DFI LANParty UT NF590 SLI-M2R - ein Überflieger?

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Noch immer gehören die Sockel-939-Mainboards mit NVIDIAs nForce4-Chipsatz aus dem Hause DFI zu den besten Mainboards dieser Klasse. Danach versuchte DFI mehr oder weniger erfolgreich, auch mit ATI-Chipsätzen sein Glück auf dem Sockel 939. Nun lies man sich viel Zeit für das erste AM2-Mainboard mit NVIDIA nForce 590 SLI Chipsatz, was die Hoffnung mehrt, dass DFI wieder ein ähnlicher großer Wurf gelungen sein könnte. Ob man mit dem DFI LANParty UT NF590 SLI-M2R wieder an die alten nForce4-Zeiten anknüpfen kann, zeigen die folgenden Seiten.

NVIDIA entschloss sich, trotz fehlender Notwendigkeit, dazu einen neuen Chipsatz für den Sockel AM2 zu konzipieren. Eigentlich wäre ein neuer nForce-Chipsatz gar nicht nötig, denn auch die NVIDIA nForce-4-Chipsätze sind theoretisch in der Lage, einen AMD AM2-Prozessor zu tragen. Natürlich möchte NVIDIA seinen Marktanteil an AMD-Chipsätzen weiter ausbauen und die Entwicklung weiter voran treiben und so war die Vorstellung des AMD AM2 ein guter Zeitpunkt, um eine neue Chipsatzgeneration einzuführen. Nahezu alle namhaften Hersteller haben bereits ihre AM2-Platinen mit den neuen NVIDIA Chipsätzen vorgestellt und nun sieht auch DFI die Zeit gekommen sein Modell zu präsentieren.

Mit dem DFI LANParty UT NF590 SLI-M2R setzt DFI seine LANParty-Serie fort und gibt somit auch gleich die angesprochene Zeilgruppe an: Gamer und Overclocker.

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Bereits auf der CeBit 2006 konnte eine erste Revision des DFI LANParty UT NF590 SLI-M2R betrachten werden, doch nun, mehr als sechs Monate später, erblickt es das Licht der Welt. DFI hält sich an die eigenen Vorgaben und präsentiert das Mainboard mit schwarzem PCB sowie gelben Anschlüssen und Steckplätzen. Doch viel wichtiger als das äußere Erscheinungsbild dürften die inneren Werte des DFI LANParty UT NF590 SLI-M2R sein, welche wir in folgender Tabelle zusammengestellt haben:

Durch die Tabelle wird deutlich klar, welche Ansprüche DFI an sein Mainboard stellt. Neben ausreichend Erweiteruntssteckplätzen nutzt man auch alle vorhandenen Möglichkeiten des nForce 590 SLI, wie zum Beispiel die beiden Gigabit-Ethernet-Controller oder die sechs Serial-ATA-II-Ports des integrierten Controllers. Nochmals zwei Serial-ATA-II-Ports werden über einen Zusatzchip zur Verfügung gestellt, der über PCI-Express an des System angebunden ist. Zusätzlich zur Ausstattung des Mainboards selbst werfen wir nun einen Blick in die Beigaben des DFI LANParty UT NF590 SLI-M2R.

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Folgende Beigaben sind in der Verpackung enthalten:

Leider kann der Lieferumfang nicht ganz mit dem ersten Eindruck des Mainboards selbst mithalten. So könnte der potenzielle Käufer neben einer USB-Erweiterungsblende auch eine FireWire-Erweiterung vermissen, denn gerade diese sind schwer zu beschaffen, wenn sie fehlen sollten.

Auf der folgenden Seite wollen wir uns den NVIDIA nForce 590 genauer anschauen. 


Fünf Bereiche waren für NVIDIA bei der Entwicklung der nForce-500-Serie wichtig, wobei nicht alle Bereiche auch in allen nForce-500-Chipsätzen zu finden sind. Der erste der fünf Bereiche ist "Fast Gaming", also die schnellstmögliche 3D-Performance. Hinzu kommen  "Extreme Overclocking" und "Faster Clocks", was die erhöhten Taktraten betrifft, wie sie NVIDIA selbst bereitstellen möchte. Mit Hilfe von "Priority Connection" sollen auch die Netzwerkoptionen der NVIDIA nForce-500-Serie optimiert werden. Zuguterletzt soll durch "Massive Storage" auch die Unterstützung von Datenträgern verbessert und erweitert werden.

Auf die Unterschiede der einzelnen Chipsätze der nForce 500 Serie sind wir in einem gesonderten Artikel eingegangen.

Der NVIDIA nForce 590 SLI Chipsatz im Blockdiagramm:

Weitere Details zu den einzelnen Chipsatzfeatures sind ebenfalls im oben genannten Artikel zu finden.

Einzahlreichen Artikeln in der Hardwareluxx [printed] konnten Mainboards mit NVIDIA nForce 590 SLI Chipsatz bereits unter Beweis stellen wie sich diese Features auf die Gesamtperformance des Systems auswirken, doch nun beginnen wir mit der Detailbetrachtung des DFI LANParty UT NF590 SLI-M2R.


Wie nicht anders auf einem AM2-Mainboard zu erwarten, findet sich auf dem Mainboard der Sockel AM2 mit 940 Pins, der zu allen entsprechenden, leistungsfähigen AMD-Prozessoren kompatibel ist. Auf den ersten Blick sollte der Platz rund um dem Sockel ausreichen, um auf größere Kühllösungen aufnehmen zu können. Eng könnte es nur durch die recht nahe Positionierung der vier DIMM-Steckplätze werden. Diese hat DFI, anders als viele andere Hersteller, oberhalb des Sockels untergebracht. Bereits mit diesem Bild macht DFI seine Overclocking-Ansprüche deutlich, denn einige der stromversorgenden Komponenten rund um den Sockel sind mit passiven Kühlern ausgestattet worden.

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Insgesamt können in den hier zu sehenden vier DIMMs bis zu 4 GB Arbeitsspeicher untergebracht werden, also jeweils ein Modul mit bis zu 1024 MB. Andere Hersteller geben auch einen maximalen Speicherausbau bis zu 8 GB an, allerdings sind DDR2-Module mit einer Kapazität von 2048 MB pro Modul nur schwer erhältlich und wenn dann sehr teuer. Wie den Spezifikationen zu entnehmen ist, können Module der Baureihe DDR2-533, DDR2-667 und DDR2-800 eingesetzt werden. Natürlich ist auch hier, wie bei allen Sockel-AM2-Mainboards, der Dual-Channel-Betrieb möglich. DFI macht, wie viele andere Hersteller auch, die Dual-Channel Unterstützung durch die farbliche Unterscheidung der Steckplätze deutlich.

Ein Problem mit dem viele Mainboards zu kämpfen haben, ist die Tatsache, dass bei eingebauter Grafikkarte der Ein- oder Ausbau bzw. Wechsel der Speichermodule nur schwer oder gar völlig unmöglich ist, da DIMM-Steckplätze und der erste PCI-Express-x16-Steckplatz zu dicht aufeinandersitzen. Dieses Problem besitzt das DFI LANParty UT NF590 SLI-M2R nicht, denn hier ist ausreichend Platz zwischen der rechten Arretierung und dem ersten PCI-Express x16 Steckplatz gegeben.

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Im Folgenden sind die auf unserem Mainboard verbauten PCI- und PCI-Express-Steckplätze zu erkennen. Direkt neben dem Sockel und den DIMM-Steckplätzen befindet sich der primäre PCI-Express-x16-Steckplatz, gefolgt vom PCI-Express-x1-Slot. Hierauf folgt der PCI-Express-x8-Steckplatz, der auch beim Einsatz einer Doppelslot-Kühlung auf der Grafikkarte im primären PCI-Express-x16-Steckplatz frei bleibt. Zuletzt reihen sich noch der sekundäre PCI-Express-x16-Slot und die drei PCI-Slots ein. Im SLI-Betrieb mit zwei Grafikkarten und Doppelslot-Kühlung bleiben also noch der PCI-Express-x8-Steckplatz sowie zwei PCI-Slots frei.

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In der rechten unteren Ecke befinden sich einige wichtige Laufwerksanschlüsse. Zu sehen sind sechs Serial-ATA-II-Anschlüsse unterhalb der aktiven Chipsatzkühlung. Diese Anschlüsse sind um 90° gekippt, genau wie der Floppy-Port gleich rechts daneben. Der NVIDIA C51XE-Chip wird bei DFI passiv gekühlt. Der NVIDIA MCP55PXE-Chip wird aktiv gekühlt. Der Kühlkörper besteht dabei aus Kupfer und der kleine Lüfter wird durch eine Lüftersteuerung nur dann aktiv, wenn der Chip zuviel Abwärme produziert. Im Alltagsbetrieb dürfte die Lärmentwicklung des Lüfters unterhalb derer eines Standard-Prozessor- oder Grafikkartenkühlers liegen.

DFI bedient sich einer verschiedenfarbiger Unterscheidung des Anschlusspanels für die Gehäuseanschlüsse. So findet auch der nicht so ambitionierte Anwender sofort die richtigen Pins.

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Auf der nächsten Seite wollen wir die Details des DFI LANParty UT NF590 SLI-M2R betrachten.  


Für viele Käufer wichtig ist die Anzahl der Anschlüsse an der ATX I/O-Blende. DFI setzt hier auf zwei PS/2, S/PDIF Ein- und Ausgang, einmal FireWire, zweimal RJ45 und sechsmal USB 2.0. Weitere Audio-Anschlüsse werden über das Karajan Audio-Modul zur Verfügung gestellt, auf welches wir nochmal getrennt eingehen wollen. Dieses wird links der USB2.0-Anschlüsse auf das Mainboard gesteckt.

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Wie bereits erwähnt positioniert DFI die sechs Serial-ATA-II- und den Floppy-Anschluss um 90° angewinkelt am unteren Ende des Mainboards. In großen Gehäusen wirkt sich diese Positionierung sicher positiv aus, in kleinen ATX-Gehäuses dürfte die Kabelführung der Serial-ATA-Datenkabel allerdings nicht wirklich erleichtert werden.

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Die zusätzlichen beiden Serial-ATA-II-Anschlüsse unterhalb des Sockels werden durch einen Silicon Image Sil3132-Chip bereitgestellt. Dieser Chip ist via PCI-Express angebunden und kann daher die volle Bandbreite bereitstellen. Der Sil3132 unterstützt Native Command Queuing sowie RAID 0 und 1.

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Der VIA VT6307 ist ein Standard-FireWire-Controller, der Bandbreiten von 100, 200 und 400 MBit/s unterstützt. So können Peripheriegeräte in Betrieb genommen werden, wie beispielsweise Digital- oder Videokameras sowie MP3 und MiniDisc-Player auf Basis des IEEE1394-Standards. Außerdem kann mit einem speziellen Kabel ein FireWire-Netzwerk generiert werden, welches dem Computer die Möglichkeit gibt mit anderen Clients zu kommunizieren, mit einer maximalen Bandbreite von 400 MBit/s. Dies ist viermal so schnell wie eine 100 MBit/s Ethernet-Verbindung, macht aber bei diesem Mainboard nur Sinn, wenn der Netzwerk-Partner in diesem Falle nicht über eine Gigabit-Ethernet-Schnittstelle verfügt. Der VIA VT6307 ist über PCI angebunden, belastet also den PCI-Bus und kann daher in der Praxis die theoretisch möglichen 400 MBit/s nicht erreichen.

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Der hier im Bild erkennbaren beiden Vitesse SimplePHY VSC8601 PHY-Chips stellen die Verbindung zu den beiden Gigabit-Ethernet-Controller des NVIDIA nForce-590-Chipsatzes her. Vitesse hat mit dem Vitesse SimplePHY VSC8641 allerdings auch einen PHY-Chip im Programm, der zwei Controller verarbeiten kann. Dieser kommt unter anderem auf den ASUS Platinen mit NVIDIA nForce-590-Chipsatz zum Einsatz. Wirtschaftliche Gründe dürften hier eine Rolle gespielt haben, warum DFI auf zwei identische Chips setzt.

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Einen detailierten Blick auf die Besonderheiten des DFI LANParty UT NF590 SLI-M2R bietet folgende Seite.  


Immer wieder von uns und Bastlern dankbar angenommen werden die Power- und Reset-Knöpfe direkt auf dem Mainboard. Sie erlauben auch ohne den Einbau des Mainboards in ein Gehäuse oder die Hantierung mit einem Schraubenzieher an den entsprechenden Kontakten die Bedienung des Mainboards. Direkt oberhalb dieser Knöpfe hat DFI eine Debug-Anzeige verbaut. Während des Boot-Vorgangs und des laufenden Betriebs gibt das Mainboard hier verschiedenen Post-Codes aus, welche abgelesen werden können. So lässt sich der Betriebszustant des Mainboards immer ablesen und eventuelle Fehlerquellen können schnell erkannt werden.

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Wir bereits auf den vorangegangenen Seiten erwähnt, kühlt DFI seine Mainboardkomponenten sowohl passiv als auch aktiv. Zahlreiche kleineren Chips und stromversorgenden Komponenten sind mit kleinen Aluminiumkühlern versehen worden. Die beiden Chips des Chipsatzes werden jeweils von einem Kupferkühler bedeckt, wobei einer von beiden auch passiv gekühlt wird.

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Im folgenden Bild ist der 5-phasige digitale PWM zu sehen, der zu den herausragenden Merkmalen des DFI LANParty UT NF590 SLI-M2R gehören soll. Vor allem aber während der Overclocking-Versuche stach diese Komponenten bzw. der große Kühlkörper durch eine hohe Hitzeentwicklung hervor.

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Bereits von den DFI Mainboads mit nForce 4 Chipsatz bekannt ist das Karajan Audio Modul, welches zwischen die ATX I/O-Anschlüsse gesteckt werden kann. Auf dem Modul selbst befindet sich der Realtek ALC885 Chip. DFI verspricht sich von der Kontruktion dieses Moduls eine elektronische Entkopplung der Audio-Bauteile.

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Nun wollen wir einen Blick in das BIOS des DFI LANParty UT NF590 SLI-M2R werfen.  


Das BIOS:

Wie immer widmen wir uns zuerst visuell dem BIOS, das heißt wir schießen einige Screenshots, um den Aufbau und die einzelnen Funktionen des Menüs zu veranschaulichen:





DFI packt auf sein DFI LANParty UT NF590 SLI-M2R ein sehr ausführliches BIOS. Alle Onboard-Komponenten lassen sich ansteuern und das komplette System lässt sich überwachen. Die Overclocking-Funktionen suchen ihresgleichen. Eine Speicherspannung von 3 Volt dürften allerdings nur die wenigsten Module über einen längeren Zeitraum aushalten und auch die maximale Prozessorspannung von 1,94 Volt dürfte nur durch eine aufwendige Kühlung zu beherrschen sein.

Wir testeten eine Biosversion N5CD829, die auf den 29. August 2006 datiert und uns bereits sehr gut gefiel und vermutlich noch durch DFI optimiert wird.

Einen derartigen Funktionsumfang im Bereich des Arbeitsspeichers sieht man sehr selten. Die Speicherhersteller geben meist nur Werte für 4 bis 5 Timings an, also sollte man bei darüber hinaus gehenden Funktionen sehr gut aufpassen welche Einstellungen man vornimmt. Auch die übrigen umfangreichen Optionen, z.B. im bereits erwähnten Teil der PCI-Express-Grafikslots, sind in dieser Art und Weise bisher ungesehen.

Cool 'n' Quiet:

Beim ATI RD580 und den neuen AM2 Prozessoren ist Cool'n'Quiet natürlich auch vorhanden, im BIOS des Mainboards befindet sich auch eine entsprechende Option. Allerdings werden für das Cool'n'Quiet-Feature nicht nur der Support des Mainboards benötigt, sondern auch einige Tools und Treiber. Den notwendigen Athlon 64-Prozessor-Treiber findet man direkt auf der AMD-Webseite für alle gängigen Betriebssysteme. Ebenfalls auf dieser Seite findet man die notwendige Software, die das Cool&Quiet-Feature kontrollierbar macht.

Ist der Treiber installiert, kann man die Energieeigenschaften einstellen:

Sobald man das Energiespar-Schema auf "Minimalen Energieverbrauch" gestellt hat, schaltet die CPU bei geringer Last von 2.600 MHz des AMD Athlon 64 X2 5000+ auf 1.000 MHz zurück, wie auf dem folgenden Screenshot unschwer zu erkennen ist. Ein entsprechender Menüpunkt ist auch im BIOS vorhanden, so dass wir hier auch nichts anderes erwartet haben.

Nach der erfolgreichen Aktivierung von Cool'n'Quiet läuft der Prozessor dann mit 1002,6 MHz.  


Das DFI LANParty UT NF590 SLI-M2R richtet sich an Overclocker und Gamer, die alles an Leistung aus ihrem System holen wollen. Dies wird bereits anhand der sehr umfangreichen Optionen im BIOS deutlich und nun darf man gespannt auf das Ergebnis des Overclocking-Tests sein. Das DFI LANParty UT NF590 SLI-M2R gehört zu den Vertretern welche den Prozessor bereits im Standard-Betrieb leicht übertakten. Dies speigelt sich in einem ausgelesenen Prozessortakt von 2.609,1 MHz wieder.

Da die nötigen Voraussetzungen gegeben sind, nun zum eigentlichen Übertakten der CPU. Schritt für Schritt heben wir den Referenztakt an, steigern die Spannung des Prozessorkerns, Chipsatzes sowie des RAMs und erreichen nach einiger Zeit folgendes Ergebnis:

Das DFI LANParty UT NF590 SLI-M2R kann nicht ganz mit den Ergebnissen mithalten, die wir von anderen AM2-Mainboards kennen. Vor allem AM2-Mainboards mit ATI-Chipsatz scheinen derzeit die Nase vorne zu haben. Bleibt zu hoffen das DFI mit einer anderen BIOS Version nachbessern kann.

Als nächstes ist der Onboard-Sound an der Reihe.  


Wie immer wollen wir auf der folgenden Seite näher auf den Onboard-Sound eingehen.

Wieder einmal dürfen wir in einem AMD-Mainboard-Test einen Blick auf den neuen Soundchip aus dem Hause Realtek namens ALC882D werfen - ein Chip mit Intels HD-Audio-Standard. Es handelt sich dabei um einen 71. +2 Channel-Audio-Chip der eine Audio-Qualität von 192kHz / 24 Bit erreicht und eine Signal-to-Noise Ratio (SNR) von -100dB besitzt. Wirklich interessant ist die Möglichkeit beispielsweise einen Kopfhörer an irgend einen beliebigen Anschluss anzuschließen und diesen dann über Software zum Kopfhörerausgang zu deklarieren. Damit entfällt das lästige Suchen hinter dem Schreibtisch nach der richtigen, teilweise noch nicht einmal farblich identisch kodierten Buchse - einfach einstecken, der richtige Port ist es auf jeden Fall, nur die Software muss noch entsprechend nachjustiert werden.

Für die Beurteilung des Onboard-Sounds verwenden wir das Tool Rightmark Audio-Analyzer. Für die Testmessungen benötigt man unter Right Mark ein sogenanntes "Loop Through-Kabel", also ein Audiokabel, welches an beiden Ende eine 3.5" Klinke besitzt. Dieses Kabel ist natürlich im HiFi-Fachmarkt genauso erhältlich wie bei MediaMarkt oder Saturn. Mit in die Wertung ein geht leider indirekt die Qualität des Line-In-Eingangs, der teilweise von den Herstellern vernachlässigt wird und dadurch das Gesamtergebnis nach unten zieht.

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Dem entsprechend sah das Testergebnis des Right Mark Analyzers wie folgt aus:

Das verwendete Testtool gibt des Weiteren ein detailliertes Ergebnis aus, welches wir in einer separaten HTML Datei auf unserem Server zur Schau stellen. Beim DFI liegen wir durchaus in guten Bereichen, sogar ein paar exzellente Werte sind dabei. Im Vergleich zum klassischen AC97-Sound ist der HD-Audio-Standard eine deutliche Verbesserung. Eine qualitativ hochwertige Soundkarte kann der ALC882 auf dem Board jedoch nicht ersetzen, aber bis auf den IMD-Wert sind die Resultate sehr gut.

Kommen wir nun zum Testsystem, auf dem wir das DFI LANParty UT NF590 SLI-M2R auf Herz und Nieren prüften.

    
Die Einführung des AMD Sockel AM2 sorgt natürlich auch für eine Umstellung innerhalb des Testsystems. Auf den Mainboards zum Einsatz kommt ein AMD Athlon 64 X2 5000+ Prozessor mitsamt eines DDR2-1066 Dual-Channel Kits aus dem Hause Corsair. Die beiden XM2X512-8500 Module erreichen eine maximale Taktrate von 1.066 MHz mit Timings von 5-5-5-15. Die Test führten wir allerdings bei 400 MHz bzw. DDR2-800 mit Timings von 4-4-4-12 durch. Als Grafikkarte kam eine ATI Radeon X1900 XT zum Einsatz.

Im Folgenden nun die von uns verwendeten Komponenten stichpunktartig im Überblick :

Hardware:

Prozessor:
AMD Athlon 64 X2 5000+
Takt : 2.60 GHz mit 200 MHz Referenztakt

Speicher:
2x 1024 MB Corsair XM2X512-8500 DDR2-1066
Dual-Channel Modus
Timings : 4-4-4-12

Sonstige Hardware:
ATI Radeon X1900 XT
Western Digital WD400BB-00CAA0 40GB
Toshiba DVD-ROM

Betriebssystem:
Microsoft Windows XP SP2

Treiber:
ATI Catalyst 6.8

Benchmarks:

    
Beginnen wir mit den 2D-Benchmarks:

    
Für viele Anwender weit wichtiger ist die 3D-Performance:

    

Was die Ausstattung des Mainboards selbst und das Layout des Mainboard anbelangt, kann DFI an die guten, "alten" NVIDIA nForce4-Zeiten anknüpfen. Auch die Grundperformance stimmt, nur die Erwartungen im Bereich des Overclockings können nicht ganz erfüllt werden.

Das DFI LANParty UT NF590 SLI-M2R bietet sehr gute Ansätze. Das Boardlayout ist kaum noch zu verbessern. DFI hat hat geschafft, möglichst viele PCI-Express und PCI-Steckplätze frei zu halten. Weitere Layout-Features, wie die Power- und Reset-Knöpfe sowie die Post-Code-Anzeige, tun ihr übriges zum guten ersten Eindruck des Mainboards.

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Doch bereits bei der Betrachtung des Lieferumfangs wird ein Unterschied zu den älteren DFI-Platinen mit NVIDIA-Chipsatz deutlich. Enthielten die Verpackungen der DFI LANParty-NF4-Serie noch zahlreiche Rund- und Serial-ATA Kabel, beschränkt sich DFI beim LANParty UT NF590 SLI-M2R nun auf das Nötigste. Beigaben wie ein Ethernet-Kabel oder eine 5-1/4-Zoll-Box für Frontanschlüsse gehörten früher wie selbstverständlich zum Lieferumfang, fehlen nun aber gänzlich.

Einen weiteren Schreck dürfte die aktive Kühlung vielen potenziellen Käufern verpassen. Doch hier kann Entwarnung gegeben werden, denn der Kühler wird über die sehr gute Lüftersteuerung des BIOS gesteuert und dreht sich im normalen Betrieb nicht immer. Erst bei größerer Last beginnt er in geringen Drehzahlen zu wirken und hinterlässt dabei keinerlei hörbare Geräuschkulisse.

DFI hat es also mit reichlicher Verspätung geschafft ein grundsolides Mainboard mit der maximal verfügbaren Anzahl an Features auf den Markt zu bringen. Leider enttäuschen die Overclocking-Ergebnisse ein wenig, trotz zahlreicher Terminverschiebungen. Mit einem Preis von 190 Euro liegt man gut 20-30 Euro über dem eines vergleichbaren Konkurrenzmodells.

Positive Eigenschaften des DFI LANParty UT NF590 SLI-M2R:

Negative Eigenschaften des DFI LANParty UT NF590 SLI-M2R:

Weitere Links:

Weitere Mainboard-Reviews findet man in unserer Testdatenbank unter Mainboards AMD Athlon 64 oder in den Overclocking, Modding und Tweaking Guides. Interessante Informationen oder Probleme mit der getesteten Hardware? Support nötig und Probleme mit der Hardware? Ab in unser Forum!