ASUS Maximus VI Extreme im Test

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IMG 6 logoKaum ein anderes Mainboard wird bei der Einführung eines neuen Mid-Range-Sockels oder eines neuen Chipsatzes von Intel mehr erwartet, als die neueste Version der Maximus-Extreme-Platine. Das ist auch nicht unbegründet, denn die "Republic of Gamers"-Serie wird von vielen Enthusiasten gern bevorzugt, seit Jahren hat sich ASUS einen guten Namen mit diesen Platinen gemacht. Nun, da Intel neue Prozessoren für das Mid-Range-Segment inkl. neuem Sockel und dazugehörigen Chipsätzen auf den Markt gebracht hat, wird es auch wieder Zeit für einen neuen Maximus Extreme-Ableger. Wir sind mittlerweile bei der sechsten Version angelangt, der wir uns in diesem Artikel widmen möchten. Was macht ASUS dieses Mal anders?

Erstmals gestaltet ASUS die Republic-of-Gamers-Serie etwas um und möchte auch ein vergünstigtes Mainboard anbieten, das auf den Namen "Maximus VI Hero" hört. Zu diesem Thema haben wir bereits in der Übersicht ausführlich berichtet. Das Maximus VI Extreme stellt aber weiterhin das neue Flaggschiff der Serie dar und ist gleichzeitig der Nachfolger des Maximus V Extreme (zum Hardwareluxx-Test). Dazwischen positioniert sich das Maximus VI Gene als Micro-ATX-Variante. Doch eine Platine fehlt hier noch, und zwar das Maximus VI Formula, das aktuell jedoch noch nicht käuflich ist, sondern zu einem späteren Zeitpunkt den Markt erreichen wird. Gänzlich neu ist dagegen eine Mini-ITX-Version, die auf den Namen "Maximus VI Impact" hören wird. Reichlich Vielfalt also - aber gehen wir nun aber auf das Maximus VI Extreme ein.

Ein Mainboard im Preisbereich von 370 Euro muss schon etwas bieten können. Und in der Tat ist das beim Maximus VI Extreme auch der Fall. Der Käufer kann ohne Probleme auf fünf mechanische PCIe-3.0-x16-Slots zurückgreifen, mit denen auch ein Multi-GPU-System, bestehend aus vier dedizierten Grafikkarten, ermöglicht wird. Hinzu gehören auch zehn SATA- und acht USB-3.0-Schnittstellen, jeweils in der dritten Generation. Guter Onboard-Sound und auch WLAN samt neuestem ac-Standard sind fester Bestandteil beim Kauf dieses Enthusiasten-Bretts.

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Das ASUS Maximus VI Extreme in der Übersicht.

ASUS weicht natürlich nicht von der ROG-typischen Farbkombination ab. So ist das PCB wieder tiefschwarz. Der Großteil der Passivkühlkörper und auch einige Slots sind ebenfalls in Schwarz gehalten. Die restlichen Slots und andere Kleinigkeiten sind damit rot gefärbt. Ein großer Unterschied zu den Vorgängermodellen ist bei den PCB-Abmessungen zu bemerken, denn in dieser Runde belässt ASUS es beim normalen ATX-Format, was die Gehäuse-Kompatibilität nur verbessert.

Die Spezifikationen

Für folgende Spezifikationen hat sich ASUS beim Maximus VI Extreme entschieden:

Die Daten des ASUS Maximus VI Extreme in der Übersicht
Hersteller und
Bezeichnung
ASUS
Maximus VI Extreme
Straßenpreis ca. 374 Euro
Homepage http://www.asus.com/de/
Northbridge-/CPU-Features
Chipsatz Intel Z87 Express Chipsatz + PEX8747 + PEX8605
Speicherbänke und Typ 4x DDR3 (Dual-Channel)
Speicherausbau max. 32 GB (mit 8-GB-DIMMs)
SLI / CrossFire CrossFireX (4-Way) , SLI (4-Way)
Onboard-Features
PCI-Express

5x PCIe 3.0 x16, (x16/-/-/-/-, x8/-/x8/-/-, x8/x16/-/x8/-, x8/x16/-/x8/x8)
1x PCIe 2.0 x4
1x Mini-PCIe über mPCIe Combo II-Card

PCI -
Serial-ATA-, SAS- und 
ATA-Controller
6x SATA 6G mit RAID 0, 1, 5, 10 über Intel Z87
4x SATA 6G über 2x ASMedia ASM1061
M.2-Slot (NGFF) über mPCIe Combo II-Card
USB 8x USB 3.0 (6x am I/O-Panel, 2x über Header)
vier über Z87 direkt, vier über ASM1074 (Hub)
8x USB 2.0 über Z87 (2x am I/O-Panel, 6x über Header)
Grafikschnittstellen 1x HDMI, 1x DisplayPort
WLAN / Bluetooth WiFi GO! 802.11a/b/g/n/ac, Bluetooth 4.0
Firewire -
LAN

1x Intel I217-V Gigabit-LAN

Audio 8-Channel Realtek ALC1150 Audio Codec

Keine Veränderungen gab es bei der Verpackung. Sie bleibt in dunkelroter Montur. Mittig prangt die Modellbezeichnung, oben links in der Ecke das ROG-Logo. Auf dem Karton verrät ASUS auch schon das besondere Gadget, welches mitgeliefert wird: das OC-Panel. Dazu später mehr.

Das mitgelieferte Zubehör

In einer gesonderten Schachtel lag folgendes Zubehör verborgen:

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Das Zubehör fällt ansehnlich aus. Mit dabei sind beachtliche zehn SATA-Kabel, dazu die mPCIe Combo II-Karte, alle SLI-Brücken und nicht zu vergessen das OC-Panel inkl. Einbauschacht. Eine derart große Ausstattung darf man beim genannten Kaufpreis aber wohl auch erwarten.


Die sechste Maximus-Extreme-Version wird mit dem Z87-Express-Chipsatz ausgeliefert. Der PCH selbst unterstützt nun nativ sechs USB-3.0- und sechs SATA-6G-Schnittstellen und hat alle Features seines Vorgängers erhalten (SSD-Caching, Intel Smart Response Technology, Intel Rapid Start Technology und natürlich die Intel Smart Connect Technology).

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Acht hochwertige Phasen beliefern die CPU mit 1,8V.

ASUS verbaut auf dem Maximus VI Extreme große Kühlkörper, die nicht nur schick aussehen, sondern auch für die Kühlung der MOSFETs zuständig sind, die sich direkt darunter befinden. Im Detail handelt es sich um NexFET MOSFETS, die laut ASUS eine um 90 Prozent gesteigerte Effizienz und bessere Haltbarkeit gegenüber gewöhnlichen MOSFETs aufzuweisen haben. Die sichtbaren Kondensatoren sind ebenfalls von hochwertiger Güte, denn die 10K Black Metallic-Kondensatoren sollen fünfmal länger durchhalten als normale Kondensatoren - auch bei 20 Prozent höheren Temperaturen. Zwischen MOSFETs und Kondensatoren wurden die acht BlackWing-Phasen selbst platziert. Sie sind für bis zu 60 Ampere ausgelegt und sollen ihre Arbeit bei einer um drei bis fünf Grad Celsius geringeren Temperatur und gleichzeitig geringer Verlustleistung verrichten.

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Jede Menge Overclocking-Features haben sich bei den DIMM-Slots eingefunden.

Insgesamt lassen sich 32 Gigabyte Arbeitsspeicher verbauen. Die Spannung erhalten die vier DIMM-Slots von zwei weiteren BlackWing-Phasen. Neben dem USB-3.0-Header, mit dem sich zwei weitere USB-3.0-Ports realisieren lassen, hat ASUS die Overclocking-Features untergebracht. Wenn wir von rechts aus beginnen, befindet sich am Rande des PCBs eine Debug-LED. Mit dabei ist jeweils ein Power-, Reset sowie ein MemOK!-Button. Zwischen dem Reset- und MemOK!-Button wurde wieder ein Switch platziert, womit der Enthusiast die Möglichkeit erhält, die PCIe-Slots zu deaktivieren/reaktivieren. Das kann besonders dann sinnvoll sein, um herauszufinden, welche der Karten defekt ist oder einen Coldbug besitzt, wenn gerade ein Multi-GPU-Setup im Overclocking verwendet wird. Unter den Buttons findet man die Spannungsmesspunkte. Mit einem Multimeter können folgende Spannungen ausgelesen werden: AUX, PCH_IO, PCH, DRAM, RING, SA (System Agent), IO_A (Analog), IO_D (Digital), VCore und V_IN.

Ebenfalls möglich ist die Aktivierung des Slow Modes, dessen Schalter sich direkt neben den Spannungsmesspunkten befindet. Mit den vier Status-LEDs (CPU, DRAM, VGA und Boot-Device) unterhalb vom 24-poligen ATX-Stromanschluss lässt sich im Falle des Falls der defekte Kandidat leichter ermitteln. Bei jedem Bootvorgang leuchten alle vier Status-LEDs nacheinander kurz auf. Ist eine Komponente defekt, nicht richtig installiert oder wurden falsche Einstellungen im BIOS fixiert, leuchtete die jeweilige LED dauerhaft auf. Sehr praktisch!

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SLI/Crossfire mit maximal vier Grafikkarten sind keine Herausforderung.

Für ein Kaliber wie das Maximus VI Exteme gehört es zur Selbstverständlichkeit, dass eine 4-Wege-Multi-GPU-Konfiguration möglich ist. Dafür benötigt man bekannterweise auch vier PCIe-x16-Slots. Bei vier Grafikkarten werden unweigerlich zusätzliche Lanes benötigt, diese werden vom PEX8747 erweitert. Dabei lassen sich mit ihm unterschiedliche Lane-Konfigurationen realisieren. Normalerweise ist man es in der Art gewohnt gewesen, dass sich der PLX-Chip die 16 Lanes von der CPU schnappt und an vier Grafikkarten jeweils acht Lanes verteilt. ASUS macht es beim Maximus VI Extreme etwas anders.

Bei vier dedizierten Grafikkarten bekommt die erste Karte acht Lanes von der CPU selbst, die zweite Karte 16 Lanes vom PLX-Chip, die dritte und vierte wiederum jeweils acht Lanes vom PLX-Chip. Die vier Karten werden in die roten Slots eingesetzt. Der schwarze PCIe-3.0-x16-Slot in der Mitte ist hingegen nur beim klassischen SLI/CrossFire-Betrieb von großer Bedeutung, in dem die zweite Karte installiert wird. Entscheidet sich der Benutzer für drei Grafikkarten, müssen die ersten drei roten Slots belegt werden. Völlig allein gelassen steht aber auch noch ein PCIe-2.0-x4-Slot bereit.

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Mit zehn SATA-6G-Ports fällt der Storage-Bereich üppig aus.

Die Anzahl von zehn SATA-6G-Anschlüssen passen zu einem High-End-Produkt. Doch welche Schnittstellen sind mit welchem Controller verbunden? ASUS hat es mit seinem Hinweissticker bereits verraten. Die sechs Anschlüsse auf der rechten Seite sind direkt mit dem Z87-PCH verbunden. Für die anderen vier Buchsen halten sich zwei ASM1061-SATA-Controller von ASMedia bereit.

Der Hinweissticker offenbart, dass der fünfte SATA-Anschluss deaktiviert wird, wenn der NGFF-Slot auf der beiliegenden mPCIe-Combo II-Karte belegt wurde.

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Das I/O-Panel vom Maximus VI Extreme im Detail.

Die Anschlüsse von links nach rechts und von oben nach unten:

Auf der mPCIe-Combo II-Karte ist im mPCIe-Slot bereits ein WLAN/Bluetooth-Modul installiert. Dabei wird der brandneue WLAN 802.11ac-Standard  unterstützt. Bluetooth kommt in der Revision 4.0 zum Käufer. Auf der Rückseite der Combo II-Karte ist noch ein unbelegter M.2-Slot auffindbar, in dem sich NGFF-SSDs installieren lassen.

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Vier der insgesamt acht USB-3.0-Schnittstellen arbeiten über den ASM1074.

Dem Z87-Chipsatz wird der ASM1074 zur Seite gestellt, der einzig als Hub fungiert und auf vielen weiteren Sockel 1150-Platinen eingesetzt wird. Mit vier Anschlüssen ist der Hub vollständig belegt. Da er ein Hub und kein eigenständiger Controller ist, steht er mit dem Z87-PCH eng im Kontakt. Die USB-3.0-Ports über den ASM1074 sind demnach indirekt mit dem Z87-Chip verbunden.


Es geht mit dem HDMI-Level Shifter weiter:

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ASUS verlötet auf dem Maximus VI Extreme den Parade(tech) PS8201A, den wir auch schon auf dem Z87-Deluxe (zum Hardwareluxx-Test) entdeckt haben. Bei dem kleinen Chip handelt es sich um einen Level Shifter, der sich zwischen die interne Grafikeinheit und die digitalen Grafikausgänge schaltet. Dank des HDMI 1.4b-Standards werden 4K- und 3D-Medien offiziell unterstützt. Dabei beträgt die Übertragungsrate drei GBit/s, was umgerechnet 375 MB/s bedeutet. Im Level Shifter findet zudem eine Spannungsregulierung von fünf Volt auf 1,8 Volt statt.

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Mithilfe des roten Buttons lässt sich das BIOS komfortabel umschalten.

Der Novuton NCT6791D ist ein Super I/O-Chip, der die Spannungen, Temperaturen und die Lüftergeschwindigkeiten stets im Auge behält. Auf jedem Board ist so ein Super I/O-Chip unverzichtbar. Der kleine rote Button links unten ist dafür gedacht, um zwischen den beiden BIOS-Chips umschalten zu können.

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Zwei weitere kleine Gimmicks direkt auf dem PCB.

Die Beschriftung des kleinen Switches sagt eigentlich schon alles aus. Durch ihn lässt sich das Fast Boot-Feature ein- und ausschalten. Standardmäßig ist es natürlich aktiviert. Durch den DirectKey-Button kann direkt ins BIOS durchgestartet werden. Etwa, wenn das System noch nicht läuft, oder aber, wenn gerade ein Betriebssystem ausgeführt wird.

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Anständiger Sound darf natürlich nicht fehlen: Der ALC1150 von Realtek.

Auf dem Maximus VI Extreme ist der ALC1150 für die Audiosignale zuständig. Anders als bei vielen anderen höherklassigen Mainboards muss er allerdings ohne einen Kopfhörerverstärker auskommen, was wir schade finden. Da ASUS bei den Republic of Gamers-Produkten auch auf die Gaming-Schiene setzt, hätte an dieser Stelle ein Kopfhörerverstärker das Soundpaket perfekt abgerundet. Abgesehen davon kommt der ALC1150 bestens mit der Blu-ray-Verschlüsselung zurecht und erreicht satte 115 dB SNR.

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Ein 6-Pin PCIe-Stromanschluss sorgt für zusätzliche Stabilität.

Setzt der Anwender auf mehrere Grafikkarten, ist es ratsam, den 6-Pin PCIe-Stromanschluss (auch EZ-Plug genannt) mit zu belegen, um nicht auszuschließenden Instabilitäten entgegenzuwirken.

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Die zusätzliche Stromversorgung: 1x 8-Pin und 1x 4-Pin

ASUS wollte es nicht beim gewöhnlichen 8-poligen CPU-Stromanschluss belassen, sondern packte noch einen weiteren 4-poligen auf das PCB, der aber nur bei extremem Overclocking sinnvoll erscheint. Letzteres ist hilfreich, wenn man die CPU mit einer Stickstoffkühlung bis ans absolute Limit treiben möchte.


Wir setzen mit dem weiteren PLX-Chip fort.

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Der PEX8605 erweitert die PCIe-2.0-Lanes.

Da der Z87-Chipsatz nur acht PCIe-2.0-Lanes zur Verfügung stellen kann und auf dem PCB noch zahlreiche Zusatzchips ihr Unwesen treiben, wird also auch noch in diesem Bereich eine sinnvolle Unterstützung benötigt. Diese Aufgabe wurde dem PEX8605 zugeteilt. Er selbst kann vier Lanes steuern und ist selbst mit einem Lane davon an den Z87-PCH gekoppelt.

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Ein besonderes Gadget: Das OC-Panel

Bei jedem Maximus Extreme packt ASUS ein besonderes Gadget oben drauf. Dieses Mal hat sich das taiwanische Unternehmen für das OC-Panel entschieden, welches man auch mit dem mitgelieferten 5,25 Zoll-Einbaurahmen ins Gehäuse verbauen kann. Das Display lässt sich dementsprechend nach oben ausrichten. Für die Datenübertragung wird das passende Verbindungskabel mitgeliefert, das auf dem Mainboard auf einen speziellen Header aufgesteckt wird. Für die Stromversorgung muss ein SATA-Power-Stecker vom Netzteil verwendet werden. Andernfalls startet das System ohne Bild.

Generell ist das OC-Panel als eine nützliche und komfortable Hilfe anzusehen, wenn man den Prozessor übertakten möchte. Auf dem Display kann unter anderem die aktuell anliegende CPU-Temperatur, die Lüftergeschwindigkeit des Lüfters vom CPU-Kühler und auch der aktuelle BCLK und der CPU-Multiplikator.

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Das Innenleben vom OC-Panel.

Der Deckel lässt sich leichtgängig nach unten schieben. Innerhalb des OC-Panels lassen sich nochmal vier weitere Lüfter anschließen und darüber hinaus wurden weitere Spannungsmesspunkte auf dem PCB hinterlassen. Links daneben sind die VGA Hotwire-Anschlüsse vorhanden, woran spezielle ASUS-Grafikkarten, wie die HD 7970 Matrix, angeschlossen werden können. Das Ganze hat den Sinn, dass man der/den Grafikkarte(n) zu mehr Leistung verhelfen kann. Des weiteren sehen wir noch zwei Schalter. Mit dem linken kann der Slow Mode ein- bzw. ausgeschaltet werden, der rechte hingegen aktiviert oder deaktiviert den Pause-Modus.

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Subzero Sense gehört weiterhin zum Pflichtprogramm.

Die Subzero Sense-Anschlüsse wandern vom Mainboard-PCB (zuletzt beim Maximus V Extreme) auf das OC-Panel und sind seitlich angebracht. Wird das System mit Flüssigstickstoff (LN2) gekühlt, kann an den Subzero-Sense-Anschlüssen ein digitales Thermometer problemlos angeschlossen und genutzt werden.

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Das ASUS Maximus VI Extreme nochmal in der Übersicht.

Etwas versteckt hält sich der Intel I217V-Netzwerkcontroller, der nun vermehrt auf vielen weiteren Sockel 1150-Mainboards Verwendung findet. Mit ihm sind Datenübertragsgeschwindigkeiten von bis zu 1 GBit/s möglich. Auf Wunsch ist er aber auch abwärtskompatibel zu 100 MBit/s. Auf dem Maximus VI Extreme sind insgesamt acht 4-Pin-PWM-Header einsatzbereit, darunter einen CPU_OPT-Header. Alle bis auf letzteren sind im BIOS steuerbar. Wie man von ASUS gewohnt ist, arbeitet die Lüftersteuerung stets zuverlässig. Das ist auch beim Maximus VI Extreme der Fall.

An dem Mainboard-Layout gibt es dabei nichts auszusetzen. Bei der Vielzahl an Anschlüsse und anderen Features wurde dennoch alles sinnvoll untergebracht. Selbst große CPU-Kühler, wie unserer bequiet! Dark Rock Pro C1, lassen sich problemlos verbauen. Ausnahmen können unter Umständen natürlich die Regel sein.


BIOS

Zum Testzeitpunkt haben wir die aktuellste BIOS-Version vom 11.07.2013 mit der Bezeichnung "0711" per Instant Flash-Feature installiert, die bereits einen guten Eindruck hinterlassen konnte. ASUS hat dabei folgende Veränderungen implementiert:

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Das neue UEFI-BIOS im ROG-roten Gewand.

ASUS hat für die Haswell-Mainboards das UEFI-BIOS ein wenig umgestaltet und zusätzlich neue Funktionen hinzugefügt, die für viele Anwender sicherlich interessant sein könnten. Erstmals im Überblick zu den Sockel 1150-Platinen von ASUS und auch beim Test zum ASUS Z87-Deluxe haben wir über die neuen UEFI-Funktionen berichtet. Besonders erwähnenswert sind Funktionen, wie "My Favorites", "Quick Note" und "Last Modified". Die meist verwendeten und favorisierten Funktionen aus dem UEFI können auf einer gesonderten "My Favorites"-Seite im Advanced-Modus abgelegt werden. Kurze und schnelle Notizen können in einem entsprechenden Fenster im englischen Tastaturlayout hineingetippt werden. Dadurch erspart man sich das Aufsuchen eines Zettels und eines Stifts. Wer nicht mehr weiß, welche Funktionen zuletzt mit welchen Parametern umgestellt wurden, muss nicht gleich die Flinte ins Korn werfen. Dank des "Last Modified"-Features kann jederzeit eingesehen werden, welche Einstellungen seit dem letzten Speicherzeitpunkt geändert wurden.

Im Vordergrund steht selbstredend der Overclocking-Reiter im BIOS, der gleich nach dem "My Favorites"-Tab folgt. Der Käufer wird dort mit Einstellungsmöglichkeiten nahezu überschwemmt. Ob nun der Prozessor übertaktet werden soll und/oder der Arbeitsspeicher, das Maximus VI Extreme lässt kaum Wünsche offen. Im nächsten Menüpunkt "Main" erhält man lediglich einige Grundinformationen zum BIOS selbst, welches Prozessormodell und wieviel Arbeitsspeicher installiert ist und mit welchen Taktfrequenzen beide Komponenten arbeiten. Auf derselben Seite kann auf Wunsch auch eine andere Systemsprache selektiert werden. Unter "Advanced" wurden alle weiteren Systemweiten Settings adäquat untergebracht. So können detailliertere Einstellungen für die CPU getroffen werden. Gerade das Thema mit den neuen C6/C7-States in Verbindung mit älteren Netzteilen ist da vor allem interessant. Generell lassen sich alle C-States deaktivieren. Die weiteren Einstellungen reichen von SATA bis USB über die Onboard-Komponenten.

Natürlich wurde auch weiterhin an einen Hardware-Monitor gedacht. Statt alles auf eine Seite zu klatschen, wurden Unterseiten eingerichtet, sprich jeweils eine für "Voltage Monitor", "Temperature Monitor", "Fan Speed Monitor" und schließlich "Fan Speed Control". Sämtliche Boot-Optionen sind auf der nächsten Seite auffindbar. Dort kann die Boot-Priorität so eingestellt werden, wie es gewünscht ist. Darüber hinaus aber auch das generelle Boot-Verhalten. Insgesamt sind im UEFI sechs nützliche Tools aufrufbar. Ein mal das "ASUS EZ Flash 2 Utility", "ROG SSD Secure Erase", "ASUS Overclocking Profile", "ASUS SPD Information", "BIOS Flashback" und "ROG OC Panel H-Key Configure".

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Der EZ-Mode vom Maximus VI Extreme.

Auch an den EZ-Mode wurde gedacht, der dieselben Funktionen vom ASUS Z87-Deluxe erhalten hat. Mit dabei ist oben links in der Ecke also eine Uhr und dazu eine Datumsanzeige. Rechts daneben kann gleich eingesehen werden, welche BIOS-Version aktuell ausgeführt wird. Darunter wird das installierte Prozessormodell und die Arbeitsspeicher-Kapazität sowie deren Taktfrequenzen angezeigt. Eine Zeile tiefer kann die CPU-Temperatur und die Spannung begutachtet werden. Weiter rechts kann bei Bedarf gleich die XMP-Funktion aktiviert werden und man sieht zudem komfortabel, welche Module sich in welchen DIMM-Slots befinden. Auf der rechten Seite davon hat ASUS die Lüftersteuerung untergebracht, sodass nicht unbedingt der Advanced-Modus aufgesucht werden muss. Das Profil für die Systemperformance kann auch wieder ausgewählt werden. Zur Wahl stehen die Profile "Power Saving", "Normal" und "ASUS Optimal". Ganz unten kann völlig komfortabel und problemlos die Boot-Reihenfolge konfiguriert werden.

Standardmäßig startet das BIOS im Advanced-Modus. Das lässt sich aber auch umstellen, sodass zunächst der EZ-Mode angezeigt wird. Wir waren mit der BIOS-Version 0711 sehr zufrieden. Alle Parameter wurden anstandslos akzeptiert und die Steuerung erfolgte per Maus und Tastatur sehr angenehm.

 

Overclocking

Es wäre als eine Schande anzusehen, wenn wir uns nicht die umfangreichen Overclocking-Funktionen angeschaut hätten, die das Maximus VI Extreme insgesamt zu bieten hat. ASUS hat beim neuesten Ableger der Maximus Extreme-Serie eine üppige Anzahl an Overclocking-Features integriert. Auch mit dem Maximus VI Extreme ist die Auswahl der neuen CPU-Straps möglich. Dadurch können allerdings nur auf der theoretischen Seite neue Rekorde erzielt werden. Für die meisten Anwender, die sich für einen i5-4670K oder für einen i7-4770K entschieden haben, ist der 1.0- und der 1.25-Strap von besonderem Interesse.

Die Base-Clock-Frequenz lässt sich von 60 MHz bis 300 MHz in 0,1 MHz-Schritten bewegen. Dadurch hat der Käufer noch genügend Luft nach oben, auch wenn die CPUs beim jeweiligen CPU-Strap nur wenig zusätzlichen Spielraum erlauben. Feintuning ist bei der CPU-Spannung angesagt und dürfte jeden prädestinierten Overclocker freuen, denn im Fixed-Modus kann die Spannung von 0,001 Volt bis 1,920 Volt in 0,001 Volt-Intervallen ausgewählt werden. Alternativ steht dem Anwender aber auch der Offset-Modus zur Verfügung. In beide Richtungen kann die Spannung von 0,001 Volt bis 0,999 Volt in ebenfalls 0,001 Volt-Schritten verändert werden. Bei vielen Spannungen ist zudem auch der Adaptive-Mode möglich, indem die Lastspannung fixiert werden kann, im Idle jedoch herabgesetzt wird, sofern die Stromsparmodi hard- und softwareseitig aktiviert sind. Im BIOS wird man im Übrigen keine gesonderte CPU-RING-Voltage-Einstellung finden. Diese verbirgt sich hinter der CPU Cache-Spannung. ASUS hat generell einen Overclocking-Guide zu den Maximus VI-Modellen veröffentlicht, wo unter anderem dieses Thema angesprochen wird. Alle weiteren Overclocking-Features haben wir, wie immer, in einer übersichtlichen Tabelle zusammengefasst.

Die Overclocking-Funktionen des ASUS Maximus VI Extreme in der Übersicht
Base Clock Rate 60 bis 300 MHz in 0,1 MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,001 V bis 1,920 V in 0,001-V-Schritten (Fixed-Modus)
0,001 V bis 0,999 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 1,200 V bis 2,400 V in 0,005-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-VCCIN-Spannung 1,000 V bis 2,905 V in 0,013-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-Ring-Spannung

0,001 V bis 1,920 V in 0,001-V-Schritten (Fixed-Modus)
0,001 V bis 0,999 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)

CPU-SA-Spannung 0,850000 V bis 2,200000 V in 0,003125-V-Schritten (Fixed-Modus)
0,001 V bis 0,999 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)
CPU-IO-Analog/Digital-Spannung 1,000000 V bis 2,200000 V in 0,003125-V-Schritten (Fixed-Modus)
0,001 V bis 0,999 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)
CPU PLL-Spannung -
PCH-Core-Spannung 0,70000 V bis 1,80000 V in 0,00625-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen PCH VLX, VTTDDR, DRAM CTRL REF, DRAM DATA REF on CHA/B,
Initial CPU Input, Eventual CPU Input, VCCIN Shadow, PCH ICC,
VCCIN MOS Volt Control, PLX +0,9V Core, PLX +1,8V AUX
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 30 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
QPI-Takt - technisch nicht möglich -
Weitere Besonderheiten UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE (C6/C7), EIST
Turbo-Modus (All Cores, By number of active cores),
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und sechs optionale Fans,

Die aktuellste CPU-Z-Version (1.65.1) wollte nicht so richtig mit dem Maximus VI Extreme zusammenarbeiten. Das machte sich auf die Art bemerkbar, dass zum einen die Idle-Spannung völlig falsch ausgelesen wurde. Selbst für den sparsamen Haswell-Prozessor sind 0,1 Volt im Leerlauf eine Spur zu wenig. Aber auch unter Last zeigte CPU-Z etwa 0,01 Volt zu viel an. Aus diesem Grund haben wir jeweils unter CPU-Z zusätzlich den ausgelesen Wert von AIDA64 angefügt.

Zuerst haben wir mit dem CPU-Strap 1.0 übertaktet. Als maximales und damit stabiles Ergebnis haben wir 4,7 GHz mit einer Spannung (aus AIDA64) von 1,271 Volt. Wenn wir das Verhältnis nun mit dem Ergebnis des ASUS Z87-Deluxe vergleichen, liegt die Spannung um 0,044 Volt höher. Das muss aber nicht gleich bedeuten, dass das Overclocking mit dem Z87-Deluxe grundlegend besser geht, denn das Maximus VI Extreme besitzt viele Einstellungsmöglichkeiten, die wir alle bei unserem Overclocking-Test, aufgrund der Zeitknappheit, nicht berücksichtigen konnten. Erwähnenswert ist es dennoch, dass das Z87-Deluxe die doppelte Anzahl an identischen Phasen besitzt.

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Bestes Ergebnis mit dem 1.0-Strap: 4,7 GHz bei 1,271 Volt

Darüber hinaus haben wir eine Übertaktung mit dem 1.25-Strap vorgenommen. Eine höhere Taktfrequenz als 4,625 GHz war mit dem 125 MHz Strap so auf Anhieb nicht möglich. AIDA64 zeigte zu diesem Zeitpunkt eine VCore von 1,212 Volt an.

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Bestes Ergebnis mit dem 1.25-Strap: 4,625 GHz bei 1,212 Volt

Aber auch das Overclocking-Verhalten beim Arbeitsspeicher haben wir uns angeschaut. Dabei haben wir zwei Module des Typs G.Skill TridentX DDR3-2400 verwendet, die wir ohne XMP-Funktionen übertaktet haben. Herausgekommen ist folgendes Ergebnis:

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Die tatsächliche Taktfrequenz von 1200 MHz wurden spielend einfach erreicht. Zudem sind die Latenzen nicht gerade locker ausgewählt. Währenddessen lag eine VDIMM von 1,65 Volt an.


Mit diesem Testsystem haben wir das ASUS Maximus VI Extreme getestet:

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz.

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version.

Seit der Einführung der Nehalem-Prozessoren und der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 1600 MHz und 9-9-9-24 1T - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim ASUS Maximus VI Extreme mussten wir das Enhanced Turbo-Feature von ASUS deaktivieren, sodass ein fairer Vergleich gezogen werden konnte.

Wir testen allerdings nur noch vier Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2011, SuperPi 8M, Cinebench 11.5 und Sisoft Sandra 2011 Memory Benchmark:

3DMark 2011

3DMark_2011_1
Leistung in Futuremark-Punkten

Cinebench 11.5 CPU

Cinebench 1
Leistung in Cinebench-Punkten

Sisoft Sandra Memory Benchmark:

SiSoft_Sandra 1
Bandbreite in GB/s

SuperPi 8M

SuperPi 1
Zeit in Sekunden (weniger ist besser)

Die Performance ist durchgängig als absolut akzeptabel zu bezeichnen. Bei den letzten drei Disziplinen liegt das Maximus VI Extreme ein Stückchen vor der Konkurrenz. Da es sich aber lediglich um einen messbaren Unterschied handelt, ist er im Betrieb nicht spürbar.

Auch bei der Lynx Point-Plattform werden wir die Bootzeit protokollieren. Wir messen die Zeit in Sekunden, wie lange das Mainboard benötigt, um alle Komponenten zu initialisieren und mit dem Windows-Bootvorgang beginnt.

Bootzeit (vom Einschalten bis zum Windows-Bootvorgang)

Bootzeit
Zeit in Sekunden (weniger ist besser)

Ebenso wie das Gigabyte G1.Sniper 5 benötigt das Maximus VI Extreme trotz der umfangreichen Ausstattung lediglich 12,33 Sekunden zum Initialisieren der Komponenten. Für ein Kaliber wie das Maximus VI Extreme ist dieses Ergebnis mehr als flott.


Neben einer gut ausgeprägten Performance ist auch der Stromverbrauch des heimischen PCs kein unwichtiges Kriterium. Was man häufig unterschätzt, ist die Tatsache, dass selbst die verschiedenen Mainboard-Modelle der zahlreichen Hersteller unterschiedlich viel Strom aus der Steckdose ziehen. Ein Grund dafür sind die verschieden eingesetzten BIOS-Versionen, die teilweise die von Intel referenzierten Stromsparmechanismen schlecht oder gar falsch umsetzen oder dass Onboardkomponenten sich eigentlich deaktivieren sollten, wenn diese entweder durch dedizierte Hardware ersetzt wurden oder einfach nicht verwendet werden. Darüber hinaus kann aber manchmal auch die Stromversorgung verantwortlich gemacht werden, wenn unter Default Settings mehr Energie zur Verfügung gestellt wird, als eigentlich benötigt wird. Genau deswegen spielt die Effizienz eine wichtige Rolle. Wenn die Effizienz der Stromversorgung nun also schlecht ausfällt, wird mehr Strom verbraucht. Zu unterschätzen ist hierbei aber auch die Software nicht, sodass sie ebenfalls gut abgestimmt sein muss, damit eine zufriedenstellende Effizienz gegeben ist.

Das ASUS Maximus VI Extreme hat viele Zusatz-Controller und andere Chips erhalten. Ein weiterer USB-3.0-Hub, zwei zusätzliche SATA-Controller, zwei PLX-Chips, ein LAN-Controller und ein Audio-Codec tragen ihren Teil zum Stromverbrauch bei. Wenn man die mPCIe-Karte hinzurechnet, kommen noch ein paar Watt oben drauf.

Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 11.5 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-spanTest, Vollauslastung). Die jeweiligen Werte entsprechen dem System-Gesamtverbrauch.

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Für den ersten Test sind die Default Settings aktiv, sodass der Großteil der Onboardkomponenten bereits aktiviert ist. Die Grafikausgabe erfolgt über die Radeon HD 7850, wobei wir die iGPU im BIOS nicht deaktiviert haben. Wie bereits weiter oben geschrieben, sind alle Stromspar-Features eingeschaltet, was mit den Werten einer manuellen Konfiguration scheinbar gut umgesetzt wurde.

Leistungsaufnahme Idle

Idle
Leistung in Watt

Obwohl das Maximus VI Extreme mit zwei PLX-Chips ausgestattet wurde, hält sich die Leistungsaufnahme im Idle sehr in Grenzen. Das Strommessgerät zeigte 57,3 Watt an, damit ist das Board sparsamer als das Gigabyte G1.Sniper 5 unterwegs.

Leistungsaufnahme Cinebench 11.5 CPU

Cinebench
Leistung in Watt

Unter Teillast mit dem Cinebench-Lauf begnügt sich das neue ROG-Flaggschiff mit akzeptablen 112,9 Watt. Damit ist es sogar um 1,8 Watt effizienter als das ASUS Z87-Deluxe.

Leistungsaufnahme Prime95

Prime95
Leistung in Watt

Die Verteilung sieht auch bei Volllast nicht anders aus. Unser Testkandidat kletterte rauf bis 122 Watt, was ebenfalls ok ist. Hier beträgt der Unterschied zum Z87-Deluxe sogar 2,9 Watt.

Spannungen Prime95

Spannungen
Spannungen in Volt

Unbeeindruckt lag die VCore unter Last bei 1,044 Volt wie bei den anderen Probanden. Der Grund liegt am neuen iVR verborgen.

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sämtliche USB-3.0- und SATA-Controller sind hier beispielsweise deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber alle energiesparenden Features werden zusätzlich manuell aktiviert. Die Radeon HD 7850 ist weiterhin die primäre Grafikkarte.

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

Leistungsaufnahme Idle

Idle
Leistung in Watt

Nach der Deaktivierung der überschüssigen Komponenten konnten wir den Idle-Verbrauch um ganze drei Watt nach unten beeinflussen.

Leistungsaufnahme Cinebench 11.5 CPU

Cinebench
Leistung in Watt

Ähnlich lief es beim Cinebench-Lauf ab. An dieser Stelle zeigte das Messgerät 2,6 Watt weniger an.

Leistungsaufnahme Prime95

Prime
Leistung in Watt

Der größte Unterschied konnte jedoch bei Prime95 festgehalten werden. Es wurden 3,1 Watt weniger aus der Steckdose gezogen.

Spannungen Prime95

Spannungen
Spannungen in Volt

An den Spannungen gab es erwartungsgemäß keine Veränderungen.

Was kann man nun also von dem Stromverbrauch des Maximus VI Extreme halten? Positiv anzumerken ist jedenfalls, dass es trotz der Ausstattung inkl. zweier PLX-Chips ungewöhnlich effizient arbeitet. Natürlich kann man die Platine nicht als Sparwunder bezeichnen, jedoch ist der Verbrauch als Pluspunkt anzusehen, da andere Mainboards mit ähnlicher Ausstattung ein völlig anderes Verhalten an den Tag gelegt haben. Besonders die PLX-Chips sind dafür berüchtigt, die Leistungsaufnahme negativ zu beeinflussen. Beim Maximus VI Extreme jedoch zeigt sich zum ersten Mal ein anderes Bild.


USB-3.0-Performance

Der Käufer erhält mit dem Maximus VI Extreme Zugriff auf insgesamt acht USB-3.0-Schnittstellen. Da der Z87-PCH diese Anzahl nicht allein bewältigen kann, unterstützt ihn ein zusätzlicher USB-3.0-Hub von ASMedia (ASM1074). Dabei sind sechs Ports über das I/O-Panel erreichbar, zwei weitere können über den internen Header realisiert werden. Unsere SanDisk Extreme 120 stecken wir zum Ermitteln der Performance wieder in ein externes USB-3.0-Gehäuse.

ATTO USB3 small
Die USB-3.0-Performance beim ASUS Maximus VI Extreme
(nativ über den Z87-PCH).
ATTO USB3 small
Der ASM1074-Hub vollbringt ebenfalls sehr gute Leistungen.

Egal, ob nun über den Z87-Chipsatz oder über den Hub, deren Ports indirekt mit dem PCH verbunden sind, beide liefern für USB-3.0-Verhältnisse eine sehr gute Performance. Im Lesen erreichen beide um die 176 MB/s, schreibend sind es sogar um die 192 MB/s.

 

SATA-6G-Performance

In der Summe sind zehn SATA-Buchsen mit dem PCB verlötet worden, die allesamt mit der SATA-6G-Spezifikation vollständig kompatibel sind. Der Z87-Chipsatz selbst kann sechs Stück unter seine Fittiche nehmen, daher kümmern sich zwei ASM1061-SATA-Controller um die übrigen vier Anschlüsse. Zum Testen verwenden wir noch immer die SanDisk Extreme mit 120 GB.

ATTO USB3 small
Der Z87-Chipsatz hatte wieder einen guten Tag.
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Gewohnte Leistung erhalten wir vom ASM1061.

Vom Z87-PCH erhalten wir die übliche Kost. Der Lesewert stieg auf 554 MB/ an, währenddessen die Schreibrate schnelle 521 MB/s erreicht. Etwas anders sah allerdings das Ergebnis vom ASM1061 aus, der im Lesen nur bis 400 MB/s kommt und schreibend immerhin 384 MB/s erreicht. Daher lautet die Empfehlung, SSDs generell über den Intel-Chipsatz laufen zu lassen. Gewöhnliche HDDs hingegen können problemlos über den ASM1061 angebunden werden.


Extreme Ausstattung und extreme Leistung - so lautet das Motto auch dieses Mal beim neuen Flaggschiff aus der ROG-Serie für den Sockel 1150. Dabei hat ASUS bei der PCB-Abmessung einen Gang zurückgeschaltet und bietet die Platine im gewöhnlichen ATX-Format an, was die Gehäuse-Kompatibilität natürlich erhöht. Auf dem PCB hat ASUS eine umfangreiche Ausstattung für gehobene Ansprüche verbaut. Dazu kamen die Overclocking-Features natürlich nicht zu kurz. Das VRM-Design, bestehend aus acht leistungsstarken Phasen, bietet zusammen mit der hohen Anzahl an Overclocking-Funktionen aus dem UEFI-BIOS eine gute Overclocking-Basis. Als besonderes Gadget legt ASUS beim Maximus VI Extreme das OC-Panel hinzu, das entweder als Standalone-Gerät verwendet werden oder alternativ auch in einen 5,25 Zoll-Schacht im Gehäuse verbaut werden kann.

Das Brett bietet mit fünf PCIe-3.0-x16-Slots genügend Platz für insgesamt vier Grafikkarten von AMD oder von NVIDIA, die auch alle dank des PEX8747-Chips mit genügend Lanes versorgt werden. Ansonsten steht wahlweise auch noch ein PCIe-2.0-x4-Slot bereit. Mit acht USB-3.0-Schnittstellen ist der Käufer dieses Boliden gut aufgestellt. Am I/O-Panel sind gleich sechs Stück vertreten, zwei weitere sind über den internen Header realisierbar. Hinzu gesellen sich weitere acht USB-2.0-Anschlüsse und satte zehn SATA-6G-Ports. Für genügend Anschlussmöglichkeiten ist demnach gesorgt. Die Netzwerkanbindung erfolgt entweder per Kabel über den Intel I217V-Netzwerkcontroller oder alternativ über die Mini-PCIe-WLAN-Karte, die sich auf der mPCIe Combo II-Karte befindet und darüber hinaus auch noch einen freien NGFF-Slot für kompatible SSDs anzubieten hat. Der WLAN-Chip unterstützt dabei die Standards 802.11a/b/g/n und auch den brandneuen ac-Standard. Bluetooth 4.0 gibt es auch noch oben drauf.

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Überall verteilt auf dem Mainboard wurden zahlreiche Features untergebracht. So gehört ein Power-, Reset-Button, eine nützliche Debug-LED und sogar Spannungsmesspunkte zur Pflichtausstattung. Ebenfalls sinnvoll können die abschaltbaren PCIe-Slots sein, um die eventuell defekte Grafikkarte ausfindig zu machen. Wie bei fast jedem Mittelklasse-Mainboard von ASUS befindet sich auch auf dem Maximus VI Extreme ein MemOK!-Button. Weitere Zusatzschalter werden aus einem BIOS-Switch, DirectKey und einem Fast-Boot-Schalter gebildet. Hinten am I/O-Panel wurden zudem ein CMOS-Clear- und ein ROG-Connect-Button untergebracht. Da das Maximus VI Extreme auch für Stickstoffkühlung vorbereitet ist, lässt sich auch der Slow-Mode problemlos ein- und ausschalten. Und selbst, wenn der Käufer die in Haswell integrierte GPU mitbenutzen will, wird er nicht im Regen stehen gelassen. Über das I/O-Panel ist jeweils ein DisplayPort- und HDMI-Grafikausgang erreichbar. Dazu gehört außerdem die Unterstützung von Lucid's Virtu. In Sachen Sound gibt es den bereits geläufigen Realtek ALC1150 auf die Ohren, der zu der High-End-Klasse absolut passt.

Unter der Haube werkelt softwareseitig das bekannte UEFI-BIOS von ASUS, dessen Neuheiten wir bereits beim Z87-Deluxe (zum Hardwareluxx-Test) gründlich begutachtet haben. Durch die unverkennbare Ähnlichkeit beider Versionen fiel erneut die übersichtliche Struktur auf. An der Stabilität gab es nichts auszusetzen und auch die Steuerung per Maus und Tastatur verlief komfortabel und angenehm. Bei der Leistungsaufnahme waren wir sehr überrascht, denn trotz der üppigen Ausstattung inkl. zwei PLX-Chips liegt der Verbrauch dennoch im Rahmen. Nur im Idle-Betrieb ist er etwas erhöht.

Das ASUS Maximus VI Extreme wird einige Käufer finden, das ist klar. Für die Anschaffung müssen jedenfalls etwa 375 Euro fest einkalkuliert werden. Unter Umständen findet man auch ein preisgünstigeres Angebot, wenn man sich im Internet umschaut. Dass diese Summe nicht gering ist, sollte klar sein. Allerdings erhält der Enthusiast für diesen Preis auch kein gewöhnliches Mainboard, sondern ein Modell, welches in der hohen Liga mitspielt und jede Menge Raffinessen anzubieten hat. Fest steht allerdings auch, dass sich die Investition des Maximus VI Extreme nicht lohnt, wenn lediglich humanes Overclocking geplant ist und der Großteil der Ausstattung schlicht und ergreifend nicht benötigt wird.

Positive Eigenschaften des ASUS Maximus VI Extreme:

Negative Eigenschaften des ASUS Maximus VI Extreme:

ASUS hat die Maximus Extreme-Serie adäquat fortgesetzt und hat hier und da sinnvolle Verbesserungen und Veränderungen eingeführt. Ein Mainboard dieses Kalibers richtet sich an Enthusiasten, die nicht unbedingt auf den Preis schauen müssen und mit der umfangreichen Ausstattung und den zahlreichen Overclocking-Features- und Funktionen etwas anzufangen wissen. Technisch gesehen ist es erneut ein beeindruckendes Stück Hardware, das wir mit unserem Excellent Hardware-Award belohnen. Herzlichen Glückwunsch!

EH msi z87 mpower max