Test: ASUS Maximus V Gene

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intel z77ASUS bringt mit dem neuen Maximus V Gene ein Board im Micro-ATX-Format auf den Markt, welches durch seine exzellente Ausstattung auf kleinstem Raum punkten kann. Das Board erfreut vor allem diejenigen, welche über kleine Gehäuse verfügen und dennoch auf nichts verzichten wollen - es ist also das ideale LAN-Party-Board. Schon in der Vergangenheit hatten wir einige Gene-Boards von ASUS im Test - so zum Beispiel das Rampage IV Gene (zum Test) oder das Rampage III Gene (zum Test). Man darf also gespannt sein, wie sich die neue ASUS-Platine im Test schlägt. 

Durch den Sockel 1155 und den Z77-Chipsatz passen sowohl die Intel-Prozessoren in 32 nm als auch die neuen Modelle mit 22 nm auf das Mainboard. Bei den letztgenannten Ivy-Bridge-CPUs laufen die PCI-Express-Steckplätze darüber hinaus im neuen 3.0-Standard. Dies ermöglicht bei einer x16-Lane eine Übertragungsrate von bis zu 16 GB/s, was gegenüber dem älteren PCIe-2.0-Standard eine Steigerung um den Faktor 2 bedeutet. Dies kommt vor allem den immer leistungsfähigeren Grafikkarten sowie u.a. auch den Controllerkarten entgegen. Wird ein Sandy-Bridge-Prozessor eingesetzt, laufen aufgrund des integrierten PCIe-Controllers die PCIe-Karten nur im PCIe-2.0-Betrieb.

Gepaart mit aktuellen Schnittstellen für HDMI und Displayport lassen sich bereits mit der Onboard-GPU hochauflösende Monitore der aktuellen Generation direkt am Board anschließen. Die vier auf USB 2.0 abwärtskompatiblen USB-3.0-Ports erlauben schnelle Datenübertragungen auf externe Massenspeichergeräte wie USB-Sticks und Festplattengehäuse. Für die interne Nutzung stehen noch weitere zwei USB3.0-Anschlüsse zur Verfügung. Aber auch ältere und weitestgehend verbreitete USB-Hardware bleibt mit vier externen und vier internen USB2.0 nicht im Regen stehen.

ASUS Maximus V Gene
ASUS bastelt vieles auf das Board, schafft das aber im attraktiven und platzsparenden Micro-ATX-Format.

Die Ausstattung des Mainboards ergibt sich aus dieser Tabelle:

Die Daten des ASUS Maximus V Gene
Hersteller und
Bezeichnung
ASUS
Maximus V Gene
Straßenpreis ca. 170€
Homepage www.asus.de
Northbridge-/CPU-Features
Chipsatz Intel Z77 Express Chipsatz
Speicherbänke und Typ 4x DDR3 (Dual-Channel)
Speicherausbau max. 32 GB (mit 8-GB-Dimms)
SLI / CrossFire SLI / CrossFire, dann Nutzung mit x8/x8 Lanes
Onboard-Features
PCI-Express 2x PCIe 3.0 x16 (x16/x8)
1x PCIe 2.0 x4
1x mini-PCIe 2.0 x1 auf mPCIe Combo Steckkarte
PCI -
Serial-ATA-, SAS- und 
ATA-Controller
2x SATA 6G und 2x SATA 3G mit RAID 0, 1, 5, 10 über Intel Z77, 1x eSATA 3G, 1x mSATA 3G (auf mPCIe Combo Steckkarte
2x SATA 6G über ASMedia-Controller (PCIe)
USB 8x USB 2.0 (4x am I/O-Panel, 4x über Header, 1x ROG)
4x USB 3.0 über Intel Z77 (2x am I/O-Panel, 2x über Header)
2x USB 3.0 über ASMedia-Controller (2x am I/O-Panel)
Grafikschnittstellen 1x HDMI, 1x DisplayPort, LucidLogix Virtu MVP über Software
WLAN / Bluetooth -
Firewire -
LAN 1x Intel Gigabit LAN 82579V
Audio 8-Channel SupremeFX III, Realtek High Definition Audio

Folgender Lieferumfang ist beim Mainboard mit enthalten:

Lieferumfang ASUS Maximus V Gene
Der Lieferumfang des Boards ist als durchaus komplett anzusehen.

Folgende Zugaben konnten wir zählen:

Witzig ist sicherlich das Do-Not-Disturb-Schild, aber auch die sonstigen Beigaben sind sinnvoll und erlauben einen guten Systemaufbau.


Schauen wir uns zunächst die Anschlüsse und Schalter beim I/O-Shield etwas genauer an. Auf der Rückseite des Boards finden wir von links nach rechts betrachtet folgende Ports:

Die Anschlüsse am ASUS-Board
Die Anschlüsse auf der I/O-Blende des Boards

Im Endeffekt sieht es so aus, als würde ASUS etwas Raum verschenken - beim CMOS-Reset-Schalter und dem ROG-Taster ist noch eine Menge Platz. Diesen hat man allerdings für den dahinter liegenden mPCIE-Adapter reserviert, um hier beispielsweise Kabel für mPCIe-WLAN-Adapter nach außen zu führen.

Das Vorhandensein eines separaten CMOS-Switches ist durchaus praktisch: Es lässt sich somit auf einfache Art und Weise das BIOS wieder zurückstellen. Das umständliche Herausnehmen der Batterie gehört somit der Vergangenheit an, allerdings lässt sich durch den Schalter auch einmal versehentlich der CMOS löschen.

Der ROG-Taster ermöglicht das Umschalten von einem der vier USB2.0-Ports in den ROG-Betrieb. Durch ein Tool wird beim Anschluss mit dem beiliegenden weißen USB-Kabel eine Verbindung zu einem anderen Rechner etabliert, mit dem der PC ferngewartet werden kann. Hier kann man dann auch den CPU-Takt, die Spannung und andere Overclockingwerte verändern oder aber ein neues BIOS aufflashen. Diese Vorgehensweise ist jedoch im Alltag etwas ungewöhnlich, denn normalerweise stellt man alle Werte im BIOS direkt ein. ASUS schafft die externe Lösung jedoch für Hardcore-Übertakter, die mit einem Notebook "live" die Taktfrequenz der CPU abändern wollen, um in einzelnen Benchmark-Bereichen bessere Ergebnisse zu erreichen.

Ferner gibt es je vier USB-2.0- und vier USB-3.0-Schnittstellen, wobei letztgenannte einen weitaus höheren Datendurchsatz besitzen. Dies macht aktuell jedoch nur bei USB-3.0-Speichermedien Sinn. Ein Drucker oder eine Maus würde hier keinen Vorteil nutzen. Entsprechend empfiehlt es sich, langsamere Peripherie über den USB2.0-Port anzubinden. Der eSATA-3G-Port verfügt zwar nicht über SATA 6G, kann jedoch auch externe Festplatten mit bis zu 150 MB/s ansprechen, was immer noch ein ordentlicher Wert ist. Er ist damit aber langsamer als die USB-3.0-Anbindung. Die beiden Anschlüsse, die über den ASMedia-Chip laufen und nicht über Intels Z77, erlauben es, per USB 3.0 eine Akkuladeunterstützung im BIOS zu aktivieren. Somit kann auch bei ausgeschaltetem Rechner per USB z.B. ein Handy aufgeladen werden.

Um die integrierte Grafik der Ivy- oder Sandy-Bridge-CPUs nutzen zu können, benötigt das Board auch einen Monitoranschluss. Hier bietet ASUS HDMI und Displayport. Beide Anschlüsse greifen auf die interne Grafiklösung der Ivy-Bridge zu. Nahezu jeder TFT nutzt mittlerweile HDMI, auch der Fernseher kann so einfach verbunden werden. Dass Display-Port aber auch geboten wird, schafft eine gewisse Flexibilität.

LAN-Anschluß auf dem I/O-Shield
Zwei PCIe-Steckplätze sorgen bei Bedarf für ausreichend Grafikpower

Dem Spieler eröffnet sich durch die zwei PCIe-x16-Slots die Möglichkeit, zwei Grafikkarten einzusetzen. Sowohl NVIDIAs SLI als auch AMDs CrossFireX kann mit jeweils x8/x8-Lanes betrieben werden. Der Z77-Chipsatz bietet insgesamt 16 Lanes, die aufgeteilt werden können. Wird nur eine Grafikkarte eingesetzt, so läuft diese mit voller Anbindung. Selbst mit x8 sollte die Bandbreite aber mehr als ausreichen, wenn eine PCIe-3.0-Karte eingesetzt und eine Ivy-Bridge-CPU verwendet wird.

LAN-Anschluß auf dem I/O-Shield
Das Board verfügt über einen GBit LAN-Anschluss

Das ASUS Maximus V Gene verfügt über einen GBit-LAN, wobei ASUS den sehr guten Intel 82579V verbaut. Dieser wird mit dem allgemeinen Treiber von Intel sofort erkannt. Der Chip ist ein Physical Layer und wird direkt an den Z77 angebunden - somit geht keine PCI-Express-Lane der Southbridge für den Gigabit-NIC verloren.

  SupremeFX III  
Durch den SupremeFX III-Chip bietet das Board 8-Kanal Digital-Audio

Der SupremeFX-III-Chip ist für den Sound zuständig und versteckt sich unter der silbernen Blende. Die Buchsen an der I/O-Blende können je nach Soundkonfiguration wie folgt genutzt werden:

Port

Headset 2-channel 4-channel 6-channel 8-channel
hellblau Line In Line In Line In Line In
hellgrün Line Out Front Speaker Out Front Speaker Out Front Speaaker Out
pink Mic In Mic In Mic In Mic In
orange - - Center/Subwoofer Center/Subwoofer
schwarz - Rear Speaker Out Rear Speaker Out Rear Speaker Out
grau - - Side Speaker Out

Alternativ gibt es auch einen optischen Digitalausgang.

ASUS nutzt zwar die Treiber und Software-Bibliotheken von Creative wie EAX 5.0, der eingesetzte Chip ist aber kein Creative-Chip, sondern ein normaler Realtek ALC898. Diesem hat man allerdings besondere Kondensatoren zur Seite gestellt, um die Audio-Qualität im Analogbereich anzuheben. Insofern ist der Audio-Chip auch eine der besseren Onboard-Lösungen, allerdings kein "echter" Creative-Chip.


Das Board verfügt über insgesamt sechs SATA-Anschlüsse, was für die meisten Anwender ausreichend ist. Um auch neue SSDs mit entsprechender Übertragungsrate ausreizen zu können, sind hier zwei SATA-6G-Ports über den Intel- und zwei SATA-6G-Anschlüsse über den ASMedia ASM1061-Chipsatz vorhanden. Die beiden schwarzen Anschlüsse laufen noch über SATA 3G und den Z77 und bieten für normale Festplatten immer noch einen ausreichenden Datendurchsatz. Um alle SATA- und USB-3.0-Ports über Windows nutzen zu können, bedarf es der vorherigen Installation der Treiber. Auch RAID ist über 0, 1, 5 und 10 möglich. Das Mainboard nutzt zudem auch den Controller-Chip ASMedia ASM1061. Die Anbindung der SATA-6G-Ports erfolgt mittels PCIe x1.

Auf der rechten unteren Seite des Boards befindet sich eine rote, zweistellige Anzeige, welche in kodierter Form den Systemstatus darstellt. So macht dies durch den Blick ins Handbuch - Kapitel 2, Seite 23 - schnell klar, um was für mögliche Fehler es sich hier handelt oder wie man sie ggf. beheben kann.  Das Debug-LED ist somit wirklich praktisch, wenn eine Komponente einen Defekt hat oder das System zu stark übertaktet wurde.

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Das Board besitzt vier SATA-6G-Ports und zwei ältere SATA-3G-Ports. Eine Debug-LED zeigt den Status in codierter Form an.

Die vier Speicherbänke sind bei dem Z77-Chipsatz als Standard anzusehen. Sie können jeweils mit 8-GB-Modulen belegt werden. Insgesamt kann somit das Board bei aktuellen Speichermodulen also mit bis zu 32 GB bestückt werden. In der Realität werden solche Arbeitsspeicherausbauten jedoch selten genutzt, im Grunde reichen 16 GB für den ambitionierten Spieler aus. Workstations oder Server für virtuelle Maschinen sind sehr ramhungrig, hier machen dann 32+ GB durchaus mehr Sinn, jedoch nutzt man dann dazu keine Spielerboards wie dieses. Die Speichermodule verwenden den ASUS-typischen Schnell-Einbau-Mechanismus, der die Module nur noch auf einer Seite arretiert.

Vier Speicherbänke im Dual-Channel
Vier Speicherbänke sorgen für ausreichend Bestückung

Ein Einsatz von großen CPU-Kühlern ist jedoch eher abzuraten. Für unseren Text nutzten wir einen "bequiet! Dark Rock Pro C1". Dieses Monster kann durch die enorme Größe nur mit dem Luftstrom von hinten nach vorn eingebaut werden. Anders würde er die vier RAM-Slots vollständig überdecken, was dann die Nutzung von hohen Heatspreadern bei den Speichermodulen unmöglich macht. Dreht man ihn mit dem Lüfter nach unten, blockiert er den oberen und wichtigen PCIe-Slot. Man sollte sich daher für einen leistungsfähigen als auch eher kompakten Kühler entscheiden und ggf. vorher schauen, ob dieser kompatibel ist.

Der Zusammenbau des Boards mit den weiteren Komponenten erledigt sich ohne große Mühen. Sämtliche Schnittstellen sind klar und leserlich beschriftet und geben auch keinen Zweifel auf. Für die Nutzung der kleinen Pinleiste für Power- und Resetschalter, Festplatten-LED etc. kann man ASUS-üblich mit dem Q-Connector alles vorher anschließen und in einem Stück alles auf das Board stecken. Wenn man oftmals Versuche mit unterschiedlicher Hardware unternimmt oder sein Gehäuse offenstehen lässt, so nutzt man auch den Start- und Resetknopf des Boards, welcher sich unterseitig des letzten Steckplatzes befindet. Eine kleine Festplatten-LED befindet sich zusätzlich noch auf dem rechten äußeren Rand des Boards.

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Keine glückliche Position: Wenn eine zweite Grafikkarte eingebaut ist, kommt man bei einem engen Gehäuse nicht mehr an die Start- und Resetschalter. Diese sind also nur für den Betrieb auf einer Teststation praktisch.

Eine weitere Besonderheit ist das Vorhandensein eines mSATA-Sockels, welcher zusätzlich PCIe-Mini-Karten aufnimmt. Somit kann man auch eine SSD oder eine WLAN-Karte einsetzen. Es sind jedoch keine WLAN-Antennen vorhanden, dies sollte man beim Kauf berücksichtigen und die Antennen entsprechend auch im Gehäuse verlegen. Alternativ kann man die Antennen auch extern durch das I/O-Shield führen und von der Rückseite anschrauben.

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Auf eine Steckerleiste wird der Adapter aufgesetzt, anschließend ist ein mPCIE-Slot und ein MSATA 3G für Erweiterungen vorhanden.

Das ASUS Maximus V Gene besitzt insgesamt fünf Lüfteranschlüsse mit 4-pin-Anschlüssen. Zwei befinden sich oberhalb des CPU-Sockels und versorgen den CPU-Kühler. Die drei weiteren Lüfteranschlüsse sind oberhalb des PCIe-Steckplatzes, rechts neben den Speichersockeln und neben den SATA-Steckplätzen positioniert. Für Overclocker verfügt das Board über Spannungsauslesepunkte neben den Speicherbänken am Rand der Platine. Es können die Werte von PCH, PLL, IO, SA, DRAM, IGPU und CPU abgelesen werden.

Die passiven Kühlkörper um den CPU-Sockel sowie auf der Chipsatz sind allesamt verschraubt und lassen sich problemlos für den Einsatz einer Wasserkühlung abnehmen.


Ein BIOS-Update geht beim ASUS Maximus V Gene problemlos. Zuerst besorgt man sich über die Herstellerseite die neue Version und installiert diese direkt im BIOS mittels dem "ASUS EZ Flash 2". Am einfachsten geht dies unter der Verwendung eines USB-Sticks. Gemäß dem Changelog unserer BIOS-Version wird eine erhöhte System- und Speicherstabilität erreicht und auch die Zuverlässigkeit bei USB-Geräten verbessert. ASUS listet recht genau die Verbesserungen auf. Man sollte sich jedoch vorher die veränderten Einstellungen merken, sie auf eine der Speicherplätze im BIOS speichern oder Screenshots auf einen USB-Stick durchführen (dies ist mittels der Taste F12 möglich). Durch ein BIOS-Update werden oftmals die Werte auf den Ursprungszustand verändert. Für unseren Test haben wir das Board auf die aktuelle Version 0903 geflasht.

In den BIOS-Defaults ist die SpeedStep-Technologie (EIST) sowie auch der Turbo-Modus der CPU aktiviert. CPU C1E, C3 und C6 stehen auf Auto. Auch bei der SATA-Modusauswahl steht AHCI mit der S.M.A.R.T.-Statusüberprüfung bei Default auf "on". Die Lüftersteuerung ist bereits aktiviert und zeigt bei allen angeschlossenen Lüftern einen Grenzwert von 600 Umdrehungen/Minute an. Das BIOS lässt hier einstellbare Grenzwerte von 200 Umdrehungen bis 600 Umdrehungen in 100er-Schritten zu und erlaubt es auch, gänzlich mit "ignore" auf eine Warnung zu verzichten.

Die umfangreichen Einstellmöglichkeiten im BIOS mit Übertaktungsmöglichkeiten zeigt diese Galerie:

Tabellarisch haben wir die Übertaktungsoptionen hier zusammengefasst:

Die Overclocking-Funktionen in der Übersicht
Base Clock Rate 95 bis 110 MHz, stufenlos
CPU-Spannung Fixed Mode: 0,8 V bis 1,92 V in 0,005-V-Schritten
VCCSA-Spannung 0,8 V bis 1,7 V in 0,00625-V-Schritten
VCCIO-Spannung 0,8 V bis 1,55 V in 0,00625-V-Schritten
Skew Driving-Spannung 0,275 V bis 1,6 V in 0,00625-V-Schritten
2nd VCCIO-Spannung 0,4 V bis 1,7 V in 0,00625-V-Schritten
DRAM-Spannung 1,2 V bis 1,92 V in 0,005-V-Schritten
VTTDDR-Spannung 0,625 V bis 1,1 V in 0,00625-V-Schritten
CPU PLL-Spannung 1,25 V bis 2,5 V in 0,00625-V-Schritten
PCH-Core-Spannung 0,8 V bis 1,6 V in 0,00625-V-Schritten

PCIe-Takt

80 - 300 Mhz einstellbar
CPU Level Up  4.600G, 4.400G, 4.200G
Speicher-Optionen
Taktraten DDR3-800 bis DDR3-3200 mit vorgefertigten Speicher-Profilen der Hersteller
Command Rate einstellbar
Timings einstellbar
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
CPU Power Duty Control Thermische Balance, Strombalance
Core Current Capability 100-150%
Weitere Besonderheiten

Settings speicherbar in Profilen, CPU OC-Automatik per "Load Gamers OC Profile
Load Line Calibration, Spread Spectrum, Instant Flash, fast alles auch in Windows
steuerbar, Extreme OverVoltage Option, sämtliche Stromspar-Modi

Allein schon mittels der Vorgabe im BIOS "Load Gamers OC-Profil" konnte aus dem Stand eine CPU-Übertaktung auf 4,8 GHz erreicht werden. Mit etwas mehr Feintuning sind sicherlich noch ein paar MHz mehr möglich. Für unseren Test sprechen jedoch schon die 4,8 GHz eine deutliche Sprache und geben somit 1,3 GHz als Leistungsreserve "kostenlos" frei, womit im Spiel mit einer deutlichen Performance gerechnet werden kann. Als Hinweis möchten wir jedoch geben, dass die verwendete CPU nicht mit der CPU in anderen Mainboard-Reviews identisch ist und somit ein direktes Vergleichen zwischen den letzten Tests nicht möglich ist.

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Das Mainboard übertaktet mittels vorgefertigtem OC-Profil unsere Test-CPU auf 4,8 Ghz.

Das ASUS Maximus V Gene schafft bei unsaerem Core i7-3770K einen Multiplikator 48, was multipliziert mit der Base-Clock-Frequenz von 100 MHz sehr schnelle 4800 MHz Taktfrequenz bedeutet. Selbst nachdem wir Prime95 gestartet haben, rechnete die CPU fleißig weiter. Einen Bluescreen haben wir nicht erhalten. Es zeigt sich hier, dass das Board sehr übertaktungsfreudig ist und für 170 Euro eine Menge geboten wird, was teilweise höherpreisiger Hardware entspricht.


Für diesen Test, und auch bei den noch folgenden Tests, der in den Tabellen benannten Boards, nutzen wir die identische Hardware, welche stets auf einem Benchtable zusammengesetzt wird. Eingesetzt werden zwei verschiedene Testsysteme bei zwei Redakteuren, weshalb sich die Ergebnisse leicht unterscheiden (z.B. bezüglich der Overclocking-Resultate). Wir zeigen in den Benchmark-Vergleichen also nur jeweils die Resultate der mit demselben System getesteten Komponenten.

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz.

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuelle Version.

Seit der Einführung der Nehalem-Prozessoren und der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 1600 MHz und 9-9-9-24 1t - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim ASUS Maximus V Gene ist allerdings alles so, wie es zu erwarten wäre: Die Turbo-Modi laufen korrekt und auch keine versteckte Übertaktung ist aktiv.

Wir testen allerdings nur noch vier Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2011, SuperPi 8M, Sisoft Sandra 2011 Memory Benchmark und Cinebench 11.5 CPU:

3DMark 2011
Leistung in Futuremark-Punkten

Das ASUS Maximus V Gene liegt knapp an der Spitze und wird nur vom fast 310 Euro teurem Gigabyte G1.Sniper3 geschlagen. Der Wert spricht für sich, dass ASUS seinen Job gut gemacht hat und es von der Leistung ausgewogen optimiert wurde.

SuperPI 8M
Dauer in Sekunden, weniger ist besser

Auch hier liegt unser ASUS-Testboard an zweiter Stelle. Die Werte liegen bis auf dem des Gigabyte G1.Sniper3 eng beieinander.

SiSoft Sandra Speicherbandbreite
Speicherbandbreite in GB/s

Im Speicherdurchsatz hat das ASUS Maximus V Gene gegenüber seinen Kontrahenten das Nachsehen. Dies ist jedoch in der Praxis bei den geringen Abweichungen kaum fühlbar.

Cinebench 11.5 CPU
Cinebench-Index

Bei Cinebench 11.5 CPU liegt das ASUS-Board mit 7,7 Punkten knapp vorne.


Neben einer gut ausgeprägten Performance ist auch der Stromverbrauch des heimischen PCs kein unwichtiges Kriterium. Was man häufig unterschätzt, ist die Tatsache, dass selbst die verschiedenen Mainboard-Modelle der zahlreichen Hersteller unterschiedlich viel Strom aus der Steckdose ziehen. Ein Grund dafür sind die verschieden eingesetzten BIOS-Versionen, die teilweise die von Intel referenzierten Stromsparmechanismen schlecht oder gar falsch umsetzen, oder dass Onboardkomponenten sich eigentlich deaktivieren sollten, wenn diese entweder durch dedizierte Hardware ersetzt wurden oder einfach nicht verwendet werden. Darüber hinaus kann aber manchmal auch die Stromversorgung verantwortlich gemacht werden, wenn unter Default Settings mehr Energie zur Verfügung gestellt wird, als eigentlich benötigt wird. Genau deswegen spielt die Effizienz eine wichtige Rolle. Wenn die Effizienz der Stromversorgung nun also schlecht ausfällt, wird mehr Strom verbraucht. Zu unterschätzen ist hierbei aber auch die Software nicht, sodass sie ebenfalls gut abgestimmt sein muss, damit eine zufriedenstellende Effizienz gegeben ist.

Auf dem ASUS Maximus V Gene befinden sich viele Zusatzchips, welche auch mit Energie versorgt werden müssen. Sei es der ASMedia-Chip für die USB-Anschlüsse, dem SupremFX III für den guten Ton, einem Intel-LAN-Anschluss und auch noch viele weitere. Standardmäßig sind alle Stromsparfunktionen aktiv, allerdings auch alle vorhandenen Onboardkomponenten, was sich durchaus negativ auf den Stromverbrauch auswirken kann.

Vergleichen wir nun den Stromverbrauch im Idle und unter Last, gemessen bei der Ausführung von Benchmarkprogrammen. Im Standby des Rechners werden 0,8 Watt abverlangt. Hier leuchten dann unterhalb des Boards einige rote LEDs sowie der Power- und der Resetschalter.

Der Test mit aktivierten Onboardkomponenten:

Für den ersten Test sind die Default Settings aktiv, sodass der Großteil der Onboardkomponenten bereits aktiviert ist. Die Grafikausgabe erfolgt über die Radeon HD7850, wobei wir die iGPU im BIOS nicht deaktiviert haben. Wie bereits weiter oben geschrieben, sind alle Stromspar-Features eingeschaltet, was mit den Werten einer manuellen Konfiguration scheinbar gut umgesetzt wurde.

Nach 5 Minuten im Idle nach Reboot des Systems inkl. aller Treiber ergibt sich ein Stromverbrauch von:

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Leistung in Watt

Durch die hohe Ausstattung vom ASUS ergibt sich auch ein entsprechender Stromverbrauch von 63,5W.

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Leistung in Watt

Beim Cinebench-Test überholt sogar das MSI-Board knapp den ASRock-Pendant, obwohl es im Idle-Stromverbrauchstest noch um fast 11 Watt dahinter lag.

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Leistung in Watt

Prime95 zeigt ein ähnliches Bild wie beim Cinebench. Auch hier hat das Gigabyte G1.Sniper3 die Nase weit vorn. Das ASUS Maximus V Gene belegt einen noch guten dritten Platz.

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Spannung in Volt

Hier ist unser ASUS-Mainboard an erster Stelle, was uns sehr verwunderte. Die drei anderen Testkandidaten liegen dicht beieinander und unterscheiden bei den Spannungen kaum. Der Verbrauch ist also trotz niedriger Spannung hoch.

Der Test mit deaktivierten Onboardkomponenten:

Hierzu deaktivieren wir außer dem Onboard-LAN und Onboard-Audio sämtliche Komponenten. Dies hat den Grund, da die meisten Anwender und auch Spieler nicht alle Onboard-Chips benötigen. Es ist daher nur der Onboard-Lan und der Onboard-Sound aktiviert. Weitere USB 3.0 und SATA-Controller wurden deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber alle energiesparenden Features werden zusätzlich manuell aktiviert. Die Radeon HD 7850 ist weiterhin die primäre Grafikkarte.

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Leistung in Watt

Die Abweichungen liegen bei allen vier getesteten Boards in etwa auf der gleichen Höhe und zeigen keine großen Überraschungen.

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Leistung in Watt

Hier fällt der Stromverbrauch auch nur wenig ins Gewicht. Der Unterschied beträgt je nach Mainboard zwischen 0,8 bis 1,6 Watt weniger als mit aktivierten Onboardkomponenten.

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Leistung in Watt

Auch beim Prime95-Test erkennen wir gegenüber den aktivierten Onboardkomponenten einen kleinen Unterschied. Auch hier sind es zwischen 0,9 und 1,3 Watt.

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Spannung in Volt

Wie auch bei unserem parallelen Test mit drei anderen Mainboards und leicht verändertem Setting konnten wir bei den CPU-Spannungen ebenfalls keinen Unterschied feststellen, ob nun die Onboardkomponenten aktiviert oder deaktiviert sind.

Das ASUS Maximus V Gene zeigt einen überdurchschnittlichen Stromverbrauch und wird fast überall nur noch vom großen Gigabyte G1.Sniper3 geschlagen, welches mit seiner Ausstattung in einer anderen Liga spielt. Für jemanden, der auf günstigen Stromverbrauch angewiesen ist, wäre das ASUS-Board ein schwieriger Kandidat, obwohl es andererseits gute Werte in der Übertaktung zeigte. Hier muss man abwägen, ob es sich für einen selbst lohnt.


Unser Testsample bietet am I/O-Panel sowohl USB-3.0-Ports, wie auch USB-2.0-Ports. Da zwei USB3.0-Controller zum Einsatz kommen, hat man die Wahl zwischen den USB3.0-Ports mit Intels Z77-Chip oder den USB3.0-Ports mit ASMedia-Anbindung. Zwei weitere USB-3.0-Schnittstellen sind über den internen Header möglich, die dann mit dem Z77-Chipsatz kommunizieren.

USB-3.0-Performance:

Die USB-3.0-Leistung wird weiterhin mit einer OCZ Vertex 3 SATA 6G mit 240 GB gemessen, die sich zu diesem Zeitpunkt in einem externen USB-3.0-Gehäuse von deLock befindet.

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OCZ Vertex3 SATA6 mit 240 GB am USB3.0 Intel-Controller
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OCZ Vertex3 SATA6 mit 240 GB am USB3.0 ASMedia-Controller

Wie man sehen kann, ist die Write-Performance der beiden Controller nahezu identisch, beim Lesen liegt der ASMedia-Controller minimal vorne. Allerdings braucht man aufgrund der geringen Unterschiede keinen der rückwärtigen USB3.0-Ports zu favorisieren.

SATA-6G-Performance:

Dieselbe OCZ-SSD verwenden wir auch beim SATA-6G-Performancetest. Im Inneren der SSD gibt ein SandForce SF-2281-Controller die nötigen Kommandos. Der Hersteller selbst preist die SSD mit bis zu 550 MB/s lesend und bis zu 520 MB/s schreibend an. Wie wir aus den vorangegangenen Tests bereits feststellen durften, werden diese Transferraten auch tatsächlich erreicht.

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OCZ Vertex3 SATA6 mit 240 GB am Intel-Controller
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OCZ Vertex3 SATA6 mit 240 GB am Marvell-Controller

Es ist somit ersichtlich, dass der Intel-Chipsatz gegenüber dem ASMedia-Controller weit die Nase vorn hat und ca. 140 MB/s Differenz besitzt. Im Gegensatz zum USB-Betrieb sollte man beim Anschluss der SATA-Geräte also sicherstellen, dass man zunächst für schnelle SATA-Geräte die Intel-Ports verwendet.


Die Gene-Serie von ASUS hat sich eine Fangemeinde erarbeitet. Anfangs waren es hauptsächlich Gamer, die auf die Plattform gesetzt haben, um einen kompakten LAN-PC zu bauen. Heute kann das Maximus V Gene in allen Bereichen eingesetzt werden: Für Overclocker bietet es eine solide Grundlage mit tollen Features, aber auch in einem Multimedia-PC oder einem normalgroßen Gaming-PC kann man es einsetzen - Kompromisse muss man dabei bei der Größe nicht machen. Trotzdem zahlt man natürlich etwas mehr als bei einer Standard-Z77-Platine - aber für die 170 Euro bekommt man letztendlich auch eine Menge geboten. 

Für den Gamer bietet das Board neben seiner guten Performance die Möglichkeit, SLI oder CrossFireX zu realisieren. Zudem hat es einen guten Onboard-Sound. Der Storage-Ausbau ist bei diversen ATX-Boards natürlich üppiger, aber vier SATA-6G-Ports sollten bei den meisten Systemen ausreichen. Die Möglichkeit, einen mSATA- und einen eSATA-Port zu integrieren, ist da sicherlich sinnvoller. Der mPCIe-Adapter schafft zudem die Möglichkeit, eine entsprechende SSD oder eine WiFi-Karte einzusetzen und somit die Nachteile durch die kompakte Bauweise auszugleichen. Mit zusätzlichen USB3.0-Ports stehen auch ausreichend Erweiterungsmöglichkeiten mit der neuen, schnellen Schnittstelle zur Verfügung.

Was fehlt dem Gene? Es fehlt natürlich ein Firewire-Controller, wenn man ihn denn noch benötigt, weiterhin ist beim Einsatz von zwei Grafikkarten mit doppelter Bauhöhe kein PCIe-x1-Slot mehr frei. Auch Monster-Features anderer großer ATX-Boards wie Dual-LAN sind auf dem kleinen Zwerg nicht vorhanden. Doch damit kann man sicherlich leben - die gebotenen Features sind ausgewogen und angemessen. Auch dass ASUS HDMI- und Display-Port an der I/O-Blende bietet, ist positiv hervorzuheben - auf VGA und DVI verzichtet man hingegen.

ASUS Maximus V Gene
Das ASUS Maximus V Gene in voller Pracht

Das Mainboard-Layout ist übersichtlich und klar strukturiert. Man kommt an ziemlich alle wichtigen Stellen heran, ohne viel Zeit zu verlieren. Einzig die BIOS-Batterie ist zwischen den PCIe-Slots verbaut, was deren Zugänglichkeit einschränkt, da hierfür erst die Grafikkarte ausgebaut werden muss. Insofern muss man trotz des kompakten Designs kaum Kompromisse eingehen.

Als Steuerungszentrale verwendet ASUS auf dem Maximus V Gene ein UEFI-BIOS, das sich entweder mit der Maus oder der Tastatur bedienen lässt. In unserem Test haben sich keine klar erkennbaren Fehler ergeben. Das Mainboard eignet sich hervorragend für Overclocking und bietet hierfür alle wichtigen und notwendigen Funktionen. Die XMP-Unterstützung für den Arbeitsspeicher ist dabei natürlich inbegriffen. Den Freunden des Übertaktens stellt das Board umfangreiche Einstellmöglichkeiten bereit und kann per voreingestelltem OC Gamers Profile aus dem Stand auf hohe Taktraten gebracht werden. Der Stromverbrauch ist insgesamt in Ordnung - auch wenn sich das Board nicht durch einen besonders niedrigen Verbrauch abheben kann. 

Positive Punkte des ASUS Maximus V Gene:

Negative Punkte des ASUS Maximus V Gene: