Test: Gigabyte G1.Sniper 3 - mehr als ein Gaming-Mainboard

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IMG 5.1logoReine Gaming-Mainboards werden häufig auch als Marketing-Produkte abgestempelt, da sie sich intern meistens kaum von gewöhnlichen Mainboards unterscheiden. Technisch gesehen mag das oft sogar der Fall sein, jedoch kann es in manchen Punkten aber doch Unterschiede geben, durch die man Vorteile beim Spielen erhält. Gigabyte versucht sich mit dem G1.Sniper 3 vom Standard abzusetzen. Um herauszufinden, ob das geklappt hat, haben wir das Gaming-Mainboard genauer unter die Lupe genommen.

Gigabyte hat mit dem G1.Sniper 3 bereits die dritte Auflage seines Mainboards für Gamer im Angebot. Das Vorgängermodell, das G1.Sniper 2, kam mit dem Sockel 1155 und dem Z68-Chipsatz auf den Markt, wohingegen das erste Modell nicht für den Midrange-Sockel konzipiert wurde, sondern für den mittlerweile alten High-End-Sockel 1366. Wie das Sniper 2-Modell bietet auch das neue Sniper 3-Modell jede Menge an Ausstattung, wie beispielsweise massig PCI-Express-Slots in der dritten Generation. Neu beim aktuellen Modell 3 ist die Unterstützung von 4-Way SLI/CrossFireX.

Für ein Mainboard dieser Klasse ist es überraschend, dass Gigabyte dem Sniper 3 alle vier gängigen Grafikausgänge spendiert hat, mit denen man die interne GPU der zahlreichen Sockel 1155-Prozessoren ansprechen kann. Die Rede ist von jeweils einmal VGA, DVI, HDMI und sogar DisplayPort. Und auch an jeder Menge USB-3.0-Anschlüssen wurde nicht gespart. Zählt man die beiden internen Header hinzu, erhält man beachtliche zehn USB-3.0-Schnittstellen. Mit ebenfalls zehn SATA-Buchsen scheint das Gigabyte G1.Sniper 3 hervorragend ausgestattet zu sein.

Schauen wir uns aber erst mal das Mainboard im Überblick an:

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Das Gigabyte G1.Sniper 3 in der Übersicht.

Ein schwarzes PCB sieht man gern und kommt in den meisten Fällen auch sehr neutral rüber. Mit den grünlichen DIMM- und den großen PCIe-Slots sowie der Verzierung an den Passivkühlkörpern vermittelt das Sniper 3 in der Tat den Eindruck, ein reinrassiges Gaming-Mainboard zu sein. Ein kleiner goldener Schädel, der ein Messer im Mund festhält, macht es noch deutlicher. Optisch macht das Mainboard also allemal etwas her. Bei diesem Kaliber benötigt man ein Gehäuse mit ausreichend Platz, denn Gigabyte verwendet hier das E-ATX-Format.

Das sind die Eckdaten:

Die Daten des Gigabyte G1.Sniper 3 in der Übersicht
Hersteller und
Bezeichnung
Gigabyte
G1.Sniper 3
Straßenpreis ca. 310 Euro
Homepage http://www.gigabyte.de/
Northbridge-/CPU-Features
Chipsatz Intel Z77 Express Chipsatz + PEX8747
Speicherbänke und Typ 4x DDR3 (Dual-Channel)
Speicherausbau max. 32 GB (mit 8-GB-DIMMs)
SLI / CrossFire CrossFireX, SLI (4-Way)
Onboard-Features
PCI-Express 4x PCIe 3.0 x16, (x16/-/-/-, x16/-/x16/-, x8/x8/x8/x8)
2x PCIe 2.0 x1
PCI 1x PCI
Serial-ATA-, SAS- und 
ATA-Controller
2x SATA 6G und 4x SATA 3G mit RAID 0, 1, 5, 10 über Intel Z77
4x SATA 6G über 2x Marvell 88SE9172
1x mSATA
USB 10x USB 3.0 (6x am I/O-Panel, 4x über Header)
zwei über Z77 direkt, acht über 2x VIA VL810 (Hub)
4x USB 2.0 über Z77 (4x über Header)
Grafikschnittstellen 1x HDMI, 1x DisplayPort, 1x DVI, 1x VGA
WLAN / Bluetooth Wi-Fi 802.11 a/b/g/n (max. 300 MBit/s), Bluetooth 4.0
Firewire 2x IEEE 1394a über Header, VIA VT6308
LAN 1x Qualcomm Atheros Killer E2201 Gigabit LAN
1x Intel W682579V Gigabit LAN
Audio 6-Channel Creative CA0132 Audio Codec

Das G1.Sniper 3 bietet ohne Frage eine sehr gehobene Ausstattung, darunter gibt es zweimal Gigabit-LAN, eine WLAN/Bluetooth-Erweiterungskarte und sogar einen mSATA-Slot. Wenn man sich dabei den Preis anschaut, darf das aber auch erwartet werden. Um das Gigabyte G1.Sniper 3 zu erwerben, sind mindestens 310 Euro nötig. Man merkt also schon allein bei der Ausstattung und am Preis, dass diese Platine den High-End-Markt ansprechen soll. Schlagworte wie ein Creative-Sound oder eine KillerNIC-Netzwerkanbindung dürfen bei diesem Preis natürlich nicht fehlen.

Bei der Verpackung werden gleich die Stärken des G1.Sniper 3 aufgelistet. Der Hintergrund ist in pixeligem Grau gehalten und passt mit den visuellen Einschusslöchern perfekt zusammen.

Das wird alles mitgeliefert:

Auch das Zubehör ist nicht von schlechten Eltern. Für alle gängigen Multi-GPU-Konfigurationen sind entsprechende Brücken dabei. Ebenfalls interessant ist das eSATA-Kit, also die eSATA-Slotblende inkl. Stromanschluss und dazu passend ein 4-Pin-Molex-Adapterkabel, das mit zwei SATA-Stromsteckern endet. Selbst passende eSATA-Kabel sind dabei. Gigabyte hat es sich nicht nehmen lassen und übereignet dem Kunden zusätzlich ein USB-3.0-Frontpanel, das an einen der beiden internen Header angeschlossen werden kann. So stehen weitere USB-3.0-Anschlüsse zur Verfügung. Als großen Bonus kann die WLAN-Bluetooth-Karte gesehen werden, die dem einen oder anderen ganz nützlich werden könnte. Unterstützt werden maximal 300 MBit/s mit dem n-Standard und bei Bluetooth erhält man die aktuelle Version 4.0.


Auf dem Gigabyte G1.Sniper 3 kommt Intels aktueller Z77-Chipsatz zum Einsatz, über den wir bereits einschlägig berichtet haben. Er beherrscht alle Funktionen des Z68-Chipsatzes und erweitert die Funktionen um die native USB-3.0-Unterstützung. Hinzu gehören die drei Features: Intel Smart Response Technology, Intel Rapid Start Technology und schließlich die Intel Smart Connect Technology.

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Für die Stromversorgung der CPU wird ein gesplittetes 8-Phasen-Design verwendet.

Die nötige Spannung der CPU wird einem effizienten achtphasigen Design anvertraut, das Gigabyte "Dual CPU Power" nennt. Die Phasen werden dabei in doppelter Ausführung (deshalb 16 VRM) auf das Board gesetzt, im Tandem-Betrieb werden beide genutzt und abwechselnd belastet. Das soll zum einen die Hitzeentwicklung verringern und zum anderen die Lebensdauer der Komponenten schonen. Weiterhin hat das Board zwei Phasen für den ehemaligen "Uncore-Bereich" der CPU und drei für die Speichermodule. Unter den mittelgroßen Passivkühlkörpern befinden sich die MOSFETs, die durch Unterstützung einer Heatpipe auf Temperatur gehalten werden. Um den Sockel herum ist außerdem genügend Platz für große CPU-Kühler.

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Gigabyte hat sich für die Unterbringung von Spannungs-Messpunkten entschieden.

In diesem Bereich der Platine hat Gigabyte eine Menge untergebracht. Neben den üblichen vier DIMM-Slots befinden sich eine Debug-LED, ein Power-Button sowie ein CMOS-Clear- und Reset-Button. Obwohl es sich beim G1.Sniper 3 um ein "Gaming-Mainboard" handelt, scheint das Luxusgut natürlich auch für Overclocking prädestiniert zu sein. Zu sehen sind nämlich auch Messpunkte für sieben Spannungen: PCHIO, VDIMM, DDRVTT, CPUPLL, VSA, CPUVTT und schließlich die VCore selbst. Oberhalb des 24-Pin-ATX-Anschlusses wurde einer von zwei USB-3.0-Header untergebracht. An dieser Stelle platziert eignet er sich hervorragend für das mitgelieferte USB-3.0-Frontpanel.

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Für ein Gaming-Mainboard ist eine 4-Way-Multi-GPU-Unterstützung schon fast ein Muss.

Beim Sniper 3 ist eine Multi-GPU-Konfiguration mit vier Karten kein Problem. Es lässt sich sehr gut erkennen, mit wievielen Lanes die vier grünen PCIe-3.0-x16-Slots angebunden sind. Der erste und der dritte Slot können mit jeweils 16 Lanes angesteuert werden. Slot zwei und vier sind elektrisch bedingt mit jeweils acht Lanes mit dem Mainboard verbunden. Jeweils zwei Slots teilen sich die Bandbreite, was bedeutet, dass der erste Slot auf acht Lanes heruntergestuft wird, wenn im direkt darunter liegenden Slot eine Erweiterungskarte installiert ist. Das gleiche gilt dann natürlich auch für Slot drei und vier.

Wer aufgepasst hat, wird bemerkt haben, dass ohne eine PLX-Bridge nicht genügend Lanes zur Verfügung stehen. Entsprechend sind die vier grünen Slots direkt mit dem PEX 8747 verbunden, der die 16 Lanes der CPU für sich beansprucht und sie auf das Doppelte erweitert. Die PLX-Brücke befindet sich unter dem Heatspreader über dem ersten PCIe-x16-Slot. Damit vier Grafikkarten mit Strom versorgt werden können, gibt es auch einen ATX12V-Anschluss (SATA) auf dem Board.

Werden nicht alle vier PCIe-3.0-x16-Slots verwendet, kann man sich zusätzlich noch für zwei PCIe-2.0-x1-Slots und einen PCI-Slot entscheiden.

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Zehn SATA-Konnektoren werden wohl genügen.

Um auch SSDs, HDDs oder auch ROM-Laufwerke mit dem Mainboard zu verbinden, sind satte zehn SATA-Anschlüsse auf dem Mainboard vorhanden. Die Aufteilung fällt dabei denkbar einfach aus: Die beiden weißen, rechts platzierten Anschlüsse sind die nativen SATA-6G-Schnittstellen, daneben befinden sich vier SATA-3G-Buchsen. Alle sechs werden über den Z77-PCH angesteuert. Vier weitere SATA-6G-Anschlüsse werden über zwei 88SE9172-SATA-Controller von Marvell kontrolliert. Links daneben wurde der zweite USB-3.0-Header untergebracht. Nicht zu vergessen ist auf der gegenüberliegenden Seite ein separater SATA-Strom-Konnektor. Bei vier Grafikkarten kann dieser Anschluss ganz nützlich sein, wenn es um die gesamte Systemstabilität geht.

Der mSATA-Slot deaktiviert den SATA-3G-Slot Nr. 5 des Z77-Chipsatzes, wenn ein mSATA-Gerät eingesetzt wurde.


Weiter geht es mit dem I/O-Panel:

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Und wieder einmal ein Gigabyte-Mainboard, das am I/O-Panel ausschließlich USB-3.0-Schnittstellen zur Verfügung stellt. Mit dabei sind die vier gängigen Grafikausgänge vorhanden: VGA, DVI, HDMI und DisplayPort

Gigabyte packt beim G1.Sniper 3 zweimal Gigabit-LAN auf die Platine. Ein Port wird von einem Atheros Killer E2201 angesprochen, der andere über den Intel W682579V. Für Gamer vor allem interessant wird der LAN-Port über den Atheros sein, der für Online-Gaming-Erlebnisse ideal sein soll. Dennoch kann auch ein solcher Netzwerk-Controller keine Wunder vollbringen, wenn die heimische Internetanbindung zu den eher schwächeren mit dementsprechend hohen Latenzen angehört. Eine ordentliche Internetverbindung ist hier also von hoher Priorität, möchte man von diesem Controller profitieren. In eigenen Tests zu der ersten KillerNIC-Version im Hardwareluxx-Heft 06/2007 konnten wir keine Unterschiede feststellen.

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Der (Gaming-)Sound kommt vom Creative CA0132.

Es werden maximal sechs Kanäle unterstützt und man bekommt mit einem Kopfhörerverstärker satten Sound bis 150 ohm. Das findet man nicht auf jedem beliebigen Mainboard. Auf einem Gaming-Mainboard jedoch gehört es einfach mit dazu. Auch der Support für Sound Blaster Recon3Di könnte sich für den Gamer als interessant herausstellen.

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Weitere USB-3.0-Schnittstellen werden von zwei VIA VL810 betreut.

Von den VIA VL810 sind auf dem G1.Sniper 3 insgesamt zwei Stück aufzufinden, die bei der Anzahl an USB-Ports auch bitter nötig sind. Auf dem Bild sehen wir den VL810 in der Nähe der SATA-Schnittstellen. Er kümmert sich um den hinteren USB-3.0-Header. Ein weiterer befindet sich nahe des I/O-Panels. Dort hat er die Aufgabe, vier USB-3.0-Anschlüsse zu managen. Angebunden werden beide über einen USB-3.0-Port des Z77-Chipsatzes, den die VIA-Hubs dann auf insgesamt vier Ports aufbohren. Ein Vorteil ist hier, dass keine PCIe-Ports des Z77 verwendet werden, aber ein entscheidender Nachteil ist, dass sich die vier USB-3.0-Ports die Bandbreite teilen. Man sollte also möglichst nicht vier externe Harddisks anschließen und gleichzeitig belasten.

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Hierbei handelt es sich um einen PWM-Controler von IRF.

Bei der großen Anzahl an Phasen ist auch eine angemessene Kontrolle notwendig. Gigabyte hat einmal den IR3567 und IR3570 verbaut. Ersterer ist in der Lage, bis zu acht Phasen zu steuern, der IR3570 dagegen bis zu fünf. Einer managed die CPU - der andere den System Agent der CPU.

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Mit dem kleinen Schalter lässt es sich bequem vom Main-BIOS auf das Backup-BIOS umschalten und umgekehrt.

Das G1.Sniper 3 unterstützt auch TPM, sprich das Trusted Platform Module. Dadurch können das System und die darauf befindlichen Daten vor Unbefugten gesichert werden. Links neben dem BIOS-Switch wurden das Controlpanel für den Power-Button, Reset-Button usw. gut erkenntlich in Farbe gekennzeichnet, sodass man nicht einmal ins Mainboard-Handbuch schauen muss.

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Zwei Marvell 88SE9172-SATA-Controller übernehmen bei vier Schnittstellen das Kommando.

Wir haben sie bereits erwähnt, die beiden SATA-Controller von Marvell. Jeder Controller kann sich maximal um zwei SATA-Buchsen kümmern und unterstützt die SATA-6G-Spezifikation. In der Mitte, im größeren betrachtet, ist der mSATA-Slot zu erkennen. In ihm lassen sich beispielsweise SSDs auf mSATA-Basis installieren und man spart sich somit ein 2,5-Zoll-Laufwerk. Zu beachten gilt jedoch weiterhin, dass der SATA-Port 5 des Z77 inaktiv wird, sobald der mSATA-Slot belegt ist. Der SATA-Port 5 kann maximal mit der SATA-3G-Spezifikation umgehen, sodass es logisch ist, dass auch der mSATA-Slot eben mit SATA-3G-Geschwindigkeiten angesprochen werden kann.

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Durch den alleinigen PCI-Slot muss auch noch eine PCIe zu PCI-Bridge auf der Platine untergebracht werden.

Beim ITE IT8892E handelt es sich um eine PCIe-zu-PCI-Bridge, die auch notwendig ist, denn immerhin ist ein PCI-Slot vorhanden. Auch wenn der PCI-Standard wohl immer mehr ausstirbt, wird es den einen oder anderen sicherlich freuen, noch immer einen PCI-Slot parat zu haben. Für Gigabyte ist es dabei auch möglich, den PCI-Controller von VIA für Firewire auf das Board zu setzen.

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Firewire ist mit von der Partie, wenn auch nur in Form von zwei internen Headern.

Das G1.Sniper 3 bietet zwei interne Firewire-Header, die einen weiteren Zusatzchip benötigen. Die Aufgabe übernimmt der VIA VT6308P, der mit maximal zwei Firewire-Anschlüssen bereits am Limit arbeitet.

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Einer von zwei Gigabit-LAN-Ports wird vom Intel W682579V kontrolliert.

In Sachen Netzwerk-Konnektivität bekommt man beim Sniper 3 das volle Programm. Zum einen steht der Atheros Killer E2201 bereit, zum anderen der Intel W682579V. Ersterer eignet sich hervorragend für Online-Gaming, da er für geringe Latenzen optimiert wurde. Beide unterstützen Übertragungen bis 1 GBit/s, was heute zum guten Ton gehört. Selbstverständlich sind beide auch abwärtskompatibel.

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Bei Gigabyte völlig normal: Dual BIOS

Versteckt zwischen den PCIe-Slots halten sich die beiden eigenständigen BIOS-ROMs auf, die mit dem bereits angesprochenen BIOS-Switch umgeschaltet werden können. Es kann nicht verkehrt sein, zwei dedizierte BIOS-ROMs zu haben, sollte mal etwas schiefgehen. Letztendlich ist es für Overclocker aber auch möglich, zwei BIOS-Versionen gleichzeitig auf dem Mainboard zu fahren.

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Zwei ASMedia ASM1442-Zusatzchips kümmern sich jeweils um einen DVI- und HDMI-Grafikausgang.

Da das Sniper 3 am I/O-Panel jeweils einen DVI- und HDMI-Anschluss bereitstellt, sind noch zwei ICs von ASMedia erforderlich. Für den HDMI-Anschluss wird die Revision 1.3a zur Verfügung gestellt und unterstützt eine Bandbreite von 3,4 GBit/s

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Das Gigabyte G1.Sniper 3 nochmal in der Übersicht.

Gigabyte hat an eine genügende Anzahl an Lüfteranschlüssen gedacht. Für den Lüfter des CPU-Kühlers darf natürlich kein 4-Pin-PWM-Connector fehlen, das passt schon mal. Es sind weitere vier FAN-Header vorhanden. Alle vier 4-Pin-PWM-Header lassen sich auch über das BIOS steuern. Das Gute an der Lüftersteuerung auf dem G1.Sniper 3: Es war keine weitere Einstellung notwendig, um einen ruhigen Betrieb zu erwirken. Die beiden Lüfter des bequiet! Dark Rock Pro C1 liefen mit sehr angenehmen 600 Umdrehungen pro Minute. Bei Bedarf lassen sich die Lüfter beliebig einstellen.

An dem Mainboard-Layout gibt es überhaupt nichts auszusetzen. Alles befindet sich dort, wo es auch hingehört und alle Anschlüsse sind spielend zu erreichen. Aktuell ein eher seltenes Bild ist, dass ein Mainboard von einer langen Heatpipe in Beschlag genommen wird. Genau das ist beim Sniper 3 der Fall. Die Heatpipe erstreckt sich von den Dual-Stack-MOSFET über den PEX8747 und weiter bis zum PCH. Wenn die Gehäusebelüftung ausreichend dimensioniert wurde, reicht diese Art der Kühlung völlig aus.


Beim ersten Start der Platine haben wir natürlich als erstes den Weg ins UEFI-BIOS unternommen. Bereits vorinstalliert war Version F2, die man mittlerweile allerdings als veraltet werten kann. Die aktuellste Version auf der Gigabyte-Webseite ist Version F7. Mit diesem Riesensprung gibt es auch viele Verbesserungen, die Gigabyte nach und nach in aktuellere BIOS-Versionen eingepflegt hat. Die Verbesserungen beinhalten eine höhere Kompatibilität der einzelnen Komponenten, eine bessere CPU-Stabilität bis hin zur Unterstützung der Xeon-Prozessorfamilie auf Sandy- und Ivy-Bridge-Basis. Da wir immer die aktuellste BIOS-Version flashen, kommt natürlich nur Version F7 infrage, die bereits alle genannten Verbesserungen beinhaltet. Dabei lässt sich das BIOS auf drei bekannten Wegen aktualisieren: Per Instant-Flash, mit dem Windows-Tool @BIOS oder aber über die DOS-Oberfläche. Wie so oft haben wir uns für die Instant-Flash-Funktion aus dem BIOS heraus entschieden.

Gigabyte hat bei allen neueren Mainboard-Modellen ein aktuelles UEFI-BIOS im Einsatz, zusammen mit dem 3D-BIOS. Wir haben uns den Aufbau des UEFI-BIOS bereits im Test zum GA-Z77X-UD3H genauer angeschaut, wo ebenfalls das aktuelle UEFI-BIOS sein Zuhause hat. Das erste, was vom BIOS zusehen ist, ist aber nicht die 3D-Ansicht, sondern bereits die Advanced-Ansicht. Bereits auf der ersten Seite hat man die Overclocking-Seite vor den Augen, die gut strukturiert in Kategorien aufgeteilt wurde: Advanced Frequency Settings, Advanced Memory Settings, Advanced Voltage Settings und PC Health Status. Bei dem Punkt "Advanced Frequency Settings" stehen einem sämtliche Einstellungen rund um CPU-, RAM- und Base-Clock-Takt offen. Speziell abgefertigt wurde der Bereich rund um die Arbeitsspeichertaktraten und weiteren RAM-bezogenen Einstellungen. Für Overclocker interessant: Für jeden Kanal können verschiedene Latenzen konfiguriert werden. Der letzte große Punkt sind die Voltage-Optionen. Dieser Bereich ist wiederum in drei Bereiche unterteilt: 3D Power Control, CPU Core Voltage Control und DRAM Voltage Control. Der erste Punkt bietet viele Funktionen zum Thema Load-Line Calibration und diversen Schutzschaltungen. Unter "Peripherals" lassen sich weitere systembezogene Einstellungen ändern und Onboard-Komponenten auf Wunsch deaktivieren.

Die Stromsparfunktionen waren bereits nach "Load Bios Defaults" korrekt aktiviert (EIST, C1E, C6/C7) und auch die Lüftersteuerung funktionierte ohne Probleme. Auch hier gab es also keine Probleme. Unsere Checks mit diversen RAM-Modulen meisterte das Board ebenso.

Gegen die Struktur gibt es nichts Negatives festzuhalten, jedoch ist beim Sniper 3 nicht alles rosig, was das BIOS angeht. Anders als beim GA-Z77X-UD3H gab es etwa alle fünf Sekunden eine Verzögerung, was sich als äußerst störend erweist. Die festgelegten Einstellungen wurden jedoch korrekt akzeptiert, was ja das Wichtigere von beiden ist. Steuern lässt sich das BIOS mittels Maus und Tastatur, wobei das Navigieren mit der Tastatur um einiges angenehmer ausfällt. Wie immer gibt es alle Funktionen im Überblick, zusammengefasst in einer Bildergalerie.

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Auch wenn es sich beim G1.Sniper 3 um ein Gaming-Mainboard handeln soll, schauen wir uns natürlich auch an, was das Board in Sachen Overclocking-Funktionen und Overclocking-Verhalten zu bieten hat. Also haben wir versucht, unseren Core i7-3770K zur einem höheren Takt zu verhelfen. Alles, was hierzu nötig ist, hat das G1.Sniper 3 an Bord. Zum einen eine ausgeprägte Stromversorgung, eine ausreichende Kühlung und genügend Overclocking-Funktionen. Weiterhin spielt die CPU eine wichtige Rolle, die einen hohen Takt vertragen können muss. Zusammen mit einer entsprechenden Qualität der Signallaufzeiten kann da eigentlich nichts mehr schiefgehen. Das ist allerdings bis zu diesem Punkt Theorie, weshalb wir nun mit der Praxis weitermachen.

Die CPU-Taktfrequenz resultiert durch die Multiplikation mit dem Multiplikator des Prozessors und der Base-Clock-Frequenz, die standardmäßig auf 100 MHz festgelegt ist. Beim G1. Sniper 3 lässt sich die Base-Clock-Frequenz von 80 MHz bis 133,33 MHz in 0,01 MHz-Schritten feinjustieren. Sehr erfreulich ist, dass sich die VCore im Fixed- und Offset-Modus einstellen lässt. Gerade der Offset-Modus ist auf manchen aktuellen Platinen nicht vorhanden, was bei vielen Overclockern für Unmut sorgt. Im Fixed-Modus lässt sich die VCore von 0,800V bis 1,900V in 0,005V-Schritten einstellen. Möchte man lieber über den Offset-Modus die VCore erhöhen, kann man -0,640V bis +0,635V in ebenfalls 0,005V-Schritten auswählen. Die Load-Line Calibration lässt sich für die CPU, die CPU VTT, den DRAM und den IGP in folgenden Modi selektieren: Standard, Low, Medium, High, Turbo und Extreme. Die restlichen Eigenschaften haben wir wie immer in einer übersichtlichen Tabelle zusammengefasst:

Die Overclocking-Funktionen des Gigabyte G1.Sniper 3 in der Übersicht
Base Clock Rate 80 bis 133,33 MHz in 0,01 MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,800 V bis 1,900 V in 0,005-V-Schritten (Fixed-Modus)
-0,640 V bis +0,635 V in 0,005-V-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 1,100 V bis 2,100 V in 0,005-V-Schritten
VTT/VCCIO-Spannung 0,800 V bis 1,700 V in 0,005-V-Schritten
CPU PLL-Spannung 1,200 V bis 2,200 V in 0,005-V-Schritten
PCH-Core-Spannung - nicht möglich -
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen IMC, Dynamic GFX Core
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 27 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
QPI-Takt - technisch nicht möglich -
Weitere Besonderheiten UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE, EIST
Turbo-Modus (All Cores, By number of active cores),
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und sechs optionale Fans,
VCore Protection, CPU VTT Current Protection, GFX Current Protection,
DDR CH (A/B) Current Protection

Auf der Treiber-DVD ist das eigentlich nützliche Tool "Easy Tune 6" enthalten, was wir auch installiert haben. Jedoch ließ es sich nicht starten, sodass wir hierzu keine Bilder zeigen können. Dafür kann man sich aber am GA-Z77X-UD3H orientieren, mit dem wir uns die Software angeschaut haben. Den Core i7-3770K haben wir spielend auf 4,7 GHz takten können. Windows 7 wurde problemlos gestartet. Nachdem wir jedoch Prime95 gestartet haben, hat sich der Prozess von selbst eliminiert. Der unten gezeigte Screenshot entspricht also nicht einer 100 prozentigen CPU-Auslastung. Dennoch wurden die 4700 MHz erreicht, die mit der einen oder anderen Funktion im BIOS oder einer etwas "besseren" CPU auch stabil werden können.

cpu_z2.PNG

Hierdurch zeigt sich wunderbar, dass diese Gaming-Platine auch zu anderen Taten stets bereit ist. Natürlich ist unser Ergebnis nur grob bemessen, aber eine gute und vor allem stabile Übertaktung nimmt eine gewisse Zeit in Anspruch. Diesen Part überlassen wir den potentiellen Käufern dieses Mainboards.

Neu in unserem Overclocking-Test ist die Beurteilung des Verhaltens beim RAM-Overclocking. Diesen werden wir jedoch hauptsächlich bei größeren Modellen und vor allem bei reinen Overclocking-Brettern durchführen. Zum Einsatz gekommen sind zwei TridentX 8-GB-Module von G.Skill, die eine effektive Arbeitsspeicher-Frequenz von 2400 MHz erlauben. Wir haben versucht, denselben Takt ohne Verwendung der XMP-Funktion zu erreichen, um so festzustellen, wie das Mainboard auf eine solche erhöhte Frequenz reagiert. Folgendes ist dabei herausgekommen:

cpu_z2.PNG

Von den Latenzen her sehen die Herstellerangaben wie folgt aus: 10-12-12-31. Ohne XMP haben wir dieselbe Taktfrequenz und dazu schärfere Latenzen erreichen können, was auch dafür spricht, dass das G1.Sniper 3 auch zum Übertakten von RAM-Modulen geeignet ist. Die DRAM-Voltage lag währenddessen bei 1,65V. Angemerkt sei jedoch noch, dass wir dieses Ergebnis mit einer Sandy Bridge-CPU höchstwahrscheinlich nicht erreicht hätten. Die Ivy Bridge-Prozessoren haben von Natur aus eine höhere RAM-Taktfreudigkeit. Wir sind mit dem Ergebnis jedenfalls zufrieden.

Natürlich möchten wir unseren Lesern die gesamten Overclocking-Funktionen nicht vorenthalten.

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Mit diesem bestehenden Testsystem haben wir das G1.Sniper 3 getestet:

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz.

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version.

Seit der Einführung der Nehalem-Prozessoren und der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 1600 MHz und 9-9-9-24 1t - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim Gigabyte G1.Sniper 3 mussten wir eine Korrektur beim Turbo vornehmen, sodass die ermittelten Ergebnisse mit den anderen Tests auch fair verglichen werden konnten.

Wir testen allerdings nur noch vier Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2011, SuperPi 8M, Cinebench 11.5 und Sisoft Sandra 2011 Memory Benchmark:

3DMark 2011

3DMark_2011_1
Leistung in Futuremark-Punkten

Cinebench 11.5

Cinebench 1
Leistung in Cinebench-Punkten

Sisoft Sandra Memory Benchmark:

SiSoft_Sandra 1
Bandbreite in GB/s

SuperPi 8M

SuperPi 1
Zeit in Sekunden (weniger ist besser)

Auch an der generellen Leistungsfähigkeit gibt es nichts zu bemängeln. Die erzielten Ergebnisse entsprechen der absoluten Norm. Das ist bei den immer wieder identischen Komponenten aber auch kein Wunder. Kleinere, messbare Abweichungen sind mit unterschiedlich eingesetzten BIOS-Versionen und deren Einstellungen zu begründen. Lediglich die Speicherbandbreite ist genau wie beim GA-Z77X-UD3H niedriger angesetzt.

Bootzeit

Selbst beim Leistungstest gibt es eine Neuerung, die vielen auch nicht unwichtig erscheinen wird. Die Bootzeit: Gemeint ist die Zeit vom Einschalten bis zum Beginn des Windows-Bootvorgangs mit sämtlichen aktivierten Onboard-Geräten. Wir haben also eine Stoppuhr gezückt und gemessen, wie lange das Gigabyte G1.Sniper 3 an Zeit benötigt. Herausgekommen sind genau 14,15 Sekunden, was zwar kein Rekord, jedoch auch relativ fix ist.


Neben einer gut ausgeprägten Performance ist auch der Stromverbrauch des heimischen PCs kein unwichtiges Kriterium. Was man häufig unterschätzt, ist die Tatsache, dass selbst die verschiedenen Mainboard-Modelle der zahlreichen Hersteller unterschiedlich viel Strom aus der Steckdose ziehen. Ein Grund dafür sind die verschieden eingesetzten BIOS-Versionen, die teilweise die von Intel referenzierten Stromsparmechanismen schlecht oder gar falsch umsetzen oder dass Onboardkomponenten sich eigentlich deaktivieren sollten, wenn diese entweder durch dedizierte Hardware ersetzt wurden oder einfach nicht verwendet werden. Darüber hinaus kann aber manchmal auch die Stromversorgung verantwortlich gemacht werden, wenn unter Default Settings mehr Energie zur Verfügung gestellt wird, als eigentlich benötigt wird. Genau deswegen spielt die Effizienz eine wichtige Rolle. Wenn die Effizienz der Stromversorgung nun also schlecht ausfällt, wird mehr Strom verbraucht. Zu unterschätzen ist hierbei aber auch die Software nicht, sodass sie ebenfalls gut abgestimmt sein muss, damit eine zufriedenstellende Effizienz gegeben ist.

Das Gigabyte G1.Sniper 3 bietet schon einige Zusatzchips, darunter ein PLX-Gen3-Chip, zwei weitere SATA-Controller von Marvell, zwei USB-3.0-Controller-Hubs von VIA und zweimal Netzwerk und einmal Sound. Aber alleine der PLX-Chip kann schon für einen höheren Stromverbrauch sprechen.

Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 11.5 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-spanTest, Vollauslastung).

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Für den ersten Test sind die Default Settings aktiv, sodass der Großteil der Onboardkomponenten bereits aktiviert ist. Die Grafikausgabe erfolgt über die Radeon HD 7850, wobei wir die iGPU im BIOS nicht deaktiviert haben. Wie bereits weiter oben geschrieben, sind alle Stromspar-Features eingeschaltet, was mit den Werten einer manuellen Konfiguration scheinbar gut umgesetzt wurde.

Leistungsaufnahme Idle

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Leistung in Watt

Das erste Ergebnis fällt entmutigend aus. Das G1.Sniper 3 verbraucht im Leerlauf satte 61,1 Watt und verbraucht bisher am meisten von allen getesteten Z77-Mainboards.

Leistungsaufnahme Cinebench 11.5 CPU

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Leistung in Watt

Und auch mit Cinebench verbraucht das Sniper 3 am meisten. Es übertrifft da sogar das ECS Z77H2-AX, das bisher am meisten verbraucht hat.

Leistungsaufnahme Prime95

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Leistung in Watt

Bei Prime95 jedoch verbraucht es weniger als das ECS-Mainboard. Hier sind es aber immer noch 135,5 Watt, was nicht gerade wenig ist.

Spannungen Prime95

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Spannungen in Volt

Es ist beinahe ironisch, dass das G1.Sniper 3 die niedrigste VCore verwendet (oder zumindest meldet). Jedoch spiegelt es sich nicht bei der Leistungsaufnahme wider.

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sämtliche USB-3.0- und SATA-Controller sind hier beispielsweise deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber alle energiesparenden Features werden zusätzlich manuell aktiviert. Die Radeon HD 7850 ist weiterhin die primäre Grafikkarte.

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

Leistungsaufnahme Idle

Bildname
Leistung in Watt

Selbst das Deaktivieren der Onboardkomponenten hat wenig am Leerlaufverbrauch geändert. Es verbraucht mit 60,3 Watt immer noch zu viel und am meisten bisher.

Leistungsaufnahme Cinebench 11.5 CPU

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Leistung in Watt

Das gilt auch wieder einmal für den Cinebench-Testlauf. Lediglich 0,7 Watt konnten eingespart werden.

Leistungsaufnahme Prime95

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Leistung in Watt

Mit Prime konnten immerhin 0,4 Watt eingespart werden, verbraucht aber dennoch zusammen mit dem ECS Z77H2-AX zuviel.

Spannungen Prime95

Bildname
Spannungen in Volt

An den Spannungen hat sich wie gewohnt nichts verändert.

Das Gigabyte G1.Sniper 3 hat zwar einiges zu bieten, bezahlt dafür aber mit einer hohen Leistungsaufnahme. Bisher schneidet unser aktueller Testkandidat am schlechtesten in dieser Disziplin ab, was unter anderem am PEX8747 liegen kann. Auch die vorangegangenen Boards mit einem PEX8747 zeigten immer einen höheren Stromverbrauch.


Das Gigabyte G1.Sniper 3 bietet insgesamt zehn USB-3.0-Anschlüsse. Am I/O-Panel sind sechs zu finden, über zwei Header die weiteren vier Anschlüsse. Als Unterstützung treten zwei VIA VL810-Hubs mit dem Z77-Chipsatz in Kontakt, die sich um acht USB-3.0-Buchsen kümmern.

USB-3.0-Performance:

Weiterhin setzen wir für den USB-3.0-Test auf die Silicon Power Velox V30 SSD mit 240 GB Speicherkapazität, die wir zum Testen in ein externes 2,5 Zoll-USB-3.0-Gehäuse installieren. Das sind die Ergebnisse:

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Die USB-3.0-Performance beim Gigabyte G1.Sniper 3
(nativ über den Z77-PCH).
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Und so die USB-3.0-Leistung über den
VIA VL810-Zusatzchip. (als Hub)

Beide Ergebnisse sprechen für sich. Beide erreichen Schreibwerte bis knapp 200 MB/s, währenddessen beim Lesen durchschnittlich 175 MB/s erreicht werden. Die Resultate sind zufriedenstellend. Schön zu sehen ist, dass der Hub keine Verschlechterung der Performance erzeugt - allerdings kommt natürlich eine Verschlechterung zustande, wenn man parallel weitere USB-Devices voll auslastet. Dann ist irgendwann die USB-Bandbreite ausgelastet.

SATA-6G-Performance:

Bei sechs SATA-6G-Schnittstellen bedarf es einer Unterstützung von zwei SATA-Controllern von Marvell. Eingesetzt werden zwei 88SE9172-Zusatzchips. Da die SSD von Silicon Power mit der SATA-6G-Spezifikation umgehen kann, werden die SATA-6G-Anschlüsse ihr Bestes geben müssen.

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Wie gewohnt, verrichtet der Z77-PCH eine hervorragende Arbeit.
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Auch beim Sniper 3 schwächelt der Marvell 88SE9172 etwas.

Beim Z77-PCH sind wir außer Bestwerten nichts anderes gewohnt. Er kann die SSD bis zum Limit ausreizen und übertrifft teilweise sogar die Herstellerangaben (lesen: 550 MB/s; schreiben: 520 MB/s). Anders sieht die Leistung wieder beim Marvell 88SE9172 aus. Die Lesewerte sind hingegen mit knappen 400 MB/s akzeptabel, weniger gut sind allerdings die Schreibwerte. Maximal waren 250 MB/s drin, was verglichen mit maximal möglichen 520 MB/s eine große Lücke darstellt. Man darf hierbei aber auch nicht vergessen, dass es ohnehin ratsam ist, SSDs über den Z77-Chipsatz laufen zu lassen, da dieser einen wesentlich effizienteren Job macht. HDDs oder auch Laufwerke können hingegen ohne Schwierigkeiten über den Marvell-Controller genutzt werden.


Mit dem G1.Sniper 3 ist Gigabyte ein gutes Gaming-Mainboard gelungen, das sich auch nicht nur eben zum Gaming eignet, sondern auch in anderen Bereichen durchaus überzeugen kann. Das Board eignet sich nämlich auch bestens für Overclocking. Mit einem intelligenten 16+2+3-Phasendesign ist eine starke und effiziente CPU-Spannungsversorgung gegeben, die zusammen mit den umfangreichen Overclocking-Funktionen im BIOS einen hohen und stabilen CPU-Takt ermöglichen. Wie bei allen aktuellen Overclocking-Platinen sind auch auf dem G1.Sniper 3 Spannungs-Messpunkte und eine Debug-LED mit von der Partie.

Gamer, die bereit sind, etwas mehr auszugeben, kommen bei diesem Kaliber ganz auf ihre Kosten. Gigabyte hat auf dem dritten Ableger der Sniper-Serie vier mechanische PCIe-3.0-x16-Slots untergebracht, die ein SLI- oder CrossFireX-Grafikkartengespann mit maximal vier Grafikkarten erlauben. Für die nötige Anbindung von vier Grafikkarten wurde auf den PEX8747 von PLX-Tech gesetzt, der die 16 Lanes der CPU in ausreichende 32 Lanes wandelt, sodass jede Grafikkarte mit acht Lanes an das System angebunden werden kann. Praktisch für Spieler von Online-Spielen ist zudem, dass Gigabyte neben dem Intel 682579V-Netzwerk-Controller außerdem noch einen weiteren LAN-Port über den Qualcomm Atheros Killer E2201 integriert hat, der genau dafür optimiert wurde.

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Die weitere Anschlussvielfalt ist schon beeindruckend: Mit zehn SATA- und ebenfalls zehn möglichen USB-3.0-Schnittstellen kommt der Käufer ohne jeden Zweifel nicht zu kurz. Und selbst ein mSATA-Slot ist mit im Preis inbegriffen, indem man aktuelle mSATA-SSDs platzieren kann, was zusätzlich Platz im Gehäuse einspart. Mit im Zubehör befindet sich zusätzlich ein eSATA-Kit, das mittels Slotblende ermöglicht wird. Und zudem ist auch noch kein gewöhnlicher Onboard-Soundchip verlötet worden, sondern der Creative CA0132, der zusammen mit einem separaten Kopfhörerverstärker auf der Platine für ordentlichen Sound sorgt.

Aber das Ganze hat natürlich einen Preis: Bei der ganzen Vielfalt an Ausstattung und Funktionen leidet das Mainboard jedoch an einer hohen Leistungsaufnahme. Einer der größeren Verursacher wird der PLX-Bridgechip sein, der schon bei vergangenen High-End-Boards knapp 10 Watt mehr Leistung benötigt hat, aber auch die Armada an Onboard-Chips wird ihr übriges dazu tun. Ein richtiger Sparfuchs ist das Board somit nicht - aber wenn ein Gamer das Board mit zwei Grafikkarten, einer Menge RAM und einer High-End-CPU ausstattet, sind diese 10 Watt sicherlich zu vernachlässigen.

Das verwendete UEFI-BIOS ist bereits bekannt und hat uns im Großen und Ganzen auch beim G1.Sniper 3 gefallen. Die gewählten Einstellungen wurden konsequent umgesetzt. Einzig die Tatsache, dass es spürbare Aussetzer während der Auswahl der Einstellungen gab, ist negativ anzumerken, was sich jedoch sicherlich mit einem BIOS-Update beheben lässt.

Für das Gigabyte G1.Sniper 3 werden mindestens 310 Euro fällig. Damit darf es sich nicht zu den Schnäppchen zählen. Schaut man dann aber auf die Ausstattung, wird einem klar, dass der Preis trotzdem irgendwie angemessen ist. Wer genügend Geld auf dem Konto aufzuweisen hat und etwas ganz Besonderes in seinem Gehäuse verbauen möchte, ist mit diesem Mainboard gut beraten.

Positive Eigenschaften des Gigabyte G1.Sniper 3:

Negative Eigenschaften des Gigabyte G1.Sniper 3:

Das Gigabyte G1.Sniper 3 ist ein Gaming-Mainboard der Superlative, was auch andere Stärken wie das Overclocking zu bieten hat. Eine umfangreiche Ausstattung und die Fülle an Funktionen und Zubehör machen das Gigabyte G1.Sniper 3 zu einem wirklich heftigen Board. Auszeichnung? Keine Frage, aber den Stromverbrauch muss man ignorieren. Also Scheuklappen auf, denn die Gaming-Grafikkarte verbrät unter Last sowieso 300 Watt...

EH gigabyte g1.sniper 3