Test: ASRock Z77 Extreme4 - viele Features für wenig Geld

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IMG 4 logoRund um den Globus wird das ASRock Z77 Extreme4 momentan gern als Untersatz für Intels aktuelle Core-Prozessorgeneration mit Sockel 1155 gekauft und eingesetzt, was zum Teil auch an seinem Preis liegt, der in einem sehr interessanten Bereich angesiedelt ist. Aber auch die Ausstattung wurde dabei nicht außer Acht gelassen. Wir haben das Z77 Extreme4 durch unseren Test gejagt und wollen in Erfahrung bringen, warum das Produkt so beliebt ist.

Gerade wenn es um Aufrüstungen geht, wird neben Modellen der anderen Hersteller zumeist das ASRock Z77 Extreme4 empfohlen. Zudem konnte sich die Sockel 1155-Platine schon so einige gute Auszeichnungen sichern - und auch schon die Z68-Serie war sehr beliebt. Anhand der Ausstattung hat das Z77 Extreme4 jedenfalls einiges auf dem Kasten. Es bietet zwei PCIe-3.0-x16-Slots, mit denen man auch ein CrossFireX- oder SLI-Gespann laufen lassen kann, verfügt über eine ausreichende Anzahl an USB-3.0-Ports und hat insgesamt acht SATA-Schnittstellen an Bord. Die iGPU kann man ebenfalls mit ins Spiel bringen. Über das I/O-Panel ist jeweils ein VGA- , DVI- und HDMI-Ausgang untergebracht worden.

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Das ASRock Z77 Extreme4 in der Übersicht.

Der Trend an Schwarz gefärbten PCBs ist auch an ASRock nicht vorbeigezogen. Ähnlich wie auf den Black Extreme-Mainboards von ECS sind die Kondensatoren goldfarbig vertreten. Eine Farbkombination die bei den meisten Käufern sehr gut anzukommen scheint. Nicht umsonst hat ASRock alle Modelle mit Intels Z77-Chipsatz in diesen Farben designed. Das Z77 Extreme4 passt problemlos in jedes ATX-Gehäuse.

Folgende Komponenten und Funktionen hat ASRock beim Z77 Extreme4 untergebracht:

Die Daten des ASRock Z77 Extreme4 in der Übersicht
Hersteller und
Bezeichnung
ASRock
Z77 Extreme4
Straßenpreis ca. 126 Euro
Homepage http://www.asrock.com/index.de.asp
Northbridge-/CPU-Features
Chipsatz Intel Z77 Express Chipsatz
Speicherbänke und Typ 4x DDR3 (Dual-Channel)
Speicherausbau max. 32 GB (mit 8-GB-DIMMs)
SLI / CrossFire CrossFireX (2-Way), SLI (2-Way)
Onboard-Features
PCI-Express 2x PCIe 3.0 x16
2x PCIe 2.0 x1
PCI 2x PCI
Serial-ATA-, SAS- und 
ATA-Controller
2x SATA 6G und 4x SATA 3G mit RAID 0, 1, 5, 10 über Intel Z77
2x SATA 6G und 1x eSATA 6G (shared) über ASMedia ASM1061
USB 6x USB 3.0 (4x am I/O-Panel, 2x über Header), vier über Z77 und
zwei über ASMedia ASM1042
8x USB 2.0 über Z77 (2x am I/O-Panel, 6x über Header)
Grafikschnittstellen 1x VGA, 1x DVI, 1x HDMI
WLAN / Bluetooth -
Firewire -
LAN 1x Broadcom BCM57781 Gigabit-LAN
Audio 8-Channel Realtek ALC898 Audio Codec

Wie man es bereits von ASRock her kennt, werden die aktuellen Mainboards in einer schwarzen Verpackung ausgeliefert. Auf der Oberseite findet sich ein eigens kreiertes Z77-Logo, bei dem unterhalb das Modell aufzufinden ist. Mittig platziert werden die drei XFast-Features LAN-Speed, USB-Speed und System-Speed präsentiert.

ASRock hat folgendes Zubehör mit in die Verpackung gelegt:

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An Zubehör wird nicht viel mit auf den Weg gegeben.

ASRock legt nur das Nötigste mit in den Karton. Neben dem üblichen Zubehör, was zwingend dabei sein muss, befinden sich noch zwei SATA-Kabel sowie eine gewöhnliche SLI-Brücke im Lieferumfang. Wenn man also mehr als zwei SATA-Laufwerke eingeplant hat, sind weitere SATA-Kabel anderweitig zu besorgen.


Auf Intels Z77-Chipsatz hat sich mittlerweile eine leichte Staubschicht angesammelt, bezogen auf die Weiterentwicklungszeit in der IT-Hardware-Branche. Von den Funktionen her kann er aber immer noch überzeugen, denn sein Nachfolger steht erst im Juni in den Startlöchern. Erstmals kam die native USB-3.0-Unterstützung hinzu und erbte sämtliche Features des Z68-Chipsatzes, wie das SSD-Caching, Intel Rapid Start Technology, die Intel Smart Connect Technology und die Intel Smart Response Technology.

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ASRock verwendet hier ein 8+4-VRM-Design.

Jeweils sechs Phasen wurden senkrecht und waagerecht untergebracht. Dabei sind acht Phasen allein für die CPU-Kerne verantwortlich, währenddessen sich die übrigen vier Phasen um den ehemaligen UnCore-Bereich kümmern. Überdacht werden die Phasen von mittelgroßen Passivkühlern, die sich primär um die darunterliegenden MOSFETs kümmern. ASRock hat neben den Sockel 115x-Bohrungen auch noch Sockel 775-Bohrungen hinterlassen. Somit ist man nicht gezwungen, extra einen Sockel 115x-Kühler zu kaufen, wenn man bereits im Besitz eines leistungsstarken Sockel 775-Kühlers ist.

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Auch die DIMM-Slots sind schwarz.

Wie man es von den Mid-Range-Plattformen gewohnt ist, kommen auch beim Z77 Extreme4 lediglich vier DIMM-Slots zum Einsatz, die zusammen eine Arbeitsspeicher-Kapazität von 32 GB erlauben. ASRock hat die DIMM-Slots hier mit maximal DDR3-2800(+)-zertifiziert. Damit kann man zufrieden sein, denn soviel wird ein Ivy-Bridge-Memory-Controller kaum leisten. Unterhalb der DIMM-Slots befindet sich der 24-polige ATX-Stromanschluss sowie der USB-3.0-Header, der weitere zwei USB-3.0-Schnittstellen ermöglicht, die dann über den Z77-PCH angebunden sind.

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Ein Multi-GPU-Setup mit zwei Grafikkarten ist kein Problem.

Auf dem Z77 Extreme4 befinden sich zwei mechanische PCIe-x16-Slots, die mit der aktuellen PCI-Express-3.0-Spezifikation betrieben werden können, sofern sich eine Ivy Bridge-CPU im Prozessor-Sockel befindet. Dabei sind beide Slots optimalerweise direkt mit der CPU verknüpft, die in der Lage ist, insgesamt 16 Lanes zu liefern. Bei diesem simplen Layout erhält der erste Slot die vollen 16 Lanes. Sind beide Slots belegt, werden beide mit acht Lanes angetrieben. ASRock hat die Verteilung regelrecht durchdacht umgesetzt. Wenn man von dem Normalfall ausgeht, dass nur eine Dual-Slot-Grafikkarte in den obersten PCIe-x16-Slot untergebracht wird, sind alle weiteren Erweiterungslots weiterhin einsetzbar. Bei vielen anderen Mainboards wird der direkt unterliegende Slot durch eine platzierte Dual-Slot-Grafikkarte verdeckt und damit unbrauchbar.

Die übrig gebliebenen Slots handeln von zwei PCIe-x1-Slots und zwei gewöhnlichen PCI-Slots.

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Acht interne SATA-Schnittstellen werden den meisten genügen.

ASRock hat sich für acht SATA-Schnittstellen entschieden, was in diesem Preisbereich nicht selbstverständlich ist. Die Aufteilung ist hier ganz einfach gelöst. Während die grauen Anschlüsse SATA-6G-kompatibel sind, bleiben noch die schwarzen Anschlüsse übrig, bei denen es sich um SATA-3G-Schnittstellen handelt. Zu beachten gilt jedoch, dass die beiden rechten grauen SATA-6G-Ports über den ASMedia ASM1061-SATA-Controller realisiert wurden. Demnach arbeiten die sechs Anschlüsse links davon mit dem Z77-PCH eng zusammen. ASRock hat dies aber auch mit einem "A" gekennzeichnet, was für ASMedia stehen soll. Wichtig zu beachten gilt, dass der eSATA-6G-Anschluss nur genutzt werden kann, wenn der "SATA-A1"-Plug frei bleibt.


Weiter geht es wie immer mit dem I/O-Panel:

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Von links nach rechts:

Das I/O-Panel kann ebenfalls überzeugen und kann die meisten Kunden durchaus zufriedenstellen. Neben sechs USB-Anschlüssen (vier davon sind USB 3.0) und sogar einem eSATA-6G-Port stehen auch jeweils ein VGA-, DVI- und HDMI-Ausgang zur Benutzung bereit. Recht komfortabel macht sich auch der CMOS-Clear-Switch.

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Bei zwei PCI-Slots ist ein PCI-Controller erforderlich.

Beim ASM1083 handelt es sich um eine PCI-Express-zu-PCI-Bridge, um die Anbindung von PCI-Slots auf aktuellen Platinen zu ermöglichen. Angebunden ist er mit einer PCI-Express-Lane an den Z77-Chipsatz.

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Der ALC898 von Realtek ist mit von der Partie.

Bei einem preiswerten Mainboard, wie es das Z77 Extreme4 ist, ist es eher ungewöhnlich, den Realtek ALC898 als Soundlösung aufzufinden. Der 8-Kanal-fähige Audiochip bietet für ein Onboard-Chip gute Leistungsdaten, die wir bereits in vergangenen Tests aufgelistet haben: 110 dB Signal-to-Noise ratio (SNR) und 104 dB SNR recording (ADC)

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Zwei USB-3.0-Schnittstellen werden vom ASM1042 kontrolliert.

Der berühmte ASM1042 kommt auch auf dem Z77 Extreme4 zum Einsatz. Ein Zusatz-Controller wird auch dringend benötigt, denn bei insgesamt möglichen sechs USB-3.0-Anschlüssen muss sich auch der bereits etablierte Z77-Chipsatz geschlagen geben.

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Der Nuvoton NCT6776D überwacht die Spannungen, Temperaturen und die Lüftergeschwindigkeiten.

So ein Super I/O-Chip darf eigentlich auf keinem Mainboard fehlen. Er ist wichtig, um die Spannungen und Temperaturen anzuzeigen und um die Lüftergeschwindigkeiten zu kontrollieren und zu managen.

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Und noch ein weiterer ASMedia-Zusatzchip befindet sich auf der Platine.

Die beiden bereits angesprochenen zusätzlichen SATA-6G-Ports benötigen natürlich auch eine Unterstützung. Diese Aufgabe übernimmt der ASM1061.

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Selbst diverse OC-Features sind beim Z77 Extreme4 dabei.

Zugegeben, ein Onboard-Power- und Resetbutton sowie eine Debug-LED ist kein Must-Have und schon gar nicht bei diesem preisgünstigen Mainboard. Es ist dennoch gern gesehen und kann auch ganz nützlich sein.

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Das ASRock Z77 Extreme4 nochmal in der Übersicht.

Am Z77 Extreme4 können genügend Lüfter anklemmen werden, maximal sechs Stück an der Zahl. Davon sind zwei FAN-Header als 4-Pin-PWM-Anschlüsse vertreten. Man kennt es bereits von den ASRock-Platinen, dass mit Default-Settings die maximale Lüfterdrehzahl ausgefahren wird. Als einzige Lüfter hatten waren die beiden vom bequiet! Dark Rock Pro C1 angeschlossen. Nachdem wir die Lüftersteuerung im BIOS manuell aktiviert haben, arbeitete das System nahezu geräuschlos.

ASRock hat mit dem Layout eine gute Wahl getroffen. Es ist generell genügend Platz vorhanden, auch wenn es sich beim Z77 Extreme4 um kein Full-ATX-Mainboard handelt. Besonders gut fanden wir, dass ASRock direkt unter dem ersten großen PCI-Express-Slot keinen weiteren Slot untergebracht hat. Das hat den Vorteil, dass man trotz einer dedizierten Dual-Slot-Grafikkarte Zugriff auf alle anderen Slots hat.

Die Spannungswandler werden im Betrieb für unsere Verhältnisse nicht lebensbedrohlich heiß. Nichtsdestotrotz sollte man in jedem Fall auf eine gute Gehäusebelüftung achten.


BIOS:

Eines muss man ASRock definitiv hoch anrechnen, und zwar den exzellenten BIOS-Support. Seit dem First Release in der Version P1.10 sind bereits zahlreiche Updates erschienen, die zahlreiche Funktionen verbessert oder gar erweitert haben. Aktuell sind wir bei BIOS-Version P2.80, das einmal die RAM-Kompatibilität für das "G.Skill F3-2133C11Q-32GZL"-Kit verbessert. Nebenbei gibt es nun eine Unterstützung für die Intel UEFI RAID-Konfiguration aus dem BIOS heraus selbst. Bei ASRock-Platinen gibt es drei Möglichkeiten, um eine aktuellere BIOS-Version zu installieren. Komfortabel per InstantFlash (auch per DHCP), unter Windows oder per DOS. Wir entscheiden uns immer für die Instant-Flash-Funktion, sofern sie vorhanden ist.

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Für eine vergrößerte Ansicht bitte auf das Bild klicken.

Das Layout des UEFI-BIOS von ASRock beim Z77 Extreme4 ist mit denen der anderen ASRock-Platinen (zu den Mainboard-Artikeln) nahezu identisch, die wir bereits in unserer Redaktion hatten. Der "Main"-Bereich zeigt die aktuell laufende BIOS-Version, dazu das aktuell installierte Prozessor-Modell sowie die vorhandene Arbeitsspeicher-Kapazität inkl. DIMM-Slot-Aufteilung. Mit dem nächsten Reiter lassen sich alle Overclocking-Funktionen aufrufen und konfigurieren. Dort hat man eine ordentliche Anzahl an Features, die der Mehrheit an Benutzern ausreichen werden.

Unter "Advanced" lassen sich, wie gewohnt, alle weiteren Einstellungen zu den Onboard-Komponenten und den Anschlüssen finden. Natürlich hat ASRock auch wieder einen Hardware-Monitor im UEFI untergebracht, mit dem man die Temperaturen, die Lüftergeschwindigkeiten und die Spannungen auslesen und überwachen kann. Hier hat man auch gleich die Gelegenheit, die Lüftersteuerung manuell zu aktivieren. Standardmäßig ist der CPU-FAN-Header auf "Full On". Die Boot-Priorität lässt sich im nächsten Punkt abändern. Zusätzlich kann man nach Wunsch auch das Full Screen Logo deaktivieren. Übrig bleiben die beiden Punkte "Security" und "Exit".

Generell waren wir mit dem UEFI beim Z77 Extreme4 sehr zufrieden. Alle Einstellungen wurden konsequent umgesetzt, wie man es einfach auch erwarten kann und sollte. Die Steuerung kann per Maus und Tastatur erfolgen. Jedoch konnte die Maus-Bewegung nicht als flüssig bezeichnet werden, wo man vielleicht noch nachbessern könnte. Alternativ lässt sich das UEFI mit der Tastatur aber hervorragend bedienen.

 

Overclocking:

Das ASRock Z77 Extreme4 kann man schon als Overclocking-Platine ansehen, gerade wenn man den verlangten Preis dafür berücksichtigt. Alleine für die CPU stehen acht Phasen zur Verfügung. Das allein sagt aber nicht viel über das Overclocking aus. Viel wichtiger ist, dass man Glück bei dem Kauf der CPU hat, die erhöhte Taktraten mitmacht. Hinzu spielt wie immer die Qualität der Signallaufzeiten eine übergeordnete Rolle.

Die Base-Clock-Frequenz lässt sich von 95 MHz bis 150 MHz in 0,1 MHz-Schritten einstellen, was durchaus Spielraum für Feintuning offenlässt. Auch wenn die Sockel 1155-CPUs bei mehr als 110 MHz eher streiken, hat sich ASRock für einen Spielraum bis 150 MHz entschieden. Die VCore lässt sich auch auf diesem ASRock-Brett entweder im Fixed- oder Offset-Modus konfigurieren. Der Fixed-Modus umfasst einen Spielraum von 0,600 V bis 1,700 V in 0,005 V-Schritten, der Offset-Modus von -0,300 V bis +0,600 V in ebenfalls 0,005 V-Schritten. Alle weiteren Features haben wir wie immer in einer übersichtlichen Tabelle dokumentiert:

Die Overclocking-Funktionen des ASRock Z77 Extreme 4 in der Übersicht
Base Clock Rate 95 bis 150 MHz in 0,1 MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,600 V bis 1,700 V in 0,005-V-Schritten (Fixed-Modus)
-0,300 V bis +0,600 V in 0,005-V-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 1,165 V bis 1,800 V in 0,005-V-Schritten
VTT/VCCIO-Spannung 0,768 V bis 1,634 V in 0,009-V-Schritten
CPU PLL-Spannung 1,586 V bis 2,349 V in 0,008-V-Schritten
PCH-Core-Spannung 0,780 V bis 1,646 V in 0,009-V-Schritten
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen iGPU, VCCSA
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 32 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
QPI-Takt - technisch nicht möglich -
Weitere Besonderheiten UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE, EIST
Turbo-Modus (All Cores, By number of active cores),
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und fünf optionale Fans,
CPU-LLC, GPU_LLC, Power Saving Mode, Add Turbo Voltage
Long Duration Power Limit, Short Duration Power Limit,
Long Duration Maintained

Nachdem wir berechtigterweise Kritiken von unserer Community erhalten haben, haben wir auf Wunsch ein stabiles Overclocking-Ergebnis mit dem Core i7-3770K ausgelotet. Als bestes Ergebnis konnten wir stabile 4,5 GHz mit einer Spannung von 1,248 Volt erzielen. Haben wir die Spannung reduziert, kamen früher oder später Fehler in Prime95 zustande. Wir haben weiter versucht, ein stabiles Ergebnis mit 4,6 GHz zu erwirken. Aber selbst mit 1,3 Volt zeigte Prime95 nach etwa 30 Minuten Fehler an, was man demnach also nicht als stabil bezeichnen kann.

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Bestes Ergebnis: 4,5 GHz bei 1,248 Volt

Das Ergebnis kann man als durchschnittliche Kost ansehen, wenn man sich andere Ergebnisse im Internet anschaut.

Und auch das Overclocking-Potenzial des Arbeitsspeichers haben wir unter die Lupe genommen. Verwendet haben wir zwei G.Skill TridentX DDR3-2400-Module mit jeweils vier Gigabyte. Das Erreichen der realen Taktfrequenz von 1200 MHz, was effektiv also DDR3-2400 bedeutet, war ohne die Verwendung des XMP-Profils kein Problem mit dem Z77 Extreme4. Wir wollten dann noch eine Stufe höher gehen, was die Module aber wohl nicht mochten. Andersherum kann es aber auch sein, dass das Board hier einen klaren Schlussstrich gezogen hat.

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Man kann mit diesem Ergebnis dennoch zufrieden sein.

In der folgenden Bildergalerie lassen sich nochmal alles Einstellungen im BIOS in Ruhe anschauen. Zusätzlich sind dort Screenshots von ASRocks Xtreme Tuning Utility enthalten:

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Mit diesem bestehenden Testsystem haben wir das ASRock Z77 Extreme 4 getestet:

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz.

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version.

Seit der Einführung der Nehalem-Prozessoren und der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 1600 MHz und 9-9-9-24 1T - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim ASRock Z77 Extreme 4 ist allerdings alles so, wie es zu erwarten wäre: Die Turbo-Modi laufen korrekt und auch keine versteckte Übertaktung ist aktiv.

Wir testen allerdings nur noch vier Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2011, SuperPi 8M, Cinebench 11.5 und Sisoft Sandra 2011 Memory Benchmark:

3DMark 2011

3DMark_2011_1
Leistung in Futuremark-Punkten

Cinebench 11.5

Cinebench 1
Leistung in Cinebench-Punkten

Sisoft Sandra Memory Benchmark:

SiSoft_Sandra 1
Bandbreite in GB/s

SuperPi 8M

SuperPi 1
Zeit in Sekunden (weniger ist besser)

Die Leistung des ASRock Z77 Extreme4 gliedert sich erwartungsgemäß schön brav in die Reihe der Z77-Boards und bietet eine gute Performance. Minimale Unterschiede sind natürlich dennoch möglich, sind aber meist eher auf messbarer Ebene zu bemerken.

Mit aufgenommen haben wir auch dieses Mal wieder die Boot-Zeit, die das Mainboard benötigt, um die vorhandenen und aktivierten Onboard-Komponenten zu initialisieren.

Bootzeit (vom Einschalten bis zum Windows-Bootvorgang)

SuperPi 1
Zeit in Sekunden (weniger ist besser)

Verglichen mit den anderen Mainboards bootet das Z77 Extreme4 verdammt schnell. Mit 11,97 Sekunden bootet es von allen am schnellsten. Und das, obwohl sogar einige Zusatzchips vorhanden sind.


Neben einer gut ausgeprägten Performance ist auch der Stromverbrauch des heimischen PCs kein unwichtiges Kriterium. Was man häufig unterschätzt, ist die Tatsache, dass selbst die verschiedenen Mainboard-Modelle der zahlreichen Hersteller unterschiedlich viel Strom aus der Steckdose ziehen. Ein Grund dafür sind die verschieden eingesetzten BIOS-Versionen, die teilweise die von Intel referenzierten Stromsparmechanismen schlecht oder gar falsch umsetzen oder dass Onboardkomponenten sich eigentlich deaktivieren sollten, wenn diese entweder durch dedizierte Hardware ersetzt wurden oder einfach nicht verwendet werden. Darüber hinaus kann aber manchmal auch die Stromversorgung verantwortlich gemacht werden, wenn unter Default Settings mehr Energie zur Verfügung gestellt wird, als eigentlich benötigt wird. Genau deswegen spielt die Effizienz eine wichtige Rolle. Wenn die Effizienz der Stromversorgung nun also schlecht ausfällt, wird mehr Strom verbraucht. Zu unterschätzen ist hierbei aber auch die Software nicht, sodass sie ebenfalls gut abgestimmt sein muss, damit eine zufriedenstellende Effizienz gegeben ist.

Das ASRock Z77 Extreme 4 hat einige Zusatzchips im Angebot. Ein weiterer USB-3.0-Controller, ein zweiter SATA-Controller, ein LAN-Controller und ein Audio-Codec tragen ihren Teil zum Stromverbrauch bei.

Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 11.5 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-spanTest, Vollauslastung). Die jeweiligen Werte entsprechen dem System-Gesamtverbrauch.

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Für den ersten Test sind die Default Settings aktiv, sodass der Großteil der Onboardkomponenten bereits aktiviert ist. Die Grafikausgabe erfolgt über die Radeon HD 7850, wobei wir die iGPU im BIOS nicht deaktiviert haben. Wie bereits weiter oben geschrieben, sind alle Stromspar-Features eingeschaltet, was mit den Werten einer manuellen Konfiguration scheinbar gut umgesetzt wurde.

Leistungsaufnahme Idle

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Leistung in Watt

Erfreulich: Im Leerlauf bleibt unser Testsystem mit dem Z77 Extreme4 unterhalb der 50 Watt-Marke. Mit 48,6 Watt ein guter Durchschnittswert.

Leistungsaufnahme Cinebench 11.5 CPU

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Leistung in Watt

Und auch in der Cinebench-Disziplin bietet das ASRock Z77 Extreme4 in Verbindung mit dem Restsystem mit 111,7 Watt einen annehmbaren Durchschnittsverbrauch.

Leistungsaufnahme Prime95

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Leistung in Watt

Mit Prime95 wird der reine System-Unterbau unter Volllast gesetzt und zeigt, wie effizient das System wirklich ist. Hierbei zieht das Testsystem mit dem heutigen Testobjekt 121,6 Watt aus der Steckdose. Ebenfalls gutes Mittelmaß.

Spannungen Prime95

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Spannungen in Volt

Das Z77 Extreme4 lag standardmäßig 1,12 Volt an der CPU an. Ein guter Kompromiss, wenn man sich die anderen Werte anschaut.

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sämtliche USB-3.0- und SATA-Controller sind hier beispielsweise deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber alle energiesparenden Features werden zusätzlich manuell aktiviert. Die Radeon HD 7850 ist weiterhin die primäre Grafikkarte.

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

Leistungsaufnahme Idle

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Leistung in Watt

Deaktiviert man im BIOS alle Onboard-Komponenten, bis auf LAN und Audio, konnte immerhin ein Watt eingespart werden.

Leistungsaufnahme Cinebench 11.5 CPU

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Leistung in Watt

Währenddessen Cinebench eine weitere Runde renderte, war eine Ersparnis von 1,4 Watt drin.

Leistungsaufnahme Prime95

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Leistung in Watt

Immerhin konnte auch bei Prime95 etwas Strom gespart werden. Hier waren es 1,3 Watt.

Spannungen Prime95

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Spannungen in Volt

Die CPU-Spannung blieb unverändert, wie es zu erwarten war.

Man kann als kleines Zwischenfazit in Sachen Stromverbrauch festhalten, dass sich das Z77 Extreme4 im Mittelfeld befindet. Dabei handelt es sich um Werte, mit denen man zurechtkommen kann.


ASRock hat für das Z77 Extreme4 maximal sechs USB-3.0-Anschlüsse vorgesehen. Vier Stück befinden sich am I/O-Panel (die beiden Anschlüsse unter dem PS/2-Port arbeiten mit dem ASM1042 zusammen), zwei weitere können über den internen Header realisiert werden.

USB-3.0-Performance:

Für unseren USB-3.0-Test nehmen wir erneut die SanDisk Extreme mit 120 GB und installieren sie in ein externes USB-3.0-Gehäuse. Dadurch kann gewährleistet werden, dass die USB-3.0-Anschlüsse auch gut ausgelastet werden.

ATTO USB3 small
Die USB-3.0-Performance beim ASRock Z77 Extreme 4
(nativ über den Z77-PCH).
ATTO USB3 small
Einen etwas besseren Job macht der ASMedia ASM1042.

Es lässt sich nicht abstreiten, dass der Z77-PCH eine gute USB-3.0-Performance bietet. Das hat er bereits viele Male unter Beweis gestellt. Jedoch muss er sich dem ASMedia ASM1042-Controller, wenn auch minimal, geschlagen geben. Zwar liegt die Schreibrate im etwa 1 MB/s weniger, dafür ist die Leserate umso höher und effektiver. Insgesamt bieten beide Controller aber gute Werte.

 

SATA-6G-Performance:

Für ein günstiges Mainboard, wie das Z77 Extreme4, bietet es gleich acht interne SATA-Konnektoren. Bei vier Anschlüssen handelt es sich um schnelle SATA-6G-Ports. Die anderen vier sind gewöhnliche SATA-3G-Buchsen. Da der Z77-Chipsatz nur zwei SATA-6G-Schnittstellen managen kann, bekommt er vom ASMedia ASM1061 tatkräftige Unterstützung, der sich um die anderen beiden SATA-6G-Anschlüsse kümmert und zusätzlich einen eSATA-6G-Plug (shared) am I/O-Panel zur Verfügung stellt.

ATTO USB3 small
Der Z77-PCH gibt wieder einmal Vollgas.
ATTO USB3 small
Der ASM1061 hingegen hängt verfrüht bereits am Limit.

Man kennt es bereits vom Z77-PCH, dass er die SATA-6G-SSDs auch gut auslasten kann und auch dieses Mal gibt es keine Ausnahme. Die Herstellerangaben geben für die SanDisk Extreme mit 120 GB eine Lesedatenrate von 550 MB/s an, beim schreiben soll es bis 520 MB/s nach oben gehen. Anhand des ersten Screenshots vom Z77-Chipsatz werden die Herstellerangaben sogar leicht übertroffen. Etwas schwächer zeigt sich der ASM1061-SATA-Controller, der bereits bei 400 MB/s lesen und knapp 390 MB/s schreiben bereits am Limit hängt. Wer also eine SATA-6G-SSD mit dem ASRock Z77 Extreme4 nutzen möchte, sollte sie daher besser an den Z77-PCH hängen. Alles andere kann hingegen problemlos auch an den ASM1061 angeschlossen werden.


ASRock ist dafür bekannt, für einen geringen Preis eine gute Ausstattung an den Mann zu bringen. Und gerade mit dem Z77 Extreme4 haben die taiwanesischen Entwickler es mal wieder unter Beweis gestellt. Der Käufer dieser Platine erhält ein sehr gut ausgestattetes Mainboard, mit einer angemessenen Qualität und vielen Funktionen. Obendrauf sind auch einige Overclocking-Features wie eine Debug-LED, ein Power- und Resetbutton auf dem PCB sowie ein CMOS-Clear-Switch am I/O-Panel mit inbegriffen.

Selbst ein 2-Way SLI- oder CrossFireX-Gespann ist mit diesem Mainboard nicht ausgeschlossen, des weiteren sind dort zwei PCIe-2.0-x1- und PCI-Slots mit vertreten und laden zu weiteren Erweiterungen des Systems ein. Und auch die interne GPU kann auf Wunsch mit in den täglichen Betrieb aufgenommen werden. Zur Verfügung stehen jeweils ein VGA-, DVI- und HDMI-Ausgang. Die Netzwerk-Konnektivität wird mithilfe eines Gigabit-LAN-Ports gelöst, der mit dem Broadcom BCM57781 eng zusammenarbeitet. Hinzu hat ASRock mit dem Realtek ALC898-Audiocodec eine gute Soundlösung obendrauf gepackt.

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In der Summe sind mit dem Z77 Extreme4 sechs USB-3.0-Schnittstellen nutzbar, wenn der interne Header hinzugerechnet wird. Im Storage-Bereich hat sich ASRock für acht interne SATA-Anschlüsse entschieden, wovon vier Stück mit der SATA-6G-Spezifikation umzugehen wissen. Am I/O-Panel lässt sich auf Wunsch auch der eSATA-6G-Port nutzen. In diesem Fall muss man allerdings auf eine interne Buchse verzichten. Das Mainboard-Layout wurde sehr durchdacht designed und gibt kaum Anlass zu Kritik. Und auch das UEFI-BIOS kam erneut sehr überzeugend mit der bekannten Struktur rüber und konnte als stabil bezeichnet werden.

Preislich siedelt sich das ASRock Z77 Extreme4 bei ca. 126 Euro an. Wenn man sich weiter umschaut, bekommt man es sogar noch für weniger. Für die gebotene Ausstattung ist das nicht viel Geld und es wird ein solides Mainboard mit vielen Funktionen geboten. Genau aus diesem Grund ist es natürlich absolut nachvollziehbar, warum das ASRock Z77 Extreme4 gern in die enge Auswahl genommen wird, wenn eine Aufrüstung ansteht.

Positive Eigenschaften des ASRock Z77 Extreme 4:

Negative Eigenschaften des ASRock Z77 Extreme 4:

Mit dem Z77 Extreme4 hat ASRock ein Mainboard auf die Beine gestellt, durch das der Geldbeutel nicht zu sehr beansprucht wird, das aber dennoch mit einer guten Ausstattung aufwarten kann. Zusätzlich wurden dort nützliche Overclocking-Features untergebracht, die in diesem Preissegment nicht selbstverständlich sind. Von uns wird das mit dem Preis-Leistungs-Award belohnt.

PL asrock z77 extreme4