Test: Intel Desktop Board DZ77GA-70K

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intel z77Die Ivy-Bridge-Plattform von Intel ist bereits seit April diesen Jahres für jeden zugänglich. Seit diesem Zeitpunkt sprießen von den bekannten Mainboard-Herstellern die entsprechenden Modelle mit Intels Z77-Chipsatz. Zu den renommierten Mainboard-Herstellern gesellt sich selbstverständlich auch Intel selbst. Heute testen wir das High-End-Modell DZ77GA-70K aus den Extreme-Series, das sich an den eigenen Intel-Vorgaben orientiert.

Die Beliebtheit der Intel-Referenzboards wurde im Laufe der Zeit immer größer, nachdem Intel damit begonnen hat, wie die anderen Hersteller diverse High-End-Funktionen und Overclocking-Features zu integrieren. Unter anderem aus diesen Gründen stehen die Mainboards von Intel selbst den anderen Herstellern in nichts nach und konnten in der Vergangenheit schon Awards für sich gewinnen. Kein Wunder: Letztendlich kennt man die eigenen Prozessoren aus dem Eff-Eff und kann deshalb bestmögliche Platinen als Grundlage bauen. Wie es sich gegen andere Probanden schlägt, zeigen wir in diesem Test.

Man erkennt recht schnell, dass das Intel DZ77GA-70K auf den High-End-Markt ausgelegt ist. So bietet es zwei mechanische PCIe-x16-Schnittstellen der dritten PCIe-Generation, wovon der zweite Slot mit acht Lanes angebunden ist. Für ein Multi-GPU-Setup ist eine Aufteilung von zweimal acht Lanes dennoch ausreichend. Die restliche, großzügige Ausstattung kann sich sehen lassen. Gleich vier USB-3.0-Ports und vier weitere USB-2.0-Schnittstellen stehen über das I/O-Panel zur Verfügung. Für die Nutzung der IGP steht lediglich ein HDMI-Anschluss bereit. Darüber hinaus sind für Storage-Lösungen insgesamt acht SATA-Anschlüsse verlötet worden, von denen vier der aktuellen SATA-6G-Generation angehören. Der Preis von ca. 230 Euro ist für ein High-End-Modell auf normalem Niveau. Auf die Details wollen wir in den weiteren Seiten eingehen.

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Intels DZ77GA-70K in der Übersicht

Die Features des Mainboards sind in folgender Tabelle ersichtlich:

Die Daten des Intel DZ77GA-70K in der Übersicht
Hersteller und
Bezeichnung
Intel
Desktop Board DZ77GA-70K
Straßenpreis ca. 230€
Homepage www.intel.de
Northbridge-/CPU-Features
Chipsatz Intel Z77 Express Chipsatz
Speicherbänke und Typ 4x DDR3 (Dual-Channel)
Speicherausbau max. 32 GB (mit 8-GB-Dimms)
SLI / CrossFire CrossFireX, SLI (2-Way)
Onboard-Features
PCI-Express

2x PCIe 3.0 x16 (x16/x8)
1x PCIe 2.0 x4
2x PCIe 2.0 x1

PCI 2x PCI
Serial-ATA-, SAS- und 
ATA-Controller
2x SATA 6G und 4x SATA 3G mit RAID 0, 1, 5, 10 über Intel Z77, 1x eSATA 6G
2x SATA 6G über Marvell 88SE9172 Controller (PCIe) 
USB 10x USB 2.0 (4x am I/O-Panel, 6x über Header)
8x USB 3.0 über Intel Z77 (4x am I/O-Panel, 4x über Header)
und Genesys GL3520M USB Hub
Grafikschnittstellen 1x HDMI
WLAN / Bluetooth Wi-Fi 802.11 b/g/n, Bluetooth V2.1
Firewire 2x IEEE 1394a (1x am I/O-Panel, 1x über Header)
LAN 1x Intel 82579V Gigabit LAN
1x Intel 82574L Gigabit LAN
Audio 8-Channel Realtek ALC898 Audio Codec

Die Ausstattung kann man als komplett bezeichnen. Neben den üblichen Anschlussmöglichkeiten sind selbst WLAN, Bluetooth und gleich zwei LAN-Anschlüsse vertreten. Die Mainboard-Größe entspricht dem gebräuchlichen ATX-Format.


Wie man es von Intel gewohnt ist, befindet sich auf der Verpackung selbst der bekannte Schädel. Zusätzlich sind dort die Top-Features aufgelistet.

Der Lieferumfang des Intel DZ77GA-70K sieht folgendermaßen aus:

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Der Lieferumfang des Mainboards

Das Zubehör fällt eigentlich gut aus: Etwas, was nicht bei allen Boards dabei ist, sind ein WLAN-Modul, ein USB-3.0-Frontpanel im 3,5 Zoll-Format sowie ein Mousepad und ein Bluetooth-Modul. Allerdings sind SATA-Kabel Fehlanzeige und müssen separat angeschafft werden. Ein reguläres Mainboard-Handbuch fehlt bei dem Zubehör ebenfalls und kann unter diesem Link bezogen werden.

Hinweis: Unser Testsample erhielten wir direkt von Intel. Per Email/Nachricht ist uns berichtet worden, dass der Lieferumfang einiger Retail-Versionen angeblich abweicht. In den Verkaufsversionen sind dann vier SATA-Kabel enthalten, die PCIe-Karte ist leider nicht im Lieferumfang (nur ein USB3.0 WiFi/Bluetooth-Modul).

Auf den nächsten beiden Seiten widmen wir uns dem Intel DZ77GA-70K detaillierter.


Der neu erschienene Z77-Chipsatz bietet gegenüber dem Vorgänger, dem Z68-Chipsatz, zugegeben geringe Vorteile. Die wesentliche Veränderung ist die native Unterstützung von USB 3.0, sodass man hierbei nicht mehr auf Zusatzchips angewiesen ist. An den restlichen Features hat sich nichts geändert. Weiterhin sind sowohl die Nutzung der IGP möglich als auch die erweiterten Overclocking-Funktionen. Letzteres ist natürlich nur möglich, wenn man einen passenden Prozessor mit frei wählbarem Multiplikator besitzt.

So ändert sich auch nichts an den SATA-Anschlüssen. In den meisten Fällen, wie auch bei unserem Testkandidaten, stehen vier SATA 6G-Buchsen zur Verfügung, von denen zwei über den Z77-Chipsatz direkt kommunizieren. Die anderen beiden Anschlüsse müssen mit Zusatzchips wie z.B. dem Marvell 9172 vorlieb nehmen. Weitere vier SATA-3G-Anschlüsse sind ebenfalls mit dem Z77-Chipsatz verknüpft. Für die meisten Anwender wird dies ausreichen.

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Der Bereich um den CPU-Sockel.

Wie man gut erkennen kann, verbaut Intel bei diesem Board acht Phasen für die CPU. Die zwei weiteren, grauen Phasen sind für den ehemalig "UnCore" genannten Bereich der CPU, wie z.B. den Memory-Controller, PCIe-Controller und den Cache. Ganz typisch für den Sockel 1155 sind vier DDR3-Slots verfügbar, die Speichermodule mit einer Kapazität von 8 GB unterstützen, was bei vier belegten Slots logischerweise 32 GB ergibt. Intel setzt bei diesem Mainboard-Modell auf einen zusätzlichen 8-Pin-Stromanschluss, welcher verschärftem Overclocking zugutekommt.

Des weiteren sehen wir oberhalb des CPU-Sockels den 4-Pin PWM-Lüfteranschluss. Für einen weiteren Lüfter, der in der Regel an der Gehäuserückseite angebracht wird, steht ein weiterer PWM-Lüfteranschluss bereit. Sehr gut!

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Vier DIMM-Slots sind beim Z77 der Standard.

Zu einem weiteren 4-Pin PWM-Connector gesellt sich links daneben ein Speaker, der die Beep-Codes ausgibt. Direkt unterhalb der DIMM-Slots sehen wir weitere drei graue Phasen, die vermuten lassen, dass diese eben für die DIMM-Slots zuständig sind. Wenig überraschend ist natürlich auch der 24-Pin-Stromanschluss vorhanden. Für einen offenen (Overclocking-)Testbetrieb, bevor man das Board in ein Gehäuse verbaut, hat Intel direkt auf dem Board einen Power-Button sowie einen Reset-Button installiert.

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Erweiterungsmöglichkeiten und Multi-GPU sind kein Problem.

Für die gewünschte Grafikausgabe sind zwei PCIe 3.0-Slots vorhanden. Beide treten direkt mit der CPU in Kontakt. Die Lane-Aufteilung entspricht dem gewohnten Standard, sprich 16 Lanes für den ersten Slot und acht Lanes für den zweiten Slot. Im Falle eines Multi-GPU-Setups werden beide Slots mit acht Lanes angesprochen. Wenn man weitere Erweiterungskarten nutzt, können diese ebenfalls untergebracht werden. Es stehen zwei PCIe 2.0 x1, sowie ein PCIe 2.0 x4 Slot frei zur Auswahl. Mit den zusammen genannten Expansion-Slots sind ebenfalls zwei ältere PCI-Slots montiert worden, die über einen Extrachip realisiert werden. Wählt man nun eine Multi-GPU-Konfiguration, sollte man nicht vergessen, dass einige Erweiterungsslots nicht mehr benutzt werden können und man damit auf externe Lösungen angewiesen ist, sollte man diese benötigen.

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Mit acht Storage-Anschlüssen werden fast alle Anwender auskommen.

Die beiden blauen SATA-Ports entsprechen der 6G-Spezifikation und sind direkt mit dem Z77-Chipsatz verbunden. Die vier schwarzen SATA-Anschlüsse können den SATA-3G-Standard vorweisen. Schließlich bleiben nur noch die beiden grauen Ports auf der linken Seite. Sie unterstützen, genauso wie die beiden blauen, SATA 6G, nur mit dem Unterschied, dass sie über den Zusatzchip Marvell-88SE9172 realisiert wurden.

Für eine leichtere Fehlerdiagnose ist wie bei vielen aktuellen Mainboards obendrein eine Debug-LED auf dem Board existent.


Kommen wir nun zum I/O-Panel:

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Wie immer von links nach rechts aufgelistet, sind folgende Ports an der I/O-Blende zu finden:



Es sind zweimal Gigabit-LAN-Ports von Intel selbst vorhanden, die aber nicht über denselben Controller verfügen. Während der eine LAN-Port über einen Intel 82579V-Netzwerkcontroller kommuniziert, arbeitet der zweite LAN-Port über einen Intel 82574L-Netzwerkcontroller. Der erste (Intel 82579V) ist als Physical Layer an den Z77 angebunden, der zweite ist ein klassischer PCI-Express-Controller (PCIe x1).

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Hier zu sehen: Der PLX PCIe-Switch mit der genauen Bezeichnung: PEX8606-BA50BC

Aufgrund eines Lane-Defizits wird ein PCIe-Switch benötigt, damit die anderen Controller/Erweiterungskarten über eine schnelle Anbindung zum Rest des Systems verfügen. Die beiden mechanischen PCIe-x16-Slots werden direkt über die CPU mit der dritten Generation angesteuert. Die restlichen Controller und Erweiterungskarten werden mit Hilfe des Z77-Chips und eines PLX-Chips via PCIe 2.0 angesteuert, was völlig ausreichend ist. Direkt an den Z77 sind hier der Realtek ALC 898 Audio Codec (nativ), die USB-2.0-Ports und USB-3.0-Ports (nativ oder über Hub), der Intel SATA-Controller (nativ), der Intel 82579V LAN-Port (PHY), sowie der SMBus Host Controller angebunden.

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Der für USB 3.0 zuständige Hub von Genesys.

Insgesamt befinden sich zwei Hubs der Firma Genesys mit der Bezeichnung GL3520M auf dem Mainboard. Jeder ist für je vier USB3.0-Ports verantwortlich, sodass man insgesamt auf acht USB3.0-Ports kommt, die über die Hubs laufen und sich demnach die Bandbreite teilen. Unterhalb des Kondensators sehen wir die beiden Front-USB 3.0-Header, die zusammen vier USB 3.0-Anschlüsse bilden. Je ein direkt an die Z77-Brücke angebundener USB3.0-Port befindet sich auf der I/O-Blende und an einem Front-USB-Port.

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Dieser Zusatzchip stellt den Firewire-Controller dar.

Für Firewire zuständig ist der Texas-Instruments-Controller, der über PCI angebunden ist und zwei 400 MBit/s-Schnittstellen liefert.

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Der Realtek-Chip liefert guten 8-Kanal-Sound.

Als Soundlösung hat Intel eine SPU aus dem Hause Realtek ausgewählt. Die genaue Bezeichnung lautet hierbei Realtek ALC898. Der Achtkanal-Sound kann beispielsweise über die digitalen Anschlüsse ein 7.1-Signal ausgeben und zusätzlich über die analogen Front-Lautsprecher ein weiteres 2-Kanal-Signal ausgeben, beispielsweise für Skype und co. Zudem unterstützt der Chip Blu-ray-Verschlüsselung und hat gute Eckdaten von der technischen Seite her (110dB Signal-to-Noise ratio (SNR), 104dB SNR recording (ADC)).

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Hier ist nochmal das Intel DZ77GA-70K im Überblick.


Das Intel DZ77GA-70K stellt insgesamt vier PWM-Lüfteranschlüsse bereit, die eine geräuscharme Belüftung schafft. Zudem interessant ist das geschaffene Layout, was Intel gut bewerkstelligt hat. Um den CPU-Sockel herum ist genügend Platz vorhanden, um wuchtige CPU-Kühler zu montieren. Bei der Montage des Bequiet Dark Rock Pro C1 gab es keinerlei Komplikationen. Der Arbeitsspeicher lies sich anschließend wunderbar in die blauen DIMM-Slots einlegen. Der erste DIMM-Slot wurde allerdings unbrauchbar und konnte mit den hohen Heatspreadern des Arbeitsspeichers nicht miteinander kombiniert werden.

Beim Einbau der Grafikkarte hat man freie Bahn. Nur sollte man beachten, dass selbstverständlich darunterliegende Slots belegt werden können, wenn es sich um ein Dual- oder gar Triple-Slot-Kühlermodell handelt. In dem Fall wird der unterhalb liegende PCIe-x1-Slot, respektive auch der erste PCI-Slot, ebenfalls unbrauchbar.

Schauen wir uns das BIOS auf der nächsten Seite an.


Für den Test stand uns lediglich eine BIOS-Version zur Verfügung: Version 3000 vom 09.03.2012. Das hat den Hintergrund, da unser Testsample mit einer früheren BIOS-Version mit der Vorgänger String-ID "GAZ7710H.86A" an uns ausgeliefert wurde. Neuerdings hat Intel eine neue BIOS-Version mit einer aktuelleren String-ID veröffentlicht, die die Bezeichnung "GAZ7711H.86A" trägt. Aus diesem Grund war es uns leider nicht möglich, auf die aktuellste BIOS-Version zu aktualisieren. Die daraus entstandene Frage hat jemand an Intel selbst gestellt, worauf Intel die Antwort gab.

Wie nahezu alle anderen Mainboard-Hersteller setzt auch Intel beim DZ77GA-70K auf ein modernes UEFI-BIOS, mit dem Namen "Intel Visual BIOS". Den optischen Anblick im UEFI-BIOS empfinden wir als angenehm, natürlich in Blau koloriert (siehe Bildergalerie) und lässt sich sehr angenehm mit der Maus bedienen. Alternativ, aber etwas umständlicher, gestaltet sich die Eingabe via Tastatur. Auf den ersten Blick scheint die Übersicht etwas unglücklich getroffen, dennoch gewöhnt man sich schnell an die Struktur der BIOS-Oberfläche.

Unter dem Menüpunkt "Advanced Setup" und weiter auf "Performance" können übertaktungsfreudige Anwender dem Prozessor, Arbeitsspeicher und der IGP zu mehr Performance verhelfen. Hierzu findet man alle nötigen Einstellungen zum Thema Spannungen und sonstige Einstellungen, die man hierfür benötigt. Weiter im Menüpunkt "Advanced Setup" findet man auch alle anderen Einstellmöglichkeiten, wie eben für die Laufwerke und OnBoard-Komponenten samt Lüftersteuerung Power-Settings. Mit integriert wurde ein Instant-Flash-Utility, welches man während des Boot-Vorgangs mit der Taste "F7" startet.

Im gesamten Testverlauf gab es keine negativen Beobachtungen, die man an dem UEFI-BIOS bemängeln könnte. Es lief sehr stabil und schien frei von Bugs und sonstigen Fehlern zu sein. Es wurde an alle nötigen Funktionen gedacht und auch beim Overclocking wird man bei dem DZ77GA-70K auf seine Kosten kommen. Für jeden einzelnen Kern lassen sich beispielsweise die Multiplikatoren für den Turbo-Modus individuell einstellen. Die CPU-Spannung ist entweder im Fixed- oder Offset-Modus konfigurierbar.

In der folgenden Bildergalerie lassen sich die einzelnen Einstellmöglichkeiten näher betrachten:

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In den meisten Fällen wird bei einem Kauf eines neuen Systems (zumindest in unserer Community) das Wort "Overclocking" großgeschrieben. So haben wir die BIOS-Einstellmöglichkeiten genauer unter die Lupe genommen, die mit dem Overclocking in Verbindung gebracht werden können. Darüber hinaus ist auch eine adäquate Spannungsversorgung sehr wichtig, möchte man das letzte Stückchen Leistung aus seinem Prozessor herauskitzeln. Intel setzt bei unserem Testobjekt auf eine acht Phasen-Stromversorgung. Wichtig ist zusätzlich die Qualität der Signallaufzeiten zwischen den anderen Komponenten, wie z.B. zum Chipsatz, damit ein stabiler Betrieb gewährleistet ist. Intel hat es zum Thema Overclocking nicht gerade leicht, wenn man einen Blick auf die Konkurrenz wirft. Auch wenn es bei Intel in puncto Übertakten stets bergauf geht, sind dennoch ASUS und auch Gigabyte immer noch eine Nasenlänge voraus.

Das DZ77GA-70K erlaubt eine Änderung der Base-Clock-Frequenz in 1 MHz-Schritten von 100 bis 120 MHz, was völlig ausreichend ist. Es ist bereits länger bekannt, dass die Sandy Bridge-Prozessoren nur eine Erhöhung der Base-Clock-Frequenz um bis ca. 107 MHz mitmachen. Bei einem Sockel 1155-Prozessor mit dem "K" Suffix macht eine Erhöhung der Base-Clock-Frequenz nur Sinn, wenn man wirklich die letzten Reserven aus dem Prozessor herausholen möchte. Die Prozessorspannung lässt sich entweder über einen Fix- oder Offset-Wert bewerkstelligen. Obwohl Intel den VDroop beabsichtigt, befindet sich die in diesem Fall genannte Funktion "Processor VR Droop Control mit im Funktionsumfang. Dabei sind die Modi "Low V-droop (Performance), Mid V-droop und High V-droop (Power Saving) frei einstellbar.

Im Großen und Ganzen bietet das Intel DZ77GA-70K gute Overclocking-Funktionen, die Anwendern mit normalen Übertakter-Ambitionen ausreichen werden:

Die Overclocking-Funktionen des Intel DZ77GA-70K in der Übersicht
Base Clock Rate 100 bis 120 MHz in 1 MHz-Schritten
CPU-Spannung 1,0000 V bis 1,9200 V in 0,0050-V-Schritten (Fixed-Modus)
0 mV bis 1000 mV in 20mV-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 1,200 V bis 2,000 V in 0,0100-V-Schritten
VTT/VCCIO-Spannung 1,0000 V bis 1,8000 V in 0,0625-V-Schritten
CPU PLL-Spannung 1,200 V bis 2,200 V in 0,0250-V-Schritten
PCH-Core-Spannung - nicht möglich -
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen

IGPU Voltage, DRAM Voltage, DRAM REF, System Agent Voltage

Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig
Command Rate einstellbar
Timings einstellbar, 12 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
QPI-Takt - technisch nicht möglich -
Weitere Besonderheiten

UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE, EIST, zusätzlich ein "EPU Power Saving Mode" (Absenkung CPU-Spannung)
Turbo-Modus (All Cores, By number of active cores), iGPU (Ein, Aus, Auto)
Turbo-Modus Parameter: Core Current Limit (CPU)
Flash-Tool ("Instant Flash"), erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und drei optionale Fans
Manuelle Verwaltung der 14 USB-Ports (An, Aus, No Detect)

An dieser Stelle möchten wir noch einmal die Overclocking-Funktionen in einer Bildergalerie zeigen:

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Intel hat hierbei ausreichende Funktionen zur Verfügung gestellt, die zur Übertaktung absolut notwendig sind. Neben der manuellen Eingabe der Werte, gibt es auch vorgegebene "OC-Profile", bei denen sich die Werte automatisch anheben lassen. Diese Art der Übertaktung richtet sich vor allem an User, die schnelle Übertaktungsergebnisse erzielen wollen. Dennoch bleibt für ein Maximal-Overclocking die manuelle Eingabe nicht aus.

Da bekannt ist, dass sich die Ivy Bridge-Prozessoren schlechter übertakten lassen als ihre Vorgänger-Modelle, kann man sich glücklich schätzen, wenn man 4,7 GHz erreicht. In unserem Overclockingtest war allerdings bei Multi 46 Schluss, was somit immerhin beachtliche 4,6 GHz bedeutet. Eine Übertaktung via Multiplikator ist beim Intel DZ77GA-70K ausschließlich über den Turbo-Modus realisierbar. Es lassen sich für alle vier physischen Kerne die Multiplikatoren unabhängig voneinander konfigurieren. In unserem Fall haben wir also bei allen vier Kernen einen Multiplikator von 46 angelegt, sodass wir unter Last auf allen vier Kernen auch die gewünschte Frequenz von rund 4,6 GHz erreichen konnten.

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Obwohl das Übertakten beim DZ77GA-70K nur mit eingeschaltetem Turbo-Modus funktioniert, scheint alles dennoch reibungslos zu funktionieren, wie man anhand des Screenshots sehen kann. Natürlich kommen die vorhandenen Overclocking-Features nicht an die von einigen ASUS- oder Gigabyte-Modellen heran. Für den Mainstream-User genügen die gebotenen Funktionen des DZ77GA-70K dennoch locker, um dem Prozessor Beine zu machen.


Unser Testsystem wurde für eine 100 prozentige Kompatibilität in zweifacher Ausführung erneuert. An diesem neuen Testsystem werden die Mainboards mit Intels Z77-Chipsatz getestet. Die beiden Systeme sind dabei völlig identisch:

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz.

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version.

Seit der Einführung der Nehalem-Prozessoren und der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 1600 MHz und 9-9-9-24 1t - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim Intel DZ77GA-70K ist allerdings alles so, wie es zu erwarten wäre: Die Turbo-Modi laufen korrekt und auch keine versteckte Übertaktung ist aktiv.

Wir testen allerdings nur noch vier Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2011, SuperPi 8M, Cinebench 11.5 und Sisoft Sandra 2011 Memory Benchmark:

 

3DMark 2011

3DMark_2011_1Leistung in Futuremark-Punkten

 

Cinebench 11.5 CPU

Cinebench 1Cinebench-Punkte

 

SiSoft Sandra Memory Benchmark

SiSoft_Sandra_1Bandbreite in GB/s

 

SuperPi 8M

SuperPi 1Zeit in Sekunden (weniger ist besser)

Wie zu erwarten war, zeigen sich bei unseren Testexemplaren geringe Unterschiede. Das ist aber auch nicht verwunderlich, wenn das Testsystem aus identischen Komponenten besteht. Minimale Unterschiede können sich jedoch aus verschiedenen, zusätzlichen Einstellungen ergeben.


Neben einer gut ausgeprägten Performance ist auch der Stromverbrauch des heimischen PCs kein unwichtiges Kriterium. Was man häufig unterschätzt, ist die Tatsache, dass selbst die verschiedenen Mainboard-Modelle der zahlreichen Hersteller unterschiedlich viel aus der Steckdose ziehen. Ein Grund dafür sind die verschieden eingesetzten BIOS-Versionen, die teilweise die von Intel referenzierten Stromsparmechanismen schlecht oder gar falsch umsetzen, oder dass Onboardkomponenten sich eigentlich deaktivieren sollten, wenn diese entweder durch dedizierte Hardware ersetzt wurden oder einfach nicht verwendet werden. Darüber hinaus kann aber manchmal auch die Stromversorgung verantwortlich gemacht werden, wenn unter Default Settings mehr Energie zur Verfügung gestellt wird, als eigentlich benötigt wird. Genau deswegen spielt die Effizienz eine wichtige Rolle. Wenn die Effizienz der Stromversorgung nun also schlecht ausfällt, wird mehr Strom verbraucht. Zu unterschätzen ist hierbei aber auch die Software nicht, sodass sie ebenfalls gut abgestimmt sein muss, damit eine zufriedenstellende Effizienz gegeben ist.

Intel hat sich beim DZ77GA-70K für das ATX-Format entschieden. Auf dem Board befinden sich zahlreiche Zusatzchips, die natürlich ebenfalls mit Strom versorgt werden wollen. Zum einen ist da der von PLX stammende PCIe-Switch PEX8606-BA50BC, der USB-3.0-Hub GL3520M von Genesys und der Texas-Instruments-Controller, der für die Firewire-Schnittstellen zuständig ist. Hinzu kommen auch noch die üblichen Stromverbraucher für den funktionierenden Betrieb des Mainboards. Intel ist aktuell zusammen mit MSI dafür bekannt, besonders stromsparende Mainboards auf den Markt zu bringen. Wie wir bisher feststellen konnten, sind standardmäßig alle Stromsparfunktionen bereits von Werk aus aktiviert, sodass man schon davon ausgehen kann, dass Intel uns auch mit diesem Board nicht enttäuschen wird.

Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 11.5 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-Test, Vollauslastung).

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Für den ersten Test sind die Default Settings aktiv, sodass der Großteil der Onboardkomponenten bereits aktiviert sind. Die Grafikausgabe erfolgt über die Radeon HD7850, wobei wir die iGPU im BIOS nicht deaktiviert haben. Wie bereits weiter oben geschrieben, sind alle Stromspar-Features eingeschaltet, was mit den Werten einer manuellen Konfiguration scheinbar gut umgesetzt wurde.

Leistungsaufnahme Idle

BildnameLeistung in Watt

Im Leerlauf liegt das Intel DZ77GA-70K mit einem Verbrauch von 48,7 Watt in einem guten Bereich. Das Gigabyte-Modell verbraucht mit 45,7 Watt ganze drei Watt weniger. Mit einem Wert von 55,8 Watt verbraucht das ECS Z77H2-AX wesentlich mehr.

Leistungsaufnahme Cinebench 11.5 CPU

BildnameLeistung in Watt

Beim Cinebench sieht die Verteilung sehr ähnlich aus. Mit Standardeinstellungen verbraucht das Intel DZ77GA-70K nur wenig mehr als das Gigabyte GA-Z77X-UD3H. Damit liegt das Board von Intel auf einem guten 2. Platz.

Leistungsaufnahme Prime95

BildnameLeistung in Watt

Prime95 genehmigt sich aufgrund einer systemweiten Gesamtauslastung gern etwas mehr Strom. Die Reihenfolge ändert sich aber nicht. Das Intel DZ77GA-70K ist auch hier im guten Mittelfeld.

Spannungen Prime95

BildnameSpannungen in Volt

Bei den CPU-Spannungen zeigt die Verteilung nun ein anderes Bild. Das Intel DZ77GA-70K nimmt genau wie das Gigabyte GA-Z77X-UD3H eine Spannung von 1,152 Volt in Anspruch, währenddessen sich das ECS Z77H2-AX mit 1,116 Volt begnügt.

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sämtliche USB-3.0- und SATA-Controller sind hier beispielsweise deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber alle energiesparenden Features werden zusätzlich manuell aktiviert. Die Radeon HD 7850 ist weiterhin die primäre Grafikkarte.


Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

Leistungsaufnahme Idle

Bildname Leistung in Watt

Nachdem alle Onboardkomponenten bis auf einen LAN-Anschluss und den Onboard-Sound deaktiviert wurden, zeigt sich, dass das Intel DZ77GA-70K immerhin runde zwei Watt weniger verbraucht.

Leistungsaufnahme Cinebench 11.5 CPU

BildnameLeistung in Watt

Hier sind es ebenfalls zwei Watt weniger, wie auch schon im Idle.

Leistungsaufnahme Prime95

BildnameLeistung in Watt

Bei Prime95 mit deaktivierten Onboardkomponenten verbraucht das Intel DZ77GA-70K drei Watt weniger und zeigt in diesem Fall eine bessere Effizienz.

Spannungen Prime95

BildnameSpannungen in Volt

Bei den CPU-Spannungen hat sich beim Intel DZ77GA-70K nichts verändert.

Es lässt sich gut ersehen, dass das Intel DZ77GA-70K mit dem Wort Effizienz in Verbindung gebracht werden kann. Es bietet eine ausgewogene Leistung, weiß dabei aber auch recht gut mit dem Stromverbrauch umzugehen. Einzig gegen das Gigabyte GA-Z77X-UD3H muss es sich in puncto Verbrauch geschlagen geben. Welche Kniffe Gigabyte hier einsetzt, klären wir im bald kommenden Test zu diesem Board.


Das Intel DZ77GA-70K stellt die USB-3.0-Schnittstellen nativ vom neuen Z77-Chipsatz zur Verfügung. Einzig der bereits erwähnte USB-3.0-Hub von Genesys stellt sich zwischen den Chipsatz und den Anschlüssen selbst. Insgesamt sind bis zu acht USB-3.0-Anschlüsse verwendbar, wenn man die beiden internen Anschlüsse berücksichtigt.

USB-3.0-Performance:

Die USB-3.0-Performance testen wir dieses Mal mit einer Silicon Power Velox V30 SSD mit 240 GB an Speicherkapazität, die über einen SandForce SF-2281-Controller verfügt, welches wir in ein externes 2,5 Zoll SSD/HDD-Gehäuse verbaut haben, welches neben eSATA auch die USB-3.0-Spezifikation beherrscht:

ATTO USB3 small
Die USB-3.0-Performance des DZ77GA-70K: nativ über den USB-3.0-Hub

Die nativ angebundenen USB-3.0-Schnittstellen verrichten ihre Arbeit sehr zufriedenstellend. Die Schreibwerte kratzen, wie auf dem Bild zu sehen, an der 200 MB/s-Marke, wohingegen die Lesewerte gerade so 180 MB/s erreichen. Das Limit liegt hier klar bei der USB-3.0-Schnittstelle. Die gegebene Performance liegt für USB-3.0-Verhältnisse aber dennoch im Rahmen.

SATA-6G-Performance:

Die Performance der SATA-6G-Schnittstellen testen wir ebenfalls mit der 240 GB Velox V30 SSD von Silicon Power. Die Transferraten belaufen sich laut Hersteller auf bis zu 550 MB/s lesend und bis zu 520 MB/s schreibend, was bedeutet, dass die SATA-6G-Spezifikation so ziemlich ausgereizt wird.

ATTO SATA6G Z77 klein
ATTO SATA6G MARVELL klein

Die SATA-6G-Leistung mit einer Silicon Power Velox V30 240 GB:
links: Intel-Controller SATA 6G, rechts: Marvell 9172 Controller SATA 6G (nativ)

Der Intel-Controller arbeitet absolut im Soll. Die SSD von Silicon Power hält ihr Versprechen mit den Transferraten. Beim Marvell-Controller zeigt sich dagegen ein völlig anderes Bild. So genügt die Anbindung über eine PCIe-2.0-Lane gerade mal aus, um eine Schreibtransferrate von 200 MB/s zu erreichen. Auch die Lesetransferrate bleibt hinter der Leistung des Intel-Controllers zurück.

Insgesamt ist die Leistung der SATA-6G-Schnittstellen akzeptabel. Die SATA-6G-Anschlüsse, die über den Z77-Chipsatz selbst angebunden sind, warten bekannterweise mit einer sehr guten Leistung auf, wohingegen die SATA-6G-Anschlüsse über den Marvell eher ernüchternde Ergebnisse liefern. Um mit einer SSD die bestmögliche Leistung zu erhalten, ist es somit also immer noch ratsam, den Intel-Controller zu verwenden.


Intel hat mit dem DZ77GA-70K ein ernst zu nehmendes High-End-Board auf den Markt gebracht, welches im High-End-Segment anzusiedeln ist. Man erhält ein Referenz-Mainboard mit einer guten Leistung, einer guten Effizienz und völlig ausreichenden Overclocking-Funktionen. Auch für ein Multi-GPU-Setup ist bei Bedarf mit zwei PCI-Express-Slots der dritten Generation gesorgt. Da es den Z77-Chipsatz beherbergt, wurden auch alle Features vom Vorgänger mit übernommen. Dazu zählt unter anderem auch Lucids Virtu. Mit von der Partie ist die Intel Smart Connect Technology. Nativ hinzugefügt wurde die USB-3.0-Spezifikation, was nun bisherige Zusatzchips überflüssig macht.

Das leidige Thema, die Lane-Knappheit, ist auch bei diesem Modell vorhanden. Um diese Knappheit zu vermeiden, wurde ein zusätzlicher PCIe-Switch von PLX (PEX8606-BA50BC) verlötet, der primär für die Onboardkomponenten und die weiteren PCIe-2.0-Erweiterungslots zuständig ist. Das erklärt auch den minimal höheren Stromverbrauch gegenüber dem Gigabyte-Board. Die USB-3.0-Anschlüsse sind zwar nativ an dem Platform Controller Hub angebunden, dazwischen arbeiten aber zwei weitere Hubs, jeweils der Genesys GL3520M, sodass insgesamt acht schnelle USB-3.0-Anschlüsse realisiert werden konnten. Ob man zusammen mit einem Sockel-1155-Prozessor nun eine CrossFire- oder SLI-Konfiguration zusammenstellen möchte, bleibt einem überlassen, aber es stehen zwei mechanische PCIe-3.0-x16-Slots hierfür zur Verfügung, die dann jeweils, bedingt durch die Lanebeschränkung in der CPU selbst, mit acht Lanes arbeiten.

 

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Die Ausstattung kann man beim Intel DZ77GA-70K als komplett bezeichnen. Es bietet neben insgesamt acht USB-3.0-Ports gleich acht SATA-Schnittstellen, wobei vier davon SATA-6G-Anschlüsse sind. Vier USB-3.0-Ports befinden sich direkt am I/O-Panel, die anderen vier Ports sind als Frontanschlüsse verfügbar. Neben zwei PCIe-3.0-Slots sind zwei PCIe-2.0-x1-Slots, ein PCIe-2.0-x4-Slot und zwei ältere PCI-Slots vorhanden. Für die Netzwerk-Connectivity hat Intel gleich zwei Netzwerk-Controller aus dem eigenen Haus verbaut, die jeweils eine maximale Datenübertragung von einem GBit/s liefern und über PCIe angebunden sind. Die interne GPU ist nur mit einem HDMI-Ausgang verwendbar. Wer sich allerdings solch ein High-End-Mainboard zulegt, wird in den meisten Fällen ohnehin auf eine dedizierte Grafikausgabe setzen, sodass die Entscheidung von Intel gut nachvollziehbar ist.

Wenn auch eher wenig gebraucht, bietet das DZ77GA-70K zwei FireWire-Schnittstellen, eine ist direkt am I/O-Panel, die andere über einen internen Header. Das gesamte Mainboard-Layout ist gelungen. Nichts ist im Weg, sondern man kommt während es Einbaus wunderbar an alle wichtigen Stellen heran, wie es eben sein sollte. Was uns besonders gefallen hat, sind die vier PWM-Lüfteranschlüsse, sodass man das DZ77GA-70K auch als Silent-Fan durchaus kaufen kann.

Das Intel DZ77GA-70K bietet ein modernes UEFI-BIOS, welches in einem Intel-typischen Blau gestaltet wurde. Während unseres Tests gab es keinerlei Probleme mit dem BIOS. Es ist sehr einfach und komfortabel zu bedienen. Für Overclocker sind ausreichende Funktionen integriert worden, die es einem schnell und leicht ermöglichen, den Prozessor oder den Arbeitsspeicher zu übertakten. Explizit für den Arbeitsspeicher wird natürlich auch XMP unterstützt. Merkwürdige, automatisch gesetzte Einstellungen sind uns nicht aufgefallen.

Mit einem Straßenpreis von ca. 230 Euro gehört es nicht zu den günstigen Vertretern mit dem Z77-Chipsatz. Bei der Ausstattung ist das allerdings auch kein Wunder.

Positive Eigenschaften des Intel DZ77GA-70K:

Negative Eigenschaften des Intel DZ77GA-70K:

Intel hat mit dem DZ77GA-70K durchaus ein konkurrenzfähiges Mainboard auf den Markt gebracht, welches eine gute Alternative gegenüber zahlreichen ASRock-, ASUS- und Gigabyte-Boards darstellt. Es erlaubt die Nutzung der internen Grafikeinheit und bietet viele Anschlussmöglichkeiten. Die vielen Overclocking-Funktionen, eine gute Effizienz und die sehr gute Stabilität machen das Intel DZ77GA-70K zu einem guten High-End-Allrounder.