Test: ASRock FM2A85X Extreme6 - Overclocking wird hier großgeschrieben

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IMG 4 logoDie AMD-Trinity-Plattform erfreut sich besonders unter den Übertaktern größeren Interesses. Erwischt man eine gute APU, kann man eine Menge zusätzliche Leistung aus der AMD-APU herauskitzeln. Mit dem ASRock FM2A85X Extreme6 wurde unter Extrembedingungen eine Taktrate von satten 7,93069 GHz mit einem AMD A10-5800K erreicht. Das lässt darauf hoffen, dass auch bei Luftkühlung gute Taktsteigerungen zu erreichen sind. Zugleich sind auf dem PCB einige nette Features untergebracht worden, die wir uns in diesem Artikel mal etwas genauer anschauen möchten.

Das ASRock FM2A85X Extreme6 ist das Flaggschiff unter den FM2-Mainboards aus dem ASRock-Sortiment. Darauf enthalten sind insgesamt drei PCIe-2.0-x16-Slots und jeweils zwei PCIe-2.0-x1- und normale PCI-Slots. Für den Storage-Part stellt ASRock den Käufern dieses Mainboards sieben interne SATA-6G-Anschlüsse und einen eSATA-6G-Port zur Verfügung, der am I/O-Panel optimal untergebracht wurde. Und auch die interne Grafikeinheit lässt sich mit dem Extreme6 problemlos verwenden, denn DVI, VGA, HDMI und DisplayPort sind an Ort und Stelle. Eine gute Basis also für ein gut ausgestattetes System.

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Das ASRock FM2A85X Extreme6 in der Übersicht.

So wie es ASRock auch bei den Intel-Plattformen mit der Farbgebung handhabt, wird es 1:1 auch auf die FM2-Plattform fortgeführt. Auch beim FM2A85X Extreme6 ist das PCB selbst bräunlich gefärbt. Die darauf befindlichen Slots sind ebenfalls in Schwarz gehalten. Verziert wird das Ganze mit goldfarbenden Kondensatoren, ähnlich wie es ECS selbst mit ihren Black Extreme-Serien macht. Insgesamt vermittelt das Board einen ordentlichen und hochwertigen Eindruck.

Die Daten des ASRock FM2A85X Extreme6 in der Übersicht
Hersteller und
Bezeichnung
ASRock
FM2A85X Extreme6
Straßenpreis ca. 105 Euro
Homepage http://www.asrock.com/index.de.asp
Northbridge-/CPU-Features
Chipsatz AMD A85X
Speicherbänke und Typ 4x DDR3 (Dual-Channel)
Speicherausbau max. 64 GB (mit 16-GB-DIMMs)
SLI / CrossFire CrossFireX (3-Way)
Onboard-Features
PCI-Express

3x PCIe 2.0 x16, (x16/-/-, x8/x8/-, x8/x8/x4)
2x PCIe 2.0 x1

PCI 2x PCI
Serial-ATA-, SAS- und
ATA-Controller
7x SATA 6G mit RAID 0, 1, 5, 10 über AMD A85X
1x eSATA 6G
USB 6x USB 3.0 (4x am I/O-Panel, 2x über Header)
vier über A85X direkt, zwei über ASMedia ASM1042
8x USB 2.0 über A85X (2x am I/O-Panel, 6x über Header)
Grafikschnittstellen 1x DisplayPort, 1x HDMI, 1x DVI, 1x VGA
WLAN / Bluetooth -
Firewire -
LAN 1x Realtek RTL8111E Gigabit LAN
Audio 8-Channel Realtek ALC898 Audio Codec

Für ein Sockel FM2-Mainboard bietet das ASRock FM2A85X Extreme6 eine beachtliche Ausstattung, wenn man dabei nicht außer Acht lässt, dass es für etwa 105 Euro zu haben ist. Die aktuell wichtigen Schlüssel-Features, wie USB 3.0, ein guter Onboard-Sound und natürlich auch Gigabit-LAN, sind ebenfalls vertreten.

Auch an der Grundoptik der Verpackung wurde nichts verändert. Die Ähnlichkeit zu der Verpackung vom ASRock Z77 Extreme11 sind deutlich zu erkennen. Abgesehen von der abweichenden Modellbezeichnung und den unterschiedlichen Top-Features sehen beide Verpackungen identisch aus. Mittig wurde das eigene XFast-LAN-, XFAST-USB- und XFAST-RAM-Feature auf die Oberseite aufgedruckt.

Ein Blick in die Verpackung selbst verrät das darin befindliche Zubehör:

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Das Nötigste wird mitgeliefert.

ASRock verzichtet bei der Auslieferung auf umfangreiches Zubehör und beschränkt sich auf das Grundlegendste, sprich I/O-Blende, Mainboard-Handbuch, dazu eine Treiber- und Software-DVD, ein paar weitere Anleitungen und vier SATA-Kabel. Externe USB-3.0-Boxen wie bei den ASRock-High-End-Boards sind hier nicht im Lieferumfang enthalten.


Bei unserem heutigen Testsample ist es spielend einfach, aus der Modellbezeichnung herauszulesen, um was für ein Mainboard es sich handelt. Unschwer lässt sich entschlüsseln, dass auf dem PCB der Sockel FM2 verlötet wurde. Hinzu kommt der größte Chipsatz für den Sockel, der A85X-FCH (Fusion Controller Hub). Er stellt maximal acht SATA-6G-Schnittstellen und vier native USB-3.0-Anschlüsse bereit.

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ASRock verwendet hier ein 8+2-Phasendesign.

Gut aufgeräumt zeigt sich der Sockelbereich. Bei großen CPU-Kühlern bekommt man weniger Schwierigkeiten, da man an alle Seiten gut herankommt. Die APU erhält ihre Spannung von einem 8+2-VRM-Design, die auch dann einen kühlen Betrieb ermöglichen soll, wenn es OC-technisch zur Sache geht. Dabei werden die Phasen halb von einem großen Passivkühlblock überdacht. Unter dem Kühler befinden sich natürlich die MOSFETs, die auf Temperatur gehalten werden müssen.

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Vor lauter Schwarz kann man die DIMM-Slots leicht aus den Augen verlieren.

Auch beim FM2A85X Extreme6 bleibt es natürlich bei den vier DIMM-Slots, die allerdings bis zu 16-GB-DIMMs aufnehmen können (wenn es sie denn gäbe), was insgesamt auf 64 GB an Arbeitsspeicher hinauslaufen würde. Neben dem 24-Pin-ATX-Stromanschluss ist direkt links daneben der USB-3.0-Header zu finden.

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CrossFireX mit drei AMD-Grafikkarten ist mit dem FM2A85X Extreme6 möglich.

Zugegeben, ein 3-Wege-CrossFireX-Gespann ist mit der Trinity-Plattform nicht gerade üblich und wenn es um den Input geht, der von der CPU/APU gefordert wird, sicherlich auch verständlich. Nichtsdestotrotz unterstützt das ASRock FM2A85X Extreme6 offiziell CrossFireX, bestehend aus drei Grafikkarten. Der oberste Slot wird mit maximal 16 Lanes angesprochen, sofern sich im zweiten Slot keine Erweiterungskarte befindet. Der zweite Slot kann maximal acht Lanes erhalten. Letztlich bekommt der unterste Slot nur noch vier Lanes, was rein technisch aber zusammen funktioniert. Und bei drei Grafikkarten benötigt das Mainboard zusätzliche Energie, denn wie man ebenfalls auf dem Bild erkennen kann, hat ASRock einen 4-Pin-Molex-Anschluss untergebracht, der den möglichen Instabilitäten entgegenwirken soll.

Möchte man aber von mehr als einer dedizierten Grafikkarte nichts weiter hören, sind darüber hinaus auch noch jeweils zwei PCIe-2.0-x1- und PCI-Slots erreichbar.

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Storage-Anschlussmöglichkeiten sind genügend vorhanden.

Da der A85X-Chipsatz gleich acht SATA-6G-Anschlüsse managen kann, hat ASRock das Potenzial auch vollständig ausgenutzt und hat intern sieben der schnellen Schnittstellen untergebracht. Über die I/O-Blende ist zusätzlich noch ein eSATA-6G-Port nutzbar, der als achter Anschluss fungiert.

Weiter links kann man sehen, dass ASRock außerdem einen Power- und Reset-Button platziert hat, wie es sich um eine Overclocking-Platine gehört.

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Über die Anschlüsse des I/O-Panels kann man nicht klagen.

Aktuell gängige Anschlüsse wurden an dem I/O-Panel untergebracht. Unter anderem vier USB-3.0-Anschlüsse, alle vier aktuellen Grafik-Ausgänge und sogar ein eSATA-6G-Konnektor ist dabei.

Der Netzwerk-Anschluss arbeitet über den RTL8111E-Netzwerk-Controller von Realtek, der die Datenübertragungsgeschwindigkeit von bis zu 1 GBit/s unterstützt. Im Bereich Sound hat ASRock eine gute Wahl getroffen, denn verlötet wird der ALC898, der ebenfalls von Realtek kommt.

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Das ASRock FM2A85X Extreme6 nochmal in der Übersicht.

Lüfter kann man reichlich anklemmen. Wenn man den CPU-Fan-Header mitrechnet, sind es insgesamt sechs Stück. Zwei davon sind 4-Pin-PWM-Header. Ist das BIOS auf default, werden die Lüfter des CPU-Kühlers mit Volldampf betrieben. Um also die Ruhe reinzubekommen, reicht ein Besuch im BIOS, um die Lüftersteuerung manuell zu aktivieren. Ist diese aktiv, arbeitet das System mit einer angenehmen Ruhe.

Am Mainboard-Layout gibt es nichts zu meckern. Man kommt überall dran, wo man ran muss. Selbst mit unserem bequiet! Dark Rock Pro C1 haben wir bei der Montage keinerlei Probleme gehabt. Zwei DIMMs konnten ebenfalls problemlos im Dual-Channel trotz erhöhten Heatspreadern verbaut werden. Beim 1. DIMM-Slot wird es allerdings schwierig. Das wiederum ist aber bei dem Großteil der Mainboards der Fall.


BIOS:

ASRock ist für seinen sehr guten BIOS-Support bekannt und dieser Punkt wird von der Kundschaft sehr geschätzt. Seit längerer Zeit setzt auch ASRock auf das modernisierte UEFI-BIOS. Auch auf dem FM2A85X Extreme6 ist ASRocks UEFI-BIOS vorhanden, was optisch sofort an die UEFI-Version von Z77 Extreme11 und Z77 OC Formula erinnert. Kurz noch einmal beschrieben: Der Hintergrund ist mit einem Sternenhimmel animiert und nett anzusehen. Unten steht der Slogan "Tomorrow's Technology Today".

Mit einem Tastendruck auf "F2" oder "entf" gelangt man, wie von ASRock gewohnt, ins BIOS. Die Main-Seite verrät, welches UEFI-Version und auch, welche APU installiert ist und mit welcher Taktfrequenz sie aktuell betrieben wird. Zusätzlich kann eingesehen werden, wieviel Arbeitsspeicher verbaut ist und in welchen DIMM-Slots sie stecken. Möchte man das nächste Mal mit einer anderen BIOS-Seite begrüßt werden, kann man es ganz unten individuell einstellen. Zur Auswahl stehen die oben stehenden Reiter.

BIOS_1

Wie man anhand des Bildes sehen kann, haben wir die aktuellste BIOS-Version P1.80 installiert. Als wir unser Testsystem mit dieser Platine das erste Mal gestartet haben, war bereits Version P1.70 installiert. Da ASRocks BIOS-Versionen die Instant-Flash-Funktion beherrschen, haben wir die aktuellste Version damit eingespielt. Folgende Verbesserungen wurden in der neuen Version implementiert:

Über den "OC Tweaker" stehen einem, wie der Name bereits verlauten lässt, sämtliche Overclocking-Funktionen zur Verfügung, an denen ASRock auch nicht gespart hat. Unter "Advanced" lassen sich wie immer die weiteren Einstellungen zu den Onboard-Komponenten und anderen kleineren Features finden. Der "Tool"-Reiter ist unter anderem von großem Interesse, wenn man das BIOS aktualisieren möchte. Hier hat man die Auswahl, ob man entweder die normale Instant-Flash-Funktion verwendet oder aber direkt über die ASRock-Server aus. Das Update wird dann im BIOS heruntergeladen und anschließend installiert. Ebenfalls wichtig für Overclocking ist die Möglichkeit, BIOS-Profile abspeichern zu können. Mit dem FM2A85X Extreme6 kann man auf drei Profile zurückgreifen. Im "H/W Monitor" kann man bekanntlich die Temperaturen und Spannungen auslesen und auch die Lüftereinstellungen vornehmen. Die letzten drei Punkte kennt man bereits.

Das UEFI-BIOS selbst ist uns sehr stabil entgegengekommen. Alle Einstellungen wurden sehr effizient umgesetzt, wie man es erwartet. Einzig kleinere Fehler sind uns aufgefallen: Einmal steht auf der "OC Tweaker"-Seite, dass die APU eine maximale Spannung von 15,500 Volt unterstützt, was natürlich Quatsch ist - diese Spannung würde die APU sofort beschädigen. Hier befindet sich das Komma an der falschen Position. Weiterhin wird im Hardware-Monitor die Umdrehungsgeschwindigkeit des Lüfters vom CPU-Kühler nicht angezeigt. Das lässt sich aber mittels erneutem BIOS-Update beheben, wenn ASRock diese Fehler korrigiert.

 

Overclocking:

Speziell dem Overclocking haben wir uns natürlich auch gewidmet. Denn mit dem FM2A85X Extreme6 wurde der Weltrekord mit einer Taktfrequenz von 7,93069 GHz in Verbindung mit einer AMD A10-5800K APU gemeistert. Um so ein beeindruckendes Ergebnis zu erreichen, benötigt man ein extrem gutes APU-Sample und ein Mainboard, das eine extrem gute Qualität der Signallaufzeiten gewährleisten kann. Für die Abwärme, die daraus resultiert, ist zudem eine Stickstoffkühlung zwingend erforderlich.

Wir wollen soweit aber gar nicht kommen, was auch mit reiner Luftkühlung einfach nicht drin wäre. Beim ASRock FM2A85X Extreme6 lässt sich die Base-Clock-Frequenz von 100 MHz bis 136 MHz in 1-MHz-Schritten einstellen. Die Anhebung des Grundtakts ist ganz sinnvoll, wenn man die iGPU übertakten möchte oder wenn man wirklich das Maximale aus der Arbeitsspeicher-Übertaktung rausholen möchte. Die APU-Spannung lässt sich im Fixed-Mode von 0,60625 Volt bis 1,55000 Volt in 0,00625-V-Schritten einstellen oder alternativ via Offset von -0,300 Volt bis +0,300 Volt in 0,005-V-Schritten feinjustieren. Zusätzlich wird einem die Möglichkeit geboten, den beabsichtigten VDroop mit der Load-Line Calibration entgegenzuwirken. Die Stufen Auto, 100 Prozent, 80 Prozent, 60 Prozent oder auch 0 Prozent können selektiert werden. Die weiteren Overclocking-Funktionen sind wie immer der übersichtlichen Tabelle zu entnehmen:

Die Overclocking-Funktionen des ASRock FM2A85X Extreme6 in der Übersicht
Base Clock Rate 100 bis 136 MHz in 1 MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,60625 V bis 1,55000 V in 0,00625-V-Schritten (Fixed-Modus)
-0,300 V bis +0,300 V in 0,005-V-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 1,165 V bis 1,800 V in 0,005-V-Schritten
VTT/VCCIO-Spannung 1,208 V bis 1,563 V in 0,013-V-Schritten
CPU PLL-Spannung - nicht möglich -
PCH-Core-Spannung 1,10 V bis 1,40 V in 0,1-V-Schritten
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen CPU NB/GFX Voltage inkl. Offset, GFX Voltage
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 13 Parameter
XMP wird unterstützt (AMP)
Weitere Funktionen
QPI-Takt - technisch nicht möglich -
Weitere Besonderheiten UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, Cool&Quiet
Turbo-Modus,
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und vier optionale Fans,
APU LLC, NB LLC

Für die zukünftigen Mainboardtests mit AMDs Sockel FM2 wollten wir ein APU-Sample haben, das sich unter Luftkühlung besser übertakten lässt. Aus mehreren APUs haben wir eine CPU herausselektiert, die mit einer Taktfrequenz von 4,5 GHz mit einer effektiven Spannung von 1,452 Volt mehr als eine Stunde lang mit Prime95 fleißig rechnete. Getestet wurde das Ganze mit dem Gigabyte GA-F2A85X-UP4. Für uns reicht dieses Ergebnis aus und man kann sie als relativ stabil bezeichnen.

So haben wir nun versucht, in etwa dieselben Einstellungen mit dem ASRock FM2A85X Extreme6 anzuwenden. Uns ist natürlich bewusst, dass es fast unmöglich ist, dass ein- und dieselbe APU mit einem anderen Mainboard exakt genauso läuft. Um aber erst einmal voranzukommen, haben wir in etwa dieselben Settings fixiert. Nach ein paar weiteren kleineren Anpassungen ist es uns gelungen, den A10-5800K mit etwas weniger Spannung laufen zu lassen, wobei Prime95 keinen Fehler ausgespuckt hat. Die Spannung betrug 1,424 Volt, auch wenn wir uns ziemlich sicher sind, dass die wahre Spannung in Wirklichkeit höher war. Denn der Haken an der Sache war, dass das Throttling auf allen vier Kernen eintrat. Also sind wir mit dem Takt um eine Multiplikatorstufe auf 44 nach unten gegangen und haben gleichzeitig die APU- und CPU NB-Spannung abgesenkt und die iGPU deaktiviert, um die Abwärme noch weiter zu reduzieren.

Zwar rechnete die APU eine Zeit lang ohne Throttling, nach etwa 20 Minuten takteten sich die Kerne aber kurzzeitig auf 1,3 GHz herunter. Es liegt hier also ein reines Temperaturproblem vor. Der bequiet! Dark Rock Pro C1 war selbst mit voll aufgedrehten Lüftern nicht in der Lage, die APU auf einer passenden Temperatur zu halten. Würde man an dieser Stelle also auf eine Wasserkühlung oder gar auf eine Stickstoffkühlung setzen, würde man das Problem in den Griff bekommen.

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Das Ergebnis ist keineswegs schlecht und zeigt, dass das ASRock FM2A85X Extreme6 wunderbar zum Übertakten geeignet ist. Voraussetzung ist allerdings, dass man eine gute APU erwischt und an eine entsprechend dimensionierte Kühllösung gedacht hat.

Angeschaut haben wir uns auch das RAM-Overclocking. Verwendet haben wir das G.Skill TridentX DDR3-Kit, das mit einer effektiven Taktfrequenz von 2400 MHz zurechtkommt. Ohne die Verwendung der XMP/AMP-Funktion konnten wir folgendes Ergebnis erzielen:

cpuz3.PNG

Die VDIMM lag natürlich bei 1,65 Volt, die die Module bei dieser hohen Taktfrequenz auch benötigen. Mit diesem Ergebnis kann man durchaus zufrieden sein.

In der folgenden Bildergalerie sind alle BIOS-Einstellungen inkl. die Screenshots von ASRocks Extreme Tuning Utility zu sehen.

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Mit diesem bestehenden Testsystem haben wir das ECS A85F2-A Golden durch unseren Performanceparcours geschickt:

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz.

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version.

Seit der Einführung der Nehalem-Prozessoren und der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden, was sich auch bei den Mainboards mit AMD-Sockeln widerspiegelt. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle FM2-Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 1866 MHz und 10-10-10-28 1t - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim ASRock FM2A85X Extreme6 ist allerdings alles so, wie es zu erwarten war. Die Turbo-Modi laufen korrekt und auch keine versteckte Übertaktung ist aktiv.

Wir testen allerdings nur noch vier Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2011, SuperPi 8M, Cinebench 11.5 und Sisoft Sandra 2011 Memory Benchmark:

3DMark 2011

3DMark_2011_1
Leistung in Futuremark-Punkten

Cinebench 11.5

Cinebench_1
Leistung in Cinebench-Punkten

Sisoft Sandra Memory Benchmark:

SiSoft_Sandra_1
Bandbreite in GB/s

SuperPi 8M

SuperPi_1
Zeit in Sekunden (weniger ist besser)

Die Leistungsergebnisse liegen erwartungsgemäß beieinander. Alles ist also im grünen Bereich.

Bootzeit (vom Einschalten bis zum Windows-Bootvorgang)

SuperPi 1
Zeit in Sekunden (weniger ist besser)

Mit 11,72 Sekunden bootet das ASRock FM2A85X Extreme6 bisher von allen getesteten Sockel FM2-Mainboards am schnellsten. Schneller geht es also kaum.


Neben einer gut ausgeprägten Performance ist auch der Stromverbrauch des heimischen PCs kein unwichtiges Kriterium. Was man häufig unterschätzt, ist die Tatsache, dass selbst die verschiedenen Mainboard-Modelle der zahlreichen Hersteller unterschiedlich viel Strom aus der Steckdose ziehen. Ein Grund dafür sind die verschieden eingesetzten BIOS-Versionen, die teilweise die von Intel referenzierten Stromsparmechanismen schlecht oder gar falsch umsetzen oder dass Onboardkomponenten sich eigentlich deaktivieren sollten, wenn diese entweder durch dedizierte Hardware ersetzt wurden oder einfach nicht verwendet werden. Darüber hinaus kann aber manchmal auch die Stromversorgung verantwortlich gemacht werden, wenn unter Default Settings mehr Energie zur Verfügung gestellt wird, als eigentlich benötigt wird. Genau deswegen spielt die Effizienz eine wichtige Rolle. Wenn die Effizienz der Stromversorgung nun also schlecht ausfällt, wird mehr Strom verbraucht. Zu unterschätzen ist hierbei aber auch die Software nicht, sodass sie ebenfalls gut abgestimmt sein muss, damit eine zufriedenstellende Effizienz gegeben ist.

Auf dem ASRock FM2A85X Extreme6 sind nur wenige Zusatzchips vertreten. Lediglich ein Netzwerk- und Soundchip sowie ein weiterer USB-3.0-Controller wurden hinzugefügt. Einzig die USB-3.0-Funktion konnte für unsere Zwecke deaktiviert werden, die für unseren 2. Teil von Interesse ist.

Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 11.5 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-spanTest, Vollauslastung). Die jeweiligen Werte entsprechen dem System-Gesamtverbrauch.

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Für den ersten Test sind die Default Settings aktiv, sodass der Großteil der Onboardkomponenten bereits aktiviert ist. Die Grafikausgabe erfolgt über die Radeon HD 7850, wobei wir die iGPU im BIOS deaktiviert haben. Wie bereits weiter oben geschrieben, sind alle Stromspar-Features eingeschaltet, was mit den Werten einer manuellen Konfiguration scheinbar gut umgesetzt wurde.

Leistungsaufnahme Idle

Stromverbrauch_Idle
Leistung in Watt

Im Leerlauf zeigt sich, dass das ASRock FM2A85X Extreme6 mit unserem Testsetup 52,5 Watt verbraucht. Alle anderen Mainboards haben die 50 Watt-Marke nicht überschritten. Der Mehrverbrauch des ASRock-Mainboards ist aber kein Beinbruch.

Leistungsaufnahme Cinebench 11.5 CPU

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Leistung in Watt

Mit Cinebench wird das System bereits anständig in Beschlag genommen. Unser heutiger Testkandidat genehmigt sich mit dem Restsystem 123,8 Watt. Damit liegt es fast gleichauf mit dem Gigabyte GA-F2A85X-UP4. Deutlich mehr schlucken das ECS-Mainboard aus dem letzten Test und das Gigabyte GA-A75-UD4H.

Leistungsaufnahme Prime95

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Leistung in Watt

Prime95 ist dann doch schon ein etwas anderer Schlag und versetzt je nach Modus das gesamte Grundgerüst in die Vollauslastung. Je mehr Last anliegt, desto mehr scheint der durchschnittliche Verbrauch zu sinken. In dieser Disziplin zieht die ASRock-Platine mit dem Sapphire Pure Platinum A85XT fast an einem Strang, während die restlichen Mainboards mehr aus der Steckdose gezogen haben.

Spannungen Prime95

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Spannungen in Volt

Auch wenn die angezeigten 1,296 Volt unglaubwürdig erscheinen, dieser Wert wurde von der aktuellen CPUz-Version 1.63 in der 64-Bit-Version angezeigt und wird so in unsere Grafiken mit einbezogen. In Wirklichkeit könnte die Spannung also noch ein wenig höher gelegen haben. Hinzu kommt, dass die Spannung in zu großen Schritten geschwankt hat. Wir gehen daher davon aus, dass es teilweise Messfehler sind. Die 1,296 Volt war der höchste Wert, der von CPUz ausgegeben wurde.

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sämtliche USB-3.0- und SATA-Controller sind hier beispielsweise deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber alle energiesparenden Features werden zusätzlich manuell aktiviert. Die Radeon HD 7850 ist weiterhin die primäre Grafikkarte.

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

Leistungsaufnahme Idle

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Leistung in Watt

Viel konnte man nicht abschalten. Lediglich die USB-3.0-Funktionalität, die aber auch ihren Teil beiträgt. Ohne Last wurden immerhin 0,2 Watt weniger angezeigt.

Leistungsaufnahme Cinebench 11.5 CPU

Bildname
Leistung in Watt

Deutlich weniger wurde beim Einsatz von Cinebench verbraucht. Hier konnte der Stromverbrauch um 1,7 Watt reduziert werden.

Leistungsaufnahme Prime95

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Leistung in Watt

Ähnlich sah es mit Prime95 aus. Das Strommessgerät zeigte unter Volllast 1,6 Watt weniger an.

Spannungen Prime95

Bildname
Spannungen in Volt

Auch hier signalisierte uns CPUz eine Spannung von 1,296 Volt. Und ebenfalls schwankte die Spannung nicht gerade unerheblich.

Insgesamt lässt sich festhalten, dass der Stromverbrauch des ASRock FM2A85X Extreme6 auf durchschnittlichem Niveau liegt. Zwar lag der Idle-Verbrauch des Testsystems insgesamt über 50 Watt, das aber nur sehr knapp. Unter Last-Situationen kann das ASRock-Board mit der Konkurrenz gut mithalten.


Kommen wir nun zu der SATA-6G- und USB-3.0-Performance. An USB-3.0-Schnittstellen kann das ASRock FM2A85X Extreme6 insgesamt sechs Stück anbieten. Vier Stück befinden sich am I/O-Panel, zwei sind über den internen Header realisierbar. Für viele wird ins von Interesse sein zu wissen, dass die beiden Anschlüsse unter dem LAN-Port an den A85X-Chipsatz gekoppelt sind, was auch für den internen Header gilt. Übrig bleiben zwei Buchsen unter dem PS/2-Anschluss, die allerdings mit dem ASM1042-USB-3.0-Controller zusammenarbeiten.

USB-3.0-Performance:

Wieder einmal muss unser externes 2,5 Zoll-Gehäuse mit USB-3.0-Unterstützung herhalten, in der wir die SanDisk Extreme-SSD mit 120 GB Speicherkapazität untergebracht haben. Auf diesem Wege kann man sicherstellen, dass die USB-3.0-Anschlüsse auch bis ans Limit getrieben werden.

ATTO USB3 small
Die USB-3.0-Performance beim ASRock FM2A85X Extreme6
(nativ über den A85X-FCH).
ATTO USB3 small
Minimal anders zeigt sich die Performance mit dem ASM1042.

Grob ausgedrückt zeigen beide Controller in etwa dieselbe Leistung. Die Leseleistung beim A85X-FCH liegt minimal höher, deren Auswirkung aber nicht sonderbar spürbar sein wird. Bei der Schreibleistung allerdings nehmen sich beide nichts und erreichen die 180 MB/s-Marke.

 

SATA-6G-Performance:

Für den SATA-6G-Test wird die SSD wie gewohnt an einen der SATA-6G-Schnittstellen angeschlossen. Mit sieben Stück stehen einem ja genügend zur Verfügung. SanDisk preist seine Extreme-SSD mit 550 MB/s lesen und 510 MB/s schreiben aus. Über den A85X-Chipsatz konnte folgender Datendurchsatz erreicht werden.

Der A85X-FCH zeigt erneut eine gute Figur.

Man sieht, dass der A85X-FCH alles gibt und ein gutes Ergebnis schafft. Die Leserate schafft locker ihre 544 MB/s, währenddessen die Schreibrate sehr schnelle 505 MB/s erreicht. Alles in allem gibt es keinen Grund, hier eine negative Kritik zu hinterlassen.


ASRock ist es mit dem FM2A85X Extreme6 gelungen, ein gutes Mainboard für den Sockel FM2 auf den Markt zu bringen, das in vielerlei Hinsicht überzeugende Argumente in petto hat. Sei es die großzügige Ausstattung, die gute Verarbeitung oder aber auch die extrem gute Übertaktbarkeit auf APU- und Arbeitsspeicherseite. Gerade letzteres muss man bei dieser Platine hervorheben, denn der Weltrekord mit einer AMD A10-5800K-APU liegt bei 7,93069 GHz - erreicht auf eben diesem Board. Ebenfalls auf dem PCB vertreten ist eine Debug-LED sowie jeweils ein Power- und Resetbutton. Aber es ist nicht alles Gold, was glänzt. Das verwendete VRM-Design ist zwar leistungsstark, allerdings scheint es eine stärkere Abwärme als bei der Konkurrenz auszustrahlen. Eine sehr starke Kühllösung ist bei weiten Übertaktungsversuchen also definitiv Pflicht, wenn man sich für das FM2A85X Extreme6 entscheidet.

Ausstattungstechnisch befindet sich das Board für den verlangten Preis auf überdurchschnittlichem Niveau. Es bietet gleich drei mechanische PCI-Express-Slots der zweiten Generation an, die zusammengeschaltet auch ein CrossFireX-Gespann aus drei AMD-Grafikkarten erlauben. Wie gewohnt, wird auf der Trinity-Plattform hingegen kein SLI von NVIDIA unterstützt. Setzt man hingegen nur auf eine einzige, dedizierte Grafikkarte, stehen einem noch zwei PCIe-2.0-x1-Slots und zwei PCI-Slots zur Verfügung, von den anderen beiden mechanischen x16-Slots mal abgesehen. Aber auch um die interne Grafikeinheit anzusprechen, hat ASRock sich für die vier üblichen Grafikausgänge entschieden. Wie man es bereits vom A85X-FCH her kennt, sind gleich acht SATA-6G-Schnittstellen möglich. Auf dem FM2A85X Extreme6 lassen sich allein sieben Stück als interne Anschlüsse wiederfinden. Der achte Port wurde als eSATA-6G-Port vernünftig untergebracht.

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An USB-3.0-Anschlüssen sind inklusive des internen Headers sechs Stück verwendbar, währenddessen man an USB-2.0-Schnittstellen insgesamt acht Stück frei verwenden kann. Für ein Mainboard dieser Preis- und Leistungsklasse ist das jedenfalls großzügig dimensioniert. Als BIOS kommt die bereits gewohnte UEFI-Oberfläche zum Einsatz, die wir bereits beim Z77 OC Formula und beim Z77 Extreme11 sehen durften. Es lässt sich angenehm mit Maus und Tastatur bedienen und kam sehr stabil rüber. Über ASRocks BIOS-Update-Politik braucht man kein weiteres Wort verlieren, denn die ist vorbildlich.

Preislich siedelt sich das ASRock FM2A85X Extreme6 bei etwa 105 Euro an, was für das Gebotene als sehr günstig anzusehen ist. Der schärfste Konkurrent stellt sicherlich das Gigabyte GA-F2A85X-UP4 dar, das wir bereits ebenfalls in unserer Redaktion hatten. Doch beide scheinen ihre Vor- und Nachteile zu besitzen und am Ende entscheidet man sich in beiden Fällen sicherlich richtig.

Positive Eigenschaften des ASRock FM2A85X Extreme6:

Negative Eigenschaften des ASRock FM2A85X Extreme6:

ASRock hat beim FM2A85X Extreme fast alles richtig gemacht und übergibt dem Käufer ein leistungsstarkes Produkt, das eine gute Ausstattung und vor allem ein sehr gutes Overclocking-Potenzial mitbringt.