Test: ASRock Z77 OC Formula

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IMG 6 logoASRock hat es nicht leicht: Zu Zeiten des Sockel 462 (Sockel A) bis hin zum Sockel 939 entsprach die Wahrnehmung der ASRock-Mainboards nicht der aktuellen. In der jungen Vergangenheit hat man aber von ASRock qualitativ hochwertige Mainboards zu Gesicht bekommen, unter anderem auch diverse High-End-Mainboards. Die aktuelle Marktstrategie möchte ASRock allem Anschein nach fortsetzen und hat nun ein neues Modell für den High-End-Bereich veröffentlicht. Es handelt sich um das Z77 OC Formula, das im Speziellen den Overclocker bedienen soll. Wir sind gespannt!

Das ASRock Z77 OC Formula ist das drittteuerste Sockel-1155-Mainboard aus dem eigenen Portfolio und hat einiges zu bieten. Es stellt drei mechanische PCIe-3.0-x16 Slots zur Verfügung, bietet beachtliche zehn SATA-Anschlüsse und insgesamt acht schnelle USB-3.0-Ports. Eine CrossFireX- und SLI-Unterstützung mit maximal zwei Grafikkarten gehört mit zu den Eigenschaften dieses Exoten. Da das Z77 OC Formula für das Overclocking prädestiniert sein soll, schauen wir uns besonders das Overclocking-Verhalten und die Funktionen an und sind gespannt, ob sich das Mainboard den Zusatz "OC" auch verdient hat.

Natürlich kann auch die interne GPU mit ins Spiel einbezogen werden. Hierfür hat ASRock lediglich einen HDMI-Anschluss mit an das I/O-Panel gefügt. Den meisten Käufern, sollten sie zusätzlich auf die iGPU zurückgreifen wollen, reicht ein digitaler Video-Ausgang aus. Preislich wurde das Z77 OC Formula auf mindestens 226 Euro angesetzt, was zwar nicht wenig ist, aber durch die Funktionen und die Ausstattung wieder ausgeglichen werden kann. Unter den Overclocking-Platinen ist es - verglichen mit der Republic-of-Gamers-Serie - durchaus preislich attraktiv.

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Das ASRock Z77 OC Formula in der Übersicht.

Von ASRock bekommen wir mal eine völlig andere Farbgebung zu sehen - gelb und schwarz. Die Kondensatoren sind vergoldet, was auch bei diesem Mainboard einen hochwertigen Look vermittelt. Entscheidet man sich für das Z77 OC Formula, muss sichergestellt sein, dass im Gehäuse genügend Platz vorhanden ist - E-ATX ist angesagt.

Die wichtigsten Daten des Z77 OC Formula sehen so aus:

Die Daten des ASRock Z77 OC Formula in der Übersicht
Hersteller und
Bezeichnung
ASRock
Z77 OC Formula
Straßenpreis ca. 226 Euro
Homepage http://www.asrock.com/index.de.asp
Northbridge-/CPU-Features
Chipsatz Intel Z77 Express Chipsatz + PLX8605
Speicherbänke und Typ 4x DDR3 (Dual-Channel)
Speicherausbau max. 32 GB (mit 8-GB-DIMMs)
SLI / CrossFire CrossFireX, SLI (2-Way)
Onboard-Features
PCI-Express 2x PCIe 3.0 x16, (x16/-, x8/x8)
1x PCIe 2.0 x16
2x PCIe 2.0 x1
PCI -
Serial-ATA-, SAS- und 
ATA-Controller
2x SATA 6G und 4x SATA 3G mit RAID 0, 1, 5, 10 über Intel Z77
4x SATA 6G über Marvell 88SE9172
USB 8x USB 3.0 (4x am I/O-Panel, 4x über Header)
vier über Z77, vier über Etron EJ188H
10x USB 2.0 über Z77 (4x am I/O-Panel, 6x über Header)
Grafikschnittstellen 1x HDMI
WLAN / Bluetooth -
Firewire -
LAN 1x Broadcom BCM57781
Audio 8-Channel Realtek ALC898 Audio Codec

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Die Verpackung ist regelrecht komplett in Schwarz gehalten. Mittig zu sehen ist ein gelber Lamborghini, der farblich zu dem Mainboard passt und mit dem "OC" in Verbindung gebracht werden kann. Der Deckel oberhalb lässt sich nach oben aufklappen und man bekommt noch einige weitere spezielle Eigenschaften zu sehen, die das Z77 OC Formula zu bieten hat und kann auch bereits durch ein kleines Fenster einen ersten Blick auf das neu erworbene Mainboard werfen.

Folgendes Zubehör konnte gefunden werden:

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An Zubehör findet man einiges beim ASRock Z77 OC Formula.

Beim Zubehör wird man nichts vermissen. Im Gegenteil: ASRock packt sogar noch ein USB-3.0-Frontpanel, sechs SATA-Kabel, zehn OC-Stands, also Abstandshalter und sogar eine Wärmeleitpaste von Gelid oben drauf. Das gesamte Zubehör wird in einem kleinen schwarzen Stoffsäckchen geliefert.


Seit etwa ein halbes Jahr ist er zu bekommen - der Z77-Chipsatz. Auf dem ASRock Z77 OC Formula ist er selbstredend auch vertreten und gibt dem Mainboard alle nötigen Funktionen und Erweiterungen im Vergleich zum Vorgänger-Modell, dem Z68-Chipsatz. Auch das ASRock Z77 OC Formula genießt den Vorteil der nativen USB-3.0-Unterstützung, die Intel Smart Response Technology und die Intel Smart Connect Technology.

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Die CPU-Spannungsversorgung wird von einem 12+4-Phasendesign übernommen.

Um den Sockel herum wurde mit Kleinstkomponenten nicht gespart. Für die CPU-Spannung steht ein 12+4-Phasendesign zur Verfügung. Überdeckt werden die Phasen von einem großen Passiv-Kühlkörper, der zugleich an einen Wasserkühlungs-Kreislauf angeschlossen werden kann, was die Kühlung der MOSFETs noch einmal verstärkt. Die Phasen selbst sind allesamt Premium Alloy Chokes, die eine mögliche Kernverlustleistung um bis zu 70 Prozent reduzieren sollen. Zusammen mit Multiple Filter Caps, kurz MFCs, bietet das ASRock Z77 OC Formula schon einmal eine solide Grundlage für eine entsprechend hohe und stabile Übertaktung.

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Alle drei PCIe-x16-Slots lassen sich auf Wunsch deaktivieren.

Wie bei ziemlich allen aktuellen Mainboards befinden sich am Rand der Platine der 24-Pin ATX-Stromanschluss und ein USB-3.0-Header, der weitere zwei USB-3.0-Schnittstellen ermöglicht. Über drei kleine Schalter lassen sich die drei PCIe-x16-Slots auch wahlweise deaktivieren. Eine Debug-LED befindet sich genau darüber und ermöglicht eine leichtere Diagnose im Falle einer Störung. Beim Z77 OC Formula lassen sich auch die Spannungen über passende Konnektoren auslesen. Benötigt wird hierbei lediglich ein Multimeter mit passenden Adapterkabeln. Direkt unterhalb der Debug-LED befinden sich die beiden Buttons für das Rapid OC-Feature, womit man stufenweise die CPU übertakten kann.

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2-Way SLI- und CrossFireX ist beim Z77 OC Formula kein Problem.

Die beiden oberen PCIe-x16-Slots sind über eine Ivy-Bridge-CPU in der aktuellen PCI-Express-3.0-Spezifikation nutzbar und erlauben auch ein SLI- oder CrossfireX-Verbund mit maximal zwei Grafikkarten, wohingegen der unterste PCIe-x16-Slot mit vier Lanes angebunden ist, dabei aber nur mit der PCI-Express-2.0-Spezifikation angesprochen werden kann - er hängt am Z77-Chipsatz. Übrig bleiben noch zwei kleine PCIe-2.0-x1-Slots, die auch über den Z77-Chipsatz angebunden sind. Um eventuellen Instabilitäten während einer Multi-GPU-Konfiguration aus dem Weg zu gehen, befindet sich am unteren Ende der Platine ein 4-Pin-Molex-Stromanschluss, der das Ganze dann kompensieren kann.

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An SATA-Schnittstellen mangelt es nicht.

An dieser Stelle war ASRock sehr großzügig und spendiert dem Z77 OC Formula satte zehn SATA-Anschlüsse. Die gelben entsprechen der SATA-6G-, die schwarzen der SATA-3G-Spezifikation. Da der Z77-PCH eben nur zwei SATA-6G-Buchsen managen kann, muss ASRock also auf Zusatzchips setzen. Diesen Part übernehmen zwei Marvell 88SE9172-Controller. Diese sind mit über je eine PCIe-2.0-x1-Lane angebunden.


Was ist am I/O-Panel zu finden?

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Es sind ausreichend Anschlüsse vorhanden, darunter sechs USB-3.0- und vier USB-2.0-Schnittstellen allein am I/O-Panel. Für die Nutzung der internen GPU ist zusätzlich ein HDMI-Anschluss vorhanden, der in der Revision 1.4a kommt. Um auch das BIOS auf komfortableren Weg zurücksetzen zu können, ist auch ein CMOS-Clear-Button direkt über das I/O-Panel zu erreichen.

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Keine Überraschung: Als Soundlösung kommt der Realtek ALC898 zum Einsatz.

Der weitverbreitete ALC898-Soundchip ist auch auf dem Z77 OC Formula vorzufinden. Er unterstützt maximal acht Kanäle und auch die Blu-ray-Verschlüsselung. Die restlichen Daten sind zwar längst bekannt, möchten sie aber dennoch erwähnen: 110 dB Signal-to-Noise ratio (SNR) und 104 dB SNR recording (ADC).

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Ein Power- und Reset-Button darf bei so einem Mainboard nicht fehlen.

Erleichtert ungemein: Ein Power- und Reset-Button direkt auf dem Mainboard. Sofern man das Mainboard nicht bereits in ein Gehäuse verbaut hat, sind die beiden Buttons eine echte Hilfe während des Overclocking-Versuchs oder aber für Testzwecke direkt nach dem Zusammenbau. Etwas versteckt, aber vorhanden ist außerdem ein Jumper (BIOS_SEL1), mit dem man zwischen den beiden BIOS-ROMs umschalten kann.

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Acht Lanes vom Z77-Chipsatz reichen nicht aus. Abhilfe schafft der PLX-Bridgechip.

Auf dem Z77 OC Formula sind einige Zusatzchips vorhanden, die natürlich auch optimal an das System angebunden werden müssen. Da sind die acht Lanes vom Z77-Chipsatz schnell aufgebraucht - laut Gerätemanager ist zum einen der PCIe-x4-Port direkt angebunden, hinzu die beiden Marvell-SATA-Ports und der USB-3.0-Port. Das sind schon sieben der acht verfügbaren PCIe-2.0-Lanes. Mit dem PLX-Bridgechip PEX8605 schafft ASRock Abhilfe - dieser nutzt die letzte verbliebene PCIe-Lane und bindet den Gigabit-Ethernet-Controller und die beiden PCIe-x1-Ports an.

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Der Etron EH188H übernimmt vier USB-3.0-Anschlüsse.

Bei acht USB-3.0-Schnittstellen ist mindestens ein Zusatzchip notwendig. Geworden ist es der Etron EJ188H, der in der Lage ist, vier der schnellen USB-3.0-Buchsen zu steuern. Unterhalb sind die zusätzlichen Stromanschlüsse für die CPU zu sehen. Ein 8-Pin-ATX-Stromanschluss ist sehr weit verbreitet. Das ASRock Z77 OC Formula bietet aber noch einen weiteren 4-Pin-Anschluss. Dieser kann unter Umständen auch hilfreich sein, wenn es darum geht, die Spannungsversorgung der CPU weiter zu stabilisieren, wenn man wirklich hoch hinaus möchte.

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Zwei weitere SATA-Controller sind ebenfalls erforderlich.

Hier sind auch schon die beiden angesprochenen 88SE9172-SATA-Controller von Marvell. Jeder von ihnen kann zwei SATA-6G-Schnittstellen kontrollieren. Eine Abwärtskompatibilität zu den SATA1 und SATA2-Spezifikationen gehören auch zu den Features, die es erlauben, auch normale HDDs und Laufwerke effizient einzusetzen.

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Das ASRock Z77 OC Formula nochmals in der Übersicht.

An FAN-Headern besitzt das Z77 OC Formula sieben Stück. Jedoch nur einer davon ist ein 4-Pin-PWM-Header, der allein für den Lüfter des CPU-Kühlers gedacht ist. Alle anderen Header verfügen über drei Pins. Von daher hätten wir es lieber gesehen, wenn alle FAN-Header 4-Pin-PWM-Header gewesen wären. Nichtsdestotrotz lassen sich über das BIOS alle Header separat einstellen. Bei Standard-Einstellungen jedoch waren uns die beiden Lüfter des CPU-Kühlers eine Spur zu laut. Bei dem Versuch, die Lüfter im BIOS herunter zu regeln, gab es jedoch Probleme. Bei ASRock ist man es bereits gewohnt, dass man die Lüftergeschwindigkeiten unter anderem von Level 1 bis Level 9 einstellen kann. Je höher das eingestellte Level bis zu einer Target-Temperatur, desto schneller dreht/drehen sich der/die Lüfter. Natürlich haben wir Level 1 aktiviert - eine Veränderung war allerdings Fehlanzeige. Die beiden Lüfter drehten sich weiterhin mit deutlich hörbaren 1400 Umdrehungen pro Minute. Von ASRock müsste also ein entsprechendes BIOS-Update folgen, was die Fehlfunktion behebt. Wir denken allerdings, dass dieses in Kürze kommen wird.

Ein Header ist auch bereits mit dem aktiven Lüfter belegt, der direkt darunter befindliche Komponenten mit Frischluft versorgt. Der Durchmesser des Lüfters entspricht 40 mm, wo man annehmen könnte, dass dieser während des Betriebs deutlich hörbar ist. Das ist aber absolut nicht der Fall. Die beiden Lüfter des CPU-Kühlers haben mit ihren 1400 Umdrehungen alles übertönt. Mithilfe der mitgelieferten Software "Formula Drive" konnten wir die beiden Lüfter zumindest zeitweise während des FAN-Tests herunterregeln und feststellen, dass das System dann sehr leise seine Arbeit verrichten konnte. Der FAN-Test wurde nach mehreren Minuten allerdings nicht beendet und es hatte den Anschein, dass der FAN-Test andauernd wiederholt wurde und es zu keinem Ende kam.

An dem Mainboard-Layout gibt es nichts Weltbewegendes zu beanstanden. Die Struktur ist ASRock gelungen. Einzig der gewaltige passive Kühlerblock kann unter Umständen sperrig werden. Wir haben den be quiet! Dark Rock Pro C1 auf dem Mainboard montiert und mit den Heatpipes war es schon eine knappe Geschichte. Beim Rest ist alles leicht zugänglich und optimal positioniert und bedarf keine Besserung.


Weiter geht es wie immer mit dem BIOS, was wir uns auch auf dem ASRock Z77 OC Formula genauer angeschaut haben. Bei unserem ersten Blick auf die BIOS-Version haben wir festgestellt, dass Version L0.25 installiert war. Ein weiterer Blick auf die ASRock-Webseite verrät, dass es diese Version offiziell gesehen überhaupt nicht gibt. Das First Release ist Version P1.00. Wir vermuten, dass es sich bei der Version L0.25 um eine frühe Beta-Version von der finalen P1.00-Version handelt. Mittlerweile bietet ASRock aber eine aktuellere Version P1.40 an, die wir gleich per Instant-Flash-Funktion aufgespielt haben. Verbessert wurde der Power Saving Mode und eine Einstellung bei den NickShih's OC-Profilen in Sachen Frequenzen hinzugefügt.

Das Motto von ASRock beim Z77 OC Formula lautet: Tomorrow's Technology Today. Bei der Aufmachung der UEFI-Oberfläche erkennt man auch einen Zusammenhang. Im Hintergrund sieht man ein fantasievolles Bild vom Universum, deren Sterne schön animiert funkeln. Die Strukturierung des UEFI-BIOS ist durchaus gelungen. Oberhalb sind die Hauptreiter gut aufgehoben und man kommt so relativ schnell mit dem UEFI-BIOS zurecht. Gelangt man das erste Mal ins BIOS, ist standardmäßig der Reiter "OC-Tweaker" zu sehen, der die vielen Overclocking-Funktionen unter einen Hut bringt. Möchte man die Taktfrequenzen, die Spannungen oder die Latenzen des Arbeitsspeichers verändern, wird man in diesem Reiter fündig. Unter "Advanced" sind, wie bekannt, die Einstellungen zu den Onboard-Komponenten und zu den chipsatzrelevanten Features einseh- und änderbar.

Der Hardware-Monitor gibt wichtige Informationen zu den Temperaturen von CPU und Mainboard, den Drehzahlen der Lüfter und den wichtigsten Spannungen preis. Beim Z77 OC Formula gibt es vier Möglichkeiten, ein aktuelleres BIOS einzuspielen. Per Instant-Flash, aus dem BIOS heraus über eine Internetverbindung, über DOS oder über die Windows-Oberfläche.

Wir waren mit dem BIOS äußerst zufrieden. Es arbeitete stets stabil und zuverlässig - die Lüftersteuerung ausgenommen, aber hier kann ASRock noch nachjustieren. Der komplette Funktionsumfang ist in der folgenden Bildergalerie einsehbar:

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Unser heutiges Testobjekt trägt das "OC" bereits im Produktnamen, sodass wir gespannt sind, ob es sich diesen Titel auch wirklich verdient hat. Wir haben uns die gesamten Overclocking-Funktionen angeschaut und haben natürlich auch den Core i7-3770K übertaktet. Um ein gutes Overclocking-Ergebnis zu erhalten, ist es zum einen wichtig, dass die CPU, die man erworben hat, auch die gewünschten Taktraten mitmacht. Darüber hinaus ist es von hoher Wichtigkeit, dass die Stromversorgung für die CPU ausreichend dimensioniert ist und dass die Qualität der Signallaufzeiten im grünen Bereich liegt. Die Stromversorgung beim ASRock Z77 OC Formula ist schon mal mit 16 Phasen üppig bestückt.

Das ASRock Z77 OC Formula unterstützt eine Base-Clock-Frequenz im Bereich von 95 MHz bis 150 MHz, die sich in 0,1 MHz-Schritten einstellen lässt. Der oberste Wert ist in der Tat ziemlich hoch angesetzt, da bekannt ist, dass sich die Base-Clock-Frequenz nur begrenzt nach oben konfigurieren lässt. Unter den vielen Overclockern, unter anderem auch aus unserer Community, ist die VCore-Veränderung mittels eines Offset-Wertes von großer Beliebtheit. Beim Z77 OC Formula ist diese Funktion neben dem Fixed-Modus vorhanden. Die Reichweite beträgt -0,300V bis +0,600V und lässt sich in 0,005V-Etappen einstellen.

Es ist keine Überraschung, wenn man bei aktuellen Mainboards die PCH-Spannung und die VTT_CPU-Spannung verändern kann. Hingegen ist es ungewöhnlich, dass es beim Z77 OC Formula die Spannungen PCH 1, PCH 2, VTT_CPU 1 und VTT_CPU 2 gibt. Wo da nun die Unterschiede sind, ist nicht klar erkennbar gewesen, aber dennoch erwähnenswert und vielleicht sogar von manchen Usern gern gesehen. Um den von Intel beabsichtigten VDroop zu verhindern, ist eine Veränderung Load-Line Calibration für die CPU und für die interne GPU in fünf Stufen möglich (Level 1 bis Level 5). Die weiteren Einstellungen entsprechen dem Standard.

Die Overclocking-Funktionen des ASRock Z77 OC Formula in der Übersicht
Base Clock Rate 95 bis 150 MHz in 0,1 MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,600 V bis 1,700 V in 0,005-V-Schritten (Fixed-Modus)
-0,300 V bis +0,600 V in 0,005-V-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 1,165 V bis 2,100 V in 0,005-V-Schritten
VTT/VCCIO-Spannung 0,768 V bis 1,634 V in 0,009-V-Schritten
CPU PLL-Spannung 1,500 V bis 2,900 V in 0,013-V-Schritten
PCH-Core-Spannung 0,803 V bis 1,654 V in 0,013-V-Schritten
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen VTT_CPU 2, PCH 2, PCH DMI, iGPU, VCCSA, VTT DDR, IMC-DRAM,
XCLK RCOMP Voltage
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings 25 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
QPI-Takt - technisch nicht möglich -
Weitere Besonderheiten UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE, EIST
Turbo-Modus (All Cores, By number of active cores),
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und sechs optionale Fans,
CPU-LLC, GPU_LLC, Core Current Limit, Extreme Voltage

ASRock gibt dem Käufer auch ein nützliches Programm mit auf den Weg, mit denen man viele Einstellungen auch unter Windows wählen kann: ASRock Formula Drive. Hinzu gibt es von ASRock ein kleines Tool, was sich an dem Rapid OC-Feature zu schaffen macht. In diesem Tool kann man beliebige Tasten definieren, mit denen man dann per Knopfdruck den BCLK, den Multiplikator oder auch die CPU-Spannung verändern kann.

Die einzelnen Overclocking-Funktionen inkl. das Programm ASRock Formula Drive haben wir wie immer in einer Galerie zusammengefasst:

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Eine Übertaktung des Core i7-3770K auf 4,7 GHz war für das ASRock Z77 Oc Formula auf Anhieb kein Problem. Das System bootete ohne Probleme, als wenn nichts wäre. Wir haben dann den Versuch gewagt und den Multiplikator 48 festgelegt. Ein Bootvorgang war allerdings nicht möglich. Windows 7 wurde zwar geladen, dann allerdings, als das System gerade umswitchen wollte, hat sich das System zurückgesetzt. Es muss nun aber nicht am Mainboard liegen, sondern kann auch ganz einfach an unserer CPU liegen, die einfach nicht mit dem Multiplikator 48 booten wollte. Da es ohnehin schon länger bekannt ist, muss man schon Glück haben, eine Ivy Bridge-CPU zu erwischen, die oberhalb des Multiplikators 47 noch mitspielt. Wenn da nicht noch das Problem mit der höheren Temperatur der Ivy Bridge-Prozessoren vorhanden wäre.

cpu_z2.PNG

Langsam ist das jedenfalls nicht: Eine Taktfrequenz von 4,7 GHz wurde spielend erreicht. Mit etwas mehr Zeit und viel Probieren mit den umfangreichen Overclocking-Funktionen wären vielleicht sogar die 4,8 GHz dringewesen. Fakt ist jedoch, dass sich das Mainboard das Kürzel "OC" in der Tat verdient hat.


Unser Testsystem sieht unverändert wie folgt aus:

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz.

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version.

Seit der Einführung der Nehalem-Prozessoren und der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 1600 MHz und 9-9-9-24 1t - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim ASRock Z77 OC Formula ist allerdings alles so, wie es zu erwarten wäre: Die Turbo-Modi laufen korrekt und auch keine versteckte Übertaktung ist aktiv.

Wir testen allerdings nur noch vier Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2011, SuperPi 8M, Cinebench 11.5 und Sisoft Sandra 2011 Memory Benchmark:

3DMark 2011

3DMark_2011_1
Leistung in Futuremark-Punkten

Cinebench 11.5

Cinebench 1
Leistung in Cinebench-Punkten

Sisoft Sandra Memory Benchmark:

SiSoft_Sandra 1
Bandbreite in GB/s

SuperPi 8M

SuperPi 1
Zeit in Sekunden (weniger ist besser)

Die gesamte Performance entspricht unseren Erwartungen. Ist aber auch nicht verwunderlich, da die Grundkomponenten identisch sind und eben nur das Mainboard getauscht wird.


Neben einer gut ausgeprägten Performance ist auch der Stromverbrauch des heimischen PCs kein unwichtiges Kriterium. Was man häufig unterschätzt, ist die Tatsache, dass selbst die verschiedenen Mainboard-Modelle der zahlreichen Hersteller unterschiedlich viel Strom aus der Steckdose ziehen. Ein Grund dafür sind die verschieden eingesetzten BIOS-Versionen, die teilweise die von Intel referenzierten Stromsparmechanismen schlecht oder gar falsch umsetzen oder dass Onboardkomponenten sich eigentlich deaktivieren sollten, wenn diese entweder durch dedizierte Hardware ersetzt wurden oder einfach nicht verwendet werden. Darüber hinaus kann aber manchmal auch die Stromversorgung verantwortlich gemacht werden, wenn unter Default Settings mehr Energie zur Verfügung gestellt wird, als eigentlich benötigt wird. Genau deswegen spielt die Effizienz eine wichtige Rolle. Wenn die Effizienz der Stromversorgung nun also schlecht ausfällt, wird mehr Strom verbraucht. Zu unterschätzen ist hierbei aber auch die Software nicht, sodass sie ebenfalls gut abgestimmt sein muss, damit eine zufriedenstellende Effizienz gegeben ist.

Das ASRock Z77 OC Formula bietet nicht viele Zusatzchips, darunter ein PLX-Chip, zwei SATA-Controller von Marvell, einem weiteren USB-3.0-Controller von Etron und eben einmal Netzwerk und Sound. Aber alleine der PLX-Chip kann schon für einen höheren Stromverbrauch sprechen.

Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 11.5 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-spanTest, Vollauslastung).

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Für den ersten Test sind die Default Settings aktiv, sodass der Großteil der Onboardkomponenten bereits aktiviert ist. Die Grafikausgabe erfolgt über die Radeon HD 7850, wobei wir die iGPU im BIOS nicht deaktiviert haben. Wie bereits weiter oben geschrieben, sind alle Stromspar-Features eingeschaltet, was mit den Werten einer manuellen Konfiguration scheinbar gut umgesetzt wurde.

Leistungsaufnahme Idle

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Leistung in Watt

Das ASRock Z77 OC Formula positioniert sich im Leerlauf mit 53,4 Watt auf den dritten Platz. Dass der Verbrauch hätte geringer sein können, hat die Konkurrenz bereits gezeigt.

Leistungsaufnahme Cinebench 11.5 CPU

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Leistung in Watt

Unter Cinebench hält sich das Z77 OC Formula mit 112,4 Watt im guten Mittelfeld.

Leistungsaufnahme Prime95

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Leistung in Watt

Sehr ähnlich sieht die Verteilung aus, wenn Prime95 lief. Der Wert von 122,1 Watt ist zufriedenstellend.

Spannungen Prime95

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Spannungen in Volt

Mit 1,112V zeigt sich das ASRock Z77 OC Formula äußerst genügsam.

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sämtliche USB-3.0- und SATA-Controller sind hier beispielsweise deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber alle energiesparenden Features werden zusätzlich manuell aktiviert. Die Radeon HD 7850 ist weiterhin die primäre Grafikkarte.

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

Leistungsaufnahme Idle

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Leistung in Watt

Immerhin 1,7 Watt konnten im Idle eingespart werden, nachdem wir die Zusatzkomponenten deaktiviert haben.

Leistungsaufnahme Cinebench 11.5 CPU

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Leistung in Watt

Und auch beim Cinebench konnte etwas Strom gespart werden. Hier sind es 1,4 Watt weniger.

Leistungsaufnahme Prime95

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Leistung in Watt

Am effektivsten zeigte sich die Ersparnis bei Prime95. Ganze zwei Watt weniger konnten gemessen werden.

Spannungen Prime95

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Spannungen in Volt

Egal, ob mit aktivierten oder deaktivierten Onboardkomponenten, die CPU-Spannung war identisch.

Das ASRock Z77 Oc Formula ist nicht das effizienteste Mainboard. Dennoch hält sich der Stromverbrauch angenehm im Rahmen trotz diverser Zusatzchips. Etwas zugunsten des ASRock-Boards würde sich das Verhältnis auch noch verschieben, wenn der Lüfter leiser geregelt werden könnte - denn dann sind ein bis zwei Watt sicherlich noch einzusparen durch die niedrigere Lüfterdrehzahl.


Verwendbar sind beim ASRock Z77 OC Formula insgesamt acht USB-3.0-Schnittstellen, wenn man den internen USB-3.0-Header hinzuzählt. Über das I/O-Panel sind sechs Stück erreichbar, die restlichen beiden über den Header. Dadurch wird etwas Unterstützung benötigt, die in Form des Etron EJ188H zum Vorschein kommt. Er übernimmt die Kontrolle von vier USB-3.0-Anschlüsse.

USB-3.0-Performance:

Wir haben das Equipment nicht verändert und setzen noch immer auf eine Velox V30 SSD von Silicon Power, die eine Gesamtkapazität von 240 GB aufweist. Untergebracht wird sie für die USB-3.0-Tests in einem externen 2,5 Zoll USB-3.0-Gehäuse. Dadurch werden die USB-3.0-Anschlüsse bis zu ihrem Limit belastet.

ATTO USB3 small
Die USB-3.0-Performance beim ASRock Z77 OC Formula
(nativ über den Z77-PCH).
ATTO USB3 small
Und so die USB-3.0-Leistung über den
Etron EJ188H-Zusatzchip.

Beide Ergebnisse entsprechen der Normalität und nehmen sich im Alltag nichts. Beide erreichen Schreibraten von knappen 200 MB/s und eine Leserate von durchschnittlich 170 MB/s. Das ist durchaus akzeptabel!

SATA-6G-Performance:

Beim SATA-6G-Performancetest kann die SATA-6G-SSD wieder zeigen, was sie wirklich kann. Da sich auf dem Z77 OC Formula insgesamt sechs SATA-6G-Buchsen befinden, ist auch hier ein Zusatzchip erforderlich, der sich um die übrigen vier Anschlüsse kümmert. Diese Aufgabe übernehmen zwei Marvell 88SE9172-Zusatzchips.

ATTO USB3 small
Wieder einmal zeigt sich der Z77-Chipsatz
von seiner besten Seite.
ATTO USB3 small
Enttäuschend zeigt sich die Leistung über den
Marvell 88SE9172-Zusatzchip.

Insgesamt betrachtet ist die SATA-6G-Leistung ok, bis auf eine Ausnahme. Die Schreibrate über den Marvell 88SE9172-Controller ist ziemlich niedrig ausgefallen. Wenn man eine leistungsstarke SATA-6G-SSD besitzt, sollte man sie ohnehin über den Z77-Chipsatz laufen lassen. Dennoch haben wir vom Marvell 88SE9172-Controller schon eine bessere Leistung gesehen, der auch auf vielen anderen Mainboards ein Zuhause gefunden hat.


ASRock schickt mit dem Z77 OC Formula zweifelsohne ein leistungsstarkes E-ATX-Mainboard ins Rennen, welches sich im High-End-Markt ansiedeln soll. Es ist für Overclocker designed und das merkt man an diversen Bereichen: Mit insgesamt 16 Phasen besitzt das Board eine starke und effiziente CPU-Stromversorgung, im BIOS hat man massig Overclocking-Funktionen untergebracht und Features wie die Spannungs-Messpunkte, abschaltbare PCIe-Slots und eine Debug-LED gehören zum Standard-Equipment fürs Übertakten. Interessant ist auch, dass ASRock die Gelid GC-Wärmeleitpaste beilegt, die bei Übertaktern sehr beliebt ist. Auch die Tatsache, dass ein Wasserkühlungskreislauf integriert werden könnte, schafft Flexibilität bei der Kühlung.

Auch ein Gamer könnte mit dem Board zufrieden sein, denn mit SLI und CrossFire besteht auch die Möglichkeit, eine zweite Grafikkarte hinzuzufügen. Und ordentliche Features bietet das Board mit reichlich USB3.0- und SATA6G-Ports ebenso. Zudem ist der Onboard-Sound brauchbar und ein Gigabit-Ethernet-Controller ist auch vorhanden. Einzig für Nutzer der integrierten CPU-Grafik ist das Board nicht unbedingt die beste Wahl, denn es besitzt nur den HDMI-Ausgang, nicht aber andere eventuell nützliche Ports. Dem Overclocker oder Gamer kann das natürlich egal sein, denn er wird eine "richtige" Grafikkarte einsetzen.

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Beim Stromverbrauch hat das Modell einerseits durch die noch nicht perfekte Lüftersteuerung, aber auch durch den vorhandenen PLX-Tech PEX8605-Zusatzchip nicht den allerbesten Verbrauch im Test, aber man liegt auf durchaus gutem Niveau - letztendlich sind ja auch einige Zusatzchips verbaut, die mit Strom versorgt werden müssen. Die Performance ist wie immer auf einem Niveau mit anderen Boards, aber im Overclocking-Test erreichten wir spielend den maximalen Takt unserer CPU, ohne große Kniffe und Tricks. Als besonderes Overclocking-Feature ist das "Rapid OC" nennenswert, womit man per Knopfdruck auf dem Mainboard (auch mit dem mitgelieferten Tool unter Windows) stufenweise die CPU übertakten kann. Zur erweiterten Kontrolle und den Overclocking-Einstellungen unter der Windows-Oberfläche kann man das Programm "Formula Drive" einsetzen, was den Weg ins BIOS erspart.

Das vorhandene und moderne UEFI-BIOS hinterließ bei unserem Test einen ausgereiften und stets stabilen Eindruck. Sämtliche getroffene Einstellungen wurden korrekt übernommen und es gab keinerlei Grund für Beanstandungen. Es kommt gut strukturiert und leicht umgänglich rüber und selbst der Hintergrund ist mit einem Weltraumbild hübsch animiert.

Insgesamt hat ASRock also für dieses besondere Board einen guten Job gemacht - und dieser gut erledigte Job kostet natürlich auch seinen Preis. Das ASRock Z77 OC Formula ist für mindestens 226 Euro zu bekommen, was unserer Meinung nach aber gerechtfertigt ist. Andere Overclocking-Platinen kosten nicht selten deutlich mehr.

Positive Eigenschaften des ASRock Z77 OC Formula:

Negative Eigenschaften des ASRock Z77 OC Formula:

ASRock ist mit dem Z77 OC Formula ein gutes Mainboard gelungen, was sich den Titel "OC" auch in der Tat verdient hat. Die gut ausgeprägte Ausstattung, das Zubehör, was auf den Overclocker optimal zugeschnitten ist, machen das Z77 OC Formula zu einer sehr guten Overclocking-Platine mit vielen Funktionen und Optionen. Von uns wird das mit dem Excellent Hardware-Award belohnt:

EH asrock z77 oc formula