Test: ASUS P8Z77-V Premium

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asus z77 teaser klein 2Mainboards mit dem Z77-Chipsatz gibt es von ASUS fast wie Sand am Meer. Für jede Preisklasse gibt es Platinen mit einer entsprechenden Ausstattung, sodass jede Käuferschicht angesprochen werden kann. Für die Enthusiasten-Käuferschicht hat ASUS neben den Republic-of-Gamers-Modellen aber auch andere Mainboards im Angebot, die ebenso vor Ausstattung und Funktionen nur so strotzen. Aus der P8Z77-V-Serie haben wir uns das größte Modell herausgepickt und es auf Herz und Nieren überprüft. Die Rede ist hier vom ASUS P8Z77-V Premium. Wie es sich gegen andere Probanden schlägt, wird sich in diesem Artikel zeigen.

Wie es sich für das größte Modell einer Mainboard-Serie gehört, positioniert sich die Ausstattung ebenfalls auf Premium-Niveau. Der Käufer erhält ein robustes Mainboard, welches technisch auf dem aktuellsten Stand ist: Mit zahlreichen PCI-Express-Slots, die darunter auch eine 4-Way-Multi-GPU-Unterstützung erlauben, Thunderbolt, WLAN und Bluetooth der aktuellsten Generation, jede Menge SATA-Schnittstellen und eine ausreichende Anzahl an USB-Buchsen zieren das P8Z77-V Premium.

Und auch wenn in Verbindung mit einem derartigen Mainboard zumeist auf mindestens eine dedizierte Grafikkarte gesetzt wird, bietet ASUS dem Käufer des P8Z77-V Premium die Möglichkeit, die interne GPU mit ins Spiel zu bringen. Aus diesem Grund befinden sich auf dem I/O-Panel jeweils ein HDMI- und DisplayPort-Ausgang. Für den ersten groben Überblick stellt man also fest, dass das P8Z77-V Premium einiges zu bieten hat. Das allerdings spiegelt sich auch im Preis wider, denn um das Premium-Mainboard zu erwerben, müssen mindestens 362 Euro ausgegeben werden, was für ein Mainboard ziemlich viel Geld ist. Selbst das aktuelle ASUS Maximus V Extreme aus der Republic of Gamers-Serie ist mit seinen 320 Euro geringer gelistet und bietet ebenso das Neueste vom Neuen. Für den Aufpreis muss es also einen triftigen Grund geben, wenn man sich für das P8Z77-V Premium entscheidet. Der Thunderbolt-Controller ist zumindest ein Grund, denn das Silizium ist im Einkauf für den Mainboardhersteller sehr teuer.

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Das ASUS P8Z77-V Premium in der Übersicht.

Die Farbgestaltung der Multimedia-Mainboard-Serien ist man von ASUS bereits gewohnt. Während das PCB schwarz gestaltet wurde, sind die meisten anderen verbauten Komponenten blau und weiss gefärbt. Eine ähnliche Farbkombination verwendet auch Gigabyte bei seinen Modellen und vermittelt ebenfalls einen hochwertigen Eindruck. Bei dem verlangten Preis kann man ein Qualitätsprodukt erwarten, alle verwendeten Kondensatoren und Bauteile sind von hoher Güte. Ein weiterer positiver Punkt an dem teuren Stück Hardware: Es passt in jedes ATX-konforme Gehäuse.

Das sind die Eckdaten zum ASUS P8Z77-V Premium:

Die Daten des ASUS P8Z77-V Premium in der Übersicht
Hersteller und
Bezeichnung
ASUS
P8Z77-V Premium
Straßenpreis ca. 362 Euro
Homepage http://www.asus.de
Northbridge-/CPU-Features
Chipsatz Intel Z77 Express Chipsatz + PEX8747 + PEX8608
Speicherbänke und Typ 4x DDR3 (Dual-Channel)
Speicherausbau max. 32 GB (mit 8-GB-DIMMs)
SLI / CrossFire CrossFireX, SLI (4-Way)
Onboard-Features
PCI-Express 4x PCIe 3.0 x16, (x16/x16/-/-, x16/x8/x8/-, x8/x8/x8/x8)
2x PCIe 2.0 x1
PCI -
Serial-ATA-, SAS- und 
ATA-Controller
2x SATA 6G und 3x SATA 3G mit RAID 0, 1, 5, 10 über Intel Z77
4x SATA 6G über Marvell PCIe 88SE9230
2x eSATA 6G über ASMedia ASM1061
1x mSATA 3G über Z77
USB 6x USB 3.0 (4x am I/O-Panel, 2x über Header)
vier über Z77 direkt, zwei über ASMedia ASM1042
4x USB 2.0 über Z77 (4x über Header)
Grafikschnittstellen 1x HDMI, 1x DisplayPort
WLAN / Bluetooth Wi-Fi 802.11 a/b/g/n (max. 300 MBit/s), Bluetooth 3.0+HS/4.0
Firewire -
LAN 1x Intel WG82579V Gigabit-LAN
1x Intel WG82583V Gigabit-LAN
Audio 8-Channel Realtek ALC898

Im Großen und Ganzen passt die gebotene Ausstattung auch zum verlangten Marktpreis. Einzig die Anzahl an USB-3.0-Schnittstellen hätte größer ausfallen können. Dafür wurde an SATA-Buchsen nicht gespart. Mit dabei sind zusätzlich zwei eSATA-Konnektoren und einen mSATA-Slot. Damit alles angebunden werden kann, setzt ASUS gleich auf zwei PCI-Express-Brücken - somit ist davon auszugehen, dass das High-End-Board einmal wieder einen etwas höheren Stromverbrauch hat.

Als Zubehör befindet sich folgendes in der Verpackung:

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Alles wichtige Zubehör wird von ASUS mitgeliefert. Darunter drei SLI-Brücken, sechs SATA-Kabel, ein passendes USB-3.0-Frontpanel, welches dem Käufer zwei weitere USB-3.0-Schnittstellen ermöglicht und eine Wi-Fi Go! Card inkl. zwei Antennen. WiFi und Bluetooth kann das ASUS-Board also auch gleich.


Wie man es bereits am Modellnamen erkennen kann, beherbergt das ASUS P8Z77-V Premium den allseits bekannten Z77-Chipsatz von Intel. Der Hauptunterschied zum Vorgänger ist die native USB-3.0-Unterstützung an maximal vier Buchsen. Drei weitere Hauptfunktionen des Z77-Chipsatzes sind immer noch: Intel Smart Response Technology, die Intel Rapid Start Technology und die Intel Smart Connect Technology. Diese haben wir wiederholt bereits ausführlicher betrachtet, weshalb wir hier auf vorangegangene Mainboard- und CPU-Artikel verweisen.

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Ein digitales 16+4-Phasendesign übernimmt den Posten für die CPU-Spannung.

ASUS hat beim P8Z77-V Premium keine Kosten gescheut: Für die nötige CPU-Spannungsversorgung stehen insgesamt satte 20 Phasen bereit, die allesamt digitaler Natur sind. 16 Stück sind allein für die CPU und vier für die interne GPU und den System Agent. Die Effizienz soll dabei mit dem ASUS-Feature Smart-Digi+ zusammen mit der EPU-Funktion (Stromsparfunktionen) und einer TPU (TurboV Processing Unit) optimiert werden. Werden alle Funktionen aktiviert, lässt sich die CPU-Taktfrequenz mit einfachem Tastendruck um bis zu 85 Prozent erhöhen. Der Bereich um den Sockel wurde zusammen mit den Phasen und den Passivkühlkörpern nahezu vollständig verbaut, sodass noch genügend Platz für die Montage von CPU-Kühlkörpern übrig bleibt.

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Auch für den Arbeitsspeicher stehen digitale Phasen bereit, zwei an der Zahl.

An der Anzahl von DIMM-Slots hat sich nichts verändert. Auch bei diesem Premium-Mainboard sind vier DIMM-Slots verlötet worden, die zusammen eine maximale Speicherkapazität von 32 GB unterstützen. In jeden DIMM-Slot können also maximal 8-GB-DIMMs verbaut werden. Unterhalb der DIMM-Slots befindet sich ein MemOK!-Button, der in Fällen einer vermuteten Inkompatibilität genutzt werden kann, sodass das Mainboard lauffähige Einstellungen suchen und aktivieren kann. Weiter darunter ist der Trusted-Platform-Modul-Header zu finden, auf dem man ein TP-Modul platzieren kann, sodass die eigenen, empfindlichen Daten vor Unbefugten geschützt sind. Neben einem internen USB-3.0-Header und einer weiteren SATA-3G-Schnittstelle war es das auch schon.

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Das ASUS P8Z77-V Premium kommt mit vier Grafikkarten spielend zurecht.

Bei dem verlangten Preis kann man ebenfalls erwarten, dass das Mainboard mit vier Grafikkarten klar kommt, sprich 4-Way-SLI und 4-Way-CrossFireX beherrscht. Vier mechanische PCIe-3.0-x16-Slots sind auf dem P8Z77-V Premium vorhanden, sodass ASUS dem auch gerecht wird. Damit vier Grafikkarten ordentlich skalieren können, musste sich ASUS etwas einfallen lassen, denn die 16 Lanes der CPU allein reichen dafür nicht aus. Wie so oft lautet die Antwort: PEX8747 von PLX-Tech. Es handelt sich dabei um einen 48-Lane-Switch, der vollständig die PCI-Express-3.0-Spezifikation beherrscht. Die Aufgabe: Aufnahme der 16 Lanes der CPU und diese auf bis zu 32 Lanes zu erweitern. Das bedeutet, dass bei dem Einsatz von vier Grafikkarten jede Karte mit jeweils acht Lanes angebunden werden kann, was zu keinen spürbaren Performanceeinbrüchen führt. Verwendet man nur eine Dual-Slot-Grafikkarte, kann man zusätzlich noch auf zwei PCIe-2.0-x1-Slots setzen, um beispielsweise eine dedizierte Soundkarte zu verbauen.

Links sehen wir auch noch so einiges. ASUS hat auf einige Overclocking-Funktionen nicht verzichtet, wie auf einen Power- und Reset-Button. Die EPU und TPU lassen sich separat ein- und ausschalten. Eine Debug-LED gibt den aktuellen Status aus und kann bei eventuellen Problemen ganz hilfreich sein. Direkt daneben ist obendrein ein CMOS-Clear-Button zu finden.

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Für Storage-Lösungen sind genügend (e)SATA-Anschlüsse vorhanden.

Das, was an USB-3.0-Buchsen unserer Meinung nach in Relation des Kaufpreises zu wenig vorhanden ist, wird generell an SATA-Schnittstellen wieder wettgemacht. Auf dem Bild zu sehen sind allein neun SATA-Anschlüsse. Bei den beiden grauen Anschlüssen handelt es sich um SATA-6G-Buchsen, die nativ über den Z77-PCH angeschlossen sind. Drei hellblaue Ports werden ebenfalls vom Z77-PCH angesteuert, allerdings mit SATA-3G-Geschwindigkeiten. Übrig bleiben vier dunkelblaue SATA-6G-Konnektoren, die über den Marvell 88SE9230 angekoppelt sind. Hinzu kommt auf der linken Seite der mSATA-Slot, in dem bereits eine passende mSATA-SSD mit 32GB-Speicherkapazität installiert ist und ebenfalls mit SATA-3G-Geschwindigkeit über den Z77-Chipsatz kommuniziert. Abgerundet wird das ganze (SATA-)Paket mit zwei eSATA am I/O-Panel, die mit SATA-6G-Geschwindigkeiten umzugehen wissen. Darum kümmert sich der ASM1061-SATA-Controller von ASMedia.

Erfreulich - und das wird man auch später in den Leistungstests erkennen - ist, dass der Marvell 88SE9230 über ein PCIe-2.0-Interface mit zwei PCIe-Lanes angebunden ist. Er wird also nicht wie die meisten PCIe-Chips ausgebremst durch eine einfache Anbindung und kann somit auch mit SSDs betrieben werden, ohne dass die Performance leidet.


Weiter geht's mit dem I/O-Panel. Für folgende Anschlussmöglichkeiten hat sich ASUS beim P8Z77-V Premium entschieden:

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Von uns wird immer von links nach rechts und von oben nach unten aufgelistet:

Die Aufteilung am I/O-Panel hätte ASUS bei der immensen Anschlussvielfalt nicht besser lösen können. Neben zwei Gigabit-LAN-Anschlüssen sind die beiden eSATA-6G-Ports sowie der Thunderbolt bis hin zu den beiden Grafikausgängen untergebracht worden. Von ASUS wurden die beiden USB-2.0-Schnittstellen extra für Maus und Tastatur gekennzeichnet, was Zeit einspart. Bei einem so teuren Mainboard wie dam P8Z77-V Premium darf der Thunderbolt-Anschluss natürlich nicht fehlen. Er unterstützt eine Datenübertragungsgeschwindigkeit von satten 10 GBit/s pro Kanal. An ihn lassen sich mehrere passende Peripherie-Gerätschaften anschließen wie z.B. Monitore. Insgesamt hat das ASUS-Board also drei Möglichkeiten, Displays anzuschließen.

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Die Soundsignale werden vom Realtek ALC898 berechnet.

Realteks ALC898-Audio-Codec unterstützt acht Kanäle, die Blu-ray-Verschlüsselung sowie DTS Connect und DTS UltraPC II für ein einzigartiges Sounderlebnis. An den beiden Dezibel-Werten hat sich nichts verändert: 110 dB Signal-to-Noise ratio (SNR) und 104 dB SNR recording (ADC).

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Zwei PLX-Bridgechips arbeiten auf dem P8Z77-V Premium.

Bei den zahlreich vorhandenen Zusatzchips ist auch für den PCIe-2.0-Bereich eine Verstärkung unbedingt erforderlich. Es handelt sich um den PEX8608. Ihm wird eine Lane vom Z77-PCH zugeteilt und stellt wiederum sieben weitere nutzbare Lanes zur Verfügung. Auf diesem Weg hin sind genügend Lanes vorhanden, um die vielen Zusatzchips mit dem Mainboard zu verbinden.

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Zwei USB-3.0-Anschlüsse werden vom ASM1042 gesteuert.

Mit dem ASUS P8Z77-V Premium sind bis zu sechs USB-3.0-Schnittstellen nutzbar, wenn man den internen Header mit hinzuzählt. Da bereits bekannt ist, dass der Z77-PCH nur vier nativ anbinden kann, wird also noch ein Zusatzchip benötigt, der sich um die anderen übrig gebliebenen USB-3.0-Buchsen kümmert. Zu diesem Zweck ist der ASM1042-USB-3.0-Controller von ASMedia mit an Bord. Er ist dabei auch abwärts kompatibel zu den beiden älteren Standards. Um die beiden Anschlüsse nutzen zu können, muss der passende Treiber zwingend installiert sein.

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Dual-LAN wird von zwei Netzwerk-Controllern von Intel in Beschlag genommen.

Auf dem P8Z77-V Premium gehört Dual-LAN zum Standardprogramm. Während der eine LAN-Port vom Intel WG82579V betreut wird, wird der andere LAN-Port vom Intel WG82583V kontrolliert. Beide unterstützen dabei selbstverständlich Datenübertragunsgeschwindigkeiten von 1 GBit/s.

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Eine mSATA-SSD ist bereits ab Werk montiert.

Bei der mSATA-SSD handelt sich ein Modell von LiteOn, das als Controller den Marvell 88SS9175 verpasst bekommen hat. Der Controller selbst befindet sich auf der Unterseite. 32 GB sind heutzutage nicht besonders viel, aber für Intels SSD-Caching reichen die 32 GB aus. Ansonsten lässt sich die SSD natürlich einfach ausbauen und gegen ein größeres Modell ersetzen. Insgesamt ist es schön anzusehen, dass ASUS bei diesem Premium-Mainboard bereits eine mSATA-SSD verbaut hat - und dies erklärt auch den höheren Kaufpreis des Boards.

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An dieser Stelle das ASUS P8Z77-V Premium nochmals in der Übersicht.

Auf dem aktuellen Sockel 1155-Flaggschiff von ASUS sind insgesamt sechs 4-Pin-PWM-Header vorhanden. Die installierten Lüfter können im BIOS und mit der AI Suite II auf Wunsch geregelt werden. Als CPU-Kühler kam bei uns wie immer ein bequiet! Dark Rock Pro C1 zum Einsatz, dessen zwei Lüfter bereits mit Standardeinstellungen einen ruhigen Betrieb ermöglichten. Das ist nicht immer gang und gäbe!

Obwohl dieses Mainboard üppig bestückt ist, hat ASUS dennoch eine gute Struktur hinbekommen. Nichts ist im Weg, alles ist an seinem richtigen Platz. Es gibt demnach von unserer Seite aus nichts auszusetzen. Auch ist es schön mit anzusehen, dass das ASUS-Logo auf dem Chipsatzkühler im Betrieb blau beleuchtet ist.

Das Thema Lane-Aufteilung ist bei solch einem Mainboard mit den zahlreichen Zusatzchips nicht ganz leicht zu überblicken. Deswegen haben wir von ASUS eine Grafik erhalten, mit der sich die Lane-Aufteilung beim P8Z77-V Premium erklären lässt:

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Für eine größere Ansicht bitte klicken.

Auf der Grafik kann man nun wunderbar erkennen, dass der PEX8747 direkt mit der CPU kommuniziert. Er schnappt sich die 16 Lanes der CPU und kann insgesamt 32 Lanes an die vier PCIe-3.0-x16-Slots weiterreichen. Wesentlich umfangreicher gestaltet sich die Aufteilung der restlichen Komponenten. Es ist unvermeidlich, dass bei der großen Anzahl an Zusatzchips ein weiterer PLX-Chip notwendig ist, wie wir es bereits weiter oben kurz angeschnitten haben. Direkten Kontakt mit dem Z77-PCH erhält der Thunderbolt-Controller, der schon mal vier Lanes einheimst, der Marvell 9230 mit zwei Lanes und der Intel WG82579V-Netzwerk-Controller mit einer Lane. Übrig bleibt also noch eine Lane, die dem PEX8608 zusteht. An ihm hängen die beiden PCIe-2.0-x1-Slots mit jeweils einer Lane, der ASMedia ASM1061 mit einer weiteren Lane, der für den eSATA-Port zum Einsatz kommt. Zusätzlich ist noch das Wi-Fi/Bluetooth-Modul, der ASMedia ASM1042-USB-3.0-Controller und schließlich der Intel WG82583V-Netzwerk-Controller, die alle drei jeweils eine Lane benötigen.


Von ASUS ist man gewohnt, dass regelmäßige, fehlerbereinigende BIOS-Updates zu den vielen Mainboard-Modellen erscheinen. Im Falle des P8Z77-V Premium trifft dies bereits ebenfalls zu. Als wir unser Testsystem mit dem P8Z77-V Premium zum ersten Mal gestartet haben, waren wir bereits neugierig und sind gleich ins BIOS gegangen. Wie wir feststellen mussten, war die vorinstallierte BIOS-Version alles andere als aktuell (Version 0306). Zum Zeitpunkt des Tests war Version 1504 aktuell, die wir prompt mit dem ASUS EZ Flash 2 Utility (Instant Flash) installiert haben. Die Verbesserungen: eine bessere Kompatibilität beim Einsatz von Windows 8, eine erhöhte Systemstabilität und eine erweiterte RAM-Kompatibilität.

Das erste, was man vom UEFI-BIOS sieht, ist eine Übersicht, die viele nützliche Infos auf einen Schlag preisgibt wie das Mainboard-Modell, die installierte CPU, die aktuell installierte BIOS-Version, bis hin zu den wichtigsten Spannungen, den Lüftergeschwindigkeiten und sogar der CPU- und Mainboardtemperatur. Ebenfalls änderbar ist auf der ersten Seite die Boot-Reihenfolge. Ein Klick auf "Advanced Mode" und ein weiterer Klick auf "yes" ermöglicht nun einen tiefen Einblick in die umfangreichen Einstellungen, die das P8Z77-V Premium zu bieten hat. Im "Main"-Bereich sieht man nochmals die installierte CPU und die BIOS-Version. Zusätzlich offenbart diese Seite die aktuell vorhandene Arbeitsspeicher-Kapazität und deren aktuell anliegende Taktfrequenz.

Der nächste Reiter ist der "Ai Tweaker", der alle erdenklichen Overclocking-Funktionen zusammenfasst. Ob nun die Taktfrequenz von CPU und Arbeitsspeicher, die Veränderung der einzelnen Spannungen oder aber eine Konfiguration der Phasen für CPU und RAM. Hier wird jeder Overclocker glücklich. Auf der nächsten Seite werden wir uns diesem Thema noch im Detail widmen. Unter dem Reiter "Advanced" lassen sich die Einstellungen zu den Onboard-Komponenten, aber auch zu den systeminternen Parametern finden und beliebig abändern. Natürlich ist auch ein Hardware-Monitor vorhanden, wo man die Temperaturen, die Spannungen und die Lüftergeschwindigkeiten auf einen detaillierteren Blick hat. Letztere lassen sich auch dort auch individuell regeln.

Wir waren mit dem UEFI-BIOS von ASUS sehr zufrieden. Es macht Spaß damit zu arbeiten, auch wenn man sich in der Regel nicht ständig dort aufhält. Die Bedienung per Maus und Tastatur geht locker von der Hand ohne Verzögerungen. Auch die gewählten Einstellungen wurden stets optimal umgesetzt, sodass wir wirklich keinen negativen Punkt finden konnten. In der folgenden Bildergalerie lassen sich alle BIOS-Einstellungen im Detail betrachten:

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Das ASUS P8Z77-V Premium richtet sich normalerweise nicht an Extreme-Overclocker, sondern an Enthusiasten, die mit dem vollen Funktionsumfang und der sehr guten Ausstattung nur das Beste vom Besten wollen. Dennoch schlummern im BIOS jede Menge Overclocking-Funktionen, sodass sich das P8Z77-V Premium vor reinrassigen Overclocking-Platinen nicht verstecken braucht. Wir haben uns also die Funktionen angeschaut, die das Mainboard zu bieten hat und haben unseren Core i7-3770K übertaktet. Für die CPU-Spannung stehen 20 Phasen bereit, die für einen stabilen Betrieb ihren Teil beitragen. Wichtig ist zusätzlich die Qualität der Signallaufzeiten.

Bei der Base-Clock-Frequenz war ASUS sehr großzügig. So lässt sie sich von 80 MHz bis sage und schreibe 300 MHz in 0,1 MHz-Schritten abändern. Dabei kann man schon von Glück sprechen, wenn man die Base-Clock-Frequenz bis 110 MHz anheben kann. Der Rest wird über den freien Multiplikator geregelt, sofern eine Sockel 1155-CPU mit dem K-Suffix installiert wurde. In Sachen CPU-Spannung werden sich die meisten freuen: Zur Auswahl steht der Fixed- und Offset-Modus. Im Fixed-Modus sprechen wir über eine Veränderung von 0,800V bis 1,920V in 0,005V-Schritten, währenddessen sich der Offset-Modus im Bereich von -0,640V bis +0,635V in ebenfalls 0,005V-Schritten bewegt. Möchte man die Load-Line Calibration für die CPU verändern, stehen folgende Modi zur Auswahl: Auto, Regular, Medium, High, Ultra High und Extreme. Alle weiteren Overclocking-Funktionen lassen sich der unten stehenden Tabelle entnehmen.

Die Overclocking-Funktionen des ASUS P8Z77-V Premium in der Übersicht
Base Clock Rate 80 bis 300 MHz in 0,1 MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,800 V bis 1,920 V in 0,005-V-Schritten (Fixed-Modus)
-0,640 V bis +0,635 V in 0,005-V-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 1,200 V bis 1,920 V in 0,005-V-Schritten
VTT/VCCIO-Spannung 0,80000 V bis 1,70000 V in 0,00625-V-Schritten
CPU PLL-Spannung 1,20000 V bis 2,20000 V in 0,00625-V-Schritten
PCH-Core-Spannung 0,8000 V bis 1,7000 V in 0,0100-V-Schritten
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen DRAM DATA REF (CHA/B), DRAM CTRL REF (CHA/B), VCCSA
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 27 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
QPI-Takt - technisch nicht möglich -
Weitere Besonderheiten UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE, EIST
Turbo-Modus (All Cores, By number of active cores),
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und fünf optionale Fans,
VRM Spread Spectrum, DRAM Power Phase Control, CPU Power Phase Control,
CPU Voltage Frequency, Turbo Mode Parameters

Als überaus nützliche Unterstützung kann man sich die AI Suite II installieren, die jede Menge Funktionen im Allgemeinen unter Windows ganz bequem einstellen lässt, ohne das System zu rebooten und ins BIOS zu gehen (auch wenn es ein schönes BIOS ist). Über die AI Suite II lassen sich die Taktfrequenzen, sämtliche Spannungen und auch die Lüftereigenschaften komfortabel verändern. Wir haben alle Overclocking-Funktionen aus dem BIOS und die Screenshots vom ASUS AI Suite II in einer Bildergalerie zusammengefasst:

{jphoto image=29942}

Wir haben unser Glück versucht und haben den Core i7-3770K zu mehr Performance verholfen. Ein Bootvorgang mit 4,6 GHz war absolut kein Problem. Selbst Prime95 rechnete fleißig mit dieser angelegten Frequzenz. Die CPU-Spannung haben wir im BIOS auf 1,280V festgelegt, was zwar schon recht viel für die 22nm-CPU ist, sich allerdings noch im grünen Bereich befindet. Als nächstes haben wir den Multiplikator 47 fixiert. Auch mit ihm wurde Windows 7 ohne Fehler gestartet. Nachdem wir allerdings Prime95 gestartet haben, gab es ohne Vorankündigung einen Instant-Systemneustart. Angemerkt sei also auch beim heutigen Test, dass das unten angezeigte Ergebnis nicht unter CPU-Volllast entstanden ist. Mit genügend Zeit und Geduld hätte man die 4,7 GHz aber sicherlich stabil bekommen.

cpu_z2.PNG

Selbst für ein Boot-Stable-Ergebnis ist es keineswegs schlecht. Alle Parameter arbeiten sehr effizient, wie man anhand des Screenshots sehen kann.

Im letzten Mainboard-Artikel haben wir es bereits erwähnt, dass wir bei großen Modellen auch das RAM-Overclocking-Verhalten testen. Auch dieses Mal kommen die beiden TridentX 8-GB-Module von G.Skill ins Spiel, die von Haus aus eine effektive Taktfrequenz von 2400 MHz mit den Latenzen 10-12-12-31 mitmachen. Zum einfachen Aktivieren der Einstellungen sind zwei XMP-Profile vorhanden, die wir allerdings für unseren Test stets deaktiviert lassen. Ohne Verwendung der XMP-Funktion liegt es teilweise am Mainboard selbst, ob es die manuell gewählten Einstellung akzeptiert oder nicht.

cpu_z2.PNG

Und tatsächlich, die oben gezeigten Latenzen hat das P8Z77-V Premium ohne Probleme angenommen. Dabei sind diese Latenzen einen Zacken schärfer als die der Herstellerangaben. Währenddessen lag an den beiden RAM-Modulen eine Spannung von 1,65V an, was laut G.Skill auch innerhalb der Spezifikationen liegt. Das Ergebnis ist auf alle Fälle sehr zufriedenstellend. Sämtliche Overclocking-Funktionen lassen sich wie gewohnt in der obenstehenden Bildergalerie einsehen.


Mit diesem bestehenden Testsystem haben wir das ASUS P8Z77-V Premium durch unseren Performanceparcours geschickt:

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz.

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version.

Seit der Einführung der Nehalem-Prozessoren und der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 1600 MHz und 9-9-9-24 1t - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim ASUS P8Z77-V Premium ist allerdings alles so, wie es zu erwarten war. Die Turbo-Modi laufen korrekt und auch keine versteckte Übertaktung ist aktiv.

Wir testen allerdings nur noch vier Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2011, SuperPi 8M, Cinebench 11.5 und Sisoft Sandra 2011 Memory Benchmark:

3DMark 2011

3DMark_2011_1
Leistung in Futuremark-Punkten

Cinebench 11.5

Cinebench 1
Leistung in Cinebench-Punkten

Sisoft Sandra Memory Benchmark:

SiSoft_Sandra 1
Bandbreite in GB/s

SuperPi 8M

SuperPi 1
Zeit in Sekunden (weniger ist besser)

An der Leistung gibt es ebenfalls nichts auszusetzen und sie entspricht absolut der Norm. Da eben jeweils nur das Mainboard getauscht wird, ist es aber auch kein Wunder, dass die Ergebnisse sehr beieinanderliegen.

Bootzeit:

Seit dem letzten Mainboard-Test nehmen wir die Bootzeit mit auf. Gemeint ist die Zeit vom Einschalten bis zum Beginn des Windows-Bootvorgangs mit sämtlichen aktivierten Onboard-Geräten. Laut unserer Stoppuhr hat das ASUS P8Z77-V Premium lediglich 12,95 Sekunden benötigt, um alle Geräte zu initialisieren. Das ist schon recht fix. Allerdings verlängert sich die Zeit auf etwa 20 Sekunden, wenn man am Marvell-SATA-Controller mindestens ein Laufwerk angeschlossen hat.


Neben einer gut ausgeprägten Performance ist auch der Stromverbrauch des heimischen PCs kein unwichtiges Kriterium. Was man häufig unterschätzt, ist die Tatsache, dass selbst die verschiedenen Mainboard-Modelle der zahlreichen Hersteller unterschiedlich viel Strom aus der Steckdose ziehen. Ein Grund dafür sind die verschieden eingesetzten BIOS-Versionen, die teilweise die von Intel referenzierten Stromsparmechanismen schlecht oder gar falsch umsetzen oder dass Onboardkomponenten sich eigentlich deaktivieren sollten, wenn diese entweder durch dedizierte Hardware ersetzt wurden oder einfach nicht verwendet werden. Darüber hinaus kann aber manchmal auch die Stromversorgung verantwortlich gemacht werden, wenn unter Default Settings mehr Energie zur Verfügung gestellt wird, als eigentlich benötigt wird. Genau deswegen spielt die Effizienz eine wichtige Rolle. Wenn die Effizienz der Stromversorgung nun also schlecht ausfällt, wird mehr Strom verbraucht. Zu unterschätzen ist hierbei aber auch die Software nicht, sodass sie ebenfalls gut abgestimmt sein muss, damit eine zufriedenstellende Effizienz gegeben ist.

Auf dem ASUS P8Z77-V Premium sind zahlreiche Zusatzchips vertreten, darunter gleich zwei PLX-Bridgechips, die allesamt zum Stromverbrauch beitragen.

Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 11.5 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-spanTest, Vollauslastung).

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Für den ersten Test sind die Default Settings aktiv, sodass der Großteil der Onboardkomponenten bereits aktiviert ist. Die Grafikausgabe erfolgt über die Radeon HD 7850, wobei wir die iGPU im BIOS nicht deaktiviert haben. Wie bereits weiter oben geschrieben, sind alle Stromspar-Features eingeschaltet, was mit den Werten einer manuellen Konfiguration scheinbar gut umgesetzt wurde.

Leistungsaufnahme Idle

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Leistung in Watt

Wie wir vermutet haben, ist die Leistungsaufnahme im Leerlauf sehr hoch. Das P8Z77-V Premium verbraucht mit 73,6 Watt bisher am meisten.

Leistungsaufnahme Cinebench 11.5 CPU

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Leistung in Watt

Beim Testlauf mit Cinebench hält sich der Verbrauch in Grenzen, verschlingt aber dennoch mit 124,6 Watt recht viel. Übertroffen wird das P8Z77-V Premium vom Gigabyte G1.Sniper 3.

Leistungsaufnahme Prime95

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Leistung in Watt

Unter Prime95 ist es mit 135 Watt nahezu gleich auf mit dem G1.Sniper 3. Das ECS Z77H2-AX verbrät mit 137,8 Watt noch mehr.

Spannungen Prime95

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Spannungen in Volt

Die CPU-Spannung befindet sich mit 1,112 Volt auf normalem Niveau.

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sämtliche USB-3.0- und SATA-Controller sind hier beispielsweise deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber alle energiesparenden Features werden zusätzlich manuell aktiviert. Die Radeon HD 7850 ist weiterhin die primäre Grafikkarte.

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

Leistungsaufnahme Idle

Bildname
Leistung in Watt

Wir haben alle Onboard-Komponenten deaktiviert, bis eben auf einmal LAN und den Audio-Codec. Die Ersparnis hält sich allerdings in Grenzen. Lediglich 0,6 Watt konnten eingespart werden.

Leistungsaufnahme Cinebench 11.5 CPU

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Leistung in Watt

Ein identische Reduzierung konnte mit Cinebench verzeichnet werden. Hier sind es nur 0,5 Watt weniger.

Leistungsaufnahme Prime95

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Leistung in Watt

Immerhin konnte unter Prime95 knapp ein Watt gespart werden. Das ist zwar nicht viel, aber besser als gar nichts.

Spannungen Prime95

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Spannungen in Volt

Die Spannung hat sich nicht verändert. Auch hier werden 1,112 Volt angelegt.

Eins ist sicher: ASUS hat mit dem P8Z77-V Premium kein Sparwunder kreiert, was aber auch nicht die Absicht war. Die beiden Hauptverantwortlichen der recht hohen Leistungsaufnahme sind die beiden PLX-Chips, die auch schon in vergangenen Tests gezeigt haben, dass sie viel aus der Steckdose ziehen. Aber auch die zahlreich vertretenen Zusatzchips, wie der Thunderbolt-Controller tragen ihren Teil zum Stromverbrauch bei. Letztendlich hat auch die eingebaute SSD einen Eigenverbrauch.


Zugegeben, ASUS hat beim P8Z77-V Premium etwas an USB-3.0-Schnittstellen eingespart, aber nicht jeder benötigt mehr als sechs dieser schnellen Anschlüsse. Über das I/O-Panel sind vier USB-3.0-Buchsen zu finden, wovon zwei über den Z77-PCH laufen und zwei über den ASMedia ASM1042. Das mitgelieferte USB-3.0-Frontpanel kann an den internen USB-3.0-Header angeschlossen werden, sodass man weitere zwei USB-3.0-Konnektoren erhält.

USB-3.0-Performance:

Auch dieses Mal wird die Silicon Power Velox V30 SSD mit 240GB Speicherkapazität für unseren Test herhalten müssen. Sie wird daher für den USB-3.0-Test in ein externes 2,5 Zoll-USB-3.0-Gehäuse verfrachtet.

ATTO USB3 small
Die USB-3.0-Performance beim ASUS P8Z77-V Premium
(nativ über den Z77-PCH).
ATTO USB3 small
Und so die USB-3.0-Leistung über den
ASMedia ASM1042-Zusatzchip.

Beide Ergebnisse nehmen sich nicht viel. Es werden knapp 180 MB/s lesend und fast 200 MB/s schreibend erreicht, was absolut im Soll für USB-3.0-Verhältnisse liegt.

SATA-6G-Performance:

Es wird Zeit, die SSD aus dem externen Gehäuse zu nehmen und die SSD normal an das System zu koppeln, um festzustellen, wie die SATA-Schnittstellen arbeiten. Silicon Power gibt für ihre SSD folgende Werte an: 550 MB/s lesend und 520 MB/s schreibend.

ATTO USB3 small
Wie gewohnt, verrichtet der Z77-PCH eine hervorragende Arbeit.
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Der Marvell 88SE9230 macht ebenfalls einen sehr guten Job!

Vom Z77-PCH sind wir nichts anderes gewohnt außer Top-Leistungen. In der Regel war es ja nun so, dass ein weiterer Zusatzchips nur bedingt für SATA 6G geeignet sind. Der verbaute Marvell 88SE9230 jedoch stellt eine Ausnahme dar. Er erreicht fast dieselben Leistungswerte wie der Z77-Chipsatz. Der Unterschied obliegt lediglich messbarer Natur, jedoch nicht spürbarer. Der Grund ist dabei auch verständlich, warum der Marvell 88SE9230 so gut abschneidet: Immerhin ist er mit zwei PCIe-2.0-Lanes angebunden und kann bis zu 1GB/s Daten schaufeln. Im Umkehrschluss bedeutet es, dass die Leistung rapide einbricht, wenn mehrere Laufwerke über den Marvell 88SE9230 gekoppelt sind, da sich die vier SATA-6G-Anschlüsse die 1GB/s untereinander aufteilen müssen.


Wo Premium draufsteht, ist auch Premium drin, jedenfalls bei ASUS. Genau dieses Premium-Gefühl spiegelt sich von der großartigen Ausstattung, dem umfangreichen Zubehör, bis hin zu den üppigen Overclocking-Funktionen wider, die das ASUS P8Z77-V Premium zu bieten hat. Gerade zum Übertakten erhält man eine sehr solide und effiziente CPU-Spannungsversorgung, die aus einem 16+4 Phasendesign besteht. Was das Ganze noch ideal abgerundet hätte, wären Spannungs-Messpunkte. Da es sich aber beim P8Z77-V Premium um keine reine Overclocking-Platine handelt, ist das natürlich zu verschmerzen. Aber dennoch gehören jeweils ein Power- und Reset-Button, sowie eine Debug-LED zum Standardprogramm.

Die Gamer, die sich vom P8Z77-V Premium angetan fühlen, können sich über vier mechanische PCIe-3.0-x16-Slots freuen, womit ein 4-Way-SLI- oder CrossFireX-Gespann kein Problem darstellt. Um die Bandbreiten auf akzeptablem Niveau zu halten, ist auch auf dieser Platine der PEX8747 von PLX-Tech untergebracht worden, der die geringen 16 Lanes der CPU auf bis zu 32 Lanes aufbohrt, damit pro Grafikkarte ausreichende acht Lanes übrig bleiben. Darüber hinaus nimmt auch noch der Gen2-Bridgechip PEX8608 Platz auf dem Premium-Mainboard, um den Lane-Mangel auszumerzen. In Sachen Netzwerk-Konnektivität hat sich ASUS für Dual-LAN entschieden. Dafür kommen zwei Netzwerk-Controller von Intel zum Einsatz, die beide natürlich den Gigabit-Standard erlauben.

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Auf dem P8Z77-V Premium lässt sich auch die interne GPU zusammen mit einer oder mehreren Grafikkarte/n in Verbindung mit Lucid Virtu oder stand-alone über jeweils einen HDMI- und DisplayPort-Ausgang nutzen. Die weitere Ausstattung kann sich ebenfalls sehen lassen. Alleine für Storage-Lösungen stehen gleich neun SATA-Schnittstellen bereit, zusätzlich zwei eSATA-6G-Ports am I/O-Panel und sogar ein mSATA-Slot, in dem bereits eine mSATA-SSD von LiteOn mit 32 GB installiert ist. Ebenfalls mit dabei ist ein Thunderbolt-Connector, der sich auch am I/O-Panel finden lässt und dabei eine Datenübertragunsgeschwindigkeit von 10 GBit/s pro Kanal unterstützt. Bei den USB-3.0-Anschlüssen hat ASUS unserer Meinung nach etwas gespart, aber immerhin sind mit dem internen Header sechs Stück möglich. Dafür stimmt aber das Zubehör. Mitgeliefert wird unter anderem ein USB-3.0-Frontpanel, sechs SATA-Kabel, drei SLI-Bridges und eine Wi-Fi GO! Card mit bis zu 300 MBit/s und 5 GHz-Unterstützung. Der verbaute Audio-Codec ist niemand anderes als der ALC898 von Realtek, der bereits auf vielen weiteren Mainboards existent ist. Über ihn lassen sich problemlos bis zu acht Kanäle nutzen.

Eine solche Ausstattung und die zusätzliche SSD hat natürlich auch seine Kehrseite. In unserem Stromverbrauchs-Test hat das ASUS P8Z77-V Premium bisher am schlechtesten abgeschnitten und ist alles andere als effizient. Im Leerlauf verbraucht es schlicht mehr, was aber bei der Armee an Zusatzchips, der SSD und sogar zwei PLX-Chips kein Wunder ist. Auch wenn sich der Stromverbrauch unter Lastbedingungen in Grenzen hält, ist das P8Z77-V Premium keine gute Wahl, möchte man ein möglichst Strom sparendes Mainboard besitzen.

Das BIOS konnte uns hingegen wieder überzeugen: ASUS verwendet auch bei diesem Schlachtschiff das moderne UEFI-BIOS, wie wir es bereits kennen. Optisch macht es etwas her, die Steuerung verlief flüssig und locker per Maus und Tastatur und es gab keinerlei Contra-Punkte zu attestieren. Alle gewählten Einstellungen wurden auch konsequent umgesetzt.

Eins gleich vorweg: Das ASUS P8Z77-V Premium gehört nicht zu den Preis-Leistungs-Siegern. Möchte man dieses Stück Hardware erwerben, müssen locker 362 Euro berappt werden. Das ist unserer Meinung nach schon etwas viel: Wenn man aus dem eigenen ASUS-Portfolio auf das Maximus V Extreme schaut, was wir ebenfalls getestet haben, kommt man auf eine ähnliche Ausstattung, der Preis liegt aber 45 Euro niedriger und es ist noch etwas effizienter, was den Stromverbrauch angeht. Doch das P8Z77-V Premium hat bereits eine SSD mit an Board, die letztendlich am Markt auch mit knapp 45 Euro zu Buche schlägt. Ein weiterer Vorteil ist das normale ATX-Format gegenüber dem E-ATX-Format, was aber zugegeben nur ein schwaches Argument ist.

Positive Eigenschaften des ASUS P8Z77-V Premium:

Negative Eigenschaften des ASUS P8Z77-V Premium:

Auch bei der hohen Leistungsaufnahme ist das ASUS P8Z77-V Premium in der Tat ein Premium-Mainboard, was sich vor anderen Mainboards dieser Preisklasse in Sachen Ausstattung und Funktionen nicht verstecken muss. Dieses Kaliber eignet sich auch hervorragend für Übertakter mit der Fülle an Features und Funktionen im BIOS. Bei Verwendung von mehr als einer Grafikkarte kann man den hohen Stromverbrauch auch ignorieren, da es dann auch keine Rolle mehr spielt.