Test: MSI Z87 MPower MAX - DAS Brett für maximales Overclocking?

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IMG 5 logoMSI hat in der jungen Vergangenheit bei der Beliebtheit unter Übertaktern ordentlich zugelegt: Nicht nur im Grafikkartenmarkt mit den besonderen Lightning-Modellen, sondern auch im Mainboardsegment mit der MPower-Serie. Beispielsweise war das Z77 MPower (zum Hardwareluxx-Test) ein großer Erfolg - und es ist auch optisch ein sehr ansprechendes Board. Nun ist die neue Lynx-Point-Plattform mit Intels Haswell-Prozessoren (zum Hardwareluxx-Test) für den Sockel 1150 erhältlich und MSI bietet dem Endkunden gleich zu Anfang ganz besondere Z87-Mainboards an. Eins davon stellt das Z87 MPower MAX dar, das wir aus der Overclocking-Serie geschnappt und es gründlich unter die Lupe genommen haben.

Anders, als es noch bei den Z77-Mainboards der Fall war, möchte MSI aus der Overclocking-Serie nun drei statt nur ein Mainboard anbieten. Für den Sockel 1155 mit Intels Z77-Chipsatz gab es bislang ausschließlich das MPower. Für den Sockel 1150 gibt es nun neben dem Z87 MPower das Z87 MPower MAX sowie das Z87 XPower. Letzteres ist für extreme Enthusiasten gedacht, die aus der Haswell-CPU wirklich alles herausholen wollen und auch bereit sind, einen entsprechend hohen Preis zu bezahlen. Somit bildet das Z87 MPower MAX die goldene Mitte aus der Serie und ist somit vermutlich die interessanteste Wahl, von dem wir uns erst einmal einen Einblick in die Overclocking-Serie verschaffen möchten.

Die Ausstattung passt zu der gehobenen Klasse. Mit den drei vorhandenen PCIe-3.0-x16-Slots ermöglicht MSI dem Käufer problemlos ein 2-Wege-SLI oder 3-Wege-CrossFireX-Setup. Zwischen den großen Brüdern stehen noch vier PCIe-2.0-x1-Slots an Ort und Stelle. Dazu gibt es acht schnelle SATA-6G-Anschlüsse inkl. mSATA-Slot und insgesamt zehn mögliche USB-3.0-Ports. Hinzu kommen ein ALC1150-Audio Codec aus dem Hause Realtek, ein WLAN/Buetooth-Modul sowie als besonderes Schmankerl ein Gigabit-LAN-Port über den Killer E2205-Netzwerkcontroller.

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Das MSI Z87 MPower MAX in der Übersicht.

MSI hält an dem aktuellen Farbschema für die Overclocking-Serie fest. Demnach ist das PCB, welches aus sechs Layern besteht, schwarz gefärbt. Deutlich zugenommen haben allerdings die gelben Akzente. Der Rest ist, ebenso wie die Platine selbst, in Schwarz gehalten. Die Abmessungen entsprechen dem gewöhnlichen ATX-Format.

Die Spezifikationen

So sehen die Features beim MSI Z87 MPower MAX aus:

Die Daten des MSI Z87 MPower MAX in der Übersicht
Hersteller und
Bezeichnung
MSI
Z87 MPower MAX
Straßenpreis ab 240 Euro
Homepage http://de.msi.com/
Northbridge-/CPU-Features
Chipsatz Intel Z87 Express Chipsatz
Speicherbänke und Typ 4x DDR3 (Dual-Channel)
Speicherausbau max. 32 GB (mit 8-GB-DIMMs)
SLI / CrossFire CrossFireX (3-Way), SLI (2-Way)
Onboard-Features
PCI-Express 3x PCIe 3.0 x16 (x16/-/-, x8/x8/-, x8/x4/x4)
4x PCIe 2.0 x1
PCI -
Serial-ATA-, SAS- und 
ATA-Controller
6x SATA 6G mit RAID 0, 1, 5, 10 über Intel Z87
2x SATA 6G über ASMedia ASM1061
USB 10x USB 3.0 (6x am I/O-Panel, 4x über Header), vier über Z87, vier über ASMedia ASM1074 und zwei über Renesas uPD720202
6x USB 2.0 über Z87 (2x am I/O-Panel, 4x über Header)
Grafikschnittstellen 2x HDMI, 1x DisplayPort
WLAN / Bluetooth Intel WiDi WiFi 802.11b/g/n, Bluetooth 4.0
Firewire -
LAN 1x Killer E2205 Gigabit-LAN
Audio 8-Channel Realtek ALC1150 Audio Codec

Änderungen wurden auch an der Verpackung vorgenommen. Ein großes "M" prangt an der Oberseite und steht natürlich für das MPower. Ansonsten verzichtet MSI auf der Oberseite auf die Präsentation der wichtigsten Features, wie es die Konkurrenz vermehrt macht.

Das mitgelieferte Zubehör

Folgendes Zubehör befand sich im Inneren:

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Das Zubehör fällt sehr großzügig aus.

Mit dem umfangreichen Zubehör lässt MSI den Käufer nicht im Stich. Sechs SATA-Kabel und sogar ein eSATA-Kit, wodurch man zwei flinke eSATA-6G-Schnittstellen erhält, gehören beim Z87 MPower MAX zum Lieferumfang. Neben der I/O-Blende und dem dazugehörigen Handbuch befinden sich noch die beiden Antennen für das WLAN-Bluetooth-Modul und sogar eine USB-3.0-Slotblende im Karton, womit man zwei weitere USB-3.0-Anschlüsse nutzen kann. Natürlich dürfen die V-Check-Kabel und die M-Connector nicht fehlen. Als humorvollen Gag hat MSI dazu auch noch ein LN2-Türschild mit reingepackt.


Mit Intels neuem Z87-Chipsatz ist die Ansteuerung von jeweils sechs nativen SATA-6G- und USB-3.0-Anschlüssen kein Problem. Zusätzlich hat er alle Eigenschaften vom Vorgänger geerbt. Die Rede ist vom SSD-Caching, Intel Smart Response Technology, Intel Rapid Start Technology und auch die Intel Smart Connect Technology.

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Mit den Phasen nicht zu knapp: Es sind 20 Stück.

Natürlich handelt es sich beim Z87 MPower MAX um kein gewöhnlich aufgebautes Mainboard. MSI hat die Anzahl an Phasen vom normalen Z87 MPower nochmals um vier Stück erhöht. Dadurch soll die Stabilität abermals verbessert werden, obwohl alle verfügbaren Phasen neuerdings lediglich die Grundspannung von 1,8 Volt an die CPU weitergeben. Auf der Haswell-CPU selbst wurde ein Voltageregulator (iVR) integriert, der alle einzelnen Spannungen für die Kerne, den Cache usw. eigenständig herunterregelt. Um den halben Sockel herum kühlt ein C-förmiger Passivkühlkörper die darunterliegenden MOSFETs herunter.

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An den DIMM-Slots wurde viel untergebracht.

Auch bei dieser Platine bleibt es bei vier DIMM-Slots, die zusammen eine maximale Speicherausbaustufe von 32 Gigabyte ermöglichen. Dabei werden die installierten Module von drei starken Phasen mit der richtigen Spannung versorgt. Unter den Slots wurden zwei USB-3.0-Header untergebracht, wovon einer sogar um 90 Grad angewinkelt ist. Bei einem MPower-Mainboard gehören die Voltage-Check-Points zum Pflichtprogramm.

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Auch die sieben Erweiterungsslots sind schwarz.

Mit dem Z87 MPower MAX lassen sich maximal drei Grafikkarten zu einem Multi-GPU-System zusammenfügen, was in diesem Falle allerdings nur für AMD-Grafikkarten gilt. Auch die neuen Haswell-Prozessoren können maximal 16 Lanes abgeben. Der oberste Slot kann mit den vollen 16 Lanes angesteuert werden, sofern sich in den anderen beiden großen Slots keine Karten befinden. Entscheidet man sich für zwei NVIDIA- oder AMD-Grafikkarten, erhalten beide Karten immerhin noch jeweils acht Lanes. Möchte man dagegen drei AMD-Grafikkarten einsetzen, bekommt die oberste Karte acht Lanes und die anderen beiden nur noch vier Lanes zugesprochen. Fernab sind aber auch noch vier PCIe-2.0-x1-Slots verlötet worden, mit denen das System ebenfalls sinnvoll erweitert werden kann.

Und selbst die Benutzung einer mSATA-SSD ist mit dem Z87 MPower MAX kein Hindernis, da direkt zwischen den beiden großen Slots eine entsprechende Aufnahme positioniert ist, die selbst dann belegt werden kann, wenn im oberen PCIe-3.0-x16-Slot eine Dual-Slot-Grafikkarte installiert ist. An dieser Stelle sei erwähnt, dass der fünfte SATA-Port nicht verwendet werden kann, wenn eine mSATA-SSD verbaut wurde.

Und was darf bei einem Overclocking-Brett nicht vergessen werden? Entsprechende Overclocking-Features. MSI hat ganz unten eine Reihe von Buttons hinterlassen, die einzig und allein dem Overclocking zugutekommen. Der linke Button verrät bereits, was er bewirkt. Er aktiviert den OC Genie-Modus. Rechts daneben halten sich jeweils ein Power- und Resetbutton bereit. Mit den letzten beiden Buttons lässt sich im laufenden Betrieb der BCLK in 1 MHz-Intervallen verändern.

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Acht SATA-6G-Ports sind mit an Bord.

MSI belässt es nicht nur bei den maximalen sechs SATA-6G-Schnittstellen, die der Z87-Chipsatz alleine bewältigen kann, sondern erweitert das Ganze um zwei weitere Anschlüsse, die über den bekannten ASMedia ASM1061 laufen. Wie oben bereits angemerkt, deaktiviert sich der fünfte SATA-Anschluss, wenn der mSATA-Slot belegt ist. Es wurde aber auch vorbildlich gekennzeichnet.


Schauen wir uns das I/O-Panel an:

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Die Auflistung erfolgt wie immer von links nach rechts und von oben nach unten:

Mit der Auswahl an Anschlüssen kann man sich anfreunden. Es stehen sechs USB-3.0- und zwei USB-2.0-Schnittstellen zur Verfügung. Die integrierte Grafikeinheit kann mittels zwei HDMI- und einem DisplayPort mit ins Spiel gebracht werden. Ein Gigabit-LAN-Anschluss sowie ein Toslink-Ausgang und die analogen Audio-Anschlüsse runden das Ganze dann angenehm ab.

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Unter dem Audio Boost-Verdeck verbirgt sich der Realtek ALC1150.

Für den Sound hat sich MSI für den ALC1150 von Realtek entschieden, der neuerdings auf höherpreisigen Sockel 1150-Mainboards anzutreffen ist. Mit dabei ist ein Kopfhörer-Verstärker (TI OPA1652) mit einer maximalen Impedanz von 600 Ohm. Zusammen mit qualitativ hochwertigen Kondensatoren wird das Audiosignal verstärkt und gefiltert ausgegeben. Die analogen Audio-Buchsen am I/O-Panel sind zudem vergoldet und sollten daher die Soundsignale verbessern.

Links neben dem OC Genie-Button ist zusätzlich noch ein OC-Switch untergebracht. Mit ihm lassen sich die beiden OC Genie-Modi aktivieren. Standardmäßig ist der erste Modus aktiviert. Wird der zweite Modus aktiviert, lässt sich das System noch weiter übertakten. Eine blaue (Modus 1) oder eine rote LED (Modus 2) signalisieren, welcher Modus aktuell aktiv ist.

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Das Z87 MPower MAX behergt den Killer E2205-Netzwerkcontroller.

Alle neuen MPower-Mainboards mit dem Z87-PCH haben den Killer E2205-Netzwerkcontroller erhalten, somit also auch das Z87 MPower MAX. Er unterstützt selbstredend eine Datenübertragungsrate von 1 GBit/s und 100 MBit/s. Wenn die Internetleitung es erlaubt, sollen mit ihm besonders geringe Latenzen in Online-Games möglich sein. Begleitet wird der Killer-Chip von einer nützlichen Software, die wir bereits beim MSI Z77A-GD65 GAMING (zum Hardwareluxx-Test) näher beschrieben haben.

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Der ASMedia ASM1074 ist auch beim MPower MAX dabei.

Ähnlich wie es ASUS auch beim Z87-Deluxe (zum Hardwareluxx-Test) gelöst hat, kommt hier ebenfalls der ASM1074 als reiner USB-3.0-Hub zum Einsatz. Demnach ist er über den Z87-Chipsatz gekoppelt und kann vier weitere USB-3.0-Schnittstellen übernehmen.

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Overclocking Pur: Gleich zwei 8-polige +12V-Anschlüsse hat MSI verlötet.

Mithilfe der beiden 8-poligen +12V-Anschlüsse kann aus der Haswell-CPU wirklich das letzte Quäntchen Leistung herausgepresst werden. Einzige Voraussetzung ist aber, dass das erworbene Sample hohe Taktraten mitmacht, wo sich die Nutzung der beiden Anschlüsse lohnt. Kühlt man mit einem gängigen Luftkühler, ist es allerdings fragwürdig, ob die beiden Anschlüsse Sinn ergeben. Beim Einsatz einer Wasserkühlung, gar einer Kompressorkühlung oder gleich Stickstoff (LN2) sieht die Sache wieder anders aus.


Auf folgendem Bild wollen wir unseren Lesern die V-Check-Points detaillierter zeigen und natürlich beschreiben:

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Durch die angebrachten Spannungsmesspunkte lassen sich die Spannungen genauer auslesen.

Ambitionierte Overclocker verlassen sich nur ungern auf die ausgelesenen Werte einer Software und wollen direkt auf dem Board die Spannungen überprüfen. Mit den V-Check-Points lassen sich daher folgende Spannungen mithilfe eines Multimeters auslesen: CPU_VCCIN, VCC_DDR, CPU_Core0, CPU_GFX, CPU_RING und schließlich CPU_SA. MSI hat dafür entsprechende Kabel mit in den Karton gelegt. Einzig ein Multimeter muss eigenständig angeschafft werden.

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In der rechten unteren Ecke hat MSI noch einige Kleinigkeiten versteckt.

Natürlich hat MSI an eine Debug-LED gedacht, die bei einem Overclocking-Brett einfach nicht vergessen werden sollte. Das ist aber noch nicht alles, denn links daneben lässt sich ein kleiner Switch finden, mit dem zwischen den beiden BIOS-Chips selektiert werden kann. Unter der Debug-LED hat der Benutzer die Möglichkeit, mit dem Fast Boot-Button direkt ins BIOS zu booten, ohne dass die DEL-Taste gedrückt werden muss. Um dieses Feature nutzen zu können, muss es vorerst im BIOS aktiviert werden.

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Das MSI Z87 MPower MAX nochmal in der Übersicht.

Generell hat MSI mit den neuen Sockel 1150-Platinen das neue Military Class 4-Feature eingeführt. Damit möchte das taiwanische Unternehmen die nächste Stufe an qualitativ hochwertigen Kleinstkomponenten ausrufen. Gemeint sind damit schwarze Solid-Kondensatoren, die eine Energieeffizienz von 93 Prozent aufweisen sollen. Hinzu kommt, dass die Kondensatoren ebenfalls, wie das PCB und die Slots selbst, schwarz lackiert wurden und länger halten sollen. Auch wenn auf unserem Sample keine schwarzen Kondensatoren verlötet wurden, hat uns MSI versichert, dass das Z87 MPower MAX für den Endkundenmarkt über schwarze Kondensatoren verfügen wird. Die Phasen bestehen aus Ferritkernen, wodurch sie laut MSI um 35 Grad Celsius niedriger ihre Leistung zeigen, um 30 Prozent belastbarer sind und um 20 Prozent effizienter arbeiten. Der zentrale Anlaufpunkt vom Military Class 4-Feature ist, eine bestmögliche Stabilität zu gewährleisten und zudem Schutz gegen hohe Luftfeuchtigkeit und hohen Temperaturen zu bieten. Dazu gehört eine ESD-Protection.

MSI hätte den C-förmigen Kühlerblock nicht größer dimensionieren dürfen, denn unser bequiet! Dark Rock Pro C1 passt gerade so auf das Board. Zwar berühren die Heatpipes bereits den unteren Rand des MOSFET-Kühlers, jedoch steht nichts unter Spannung. Die integrierte Lüftersteuerung arbeitete sehr zuverlässig und war bereits mit Standardeinstellungen sehr leise voreingestellt. Wie man es von einer guten Lüftersteuerung erwartet, drehen die Lüfter unter Last spürbar auf. Das Z87 MPower MAX beherbergt insgesamt fünf 4-Pin-PWM-Header.

Das Mainboard-Layout hat uns gut gefallen. Es sind zahlreiche Sonderfeatures untergebracht worden, die allerdings nirgends stören. Auffällig sind natürlich die beiden großen Kühlkörper. Der Kühler, der sich um die MOSFETs kümmert, ist allerdings ziemlich groß und kann unter Umständen zum Problem für manche CPU-Kühler werden. Als gut anzusehende Spielerei hat MSI das Audio-Boost- sowie das MSI-Logo beleuchtet hinterlassen. Eine künstlich transparente Leiterbahn wurde ebenfalls beleuchtet in das PCB eingelassen.


An der grundlegenden BIOS-Struktur hat MSI gegenüber den Sockel 1155-Modellen nun bei den Haswell-Platinen nichts verändert. Natürlich wurde das UEFI-BIOS farblich an das Z87 MPower MAX angepasst, sprich Gelb und Schwarz. Auf der Platine sind zwei eigenständige BIOS-Chips verlötet worden, auf denen beide bereits die BIOS-Version 1.2B1, also eine neuere Beta-Version, vorinstalliert war. Zum Zeitpunkt des Tests wurde auf der MSI-Webseite die finale Version 1.1 zum Download angeboten, also hatten wir bereits die aktuellste Version aufgespielt.

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Die Startseite vom UEFI-BIOS.

Oberhalb der sechs Menüpunkte erhält man links davon einen Überblick über die CPU- und Mainboard-Temperatur. Der OC Genie-Button ist nicht nur optisch hinzugefügt worden, sondern lässt sich auch mit der Maus klicken, womit das Feature aktiviert wird. Weiter rechts dürfen natürlich die Uhrzeit und Datum nicht fehlen. Rechts daneben lässt sich einsehen, welches Haswell-Modell sich aktuell im Sockel befindet. Zusätzlich wird die Arbeitsspeicher-Kapazität inkl. Taktung angezeigt. Damit die Boot-Priorität möglichst schnell geändert werden kann, wurde das Feature direkt unterhalb dort gelassen.

Eine Änderung gab es allerdings bei den sechs Menüpunkten, die MSI beim Z87 MPower MAX nun anders gewählt hat. Bei den Settings oben links bleibt alles beim alten, wie auch beim OC-Menüpunkt direkt darunter. Da ein ECO-Modus bei einem Overclocking-Brett nur bedingt Sinn ergibt, bietet MSI diesen beim Z87 MPower MAX gar nicht erst an und hat stattdessen das M-Flash-Utility untergebracht, womit sich das BIOS ganz bequem flashen lässt. Umso passender ist der rechte obere Menüpunkt "OC Profile". Es lassen sich dort sechs OC-Profile hinterlegen. Sie können auch auf einem USB-Stick gespeichert werden.

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Ein neuer Hardware-Monitor wurde ins UEFI implementiert.

Es hat uns überrascht, als dieser neue Hardware-Monitor auf unserem Display auftauchte. Man hätte denken können, als wären wir gerade in MSIs Control Center unterwegs. Bei diesem Bild handelt es sich auch nicht um eine Fotomontage, sondern es stammt direkt aus dem UEFI-BIOS. Auf der letzten Seite haben wir zum Ende die fünf Lüfter-Header erwähnt. Auf dem Bild lässt sich klar erkennen, dass sich auch alle Anschlüsse mittels der integrierten Lüftersteuerung managen lassen. Weiter oben sieht man jeweils eine Grafik, auf der sich die Lüfterkurve zu der festgelegten maximalen Temperatur einsehen lässt. Die minimale und die maximale Lüftergeschwindigkeit in Prozent-Angaben kann unabhängig voneinander eingestellt werden. Ganz unten hat der Übertakter die wichtigsten Grundspannungen stets im Auge.

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Mit dabei ist ein Board Explorer.

Ähnlich wie Gigabyte bei den Sockel 1155-Platinen den 3D-Modus eingeführt hat, hat sich MSI nun für den Board Explorer entschieden, womit man das neu erworbene High-End-Mainboard im Überblick betrachten kann und zudem sehen kann, welche Komponenten sich an den Anschlüssen befinden. Ein nettes, zusätzliches Feature.

Die 1.2B1-Version machte grundlegend eine gute Figur, jedoch haben wir einen Fehler bei der SATA-6G-Performance feststellt, der sich jederzeit reproduzieren ließ. Zu Testzwecken haben wir auf einem der beiden BIOS-Chips die finale Version 1.1 geflasht, womit das SATA-6G-Ergebnis wieder wie gewohnt zufriedenstellend ausgefallen ist. Abgesehen davon waren wir aber zufrieden. Wahlweise lässt es sich angenehm per Maus und/oder Tastatur durch die Menüs navigieren. Es arbeitete stabil und zuverlässig, bis auf den bereits genannten Fehler. Aus diesem Grund empfehlen wir allen Käufern zumindest die finale Version 1.1 zu installieren, sofern sie nicht bereits nach dem Kauf vorliegt.

Alle BIOS-Screenshots können in der unten hinterlegten Bildergalerie eingesehen werden:

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Auch die Haswell-Prozessoren mit dem K-Zusatz lassen sich per freiem Multiplikator übertakten. Intel hat beim Core i5-4670K und beim Core i7-4770K neue CPU-Straps von 1.0, 1.25, 1.67 sowie 2.50 hinzugefügt. Der Referenztakt allein für die CPU kann auf den jeweiligen Wert fixiert werden. Alle anderen Komponenten arbeiten währenddessen weiterhin mit 100 MHz. Anders als es noch bei der Vorgängerplattform der Fall war, müssen die auf dem MSI Z87 MPower MAX vorhandenen 20 Phasen nichts weiter tun, als die Haswell-CPU mit 1,8 Volt zu versorgen (VCCIN). Die einzelnen Spannungen für die Kerne und den Uncore-Bereich werden vom Voltageregulator (iVR) in der CPU selbst umgewandelt.

Auf dem Z87 MPower MAX lässt sich der BCLK von 90 MHz bis 300 MHz in 0,06 MHz-Schritten einstellen. Somit sind auch alle CPU-Strap-Multiplikatoren abgedeckt. Bei den bisherigen MSI-Platinen haben viele Interessenten einen Punkt besonders negativ geäußert - es gibt keinen regulären Offset-Modus für die CPU-Spannung. Das gehört zumindest beim MPower MAX der Vergangenheit an und gilt darüber hinaus nicht nur für die VCore. Die CPU_RING, CPU_SA, CPU_IO_Analog sowie Digital lassen sich per Offset festlegen. Der VCore-Fixed-Modus lässt einen Spielraum von 0,800 Volt bis 2,100 Volt in 0,005 Volt-Intervallen zu. Im Falle des Offset-Modus sind es 0,005 Volt bis 0,990 Volt in 0,005 Volt-Schritten in beide Richtungen. Dazwischen existiert aber auch noch der "Adaptive Mode", mit dem die maximale Spannung unter Lastbedingungen fixiert werden kann und dafür aber die Spannung im Idle dennoch heruntergeregelt wird. Die Load Line-Calibration ist ebenfalls, wie beim ASUS Z87-Deluxe, standardmäßig komplett aktiviert. Es kam also zu keinem Zeitpunkt zum VDroop. Die Funktion selbst kann im BIOS in folgenden Modi ausgewählt werden: fünf Prozent bis 40 Prozent in fünf Prozent-Schritten und weiter 55 Prozent, 70 Prozent, 85 Prozent und 100 Prozent. Alle weiteren Overclocking-Features sind in einer Tabelle zusammengefasst.

Die Overclocking-Funktionen des MSI Z87 MPower MAX in der Übersicht
Base Clock Rate 90 bis 300 MHz in 0,06 MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,800 V bis 2,100 V in 0,005-V-Schritten (Fixed-Modus)
0,005 V bis 0,990 V in 0,005-V-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 0,300 V bis 2,445 V in 0,015-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-VCCIN-Spannung 1,800 V bis 3,040 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
CPU-Ring-Spannung 0,800 V bis 2,100 V in 0,005-V-Schritten (Fixed-Modus)
0,005 V bis 0,990 V in 0,005-V-Schritten (Offset-Modus)
CPU-SA-Spannung 0,005 V bis 0,990 V in 0,005-V-Schritten (Offset-Modus)
CPU-IO-Analog/Digital-Spannung 0,005 V bis 0,990 V in 0,005-V-Schritten (Offset-Modus)
CPU PLL-Spannung -
PCH-Core-Spannung 1,050 V bis 1,680 V in 0,010-V-Schritten (Fixed-Modus)
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen DDR_VREF_CA, DDR_VREF_DQ-A/B, PCH 1,5V
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 42 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
QPI-Takt - technisch nicht möglich -
Weitere Besonderheiten UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE (C6/C7), EIST
Turbo-Modus (All Cores, By number of active cores),
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und vier optionale Fans,
Over Current Protection, Over Voltage Protection, Under Voltage Protection,
CPU VRM Over Temperature Protection

Wie wir bereits weiter oben angesprochen haben, stehen einem die CPU-Straps 1.0, 1.25, 1.67 und 2.50 zur Auswahl. Bei unserem Overclocking-Test wollte das Z87 MPower MAX einzig den 1.0-Multiplikator akzeptieren. Wurde ein höherer CPU-Strap selektiert, verweigerte das System den Dienst - und das auch mit der BIOS-Version 1.1. Aus diesem Grund konnten wir die Übertaktung allein mit dem 100 MHz schnellen BCLK vornehmen. Zum ASUS Z87-Deluxe ist bereits jetzt ein Unterschied zu erkennen: Wir konnten den Core i7-4770K bei ebenfalls 4,7 GHz mit einer leicht höheren Spannung von 1,256 Volt (1,227 Volt mit dem ASUS Z87-Deluxe) stabil betreiben. Lag die Spannung dadrunter, hat sich das System nach ein paar Minuten eigenständig neu gestartet. Zudem war kein Betrieb mit einem höheren Multiplikatorwert als 47 möglich. Es kann gut möglich sein, dass die Platine auch gern den zweiten 8-poligen ATX +12V-Anschluss belegt haben wollte. Das Seasonic X560-Netzteil wollte da allerdings mangels Kabelsträngen nicht mitspielen.

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Bestes Ergebnis: 4,7 GHz bei 1,256 Volt

Es hat uns etwas überrascht, warum gerade das Z87 MPower MAX eine höhere CPU-Spannung verlangte als das ASUS Z87-Deluxe. Eine Möglichkeit wäre, dass das BIOS noch nicht auf Overclocking optimiert wurde. Wir konnten selbst einen spürbaren Unterschied zwischen der BIOS-Version 1.1 und der 1.2B1 feststellen. Bei letzterer Version war es eher schwieriger, ein gutes und stabiles Ergebnis zu erzielen.

Im BIOS sind RAM-Teiler bis DDR3-3200 vertreten. In unserem Fall jedoch ist das allerdings weniger von Bedeutung, da die beiden G.Skill TridentX DDR3-2400 ohnehin nicht soweit kommen. Dafür war das Erreichen von effektiven 2400 MHz ohne Verwendung des XMP-Features eine Leichtigkeit:

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Die VDIMM lag zu diesem Zeitpunkt ohne Wenn und Aber bei 1,65 Volt. Bei 1200 MHz war dann allerdings bereits Schluss. Mit 1300 MHz war kein Boot-Vorgang möglich, was aber an den DIMMs liegt.

MSI/Intel Extreme Tuning Utility

Auf der Treiber- und Software-DVD lässt sich das MSI/Intel Extreme Tuning Utility finden, das der eine oder andere bereits schon kennt:

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MSI/Intel XTU: Ein sehr nützliches Tool.

Das XTU ermöglicht das Overclocking der CPU und des Arbeitsspeichers direkt unter Windows. Mit integriert ist auch ein Hardware-Monitor, womit sich die CPU-Temperatur, deren aktuell anliegende Taktfrequenz und andere interessante Punkte überwachen lassen. Neben den Taktfrequenzen für CPU und RAM ist auch gleich die Spannung regulierbar. Die Aktivierung der gewählten Einstellungen erfolgen nicht in Echtzeit, sondern werden vorerst zwischengespeichert. Erst nach einem Neustart des Systems sind die Settings dann auch aktiv. Hinterher kann die Konfiguration auch gleich mit dem implementierten Stress-Test auf Stabilität geprüft werden. Wurden die passenden und stabilen Einstellungen gefunden, sind sie in Profilen hinterlegbar.


Das Testsystem

Mit diesem Testsystem haben wir das MSI Z87 MPower MAX getestet:

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz.

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version. Zum Vergleich haben wir noch einige Sockel 1155-Mainboards mit Intels Z77-Chipsatz mit in die Grafiken aufgenommen. Dazu hatten wir den AMD Catalyst 12.4 und das Intel INF-Utility 9.3.0.1020 in Verwendung. Als Prozessor kam der Core i7-3770K zum Einsatz.

Seit der Einführung der Nehalem-Prozessoren und der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 1600 MHz und 9-9-9-24 1T - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim MSI Z87 MPower MAX waren wir gezwungen, das Advanced Turbo-Feature im BIOS zu deaktivieren, damit die von Intel spezifizierten Turbo-Stufen auch aktiviert wurden.

Wir testen allerdings nur noch vier Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2011, SuperPi 8M, Cinebench 11.5 und Sisoft Sandra 2011 Memory Benchmark:

3DMark 2011

3DMark_2011_1
Leistung in Futuremark-Punkten

Cinebench 11.5 CPU

Cinebench 1
Leistung in Cinebench-Punkten

Sisoft Sandra Memory Benchmark:

SiSoft_Sandra 1
Bandbreite in GB/s

SuperPi 8M

SuperPi 1
Zeit in Sekunden (weniger ist besser)

Es besteht kein spürbarer Unterschied zum ASUS Z87-Deluxe. Hier und da war der Core i7-4770K zusammen mit dem MSI Z87 MPower MAX minimal fixer unterwegs. Im Alltag macht sich das allerdings in keiner Weise bemerkbar.

Auch bei der Lynx Point-Plattform werden wir die Bootzeit protokollieren. Wir messen die Zeit in Sekunden, wie lange das Mainboard benötigt, um alle Komponenten zu initialisieren und mit dem Windows-Bootvorgang beginnt.

Bootzeit (vom Einschalten bis zum Windows-Bootvorgang)

boottime
Zeit in Sekunden (weniger ist besser)

Eigentlich ist so ein Test für ein High-End-Mainboards etwas unfair, jedoch wollen wir die Tatsachen aufzeigen. Das MSI Z87 MPower MAX benötigte ganze 14,73 Sekunden, bis alle Komponenten initialisiert wurden. Zwar verfügt das Z87 MPower MAX über einige Zusatzchips, jedoch haben wir eine solche Bootzeit nicht erwartet. Nichtsdestotrotz gibt es Schlimmeres, als eine längere Bootzeit - aber hier kann MSI in kommenden Biosversionen noch etwas optimieren.


Neben einer gut ausgeprägten Performance ist auch der Stromverbrauch des heimischen PCs kein unwichtiges Kriterium. Was man häufig unterschätzt, ist die Tatsache, dass selbst die verschiedenen Mainboard-Modelle der zahlreichen Hersteller unterschiedlich viel Strom aus der Steckdose ziehen. Ein Grund dafür sind die verschieden eingesetzten BIOS-Versionen, die teilweise die von Intel referenzierten Stromsparmechanismen schlecht oder gar falsch umsetzen oder dass Onboardkomponenten sich eigentlich deaktivieren sollten, wenn diese entweder durch dedizierte Hardware ersetzt wurden oder einfach nicht verwendet werden. Darüber hinaus kann aber manchmal auch die Stromversorgung verantwortlich gemacht werden, wenn unter Default Settings mehr Energie zur Verfügung gestellt wird, als eigentlich benötigt wird. Genau deswegen spielt die Effizienz eine wichtige Rolle. Wenn die Effizienz der Stromversorgung nun also schlecht ausfällt, wird mehr Strom verbraucht. Zu unterschätzen ist hierbei aber auch die Software nicht, sodass sie ebenfalls gut abgestimmt sein muss, damit eine zufriedenstellende Effizienz gegeben ist.

Das MSI Z87 MPower MAX hat einige Zusatzchips im Angebot. Ein weiterer SATA-Controller, ein USB-3.0-Hub und ein USB-3.0-Controller, ein LAN-Controller und ein Audio-Codec sowie ein WiFi-/Bluetooth-Modul tragen ihren Teil zum Stromverbrauch bei.

Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 11.5 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-spanTest, Vollauslastung). Die jeweiligen Werte entsprechen dem System-Gesamtverbrauch.

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Für den ersten Test sind die Default Settings aktiv, sodass der Großteil der Onboardkomponenten bereits aktiviert ist. Die Grafikausgabe erfolgt über die Radeon HD 7850, wobei wir die iGPU im BIOS nicht deaktiviert haben. Wie bereits weiter oben geschrieben, sind alle Stromspar-Features eingeschaltet, was mit den Werten einer manuellen Konfiguration scheinbar gut umgesetzt wurde.

Leistungsaufnahme Idle

Idle
Leistung in Watt

Das MSI Z87 MPower MAX verschlingt im Leerlauf 51,7 Watt. Damit liegt der Wert über zwei Watt höher als mit dem ASUS Z87-Deluxe.

Leistungsaufnahme Cinebench 11.5 CPU

Bildname
Leistung in Watt

Unter Teillast zeigt sich hingegen ein etwas anderes Gesamtbild. Beim Cinebench-Lauf lag die MSI-Platine mit 110,1 Watt um fast fünf Watt niedriger als das ASUS-Flaggschiff.

Leistungsaufnahme Prime95

Bildname
Leistung in Watt

Setzt man das System mit Prime95 unter Volllast, wird der Unterschied zum ASUS-Brett noch deutlicher. Hier sind es 5,8 Watt weniger.

Spannungen Prime95

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Spannungen in Volt

Nein, der Wert ist kein Auslesefehler gewesen. Auf beiden Boards genehmigt sich die CPU unter Last 1,044 Volt.

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sämtliche USB-3.0- und SATA-Controller sind hier beispielsweise deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber alle energiesparenden Features werden zusätzlich manuell aktiviert. Die Radeon HD 7850 ist weiterhin die primäre Grafikkarte.

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

Leistungsaufnahme Idle

Bildname
Leistung in Watt

Nachdem wir nur den zusätzlichen SATA-Controller und die USB-3.0-Funktionalität deaktivieren konnten, war dementsprechend auch nur eine Einsparung von 0,3 Watt drin.

Leistungsaufnahme Cinebench 11.5 CPU

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Leistung in Watt

Mit Cinebench zeigte das Strommessgerät 0,6 Watt weniger an. Immerhin konnte man doppelt soviel einsparen wie im Idle.

Leistungsaufnahme Prime95

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Leistung in Watt

Unter Prime95 wiederum lag die Differenz bei lediglich 0,4 Watt. Das ASUS Z87-Deluxe lag dabei noch ein paar Watt drüber.

Spannungen Prime95

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Spannungen in Volt

Die CPU-Spannung verblieb dabei unverändert.

Somit konnten wir bereits festhalten, dass die Gesamt-Effizienz eher durchschnittlich ausfällt. Den Idle-Wert fanden wir ein wenig zu hoch, auch wenn noch keine kritische Barriere überschritten wurde. Man darf jedoch nicht vergessen, dass das MSI Z87 MPower MAX kein Mainboard ist, das auf einen minimalen Verbrauch optimiert wurde.


USB-3.0-Performance

MSI ermöglicht den Käufern des Z87 MPower MAX in der Summe zehn USB-3.0-Schnittstellen. Vier davon sind direkt mit dem Z87-PCH verbunden, vier nehmen einen kleinen Umweg über den ASM1074 (Hub) und zwei weitere über den Renesas uPD720202. Um die USB-3.0-Leistung zu beurteilen, verbauen wir die SanDisk Extreme 120GB in ein externes USB-3.0-Gehäuse. Auf diesem Weg ist gewährleistet, dass die Ports auch gut ausgelastet werden.

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Die USB-3.0-Performance beim MSI Z87 MPower MAX
(direkt über den ASM1074, indirekt über den Z87-PCH).
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Die Leserate ist beim Renesas-Controller etwas geringer.

Im letzten Artikel zum ASUS Z87-Deluxe konnten wir bereits feststellen, dass die USB-3.0-Performance über den Z87-Chipsatz direkt und über den ASM1074-Hub nahezu identisch ist. Es konnte nur ein messbarer Unterschied ermittelt werden, den man auch als Messtoleranz gelten lassen kann. Die Leserate hat durchschnittlich 176 MB/s erreicht, schreibend waren um die 187 MB/s drin. Minimal schwächer zeigt sich die Leistung vom Renesas uPD720202. Dabei lag die Schreibgeschwindigkeit ebenfalls bei etwa 187 MB/s. Im Lesevorgang konnten wir ca. 171 MB/s bescheinigen. Im Alltag machen die rund fünf MB/s weniger sicherlich weniger aus, dennoch ist es interessant, wie die Performance von Controller zu Controller variieren kann.

 

SATA-6G-Performance

Der Enthusiast hat Zugriff auch acht schnelle SATA-6G-Anschlüsse, von denen der Z87-PCH selbst sechs Stück alleine steuert. Für die anderen übrigen Ports verrichtet der ASM1061 seinen Dienst, der bereits auf vielen Mainboards zusätzlich gern verbaut wird.

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So sieht die SATA-6G-Leistung, nativ über den Z87-Chipsatz aus.
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Wie gewohnt arbeitet der ASM1061 mit ca. 400 MB/s im Lesen bereits am Limit.

Der Intel Z87-Chipsatz offenbart erneut seine hervorragende Performance. Er ist dazu wiederholt in der Lage, die SanDisk Extreme mit 120 GB komplett auszureizen und dabei die Herstellerangaben sogar zu übertreffen. Die Werte - 555 MB/s lesen und rund 520 MB/s schreiben - zeigen ihr übriges. Zusätzlich ist da ja auch noch der ASM1061, der es allerdings nur bis etwa 400 MB/s lesend schafft. Die Schreibgeschwindigkeit liegt mit 388 MB/s etwas darunter. Aus diesem Grund ist es dringend zu empfehlen, das SATA6G-SSD über den Intel-Chipsatz laufen zu lassen.


MSIs Start in die Lynx Point-Plattform fiel, zumindest was das Z87 MPower MAX angeht, positiv aus. Die Platine ist dabei kein gewöhnliches Mainboard, sondern spielt in einer höherrangigen Liga, was sich an der Ausstattung widerspiegelt. Drei PCIe-x16-Slots der dritten PCI-Express-Generation laden auf Wunsch zu einer Multi-GPU-Konfiguration ein. Intern und extern wurde zusammen an zehn schnelle USB-3.0- und sechs gewöhnliche USB-2.0-Ports gedacht. Der Storage-Bereich umfasst acht SATA-6G-Schnittstellen, mit denen man das System umfangreich erweitern kann. Zusammen mit den anderen Ausstattungsoptionen wie WiDi und den KillerNIC macht das Board im Ausstattungsbereich eine hervorragende Figur.

Die Paradedisziplin dieses Mainboards ist selbstredend das Overclocking. Um den Sockel herum befinden sich satte 20 Phasen. Zusammen mit den umfangreichen Overclocking-Funktionen im UEFI-BIOS bildet dieses MSI-Brett eine extreme Grundlage für erweitertes Overclocking. Auf der Software-DVD befindet sich zudem das MSI/Intel Extreme Tuning Utility, mit dem das Overclocking auch unter Windows getätigt werden kann. Auf dem PCB selbst gibt es zudem zahlreiche Onboard-Buttons, wie der OC-Genie-, der Power- und der Reset-Button. Auch der BCLK lässt sich mit zwei weiteren Onboardtaster komfortabel regulieren. Eine Debug-LED gehört selbstverständlich mit dazu. Besonders erfreulich ist der nun enthaltene Offset-Modus für die CPU-Kerne und anderen internen Kernkomponenten.

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Satten Sound gibt es mit diesem Mainboard ebenfalls auf die Ohren. Verlötet wurde der Realtek ALC1150, der in Kombination mit dem TI OPA1652 von Texas Instruments als Kopfhörerverstärker (bis 600 Ohm) eine dedizierte Soundkarte nahezu unnötig erscheinen lässt. Unüblich sind die vergoldeten Analog-Audio-Anschlüsse, die einzig zum Vorteil einer saubereren Audioübertragung sinnvoll sein können. Die in Haswell integrierte GPU kann mit dem vorhandenen DisplayPort und gleich zwei HDMI-Ausgängen sinnvoll mit in den täglichen Betrieb eingespannt werden. Als kleine Besonderheit erfolgt die Netzwerkanbindung wahlweise über den Killer E2205-Netzwerkcontroller, der für eine niedrige Latenz in Online-Games sorgen soll, oder aber das Intel WiDi-Modul mit den WLAN-Standards 802.11b/g/n kümmert sich darum. Bluetooth in der Revision 4.0 ist ebenfalls mit enthalten. Und auch kleine Komfort-Optionen machen das Board gut: Das BIOS lässt sich dank des CMOS-Clear-Buttons auf der Rückseite mit Leichtigkeit auf die Standard-Parameter zurücksetzen.

Die bereits vorinstallierte Beta-Version des sonst gewohnt strukturierten UEFI-BIOS hatte Schwierigkeiten mit der SATA6G-Leistung aufzuweisen. Dieses Problem konnte von uns reproduziert werden. Abhilfe schaffte die finale BIOS-Version 1.1, mit der die SATA-6G-Performance dem gewünschten Resultat entsprach. Aber das Board ist noch jung - kommende Biosversionen werden sicherlich derartige Fehler nicht mehr besitzen. Davon abgesehen hat MSI das UEFI-BIOS farblich angepasst, die Steuerung erfolgte mit der Maus und Tastatur angenehm. Durch die zwei eigenständigen BIOS-Chips hat der Käufer die Möglichkeit, zwischen zwei BIOS-Versionen umzuschalten. Mit der Stabilität des gesamten Mainboards waren wir zufrieden. Für einen optischen Hingucker ist das Audio-Boost-Logo, das MSI-Logo und eine künstliche Leiterbahn zusätzlich beleuchtet und nett anzusehen.

Der Preis des Z87 MPower MAX liegt bei etwa 240 Euro und fällt dabei in unseren Augen nicht zu hoch aus. Immerhin wird einem ein besonderes Mainboard für den neuen Sockel 1150 geboten und hat eine Menge Spielereien mit an Bord.

Positive Eigenschaften des MSI Z87 MPower MAX:

Negative Eigenschaften des MSI Z87 MPower MAX:

Das MSI Z87 MPower MAX ist der ideale Kandidat für Enthusiasten, die etwas Außergewöhnliches verbauen möchten und zusätzlich auf eine umfangreiche Ausstattung Wert legen. Mit den umfangreichen (Overclocking-)Funktionen geht dem geneigten Enthusiasten das Herz auf. Das ist uns die Herausgabe des Excellent Hardware-Awards wert!

EH msi z87 mpower max