Test: ASUS P8Z77-I Deluxe/WD - das Kleine mit der großen Ausstattung

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teaser p8z77Der Mini-ITX Formfaktor ist derzeit stark gefragt und von der Ausstattung stehen die 17 x 17 cm großen Boards ihren größeren Geschwistern in nichts nach. Waren es noch bis vor Kurzem eher die Strom sparenden Wohnzimmer-Rechner oder kleinere NAS-Systeme, werden jetzt bereits Spielerechner mit den kleinen Komponenten ausgestattet, welche ebenbürtig mit denen im ATX-Format sind. ASUS möchte mit seinem P8Z77-I Deluxe/WD anspruchsvolle Kunden ansprechen, die auf die Ausstattung den größten Wert legen. Aber auch 187 Euro sind dafür kein Pappenstiel. Ob es sich lohnt, klärt unser Test.

Trotz der kleinen Abmessungen kann die Platine viel vorweisen: Das Mainboard bietet sechs USB-3.0-Anschlüsse, Dual-Band-WLAN und Bluetooth 4.0, auch DVI, DisplayPort und HDMI sind vorhanden. Der Sound wird über einen HD-Audio-Codec von Realtek ausgegeben, ein vollwertiger PCIe-x16-Anschluss im PCIe-3.0-Standard steht für eine externe Grafiklösung ebenfalls zur Verfügung. Festplatten, SSDs und optische Laufwerke können an den vier internen (2x 3G in Blau und 2x 6G in Grau) bzw. zwei externen SATA-Anschlüssen betrieben werden. Mit dem Z77-Chipsatz lässt sich auch auf dem Zwerg sogar ein RAID 0/1/5 oder 10 konfigurieren.

Bei der ganzen Ausstattung ist es auch für den Gamer interessant, der auf nichts verzichten möchte und eher nicht auf den Preis schaut. Optisch sticht eine aufrecht stehende VCore-Karte hervor, die eingesetzten Materialien ergeben mit der Farbgebung von überwiegend Schwarz und Blau einen sehr hochwertigen Eindruck.

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Das ASUS P8Z77-I Deluxe/WD
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Der Karton

Für einen ersten Überblick haben wir die Funktionen des ASUS-Boards in einer Tabelle festgehalten:

Die Daten des ASUS P8Z77-I Deluxe/WD in der Übersicht
Hersteller und
Bezeichnung
ASUS P8Z77-I Deluxe/WD
Straßenpreis ca. 182 Euro
Homepage ASUS Homepage
Northbridge-/CPU-Features
Chipsatz Intel Z77-Chipsatz
Speicherbänke und Typ 2x DDR3 (Dual-Channel)
Speicherausbau max. 16 GB (mit 8-GB-DIMMs)
SLI / CrossFire Lucidlogix Virtu MVP über Windows 7 mit externer Grafikkarte
Onboard-Features
PCI-Express 1x PCIe 3.0 x16 (x16), 1x mPCIe mit kombinierter WLAN-/Bluetooth-Karte
PCI -
Serial-ATA-, SAS- und 
ATA-Controller

2x SATA 6 Gb/s RAID 0/1/5/10 (Z77)
2x SATA 3 Gb/s RAID 0/1/5/10 (Z77)
2x SATA 3 Gb/s RAID 0/1/5/10 (Z77) extern

Unterstützt Intel Smart Response Technology, Intel Rapid Start Technology, Intel Smart Connect Technology

USB Intel Z77: 4 x USB 3.0 (davon zwei rückseitig, zwei auf dem Board)
Intel Z77: 8 x USB 2.0 (davon vier rückseitig, vier auf dem Board)
ASMedia: 2 x USB 3.0 rückseitig
Grafikschnittstellen 1x DisplayPort, 1x DVI-D, 1x HDMI
WLAN / Bluetooth Wi-Fi 802.11 a/b/g/n  dual frequency 2.4/5 Ghz, Bluetooth 4.0, 3.0+HS
Firewire -
LAN 1x Gigabit-LAN (Intel 82579V)
Audio 7.1-Channel Realtek ALC898 Audio Codec mit True BD Lossless Sound, DTS Ultra PC II, DTS Connect, Jack-Detection
Besonderheiten WiDi - PC to TV with Intel® Wireless Display

Folgender Lieferumfang ist beim Mainboard mit enthalten:

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Das Zubehör im Karton

Folgende Zugaben konnten wir zählen:

Das Zubehör ist vom Umfang für die meisten Anwender ausreichend. Jedoch hätten wir uns gewünscht, noch ein deutsches Handbuch zu erhalten. Leider lässt sich dies auch nicht über die Support-Seite herunterladen. Weitere externe Einschübe oder Erweiterungskarten mit USB-Anschlüssen sind nicht mit enthalten, können jedoch angeschlossen werden. Das Handbuch erklärt dafür die Vorgehensweise.

Dem Paket liegen zwei Mainboardschrauben dabei, welche für die aufrechte VCore Card gedacht sind. Hierzu muss man zuerst die vorhandenen Schrauben und Muttern entfernen und auf dem Mainboardtray im Gehäuse die längeren, beiliegenden Schrauben nutzen.

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Befestigung mit speziellen Schrauben

Schauen wir uns zunächst die Anschlüsse und Schalter beim I/O-Shield etwas genauer an. Auf der Rückseite des Boards finden wir von links nach rechts betrachtet folgende Ports:

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Die rückseitigen Ein- und Ausgänge

Beginnen wir links: Hier gibt es je vier USB-2.0-Ports und vier USB-3.0-Schnittstellen, wobei letztgenannte einen weitaus höheren Datendurchsatz besitzen. Da ASUS auf diesem Mainboard nicht mehr vorsieht, dass PS/2 Tastaturen und Mäuse genutzt werden können, bedarf es der USB-Lösung. Der Hersteller hat hierzu die vier äußeren USB-2.0-Anschlüsse vorgesehen und entsprechend beschriftet. Die roten USB-3.0-Ports werden vom Z77-Chipsatz und einem ASMedia-Controller angesteuert.

Auch auf diesem ASUS-Board ist ein CMOS-Reset-Schalter vorhanden. Es lässt sich somit auf einfache Art und Weise das BIOS wieder zurückstellen. Das umständliche Herausnehmen der Batterie gehört somit der Vergangenheit an. Damit die Taste nicht versehentlich gedrückt wird, muss man hierzu einen etwa stecknadelgroßen Gegenstand (z.B. Büroklammer) nutzen, um diesen durch die I/O-Blende zu betätigen. Außerdem gibt ASUS dem User die Chance, das BIOS mittels USB-Stick zurückzusetzen, sofern das System "abgeschossen" wurde. Dazu nutzt man den Flashback-Schalter sowie einen gekennzeichneten USB-Port auf dem I/O-Shield.

Der 8-Kanal-Audioausgang wird über den Realtek ALC898 realisiert. Die Auflösung beträgt bis zu 192khz/24bit, der Codec unterstützt True BD Lossless Sound, DTS Ultra PC II und DTS Connect. Ebenfalls werden angesteckte Kabel erkannt und zugeordnet, wenn man beispielsweise Kopfhörer anschließt. Folgendes Anschlussschema für die Nutzung unterschiedlicher Kanäle ergibt sich auf dem Backpanel:

Anschlüsse 2-Channel 4-Channel 6-Channel 8-Channel
hellblau Line In Rear Speaker Out Rear Speaker Out Rear Speaker Out
hellgrün Line Out Front Speaker Out Front Speaker Out Front Speaker Out
rosa Mic In Mic In Bass/Center Bass/Center
hellgrün (extern per HD Audio-Anschluss) - - - Side Speaker Out

Der Betrieb über acht Kanäle ist nur möglich, wenn gehäuseseitig noch weitere Anschlüsse über das HD-Audio-Modul ausgegeben werden. Alternativ kann auch der Digitalausgang mit optischem Ausgang genutzt werden.

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Der Realtek-Chip befindet sich direkt neben den Audio-Ports.

Um die integrierte Grafik der Ivy- oder Sandy-Bridge-CPUs nutzen zu können, benötigt das Board auch einen Monitoranschluss. Hier bietet das ASUS-Board DVI, HDMI und DisplayPort. Alle drei Anschlüsse greifen auf die interne Grafiklösung der Ivy-Bridge-CPU zu. Nahezu jeder TFT nutzt mittlerweile eine der beiden Schnittstellen, auch der Fernseher kann so einfach verbunden werden. Auf VGA kann man mittlerweile sicherlich verzichten, für DVI gibt es zur Not entsprechende Adapter. Durch die drei Anschlüsse ist es auch möglich, zwei Monitore ohne dedizierte Grafikkarte zu nutzen. So kann man hierzu HDMI+DVI, DVI+DisplayPort oder DisplayPort+HDMI gemeinsam nutzen. Bei HDMI und DVI ist die maximale Bildschirmauflösung auf 1920 x 1200 bei 60 Hz beschränkt, nur der DisplayPort kann bis zu 2560 x 1600 Pixel darstellen. Letztgenannte Auflösung ist vor allem bei Monitoren ab einer Diagonale von 27 Zoll anzutreffen. Der Mini PCIe-Slot wird von der WLAN/Bluetooth-Karte bereits ab Werk in Beschlag genommen.

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Ein PCIe 3.0 x16 kann für eine Erweiterungskarte genutzt werden. Für die Grafikkarte wird der PCIe-3.0-Standard verwendet, wenn eine Ivy-Bridge-CPU eingesetzt wird. Bei einer Sandy-Bridge-CPU steht dann alternativ der PCIe-2.0-Standard zur Verfügung.

Der ambitionierte Spieler kann bei einem Mini-ITX-System nur einen Grafikkartenslot nutzen. Es fällt daher ein SLI- oder CrossFire-System flach, da hierzu mehrere Grafikkarten benötigt werden. Da der Anschluss am unteren Rand des Mainboards sitzt, muss man bei der Wahl des Gehäuses darauf achten, dass es noch ausreichend Platz nach unten für einen Grafikkartenkühler gibt, ansonsten ist hier nur eine Ein-Slot-Lösung möglich. Auch braucht man ein Gehäuse, in dem normalhohe Steckkarten verwendet werden können und keine Low-Profile-Modelle mit verkürztem Slotblech. Nutzt man das Board als Gamer, bleibt einem auch der Einsatz einer Soundkarte verwehrt. Hier muss man dann auf die (gar nicht mal so schlecht klingende) Onboard-Lösung greifen oder externe Audioquellen über USB anschließen.

Das ASUS P8Z77-I Deluxe/WD besitzt einen LAN-Anschluss von Intel. Es handelt sich um den 82579V-Controller, welcher Geschwindigkeiten von 10/100/1000 Mbit/s ermöglicht. Da es sich hier nicht um ein Serverboard handelt, ist hier auch kein zweiter Netzwerkanschluss vorgesehen. Ein Port reicht für die meisten Anwender vollkommen aus, zumal der Intel-Controller ein sehr guter und schneller Controller ist.

ASUS verwendet auf dem Board eine Acht-Phasen-Stromversorgung für die CPU. Zwei weitere Phasen dienen der internen Grafikeinheit der CPU. Mit dieser Anzahl von Phasen liegt das ASUS-Board im Mini-ITX-Formfaktor im oberen Durchschnitt und sorgt somit für eine effiziente Stromversorgung, was auch besonders für potente Overclocking-Versuche von Vorteil ist. Es zeigt sich somit ebenbürtig mit seinen größeren Brüdern, hier hat der Hersteller an nichts gespart.

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Der CPU-Sockel

Das Board verfügt über insgesamt sechs SATA-Anschlüsse, von denen zwei extern auf der I/O-Blende zugänglich sind. Da dieser Formfaktor auch üblicherweise in kleineren Gehäusen untergebracht wird, wobei dann auch die Anzahl der Komponenten beschränkt ist, sollten die vier internen Anschlüsse dem Anwender genügen. Um auch neue SSDs mit entsprechender Übertragungsrate ausreizen zu können, sind hier zwei SATA-6G-Ports in Grau und zwei SATA-3G-Anschlüsse (empfehlenswert für optische Laufwerke und Festplatten) in Blau zwischen dem PCIe-Slot und den RAM-Bänken vorhanden. Alle vier internen SATA-Anschlüsse werden über den Intel Z77-Controller angesprochen. Die beiden externen und blau hinterlegten USB-3.0-Ports unterhalb des LAN-Anschlusses werden von einem ASMedia-Chip angesprochen. Um die SATA-6G- und USB-3.0-Ports über Windows nutzen zu können, bedarf es der vorherigen Installation der Treiber. Auch RAID mit 0, 1, 5 und 10 ist über die Z77-Anschlüsse möglich.

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Die vier internen SATA-Anschlüsse oberhalb vom PCIe-Slot

Der ASMedia-Chip befindet sich unterhalb einer aufgelöteten Halterung für die WLAN- und Bluetooth-Antennen und die BIOS-Batterie wurde platzsparend vertikal verbaut. Links unten auf dem nachfolgenden Bild sieht man den sogenannten "MemOK"-Schalter mit einer kleinen LED daneben. Bei Speicherinkompatibilitäten zeigt dies eine rote LED an. Hält man den Knopf drei Sekunden lang gedrückt, lädt ASUS automatisch die optimalen Speichersettings. Sollte man also Speichersettings zu straff eingestellt haben, kommt man mit dieser Funktion um einen CMOS-Clear herum. 

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ASMedia-Chip mittig, BIOS-Batterie und kleiner MemOK-Schalter unten links

Zwei Speicherbänke gehören bei einem Mini-ITX-Board zum Standard und lassen sich jeweils mit 8-GB-Modulen belegen. Insgesamt kann somit das Board bei aktuellen Speichermodulen also mit bis zu 16 GB bestückt werden, was einem ambitionierten Spieler ausreicht. Aber Workstations oder Server für virtuelle Maschinen sind sehr ramhungrig, hier sind 16 GB eher als Einstieg anzusehen. ASUS nutzt eine einseitige Arretierung der Speicherbausteine wie fast jeder Hersteller derzeit. Um beim Zusammenbau nicht unter Umständen Probleme zu bekommen, sollte man sich vorher informieren, ob die Höhe der Speicher nicht in Konflikt mit den Heatpipes des CPU-Kühlers gerät. Bei unseren Testkomponenten mussten wir daher auf ein Speicherkit greifen, das keinen hohen Heatspreader besitzt.

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Die beiden Speicherslots sorgen für insgesamt 16-GB-Ausbau im Dualchannel

Ein Einsatz von großen CPU-Kühlern ist wie bereits erwähnt etwas schwierig. Für unseren Test nutzten wir einen be quiet! Dark Rock Pro C1, der allerdings mit der Backplate des Boards nicht zurechtkam und zur Vorsichtsmaßnahme nicht allzu fest angezogen werden sollte. Hier muss ebenfalls darauf geachtet werden, dass verschraubbare Kühler mit dem Boden dieses Mainboards kompatibel sind. Auch ist es ratsam, vor der Kühlermontage den Speicher einzubauen, da die Slots sonst vom Kühler soweit überdeckt werden, dass es schwierig wird, die Sticks einzusetzen. Auch die vertikale VCore-Card macht es bei der Kühlerwahl nicht einfach, hat jedoch bei unserem Test keine Probleme bereitet, obwohl der Testkühler zu einem der größten Tower-Modelle gehört. Das Board gibt somit zwei physikalische Grenzen bei der Kühlerwahl vor: die Speicherslots mit evtl. vorhandenen Speicherheatpipes und die vertikale VCore-Card.

Der Zusammenbau des Boards mit den weiteren Komponenten erledigt sich sonst ohne große Mühen. Sämtliche Schnittstellen sind klar und leserlich beschriftet und geben auch keinen Zweifel auf. Wir vermissen jedoch einen Power-On sowie einen Reset-Schalter, was auf anderen Boards dieser Preisklasse und auf den ATX-Formaten schon als Standard anzusehen, bei Mini-ITX-Boards aber eher selten vorzufinden ist.

Das P8Z77-I Deluxe/WD besitzt zwei Lüfteranschlüsse mit je vier Pins (PWM), wovon einer von dem CPU-Kühler belegt wird. Diese befinden sich links oberhalb des CPU-Sockels. Da Mini-ITX-Mainboards hauptsächlich in entsprechend kleinen Gehäusen untergebracht werden, kann der zweite Lüfteranschluss ausreichend sein, um angestaute Luft nach draußen zu befördern. Sollte man dennoch mehr Luftstrom benötigen, muss man sich hier mittels Adaptern behelfen, welche man z.B. per Molex an einem Netzteilstrang anschließt.

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Zwei vorhandene PWM-Lüfteranschlüsse, rechts angrenzend ein USB2.0-Header für die internen Anschlüsse Nr. 7 und 8.

Das Mainboard wurde mit der Version 0407 ausgeliefert. Auf der Herstellerseite liegt die derzeit aktuellste Version 0702 vor. Der Changelog beschreibt in dieser Version einen Bootfehler bei WinPE 4.0 X64 und auch den beiden vormals erhältlichen Version 0601 und 0504 eine Erhöhung der Systemstabilität. Da wir stets bei Mainboardtests die aktuellsten Versionen durchtesten, haben wir diese Version auf einen USB-Stick kopiert und mittels BIOS-Flash ein Update vorgenommen. Man sollte hierzu auch anmerken, dass man sich bestenfalls vor einem Update die veränderten Einstellungen merken, sie auf einen der Speicherplätze im BIOS speichern oder Screenshots auf einem USB-Stick durchführen (dies ist mittels der Taste F12 möglich) sollte. Das BIOS-Update gestaltete sich beim ASUS P8Z77-I Deluxe/WD unproblematisch und kann entweder im nativen BIOS oder in mit der Windows-Software aufgespielt werden. Auch kann man in einem vorher festgelegten Turnus nach Aktualisierungen suchen und sich benachrichtigen lassen.

Das UEFI-BIOS ist in acht verschiedenen Sprachen vorhanden und lässt sich bequem mittels Maus und Tastatur steuern. Die Bootreihenfolge lässt sich auf einfachste Art und Weise durch das Verschieben der Laufwerkssymbole ändern, auch ist das BIOS in klar strukturierten Unterpunkten geteilt. Verschiedene Änderungen lassen sich auch problemlos in bis zu acht verschiedenen O.C. Profilen speichern und auch zwecks Sicherung auf einen USB-Stick kopieren.

In den BIOS-Defaults sind die SpeedStep-Technologie (EIST) sowie auch der Turbo-Modus der CPU aktiviert. CPU C1E war deaktiviert. Bei der SATA-Modusauswahl hat ASUS richtigerweise auf AHCI voreingestellt und auch sämtliche USB3.0-Ports sind vorab aktiviert. Unsere angeschlossene SSD wurde im externen Laufwerk sofort nach Installation der Chipsatztreiber und der USB3.0-Treiber problemlos erkannt.

Die S.M.A.R.T.-Statusüberprüfung ist bei der Werksauslieferung auf "enabled" und lässt somit das Auslesen und Schreiben der Statuswerte der angeschlossenen Festplatten und SSDs zu. Die Lüftersteuerung ist mit ein paar Clicks aktiviert und kann auch temperaturgeregelt werden, d.h. dass man der CPU eine Temperaturgrenze von beispielsweise 55 °C (in 1 °C-Schritten) vorgeben kann, welche nicht überschritten werden soll. Der CPU-Lüfter passt sich mit seiner Umdrehungsgeschwindkeit daran an, was eine durchaus nützliche Eigenschaft ist. Sollte jedoch die CPU einen Wert von 75 °C erreicht haben, dreht sich der CPU-Lüfter in maximaler Geschwindigkeit. Bei diesem Board funktionierte die Lüftersteuerung ohne Probleme, lässt sich auch im Windows-Tool auslesen und im Verlauf aufzeichnen.

Die umfangreichen Einstellmöglichkeiten im BIOS mit Übertaktungsmöglichkeiten zeigt diese Galerie:

Tabellarisch haben wir die Übertaktungsoptionen hier zusammengefasst:

Die Overclocking-Funktionen in der Übersicht
Host Clock Override 80 bis 125 MHz, in 0,3-Mhz-Schritten
CPU-Spannung Fixed Mode: 0,77 V bis 1,72 V in 0,005-V-Schritten
VCCSA-Spannung 0,610 V bis 1,560 V in 0,005-V-Schritten
IGP Frequenz nicht einstellbar(N/A)
CPU-Ratio einzelne CPU Ratio-Erhöhung der Kerne von x16 bis x63 in x1-Schritten möglich
DRAM-Spannung 1,20 V bis 2,135 V in 0,005-V-Schritten
CPU PLL-Spannung 1,80 V bis 1,9 V in 0,1-V-Schritt
PCH-Core-Spannung 1,05 V bis 1,40 V in 0,05-V-Schritten
Speicher-Optionen
Taktraten DDR3-800 bis DDR3-3200
Command Rate einstellbar
Timings einstellbar
XMP wird unterstützt, ladbare Profile
Weitere Funktionen
Green Power Thermische Balance mit Lüftersteuerung
Weitere Besonderheiten Settings speicherbar in acht Profilen, OC-Automatik per Auto Tuning,
Instant Flash, fast alles auch in Windows steuerbar,
Extreme OverVoltage Option, sämtliche Stromspar-Modi

ASUS erlaubt mittels seiner windowsbasierenden Software "Suite-II" die automatische Übertaktung. Das System erhöht in kleinen Schritten den Systemtakt und testet auch auf Stabilität. Unser Exemplar erreichte mit einem i7-3770K beachtliche 4,6 Ghz. Man muss immer noch dazu sagen, dass es sich hier um ein Mini-ITX-Board handelt. Es bleibt einem nach mehreren Reboots nun die Wahl, entweder den ermittelten Wert beizubehalten, oder noch im BIOS oder im Windows weiterhin etwas Feintuning vorzunehmen. Sämtliche Overclocking-Profile lassen sich zudem auch speichern. Erwähnenswert ist, dass unsere hier eingesetzte CPU immer nur einem Tester zur Verfügung steht und andere Reviews in diesem Punkt aufgrund anderer CPUs nicht zu vergleichen sind.

Der erhöhte Systemtakt von 1,1 GHz kommt uns daher in rechenintensiven Anwendungen oder Spielen in einer beachtlichen Performancesteigerung zugute. Sofern man auf Nutzung einer Wasserkühlung Wert legt - auch das ist bei einem Mini-ITX-Board möglich - kann man die Befestigung des vorhandenen Kühlkörpers (links neben der SATA-Ports) lösen und somit CPU und Southbridge mit alternativen Kühlern ausstatten.

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Screen von CPU-Z mit unserer vorgenommenen Übertaktung

Das ASUS P8Z77-I Deluxe/WD schafft bei unserer Test-CPU einen Multiplikator 45, was multipliziert mit der Base-Clock-Frequenz von 103,2 MHz sehr schnelle 4635 MHz bedeutet. Bei einem Preis von rund 187 Euro und der nahezu vollständigen Ausstattung ist das ein Top-Wert. Dass für diese Taktung eine Core Voltage von 1,288V anliegt, ist liegt noch in Grenzen. Vergleiche zeigten, dass bei minimal weniger Taktung dennoch ein höherer Wert zustande kam.


ASUS liefert seinem Schützling eine umfangreiche Tool-Sammlung mit, auf die wir nachfolgend kurz eingehen wollen. Um auch den vollen Funktionsumfang zu gewährleisten, sollte alle Programmoptionen installiert werden.

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Einstellung der Taktfrequenz auf einzelne oder alle Cores, ebenso wie den Bustakt, der CPU- und der Speichervoltage

Das Mainboards lässt sich somit bereits nur mit diesem einzelnen Fenster übertakten. Möchte man eine automatische Übertaktung einstellen und den Wert ermitteln lassen, so nutzt man den Button "Auto Tuning" auf der Leiste unten links. Nach mehrmaligen Booten bei stets höherer Taktfrequenz wird der Punkt ermittelt, bei dem es stabil läuft, und stellt dem User zur Wahl, dies beizubehalten. Es ist ratsam für Ungeübte OC'er, sich zuerst mit dem Material vertraut zu machen und ggf. zuerst selbstständige Übertaktungen auszuwählen.

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Festlegung der Energiesparoptionen in Verbindung mit gewünschter Leistung

Hier werden die Stromsparmechanismen eingestellt und überwacht. Sofern man nicht die Leistung benötigt, kann auch die maximale Energieeinsparung genutzt werden und das Board fängt an mit dem Stromverbrauch zu geizen.

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USB 3.0 Boost in Verbindung mit den beiden ASMedia-Ports auf der Rückseite

Erwähnenswert ist auch der "USB 3.0 Boost" in Verbindung mit dem ASMedia-USB3.0-Controller. Einmal installiert und aktiviert, werden die extern angeschlossenen SSDs und weitere Datenträger im Datendurchsatz merklich beschleunigt. Davon konnten wir uns auch selbst überzeugen:

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USB 3.0 Boost erhöht den Datendurchsatz der Test-SSD auf knapp 261 MB/s

Die weiteren Funktionen der ASUS-Suite II zeigen wir in der folgenden Galerie:

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Für diesen Test und auch bei den noch folgenden Tests der in den Tabellen benannten Boards nutzen wir die identische Hardware, welche stets auf einem Benchtable zusammengesetzt wird. Eingesetzt werden zwei verschiedene Testsysteme bei zwei Redakteuren, weshalb sich die Ergebnisse leicht unterscheiden (z.B. bezüglich der Overclocking-Resultate). Wir zeigen in den Benchmark-Vergleichen also nur jeweils die Resultate der mit demselben System getesteten Komponenten.

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz.

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuelle Version.

Seit der Einführung der Nehalem-Prozessoren und der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 1600 MHz und 9-9-9-24 1t - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim ASUS P8Z77-I Deluxe/WD ist allerdings alles so, wie es zu erwarten wäre: Die Turbo-Modi laufen korrekt und auch keine versteckte Übertaktung ist aktiv.

Wir testen seit einiger Zeit nur noch vier Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2011, SuperPi 8M, Sisoft Sandra 2011 Memory Benchmark und Cinebench 11.5 CPU:

3DMark 2011
Leistung in Futuremark-Punkten

Die 5954 Punkte werden durch die aktuellen Treiber von AMD in der Version 13.1 erzielt, der nochmals rund 5 Prozent Mehrleistung aus der Test-Grafikkarte AMD 7850 rausholt. Bei den vorherigen Tests haben wir noch mit dem vorherigen Catalyst 12.4 gebencht. Es ist daher eher als einzelner Wert zu verstehen und kann nicht miteinander verglichen werden.

SuperPI 8M
Dauer in Sekunden, weniger ist besser

Das Testboard lässt sich beim Super Pi am längsten Zeit und liegt in dem Quartett ganz hinten.

SiSoft Sandra Speicherbandbreite
Speicherbandbreite in GB/s, mehr ist besser

Im Speicherdurchsatz belegt das ASUS P8Z77-I Deluxe/WD nur ganz knapp geschlagen den zweiten Platz.

Cinebench 11.5 CPU
Cinebench-Index, mehr ist besser

Im Cinebench liegt auch unser Testkandidat an dritter Stelle. Dahinter liegt nur noch das MSI Z77A-GD65. Es ergeben sich dennoch innerhalb der Performancetests eigentlich keine Unterschiede zwischen den Mainboards, was sich auch in der Praxis so gut wie nicht bemerkbar machen sollte.


Neben einer gut ausgeprägten Performance ist auch der Stromverbrauch des heimischen PCs kein unwichtiges Kriterium. Was man häufig unterschätzt, ist die Tatsache, dass selbst sicht die verschiedenen Mainboard-Modelle der zahlreichen Hersteller unterschiedlich viel Strom aus der Steckdose genehmigen. Ein Grund dafür sind die verschiedenen eingesetzten BIOS-Versionen, die teilweise die von Intel referenzierten Stromsparmechanismen schlecht oder gar falsch umsetzen, oder dass Onboardkomponenten sich eigentlich deaktivieren sollten, wenn diese entweder durch dedizierte Hardware ersetzt wurden oder einfach nicht verwendet werden. Darüber hinaus kann aber manchmal auch die Stromversorgung verantwortlich gemacht werden, wenn unter Default Settings mehr Energie zur Verfügung gestellt wird, als eigentlich benötigt wird. Genau deswegen spielt die Effizienz eine wichtige Rolle. Wenn die Effizienz der Stromversorgung nun also schlecht ausfällt, wird mehr Strom verbraucht. Zu unterschätzen ist hierbei aber auch die Software nicht, sodass sie ebenfalls gut abgestimmt sein muss, damit eine zufriedenstellende Effizienz gegeben ist.

Trotz des Mini-ITX-Formfaktors haben wir die Messwerte mit denen der bisher getesteten Boards vergleichen. Es zeigt sich bei unserem Testboard, dass man für wenig Verbrauch trotzdem auf nichts verzichten muss.

Das ASUS P8Z77-I Deluxe/WD ist mit einigen Zusatzchips ausgestattet, welche auch mit Energie versorgt werden müssen. Sei es der ASMedia-Chip für die USB-Anschlüsse, der Realtek-Chip für den guten Ton, einem Intel-LAN-Anschluss, die kombinierte WLAN-/Bluetooth-Karte und auch noch viele weitere Komponenten. Standardmäßig ist der C1E-Stromsparmechanismus inaktiv, allerdings sind alle vorhandenen Onboardkomponenten aktiv, was sich durchaus negativ auf den Stromverbrauch auswirken kann.

Vergleichen wir nun den Stromverbrauch im Idle und unter Last, gemessen bei der Ausführung von Benchmarkprogrammen. Im ausgeschalteten Zustand des Rechners schwankt unser Strommesser auf 0,0-0,1W. Dies bestätigt uns auch, dass auf dem Board keine Betriebs- oder Status-LED leuchtet. Im Energiesparmodus liegen ca. 2,3W an, wenn man den Rechner mittels Tastatur oder Maus wieder aufwecken möchte.

Der Test mit aktivierten Onboardkomponenten:

Für den ersten Test sind die Default Settings aktiv, sodass der Großteil der Onboardkomponenten bereits aktiviert ist. Die Grafikausgabe erfolgt über die Radeon HD7850, wobei wir die iGPU im BIOS nicht deaktiviert haben. Wie bereits weiter oben geschrieben, sind alle Stromspar-Features eingeschaltet, was mit den Werten einer manuellen Konfiguration scheinbar gut umgesetzt wurde.

Nach 5 Minuten im Idle nach Reboot des Systems inkl. aller Treiber ergibt sich ein Stromverbrauch von:

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Leistung in Watt

Das Mini-ITX liegt mit 47,6 Watt an der Spitze und führt mit einem Vorsprung von 5 Watt zum MSI.

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Leistung in Watt

Beim Cinebench-Test bestätigt sich der vorher niedrige Stromverbrauch erneut, mit sparsamen 96,3 Watt ist es der Sieger.

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Leistung in Watt

Bei Prime95 belegt das Mini-ITX den mit Abstand besten Wert von 96,2 Watt. Der Vogel wird hier vom weitaus teuren ASUS Maximus V Gene abgeschossen, denn dieses Board ist eher auf Höchstleistung ausgelegt und liegt daher beim Stromverbrauch höher.

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Spannung in Volt

Das ASUS P8Z77-I Deluxe/WD gönnt sich im Quartett den höchsten Wert bei der CPU-Spannung von 1,072 Volt. Das ASRock und das MSI liegen dicht beieinander und unterscheiden sich bei den Spannungen kaum. ASUS zeigt mit dem Maximus V Gene den geringsten Wert.

Der Test mit deaktivierten Onboardkomponenten:

Hierzu deaktivieren wir außer dem Onboard-LAN und Onboard-Audio sämtliche Komponenten. Dies hat den Grund, dass die meisten Anwender und auch Spieler nicht alle Onboard-Chips benötigen. Es sind daher nur der Onboard-Lan und der Onboard-Sound aktiviert. Weitere USB-3.0- und SATA-Controller wurden deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber alle energiesparenden Features werden zusätzlich manuell aktiviert. Die Radeon HD 7850 ist weiterhin die primäre Grafikkarte.

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Leistung in Watt

Unser Mini-ITX liegt auch in diesem Modus weit vorne und knausert regelrecht mit 41,6W. Erst mit fast 9 Watt Mehrverbrauch rückt das MSI an zweiter Stelle, danach fast gleich auf liegen das ASUS Maximus V Gene und das ASRock Z77 Fatal1ty.

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Leistung in Watt

Hier fällt der Stromverbrauch nur bei unserem Testboard stärker ins Gewicht und bereitet 5,4 Watt Differenz. Der Unterschied bei den anderen vorher getesteten Boards beträgt zwischen 0,8 bis 1,1 Watt weniger als mit aktivierten Onboardkomponenten.

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Leistung in Watt

Auch beim Prime95-Test erkennen wir gegenüber den aktivierten Onboardkomponenten einen Unterschied, der sich bei unserem Mini-ITX mit niedrigen 5,1 Watt beziffern lässt. Die anderen drei Testboards konnten jedoch Abweichungen von 13,5 bis 17,6 Watt aufweisen.

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Spannung in Volt

Bei unserem vor kurzem veröffentlichten parallelen Test mit einem EVGA Stinger und leicht veränderten Settings konnten wir bei den CPU-Spannungen ebenfalls keinen Unterschied feststellen, ob nun die Onboardkomponenten aktiviert oder deaktiviert sind.

Das Sprichwort, dass man nicht Äpfel mit Birnen vergleichen kann, trifft bei unserem Test auch zu. Wir haben ein Mini-ITX-Board gegen die bisher drei gestesteten Mainboards im Micro-ATX- und in der normalen ATX-Abmessung antreten lassen und es ergaben sich beachtliche Unterschiede im Stromverbrauch. Um es jedoch miteinander werten zu können, finden u.a. demnächst noch weiterer Tests in der Mini-ITX-Größe mit dem Sockel 1155 statt. Weitere Werte sind auch in dem verlinkten Test entnehmbar.


Unser Testsample bietet am I/O-Panel sowohl USB-3.0-Ports wie auch USB-2.0-Ports. Vier USB2.0 und zwei USB3.0 stammen dabei vom Z77-Chipsatz. ASMedia steuert mit ihrem Chip noch zwei weitere USB3.0-Ports auf dem Slotblech dazu bei. Zwei weitere USB-3.0-Schnittstellen sind über den internen Header möglich, die dann ebenfalls mit dem Z77-Chipsatz kommunizieren.

USB-3.0-Performance:

Die USB-3.0-Leistung wird weiterhin mit einer OCZ Vertex 3 SATA 6G mit 240 GB gemessen, die sich zu diesem Zeitpunkt in einem externen USB-3.0-Gehäuse von deLock befindet.

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OCZ Vertex3 SATA6 mit 240 GB am USB3.0 Intel-Controller
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OCZ Vertex3 SATA6 mit 240 GB am USB3.0 ASMedia-Controller

Es zeigt sich, dass beide Messwerte sehr nah beieinander liegen und Intel erst zum Ende hin mit einem hauchdünnen Vorsprung von knapp einem Megabyte pro Sekunde vorne liegt. Dies sollte jedoch in der Praxis keine Rolle spielen und wird auch so gut wie nicht fühlbar sein. Es zeigt sich, dass der Anwender alle vier rückseitigen USB-3.0-Ports problemlos mit einem hohen Datendurchsatz nutzen kann.

SATA-6G-Performance:

Dieselbe OCZ-SSD verwenden wir auch beim obligatorischen SATA-6G-Performancetest. Im Inneren der SSD gibt ein SandForce SF-2281-Controller die nötigen Kommandos. Der Hersteller selbst preist die SSD mit bis zu 550 MB/s lesend und bis zu 520 MB/s schreibend an. Wie wir aus den vorangegangenen Tests bereits feststellen durften, werden diese Transferraten auch tatsächlich erreicht. Da es jedoch auf diesem Mini-ITX-Board keine weiterern SATA-Ports von Drittanbietern gibt, können wir nur einen Wert angeben und ihn nicht vergleichen.

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OCZ Vertex3 SATA6 mit 240 GB, angeschlossen am SATA 6G Intel-Controller

Für unseren Massenspeichertest nutzen wir eine Seagate Barracuda ST31000524AS SATA6, 1 TB mit 7200 U/min.

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Seagate 1 TB Festplatte am Intel-Controller

Es ist somit ersichtlich, dass der Intel-Chipsatz unsere Datenträger gemäß den Spezifikationen ausreizen kann und es zu keinen Überraschungen führt.


ASUS beglückt uns mit einem nahezu perfekt ausgestatteten Mini-Mainboard, welches sich auch gut in höheren Regionen übertakten lässt. Als Einsatzzweck kann man sich dieses Board sowohl in einem potenten HTPC oder einem kleinen Spaßsystem für die nächste Lan-Party vorstellen. Aber auch als heimischer Desktoprechner gibt es in einem Mini-ITX Gehäuse auf dem Schreibtisch durch den guten Stromverbrauch sicherlich eine gute Figur ab und kann durch viele Schnittstellen glänzen. Nicht geeignet sind alle Mini-ITX-Systeme natürlich für Enthusiasten, da einfach Schnittstellen und Erweiterbarkeit durch die Baugröße limitiert sind.

Das Layout bringt keine Ungereimtheiten mit sich, da sämtliche Anschlüsse farblich hervorgehoben sind und sich auch gegenseitig nicht blockieren. Einzig und allein ist die aufrecht stehende VCore-Karte ein kleines Hindernis, wenn es um die Kühlerwahl geht, denn diese überragt das Mainboard um ca. 4,3 cm. Unterseitig liegen einige größere Chips nah am CPU-Sockel, was bei einigen Retention-Kits problematisch sein kann. Wir würden daher fast zu einer Befestigung mit den Push-Pins raten, um hier evtl. Schäden zu vermeiden. Auch bei den Speichermodulen sollte man nicht die höchsten Kits auswählen.

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Nochmal das ASUS P8Z77-I Deluxe/WD in der Gesamtansicht

Das Mainboard-Layout ist übersichtlich und klar strukturiert. Man kommt an ziemlich alle wichtigen Stellen heran, ohne viel Zeit zu verlieren. Vom Layout könnte man die SATA-Anschlüsse etwas weiter nach außen am Platinenrand verlegen, da man mit einem größeren CPU-Kühler in Verbindung mit einer Grafikkarte im eingebauten Zustand schwieriger herankommt. Allerdings sind dies nun wirklich kleine Schönheitsfehler.

Als Steuerungszentrale verwendet auch dieses ASUS-Mini-ITX-Board das bereits bekannte UEFI-BIOS, das sich entweder mit der Maus oder der Tastatur bedienen lässt. In unserem Test erwies sich dies als tadellos, auch kann man recht viele Einstellungen vom BIOS mittels der Windows-Oberfläche vornehmen. Dass unser Testkandidat auch in Sachen Stromverbrauch knausert, überraschte uns anhand der Fülle der Ausstattung etwas. ASUS scheint hier ein besonderes Auge drauf geworfen zu haben, dass alle Komponenten effizient miteinander harmonieren. Softwareseitig ist eine Vielzahl von Tools in einer "ASUS-Suite II" zusammengefasst, welche Taktraten, Lüfterdrehzahl und vieles mehr steuern und überwachen kann. Die Software kann einem beim System-Tuning auch extrem hilfreich sein.

Insofern kann man dem kleinen Zwerg also guten Noten ausstellen - das Board hat aber auch einen entsprechend hohen Preis von knapp 180 Euro.

Positive Punkte des ASUS P8Z77-I Deluxe/WD:

Negative Punkte: