Test: Gigabyte G1.Sniper 5 - ein Gigant mit Luxusausstattung

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IMG 5 logoZur Einführung der Lynx Point-Plattform haben die Mainboard-Hersteller gleich zu Anfang ihre besonderen Probanden auf den Markt gebracht, die in früheren Jahren erst nach und nach etwas später verfügbar gemacht wurden. Das gilt auch für Gigabyte. Neben einer neuen Mainboard-Serie wurde auch gleich die neue Sniper-Familie aktualisiert. Wir schauen uns in diesem Artikel das G1.Sniper 5  genauer an und prüfen es in unserem Review. Es wird sich also klären, ob Gigabyte mit dem neuen High-End-Board erneut gute Arbeit geleistet hat, denn die letzte Serie konnte bereits gefallen.

Das Gigabyte G1.Sniper 5 ist der direkte Nachfolger des G1.Sniper 3 mit Intels Z77-Chipsatz (zum Hardwareluxx-Test), das sich einen Excellent Hardware-Award erarbeiten konnte. Gleichzeitig ist es der große Bruder vom G1.Sniper M5. Völlig ungewöhnlich ist die Benennung des neuen Modells, da nach der drei schließlich die Zahl Vier folgt. Der Grund hierfür liegt darin begründet, dass die vier im asiatischen Raum als Unglückszahl angesehen wird. Viele werden sich bestimmt fragen, ob Gigabyte lediglich den neuen Sockel 1150 und den passenden Z87-Chipsatz verlötet hat und ansonsten alles beim Alten gelassen hat. Das können wir an dieser Stelle bereits verneinen.

Gigabyte hat die Sniper-Serie generell für Gaming-Absichten auf den Markt losgelassen. Jedoch bietet sie auch viele Overclocking-Rafinessen und stellen somit das Pendant zu den ASUS ROG-Platinen dar. Das G1.Sniper 5 bietet vier PCIe-x16-Slots der dritten Generation und kommt dementsprechend problemlos mit einem Multi-GPU-Setup, bestehend aus vier dedizierten Grafikkarten, zurecht. Dazu gibt es ordentlichen Sound von Creative inkl. auswechselbarem OP-Amp (auf deutsch: Operationsverstärker) und dazu ein Killer-Netzwerkcontroller. Das hört sich gut an!

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Das Gigabyte G1.Sniper 5 in der Übersicht.

Bei der Farbkombination ist alles beim Alten geblieben. Allerdings sind deutliche Veränderungen bei den MOSFET-Kühlern zu beobachten, die mit einem zusätzlichen Lüfter heruntergekühlt werden. Das PCB ist komplett in Schwarz gehalten sowie  einige Slots und Akzente auf den Kühlkörpern in Grün gestaltet wurden. Bei der Wahl dieser Platine muss darauf geachtet werden, dass das Gehäuse genügend Platz für ein E-ATX-Mainboard bietet.

Die Spezifikationen

Kommen wir zu den Spezifikationen:

Die Daten des Gigabyte G1.Sniper 5 in der Übersicht
Hersteller und
Bezeichnung
Gigabyte
G1.Sniper 5
Straßenpreis ca. 418 Euro
Homepage http://www.gigabyte.de/
Northbridge-/CPU-Features
Chipsatz Intel Z87 Express Chipsatz + PEX8747
Speicherbänke und Typ 4x DDR3 (Dual-Channel)
Speicherausbau max. 32 GB (mit 8-GB-DIMMs)
SLI / CrossFire CrossFireX (4-Way) , SLI (4-Way)
Onboard-Features
PCI-Express

4x PCIe 3.0 x16, (x16/-/-/-, x16/-/x16/-, x16/x8/x8/-, x8/x8/x8/x8)
3x PCIe 2.0 x1

PCI -
Serial-ATA-, SAS- und 
ATA-Controller
6x SATA 6G mit RAID 0, 1, 5, 10 über Intel Z87
4x SATA 6G über Marvell 88SE9230
USB 10x USB 3.0 (6x am I/O-Panel, 4x über Header)
zwei über Z87 direkt, acht über 2x Renesas uPD720210 (Hub)
6x USB 2.0 über Z87 (2x am I/O-Panel, 4x über Header)
Grafikschnittstellen 2x HDMI, 1x DisplayPort
WLAN / Bluetooth WiFi 802.11a/b/g/n, Bluetooth 4.0
Firewire -
LAN

1x Qualcomm Atheros Killer E2201 Gigabit-LAN
1x Intel I217-V Gigabit-LAN

Audio 6-Channel Creative Sound Core3D Audio Codec

Der Karton ist zum größten Teil in Schwarz gehalten, was exzellent zum Mainboard selbst passt. In der Mitte prangt ein Bild vom MOSFET-Kühler, weiter unten die Modellbezeichnung. Links sieht man bereits eine Besonderheit, die Gigabyte dem Endkunden ermöglicht: Der OP-Amp, der ausgewechselt werden kann. Ein weiterer OP-Amp befindet sich bereits im Lieferumfang.

Das mitgelieferte Zubehör

Gigabyte gibt folgendes Zubehör mit auf den Weg:

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Gigabyte hat ordentlich zugelangt und eine Menge Zubehör ins Paket gelegt. Besonders anzumerken sind das USB-3.0-Frontpanel, die WLAN/Bluetooth-Karte inkl. Antenne, die SLI-Brücken sowie eine CrossFireX-Brücke. Bei einem solchen Produkt wie dem G1.Sniper 5 darf man das aber auch erwarten.


Man kann es zwar nicht an der Modellbezeichnung erkennen, aber auf dem G1.Sniper 5 verrichtet der neue Intel Z87-PCH seine Arbeit, der nun bis zu sechs native SATA-6G- und auch eine größere Anzahl USB-3.0-Schnittstellen unterstützt. Des Weiteren hat er viele Features vom Vorgänger übernommen. Im Detail geht es um das SSD-Caching, Intel Smart Response Technology, Intel Rapid Start Technology und natürlich die Intel Smart Connect Technology.

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Gigabyte hat 16 Phasen verbaut.

Am Übertakten soll es nicht scheitern. Deswegen hat das taiwanische Unternehmen dem G1.Sniper 5 insgesamt 16 Phasen spendiert, die nur zum Vorteil sein können, auch wenn sie wie alle anderen Mainboards den iVR (integrated Voltage Regulator) mit einer Spannung von 1,8 Volt beliefern. Die Phasen selbst werden von Kühlkörpern überdacht, um sie auf niedriger Temperatur zu halten. Zur Unterstützung hat Gigabyte einen kleinen Lüfter mit draufgepackt. Als besonderes Feature lassen sich die Kühlkörper in einen Wasserkühlungskreislauf mit einbinden, wodurch sich die Temperaturen nochmals verbessern sollten.

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Zahlreiche Overclocking-Features sind auch mit von der Partie.

Der Arbeitsspeicher kann mithilfe der vier DIMM-Slots auf bis zu 32 GB ausgebaut werden, was das Maximum der Lynx-Point-Plattform darstellt. Links unter den DIMM-Slots hat Gigabyte einen von zwei USB-3.0-Headern untergebracht. Weiter rechts zeigen sich Overclocking-Features wie eine Debug-LED, ein Power- und Reset-Button sowie ein CMOS-Clear-Taster und Spannungsmesspunkte, auf die wir später genauer eingehen werden.

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Vier PCIe-3.0-x16-Slots bedeuten 4-Way-Multi-GPU-Support.

In den vier grünen PCIe-3.0-x16-Slots können vorzugsweise vier dedizierte Grafikkarten Platz nehmen. Die Anbindung der vier Slots erfolgt über den PLX PEX8747-Chip, der insgesamt 48 Lanes unter einen Hut bringen kann. 16 Stück davon schnappt sich aber gleich die Haswell-CPU selbst. Die übrigen 32 Lanes werden unter den vier grünen Slots aufgeteilt. Der erste Slot erhält volle 16 Lanes, sofern sich in den restlichen keine Erweiterungskarten befinden. Entscheidet sich der Enthusiast für ein 2-Way-Multi-GPU-Setup, ist es optimal, wenn die zweite Karte im dritten Slot installiert wird, da auf diesem Wege hin beide, zumindest künstlich, mit jeweils 16 Lanes betrieben werden. Sollen es dann doch lieber drei Grafikkarten sein, bekommt der erste Slot weiterhin 16 Lanes, die anderen beiden jedoch nur noch jeweils acht. Bei einem Vorhaben von gleich vier Grafikkarten bekommen alle vier Karten auch nur noch acht Lanes. Unterstützt wird NVIDIAs SLI und AMDs CrossFireX.

Zwischen den großen Slots wurden aber auch noch drei PCIe-2.0-x1-Slots bereitgestellt, von denen allerdings nur zwei Stück genutzt werden können, sofern nur eine Dual-Slot-Grafikkarte die Bilder rendert.

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Für ausreichend SATA-6G-Ports ist gesorgt. Es sind zehn Stück vorhanden.

Für ein größeres Storage-Vorhaben ist das Gigabyte G1.Sniper 5 hervorragend vorbereitet. Mit gleich zehn schnellen SATA-6G-Buchsen sind bereits genügend Schnittstellen vorhanden. Dabei verrichten die schwarzen Ports ihre Arbeit direkt über den Z87-Chipsatz. Für die restlichen vier Anschlüsse hat sich Gigabyte für den Marvell 88SE9230 entschieden, der eine optimale Wahl ist, da er schnell angebunden ist. Rechts neben den SATA-Ports wurde auch noch ein SATA-Power-Anschluss verlötet, der eventuelle Instabilitäten beim Einsatz mit mehreren Grafikkarten kompensieren soll.


Weiter gehts mit dem I/O-Panel:

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Die Anschlussvielfalt ist auf jeden Fall angemessen. Insgesamt acht USB-Anschlüsse, zwei Gigabit-LAN-Ports und dazu zwei HDMI-Ausgänge und ein DisplayPort-Ausgang sind vorhanden. Die analogen Audioanschlüsse und die Grafikausgänge sind zudem vergoldet und sollen die Signalübertragung entsprechend verbessern.

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Gaming-Sound von Creative ist an Bo(a)rd.

Creatives neueste Errungenschaft, der Sound Core3D, nimmt auf dem Sniper 5 Platz. Der Sound-Chip ist ein Multi-Core-Soundprozessor, der aus vier unabhängigen Kernen besteht. Er kann problemlos sechs Kanäle ausgeben und unterstützt das CrystalVoice-Feature. Dadurch wird die Stimme mit hoher Qualität und mit unterdrückten Hintergrundgeräuschen über das Internet übertragen. Bei den vier grünen und zwei goldfarbigen Kondensatoren in der Nähe des Soundprozessors handelt es sich um Nichicon High-End-Modelle, die sich um die einzelnen Kanäle kümmern. Über den beiden goldfarbigen Kondensatoren wurde der OP-Amp positioniert, der sich auch gegen ein anderes Modell austauschen lässt. Mit dabei ist ein Kopfhörerverstärker, der bis zu einer Impedanz von 600 Ohm ausgelegt ist.

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Passend dazu: Der Killer E2201-Netzwerkcontroller

Da das G1.Sniper 5 primär als Gaming-Platine verkauft wird, darf auch ein passender Gaming-Netzwerkchip nicht fehlen. Die Killer-Netzwerkchips sollen sich besonders um die Latenzzeiten in Online-Games kümmern und sie niedrig halten. Das setzt allerdings voraus, dass die Internet-Verbindung entsprechend mitspielt. Erwischt man eine schlechte Leitung mit hohen Pings, kann auch der Killer-Netzwerkcontroller keine Wunder vollbringen. Mit ihm kann das System in ein 1 GBit/s-Netzwerk eingebunden werden und ist natürlich auch abwärts kompatibel.

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Die Overclocking-Features im Detail.

Wie bereits angesprochen, befinden sich auf dem PCB Spannungsmesspunkte, mit denen die Spannung genauer bestimmet werden kann, als wenn man sich rein auf die BIOS-Werte verlässt. Folgende Spannungen können mit einem Multimeter ermittelt werden: VCore, VDIMM, VRing, VIOA (I/O Analog), VAXG (iGPU), VSA (System Agent), VIOD (I/O Digital) und VRIN.

Entstehen diverse Problematiken, hilft die Debug-LED gern aus, mit der sich das Problem zumindest leichter diagnostizieren lässt. Hinzu gesellen sich jeweils ein Power-, ein Reset und ein CMOS-Clear-Button. Für eine Gaming-Platine sind das schon eine Menge Overclocking-Features.

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Der Marvell 88SE9230 übernimmt vier der insgesamt zehn SATA-6G-Ports.

Bei zehn SATA-6G-Schnittstellen braucht der Z87-PCH dringend Verstärkung. Diesen Part übernimmt der performante Marvell 88SE9230, der sich nur vereinzelt auf den Desktop-Mainboards finden lässt. Er ist für bis zu vier SATA-6G-Ports ausgelegt.


Es folgt der zweite Netzwerkcontroller:

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Ein weiterer LAN-Port wird mit dem Intel I217V gebildet.

Mit dem Intel I217V-Netzwerkcontroller hat ein weiterer guter Controller den Weg aufs G1.Sniper 5 geschafft. Mit ihm sind ebenfalls Datenübertragungsgeschwindigkeiten mit bis zu 1 GBit/s drin.

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Mit einem Switch lässt sich das UEFI umschalten.

Mithilfe des linken Switches kann das Dual-BIOS-Feature entweder aktiviert oder deaktiviert werden. Auf dem Bild selbst ist es in aktiviertem Zustand. Der zweite Switch dient dazu, auszuwählen, mit welchem BIOS-Chip das System starten soll. Das ist vor allem dann vorteilhaft, wenn man viel herumexperimentiert oder wenn es zu Fehlern kommt.

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Zwei USB-3.0-Hubs sind absolut erforderlich.

Das Gigabyte G1.Sniper 5 bietet ziemlich viele USB-3.0-Schnittstellen. Aus diesem Grund wurden noch zwei USB-3.0-Hubs von Renesas (uPD720210) verlötet - jeder von ihnen bietet vier Anschlüsse. Die beiden Chips selbst stehen mit dem Z87-PCH im Kontakt. Somit sind die acht Ports von den beiden Hubs indirekt an den Z87-Chipsatz gekoppelt.

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Der ITE IT8790E ist für die Hardwareüberwachung zuständig.

Ein Super I/O-Chip ist natürlich ebenfalls von großer Wichtigkeit. Auf dem G1.Sniper 5 ist es der IT8790E von ITE. Er liest von den Sensoren die Lüftergeschwindigkeiten, die Spannungen und die Temperaturen aus. Über ihn lassen sich auch sieben von insgesamt neun FAN-Headern steuern.

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Das Gigabyte G1.Sniper 5 nochmal in der Übersicht.

Insgesamt verwendet Gigabyte bei ihrem G1.Sniper 5 sehr hochwertige Kleinstkomponenten, wie die Durable Black Solid Caps, die einer Laufzeit von mindestens 10.000 Stunden standhalten und gegen Temperaturen bis 105 Grad Celsius unempfindlich sein sollen. Sie stammen von Nippon. Der zusätzliche Lüfter drehte zu jeder Zeit sehr geräuscharm, was auch zu begrüßen ist.

Das Mainboard-Layout ist gut designed worden. Selbst der Zusammenbau mit großen Luftkühlern stellt in der Regel kein Problem dar. Wir hatten mit unserem bequiet! Dark Rock Pro C1 jedenfalls keine Schwierigkeiten. Auch Kleinigkeiten wie die Position der BIOS-Batterie wurden sehr klug gewählt. Selbst wenn nur eine Dual-Slot-Grafikkarte installiert ist, kommt man dennoch problemlos an die Batterie heran. Ansonsten hat Gigabyte nett anzusehende Kleinigkeiten verbaut, wie eine künstlich, grün beleuchtete Leiterbahn, die sich vom I/O-Panel vorbei an den Sound-Komponenten und bis zum PCB-Ende zieht. Ebenfalls grün beleuchtet ist das Sniper-Logo.


Einige Mainboard-Hersteller haben die Gunst der Stunde genutzt und zur Einführung der Haswell-Platinen auch gleich neue UEFI-Oberflächen geschaffen. Zu den Herstellern gesellt sich ebenfalls Gigabyte. Sie haben die Farben im UEFI-BIOS der Platine angepasst, sprich Grün und Schwarz dominieren hier sehr deutlich. Vorinstalliert war die Version "F3h", sprich eine Beta-Version. Auf der Webseite von Gigabyte konnten zwei neuere Versionen heruntergeladen werden. Einmal die finale Version "F5" und eine neuere Beta-Version "F6h". Für letztere haben wir uns dann schließlich entschieden und haben sie per Instant-Flash-Funktion installiert. Dann machten sich allerdings erste Instabilitäten selbst im UEFI bemerkbar - damit muss man bei einer Beta-Version aber leben. Ansonsten wurden die Einstellungen aber korrekt übernommen. Spätestens zum Zeitpunkt, als wir den USB-3.0- und SATA-6G-Test absolvieren wollten, zeigten sich weitere Fehler der BIOS-Version "F6h". Den USB-3.0-Test konnten wir erst gar nicht ausführen, da das Board keine USB-3.0-Geschwindigkeiten erlaubte. Beim SATA-6G-Testlauf konnte nicht die sonst gewohnte Leistung erzielt werden. Weiter schaltete sich das System bei jedem normalen Neustart komplett aus und wieder ein. Aus diesem Grund haben wir anschließend die BIOS-Version "F5" eingespielt, die final ist. Das war definitiv unsere Erlösung, denn nun konnten wir die Tests zufriedenstellend ausführen und die Stabilität im UEFI war, zumindest subjektiv betrachtet, deutlich besser. Das Ausschalt-Fehlverhalten gehörte damit ebenso der Vergangenheit an.

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Und so sieht die neue UEFI-Oberfläche, zumindest bei der neuen Sniper-Serie, aus. Man erkennt schön deutlich, dass die einzelnen Werte entweder per Dropdown-Menü oder direkt per Schiebebalken fixiert werden können. Auf der rechten Seite sind Shortcuts eingeblendet, die auch auf Wunsch ausgetauscht werden können. Generell ist eine Favoriten-Funktion integriert worden, ähnlich, wie es ASUS mit ihrem neuen UEFI realisiert hat. Es lassen sich vier Profile mit jeweils unterschiedlichen Einstellungen füttern, die sinnvoll benannt werden können. Rechts unten kann auch gleich die Boot-Reihenfolge geändert werden.

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Der Benutzer hat die Möglichkeit, sich seine Favoriten an Settings selbst zusammenzustellen und hat alle Einstellungen zur Auswahl, die das UEFI zu bieten hat. Wie es auf dem Bild leicht zu erkennen ist, können die ausgewählten Einstellungen mit einem Klick auf das "+" zu der eigenen Liste hinzugefügt werden. Mit einem Klick auf "-" kann die jeweilige Funktion auch wieder entfernt werden.

Der Bereich "Performance" umfasst das Thema Overclocking im Detail. Dort hat Gigabyte Unterteilungen hinzugefügt, sprich: Frequency, Memory, Voltage, PC Health Status, Miscellaneous, CPU Status und Memory Status. Somit können gezielte Änderungen vorgenommen werden, ohne dass erst lange gesucht werden muss. Im nächsten Reiter "System" lässt sich einmal die Sprache ändern und interessanterweise gelangt man dort auch zum "Classic Mode", der bereits ohnehin bekannt sein dürfte:

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Der Vorteil an dieser Sache: Wenn man sich warum auch immer nicht mit der neuen Oberfläche anfreunden kann, lässt sich der "Classic Mode" auch dauerhaft aktivieren, sodass das UEFI gleich in der klassischen Ansicht von Gigabyte startet. Es geht aber auch anders. In der neuen Oberfläche reicht auch ein Tastendruck auf "F2" und der klassische Modus öffnet sich gleich darauf. Das funktioniert auch völlig reibungslos und zügig. Ausgehend von der neuen Oberfläche geht es nun mit dem Menüpunkt "BIOS Features" weiter, wo weitere nützliche Einstellungsmöglichkeiten hinterlegt sind, die aber nicht unbedingt ausschließlich etwas mit dem Boot-Vorgang gemeinsam haben. Dort sind auch spezifische Features des Prozessors ein- und ausschaltbar. Unter "Peripherals" versteht man den sonst betitelten "Advanced"-Modus, wo sich Onboard-Komponenten konfigurieren lassen. Hier hat Gigabyte die Thematik in "Device Config", "SATA Config", "Super IO Config" und "Intel(R) Smart Connect Technology" unterteilt. Als Super I/O-Chip zeigte das UEFI merkwürdigerweise den IT8728 an, obwohl auf dem PCB unmissverständlich der IT8790E Platz genommen hat. Natürlich lassen sich aber auch "Power Management" relevante Settings finden, die ebenfalls einen eigenen Reiter erhalten haben. Übrig bleibt der Punkt "Save & Exit", der selbsterklärend ist.

Die Steuerung erfolgt per Maus und Tastatur, wobei sich der Maus-Cursor nicht ruhig und angenehm bewegen lässt. Hinzu kommt, dass die Mausgeschwindigkeit bei der BIOS-Version "F5" schlicht zu hoch eingestellt ist. Des Weiteren lässt es sich an manchen Stellen etwas träge durch die Menüs navigieren. Dass es anders geht, hat die Konkurrenz bereits bewiesen.

Alle Bilder zum BIOS können in der unteren Bildergalerie eingesehen werden.

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Kommen wir nun zum Overclocking. Natürlich eignet sich das G1.Sniper 5 nicht ausschließlich zum Gaming, sondern ist auch mit vielen Overclocking-Features ausgestattet, sowohl materiell auf dem PCB als auch immateriell im BIOS.

Intel hat mit ihrer Lynx Point-Plattform neue Möglichkeiten realisiert. Die Rede ist in erster Linie von den CPU-Straps, bei denen es sich um Multiplikatoren handelt, die sich mit dem BCLK multiplizieren. Mit den Multiplikatoren 1.0, 1.25, 1.67 und 2.5 können die Haswell-Prozessoren theoretisch neue Taktrekorde aufstellen. In der Praxis ist das aber gar nicht so leicht, wie es sich anhört.

Der BCLK lässt sich auf dem G1.Sniper 5 von 80 MHz bis 266,66 MHz in 0,01-Schritten einstellen. Somit sind alle CPU-Straps ausreichend abgedeckt. Bei der CPU-Spannung hat sich Gigabyte für folgenden Spielraum entschieden: 0,500 Volt bis 1,800 Volt im Fixed-Modus und -0,300 Volt bis +0,400 Volt im Offset-Modus. Die Intervalle belaufen sich in beiden Modi bei 0,001 Volt, sodass ein Feintuning absolut möglich ist. Die Load Line-Calibration lässt dabei diese Modi zu: Auto, Normal, Standard, Low, Medium, High, Turbo und Extreme. Alle weiteren Features können der folgenden Tabelle entnommen werden.

Die Overclocking-Funktionen des Gigabyte G1.Sniper 5 in der Übersicht
Base Clock Rate 80 bis 266,66 MHz in 0,01 MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,500 V bis 1,800 V in 0,001-V-Schritten (Fixed-Modus)
-0,300 V bis +0,400 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 1,115 V bis 2,100 V in 0,005-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-VCCIN-Spannung 1,000 V bis 2,905 V in 0,013-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-Ring-Spannung 0,800 V bis 1,800 V in 0,001-V-Schritten (Fixed-Modus)
-0,300 V bis +0,400 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)
CPU-SA-Spannung -0,300 V bis +0,400 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)
CPU-IO-Analog/Digital-Spannung -0,300 V bis +0,400 V in 0,001-V-Schritten (Offset-Modus)
CPU PLL-Spannung -
PCH-Core-Spannung 0,650 V bis 1,300 V in 0,005-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen PCH I/O, iGPU (Fixed und Offset), CPU VRIN
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 45 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
QPI-Takt - technisch nicht möglich -
Weitere Besonderheiten UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE (C6/C7), EIST
Turbo-Modus (All Cores, By number of active cores),
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und sechs optionale Fans,
CPU VRIN Protection, CPU VRIN Current Protection, CPU VRIN External Override

Wir haben uns dann an die Arbeit gemacht und haben das Board auf die Übertaktbarkeit überprüft. Wir konnten sowohl mit dem 1.0er und 1.25er CPU-Strap ein Ergebnis erzielen. Mit ersterem haben wir knapp 4,7 GHz erreicht. Knapp deswegen, weil der BCLK nicht punktgenau mit 100 MHz getaktet hat, sondern mit 99,77 MHz. Multipliziert mit dem CPU-Multiplikator 47 ergeben sich also die 4689 GHz. Stabil wurde diese Frequenz mit einer Spannung von 1,261 Volt. Etwas weniger Spannung und das Ganze lief nicht mehr stabil. Ähnlich erging es uns mit dem CPU-Strap-Multiplikator 1.25. Beim CPU-Multiplikator 37 war dann auch schon Schluss, sodass wir damit 4,626 GHz erreichen konnten. Die Spannung lag ebenfalls bei 1,261 Volt und wurde auch benötigt.

cpuz2.PNG
Bestes Ergebnis mit dem 1.0-Strap: 4,689 GHz bei 1,261 Volt
cpuz.PNG
Bestes Ergebnis mit dem 1.25-Strap: 4,626 GHz bei 1,261 Volt

Wir haben mit unserem CPU-Sample schon schlechtere Ergebnisse erhalten, sodass man die Resultate mit dem G1.Sniper 5 nicht negativ auffassen sollte. In diesen Bereichen kann auch unsere CPU bereits der limitierende Faktor sein.

Die Arbeitsspeicher-Übertaktbarkeit haben wir selbstredend auch wieder überprüft. Als RAM-Module mussten wieder die G.Skill TridentX DDR3-2400 herhalten. Von der XMP-Funktion haben wir absichtlich Abstand genommen.

cpuz_ram.PNG

Die DDR3-2400 macht das Board spielend mit. Die VDIMM lag, wie spezifiziert, bei 1,65 Volt. Bei dieser Taktfrequenz war dann allerdings auch Schluss mit lustig, was aber nicht am Board lag, sondern an den RAM-Modulen.

Der Anwender hat als Overclocking-Tool wieder EasyTune zur Auswahl, das dieses Mal in neuer Optik auf dem Monitor erscheint. Es lassen sich dort die Taktfrequenzen ändern. Und wer keine große Lust hat, sich die Zeit zu nehmen und den Prozessor manuell zu übertakten, kann auch die vorgefertigten Profile aktivieren. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die CPU mitspielt. Auch lassen sich in der Software die Lüftergeschwindigkeiten ändern. Für jeden Lüfter kann eine manuelle Lüfterkurve erstellt und angewendet werden. Ebenso können die Alarmwerte für die Spannungen, Temperaturen und die Lüftergeschwindigkeiten festgelegt werden. Mit dem Punkt "3D Power" erhält der Benutzer Zugriff auf die Funktionen, die die Phasen, die Frequenzen und die Spannungen betreffen. Unten wird dazu jederzeit ein Hardware-Monitor angezeigt, sodass man immer die Werte im Blick hat.

In der folgenden Bildergalerie lassen sich die EasyTune-Screenshots einsehen:

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Mit diesem Testsystem haben wir das Gigabyte G1.Sniper 5 getestet:

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz.

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version.

Seit der Einführung der Nehalem-Prozessoren und der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 1600 MHz und 9-9-9-24 1T - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim Gigabyte G1.Sniper 5 mussten wir die Turbostufen manuell korrigieren, sodass ein fairer Vergleich gezogen werden konnte.

Wir testen allerdings nur noch vier Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2011, SuperPi 8M, Cinebench 11.5 und Sisoft Sandra 2011 Memory Benchmark:

3DMark 2011

3DMark_2011_1
Leistung in Futuremark-Punkten

Cinebench 11.5 CPU

Cinebench 1
Leistung in Cinebench-Punkten

Sisoft Sandra Memory Benchmark:

SiSoft_Sandra 1
Bandbreite in GB/s

SuperPi 8M

SuperPi 1
Zeit in Sekunden (weniger ist besser)

Die generelle Leistung liegt in einem annehmbaren Rahmen, auch wenn das G1.Sniper 5 etwa zwei bis drei Sekunden länger bei SuperPi gebraucht hat.

Auch bei der Lynx Point-Plattform werden wir die Bootzeit protokollieren. Wir messen die Zeit in Sekunden, wie lange das Mainboard benötigt, um alle Komponenten zu initialisieren und mit dem Windows-Bootvorgang beginnt.

Bootzeit (vom Einschalten bis zum Windows-Bootvorgang)

SuperPi 1
Zeit in Sekunden (weniger ist besser)

Besonders erfreulich: Das Gigabyte G1.Sniper 5 startet ziemlich flott durch, bis es dann zum Windows-Bootvorgang übergeht. Vor allem deswegen, weil auf der E-ATX-Platine jede Menge Zusatzchips vertreten sind, die eben auch mit initialisiert werden müssen, sofern sie im BIOS aktiviert sind.


Neben einer gut ausgeprägten Performance ist auch der Stromverbrauch des heimischen PCs kein unwichtiges Kriterium. Was man häufig unterschätzt, ist die Tatsache, dass selbst die verschiedenen Mainboard-Modelle der zahlreichen Hersteller unterschiedlich viel Strom aus der Steckdose ziehen. Ein Grund dafür sind die verschieden eingesetzten BIOS-Versionen, die teilweise die von Intel referenzierten Stromsparmechanismen schlecht oder gar falsch umsetzen oder dass Onboardkomponenten sich eigentlich deaktivieren sollten, wenn diese entweder durch dedizierte Hardware ersetzt wurden oder einfach nicht verwendet werden. Darüber hinaus kann aber manchmal auch die Stromversorgung verantwortlich gemacht werden, wenn unter Default Settings mehr Energie zur Verfügung gestellt wird, als eigentlich benötigt wird. Genau deswegen spielt die Effizienz eine wichtige Rolle. Wenn die Effizienz der Stromversorgung nun also schlecht ausfällt, wird mehr Strom verbraucht. Zu unterschätzen ist hierbei aber auch die Software nicht, sodass sie ebenfalls gut abgestimmt sein muss, damit eine zufriedenstellende Effizienz gegeben ist.

Das Gigabyte G1.Sniper 5 hat viele Zusatz-Controller und andere Chips erhalten. Zwei weitere USB-3.0-Hubs, ein weiterer SATA-Controller, zwei LAN-Controller und ein Audio-Codec tragen ihren Teil zum Stromverbrauch bei.

Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 11.5 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-spanTest, Vollauslastung). Die jeweiligen Werte entsprechen dem System-Gesamtverbrauch.

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Für den ersten Test sind die Default Settings aktiv, sodass der Großteil der Onboardkomponenten bereits aktiviert ist. Die Grafikausgabe erfolgt über die Radeon HD 7850, wobei wir die iGPU im BIOS nicht deaktiviert haben. Wie bereits weiter oben geschrieben, sind alle Stromspar-Features eingeschaltet, was mit den Werten einer manuellen Konfiguration scheinbar gut umgesetzt wurde.

Leistungsaufnahme Idle

Idle
Leistung in Watt

Die zahlreichen Zusatzchips - insbesondere die PLX-Bridge - machen sich dann deutlich beim Stromverbrauch bemerkbar, denn der Idle-Wert lag mit 62,5 Watt nicht gerade im angenehmen Bereich.

Leistungsaufnahme Cinebench 11.5 CPU

Bildname
Leistung in Watt

Im Cinebench-Lauf wurde der Wert dann fast verdoppelt und pendelte sich bei 122,3 Watt ein. Damit verbrauchte das Sniper 5 ganze 7,6 Watt mehr als das ASUS Z87-Deluxe.

Leistungsaufnahme Prime95

Bildname
Leistung in Watt

Eine leichte Steigerung der Leistungsaufnahme konnte mit Prime95 ermittelt werden. Mit 128,1 Watt lag der Wert auch hier höher als bei der Konkurrenz.

Spannungen Prime95

Bildname
Spannungen in Volt

Das G1.Sniper 5 hat sich mit den anderen Boards "abgesprochen" und veranschlagte ebenfalls 1,044 Volt.

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sämtliche USB-3.0- und SATA-Controller sind hier beispielsweise deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber alle energiesparenden Features werden zusätzlich manuell aktiviert. Die Radeon HD 7850 ist weiterhin die primäre Grafikkarte.

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

Leistungsaufnahme Idle

Bildname
Leistung in Watt

Im BIOS konnten wir den weiteren SATA- und LAN-Controller deaktivieren. Diese Deaktivierung brachte im Leerlauf eine Ersparnis von 0,2 Watt ein.

Leistungsaufnahme Cinebench 11.5 CPU

Bildname
Leistung in Watt

Etwas größer war die Differenz mit Cinebench, wo das Strommessgerät ein knappes Watt weniger angezeigt hat.

Leistungsaufnahme Prime95

Bildname
Leistung in Watt

Mehr Last konnte natürlich mit Prime95 erzeugt werden, wo nun ein ganzes Watt weniger verbraucht wurde.

Spannungen Prime95

Bildname
Spannungen in Volt

Die Spannung hat sich nicht verändert und verblieb bei 1,044 Volt.

Somit ist das G1.Sniper 5 kein Sparwunder, was aber auch nicht die Absicht von Gigabyte war, denn es ist ein High-End-Produkt, was aus diesem Grund etwas mehr aus der Steckdose ziehen darf. Der ambitionierte Enthusiast ist in den meisten Fällen zudem eher weniger an einem sparsamen System interessiert.


USB-3.0-Performance

Gigabyte legt beim Sniper 5 ordentlich zu und stellt dem Benutzer gleich zehn schnelle USB-3.0-Anschlüsse zur Verfügung. Sechs Stück davon befinden sich am I/O-Panel, die weiteren vier verteilen sich über zwei interne Header. Wie immer installieren wir das SanDisk Extreme 120 GB-SSD in ein externes USB-3.0-Gehäuse, sodass sie mit dieser Methode an ihre Leistungsgrenze getrieben werden.

ATTO USB3 small
Die USB-3.0-Performance beim Gigabyte G1.Sniper 5
(nativ über den Z87-PCH).
ATTO USB3 small
Der Renesas uPD720210 zeigt aber ebenfalls gute Leistungen.

Beide schenken sich nichts und erreichen folgende Werte: etwa 178 MB/s schreiben und 171 MB/s lesen. Da die beiden uPD720210 aber lediglich Hubs sind, ist das wenig überraschend.

 

SATA-6G-Performance

Wie bei vielen High-End-Modellen, hat Gigabyte bei unserem heutigen Kandidaten zehn SATA-6G-Buchsen verlötet. Dabei kümmert sich der Marvell 88SE9230 um vier Stück selbst und stellt eine gute Wahl dar. So sehen die Ergebnisse aus:

ATTO USB3 small
Sehr gute Werte konnten über den Z87-Chipsatz erzielt werden.
ATTO USB3 small
Der Marvell 88SE9230 kann gut mithalten.

Die Leistung von Intels Chipsätzen sind wir ja bereits gewohnt und sind immer sehr gut ausgefallen. Dies ändert sich auch beim G1.Sniper 5 nicht. Im Schreiben kratzt das SSD-Laufwerk bei der 520 MB/s-Marke. Lesend waren etwa 555 MB/s drin. In den meisten Fällen lieferte der zusätzliche SATA-Controller, sofern vorhanden, eine deutlich schlechtere Leistung ab. So aber nicht beim Marvell 88SE9230, der mit dem Intel-PCH sehr gut mithalten kann, aber nicht ganz auf Augenhöhe ist. Die Schreibrate kletterte mit dem Marvell-Controller auf ca. 495 MB/s, während er lesend bis auf 535 MB/s hinaufkam.


Gigabyte hat mit dem G1.Sniper 5 ein interessantes Produkt auf den Markt gebracht. Die Qualität des Mainboards ist tadellos, was auch für die Ausstattung gilt. Der Enthusiast kommt in den Genuss einer High-End-Platine für den aktuellen Sockel 1150. Dabei wurde nicht einfach nur ein neuer Sockel inkl. PCH zum Vorgängermodell verlötet, sondern auch drumherum ordentlich ausgebaut und verbessert. Besonders hervorzuheben ist hier ganz klar die Soundlösung, die sich auf dem Sniper 5 befindet. Der Creative Sound Core3D-Multi Core-Prozessor inkl. Kopfhörerverstärker (bis 600 Ohm) und dazu ein austauschbarer OP-Amp runden das Soundpaket ordentlich ab. Aber auch an der Optik hat das taiwanische Unternehmen gefeilt. So verläuft eine künstliche Leiterbahn durch einen kleinen Teil des PCBs, die mit grünem Licht von unterwärts beleuchtet wird. Ebenfalls beleuchtet wurde der Schädel auf dem Kühlkörper des PCHs.

Auf der Platine können maximal vier NVIDIA- oder AMD-Grafikkarten Platz nehmen, die in diesem Fall dank des PEX8747-Chips jeweils mit acht Lanes der dritten PCI-Express-Generation angesteuert werden. Ansonsten stehen insgesamt drei PCIe-2.0-x1-Slots an Ort und Stelle. Auch netzwerktechnisch kommt der Käufer voll und ganz auf seine Kosten, denn zur Ausstattung gehören zwei Gigabit-LAN-Ports, wovon einer über den Killer E2201-Netzwerkcontroller von Qualcomm angebunden ist. Der andere hat mit dem Intel I217V-Netzwerkcontroller auch einen guten Partner erwischt. Alternativ kann auch WLAN in Anspruch genommen werden, denn im Lieferumfang befindet sich zudem eine WLAN-PCIe-Karte, die im schnellsten Modus den n-Standard beherrscht. Der brandneue ac-Standard hätte das WLAN-Paket allerdings perfekt abgerundet. Mit dabei ist auch Bluetooth in der Version 4.0.

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Auch nicht verkehrt können die zehn SATA-6G-Schnittstellen sein, hinzu kommen 16 USB-Anschlüsse, von denen beachtliche zehn Stück mit der USB-3.0-Spezifikation kompatibel sind. Eine weitere Besonderheit ist der MOSFET-Kühlkörper, der für die Einbindung in ein Wasserkühlungskreislauf vorbereitet ist, wodurch sich die Temperaturen noch weiter verbessern sollten. Das G1.Sniper 5 ist somit nicht ausschließlich für Gaming-Zwecke prädestiniert, sondern hat auch einige Overclocking-Argumente im Angebot. Zur CPU-Spannungsversorgung gehören alleine 16 Phasen, die von vielen Overclocking-Funktionen im BIOS begleitet werden. Auf dem PCB halten sich Overclocking-Features wie ein Power-, Reset- und CMOS-Clear-Button bereit. Eine Debug-LED ist bei der Suche nach der Fehlerquelle behilflich und dank der Spannungsmesspunkte können die Spannungen genauer ermittelt werden.

Zufriedenstellend anzumerken ist, dass bei uns zumindest die finale BIOS-Version einwandfrei lief, wenn auch mit kleinen Schönheitsfehlern wie die Trägheit und die schlechte Mausbedienung. Die neueste Beta-Version lief hingegen nicht zufriedenstellend. Auch wenn die erhöhte Leistungsaufnahme für Enthusiasten eher nachrangig aufgefasst wird, haben wir den Punkt zu den Minuspunkten hinzugefügt, da eben nicht jeder die Effizienz ignoriert. Der verwendete PLX-Controller für 4-Way-SLI ist wieder einmal der größte Störenfried in diesem Bereich und verhagelt den Idle-Verbrauch.

Der verlangte Preis von etwa 418 Euro macht dann eine weitere Hürde aus. Auch wenn es sich um ein High-End-Mainboard mit zahlreichen Ausstattungsmerkmalen handelt und mit vielen Features vollgestopft ist, sind die 418 Euro dennoch beachtlich. An dieser Stelle sollte gründlich überlegt werden, ob die genannten Features auch tatsächlich benötigt werden, oder ob es nicht doch ein günstigeres Modell von Gigabyte sein soll.

Positive Eigenschaften des Gigabyte G1.Sniper 5:

Negative Eigenschaften des Gigabyte G1.Sniper 5:

Beim G1.Sniper 5 handelt es sich zweifelsohne um ein interessantes Produkt mit üppiger Ausstattung, das derzeit nur mit geringfügigen Schönheitsfehlern auskommen muss.