MSI X79A-GD45 Plus im Test

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msi x79 gd45plus-teaserWährend Intel mit der Vorstellung der ersten "Haswell"-Prozessoren wieder einmal mehr den Sockel wechselte, ist beim Umstieg von "Sandy Bridge-E" auf "Ivy-Bridge-E" in der High-End-Klasse alles beim Alten geblieben. Alle bisherigen X79-Mainboards - mit Ausnahme der Intel-eigenen Boards - sind nach einem BIOS- bzw. UEFI-Update mit den neuen 22-nm-Prozessoren von Intel kompatibel. Grund genug für MSI uns mit dem X79A-GD45 Plus zu versorgen, das mit einem Preis von knapp 170 Euro eher in der unteren Preisregion der Sockel-LGA2011-Untersätze anzutreffen ist. Wie sich das MSI-Mainboard gegen unsere Referenz schlägt, klären wir auf den nachfolgenden Seiten. 

Nach der Vorstellung des Intel Core i7-4960X, i7-4930K und des Core i7-4820K dürfte Intels High-End-Plattform wieder stärker in den Fokus gerückt sein. Im Vergleich zur aktuellen "Haswell"-Generation bieten die Sockel-LGA2011-CPUs bis zu sechs Kerne, können auf einen dickeren L3-Cache zurückgreifen, werden mit Quad-Channel-Speicher ausgestattet und stellen den Grafikkarten für eine höhere Leistung mehr Lanes zur Verfügung. Spieler, die mehr als zwei Grafikkarten im Multi-GPU-Betrieb betreiben möchten, fahren in der Theorie mit "Ivy Bridge-E" besser als mit "Haswell". Dafür sind aber auch die Preise deutlich höher als beim Sockel LGA1150. Das MSI X79A-GD45 Plus ist mit einem Preis von knapp 180 Euro eher eines der preisgünstigeren Untersätze für die "Ivy Bridge-E"-Prozessoren. Dennoch hat es mit insgesamt fünf Grafikkarten-Steckplätzen, acht Speicherbänken und Support für USB 3.0 - den gibt es beim X79-Chipsatz nicht ohne Zusatzchip - einiges auf der Feature-Liste stehen. Wie sich das MSI-Mainboard gegen das ASUS P9X79, unserer Referenzplatine für CPU-Tests schlägt, erfährt man auf den nachfolgenden Seiten.

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Das MSI X79A-GD45 Plus in der Übersicht.

Das MSI X79A-GD45 Plus hat noch sehr viel mit dem MSI X79A-GD45 gemein. So haben die Taiwanesen das Layout des Vorgängers nahezu vollständig übernommen. Sie spendierten der Plus-Version allerdings eine komplett neue Optik, die nicht mehr viel mit dem typisch blau-schwarzen Design von MSI gemein hat. Vielmehr setzt man jetzt mit Schwarz und Grau auf sehr dunkle Farben, die den gewünschten Military-Look aber viel deutlicher unterstreichen. Neben der neuen Optik hat MSI an der Spannungsversorgung gefeilt. Im Vergleich zur normalen Version kann das MSI X79A-GD45 Plus mit neun statt fünf Phasen aufwarten. 

Die Spezifikationen

Kommen wir zu den Spezifikationen:

Die Daten des MSI X79A-GD45 Plus in der Übersicht
Hersteller und
Bezeichnung
MSI
X79A-GD45 Plus
Straßenpreis ca. 180 Euro
Homepage www.msi-comuter.de
Northbridge-/CPU-Features
Chipsatz Intel X79 Chipsatz
Speicherbänke und Typ 8x DDR3 (Quad-Channel)
Speicherausbau max. 64 GB (mit 8-GB-DIMMs)
SLI / CrossFire CrossFireX (4-Way) , SLI (3-Way)
Onboard-Features
PCI-Express

3x PCIe 3.0 x16, (x16/x16/x8)
2x PCIe 2.0 x16, (x1/x1)
1x PCIe 2.0 x1, (x1)

PCI -
Serial-ATA-, SAS- und 
ATA-Controller

2x SATA 6G mit RAID 0, 1 über Intel X79
4x SATA 3G mit RAID 0, 1, 5, 10 über Intel X79

USB 4x USB 3.0 (2x am I/O-Panel, 2x über Header) über NEC D720202
10x USB 2.0 über X79 (6x am I/O-Panel, 4x über Header)
Grafikschnittstellen -
WLAN / Bluetooth -
Firewire -
LAN

1x Intel 82759

Audio 8-Channel Realtek ALC892

Eigentlich bietet das MSI X79A-GD45 Plus für 170 Euro alles, was man benötigt. Hierzu zählen Unterstützung für aktuelle Standards wie USB 3.0 oder SATA III, 8-Kanal-Audio, ausreichend PCI-Express-Ports sowie Speicherbänke und eine Vielzahl an Overclocking-Funktionen.

Das mitgelieferte Zubehör

Im Karton konnte folgendes Zubehör gefunden werden:

  • I/O-Blende
  • Mainboard-Handbuch inkl. Treiber- und Software-DVD
  • Handbuch für mitgelieferte Software
  • Quick-Start-Guide
  • 2-Way-SLI-Bridge
  • sechs SATA-Kabel
  • Overclocking-Guide
  • 2x M-Connector für internen Power-/Reset-Button / USB-2.0-Anschlüsse
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Abstriche im Vergleich zu teureren X79-Mainboards braucht man beim MSI X79A-GD45 Plus nicht zu machen, wenngleich mit sechs SATA-Kabeln weniger als sonst beiliegen (bei sechs SATA-Ports braucht man aber auch nicht mehr). Für den Start ist aber alles Nötige mit dabei. Hierzu zählen die Slotblende, Handbücher, die Treiber-CD und ein Overclocking-Guide, in dem die wichtigsten Schritte zum Übertakten der CPU und RAM beschrieben werden. Auch kleine Adapter sollen den Anschluss der Power- und Reset-Buttons sowie von USB 2.0 vereinfachen.


Das MSI X79A-GD45 Plus schmückt sich mit hochwertigen Bauteilen der Military-Class-III-Reihe. Dazu zählen nicht nur Super Ferrite Chokes und hochwertige Solid-Kondensatoren, sondern auch Hi-Caps. Insgesamt verspricht sich MSI davon eine höhere Stabilität, eine längere Lebensdauer, niedrigere Temperaturen, eine bessere Effizienz und vor allem auch ein besseres Standhalten bei hohen Belastungen durch Overclocking.

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Das MSI X79A-GD45 Plus hat neun Phasen für die Spannungsversorgung der CPU.

Das "Plus" im Namen des MSI X79A-GD45 Plus weist auf die aufgemöbelte Spannungsversorgung hin. Während die normale Version noch mit fünf Phasen ausgestattet wurde, besitzt die Plus-Version neun Phasen zur Spannungsversorgung der CPU. Die DDR3-Speicherbänke werden hingegen über insgesamt sechs Phasen versorgt.

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Dank der V-Check-Points lassen sich die tatsächlich anliegenden Spannungen einfach auslesen.

In seinen insgesamt acht Speicherbänken nimmt das MSI X79A-GD45 Plus laut Hersteller bis zu 128 GB Speicher auf. Da es aktuell aber nur Module mit einer Kapazität von maximal 8 GB gibt, sind bei Vollbestückung derzeit nur bis zu 64 GB möglich. Mit einem Prozessor der "Sandy Bridge-E"-Klasse wird 1600 MHz schneller Speicher unterstützt, mit den neuen "Ivy Bridge-E"-Modellen hingegen bis zu 1866 MHz. Dank entsprechender Teiler im BIOS lassen sich aber auch schnellere Module problemlos verbauen. 

Speziell für Overclocker hält MSI leicht abzugreifende Spannungsmesspunkte parat. Über die sogenannten V-Check-Points lassen sich die tatsächlich anliegenden Spannungen für CPU, Speicher und Chipsatz mittels eines Multimeters auslesen. Zwischen den SATA-Ports und dem 24-Pin-Stecker zur Stromversorgung des Mainboards findet sich außerdem ein Schalter zum Umschalten des BIOS. Damit lässt sich nach einem misslungenen BIOS-Update auf einen zweiten BIOS-Chip als Back-Up ausweichen. 

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Unser Testmuster verfügt über insgesamt fünf PCI-Express-x16-Grafikkarten-Slots und einen Steckplatz für PCI-Express-x1-Karten.

Das MSI X79A-GD45 Plus verfügt über insgesamt fünf PCI-Express-x16-Slots. Drei davon entspringen der dritten Generation, die beiden anderen sind noch PCI-Express-2.0-Ausführungen. Während die ersten beiden Slots jeweils über die vollen 16 Lanes angebunden werden, wird der dritte Port über acht Lanes angesprochen. Die beiden verbleibenden PCI-Express-x16-Slots sind jeweils über eine Lane verbunden. Ansonsten findet sich noch ein PCI-Express-x1-Slot auf dem Mainboard.

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Auf einen Zusatzchip für SATA III hat MSI leider verzichtet. Damit bietet das Board lediglich zwei SATA-Ports der dritten Generation.

Das MSI X79A-GD45 Plus besitzt insgesamt sechs SATA-Ports, wovon allerdings nur zwei dem neuen 3.0-Standard entspringen. Lediglich die beiden Ports ganz rechts übertragen bis zu 6 Gb/s pro Sekunde, worauf MSI freundlicherweise auch direkt hinweist. Die restlichen vier Ports sind lediglich SATA II. Damit entspricht das MSI-Board den Vorgaben des X79-Chipsatzes. Auf einen zusätzlichen SATA-Chip haben die Taiwanesen leider verzichtet. 

Direkt neben den Serial-ATA-Ports findet sich eine Buchse für einen 4-Pin-Molex-Stecker. Dieser sollte dann bestückt werden, sofern sehr leistungsfähige und -hungrige Grafikkarten verbaut werden. 

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Das I/O-Panel ist üppig bestückt.

Die Anschlüsse von links nach rechts:

  • 2x PS/2
  • Clear-CMOS-Button
  • koaxial S/PDIF out, optischer Digitalausgang (Toslink)
  • 2x USB 2.0
  • 2x USB 2.0
  • 2x USB 2.0
  • 6x analoge Audioanschlüsse

Im Vergleich zu teureren Mainboards für den Sockel LGA2011 verzichtet man beim MSI X79A-GD45 Plus auf Zusatzchips für weitere SATA-III-Ports, aber auch auf Anschlüsse wie eSATA oder ein Wireless-LAN- und Bluetooth-Modul. 


Es geht mit dem Audio Codec weiter:

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Auf die Ohren gibt der Realtek AL892-Chip.

Auch beim Sound gibt es eine kleine Änderung im Vergleich zum normalen MSI X79A-GD45 Plus. Hier setzt MSI auf den neuen Realtek ALC892-Chip, verpasst ihm aber per Software die Soundblaster-Fähigkeiten.

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Der Power-Button wurde direkt auf dem PCB angebracht - der OC-Genie-Button soll CPU und Speicher automatisch übertakten.

Das MSI X79A-GD45 Plus richtet sich dank OC Genie auch an Overclocker, die nicht selbst Hand anlegen wollen. Mittels Druck auf den OC-Genie-Button, der direkt auf der Platine des Mainboards angebracht wurde, werden die Taktgrenzen des Prozessors und Arbeitsspeichers automatisch ausgelotet und angepasst. Dieser Vorgang nimmt allerdings etwas Zeit in Anspruch. Ambitionierte Overclocker freuen sich hingegen über einen Power-Button direkt auf dem PCB.

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Beim MSI X79A-GD45 Plus ist keine aktive Kühlung notwendig.

Gekühlt werden Chipsatz und Spannungswandler jeweils von einem passiven Kühlkörper, der sich optisch in das Gesamtbild des MSI X79A-GD45 Plus einfügt. Auch die Mainboard-Batterie ist frei zugänglich. 

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Weitere USB-Anschlüsse lassen sich intern anschließen.

Wem die externen USB-Anschlüsse der I/O-Blende nicht ausreichen, der kann intern auf sechs weitere USB-Schnittstellen zurückgreifen: 2x USB 3.0 und 4x USB 2.0. Die Power- und Reset-Buttons und die LEDs für Festplattenaktivität des PC-Gehäuses lassen sich dank der mitgelieferten "M-Connectoren" einfach auf das Mainboard stecken. 

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Die MSI-Platine kam schon ab Werk mit Intels neuen "Ivy Bridge-E"-Prozessoren zurecht..

Das MSI X79A-GD45 Plus nimmt es mit allen aktuellen Sockel-LGA2011-CPUs der "Sandy Bridge-E"- und "Ivy Bridge-E"-Generation auf. Da Letztere erst vor wenigen Tagen offiziell ihren Dienst antreten durfte, sollte man sich vorher um ein entsprechendes Update des UEFI-BIOS bemühen. Unser Testmuster arbeitete bereits ab Werk mit unserem Intel Core i7-4960X zusammen. Vorinstalliert war allerdings auch die neuste Beta-Version.


BIOS

Nicht jede X79-Platine kommt bereits ab Werk mit unserem Intel Core i7-4960X zurecht - erst dann, wenn das UEFI ab einer entsprechenden Version "Ivy Bridge-E"-Support mit sich bringt. Unser Testsample erkannte die Test-CPU ohne Probleme - auch die Einstellungen für den Turbo-Modus waren allesamt korrekt eingestellt. Ein Nachjustieren unsererseits war nicht notwendig. Auch war unser Sample bereits mit der aktuellsten BIOS-Version ausgestattet. Wir setzten auf Version 17.4 Beta 2. Auf der MSI-Homepage fand sich zum Testzeitpunkt aktuell noch Version 17.3. Ein BIOS-Update ließ sich im Falle des MSI X79A-GD45 aber problemlos mittels USB-Stick und dem Tool "M-Flash" erledigen. 

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Der Startscreen des UEFI vom MSI X79A-GD45 Plus.

Der Startscreen des MSI X79A-GD45 Plus informiert über die aktuellen Temperaturen von CPU und Mainboard, spuckt auch das aktuelle Datum samt aktueller Zeit aus und listet die gerade anliegenden CPU- und Speicher-Taktraten sowie die installierte Speichermenge mit auf. Mittels Schnellwahl-Funktionen kann man entweder den OC-Genie- oder ECO-Modus auswählen, womit das System wahlweise Strom sparender oder aber schneller agiert. CPU- und Speicher-Taktraten sowie Energiesparfunktionen werden dafür automatisch angepasst. Wie gewohnt lässt sich das UEFI bequem mit der Maus bedienen. 

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Die Haupt-Settings des MSI X79A-GD45 Plus.

Hinter dem Settings-Button verstecken sich alle wichtigen Einstellungen des Mainboards. Dort lässt sich nicht nur die Systemzeit einstellen, sondern auch die einzelnen Komponenten aktivieren oder deaktivieren – darunter nicht nur der Sound-Chip, sondern auch die SATA-Controller und der Gigabit-LAN-Controller. Da MSI bei seinem X79A-GD45 Plus aber kaum Zusatzchips verbaut, lässt sich kaum eine Hardware-Komponente abschalten. Boot-Einstellungen lassen sich dort ebenfalls festlegen.

Viel interessanter sind natürlich die Overclocking-Settings, die sich hinter einem separaten Button verbergen. Dort kann man allerlei Spannungen setzen, die CPU-Features wie Turbo Boost 2.0, EIST, C1E und Co einstellen oder aber die Taktraten und Timings für den Arbeitsspeicher bestimmen und das XMP-Profil aktivieren. Im Eco-Bereich lassen sich zahlreiche MSI-eigene Stromsparfunktionen auswählen. Sofern man unter Windows einen entsprechenden Treiber installiert hat, erhält man über den Button „Browser“ einen schnellen Zugriff auf das Internet.

Insgesamt hinterlässt das UEFI einen guten Eindruck – wurden doch nahezu alle Einstell-Möglichkeiten von der normalen Version 1:1 übernommen. Die Bedienung kann per Maus oder Tastatur erfolgen, Ruckler oder lange Wartezeiten gab es keine. Die Menüs sind klar strukturiert und intuitiv. Fehler hatten wir während unserer Tests keine bemerkt.

 

Overclocking

Bei den Overclocking-Funktionen bietet das UEFI des MSI X79A-GD45 Plus eigentlich alles, was man so benötigt. So lässt sich der Prozessor nicht nur mittels Heraufsetzen des Multiplikators übertakten, sondern auch durch das Anpassen der BCLK, die sich zwischen 90 und 200 MHz einstellen lässt. Der CPU-Strap beträgt wahlweise 1,0, 1,25 oder 1,67. Die CPU-Spannung kann auf bis zu 1,8 Volt angehoben werden, wobei das wirklich nur erfahrene Overclocker mit extremen Kühlmethoden machen sollten. Die Hitzeentwicklung des Sechskern-Prozessors stellt auch so schon gewaltige Anforderungen an das Kühlsystem. Der Arbeitsspeicher kann sogar auf bis zu 2,445 Volt angehoben werden. Aktuelle Module begnügen sich in der Regel mit 1,65 Volt. Dafür lässt sich die Speicherspannung für jeweils zwei Kanäle gesondert anpassen - sehr lobenswert!

Die Overclocking-Funktionen des MSI X79A-GD45 Plus in der Übersicht
Base Clock Rate 90 bis 200 MHz in 1,0 MHz-Schritten
CPU-Strap 1,0x, 1,25x, 1,67x
CPU-Mulitplikator 12x - 63x
CPU-Spannung 0,8050 V bis 1,800 V in 0,0050-V-Schritten (Fixed-Modus)
DRAM-Spannung 1,0500 V bis 2,4450 V in 0,0150-V-Schritten (Für jeweils 2 Kanäle einzeln)
DRAM-Vref 0,4500 V bis 1,1500 V in 0,0250-V-Schritten (Für jeden Kanal einzeln)
CPU-SA-Spannung 0,8550 V bis 1,8000 V in 0,0150-V-Schritten 
CPU-IO-Voltage 0,8000 V bis 1,6400 V in 0,0200-V-Schritten
CPU PLL-Spannung 1,4000 V bis 2,5000 V in 0,1000-V-Schritten
PCH-1.1-Core-Spannung 0,8400 V bis 1,9000 V in 0,0200-V-Schritten
PCH-1.5-Core-Spannung 1,2000 V bis 1,9000 V in 0,0200-V-Schritten
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen CPU Override Voltage
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 23 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
Weitere Besonderheiten

UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
M-Flash
Browser

Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE (C6/C7), EIST
Turbo-Modus (All Cores, By number of active cores),
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und vier optionale Fans,

Unser Intel Core i7-4960X besitzt nicht gerade das beste Overclocking-Potential. Dennoch konnten wir ihn auf bis zu 4,5 GHz übertakten, wofür wir sogar etwas weniger Spannung benötigten als bei unserem ASUS P9X79. Statt mit 1,45 Volt begnügte sich der Prozessor auf dem MSI-Board mit 1,432 Volt. Zwar konnten wir auch mit höheren Taktraten und etwas weniger Spannung booten, doch stabil lief das System damit leider nicht. 

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Bestes Ergebnis mit dem 1.0-Strap: 4,5 GHz bei 1,432 Volt

Auf dem ASUS P9X79 mussten wir die Spannung ein klein wenig höher setzen, um den Intel Core i7-4960X stabil mit 4,5 GHz betreiben zu können. Das MSI X79A-GD45 Plus muss den "Ivy Bridge-E"-Prozessor dafür mit nur 1,432 Volt beliefern. 

Viele Leser interessieren sich auch für das RAM-Overclocking-Potenzial. Erneut kamen die vier G.Skill TridentX DDR3-2400-Module zum Einsatz. Ohne XMP-Funktion konnten wir folgendes Ergebnis festhalten:

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Die angepeilten 1200 MHz wurden problemlos erreicht. Jedoch mussten wir die Command Rate auf 2T zurückstellen. Wurde der 1T-Modus aktiviert, war kein Bootvorgang möglich. Die VDIMM lag bei 1,65 Volt.

Alle BIOS-Screens können in der folgenden Bildergalerie eingesehen werden:


Mit diesem Testsystem haben wir das MSI X79A-GD45 Plus getestet:

Hardware:

  • Intel Core i7-4960X
  • entsprechendes Sockel 2011-Mainboard mit Intels X79-Chipsatz
  • 4x4 GB DDR3-2400 - @ 1866 MHz, 9-11-11-231 1T, bei 1,65 V
  • Gigabyte Radeon HD 7970
  • Seasonic X-Series 660W Netzteil
  • Samsung CH12NS30 
  • Corsair Neutron 480 GB

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz.

Software:

  • Windows 8 Home Premium 64-Bit
  • AMD Catalyst 13.1
  • Intel INF-Utility 9.4.0.1026

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version.

Seit der Einführung der Nehalem-Prozessoren und der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle X79-Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 1866 MHz und 9-11-11-31 1T - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboard-Reviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim MSI X79A-GD45 Plus ist allerdings alles so, wie es zu erwarten wäre: Die Turbo-Modi laufen korrekt und auch keine versteckte Übertaktung ist aktiv.

Wir testen allerdings nur noch vier Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2011, SuperPi 8M, Cinebench 11.5 und Sisoft Sandra 2011 Memory Benchmark:

3DMark 2011

3dmark11
Leistung in Futuremark-Punkten

Cinebench 11.5 CPU

Cinebench 1
Leistung in Cinebench-Punkten

Sisoft Sandra Memory Benchmark:

SiSoft_Sandra 1
Bandbreite in GB/s

SuperPi 8M

SuperPi 1
Zeit in Sekunden (weniger ist besser)

An der generellen Performance gibt es nichts auszusetzen. Das MSI X79A-GD45 Plus knüpft leistungsmäßig an die Konkurrenzmodelle an. Unterschiede sind generell nur messbarer Natur.

Auch bei der X79-Plattform werden wir die Bootzeit protokollieren. Wir messen die Zeit in Sekunden, wie lange das Mainboard benötigt, um alle Komponenten zu initialisieren und mit dem Windows-Bootvorgang beginnt.

Bootzeit (vom Einschalten bis zum Windows-Bootvorgang)

boot
Zeit in Sekunden (weniger ist besser)

Beim Systemstart ist das MSI X79-DG45 Plus eine knappe Sekunde schneller als das ASUS P9X79, was wohl an dessen besserer Ausstattung liegt.


Neben einer gut ausgeprägten Performance ist auch der Stromverbrauch des heimischen PCs kein unwichtiges Kriterium. Was man häufig unterschätzt, ist die Tatsache, dass selbst die verschiedenen Mainboard-Modelle der zahlreichen Hersteller unterschiedlich viel Strom aus der Steckdose ziehen. Ein Grund dafür sind die verschieden eingesetzten BIOS-Versionen, die teilweise die von Intel referenzierten Stromsparmechanismen schlecht oder gar falsch umsetzen oder dass Onboardkomponenten sich eigentlich deaktivieren sollten, wenn diese entweder durch dedizierte Hardware ersetzt wurden oder einfach nicht verwendet werden. Darüber hinaus kann aber manchmal auch die Stromversorgung verantwortlich gemacht werden, wenn unter Default Settings mehr Energie zur Verfügung gestellt wird, als eigentlich benötigt wird. Genau deswegen spielt die Effizienz eine wichtige Rolle. Wenn die Effizienz der Stromversorgung nun also schlecht ausfällt, wird mehr Strom verbraucht. Zu unterschätzen ist hierbei aber auch die Software nicht, sodass sie ebenfalls gut abgestimmt sein muss, damit eine zufriedenstellende Effizienz gegeben ist.

Das MSI X79A-GD45 Plus hat nur sehr wenige Zusatz-Controller erhalten. Einzig ein zusätzlicher USB-3.0-Controller aus dem Hause NEC ist verbaut worden.

Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 11.5 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-spanTest, Vollauslastung). Die jeweiligen Werte entsprechen dem System-Gesamtverbrauch.

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Für den ersten Test sind die Default Settings aktiv, sodass der Großteil der Onboardkomponenten bereits aktiviert ist. Die Grafikausgabe erfolgt über die Radeon HD 7970. Wie bereits weiter oben geschrieben, sind alle Stromspar-Features eingeschaltet, was mit den Werten einer manuellen Konfiguration scheinbar gut umgesetzt wurde.

Leistungsaufnahme Idle

Idle
Leistung in Watt

Mit einem Ide-Verbrauch von knapp unter 60 Watt kann sich das MSI X79A-GD45 Plus deutlich vor unser Referenz-Board setzen, das knapp zehn Watt mehr aus der Steckdose zog.

Leistungsaufnahme Cinebench 11.5 CPU

Cinebench
Leistung in Watt

Gleiches gilt auch für den Lastbetrieb mit Cinebench R11.5. Auch hier zeigte sie die MSI-Platine deutlich sparsamer als die Konkurrenz. In dieser Disziplin standen sich 181,1 und 195,9 Watt gegenüber. 

Leistungsaufnahme Prime95

Prime95
Leistung in Watt

Belastet man unser Testsystem hingegen mit Prime95 ergibt sich auch hier ein Unterschied von knapp 16 Watt. Insgesamt genehmigte sich das Testsystem mit unserem heutigen Testkandidaten 225,7 Watt. 

Spannungen Prime95

Spannungen
Spannungen in Volt

Das MSI X79A-GD45 Plus spendiert unserem Intel Core i7-4960X eine etwas geringere Spannung. Während auf dem ASUS unter Last 1,288 Volt auf der CPU anlagen, waren es beim MSI-Board mit 1,280 Volt marginal weniger.

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sämtliche USB-3.0- und SATA-Controller sind hier beispielsweise deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber alle energiesparenden Features werden zusätzlich manuell aktiviert.

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

Leistungsaufnahme Idle

Idle
Leistung in Watt

Mit deaktiviertem USB-Chip sinkt die Leistungsaufnahme im Leerlauf noch einmal um ein paar - wenn auch nur sehr wenige Watt - ab. 

Leistungsaufnahme Cinebench 11.5 CPU

Cinebench
Leistung in Watt

Knapp zwei Watt gespart werden mit allen bis auf auf dem Sound- und LAN-Controller deaktivierten Komponenten. Der Unterschied zum ASUS-Board wird aber nicht merklich geringer.

Leistungsaufnahme Prime95

Prime
Leistung in Watt

Ein ähnliches Bild zeichnet sich unter Prime95 ab.

Spannungen Prime95

Spannungen
Spannungen in Volt

Die Spannungen haben sich erwartungsgemäß nicht verändert.

Es lässt sich somit ganz klar festhalten, dass der Stromverbrauch beim MSI X79A-GD45 Plus deutlich geringer ausfällt als noch mit unserem ASUS-Referenzboard. Hier hat MSI folglich alles richtig gemacht, wenngleich man dafür auf den ein oder anderen Zusatzchip verzichten muss.


USB-3.0-Performance

Während Intel bei seinem X79-Chipsatz eigentlich keinen USB-3.0-Support mitliefert, pflegte MSI diesen bei seinem X79A-GD45 Plus mittels eines Zusatzchips aus dem Hause NEC einfach nach. Dieser bringt sowohl intern wie auch extern zwei Schnittstellen mit sich. Um die USB-3.0-Schnittstellen ans Limit zu treiben, verwenden wir ein SanDisk Extreme-SSD-Laufwerk mit 120 GB Speicher und installieren sie in ein externes USB-3.0-Gehäuse.

ATTO USB3 small
Die USB-3.0-Performance beim MSI X79A-GD45 Plus.
(über NEC D720200).

Das Ergebnis spricht für sich. In dieser Disziplin erlaubt sich das MSI-Board keine Patzer und liefert eine gute USB-3.0-Leistung ab. Dabei liegen Schreib- und Leserate bei knapp 240 MB/Sek.

 

SATA-6G-Performance

Das MSI X79A-GD65 Plus besitzt lediglich zwei SATA-III-Ports, die direkt über den X79-Chipsatz realisiert wurden. Die Intel-Controller liefert aber im Großen und Ganzen eine ganz passable Leistung ab. 

ATTO USB3 small
Mit dem Intel-Chip waren immerhin knapp über 510 MB/Sek. im Schreiben drin.

Wir haben gewohnte Ergebnisse erhalten: Der X79-Chipsatz versetzt das SSD-Laufwerk wieder an seine Grenzen und erreicht schreibend um die 555 MB/s und lesend um die 510 MB/s. 


Das MSI X79A-GD45 Plus ist ein solider Unterbau für Intels aktuelle Sechs-Kern-Prozessoren der "Sandy Bridge-E"- und "Ivy Bridge-E"-Reihe. Im Gegensatz zur normalen GD45-Ausführung bietet es einen etwas besseren Sound, eine größere Anzahl an Phasen und ein schickes Design im Military-Look. MSI hat sich von seiner verspielten blau-schwarzen Optik losgelöst und setzt nun auf ein schwarz-graues Aussehen. Ansonsten aber bietet das Mainboard alles, was der Durchschnitts-User so benötigen könnte. Die beiden SATA-III-Ports sollten zusammen mit den vier weiteren SATA-II-Anschlüssen des X79-Chipsatzes ausreichen, zusätzlichen zu den Chipsatzfeatures spendierte MSI der Platine aber noch einen NEC-Zusatzchip für USB-3.0-Support.

Sehr gut zu gefallen weiß auch die Leistungsaufnahme. Im Vergleich zu unserer ASUS-Referenz, die bislang bei unseren CPU-Tests zum Einsatz kam, fällt der Stromhunger sowohl unter Last wie auch im Leerlauf ein gutes Stückchen geringer aus, was allerdings auch daran liegt, dass das ASUS P9X79 etwas besser ausgestattet ist. Beim Overclcoking-Test erlaubte sich das MSI X79A-GD45 Plus keine Ausrutscher und auch am UEFI hatten wir nichts auszusetzen. Dieses arbeitete sogar von Anfang an mit unserem Intel Core i7-4960X zusammen - ein vorhergehendes Update war bei unserem Sample nicht notwendig. Ab Version 17.3 bietet es offiziell Support für "Ivy Bridge-E". Vorinstalliert war Version 17.4 Beta 2.

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Das MSI X79A-GD45 Plus in der Übersicht.

Insgesamt sechs SATA-Kabel liegen dem MSI-Board bei, mehr hätten es auch nicht sein müssen, schließlich bietet die Platine auch nur sechs SATA-Ports. Trotzdem bietet der Markt Boards mit einer deutlich besseren Ausstattung, die dafür aber auch deutlich mehr kosten. Alles in allem handelt es sich beim MSI X79A-GD45 um ein sehr solides Mainboard zu einem vernünftigen Preis von knapp 180 Euro.

Positive Eigenschaften des MSI X79A-GD45 Plus:

  • Gute USB-3.0- und SATA-III-Performance
  • Gute Werte bei der Leistungsaufnahme
  • Gutes Bios und gute Performance

Negative Eigenschaften des MSI X79A-GD45 Plus:

  • knappe Ausstattung, wenig USB-3.0- und SATA-III-Ports
Preise und Verfügbarkeit
Nicht verfügbar Nicht verfügbar Nicht verfügbar