Test: Gigabyte GA-Z77X-UD3H (-WB WiFi)

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img 4 logoGigabyte gehört zu den großen Mitstreitern, gerade wenn es um Mainboards geht. Das erfolgreiche Unternehmen bringt dabei für jeden neuen Chipsatz, sei es von AMD oder von Intel, gute Mainboards auf den Markt. Aktuell sind alle bekannten Mainboard-Hersteller damit beschäftigt, aktuelle Boards mit Intels neuen 7-Series-Chipsätzen herzustellen und für die Endkunden bereitzustellen. So natürlich auch Gigabyte: Im heutigen Test schicken wir das GA-Z77X-UD3H-WB WiFi von Gigabyte durch den Test-Parcours und wollen so prüfen, ob Gigabyte auch mit den neuen Mainboards gute Arbeit geleistet hat.

Es fällt einem sehr schnell ins Auge, dass das Gigabyte GA-Z77X-UD3H-WB WiFi auf die Mittelklasse ausgelegt ist. Auf der einen Seite ist es an der Namensgebung erkennbar, auf der anderen Seite spiegelt es sich an der Ausstattung wider. So stellt das Mainboard inklusive zwei eSATA-Ports ausreichende acht SATA-Schnittstellen, zwei PCIe-x16-Slots auf Basis der PCI-Express-3.0-Spezifikation und noch einen weiteren PCIe-2.0-x16-Slot zur Verfügung, die ein SLI- oder CrossfireX-Gespann ermöglichen. Weiterhin sei angemerkt, dass für die Nutzung von PCIe-3.0 eine Ivy-Bridge-CPU unbedingt erforderlich ist. Andernfalls werden die beiden PCIe-x16-Slots mit der PCI-Express-2.0-Spezifikation angesprochen.

Gigabyte nutzt die Gelegenheit und übergibt dem Endkunden ein Mainboard, welches am I/O-Panel ausschließlich sechs USB-3.0-Anschlüsse bietet. Intern über einen USB-3.0- und drei USB-2.0-Header werden weitere Anschlussmöglichkeiten über USB realisierbar. Die Käufer, die mit Vorliebe die interne GPU einsetzen möchten, können sich über jeweils einen VGA-, DVI-, HDMI- und DisplayPort-Anschluss freuen. Das Gigabyte GA-Z77X-UD3H-WB WiFi ist ab ca. 164 Euro zu erwerben, was für ein Mittelklasse-Mainboard durchaus akzeptabel ist. Dasselbe Mainboard, aber ohne WLAN und Bluetooth wechselt für ca. 140 Euro den Besitzer.

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Das Gigabyte GA-Z77X-UD3H in der Übersicht.

Die Größe des Mainboards entspricht dem gebräuchlichen ATX-Standard, mit dem die wenigsten Käufer Probleme haben werden. Gigabyte hat sich beim Z77X-UD3H für ein schwarzes PCB entschieden, was unter anderem in unserer Community sehr gern angenommen wird. Garniert wird das schwarze PCB mit den blauen, passiven Kühlkörpern für die MOSFETs und dem Z77-PCH. Insgesamt fällt die Optik sehr gut aus.

Sehen wir uns die Eckdaten des Gigabyte GA-Z77X-UD3H-WB WiFi in folgender Tabelle an:

Die Daten des Gigabyte GA-Z77X-UD3H (-WB WiFi) in der Übersicht
Hersteller und
Bezeichnung
Gigabyte
GA-Z77X-UD3H (-WB WiFi)
Straßenpreis ca. 140 Euro (ohne WLAN/BT 4.0), ca. 164 Euro
Homepage http://www.gigabyte.de
Northbridge-/CPU-Features
Chipsatz Intel Z77 Express Chipsatz
Speicherbänke und Typ 4x DDR3 (Dual-Channel)
Speicherausbau max. 32 GB (mit 8-GB-DIMMs)
SLI / CrossFire CrossFireX, SLI (2-Way)
Onboard-Features
PCI-Express

2x PCIe 3.0 x16 (x16/x8)
1x PCIe 2.0 x16 (x4)
3x PCIe 2.0 x1

PCI 1x PCI
Serial-ATA-, SAS- und 
ATA-Controller
2x SATA 6G und 4x SATA 3G mit RAID 0, 1, 5, 10 über Intel Z77
2x eSATA 6G über Marvell 88SE9172
1x mSATA
USB 8x USB 3.0 (6x am I/O-Panel, 2x über Header)
vier über Z77, vier über VIA VL800
6x USB 2.0 über Z77 (6x über Header)
Grafikschnittstellen 1x HDMI, 1x VGA, 1x DVI, 1x DisplayPort
WLAN / Bluetooth Wi-Fi 802.11 b/g/n (max. 150 MBit/s), Bluetooth V4.0
Firewire -
LAN 1x Atheros AR8151 Gigabit LAN
Audio 8-Channel VIA VT2021 Audio Codec

Die gebotene Ausstattung ist vollständig, wenn man von FireWire absieht. Wie auch beim Z77X-UD5H-WB WiFi sind beim Z77X-UD3H-WB WiFi ebenso WLAN und Bluetooth mit vertreten. Das Mainboard selbst ist ein normales GA-Z77X-UD3H, welches man auch ohne WLAN und Bluetooth kaufen kann. Die Zugabe liegt lediglich bei der WLAN/Bluetooth-PCIe-x1-Karte inkl. Antennen, welche auch einzeln zu erwerben ist: Gigabyte GC-WB150.

Die Verpackung ist in schlichtem Weiß gehalten. Auf der Vorderseite sind die wichtigsten Features des Mainboards klar zu erkennen.

So sieht der Lieferumfang beim Z77X-UD3H-WB WiFi aus:

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Das Zubehör des Z77X-UD3H-WB WiFi.

Alles, was wichtig ist, befindet sich im Lieferumfang. Das Exklusiv-Zubehör, was ausschließlich bei den WB WiFi-Modellen dabei ist, ist die WLAN/Bluetooth-PCIe-x1-Karte mit dazugehörigen Antennen. Für ein gewünschtes SLI-System befindet sich auch eine SLI-Brücke im Karton. Vier SATA-Kabel runden den Lieferumfang zufriedenstellend ab.

Widmen wir uns auf den nächsten beiden Seiten dem Mainboard im Detail.


Es ist keine große Überraschung: Auf dem Gigabyte GA-Z77X-UD3H werkelt der Intel Z77 Express Chipsatz. Damit genießt das Board sämtliche Vorzüge wie auch alle anderen Mainboards, die den Z77-Chipsatz beherbergen. Besonders hervorgehoben wird die native USB-3.0-Unterstützung. So ist der Z77-Chipsatz in der Lage, vier native USB-3.0-Schnittstellen zu ermöglichen. Ist der Mainboard-Hersteller gewillt, weitere USB-3.0-Schnittstellen dem Endkunden näher zu bringen, bleibt ihm nichts anderes übrig, als weitere Zusatzchips zu verbauen. Weiterhin unterstützt der Z77-Chipsatz auch SSD-Caching und die Intel Smart Response Technology, was vom Z68-Chipsatz mit übernommen wurde. Für die interne Grafikeinheit stehen alle vier gängigen Anschlüsse parat. Mit Lucid Virtu stehen einem so viele Möglichkeiten offen, die interne Grafikeinheit in den Alltag mit zu involvieren, auch wenn bereits eine dedizierte Grafikkarte vorhanden ist.

Insgesamt stehen acht SATA-Konnektoren zur Verfügung, wenn man die beiden eSATA-Ports am I/O-Panel dazurechnet. Die internen SATA-Buchsen sind allesamt mit dem Z77-Chipsatz verknüpft. Die beiden eSATA-Ports werden vom Marvell 88SE9172-SATA-Controller angetrieben. Für ein Mittelklasse-Mainboard sind somit genügend Anschlüsse gegeben.

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Der Bereich um den Sockel bietet genügend Platz für große Kühler.

Für die CPU-Spannungsversorgung sind auf dem Z77X-UD3H insgesamt zehn Phasen zur Stelle. Die zehnte Phase versteckt sich im Bild etwas hinter dem MOSFET-Passivkühlkörper. Im Endeffekt ist dies ein klassisches 8+2-Design, wobei zwei Phasen für den ehemaligen UnCore-Bereich des Prozessors verwendet werden (PCIe-Controller, Memory-Controller etc.). Was man einfach positiv anmerken muss: Um den Sockel herum ist genügend Platz vorhanden, wenn es darum geht, wuchtige CPU-Kühler mit dem Mainboard zu verschrauben.

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Die wichtigsten Spannungen können mit einem Multimeter direkt ausgelesen werden.

Beim Anschluss links neben dem 24-Pin ATX-Stromanschluss handelt es sich um den ATX4P1, ein SATA-Strom-Konnektor, der für einen stabileren Betrieb bei Verwendung eines Multi-GPU-Systems dient. Links unterhalb der vier DIMM-Slots befindet sich der Front-USB-3.0-Header, der über den VIA VL800-Chip gekoppelt ist. Der große Power-Button in Rot springt einem förmlich ins Auge. Rechts daneben befinden sich zwei kleinere Buttons. Der schwarze kann dazu genutzt werden, das BIOS auf Default Settings zurückzusetzen, der blaue, um das System zu resetten.

Um die Spannungen auszulesen, gibt es nichts Präziseres, als mit einem Multimeter direkt auf dem Mainboard nachzumessen. Auf dem Z77X-UD3H befinden sich unter dem Power-Button sieben Messpunkte, mit denen man die VCore, die CPUVTT, die VSA, die CPUPLL, die DDRVTT, die VDIMM und die PCHIO-Spannung auslesen kann.

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Genügend Anschlussmöglichkeiten für Erweiterungskarten sind vorhanden.

Wenn es darum geht, sein System mit Erweiterungskarten zu komplettieren, wird man beim Gigabyte GA-Z77X-UD3H nicht im Stich gelassen. Primär für Grafikkarten sind zwei mechanische PCI-Express-3.0-Slots verbaut worden. Der obere Slot wird mit maximal 16 Lanes ausgestattet, der untere mit maximal acht Lanes. Beide Slots treten somit direkt mit der CPU in Kontakt und nutzen die maximal verfügbaren 16 Lanes der CPU. Ergänzt wird das Ganze von weiteren drei PCIe-2.0-x1 Slots, einem PCIe-2.0-x16-Slot (mit vier Lanes über den Z77 gekoppelt) und einem klassischen PCI-Slot. Der mechanische PCIe-2.0-x16-Slot teilt sich die Lanes mit den drei PCIe-2.0-x1-Slots. Wenn man also eine PCIe x4-Karte oder höher in den untersten Slot steckt, sind die drei PCIe-2.0-x1-Slots unbrauchbar. Im Umkehrschluss sind alle PCIe-2.0-Slots zu gebrauchen, wenn man in den untersten, mechanischen PCIe-2.0-x16-Slot eine PCIe-x1-Karte installiert. So spart sich Gigabyte einen stromfressenden Bridge-Chip.

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Die sechs SATA-Anschlüsse werden den meisten ausreichen.

Alle sechs SATA-Buchsen kommunizieren über den Z77-Chipsatz. Von daher ist es leicht zu "erraten", dass die beiden weißen Anschlüsse mit der SATA-6G-Spezifikation arbeiten. Übrig bleiben vier schwarze SATA-3G-Schnittstellen. Für eine leichtere Diagnose hat Gigabyte dem Z77X-UD3H zudem eine Debug-LED spendiert, was in manchen Situationen das Suchen nach dem Fehler durchaus erleichtert.


Weiter geht es, wie gewohnt, mit dem I/O-Panel:

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Die Anschlüsse von links nach rechts:

Das Gigabyte GA-Z77X-UD3H bietet alles Nötige und Wichtige an Anschlussmöglichkeiten. Was man noch nicht sehr häufig zu sehen bekommt, ist die Tatsache, dass beim Z77X-UD3H ausschließlich USB-3.0-Ports am I/O-Panel zu finden sind. Gerade bei der Installation des Betriebssystems mit einer USB-Tastatur und USB-Maus ist es daher wichtig zu wissen, dass lediglich die beiden Ports unter der LAN-Buchse ohne USB-3.0-Treiber funktionieren. Diese werden vom Z77-Chipsatz selbst angesteuert. Die anderen vier USB-3.0-Ports arbeiten mit dem VIA VL800 zusammen. Die Grafikausgabe über die interne Grafikeinheit kann individuell erfolgen. Gigabyte packt gleich alle vier gängigen Grafikausgänge auf das Board, sodass es in dem Fall zu keinen Inkompatibilitäten führen kann. Zwei schnelle eSATA-6G-Posts sind ebenfalls am I/O-Panel zu finden, die mit dem Marvell 88SE9172-SATA-Controller zusammenarbeiten.

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Der VIA VL800-Zusatzchip für weitere USB-3.0-Anschlüsse.

Hier sehen wir ihn auch schon, den zusätzlichen USB-3.0-Controller von VIA. Er kann bis zu vier Ports kontrollieren und gewährleistet selbstverständlich auch die USB-2.0- und USB-1.1-Abwärtskompatibilität. Der Controller selbst ist mit dem Z77-Chipsatz mittels einer PCIe-2.0-Lane verbunden.

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Die LAN-Buchse bekommt Unterstützung vom Atheros AR8151-Netzwerkcontroller.

Mit dem Netzwerk-Anschluss über den AR8151 von Atheros ist man gut aufgehoben. Er unterstützt Übertragungsgeschwindigkeiten bis zu 1 GBit/s und ist natürlich auch abwärtskompatibel. Wake on LAN und VLAN runden das Netzwerkpaket dann bestens ab. Auch er ist über eine PCIe-Lane angebunden.

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Der Sound wird über den VIA VT2021 wiedergegeben.

Der VIA VT2021 unterstützt maximal 10 Kanäle und bietet ansonsten viele nützliche Features, wie z.B. eine akustische Echounterdrückung (AEC), eine Strahlformung (BF) und eine Rauschunterdrückung (NS). Er erreicht einen maximalen Signal-Rauschabstand (SNR) von 108 dB für DACs und beachtliche 100 dB SNR für ADCs. Für die DVD- und Blu-ray-Wiedergabe ist der VT2021 bereits vorbereitet. VIA-Codecs sieht man im Soundbereich zuletzt selten, der VT2021 lieferte aber eine gute Leistung in unserem Test.

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Gigabyte stellt für die eSATA-Ports den Marvell 88SE9172 zur Seite.

Die am I/O-Panel befindlichen eSATA-6G-Ports wollen nicht im Stich gelassen werden. Aus dem Grund befindet sich auf dem Z77X-UD3H ein weiterer Zusatzcontroller, und zwar der Marvell 88SE9172. Er wird über eine PCIe-2.0-Lane angesteuert und unterstützt alle wichtigen Features. Dazu zählen AHCI, RAID 0/1 und sogar eine AES 128/256-Bit-Verschlüsselung.

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Man kann sich aussuchen, ob das Main- oder das Backup-BIOS genutzt werden soll.

Rechts neben dem Frontpanel-Header befindet sich eine kleine Raffinesse. Mit dem kleinen Switch lässt sich problemlos das Main- oder das Backup-BIOS auswählen. Das kann mitunter vorteilhaft sein, wenn das Main-BIOS fehlerbehaftet ist und nicht automatisch zum Backup-BIOS geswitched wird. Wie man es von Gigabyte gewohnt ist, wurden sämtliche Anschlüsse für den Power-Button, den Reset-Button und so weiter farblich und schriftlich gekenntzeichnet, was einen Blick ins Mainboard-Handbuch erspart. Einfach komfortabel!

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Das Gigabyte GA-Z77X-UD3H ist dank eines mSATA-Slots sehr modern.

Viele neue Sockel 1155-Mainboards erhalten ihn, den neuen mSATA-Slot. In diesem mSATA-Slot lassen sich passende SSDs platzieren und sind wesentlich platzsparender als ihre 2,5 Zoll Geschwister. Zu beachten gilt, dass ein SATA-3G-Port, in diesem Fall der letzte (SATA-Port 5), nicht weiter genutzt werden kann, wenn ein Solid-State-Drive im mSATA-Slot Platz genommen hat.

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Der HDMI- und der DVI-Anschluss sind auf eine Unterstützung angewiesen.

Die beiden ASMedia ASM1442-Controller sind für die Unterstützung des HDMI- und DVI-Anschlussess mit an Bord. Der ASM1442 geht mit einer Bandbreite von 3,4 GBit/s an die Arbeit. Für eine Wiedergabe über HDMI steht dem Käufer die HDMI Rev. 1.3a zur Stelle.

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Hier das Gigabyte GA-Z77X-UD3H nochmals in der Übersicht.

Auf dem Z77X-UD3H können bis zu fünf Lüfter angeschlossen werden. Alle fünf Anschlüsse sind 4-Pin PWM-Header, was für einen leisen Betrieb sorgt. Das Mainboard-Layout könnte nicht besser sein. Alles wurde ordentlich strukturiert untergebracht. Gerade um den CPU-Sockel herum ist eine Menge Platz vorhanden, um auch große CPU-Kühler leicht verbauen zu können. In unserem Fall wurde mit dem BeQuiet Dark Rock Pro C1 lediglich der erste DIMM-Slot verdeckt und das, obwohl sich der äußere Lüfter auf der linken Seite über dem I/O-Panel befindet. Der Grafikkarten-Einbau gestaltet sich keineswegs schwierig. Für überlange Grafikkarten ist zudem genügend Platz vorhanden.

Wie wir oben festgestellt haben, bekommen die beiden PCI-Express-3.0-Slots ihre Lanes direkt von der CPU. Die anderen PCI-Express-2.0-Slots und die zusätzlichen Controller erhalten ihre Lanes vom Z77-Chipsatz, der nochmal weitere acht Lanes ermöglicht. Bis zu vier Lanes gehen für die übrigen vier PCIe-2.0-Slots drauf. Weitere Lanes werden für den Netzwerk-, SATA- und USB-3.0-Controller sowie den PCI-Switch benötigt. Wenn man richtig mitgezählt hat, würde man eigentlich auf 11 Lanes kommen. Sofern der PCIe-2.0-x16-Slot mit vier Lanes nicht in Gebrauch ist, sind alle PCIe-Slots einsetzbar, falls es erforderlich sein sollte. Ansonsten werden die x1-Slots abgeschaltet.


Auf dieser Seite wollen wir uns dem BIOS näher widmen. Das BIOS lässt sich beim Z77X-UD3H unterschiedlich aktualisieren. Man hat die Wahl zwischen der Instant-Flash-Funktion aus dem BIOS heraus, der Aktualisierung unter der Windows-Oberfläche mit Hilfe des @BIOS-Utilities oder aber man macht es über die gute, alte DOS-Oberfläche. Ein BIOS-Update war bei unserem Testsample bitter nötig. Obwohl es zum Zeitpunkt des Tests bereits Version F10 zum Download auf Gigabyte's Internetpräsenz gab, war allerdings die BIOS-Version F2 vorinstalliert. Also haben wir fix auf die Version F10 aktualisiert und sind somit eventuellen Problemen gleich von vornherein aus dem Weg gegangen.

Das BIOS selbst ist ein modernes UEFI-BIOS mit der neuen 3D-BIOS Ansicht von Gigabyte. Sobald man ins BIOS gelangt und die Taste F1 betätigt, wird einem bereits die 3D-Ansicht des Mainboards näher gebracht. Unterhalb dessen sind die wichtigsten Funktionen für den Schnellzugriff auswählbar. Unter anderem ist darüber die Boot-Reihenfolge, die Sprachauswahl und die Lüftersteuerung aufrufbar. Mit einem Klick oder einem Enter-Druck auf "Advanced" gelangt man erneut zu den detailreichen Einstellungsmöglichkeiten, die das Gigabyte GA-Z77X-UD3H zu bieten hat. Der Aufbau des eigentlichen UEFI-BIOS erinnert stark an das klassische BIOS, sodass man sich rasch zurecht findet. Das Ganze wird mit einer gut gewählten Struktur und einer zum Mainboard selbst passenden Farbe begleitet. Direkt auf der ersten Seite stehen einem die Overclocking-Funktionen zur Verfügung, die jedem Übertakter das Herz schneller schlagen lassen. Die einzelnen Schritte, sprich die Frequenzänderungen, die RAM-Settings und die Spannungen sind jeweils auf eigenen Seiten einstellbar, um nochmals die Struktur hervorzuheben. An alle wichtigen Spannungs-Einstellungen wurde gedacht. Alleine die Loadline-Calibration lässt sich nicht nur für die CPU ändern, sondern ebenfalls für die iGPU, für den Arbeitsspeicher und sogar für die CPU VTT individuell einstellen. Für dieselben Abschnitte gibt es dazu jeweils eine "Current Protection". Zusätzlich für den Arbeitsspeicher sind weitere, weniger verbreitete Einstellungen vertreten, wie z.B. für die "DATA Tx Reference" und die "DRAM-Termination"-Spannung.

Während des Tests sind uns keine Unstimmigkeiten aufgefallen. Wenn etwas umgestellt, aktiviert oder deaktiviert wurde, wurde es auch dem entsprechend genau so umgesetzt. Einzig die Steuerung mit der Maus fällt etwas unkomfortabel aus.

Alle verfügbaren Funktionen sind in der folgenden Galerie ersichtlich:

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Gigabyte gehört zusammen mit ASUS zu den Spitzenkandidaten, wenn es ums Overclocking geht. Zahlreiche Tests, die sich im gesamten World Wide Web finden lassen, bestätigen das. Wir haben dem Z77X-UD3H mal seine Muskeln spielen lassen und haben den Core i7-3770K ein wenig übertaktet. Immer wieder wichtig ist die vorhandene Stromversorgung. Fällt sie zu mau aus, ist ein eher schlechtes Overclocking-Ergebnis zu erwarten. Bei unserem Testsample gehen 10 Phasen für die CPU an den Start, was keineswegs schlecht ist. Für einen stabilen Betrieb samt Overclocking ist die Qualität der Signallaufzeiten der einzelnen Komponenten ein wichtiges Kriterium.

Das Gigabyte GA-Z77X-UD3H erlaubt eine Veränderung der Base-Clock-Frequenz in 0,01 MHz-Schritten von 80 bis 133,33 MHz. Das ist ein ziemlich weitläufiger Bereich, wenn man nicht außer Acht lässt, dass bei den Sandy-Bridge- und Ivy-Bridge-Prozessoren ein geringer Spielraum nach oben vorhanden ist. Ein derartiger Spielraum ist eben nicht notwendig. Vorteilhaft dagegen sind die geringen 0,01 MHz-Schritte, die es einem ermöglichen, den letzten Rest Performance aus der CPU zu quetschen. Die Prozessorspannung lässt sich beim Z77X-UD3H entweder im Fixed- oder Offset-Modus einstellen. Für den VDroop ist das Z77X-UD3H bereits vierfach vorbereitet. Letzteres ist von Intel nicht ohne Grund hinzugefügt worden. Mit möglichen Spannungsspitzen unter Last ist nicht zu scherzen!

Der Funktionsumfang ist umfangreich:

Die Overclocking-Funktionen des Gigabyte GA-Z77X-UD3H in der Übersicht
Base Clock Rate 80 bis 133,33 MHz in 0,01 MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,800 V bis 1,900 V in 0,005-V-Schritten (Fixed-Modus)
-0,640 V bis 0,635 V in 0,005-V-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 1,100 V bis 2,100 V in 0,005-V-Schritten
VTT/VCCIO-Spannung 0,800 V bis 1,700 V in 0,005-V-Schritten
CPU PLL-Spannung 1,200 V bis 2,200 V in 0,005-V-Schritten
PCH-Core-Spannung - nicht möglich -
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen IGPU Voltage, DRAM Voltage, DRAM REF, LLC-Voltage CPU und iGPU, IMC Voltage
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings separat einstellbar für beide Kanäle einzelnt, 27 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
QPI-Takt - technisch nicht möglich -
Weitere Besonderheiten

UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE, EIST
Turbo-Modus (All Cores, By number of active cores),
erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und drei optionale Fans
Core Current Limit, Turbo Power Limit, viele Voltage Protection-Funktionen

 

Beim Z77X-UD3H war Gigabyte sehr großzügig, was den Overclocking-Funktionsumfang angeht. Auf vordefinierte OC-Profile wurde hierbei verzichtet, sodass man vornherein auf das manuelle Festsetzen der einzelnen Funktionen angewiesen ist. Für ein genaueres und maximiertes Overclocking ist es einfach besser, anstatt sich auf unpräzise OC-Profile zu verlassen. Für das schnelle Overclocking sind diese Profile zwar geeignet, aber schnelles Overclocking ist dennoch nicht zu empfehlen. In der Ruhe liegt die Kraft!

Durch die Unterstützung der kleinen Utilities mit den Namen "3D Power" und "EasyTune 6" muss man sich das soeben erwähnte Sprichwort in der Tat zu Herzen nehmen. Mit dem kleinen aber feinen 3D Power-Tool kann man die Phasen und Spannungen feinjustieren. So ist es möglich, die Phasen für die CPU beliebig einzustellen, bis der Rechner im übertakteten Zustand wirklich stabil läuft. Mitunter lässt sich die Loadline Calibration für die CPU, VTT, iGPU und die DIMM-Slots aus dem Betriebssystem heraus konfigurieren. Dabei sind jeweils die Modi Standard, Low, Medium, High, Turbo und Extreme fixierbar. Das ganze geschieht in Echtzeit, nachdem man den Wert mit einem Klick auf "Confirm" bestätigt hat.

Mit dem zweiten Tool, welches auf den Namen "EasyTune 6" hört, kann man die Taktfrequenzen der CPU, dem Arbeitsspeicher und der internen GPU nach seinen eigenen Wünschen abändern, sofern die Komponenten mitspielen. Des weiteren lassen sich die Spannungen aus dem Tool heraus einstellen, ohne vorher ins BIOS gehen zu müssen. In der folgenden Bildergalerie könnt ihr die Overclocking-Funktionen aus dem BIOS und aus den beiden Tools heraus betrachten:

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Mit unserem Testsample war eine effektive Übertaktung bis zum Multiplikator 46 möglich. Mit dem Multi 47 gab es während des Windows-Bootvorgangs einen ernüchternden Bluescreen. Das ist aber nicht weiter schlimm, denn 4,6 GHz sind keineswegs schlecht. Um diese Taktfrequenz zu erreichen, müssen die Turbo-Funktion aktiviert bleiben und sämtliche Kerne auf den Multi 46 fixiert werden.

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Wie man sieht, arbeitet das Z77X-UD3H mit den eingestellten Settings einwandfrei, da gab es rein gar nichts zu meckern. Es sind insgesamt zahlreiche Einstellungen möglich, die bei diesem Mittelklasse-Mainboard nicht selbstverständlich sind. Selbst User, die auf extremes Overclocking aus sind, können mit diesem Mainboard durchaus zufriedengestellt werden.


Das Testsystem besteht, wie auch bei den beiden letzten Tests, aus denselben Komponenten. Einzig die Mainboards mit dem Z77-Chipsatz werden dabei jeweils gewechselt.

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz.

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version.

Seit der Einführung der Nehalem-Prozessoren und der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 1600 MHz und 9-9-9-24 1t - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim Gigabyte GA-Z77X-UD3H ist allerdings alles so, wie es zu erwarten wäre: Die Turbo-Modi laufen korrekt und auch keine versteckte Übertaktung ist aktiv.

Wir testen allerdings nur noch vier Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2011, SuperPi 8M, Cinebench 11.5 und Sisoft Sandra 2011 Memory Benchmark:

3DMark 2011

3DMark_2011_1
Leistung in Futuremark-Punkten

Cinebench 11.5 CPU

Cinebench 1
Cinebench-Punkte

SiSoft Sandra Memory Benchmark

SiSoft_Sandra 1
Bandbreite in GB/s

SuperPi 8M

SuperPi 1
Zeit in Sekunden (weniger ist besser)

Die Performanceunterschiede halten sich erwartungsgemäß in Grenzen, was eben daran liegt, dass jeweils nur das Mainboard getauscht wird und die anderen Komponenten stets dieselben bleiben. Minimale Abweichungen können sich aus den einzelnen BIOS-Einstellungen ergeben. Einzig die Speicherbandbreite ist bei unserem Testsample etwas geringer als bei den anderen beiden Mainboards ausgefallen. Im Alltag wird das aber die wenigsten offensichtlich stören.


Neben einer gut ausgeprägten Performance ist auch der Stromverbrauch des heimischen PCs kein unwichtiges Kriterium. Was man häufig unterschätzt, ist die Tatsache, dass selbst die verschiedenen Mainboard-Modelle der zahlreichen Hersteller unterschiedlich viel Strom aus der Steckdose ziehen. Ein Grund dafür sind die verschieden eingesetzten BIOS-Versionen, die teilweise die von Intel referenzierten Stromsparmechanismen schlecht oder gar falsch umsetzen, oder dass Onboardkomponenten sich eigentlich deaktivieren sollten, wenn diese entweder durch dedizierte Hardware ersetzt wurden oder einfach nicht verwendet werden. Darüber hinaus kann aber manchmal auch die Stromversorgung verantwortlich gemacht werden, wenn unter Default Settings mehr Energie zur Verfügung gestellt wird, als eigentlich benötigt wird. Genau deswegen spielt die Effizienz eine wichtige Rolle. Wenn die Effizienz der Stromversorgung nun also schlecht ausfällt, wird mehr Strom verbraucht. Zu unterschätzen ist hierbei aber auch die Software nicht, sodass sie ebenfalls gut abgestimmt sein muss, damit eine zufriedenstellende Effizienz gegeben ist.

Auch auf dem Gigabyte GA-Z77X-UD3H befinden sich einige Zusatzchips, die auf eine Stromversorgung angewiesen sind, damit sie ihre Arbeit ordnungsgemäß erfüllen können. Unter anderem befindet sich ein zusätzlicher USB-3.0-Controller von VIA, ein weiterer SATA-Controller von Marvell und eben der Netzwerk- und Sound-Controller, die ebenfalls zum Ergebnis beitragen. Standardmäßig sind alle Stromsparfunktionen aktiv, allerdings auch alle vorhandenen Onboardkomponenten, was sich durchaus negativ auf den Stromverbrauch auswirken kann. In den folgenden Grafiken zeigt sich, mit welcher Effizienz das Gigabyte GA-Z77X-UD3H seine Arbeit verrichtet.

Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 11.5 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-spanTest, Vollauslastung).

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Für den ersten Test sind die Default Settings aktiv, sodass der Großteil der Onboardkomponenten bereits aktiviert ist. Die Grafikausgabe erfolgt über die Radeon HD7850, wobei wir die iGPU im BIOS nicht deaktiviert haben. Wie bereits weiter oben geschrieben, sind alle Stromspar-Features eingeschaltet, was mit den Werten einer manuellen Konfiguration scheinbar gut umgesetzt wurde.

Leistungsaufnahme Idle

Bildname
Leistung in Watt

Das Gigabyte GA-Z77X-UD3H verbraucht im Idle lediglich knapp 46 Watt, was ein super Ergebnis ist. Das Intel DZ77GA-70K verbraucht nur minimal mehr. Ganz weit weg liegt das ECS Z77H2-AX mit knapp 56 Watt, was bereits ca. 10 Watt mehr sind als beim Z77X-UD3H.

Leistungsaufnahme Cinebench 11.5 CPU

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Leistung in Watt

Bei Cinebench sieht die Verteilung genauso aus. Auch hier legt das Z77X-UD3H einen sehr guten Start hin und verbraucht knapp 111 Watt. Als Gegenbeispiel verbraucht das ECS Z77H2-AX mit 124 Watt deutlich mehr. Das Intel-Referenz-Mainboard liegt mit 113 Watt knapp hinter dem Gigabyte-Mainboard.

Leistungsaufnahme Prime95

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Leistung in Watt

Prime95 genehmigt sich aufgrund einer systemweiten Gesamtauslastung gern etwas mehr Strom. Die Reihenfolge ändert sich aber dennoch nicht. Das Gigabyte GA-Z77X-UD3H verbraucht auch hier mit 120 Watt am wenigsten.

Spannungen Prime95

Bildname
Spannungen in Volt

Bei diesem Abschnitt zeigt sich nun zur Abwechslung ein anderes Bild. Das Z77X-UD3H genehmigt sich zusammen mit dem Intel-Mainboard eine Spannung von 1,152 V. Das ECS Z77H2-AX dagegen vergibt mit 1,116 V weniger an Spannung. Dennoch verbraucht das ECS-Mainboard zu viel Strom.

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sämtliche USB-3.0- und SATA-Controller sind hier beispielsweise deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber alle energiesparenden Features werden zusätzlich manuell aktiviert. Die Radeon HD 7850 ist weiterhin die primäre Grafikkarte.

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

Leistungsaufnahme Idle

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Leistung in Watt

Das Gigabyte GA-Z77X-UD3H hat sich bisher sehr sparsam gezeigt, und auch mit deaktivierten Onboardkomponenten sieht die Gesamtverteilung sehr sehr ähnlich aus.

Leistungsaufnahme Cinebench 11.5 CPU

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Leistung in Watt

Auch hier ist der verringerte Verbrauch marginal. Lediglich 0,5 Watt können eingespart werden.

Leistungsaufnahme Prime95

Bildname
Leistung in Watt

Bei Prime95 mit deaktivierten Onboardkomponenten verbraucht das Gigabyte GA-Z77X-UD3H 0,6 Watt weniger. Der Unterschied ist somit sehr gering.

Spannungen Prime95

Bildname
Spannungen in Volt

Bei den CPU-Spannungen hat sich bei allen drei Mainboards nichts verändert.

Nach diesem Ergebnis zeigt sich das Gigabyte GA-Z77X-UD3H als sehr effizient, was viele potenzielle Käufer freuen wird. Es ist sogar sparsamer als das Intel-Referenz-Mainboard, was schon etwas bedeutet!


Unser Testsample bietet am I/O-Panel ausschließlich USB-3.0-Ports, gleich sechs Stück an der Zahl. Zwei davon arbeiten direkt mit dem Z77-PCH, die anderen vier mit dem VIA VL800 zusammen. Zwei weitere USB-3.0-Schnittstellen sind über den internen Header möglich, die dann ebenfalls mit dem Z77-Chipsatz kommunizieren.

USB-3.0-Performance:

Die USB-3.0-Leistung wird weiterhin mit einer Silicon Power Velox V30 SSD mit 240GB an Speicherkapazität gemessen, die sich zu diesem Zeitpunkt in einem externen USB-3.0-Gehäuse befindet.

ATTO USB3 small
Die USB-3.0-Performance des Z77X-UD3H (nativ über den Z77).
ATTO USB3 small
Die USB-3.0-Performance über den VIA VL800.

Alles funktioniert so, wie es soll. Die nativen USB-3.0-Anschlüsse kratzen schreibend an der 200 MB/s-Marke. Beim Lesen erreichen sie dagegen um die 170 MB/s. Langsam ist das jedenfalls nicht, wenn man große Dateien verschiebt. Der VIA VL800-Controller macht sich besser als der Z77-Chipsatz. Ebenfalls mit knappen 200 MB/s Schreiben geht der VL800 flott zu Werke. Beim Lesen sind es ziemlich genau 180 MB/s. Insgesamt sind die Werte absolut in Ordnung.

SATA-6G-Performance:

Die Silicon Power Velox V30 SSD verwenden wir auch beim SATA-6G-Performancetest. Im Inneren der SSD gibt ein SandForce SF-2281-Controller die nötigen Kommandos. Der Hersteller selbst preist die SSD mit bis zu 550 MB/s lesend und bis zu 520 MB/s schreibend an. Wie wir aus den vorangegangenen Tests bereits feststellen durften, werden diese Transferraten auch tatsächlich erreicht.

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Auch bei der SATA-6G-Leistung stimmt alles.

Und wieder einmal werden die Herstellerangaben erfüllt. Beim Lesen werden die genannten 550 MB/s genau erreicht. Die Schreibrate findet sich bei den genannten 520 MB/s ein. Besser kann es nicht sein!

Die Tests sind allesamt positiv und zufriedenstellend verlaufen. Die beiden nativen SATA-6G-Schnittstellen sind geradezu prädestiniert für schnelle SATA-6G-SSDs. Für gewöhnliche HDDs reichen hingegen die SATA-3G-Anschlüsse allemal aus.


Gigabyte weiß mit dem GA-Z77X-UD3H (-WB WiFi) durchaus zu überzeugen. Der potenzielle Käufer erwirbt ein sehr solides Mainboard mit einer guten Ausstattung, einer modernen UEFI-Oberfläche, einer ausgezeichneten Effizienz und umfangreichen Overclocking-Funktionen. Es ist obendrein mit seinen vorhandenen zwei PCI-Express-3.0-x16-Slots auch für CrossFireX- oder SLI-Hardwarekonfigurationen geeignet. Durch Intels Z77-Chipsatz stehen dem Z77X-UD3H alle Features zur Verfügung, die auch bereits beim Vorgänger, dem Z68-Chipsatz, zur Seite standen. Unter anderem zählt die Intel Smart Connect Technology dazu und die Unterstützung für das Lucid Virtu Feature, mit dem man die interne Grafikeinheit der CPU effektiv mit in den täglichen Betrieb involvieren kann. Der größte Vorteil ist jedoch die native USB-3.0-Unterstützung.

Die Verteilung der maximal verfügbaren Lanes gestaltet sich auf dem Gigabyte GA-Z77X-UD3H als durchaus ausreichend. Die beiden PCIe-x16-Slots der dritten Generation bekommen ihre maximal 16 Lanes von der CPU selbst, die im CrossFireX- oder SLI-Modus auf jeweils acht Lanes aufgeteilt werden. Für die anderen PCIe-2.0-Slots und den Zusatz- sowie Onboardchips stellt der Z77-Chipsatz nochmals weitere acht Lanes bereit, die untereinander verteilt werden müssen. Beim Z77X-UD3H kommt man in den vollen Genuss von USB 3.0, denn am I/O-Panel befinden sich gleich sechs solcher Ports. Vier davon erhalten ihre Befehle vom VIA VL800. Die anderen beiden, die sich unter dem LAN-Anschluss befinden, direkt vom Z77-PCH. Zwei weitere Ports sind über den internen USB-3.0-Header möglich. Reine USB-2.0-Anschlüsse sind nur über drei interne Header realisierbar, welche somit insgesamt sechs Stück ermöglichen. Mit dieser beachtlichen Anzahl sind damit viele weitere Erweiterung alles andere als ein Problem.

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Selbst für Festplatten, SSDs und Laufwerke ist bei diesem Mittelklasse-Mainboard bestens gesorgt. Intern befinden sich insgesamt sechs SATA-Buchsen, von denen zwei der SATA-6G-Spezifikation angehören. Sie sind dank direkter Z77-Anbindung optimal für aktuelle SSDs geeignet. Gewöhnliche HDDs und DVD und/oder Blu-ray-Laufwerke können mit den vorhandenen vier SATA-3G-Schnittstellen bereits ideal an das System angebunden werden. Das allerdings ist noch nicht genug, denn über das I/O-Panel lassen sich externe SSDs oder HDDs mittels zwei eSATA-6G-Ports über den Marvell 88SE9172 anklemmen. Für weitere Erweiterungskarten hat sich Gigabyte für drei PCIe-2.0-x1-Slots, einem PCI-Slot und einem PCIe-2.0-x16-Slot entschieden. Letzterer teilt sich seine maximal nutzbaren vier Lanes mit den drei kleinen PCIe-Schnittstellen. Obendrein ist unter dem CPU-Sockel ein mSATA-Slot zu finden, mit dem man eine entsprechende mSATA-SSD unterbringen kann.

Das Gigabyte GA-Z77X-UD3H ist ein Overclocking-Brett, was man unter anderem an den zahlreichen Funktionen unter der UEFI-Oberfläche erkennen kann. Zusätzlich sind auf dem Mainboard nahe des Power-Buttons unterhalb der vier DIMM-Slots Messpunkte für die wichtigsten Spannungen untergebracht worden, die so ein präziseres Ablesen mittels Multimeter der tatsächlich anliegenden Spannungen möglich machen. Das findet man seltener auf einem Mainboard dieser Preisklasse. Eine weitere Raffinesse stellt ein kleiner Switch dar, der für das manuelle Umschalten des Main- und Backup-BIOS zuständig ist. Die interne GPU kann man über zwei von vier Grafikausgängen gleichzeitig verwenden. Es handelt sich über jeweils einen VGA-, DVI-, HDMI- und DisplayPort-Anschluss. In Sachen Ausstattung und Features wird man beim Z77X-UD3H also weniger im Stich gelassen.

Ist man im Besitz des Z77X-UD3H-WB WiFi, enthält das Zubehör exklusiv eine WLAN/Bluetooth PCIe-x1-Karte mit zwei Antennen, die direkt an die Karte geschraubt werden. Der verbaute WLAN-Chip unterstützt eine maximale Brutto-Datenübertragungsgeschwindigkeit von 150 MBit/s. Er ist aber auch abwärtskompatibel zu den anderen, kleineren 802.11-Standards. Die Bluetooth-Unterstützung erfolgt in der aktuellen Version 4. Für die Belüftung sind fünf 4-Pin PWM-Header an Ort und Stelle, was in den meisten Fällen ebenfalls ausreichen wird.

Der Preis von ca. 140 Euro für das Gigabyte GA-Z77X-UD3H (ohne WLAN und Bluetooth) ist absolut gerechtfertigt, wenn man bedenkt, was das Mainboard alles zu bieten hat. Für das Gigabyte GA-Z77X-UD3H-WB WiFi, also inklusive WLAN und Bluetooth, werden ca. 164 Euro fällig. An dieser Stelle muss man sich also überlegen, ob es einem wert ist, in etwa 24 Euro mehr für WLAN und Bluetooth auszugeben.

Positive Eigenschaften des Gigabyte GA-Z77X-UD3H (-WB WiFi):

Negative Eigenschaften des Gigabyte GA-Z77X-UD3H (-WB WiFi):

Gigabyte hat mit dem GA-Z77X-UD3H (-WB WiFi) ein ausgezeichnetes Produkt auf den Markt gebracht, was in sämtlichen Disziplinen bis auf Kleinigkeiten überzeugen kann. Sei es die Ausstattung, die Features, die Overclocking-Funktionen oder aber die hervorragende Effizienz. Mit diesem Mittelklasse-Mainboard der besonderen Art ist man auf der Überholspur.

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