX Tech. Er kann mit vier PCIe-2.0-Lanes umgehen und kann unterschiedlich konfiguriert werden. Entweder wird er mit einer oder zwei Lanes vom PCH versorgt und kann dann entweder drei oder zwei Lanes weitergeben. Im Grunde macht eigentlich nur erstere Konfiguration Sinn, sofern weitere Zusatzchips angebunden werden, die nur eine Lane benötigen. In dem Fall können dann drei weitere Onboard-Chips über eine Lane gemeinsam angebunden werden.


Weiter geht's mit dem Super I/O-Chip:

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Er darf nicht fehlen: Der Super I/O-Chip.

Auch der NCT6776D von Nuvoton wird oft als Super I/O-Chip eingesetzt. Er behält die Spannungen, die Temperaturen sowie die Lüftergeschwindigkeiten im Auge und ist auf jedem Mainboard unverzichtbar.

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ASMedia ASM1442K: Ein TMDS Level Shifter.

Der ASMedia ASM1442K ist zwischen iGPU und dem HDMI-Grafikausgang zu finden, durch ihn wird die Wiedergabe von 4K-Medien erst möglich, welche ja immer mehr zum Trend werden.

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Ein bisschen Komfort wird auch gern mitgenommen.

Bei einer teuren Platine wie dem Z87 Extreme9/ac sind ein Power- und Reset-Button als Pflicht anzusehen - und selbstverständlich hat ASRock an die Buttons gedacht. Praktisch kann auch der vertikal ausgerichtete Typ A-USB-2.0-Anschluss. Er ist in dem Fall praktisch, wenn dauerhaft ein USB-Stick als Flash-Medium installiert werden soll (z.B. für VMWare oder ähnliche Virtualisierungssoftware). Natürlich kann dazu auch ein Anschluss am I/O-Panel genutzt werden, aber als nettes Feature dennoch erwähnenswert.

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Das ASRock Z87 Extreme9/ac nochmal in der Übersicht.

Vollgepackt, wie das ASRock Z87 Extreme9/ac nunmal ist, gibt es über das Layout nicht viel Negatives zu sagen. Wir sind an alle wichtigen Stellen problemlos herangekommen und auch der bequiet! Dark Rock Pro C1 fügte sich ohne Beanstandungen mit dem PCB zusammen. Die Debug-LED selbst ist etwas deplatziert, wenn es zum Thema Multi-GPU kommt, was auch für die BIOS-Batterie gilt. Diese werden nämlich erbarmungslos überdeckt und somit unbrauchbar respektive unerreichbar, wenn Dual-Slot-Grafikkarten oder höher zum Einsatz kommen.

Die Lüftersteuerung funktionierte ebenfalls sehr zufriedenstellend. Standardmäßig wurden die beiden Lüfter des Dark Rock Pro C1 dauerhaft auf volle Touren beschleunigt. Die Aktivierung des Silent-Modes schafft dann Ruhe. Wenn der CPU-FAN-Header mit berücksichtigt wird, können insgesamt fünf FAN-Header gesteuert werden. Leider verfügen nicht alle Header über vier Pins (PWM). Dieses Feature beschränkt sich auf den CPU-FAN-Header und einen weiteren Chassis-FAN-Header.


BIOS

In den vergangenen Tests mit ASRock-Platinen konnte das UEFI-BIOS stets überzeugen. Beim Z87 Extreme9/ac schauen wir natürlich auch wieder genau hin. Eine Aktualisierung des BIOS war wirklich dringend, denn vorinstalliert war eine Version mit der Bezeichnung "L1.25A", was auf eine Alpha-Version deuten könnte. Mittlerweile gilt die Version "P1.80" als aktuell, die folgende Verbesserungen mitbringt:

Die Installation erfolgt ohne Schwierigkeiten per Instant Flash-Funktion.

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Das UEFI vom ASRock Z87 Extreme9/ac.

Wie auch schon beim ASRock Z87E-ITX (zum Hardwareluxx-Test), entspricht das UEFI-BIOS beim Z87 Extreme9/ac optisch 1:1 dem aktuellen ASRock-Standard. Es unterscheidet sich einzig etwas im Funktionsumfang. Der "Main"-Reiter zeigt einzelne Infos an, wie z.B. die aktuell vorliegende BIOS-Version, das Prozessormodell und die Arbeitsspeicher-Kapazität. Der "OC-Tweaker" stellt für den Enthusiasten das Herzstück des UEFIs dar, denn auf dieser Seite sind die umfangreichen Overclocking-Einstellungen gelistet. Hier kommt der Overclocker gänzlich auf seine Kosten. Im "Advanced"-Menüpunkt sind wie gewohnt die Settings zu den Onboard-(Kleinst-)Komponenten zu finden. Ob der Anwender nun die SATA-, die USB- oder PCIe-Anschlüsse konfigurieren möchte, dort wird er fündig.

Jede Menge nützliche Tools wurden im gleichnamigen Tab untergebracht. Mit dabei sind der System Browser, der Online Management Guard, der UEFI Tech Service sowie der Easy RAID Installer. Speziell für das UEFI selbst findet der Anwender auf dieser Seite das Instant Flash-Feature mit lokaler Datenträger- und DHCP-Funktion. Im letzteren Fall nimmt das Board bei bestehender Internetverbindung Kontakt mit dem ASRock-Server auf und überprüft, ob eine aktuellere BIOS-Version bereitgestellt werden kann. Auch ist es möglich, ein Backup des BIOS auf den zweiten BIOS-Chip zu transferieren. Was darf zusätzlich nicht fehlen? Die User-Profile. Insgesamt können drei Stück angelegt werden und erlauben jeweils die schnelle Aktivierung unterschiedlicher Einstellungen. Ein übersichtlicher Hardware-Monitor gehört schon seit längerer Zeit zum guten Ton und hat auch den Weg zum Z87 Extreme 9/ac gefunden. Der Besitzer dieser Platine kann also vorab die CPU- und Mainboard-Temperatur, die Spannungen und auch die Lüftergeschwindigkeiten im Blick behalten. Letzteres lässt sich mit der integrierten Lüftersteuerung beeinflussen. Insgesamt können fünf FAN-Header gesteuert werden.

Die restlichen drei Reiter beschränken sich auf "Boot", "Security" und "Exit". Auf Wunsch lässt sich die Sprache auch auf Deutsch umstellen. Die Navigation durch das UEFI wurde wie erwartet per Maus und Tastatur angenehm umgesetzt. An der Stabilität gibt es nichts auszusetzen, was auch für die korrekte Umsetzung der gewählten Einstellungen gilt.

 

Overclocking

Wir haben uns zusammen mit dem Z87 Extreme9/ac auch ein wenig mit dem Thema Overclocking auseinandergesetzt. Durch die vorhandenen zwölf Phasen und den üppigen OC-Settings lädt es regelrecht dazu ein. Das Board unterstützt dabei auch die neuen CPU-Straps 1.0, 1.25, 1.67 und 2.5, die als Multiplikator für den BCLK dienen.

BCLK-technisch ist eine Veränderung von 90 MHz bis 300 MHz möglich. Die Intervalle liegen bei 0,1 MHz und erlauben eine gewisse Portion Feintuning. Bei der CPU-Spannung hat der Anwender die drei Modi Override, Adaptive und Offset zur Auswahl. In den ersten beiden Modi lässt sich die Spannung von 0,800 Volt bis 2,000 Volt fixieren, währenddessen der Offset-Modus einen Voltagekorridor von -1,000 Volt bis +1,000 Volt erlaubt. In allen drei Modi betragen die Intervalle 0,001 Volt. Die Load Line-Calibration ist von Level 1 bis Level 5 auswählbar. Standardmäßig ist sie bereits die Maximalstufe festgelegt. Alle weiteren Overclocking-Features haben wir in der folgenden Tabelle zusammengetragen:

Die Overclocking-Funktionen des ASRock Z87 Extreme9/ac in der Übersicht
Base Clock Rate 90 bis 300 MHz in 0,1 MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,800 V bis 2,000 V in 0,001-V-Schritten (Fixed- und Adaptive-Modus)
-1,00 V bis +1,000 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 1,165 V bis 1,800 V in 0,005-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-VCCIN-Spannung 1,200 V bis 2,300 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
-0,600 V bis +0,400 V in 0,010-V-Schritten (Offset-Modus)
CPU-Ring-Spannung

0,800 V bis 2,000 V in 0,001-V-Schritten (Fixed- und Adaptive-Modus)
-1,000 V bis +1,000 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)

CPU-SA-Spannung -1,000 V bis +1,000 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)
CPU-IO-Analog/Digital-Spannung -1,000 V bis +1,000 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)
CPU PLL-Spannung -
PCH-Core-Spannung 0,977 V bis 1,322 V in 0,005-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen  FIVR Switch Frequency Signature, PCH 1,5V, CPU Input Offset
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 35 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
Weitere Besonderheiten UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE (C6/C7), EIST
Turbo-Modus (All Cores, By number of active cores),
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und vier optionale Fans, Short Duration Power Limit,
Long Duration Maintained, Long Duration Power Limit, Primary Plane Current Limit

Als ersten Schritt unseres Overclocking-Versuchs haben wir den Multiplikator auf den Wert "47" fixiert und die Spannung erst einmal bei 1,25 Volt belassen. Einige Minuten rechnete das System bereits fleißig mit Prime95. Dann jedoch kam es zum Bluescreen. Also haben wir die Spannung geringfügig auf 1,26 Volt angehoben, womit das System dann einwandfrei unter Volllast lief. Das System konnte sogar mit dem 48er Multiplikator problemlos booten. Sobald wir das System dann aber unter Last gesetzt haben, kam zum Systemstillstand mit anschließendem Neustart.

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Bestes Ergebnis mit dem 1.0-Strap: 4,7 GHz bei 1,261 Volt

Mit entsprechender Kühlung kann diese Konstellation ohne Einschränkungen 24/7 gefahren werden. Wichtig ist hierbei jedoch, die Temperatur im Auge zu behalten. Nachdem wir dieses Ergebnis in der Tasche hatten, haben wir es mit dem CPU-Strap 1.25 probiert. Das Ergebnis fiel nüchtern aus, denn das System hat den Start sofort verweigert.

Viele Leser interessieren sich auch für das RAM-Overclocking-Potenzial. Erneut kamen die beiden G.Skill TridentX DDR3-2400-Module zum Einsatz. Ohne XMP-Funktion konnten wir folgendes Ergebnis festhalten:

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Das Erreichen der Soll-Taktfrequenz mit sogar strafferen Latenzen war für die ASRock-Platine keine Herausforderung. Die VDIMM lag mit 1,65 Volt an, wie es der Hersteller bei diesen Modulen spezifiziert hat. Ein Boot-Versuch mit dem RAM-Teiler DDR3-2600 war allerdings erfolglos. Der Grund liegt bei den RAM-Modulen selbst, die an dieser Stelle limitieren.

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Das A-Tuning-Utility.

ASRock gibt aber auch noch eine Software mit auf den Weg, die sich für den einen oder anderen Käufer durchaus als nützlich erweisen könnte. Sie hört auf den Namen "A-Tuning". Mit ihr können Sachen, wie der Operation-Modus eingestellt werden und bietet die drei Modi "Performance Mode", "Standard Mode" und "Power Saving". Ebenfalls enthalten sind Features wie XFast RAM, FAN-Tastic Tuning und der Dehumidifier (Entfeuchter). Generell kann das System auch von diesem Utility aus übertaktet werden und bietet die entsprechenden Regler für den CPU-Multiplikator, die BCLK-Frequenz und die dazugehörigen Spannungen. Unter dem Punkt "System Info" verbirgt sich eine Übersichtsseite, die Informationen wie die aktuell anliegende CPU-Taktfrequenz, die Spannungen, die Temperaturen und auch die Lüftergeschwindigkeiten preisgibt. Ebenfalls dabei ist der "System Browser", auf dem komfortabel gecheckt werden kann, welche Komponenten zu aktuellem Zeitpunkt installiert sind.

In den folgenden Videos werden die XFast555-Funktionen, das Dehumidifier- und das ASRock OMG-Feature (Online Management Guard) in einem Video präsentiert:

ASRock Feature - XFast555
ASRock Feature - Dehumidifier
ASRock Feature - Online Management Guard

Alle BIOS- und A-Tuning-Screenshots sind in der folgenden Bildergalerie einsehbar.

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Mit diesem Testsystem haben wir das ASRock Z87 Extreme9/ac getestet:

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz.

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version.

Seit der Einführung der Nehalem-Prozessoren und der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 1600 MHz und 9-9-9-24 1T - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim ASRock Z87 Extreme9/ac ist allerdings alles so, wie es zu erwarten wäre: Die Turbo-Modi laufen korrekt und auch keine versteckte Übertaktung ist aktiv.

Wir testen allerdings nur noch vier Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2011, SuperPi 8M, Cinebench 11.5 und Sisoft Sandra 2011 Memory Benchmark:

3DMark 2011

3DMark_2011_1
Leistung in Futuremark-Punkten

Cinebench 11.5 CPU

Cinebench 1
Leistung in Cinebench-Punkten

Sisoft Sandra Memory Benchmark:

SiSoft_Sandra 1
Bandbreite in GB/s

SuperPi 8M

SuperPi 1
Zeit in Sekunden (weniger ist besser)

Es war nicht anders zu erwarten: Die Leistung fällt identisch mit den anderen Mainboards aus. Es bleibt nur bei Unterschieden im Rahmen der Messgenauigkeit.

Auch bei der Lynx Point-Plattform werden wir die Bootzeit protokollieren. Wir messen die Zeit in Sekunden, wie lange das Mainboard benötigt, um alle Komponenten zu initialisieren und mit dem Windows-Bootvorgang beginnt.

Bootzeit (vom Einschalten bis zum Windows-Bootvorgang)

Bootzeit
Zeit in Sekunden (weniger ist besser)

Die Ausstattung beim heutigen Testsample ist sehr umfangreich. Dennoch legte es einen Schnellstart sondergleichen hin und benötigte zur Initialisierung nur 11,63 Sekunden. Echt flink!


Neben der wichtigen Performance ist auch der Stromverbrauch des heimischen PCs kein unwichtiges Kriterium. Was man häufig unterschätzt, ist die Tatsache, dass selbst die verschiedenen Mainboard-Modelle der zahlreichen Hersteller unterschiedlich viel Strom aus der Steckdose ziehen. Ein Grund dafür sind die verschieden eingesetzten BIOS-Versionen, die teilweise die von Intel referenzierten Stromsparmechanismen schlecht oder gar falsch umsetzen oder dass Onboardkomponenten sich eigentlich deaktivieren sollten, wenn diese entweder durch dedizierte Hardware ersetzt wurden oder einfach nicht verwendet werden. Darüber hinaus kann aber manchmal auch die Stromversorgung verantwortlich gemacht werden, wenn unter Default Settings mehr Energie zur Verfügung gestellt wird, als eigentlich benötigt wird. Genau deswegen spielt die Effizienz eine wichtige Rolle. Wenn die Effizienz der Stromversorgung nun also schlecht ausfällt, wird mehr Strom verbraucht. Zu unterschätzen ist hierbei aber auch die Software nicht, sodass sie ebenfalls gut abgestimmt sein muss, damit eine zufriedenstellende Effizienz gegeben ist.

Das ASRock Z87 Extreme9/ac hat jede Menge Zusatz-Controller und andere Chips erhalten. Zwei weitere USB-3.0-Hubs, zwei zusätzliche SATA-Controller, zwei LAN-Controller, ein Thunderbolt-Controller und ein Audio-Codec tragen ihren Teil zum Stromverbrauch bei. Hinzu kommen sogar noch zwei PLX-Chips.

Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 11.5 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-spanTest, Vollauslastung). Die jeweiligen Werte entsprechen dem System-Gesamtverbrauch.

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Für den ersten Test sind die Default Settings aktiv, sodass der Großteil der Onboardkomponenten bereits aktiviert ist. Die Grafikausgabe erfolgt über die Radeon HD 7850, wobei wir die iGPU im BIOS nicht deaktiviert haben. Wie bereits weiter oben geschrieben, sind alle Stromspar-Features eingeschaltet, was mit den Werten einer manuellen Konfiguration scheinbar gut umgesetzt wurde.

Leistungsaufnahme Idle

Idle
Leistung in Watt

Der Idle-Zustand zeigte sich das Testsystem mit dem Z87 Extreme9/ac mit 47,7 Watt absolut im positiven Bereich. Damit ist das Extreme9/ac sogar geringfügig effizienter als das ASUS Z87-Deluxe (zum Hardwareluxx-Test).

Leistungsaufnahme Cinebench 11.5 CPU

Cinebench
Leistung in Watt

Mit dem Cinebench-Lauf setzt die Platine samt Restsystem mit 104,4 Watt die Reise auf sehr gutem Niveau fort. Selbst das ASUS Maximus VI Gene verbrauchte als Mikro-ATX-Mainboard hier fast vier Watt mehr.

Leistungsaufnahme Prime95

Prime95
Leistung in Watt

Erstaunlich war, dass das Strommessgerät mit Prime95, sprich mit Vollbelastung, nur 112,3 Watt angezeigt hat. Etwas weniger veranschlagte das hauseigene Z87E-ITX (zum Hardwarelux-Test) mit 107,2 Watt.

Spannungen Prime95

Spannungen
Spannungen in Volt

Die VCore betrug im Lastzustand 1,044 Volt und knüpft damit an die meisten anderen Probanden an.

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sämtliche USB-3.0- und SATA-Controller sind hier beispielsweise deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber alle energiesparenden Features werden zusätzlich manuell aktiviert. Die Radeon HD 7850 ist weiterhin die primäre Grafikkarte.

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

Leistungsaufnahme Idle

Idle
Leistung in Watt

Bei einem Kaliber wie dem heutigen Testobjekt gibt es natürlich eine Menge im UEFI zu deaktivieren. So konnten wir die Idle-Leistungsaufnahme um 5,6 Watt von 47,7 Watt auf nun mehr 42,1 Watt herunterdrücken, was ein exzellentes Ergebnis ist.

Leistungsaufnahme Cinebench 11.5 CPU

Cinebench
Leistung in Watt

Unter Teillast hielt sich der Unterschied allerdings gering. Es konnten 2,3 Watt eingespart werden, sodass der Verbrauch nun bei 102,1 Watt lag. An diesem Wert gibt es allerdings nichts zu meckern.

Leistungsaufnahme Prime95

Prime
Leistung in Watt

Bei Prime95 wurden ganze zwei Watt weniger aus dem Stromnetz gezogen, was den Verbrauch auf 110,3 Watt drückt.

Spannungen Prime95

Spannungen
Spannungen in Volt

Es blieb natürlich bei den 1,044 Volt, wie wir es auch erwartet haben.

Diese Werte hätten auch gut zu einem gewöhnlichen Mainboard aus dem unteren Preissegment gepasst. Umso mehr ist es überraschend, dass sich die Leistungsaufnahme bei einem großen Modell, wie eben dem Z87 Extreme9/ac, so sehr in Grenzen hält. Überraschend deswegen, da auf dem Board nicht nur zahlreiche Zusatzcontroller arbeiten, sondern darüber hinaus auch zwei PLX-Chips für weitere Lanes sorgen, die sich in vergangenen Tests eher negativ auf den Stromverbrauch ausgewirkt haben. Wie ASRock das auch immer bewerkstelligt hat, sie haben damit gute Arbeit geleistet!


USB-3.0-Performance

Eine beachtliche Anzahl an USB-3.0-Schnittstellen hat ASRock dem Z87 Extreme9/ac gegönnt, zehn an der Zahl. Am I/O-Panel sind alleine schon sechs Stück erreichbar. Bleiben noch weitere vier Anschlüsse übrig, die auf zwei interne Header aufgeteilt wurden. Die zehn Buchsen kann der Z87-PCH natürlich nicht alleine steuern, weswegen ihn zwei ASMedia ASM1074-Hubs unterstützen. Für unsere Testzwecke schnappen wir uns die SanDisk Extreme mit 120 GB und stecken sie ins externe USB-3.0-Gehäuse. Auf diese Weise werden die USB-3.0-Schnittstellen auch bis an ihr Limit getrieben.

ATTO USB3 small
Die USB-3.0-Performance beim ASRock Z87 Extreme9/ac
(nativ über den Z87-PCH).
ATTO USB3 small
Der ASM1074-Hub ist auch zu guten Leistungen bereit.

Die Performance ist bei beiden absolut akzeptabel. Der PCH selbst schafft es zu einer Schreibrate von 187 MB/s. Die Leserate kletterte auf 174 MB/s hinauf. Ein ähnliches Bild zeigt der USB-3.0-Hub im Schreiben mit etwa 186 MB/s und im Lesen mit ca. 175 MB/s. Insgesamt sind die Ergebnisse daher zufriedenstellend.

 

SATA-6G-Performance

Auch für den Storage-Bereich hat ASRock zehn SATA-6G-Buchsen vorgesehen. Und ebenfalls wird der Z87-Chipsatz mit weiterer Hilfe unterstützt. Vier Anschlüsse von den zehn arbeiten daher über zwei ASMedia ASM1061-Chips. Die vergänglichen Tests haben gezeigt, dass der ASM1061 nicht in der Lage ist, SATA-6G-SSDs vollständig auszufahren. Für gewöhnliche HDDs jedoch reicht die Leistung absolut aus. Für den SATA-6G-Test wird die SanDisk Extreme 120GB direkt an das Board angeschlossen.

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Der Z87-Chipsatz zeigt erneut ein gutes Ergebnis.
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Der ASM1061 hingegen zeigt, wie gewohnt, ein schlechteres Ergebnis.

Der Z87-Chipsatz zeigt sich mal wieder von seiner besten Seite und beschleunigt das SSD in Sachen Schreibdurchsatzrate auf gut 520 MB/s. Währenddessen lag die Lesedurchsatzrate bei sehr guten 556 MB/s. Wir haben es zu Anfang bereits erwähnt, dass der ASM1061 weniger performant ist. Er schafft es zumindest, das SSD im Schreiben auf rund 390 MB/s und im Lesen auf 405 MB/s zu pressen.


ASRock hat dem Markt mit ihrem Z87 Extreme9/ac ein sehr gutes Produkt bereitgestellt, das in zwei Bereichen besonders überzeugen kann: Zum einen bei den zahlreichen Anschlüssen und Onboard-Chips, zum anderen beim Overclocking.

Die gute Overclocking-Leistung verdankt es gleich einer Reihe von Features: Hier sind die zwölf Phasen zu nennen, die eine Menge Potenzial aufzuweisen haben. Unterstützend dazu ist das UEFI vollgepackt mit umfangreichen Overclocking-Einstellungen und auch auf dem PCB wurde das eine oder andere OC-Feature in Form eines Power- und Reset-Buttons, einer Debug-LED und eines BIOS-Switches sowie eines CMOS-Clear-Buttons (I/O-Panel) hinzugefügt. Einzig auf Spannungsmesspunkte wird der Interessent nicht treffen. Das allerdings ist weniger tragisch, da es sich bei diesem Exemplar um kein Modell aus der Overclocking-Serie handelt.

Daneben kommt auch leidenschaftliche Gamer auf ihre Kosten: Für die Grafikbeschleunigung steht dem Anwender jede aktuell verfügbare Option offen. Das garantieren die fünf verfügbaren PCI-Express-x16-Slots der dritten Generation. Durch die Lane-Erweiterung des PEX8747 können bis zu vier Grafikkarten ohne Probleme an das System gekoppelt werden. Davon abgesehen ist aber auch noch ein PCIe-2.0-x1-Slot anwesend und nutzbar, sofern von Multi-GPU Abstand genommen wird. Wahlweise kann auch die integrierte GPU aus der Haswell-CPU mit dem verfügbaren HDMI- und/oder DisplayPort-Grafikausgang genutzt werden - aber wer möchte das schon bei so einem Luxus-Board.

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Für die generelle Systemerweiterung gehören jeweils zehn SATA-6G- und USB-3.0-Schnittstellen und dazu nochmal weitere neun USB-2.0-Anschlüsse zur Grundausstattung des Z87 Extreme9/ac. Hinzu kommen zwei Gigabit-LAN-Ports über zwei Intel-Netzwerkcontroller, die auch via Teaming-Funktion zusammengeschaltet werden können. Für die nötige Portion Sound hat sich ASRock auch etwas Extravagantes einfallen lassen. Hinter der eigens genannten "Purity Sound"-Lösung verbirgt sich der Realtek ALC1150, der von zwei TI NE5532-Chips (einer als Kopfhörerverstärker bis 600 Ohm und ein weiterer als Differential-Codec) begleitet wird. Als absolutes Schmankerl gehören die beiden Thunderbolt-Anschlüsse am I/O-Panel sowie die bereits vorinstallierte WLAN 802.11ac/Bluetooth 4.0-Mini-PCIe-Karte. Mithilfe des mitgelieferten Frontpanels, welches vier USB-3.0-Anschlüsse und einen SD-3.0-Slot bereithält, kann die WLAN- und Bluetooth-Funktion ohne Einschränkungen genutzt werden.

Hinter der Fassade kommt wieder das gut strukturierte UEFI-BIOS von ASRock zum Einsatz, welches erneut keine Mängel gezeigt hat und die Einstellungen ohne Kompromisse umgesetzt hat. Es lässt sich per Maus und Tastatur angenehm steuern. Softwareseitig gelangt das Steuerungs-Utility "A-Tuning" zum Erwerber dieses Mainboards, worüber einige Einstellungen und auch das Overclocking vorgenommen werden können. Besonders hervorzuheben und zu loben ist generell die erreichte Leistungsaufnahme, die trotz zwei PLX-Chips auf hervorragendem Niveau lag.

Bei den ganzen positiven Punkten und der Anschlussvielfalt gibt es natürlich einen Haken: Die Features treiben dafür natürlich den Preis nach oben. Aktuell ist das Z87 Extreme9/ac bei Amazon für etwa 330 Euro zu haben, was kein Pappenstiel ist. Spätestens jetzt sollte der Interessent genau überlegen, ob er all die ganzen Anschlüsse und anderen Features überhaupt gebrauchen kann oder ob nicht vielleicht doch ein günstigeres Modell, wie das ASRock Z87 Professional (zum Hardwareluxx-Test), für Zufriedenheit sorgt. Wer die ganzen Features wirklich gebrauchen kann, wird mit dieser Platine sicherlich glücklich werden.

Positive Eigenschaften des ASRock Z87 Extreme9/ac:

Negative Eigenschaften des ASRock Z87 Extreme9/ac:

Aufgrund der Überzahl an Anschlussmöglichkeiten sowie der hervorragenden Effizienz erhält das ASRock Z87 Extreme9/ac von uns den Excellent Hardware-Award. Gerade die Bewältigung der Leistungsaufnahme mit gleich zwei PLX-Chips ist schon eine Herausforderung. Wer vermehrt auf die neuere Thunderbolt-Technolgie zurückgreift, könnte auch auf das Z87 Extreme9/TB20 warten, welches abgesehen vom neuen Thunderbolt 2-Controller dieselben Eigenschaften aufweist.

Alternativen? Wenn wir beim nahezu selben Preis bleiben, könnte alternativ auch zum ASUS Maximus VI Extreme (zum Hardwareluxx-Test) gegriffen werden, welches auch eine gute Ausstattung und einige weitere Gimmicks mitbringt. Preisgünstiger geht es natürlich immer, auch wenn dabei die Ausstattung etwas geringer ausfällt. Aber gerade für die Anwender, die die umfangreichen Anschlussmöglichkeiten nicht gebrauchen können, werden dadurch einiges an Geld einsparen.

 

Persönliche Meinung

Das ASRock Z87 Extreme9/ac ist ein interessantes Produkt mit viel Schnickschnack, was die aktuelle Technologie für den Endkunden-Bereich zu bieten hat. Gerade, wenn der Geldbeutel es hergibt und die ganzen Anschlüsse sinnvoll eingesetzt werden, wird dieses Board sicherlich vermehrt auf der Wunschliste stehen. Für die meisten Menschen, die sich einen neuen Computer zusammenbasteln oder basteln lassen, greifen vor allem aufgrund des hohen Preises zu günstigeren Modellen, die in ihrer reinen Funktionsweise auch dieselben Performance-Ergebnisse liefern. (Marcel Niederste-Berg)

Preise und Verfügbarkeit
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