Test: Gigabyte G1.Sniper M3 - kompaktes Gamer-Mainboard

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gigabyte 1litenEs ist keine Neuigkeit, dass die Mainboard-Hersteller spezielle Produktserien für Gamer anbieten. Bei ASUS ist das die Republic of Gamers-Serie (ROG), bei Gigabyte hingegen die G1-Serie. Mit dem G1.Sniper M3 haben wir ein Micro-ATX-Mainboard aus dieser Serie zum Test erhalten. Das M3 bietet trotz des kleinen Formats eine deutlich bessere Ausstattung als andere Micro-ATX-Platinen. Damit eignet es sich vor allem dann, wenn ein kompakter Spiele-Rechner aufgebaut wird.

Dieser Test stammt von unserem schwedischen Redakteur Öjvind Karlsson und erschien ursprünglich auf unserer schwedischen Seite hardwareluxx.se. Für die deutsche Seite wurde er übersetzt.

Im Oktober konnten wir bereits das Gigabyte G1.Sniper 3 testen. Dieses ATX-Mainboard hat uns mit seiner umfangreichen Ausstattung beeindruckt. Auf den ersten Blick ist das kleine G1.Sniper M3 dem G1.Sniper 3 durchaus ähnlich. Beide Mainboards haben einen LGA 1155-Sockel für aktuelle Intel-Prozessoren und den Intel Z77-Chipsatz. Auch die auffällige Farbgebung teilen sie sich. Allerdings hat Gigabyte doch eine ganze Reihe von Abstrichen gemacht, um das G1.Sniper M3 deutlich günstiger als seinen ATX-Bruder anbieten zu können.

Wie bei anderen Mainboards der G1-Serie muss aber auch beim G1.Sniper M3 ein gewisser Aufpreis gegenüber regulären Mainboards bezahlt werden. Mit 150 Euro ist das Gamer-Mainboard kein günstiges Z77-Mainboard, der Aufpreis bleibt aber noch im Rahmen. Trotzdem stellt sich die Frage, welchen Mehrwert das Gigabyte-Mainboard für diesen Preis bieten kann. Grafikkarten lassen sich in zwei PCIe 3.0-Steckplätzen unterbringen, sodass SLI- oder CrossFireX-Verbünde genutzt werden können. Um PCIe 3.0 nutzen zu können, muss ein Ivy-Bridge-Prozessor im Sockel LGA 1155 Platz nehmen. Bei Nutzung eines Sandy Bridge-Prozessors steht nur PCIe 2.0 zur Verfügung. Weitere Erweiterungskarten lassen sich in zwei PCIe-2.0-Steckplätzen (PCIe x16, elektrisch x4 und PCIe x1) unterbringen.

Das I/O-Panel bietet zumindest zwei USB 3.0-Ports. Zwei zusätzliche USB 3.0-Ports können über den internen Anschluss genutzt werden. Neben den schnellen USB-Ports kann das I/O-Panel unter anderem noch HDMI, DisplayPort, D-Sub und DVI vorweisen. Über diese Anschlüsse erfolgt die Bildausgabe der integrierten GPU.

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In der Draufsicht - Gigabyte G1.Sniper M3

Als Micro-ATX-Mainboard ist das G1.Sniper M3 244 x 244 mm groß und nimmt entsprechend wenig Platz im Gehäuse weg. Das PCB ist tiefschwarz, die Komponenten hingegen überwiegend schwarz oder grün. Schwarz sind auch die passiven Kühlkörper.

Spezifikationen:

G1.Sniper M3
Hersteller und ModellGigabyte G1.Sniper M3
Verkaufspreis 150 Euro
Herstellerseite http://www.gigabyte.de/
Chipsatzfunktionen
Chipsatz Intel Z77 Express
Speicher 4x DDR3 (Dual-Channel)
Max. RAM-Bestückung max. 32 GB (mit 8 GB DIMMs)
SLI / CrossFire CrossFireX, SLI (2 Grafikkarten)
Steckplätze und Anschlüsse
PCI Express

2x PCIe 3.0 x16, (x16/-, x8/x8)
1x PCIe 2.0 x16 (x4 Lanes)
1x PCIe 2.0 x1

PCI -
Serial ATA, SAS och
ATA Kontroller
2x SATA 6G und 3x SATA 3G, 1 x eSATA 3G; RAID 0, 1, 5, 10 via Intel Z77
USB 4x USB 3.0 (2x am I/O-Panel, 2x via Anschluss auf dem Board)
via Z77
10x USB 2.0 via Z77 (4x am I/O-Panel, 6x am Mainboard)
Bildschirm 1x HDMI, 1x DisplayPort, 1 x D-Sub, 1 x DVI-D
WLAN / Bluetooth - , -
Firewire -
LAN 1x Intel 82579V Gigabit-LAN
Audio 6-Kanal-Audio (5.1) Creative CA0132 SoundCore3D

Die Ausstattung des Gigabyte G1.Sniper M3 bietet nur wenige Besonderheiten. Es gibt weder mSATA, PCI, Firewire, WLAN noch Bluetooth. Bei einem Mainboard, das sich in erster Linie an Gamer richtet und dazu noch wegen des Micro-ATX-Formats nur begrenzt Platz bietet, ist das aber kein Problem. Immerhin lassen sich trotzdem zwei Grafikkarten nutzen, sodass das G1.Sniper M3 in puncto Spieleleistung auch mit üppiger ausgestatteten LGA 1155-Mainboards im ATX-Format mithalten sollte.

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Das mitgelieferte Zubehör umfasst:

Das Lieferumfang lässt kaum Wünsche offen und ist für ein Mainboard dieser Preisklasse völlig ausreichend.


Intel setzt den Sockel LGA 1155 für die Mainstream-Plattform ein. Entsprechend umfangreich ist das Angebot an LGA 1155-Mainboards. Darunter ist auch eine große Zahl an Micro-ATX-Mainboards. Bei den besser ausgestatteten Modellen wird meist der Z77-Chipsatz eingesetzt, der Funktionen wie Intels Smart Response Technologie und Lucid Virtu bietet.

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Das Micro-ATX-Mainboard verfügt über eine relativ leistungsstarke Stromversorgung mit neun Phasen.

Seitlich und oberhalb vom Sockel findet man die 9-Phasen-Stromversorgung für den Prozessor, acht kümmern sich dabei um die Kerne, eine Phase um den ehemaligen Uncore-Bereich. Um den Sockel gibt es genügend Platz für die Montage von aufwendigeren CPU-Kühlern. Allerdings ist der Abstand zwischen dem obersten PCIe x16-Slot und dem Sockel aufgrund des Formfaktors relativ gering, sodass größere CPU-Kühler unter Umständen mit der Grafikkarte kollidieren könnten. Ein PWM-Anschluss für den Lüfter des CPU-Kühlers befindet sich in Sockelnähe.

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Auf den ersten Blick gibt es zwar drei PCIe x16-Slots, davon stellt aber nur einer die volle Bandbreite bereit.

Das Gigabyte G1.Sniper M3 hat drei PCIe-Slots mit voller Länge. Der obere PCIe-Slot bietet 16 Lanes (PCIe 3.0). Der nächste PCIe x16-Slot ist nur als PCIe 2.0 x4 über den Z77-Chipsatz angebunden, der unterste Slot bietet hingegen wieder PCIe 3.0-Bandbreite. Bei Nutzung eines Multi-GPU-Setups können maximal zwei Grafikkarten im obersten und im untersten Slot verbaut werden, sie sind dann je über acht Lanes angebunden. Zusätzlich zu den PCIe x16-Slots gibt es noch einen PCIe 2.0 x1-Slot, der sich z.B. für eine Sound- oder W-LAN-Karte anbietet. Auf PCI-Steckplätze verzichtet Gigabyte.

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Es gibt sechs SATA-Ports auf dem Mainboard, davon befindet sich der eSATA 3G-Port auf dem I/O-Panel.

Ein Micro-ATX-Mainboard wird wohl kaum für ein System mit dem Schwerpunkt auf Storage genutzt werden, sechs SATA-Ports sollten also ausreichen. Die beiden abgewinkelten weißen Anschlüsse unterstützen SATA 6 Gb/s und sollten bevorzugt genutzt werden, die anderen vier Anschlüsse (davon einer als eSATA-Anschluss ausgeführt) sind als SATA 3 Gb/s-Ports spezifiziert. SATA 6 Gb/s-Laufwerke können natürlich auch an den SATA 3 Gb/s-Ports angeschlossen werden, werden unter Umständen dadurch aber ausgebremst. Zusatzchips von Marvell oder ähnlichen Anbietern sind nicht auf dem Board zu finden.


Werfen wir einen genaueren Blick auf das I/O-Panel:

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Gigabyte stellt über das I/O-Panel zwei USB 3.0-Port und einen SATA 3 Gb/s-Port für bandbreitenintensive externe Geräte bereit. Die Bildausgabe der integrierten Grafik kann mittels aller vier gängigen Anschlüsse erfolgen. Insgesamt kann die pragmatische Bestückung des I/O-Panels überzeugen.

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Ein ITE IT8728F übernimmt Überwachungs- und Steuerungsfunktionen.

Die Schaltung ITE IT8728F dient der Überwachung bzw. Steuerung von Spannungen, Temperaturen und Lüfterdrehzahlen.

gigabyte 10 Bei der Audio-Lösung setzt Gigabyte auf Creatives CA0132 SoundCore3D.

Durchaus bemerkenswert ist der genutzte Onboard-Soundchip. Gigabyte nutzt Creatives CA0132 Sound Core3D, eine Sechskanal-Lösung. Dadurch wird u.a. CrystalVoice und THX TruStudio Pro unterstützt.

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Intels 82579V ermöglicht Gigabit-LAN.

Auch beim Netzwerkchip wird auf eine höherwertige Lösung, nämlich auf Intels 82579V gesetzt. Dieser Chip ist über eine PCIe-Lane angebunden und bietet Transferraten von bis zu 1 GBit/s. Typische Funktionen wie "Wake on LAN" werden unterstützt.

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Der VRM-Controller ermöglicht viele Spannungs-Settings im BIOS.

Gigabyte setzt eine 8+1-Stromversorgung ein. Das ist keine extreme Lösung, für ein Micro-ATX-Mainboard sollte sie aber mehr als ausreichen. Der VRM-Controller stellt die notwendigen Übertaktungsoptionen zur Verfügung.

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Zwei separate BIOS-Chips sorgen für mehr Sicherheit bei etwaigen BIOS-Problemen.

Gigabyte hat zwei BIOS-Chips verbaut. Darüber findet man vier ASMedia-Chips (ASM1480) für die PCIe 3.0-Lanes. Sie ermöglichen die Splittung in 2 x 8-Lanes für Crossfire/SLI.

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In der Draufsicht - Gigabyte G1.Sniper M3.

Gigabyte stellt vier PWM-Anschlüsse für Lüfter auf dem G1.Sniper M3 bereit, einer ist für den CPU-Lüfter vorgesehen. Die Lüfter lassen sich über das BIOS steuern. Die Lage der Anschlüsse ist gut.

Wird der untere PCIe x16-Slot genutzt wird, wird schnell ein SATA-Port blockiert. Die anderen vier Ports sind nicht betroffen, da sie abgewinkelt sind. Abgesehen von diesem Kritikpunkt haben wir am Layout des Mainboards nichts auszusetzen.


Wie bei den meisten aktuellen Mainboards gibt es auch beim Gigabyte G1.Sniper M3 ein UEFI-BIOS. Wir haben einen USB-Stick und Q-Flash genutzt, um das BIOS auf Version F10b zu aktualisieren. Das Flashen ist aber auch über Windows bzw. DOS möglich. Q-Flash erscheint uns allerdings als schnellster und sicherster Weg. In der Regel ist ein BIOS-Update nicht empfehlenswert, wenn das System gut funktioniert - schließlich gibt es immer ein Restrisiko. Dank der beiden separaten BIOS-Chips ist das Gigabyte-Mainboard aber gut auf den Fall der Fälle vorbereitet.

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Während des Hochfahrens gelangt man mit Drücken der Entf-Taste in das BIOS. Gigabyte hat das BIOS 3D BIOS getauft, denn verschiedene Bereiche des Mainboards können zum Aufruf von BIOS-Funktionen einfach angeklickt werden. Unter "Erweitert" verbirgt sich eine traditionellere Benutzeroberfläche.

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Mit dieser Benutzeroberfläche lassen sich dann verschiedene Registerkarten aufrufen: M.I.T., System, BIOS Features, Peripherals, Power sowie Save & Exit. Q-Flash dient wie erwähnt der Aktualisierung des BIOS.

M.I.T. dient vor allem der Anpassung von Frequenzen und Spannungen und ist damit für Übertakter besonders relevant.

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Unter System lassen sich Basis-Einstellungen wie Sprache, Uhrzeit und Datum ändern. Außerdem können SATA-Ports aktiviert bzw. deaktiviert werden.

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BIOS Features ermöglicht es unter anderem, die Bootreihenfolge festzulegen.

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Der Peripherals-Reiter stellt Einstellungen der verschiedenen Chips bereit - darunter sind SATA-, USB-, Grafik- und Sound-Settings. Der SATA-Controller sollte in der Regel im AHCI-Modus betrieben werden, um eine optimale Leistung zu erhalten. Nur bei Problemen ist die IDE-Einstellung als Alternative relevant. Auch der RAID-Betrieb ist möglich.

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Das Power Management lässt detailliert festlegen, wie die Stromsparmodi genutzt werden sollen.

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Save & Exit ist selbsterklärend - Änderungen können gespeichert werden. Settings können auch in Profile gesichert bzw. daraus aufgerufen werden.


Werfen wir einen Blick auf die Übertaktungsmöglichkeiten. Es sei daran erinnert, dass der Übertaktungserfolg unter anderem vom gewählten Prozessor und der BIOS-Version abhängt. So gibt es signifikante Unterschiede, wie Sandy Bridge- und Ivy Bridge-Prozessoren mit Spannungserhöhungen umgehen.

Overclockingfeatures des Gigabyte G1.Sniper M3
Basisfrequenz
80 bis 133,3 MHz in 0,1 MHz-Schritten
CPU-Spannung
0,80 V bis 1,90 V in 0,005 V-Schritten
DRAM-Spannung
1,20 V bis 2,40 V in 0,030 V-Schritten
VTT-Spannung
0,77 V bis 1,44 V in 0,010 V-Schritten
CPU PLL-Spannung
1,20 V bis 2,20 V in 0,005 V-Schritten
IMC-Spannung
0,715 V bis 1,40 V in 0,005 V-Schritten
PCIe-Frequenz
- N/A -
Andere Einstellungen
Vcore Loadline Calibration, GFX Voltage Loadline Calibration
Speichersettings
Taktraten
abhängig vom Prozessor
Command Rate einstellbar
Latenzer 30 Parameter
XMP unterstützt
Weitere Funktionen
QPI-Taktfrequenzen
- technisch unmöglich -
Weitere Merkmale

UEFI-BIOS
Einstellungen in Profilen speichern
Turbo Modus (alle Kerne, in Abhängigkeit von aktiven Kernen),
erweiterte Lüftersteuerung für CPU-Lüfter und die drei Lüfter-Anschlüsse

Gigabyte liefert das Mainboard mit der Software Easy Tune 6 aus, die Übertakten direkt aus dem Windows heraus ermöglicht und den Weg ins BIOS ersparen kann.

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Es gibt drei vorgegebene Overclocking-Profile. Grün steht für leichte Übertaktung bei minimalem Risiko, gelb für ein mittleres Setting und rot für aggressives Übertakten. Alternativ gibt es auch eine Funktion für die automatische Übertaktung (Auto Tuning). Sie ist aber nur für erfahrene Nutzer zu empfehlen, da es bei hoher Übertaktung zu Problemen mit dem Start von Windows kommen kann. Um den maximal stabilen Takt auszuloten, haben wir trotz der Easy Tune-Software das BIOS genutzt.

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Über die Software lässt sich auch beeinflussen, wie sich der Turbo-Modus in Abhängigkeit von der Zahl aktiver Kerne verhält.

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Auch diverse Spannungen können einfach über die Software unter Windows geregelt werden.

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Der Frequency-Reiter ermöglicht die Anpassung des Basistakts (BCLK) und der Speicherfrequenz.

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Im BIOS sind die wesentlichen Einstellungen für das Übertakten an drei verschiedenen Stellen zu finden. Hier lassen sich der Basistakt und die Einstellungen für den Turbo-Modus anpassen. Um den Multiplikator zu ändern muss Intel-typisch ein K-Modell mit freiem Multiplikator genutzt werden. Wir haben das Ivy Bridge-Modell Core i5 3570K genutzt.

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Soll der Speicher übertaktet werden, so sind entsprechende Einstellungen unter den "Advanced Memory Settings" zu finden. Im Vergleich zu früheren Intel-Plattformen ist das Übertakten des Speichers aber nicht mehr so leicht, da sich der Basistakt nicht so frei anpassen lässt.

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Für einen hohen Takt müssen auch einige Spannungen erhöht werden. Es empfiehlt sich, immer nur ein Setting auf einmal anzupassen, die Spannungen in kleinen Schritten zu erhöhen und die Stabilität mit Stabilitätstest zu kontrollieren. Erhöhte Spannungen können schließlich potentiell die Hardware beschädigen.

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Wir konnten einen maximalen stabilen Takt von 4747 MHz mit unserem Prozessor erreichen. Wenn wir eine Spannung von 1,5 Volt angelegt haben, ließen sich sogar noch bessere Ergebnisse (über 4,8 GHz) erreichen. Wir haben uns dann vorsichtshalber aber doch mit einer CPU-Spannung von 1,4 Volt begnügt.


Bevor wir zu unseren Benchmarkergebnissen kommen, listen wir die Komponenten auf, die für den Test genutzt wurden.

Hardware:

Die Command Rate haben wir manuell im BIOS auf 2T gesetzt. Für USB- und SATA-Tests wurden noch weitere Komponenten genutzt.

Seit der Einführung der Nehalem-Prozessoren und der Integration des Speichercontrollers in den Prozessor gibt es in der Regel nur noch geringe Performance-Unterschiede zwischen einzelnen Mainboards - die Hersteller haben schließlich kaum mehr Raum für Anpassungen. In der Vergangenheit war es hingegen noch möglich, einige Prozentpunkte an Mehrleistung mit verschiedenen Einstellungen zu erzielen. Solange beim Mainboard die Speichereinstellungen und Latenzen richtig gesetzt sind, liefern aktuelle Mainboards aber eine sehr ähnliche Leistung.

Obwohl wir die Anzahl der Benchmarks wegen dieser Situation reduzieren konnten, haben sie doch noch immer ihre Berechtigung. Die Leistungstests verraten nämlich, ob die Hersteller Features wie den Turbo-Modus richtig implementiert haben.

Wir nutzen die folgenden Benchmarks: 3DMark 11, Winrar, Cinebench 11.5, Virtual Dub und Truecrypt:

 

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Performance in Futuremark-Punkten
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Im Cinebench war kein siginifkanter Unterschied festzustellen.
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Winrar wird sehr von der Speicher-Performance beeinflusst. Die ASUS-Mainboards haben einen kleinen Vorteil gegenüber dem G1.Sniper M3.
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Bei der Kompressionsgeschwindigkeit in Virtual Dub wurden identische Ergebnisse erreicht.
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Beim Verschlüsselungs-Test mit Truecrypt gab es hingegen minimale Unterschiede.

Wie erwartet konnten wir keine großen Performance-Unterschiede festzustellen. Kleine Abweichungen sind durch unterschiedliche BIOS-Versionen mit minimal abweichenden Einstellungen oder mit Messungenauigkeiten zu erklären.


Neben der Leistung ist der Stromverbrauch ein wichtiger Faktor bei der Auswahl von Komponenten. Der Verbrauch verschiedener Mainboard-Modelle unterscheidet sich oft deutlich, selbst bei gleichem Hersteller. Dafür gibt es viele Gründe: Verschiedene BIOS-Versionen, die Intels Stromsparmechanismen schlecht oder falsch umsetzen oder zusätzliche Chips. Manchmal wird auch aufgrund einer schlechten Spannungsversorgung mit geringem Wirkungsgrad mehr Strom verbraucht. Schließlich muss auch die Software mit dem System harmonieren, um eine gute Effizienz zu erreichen.

Wir messen den Stromverbrauch im Idle-Modus (schwedisch: Viloläge) und bei voller Last mit Cinebench 11.5 und 3DMark 11.

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Das Sabertooth-Modell als einziges ATX-Modell kommt auf den höchsten Verbrauch. Das G1-Modell von Gigabyte ist im Idle und bei Volllast etwas sparsamer als das Micro-ATX-Modell von ASUS (bei dem aber noch der ältere Z68-Chipsatz eingesetzt wird).


Das Gigabyte G1.Sniper M3 hat vier USB 3.0-Ports. Zwei sind über das I/O-Panel zugänglich, zwei können intern abgegriffen werden. Die Ports werden über den Z77-Chipsatz realisiert.

USB 3.0-Leistung:

Wir messen die USB 3.0-Leistung mit einer Kingston HyperX 3.0, einer 120 GB großen SSD mit USB 3.0-Schnittstelle.

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USB 3.0-Leistung (via Z77-PCH)

Wir konnten eine Lese-Performance von 212 MB/s und eine Schreibgeschwindigkeit von 197 MB/s erreichen. Das ist ein sehr gutes Ergebnis.

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Beim Vergleich der USB-Leistung mit dem Sabertooth Z77 im AS SSD-Benchmark ist das ASUS-Mainboard besonders bei der USB 3.0-Leistung etwas im Vorteil.

SATA 6 Gb/s-Leistung:

Wir nutzen eine Verbatim 120GB-SSD mit SATA 6 Gb/s-Unterstützung für diesen Test. Als Controller dient ein SandForce SF-2281. Die Lese-Performance soll laut Hersteller bei bis zu 550 MB/s liegen, beim Schreiben werden 510 MB/s erreicht. Frühere Tests haben gezeigt, dass diese Übertragungsraten durchaus erreicht werden können.

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Die SATA 6 Gb/s-Leistung ist wieder optimal.

Die Herstellerspezifikationen werden erneut übertroffen. Die Schreibrate liegt bei bis zu 514 MB/s, beim Lesen wurden 552 MB/s erreicht. Zwischen dem Gigabyte-Modell und den ASUS-Mainboards konnten wir nur minimale Unterschiede feststellen.

Insgesamt gibt es an den Benchmarkergebnissen nichts auszusetzen, sie erreichen das erwartete Niveau.


Ohne Zweifel ist das Gigabyte G1.Sniper M3 ein ansprechendes Micro-ATX-Mainboard, das eine ähnliche Leistung wie ein normales ATX-Mainboard mit Sockel LGA 1155 bietet. Gleichzeitig können auch noch zwei Grafikkarten im CrossFire- und SLI-Modus betrieben werden. Der Verkaufspreis fällt nicht aus dem Rahmen, aber es gibt durchaus einige vergleichbare Modelle von anderen Herstellern.

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Gigabyte stellt alle Anschlüsse bereit, die man sich für die Nutzung der integrierten Intel-Grafik nur wünschen kann. Auch Lucids Virtu-Technologie wird unterstützt. Vier PWM-Lüfteranschlüsse stehen zur Verfügung, von denen einer für den CPU-Lüfter gedacht ist. 

Für ein Micro-ATX-Mainboard ist das G1.Sniper M3 sehr übertaktungsfreudig. In unserem OC-Test konnten wir mit dem Core i7-3570K eine Taktrate von über 4,7 GHz erreichen. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten zur Anpassung von Spannungen, Frequenzen und anderen Settings, die zur Stabilisierung der Übertaktungs-Ergebnisse dienen. Bemerkenswert sind auch die beiden separaten BIOS-Chips, die für mehr Sicherheit sorgen. Das Windows-Programm Easy Tune 6 erleichtert die Übertaktung.

Der Preis von etwa 150 Euro scheint für ein Micro-ATX-Mainboard mit Z77-Chipsatz mit den gezeigten Features etwas hoch. ASRock bietet z.B. das Z77 Pro4-M für unter 90 Euro an. Der direkte Konkurrent, das ASUS Maximus V Gene aus der ROG-Serie, kostet aber mit knapp 170 Euro etwas mehr. Im Fall des G1.Sniper M3 erhält man für sein Geld ein hochwertiges Mainboard mit guter Ausstattung, das zahlreiche Übertaktungsoptionen und gleichzeitig eine hohe Effizienz bietet - aber auch nicht viele Onboard-Komponenten mitbringt.

Positive Aspekte Gigabyte G1.Sniper M3:

Negative Aspekte Gigabyte G1.Sniper M3:

Das Gigabyte G1.Sniper M3 überzeugte im Test. Wir konnten keine signifikanten Nachteile entdecken. Das Mainboard bietet sich vor allem dann an, wenn ein kompaktes System geplant ist, das aber auch Spielraum zum Übertakten bietet.