Test: ASUS Rampage IV Gene

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ASUS Rampage IV Gene Logo"Quadratisch, praktisch - gut!" war eigentlich ein Slogan einer bekannten Schokoladenmarke, aber für die Gene-Serie von ASUS war der Spruch bislang auch passend. Seit dem ersten Micro-ATX-Gamer-Mainboard haben sich die kompakten High-End-Platinen einen Fan-Kreis geschaffen. So legt ASUS nun mit dem Rampage IV Gene auch ein Mainboard mit Intels X79-Chipsatz auf. Die Platine soll an den Erfolg der bisherigen Mainboards anknöpfen. Wir testen das Mainboard und vergleichen es mit den bereits getesteten Platinen in Hardwareluxx [printed] 02/2012.

Während bei normalen ATX- oder E-ATX-Platinen eigentlich jeder Onboard-Chip ohne Probleme aufgelötet werden kann, muss sich ASUS beim Rampage IV Gene aufgrund der Bauform auf die wichtigsten Sachen konzentrieren. Die sehr gute Ausstattung der Gene-Boards ist dabei für die Größe beachtlich, aber natürlich hat das auch Auswirkungen auf den Preis: Mit 260 Euro ist das Rampage IV Gene (Preisvergleich) eines der teuersten Micro-ATX-Boards überhaupt, denn normalerweise verwendet man diese Größe eher für Büro- oder Kompakt-PCs.

ASUS dachte bei der Konstruktion der Platine aber wieder an die Spieler: So unterstützt das Board SLI und CrossFireX, aber man hat auch einen guten Sound verbaut, kräftige Spannungswandler zum Übertakten aufgelötet und diverse Tweaking- und Tuning-Fähigkeiten integriert, die das Board perfekt für den Einsatz in einem Gaming-PC machen sollen. Ein Blick auf die Feature-Liste lässt vermuten, dass man mit dem Board in eigentlich jedem Bereich - selbst beim Übertakten - sehr gut auskommen kann.

Die Features des Mainboards haben wir wie immer in einer Tabelle aufgelistet:

Die Daten des ASUS Rampage IV Gene in der Übersicht
Hersteller und
Bezeichnung
ASUS
Rampage IV Gene
Straßenpreis ca. 260€
Homepage www.asus.de
Northbridge-/CPU-Features
Chipsatz Intel X79 Express Chipsatz
Speicherbänke und Typ 4x DDR3 (Dual-Channel)
Speicherausbau max. 32 GB (mit 8-GB-Dimms)
SLI / CrossFire CrossFireX, SLI (2-Way, 3-Way CrossFire X)
Onboard-Features
PCI-Express 3x PCIe 2.0 x16 (x16/x16/x8)
1x PCIe 2.0 x4 (x4, über X79)
PCI -
Serial-ATA-, SAS- und 
ATA-Controller
2x SATA 6G und 3x SATA 3G mit RAID 0, 1, 5, 10 über Intel Z68, 1x eSATA 3G
2x SATA 6G über ASMedia ASM 1061 Controller (PCIe) 
USB 8x USB 2.0 (+4 über Header)
4x USB 3.0 über ASMedia ASM 1042 (2x am I/O-Panel, 2x über Header)
Grafikschnittstellen -
WLAN / Bluetooth -
Firewire -
LAN 1x Intel 82579V Gigabit LAN
Audio SupremeFX III (Realtek ALC 892) High Definition Audio (Content Protection Support)
analoge, digitale und optische Ports
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Typische ASUS-Verpackung aus der Rampage 4-Serie:
Knallrot und vollgepackt mit Feature-Erklärungen auf der
Innen- und Außenseite der Verpackung

Nimmt man die schicke Platine aus der Verpackung, findet man auch noch weitere Beilagen im Lieferumfang. Diese haben wir im Folgenden aufgelistet:

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Im Vergleich zu anderen Rampage-Mainboards
hält sich der Lieferumfang des Rampage IV Gene
eher in normalen Grenzen.

Enthalten sind folgende Beigaben:

Somit ist alles enthalten, was man benötigt - Besonderheiten wie externe Displays, Zusatzlüfter oder USB-3.0-Fronteinschübe findet man leider nicht im Lieferumfang, genauso wenig wie USB-3.0-Header. Für die internen USB-3.0-Ports sollte man also ein entsprechendes Gehäuse aufweisen können, um sie nutzbar zu machen.


Intels X79-Chipsatz ist momentan der Partner zu Intels High-End-CPUs: Wer einen neuen Core i7-39xx oder -38xx einsetzen will, kann dies nur mit dem X79-Chipsatz tun. Allerdings fällt bei einem Blick auf die Feature-Tabelle auf, dass der neue Chipsatz den bisherigen Sandy-Bridge-Modellen nicht wirklich überlegen ist. Teilweise fehlen ihm sogar Besonderheiten des Z68: So ist beispielsweise das SSD Caching (Intel Smart Response Technology) nicht mit enthalten und - mangels GPU-Kern in der CPU - natürlich auch nicht Lucids Virtu zum Umschalten der GPU-Logik von einer dedizierten Grafikkarte zum internen GPU-Kern.

Die meisten Standardfeatures besitzt diese Plattform aber auch: SATA 6G wird mit zwei Ports unterstützt, der Rest ist weiterhin SATA 3G. Der X79 selber bietet acht PCIe-2.0-Lanes, die für Peripheriegeräte verwendet werden können. Hinzu kommen 32 PCIe-3.0-Lanes der CPU selber, die beispielsweise auf vier x8-Lanes aufgeteilt werden könnten. USB kann Intels neuer Chipsatz weiterhin nur in der 2.0-Version - für USB-3.0-Ports müssen immer noch Zusatzchips auf das Mainboard gelötet werden.

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Intels X79-Chipsatz kann kein SSD-Caching und auch keine
USB-3.0-Ports bereitstellen. Entsprechend bieten viele Hersteller
hier zusätzliche Extra-Chips - so auch ASUS beim Rampage 4 Gene.

ASUS setzt auf dem Rampage 4 Gene nur auf vier Dimm-Sockel, was aber aufgrund der Abmessungen des Micro-ATX-Mainboards nicht wirklich verwunderlich ist. Mit aktuellen 8-GB-Speicherkits könnte man so trotzdem einen mehr als ausreichenden Speicherausbau auf 32 GB schaffen. ASUS gibt an, dass der Speicherkanal mit 2400 MHz laufen kann - vorausgesetzt, man besitzt eine CPU, die einen derartigen Takt stabil erreicht und mitmacht. Entsprechende DDR3-Module benötigt man natürlich ebenso, in unserer aktuellen Hardwareluxx [printed] 02/2012 sollte dies beispielsweise das GeIL Corsa Evo Kit mit 4x 4GB-Modulen und 2400 MHz schaffen. Entsprechende Speichermodule sind natürlich ähnlich teuer wie die X79-Plattform und Intels Sockel-2011-CPU.

 

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Vier Dimm-Slots findet man neben dem Sockel 2011,
der mit der üblichen Schutzkappe versehen wurde.

Den Öffnungsmechanismus des Sockel 2011 hat Intel mit Einführung der neuen Prozessoren geändert. Aufgrund der Größe der CPU hat man nun zwei Klammern zur Arretierung des Sockels angebracht. Zunächst muss der im Bild rechte, obere Bügel aufgestellt werden, anschließend kann der linke, untere Bügel angehoben werden. Die CPU wird dann anhand von Kerben richtig herum in den Sockel gelegt, dann wird in umgekehrter Reihenfolge der Sockel geschlossen. 

Im oberen Bild sieht man auch die Heatpipes des Boards und die Stromversorgung. Diese muss trotz der leistungsfähigen CPU relativ kompakt ausfallen, weil neben beiden Sockelbereichen Dimm-Slots liegen. ASUS hat eine achtphasige digitale Spannungsversorgung auf das Board gebracht, welche zusätzlich drei Phasen für die VCCSA-Power (ehemaliger "Uncore-Bereich") besitzt. Zusätzlich gibt es eine 2+2-Phasenversorgung für die Speicherkanäle, also jeweils zwei Phasen für den linken, zwei Phasen für den rechten Bereich.

Die Kühllösung ist opulent ausgefallen, ist aber trotz der Heatpipes nicht durchgängig. So kühlt ASUS einmal die MOSFETs im oberen CPU-Bereich und hinter der I/O-Blende, in einem zweiten Strang werden der Chipsatz und der Bereich unter dem CPU-Sockel gekühlt.

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Dreimal PCIe x16: Die roten PCIe-Slots des Boards sind
direkt mit der CPU verbunden und laufen im PCIe-3.0-Betrieb
mit x16/x16 (x8)/x8-Konfiguration. Der schwarze PCIe x4
läuft mit 4 Lanes im PCIe-2.0-Betrieb.

Für ein Gaming-Mainboard sind natürlich die Grafik-Fähigkeiten am bedeutensten. Das ASUS Rampage IV Gene kann man mit maximal drei Grafikkarten bestücken, sofern die Kühler der Grafikkarte dies zulassen. In den meisten Fällen werden es demnach nur zwei Grafikkarten sein, die man in den ersten und zweiten PCIe-x16-Slot einsetzen kann. Der dritte Slot läuft generell nur mit x8 Lanes, der Einsatz einer GPU könnte hier vom Gehäuse begrenzt werden, wenn unter dem Mainboard kein Platz für einen fünften Erweiterungsslot ist. Insofern lassen sich 3-Way-CrossFire-X-Setups zwar realisieren, aber man sollte möglichst auf Single-Slot-Grafikkarten setzen. In Punkto SLI sieht man schon am Lieferumfang, dass ASUS hier hauptsächlich eine 2-Way-Konfiguration vorsieht.

Bei allen derartigen Multi-GPU-Konfigurationen sollte man - neben Nachteilen wie Microrucklern, dem Stromverbrauch und Hitzestau - aber auch berücksichtigen, dass sämtliche Erweiterungsslots bei Grafikkarten mit Doppelslot-Kühler mitbelegt werden. Zusätzliche PCIe-Karten lassen sich dann nicht mehr einsetzen. Wer also noch eine TV-Karte, einen RAID-Controller oder andere PCIe-Karten einsetzen will, muss dies über USB2.0/3.0 versuchen.

Ebenso im Bild zu sehen: Die ASUS-typischen Start-, Reset- und Go-Button-Switche sind unter dem letzten PCI-Express-Slot angebracht. Das ist nicht unbedingt eine glückliche Position, wenn diese im eingebauten Gehäuse benötigt werden und eine Karte im untersten PCIe-Slot eingesetzt wurde. Deutlich besser wäre eine Positionierung im Bereich des ATX-Steckers. Wenn das Board ausgebaut ist und auf einem Teststand liegt, sind diese Buttons aber gut zu erreichen - und letztendlich benötigt man sie bei einem erst einmal zusammengebauten PC auch nicht mehr.

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Ein von ASUS hervorgehobenes Highlight:
Der SupremeFX III Soundchip. Er ist allerdings
im Endeffekt auch nur ein Realtek-Chip.

Als Besonderheit hebt ASUS den SupremeFX-III-Soundchip auf der Verpackung hervor. In der Tat hat sich ASUS beim Boarddesign mit dem Onboard-Sound Mühe gegeben: Durch 1500 uF-Kondensatoren und goldbeschichtete Kontakte versucht man die Qualität der analogen Ports zu erhöhen. Auch der aufgebrachte Schild auf dem Soundchip (sogenannte "SupremeFX Shielding Technology") soll helfen, die Qualität des Sounds zu verbessern. Von den Features her kann sich der Realtek ALC892 auch sehen lassen, denn mit einem Rauschabstand von 110dB und Blu-ray Content Protection ist er für 99 Prozent der User sicherlich vollkommen ausreichend. Die X-Fi-Features EAX Advanced HD 5.0 und ähnliches übernimmt aber der Treiber und nicht ein DSP. Insofern gibt es zwischen einer X-Fi-Karte und dem Onboard-Chip noch deutliche Unterschiede. In unseren Tests konnte ASUS aber zumindest qualitativ ein gutes Resultat einfahren.


Werfen wir zunächst einen Blick auf die I/O-Blende des Mainboards, um die Anschlussmöglichkeiten aufzuzeigen:

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Von links nach rechts: Geteilter PS/2, 2x USB 2.0, CMOS-Reset, optischer
Audio-Anschluss, ROG-Connect-Button, 4x USB 2.0 (unterster auch ROG Connect-
Anschluss), Gigabit-LAN und 2x USB 2.0, eSATA und 2x USB 3.0
sowie die analogen und ein digitaler Audio-Anschluss.

Auf der I/O-Blende liefert ASUS immerhin acht USB-2.0-Ports, was für den Hausgebrauch sicherlich ausreichen wird. Zwei USB-3.0-Ports sind ebenso vorhanden, weiterhin ein eSATA. Der ROG-Connect-Button verwandelt den unteren, weißen USB-2.0-Port in den ROG-Connect-Anschluss, mit dem sich das Board dann mit einer Software von einem anderen Rechner aus fernsteuern lässt (Overclocking, BIOS-Update).

Beginnen wir mit den Onboard-Chips, die diese Schnittstellen bereitstellen:

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Onboard-Chips in der Übersicht: Neben dem CPU-
Sockel befinden sich ein USB-Controller, der Gigabit-
NIC und die Digi+-EPU-Chips.

Insgesamt setzt ASUS auf dem Rampage IV Gene zwei zusätzliche USB-3.0-Controller ein - den ersten sehen wir auf dem obigen Bild. Zum Einsatz kommen ASMedia ASM1042, die wir schön öfter auf ASUS und ASRock-Mainboards gesehen haben. Es handelt sich dabei um einen normalen USB-3.0-Controller, der zwei Ports bereitstellt und mit einer PCIe-2.0-Lane angebunden wird. Entsprechend sind hier keine Performance-Probleme zu erwarten. Im obigen Bild ist der ASMedia-Chip links im Bild zu sehen.

Der zweite Chip im obigen Bild ist Intels Gigabit-Ethernet-NIC. Eigentlich handelt es sich bei dem 82579V gar nicht um einen "Controller" im ursprünglichen Sinne, sondern um einen Physical Layer Chip, der die bereits im Chipsatz enthaltene LAN-Funktionalität nutzt. Angebunden wird der Chip über PCI-Express.

Der zweite ASMedia-USB-Controller befindet sich auf der anderen Seite der Dimm-Slots in der Nähe des ATX-Anschlusses:

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Der zweite USB-3.0-Controller von ASMedia besitzt
ausschließlich interne Anschlüsse.

Da ASUS keine Slotblende beilegt, kann man die zwei zusätzlich bereitgestellten USB-3.0-Ports nur nutzen, wenn man ein Gehäuse oder ein Frontpanel besitzt, welche einen entsprechenden Anschluss mitbringen. Die Positionierung auf dem Mainboard ist hier klug gewählt, da so das Kabel einen möglichst kurzen Weg bis zu einem Frontanschluss hat. Zu Längenproblemen sollte es deshalb nicht kommen.

Der Bereich neben den rechten Dimm-Slots wird von Overclocking-Features und der Stromversorgung dominiert:

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Auch auf dem Rampage IV Gene sind Spannungs-
Messpunkte, ein Debug-LED-Display und mehrere kleine Debug-LEDs vorhanden.

Eine Debug-LED ist immer praktisch: Mit dem Code kann man beim Übertakten oder bei PC-Problemen schnell feststellen, aus welchem Grund das Board nicht startet. Eine entsprechende Code-Tabelle für den POST-Codes hat ASUS im Handbuch abgedruckt. Bleibt das Board bei einem Code stehen, kann man so ablesen, woran es hakt - beispielsweise an der RAM- oder Grafikkarten-Initialisierung. Optisch hebt ASUS die Codes auch noch einmal mit LEDs unterhalb des ATX-Anschlusses hervor. Hier kennzeichnen vier LEDs, ob sich das Problem bei der CPU, dem RAM oder der Grafikkarte befindet - oder ob alles in Ordnung ist.

Rechts neben den LEDs hat ASUS Messpunkte angebracht, die Overclocker zu schätzen wissen. Die Spannung von acht wichtigen Bereichen des Mainboards kann hier abgenommen werden, ohne dass Tools im Hintergrund laufen müssen oder man einen Blick ins BIOS werfen muss. Im Vergleich zu den richtigen Overclocking-Platinen hat ASUS hier aber die Messpunkte nur als Kontakt gestaltet, entsprechende Kabel zum aufklippen sind nicht vorhanden. 

In vielen Bildern zu sehen waren bereits FAN-Header für den Anschluss von Lüftern. ASUS bietet hier zwei 4-polige Anschlüsse für die Lüfter, die sich mit der Kühlung der CPU befassen (CPU-Lüfter), weitere drei 4-polige FAN-Header können mit Case-Fans bestückt werden. Überwachen lassen sich also alle fünf Lüfter, zudem lassen sie sich über die eingebaute Lüftersteuerung auch in der Geschwindigkeit steuern.

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Neben dem Kühlkörper versteckt sich unter den
SATA-Anschlüssen der ASMedia-Chip für
zwei weitere SATA-6G-Ports. 

Durch Intels X79-Chipsatz kann das Rampage IV Gene mit zwei SATA-6G-Festplatten oder -SSDs umgehen. Weiterhin lassen sich vier SATA-3G-Geräte (einer davon eSATA an der I/O-Blende) anschließen. Ein ASMedia 1061-Chip liefert zudem noch zwei weitere SATA-6G-Anschlüsse. Caching-Funktionen, wie sie viele andere ASUS-Boards über einen zusätzlichen Marvell-Chip mitbringen, bietet das Board somit nicht. Der ASMedia 1061-Chip wird über PCI-Express angebunden.

Etwas ungewöhnlich ist die Anordnung der Ports: Die beiden schwarzen SATA-Ports sind die SATA-3G-Ports des X79, daneben befinden sich die beiden roten SATA-6G-Ports des X79. Diese sollte man zunächst für Festplatten und SSDs verwenden. Die linken, roten SATA-6G-Ports gehören zum ASMedia-Controller. Der untere, im Layout abgehobene Port ist ein weiterer SATA-3G-Port des X79.

Brücken-Chips für PCI-Express sind auf dem ASUS-Board nicht vorhanden und werden auch nicht gebraucht: Mit dem Gigabit-Ethernet-Controller, zwei USB-3.0-Chips und dem SATA-Controller sind vier PCIe-Lanes in Gebrauch, hinzu kommt der PCIe-x4-Port, der die weiteren PCIe-Lanes verwendet. Die Lanes des X79-Chips sind also vollständig verbraucht.


Das ASUS Rampage IV Gene betrieben wir mit der zum Testzeitpunkt aktuellsten BIOS-Version 1103 vom 30. Januar 2012. ASUS ist recht emsig mit neueren BIOS-Versionen, somit ist anzunehmen, dass diese Variante nicht die letzte ist. Ein Update ist relativ einfach möglich: Zum einen bietet man unter Windows das Tool "ASUS Update" an, welches teilweise sogar die neuen BIOS-Versionen erkennen und dann aus dem Internet herunterladen kann, zum anderen gibt es aber auch die Variante, im BIOS mit EZ Flash 2 das Bios zu aktualisieren. Hierfür packt man die entzippte BIOS-Datei auf einen USB-Stick.

Sollte das BIOS einmal über den Jordan gehen, hat ASUS diverse Sicherheitsfunktionen integriert, um das Board lauffähig zu halten. Beispielsweise ist es möglich, über USB mittels USB BIOS Flashback eine neue, funktionierende Version aufzuspielen. Das UEFI-BIOS besitzt jedoch auch diverse Sicherheitsmechanismen an Board, weshalb das Board mindestens nach einem kompletten CMOS-Clear wieder aufwachen sollte.

Kennt man ein Rampage-BIOS, kennt man alle: Von der Funktionalität her ist das Rampage IV Gene auf einem Niveau mit dem Rampage IV Extreme oder anderen RoG-Mainboards. Allerdings muss man kein Fachmann sein, um das Board in Betrieb zu nehmen: Bereits mit "Load Optimized Defaults" lässt sich das Board recht gut mit Standardeinstellungen nutzen. Schaut man sich nach "Load Optimized Defaults" die BIOS-Einstellungen an, so sollte man noch folgende Veränderungen durchführen:

Alle Intel-Stromsparfeatures sind korrekt aktiviert, wenn man möchte, kann man die Modi für C1E, C3, C6, C7 noch auf "enabled" statt "auto" setzen. Auch empfiehlt es sich, die Onboard-Geräte durchzugehen und überflüssige Komponenten abzuschalten. Der PCIe-Betriebsmodus ist bereits fest auf PCIe 3.0  eingestellt, sodass hier keine Performance verschenkt wird. Sämtliche Performance-Optionen sind auf guten Grundeinstellungen, ohne das System zu übertakten. Features wie AHCI sind bereits aktiviert und auch die Boot-Einstellungen müssen nur marginal verändert werden. 

Erfreulich ist, dass ASUS auch den Turbo-Betrieb bei diesem Mainboard mit dieser BIOS-Version korrekt festlegt. Zuletzt kam es öfter vor, dass ASUS bei dem Turbo statt der Intel-Vorgabe bei Last auf allen Kernen den höchsten Multiplikator verwendet hat. Dies resultierte in einer höheren Performance unter Volllast, aber natürlich auch in einer höheren Stromaufnahme und ist im Endeffekt eine Form des Übertaktens. Diese Einstellungen können nun manuell vorgenommen werden - automatisch entspricht alles dem Intel-Standard. Sehr gut!

Das Bootverhalten des Boards kann deutlich beschleunigt werden, wenn der ASMedia-SATA-Controller nicht aktiv ist und unter "Boot" das Full Screen Logo abgeschaltet wird und der Post Report auf eine Sekunde gesetzt wird. Dann bootet das Board wirklich sehr schnell.

Auch OC-Profile lassen sich im BIOS abspeichern, es lassen sich XMP-Settings verwenden und die SPD-Einstellungen auslesen (GPU Dimm Post). Interessant ist auch die UEFI-Funktion ROG BIOS Print, die wir natürlich auch gleich für die Screenshots verwendet haben. ASUS sieht diese Funktion zum Austauschen von BIOS-Einstellungen vor.

Generell prüfen wir bei unserem BIOS-Check die folgenden Besonderheiten:

Diese Kriterien sind für die meisten Anwender die wichtigsten, wobei für ein einwandfreies Funktionieren des Boards auch noch weitere Funktionen dazugehören. Sämtliche BIOS-Funktionen haben wir in der folgenden Galerie aufgeführt:

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Kleinere Hilfen sind zudem praktisch, wenn das Board einmal nicht mehr startet, weil man die Speichereinstellungen zu streng gewählt hat. Mit einem Klick auf den MemOK! Button fährt das Board mit entspannten Speichersettings hoch und man kann die Settings korrigieren.

Insgesamt gefällt uns das BIOS sehr gut: Es ist übersichtlich, es sind tolle Funktionen hinterlegt und wir fanden keine gravierenden Probleme. Zudem sind hervorragende Tuning-Funktionen vorhanden, zu denen wir auf der nächsten Seite kommen. 


Als Micro-ATX-Mainboard könnte man davon ausgehen, dass ASUS nur eine geringfügige Overclocking-Auswahl zur Verfügung stellt - im Endeffekt unterscheidet sich das Board aber bei den gebotenen Features kaum von den großen Overclocking-Boards Rampage IV Extreme und Co. Übertakter werden somit auch das kleine Gene durchaus für Rekorde nutzen können. Letztendlich muss ASUS bei dem aufgerufenen Preis auch umfangreiche Optionen zur Verfügung stellen.

Mittlerweile bei jedem Mainboard vorhanden sind stufenlose Einstellungsmöglichkeiten für die Base Clock Rate, die sich seit Einführung der CPU-Strap-Funktion auch wieder zum Übertakten nutzen lassen. Der Multiplikator ist natürlich bei den "K-CPUs" sowieso frei wählbar, weshalb Anwender der Top-CPUs von Intel mit dem Multiplikator effizienter übertakten können. Bei allen gelockten CPUs ist es nur möglich, den Multiplikator im Bereich des maximalen Turbo-Betriebs hinaufzusetzen, der Rest muss dann über die Base Clock Rate übernommen werden.

Bei den Spannungen liefert das Rampage IV Gene wie viele aktuelle Boards mehr, als für die Hardware verträglich wäre. Wichtiger als die höchstmögliche Spannung ist mittlerweile aber auch, ob die Spannungen sauber auf einem hohen Niveau gehalten werden können und die Einstellungsmöglichkeiten so genau wie nur machbar umgesetzt werden. Dies ist beim Gene auch kein Problem: Neben diversen Einstellungen für die Loadline-Calibration und den vielfältigen Justierungsmöglichkeiten für die Spannungswandler lassen sich auch sämtliche Spannungen im Millivolt-Bereich einstellen. Besonders erfreulich ist auch, dass ASUS Offset-Spannungen anbietet, wie sie die SVID (VRM12) vorsieht.

Für das Übertakten sind natürlich die Features am wichtigsten, die wir im Folgenden auflisten:

Die Overclocking-Funktionen in der Übersicht
Base Clock Rate 80 bis 300 MHz, stufenlos, in 0,1-MHz-Schritten
mit CPU Strap (100, 125, 166 und 250 MHz)
CPU-Spannung Fixed Mode: 0,8 bis 2,1 V in 0,005-V-Schritten,
Offset VCore-Mode: +/-0,05 bis +/-0,625 V in 0,005-V-Schritten
DRAM-Spannung 1,2 bis 2,1 V in 0,005-V-Schritten (jeweils CHA/CHB und CHC/CHD)
CPU VTT-Spannung 0,8 V bis 1,7 V in 0,00625-V-Schritten (VTT CPU)
0,806 bis 1,705 V in 0,00661-V-Schritten (2nd VTTCPU)
CPU PLL-Spannung 1,25 bis 2,50 V in 0,00625-V-Schritten
CPU SA-Spannung Fixed Mode: 0,8 bis 1,7 V in 0,005-V-Schritten
Offset VCore-Mode: +/-0,005 bis +/-0,625 V in 0,005-V-Schritten
PCH-Spannung 1.1 V: 0,80 bis 1,6 V in 0,00625-V-Schritten
1.5 V: 1,20 bis 2,3 V in 0,00625-V-Schritten
1.1 VG: 0,806 bis 1,606 V in 0,00661-V-Schritten
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen DRAM Reference Voltages, DRAM Termination
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig, Multiplikatoren bei x6 - x20 (2er-Schritte),
entsprechend DDR3-800 bis DDR3-2666
Command Rate einstellbar
Timings einstellbar
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
QPI-Takt - technisch nicht möglich -
Core Current Limit - nicht einstellbar, automatisch -
Weitere Besonderheiten

EZ Flash II, AI Overclock Tuner, CPU Level Up, Extreme Tweaker, Digi+ Power Control, ProbeIT, TurboV Evo Tool, MemTweakIT, Load Line Calibration, Spread Spectrum, sämtliche Stromspar-Modi

Praktisch sind hier immer wieder O.C. Profile, mit denen man unterschiedliche Settings zwischenspeichern kann. Sicherheitsfeatures sind auch vorhanden: ASUS hat die COP Ex Overheat Protection integriert, weiterhin soll ASUS C.P.R. CPU Parameter Recall dazu verhelfen, dass das Board bei fehlerhaften Overclocking-Einstellungen wieder startet.

In unserer Overclocking-Galerie sieht man alle relevanten BIOS-Optionen noch einmal in der Übersicht.

{jphoto image=20806}

Die Funktionsvielfalt eröffnet einem tolle Möglichkeiten zum manuellen Übertakten, aber ASUS bietet auch automatisierte Varianten (CPU Level Up) und Möglichkeiten, unter Windows zu übertakten (TurboV Evo). Insgesamt ist es kein Problem, seine CPU und seinen Speicher mit dem Mainboard ans Limit zu treiben. 

IMG 7222
Hilfreich beim Übertakten: Die Debug-LED gibt
Auskunft, wenn man es übertrieben hat, die Voltage-
Messpunkte dienen zur Spannungskontrolle.

Mit unserer Core i7-3960X-CPU haben wir natürlich auch versucht, das Board bis ans Limit zu übertakten. Herausgekommen ist mehr oder weniger das Limit unserer CPU bei 4,9 GHz, das wir schon bei mehreren Mainboards erreicht haben. Einen höheren Takt erreichen wir mit dem Standard-Kühler (Intel Wasserkühlung) nicht, da die CPU bei zu hoher Spannung zu warm wird.

overclockinggene
Kein schlechtes Resultat: Das ASUS-Board lieferte ohne
Probleme den höchstmöglichen Takt bei Luftkühlung
mit unserer Core i7-3960X-CPU.

Wirklich interessant sind die Tools, die ASUS anbietet, um dem Anwender eine möglichst umfassende Information über sein System zu geben und gleichzeitig das System bestmöglich tweaken zu können. Die folgenden Screenshots zeigen die Tools CPU Level Up und TurboV Evo zum Übertakten des Systems, weiterhin Fan Expert zum Einstellen der Lüfter, MemTweakIT zum Tunen der Speichertimings, Sensor zur Überwachung des Systems und Evo für die Stromspareinstellungen.

aisuitegene
Über die AI Suite II werden die Programme aufgerufen.
ASUS hat alle Tools in eine Leiste integriert, um diese
schnell aufrufen zu können.
turboevogene
TurboV Evo: Mit dem Tool lassen sich die Frequenzen
und Spannungen für viele Dinge direkt unter Windows
einstellen - teilweise auch ohne Reboot.
cpulevelupgene
Die einfachere Variante ist "CPU Level Up".
Hier gibt es drei relativ sichere Einstellungen,
die mit allen CPUs funktionieren sollten. 
evogene
Mit EPU ist es möglich, das Stromsparverhalten
des Systems zu ändern - beispielsweise durch größere
Absenkung der CPU-Spannung im Leerlauf. 
fanexpertgene
Die Ansteuerung der CPU-Lüfter und Gehäuselüfter kann
man mit Fan Expert ändern. Ist ein Lüfter also mit einer
ungünstigen Frequenz angesteuert, kann man dies ändern. 
sensorgene
Typisches Hardwaremonitoring: Mit Sensor
lässt sich ein Blick auf jede Spannung und alle
Temperaturen im System werfen.
memtweakitgene
Praktisch zum Tunen des Speichers: Wenn das
System bis in letzte Detail getuned werden soll,
lassen sich hier die Subtimings schnell ausprobieren. 

Erfreulich ist es, dass ASUS trotz guter Overclocking-Fähigkeiten nicht einen aktiven Lüfter auf dem Mainboard einsetzt, wie dies beispielsweise beim ASRock X79 Extreme9 der Fall ist. Diese kleinen Lüfter sind zwar temperaturgesteuert und im Vergleich zu älteren Chipsatzlüftern deutlich leiser, aber im Laufe der Lebenszeit eines Mainboards kann sich dies verändern. Wenn das Lager erst einmal ausgeschlagen ist, brummt dann auch der leiseste Chipsatzlüfter lauter.

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Die Heatpipes des Rampage IV Gene:
Ausreichende Kühlung der MOSFETs und
des Chipsatzes - und das passiv.

In unserem Test lief der Chipsatz auch meistens mit einer Temperatur unter 45 °C und die MOSFET-Umgebungstemperatur lag bei 36 - 38 °C - und demnach waren beide Temperaturen weit ab von gefährlichen Bereichen. Das kann sich natürlich ändern, wenn die Gehäusebelüftung schlecht ist und/oder mehrere Grafikkarten zum Einsatz kommen und so die Zuführung der Luft gestört ist. Hier sollte man dann ein wenig die Temperaturen im Auge behalten.

Nun geht es an den Test - wir fühlen dem Rampage IV Gene auf den Zahn.


Für unsere X79-Tests muss natürlich ein anderes Testsystem eingesetzt werden als bei unseren bisherigen Mainboardtests. Wir verwenden hierfür Intels Top-Modell, den Core i7-3960X. Im Vergleich zu unseren Sandy-Bridge-Mainboardtests (P67-, H67- und Z68-Chipsätze) kommt bei diesem Testsystem eine NVIDIA-Grafikkarte zum Einsatz. Weiterhin verwenden wir passenden Quad-Channel-Speicher von G.Skill, eine Western Digital Velociraptor-Festplatte und ein Seasonic X-Series Netzteil.

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz.

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version.

Seit der Einführung der Nehalem-Prozessoren und der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 1600 MHz und 9-9-9-24 1t - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim ASUS Rampage IV Gene ist allerdings alles so, wie es zu erwarten wäre: Die Turbo-Modi laufen korrekt und auch keine versteckte Übertaktung ist aktiv.

Wir testen allerdings nur noch vier Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2011, SuperPi 8M, Cinebench 11.5 und Sisoft Sandra 2011 Memory Benchmark:

3dmarkgene

sisoftgene

cinebenchgene

superpigene

Alle Benchmarks waren genau in dem Bereich, in dem wir sie erwartet haben - insofern haben wir hier auf umfangreiche Vergleichstabellen verzichtet, da alle Mainboards innerhalb eines Prozents ins Ziel gekommen sind. Große Unterschiede sind hier also nicht vorhanden. Größere Unterschiede gibt es jedoch beim Stromverbrauch und den Bandbreiten-Checks für die angeschlossenen Komponenten (USB, SATA), weshalb wir uns diese Bereiche gesondert ansehen.

 

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Performance-Check: Positiv! Das Board
liefert die Leistung, die es soll.

Auf der nächsten Seite werfen wir einen Blick auf den Stromverbrauch des Rampage IV Gene.


Der Stromverbrauch eines Mainboards wird von drei Komponenten beeinflusst: Erstens ist dort die Onboard-Ausstattung, denn wenn viele Features, Zusatzchips und Extra-PCIe-Brücken auf dem Mainboard verbaut sind, steigt natürlich durch jede einzelne Komponente der Verbrauch minimal an. Am Ende summiert sich dies bei einigen Boards auf ein paar Extra-Watt. 

Als zweites ist das BIOS zu nennen und die Genauigkeit, mit dem ein Hersteller die Vorgaben vom CPU-Hersteller bezüglich der Stromspartechniken, dem Turbo-Betrieb und eventueller Spannungs-Einstellungen umgesetzt hat. Hier schlampen einige Hersteller oftmals mit der Aktivierung der C6/C7-Betriebsmodi, aber auch der Turbo-Betrieb wird oftmals so aktiviert, dass er häufiger einsetzt, als der CPU-Hersteller es vorsieht. Damit ist die Performance zwar höher, aber auch der Stromverbrauch.

Der dritte Punkt - und letztendlich der größte Einflussfaktor - für einen guten oder schlechten Stromverbrauch ist die Spannungssteuerung des Mainboards. Hier kann der Mainboardhersteller durch eigene Entwicklung einen Vorteil erlangen. So übertrumpften sich ASUS und Gigabyte jahrelang mit mehrphasigen Spannungsversorgungen und besonderen Techniken wie beispielsweise EPU. Durch den geringen Platz, den ein Mainboardhersteller beim Sockel 2011 besitzt, wird eine 24-stufige Spannungsversorgung aber verhindert - insofern müssen sich die Hersteller meistens mit acht Phasen für die CPU-Spannung und weiteren drei Phasen für die VCC-Spannung genügen. Hinzu kommen meistens je zwei getrennte Phasen für die Speicherkanäle.

ASUS verbaut auf dem Rampage IV Gene eine sehr hochwertige digitale Spannungsversorgung und nennt diese Extreme Engine Digi+ II. Sehr gut ist diese auf dem folgenden Bild zu sehen: Links befinden sich drei Phasen für die VCC/Uncore-Spannung, rechts acht Phasen für die CPU. Diese werden von ASUS TPU-Chips angesteuert.

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Die Spannungsversorgung des Boards
ist digital ausgeführt und entspricht aktuell
modernsten Standards.

In der Tat kann ASUS so wenig verkehrt machen: Die Spannungen können schnell je nach Nutzen angepasst werden, es wurde auf effiziente Umsetzung geachtet und sie ist auch fürs Overclocking ausreichend stark. Mehr Phasen sind zwar praktisch, wenn noch mehr potentielle Power zur Verfügung gestellt werden soll, es leidet aber meistens die Effizienz. So hatten wir schon einige vierphasige Intel-Platinen, die - da sie die CPU-Norm vollkommen einhielten - sehr stromsparend waren, aber sich natürlich nur begrenzt zum Übertakten eigneten.

ASUS wählt also einen hochwertigen Mittelweg. Zudem hat man die Stromsparmechanismen sehr gut implementiert und der Turbo-Betrieb zeigte sich in unserem Test auch nicht von der widerspenstigen Seite. Das Board könnte also durchaus überzeugen, da es auch keine stromfressenden Brücken-Chips besitzt und die Ausstattung eher moderat gehalten ist.

Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last und mit Cinebench 11.5 unter 2D-Volllast. Die Onboard-Komponenten haben wir dabei aktiviert, es ist also weiteres Sparpotential bei allen Mainboards vorhanden. Entsprechende Stromsparmechanismen wurden aber alle aktiviert (sofern vorhanden), auch wenn diese bei Load BIOS Defaults nicht korrekt aktiviert waren.

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Leistungsaufnahme Idle

ASUS liegt mit dem Rampage IV Gene auf gutem Niveau. Verglichen mit den Boards aus unserem Hefttest liegen nur das Gigabyte Assassin 2, das Intel DX79SI und das MSI X79A-GD65(8D) besser. Das Gene liegt auf demselben Niveau wie das ASUS Sabertooth X79 - das eine ähnliche Ausstattung besitzt. Die Spannung lag mit unserer CPU hier bei 0,984 Volt.

stromverbrauch-load
Leistungsaufnahme Load

Unter Last liegt das Board mit seinen 234,4 Watt auf sehr gutem Niveau - hier können nur noch das Intel DX79SI und das Sabertooth X79 mithalten. Alle anderen Platinen besitzen eine etwas höhere Leistungsaufnahme, teilweise aufgrund von einer besseren Ausstattung, teilweise aber auch aufgrund der verwendeten CPU-Spannung, die ASUS mit 1,232 V recht human ansetzt. Einige andere Platinen lagen hier mit 1,28 V höher - und verbrauchten dann natürlich auch mehr Strom. 

Der Stromverbrauch des Boards ist also im Endeffekt sehr gut. Darauf achten sollte man, dass das EPU-Setting im BIOS aktiviert ist, etwas tunen kann man auch noch durch die Festsetzung der DRAM-Spannung, die ASUS bei einigen Speichermodulen gerne einmal auf 1,65 V festsetzt. Letztendlich hat das Board aber schon bei Standardeinstellungen einen guten Stromverbrauch. Den einzigen Schwachpunkt hat das Gene im ausgeschalteten Zustand: Hier konsumiert es 1,4 Watt, wenn die LEDs des SupremeFX III Sounds aktiviert sind. Schaltet man diese im BIOS aus, ist im ausgeschalteten Zustand der Verbrauuch auch <1 Watt und im guten Bereich.


Die Performance der Schnittstellen haben wir zu einer Zeit mit in den Testablauf eingebaut, als diese problematisch waren. Zuletzt wurde bei der Einführung auf SATA 6G der Blick wieder interessanter, da einige Controller mit einer langsamen PCIe-1.0-x1-Verbindung nicht genügend Bandbreite zur Verfügung stellen konnten, um beispielsweise eine SSD voll auszulasten. 

Beim X79-Chipsatz sind weiterhin die Intel-SATA-Ports nativ angebunden, aber es gibt auch extern angebundene Controller, die aber über den PCIe-2.0-Port eigentlich genügend Bandbreite bekommen sollten - wenn sie denn den neuen PCIe-Standard unterstützen. Einen Blick auf die USB- und SATA-Performance sollte man also auf jeden Fall werfen, um nicht Leistung beim Setup des Systems zu verschenken. 

 

USB-3.0-Performance:

Die USB-3.0-Performance testen wir mit einer schnellen Patriot Pyro SE SSD mit SandForce SF2281-Controller und SATA-6G-Interface. Diese 240 GB große SSD setzen wir in ein Delock 42492-Gehäuse, welches intern SATA 6G ansteuern soll und extern USB 3.0 besitzt. Mit dieser Konfiguration lasten wir die USB-3.0-Schnittstelle aus.

ASUS bietet für beide USB-3.0-Controller zwei besondere Features an: Zum einen ist mit dem AI Charger+ ein Laden von iPad und iPhone möglich, zum anderen möchte man - wie ASRock bei ihren Mainboards ebenso - durch ein Tool die USB-Geschwindigkeit verbessern.

usb30boostgene
ASUS USB 3.0 Boost Oberfläche: Das Tool nistet
sich im Treiber ein und kann für jedes erkannte
USB-3.0-Gerät hinzugeschaltet werden.

Wir haben beide Betriebsmodi ausprobiert:

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Die USB-3.0-Performance:
links: ASMedia-Controller ohne USB 3.0 Boost
rechts: ASMedia-Controller mit USB 3.0 Boost
 

Erstaunlicherweise erreicht der ASMedia-Controller mit der USB-Software knapp 60 - 70 MB/s mehr Performance - das ist schon beachtlich. Die Performance ohne diesen Treiber-Trick können wir unseren bisherigen Z68-Boardtests gegenüberstellen, wo wir die Mainboards mit einer Kingston HyperX SSD USB 3.0 getestet haben:

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Die USB-3.0-Performance:
links: NEC-Chip (Gigabyte-P68Board)
rechts: Etron-Chip (ASRock-Board)

Im Vergleich ist der ASMedia-Chip ohne den besonderen Turbo-Betrieb also etwas langsamer als der NEC- oder Etron-Chip, im Endeffekt kann man die Unterschiede aber vernachlässigen.

 

SATA-6G-Performance:

Um die SATA-6G-Performance ordentlich zu testen, braucht es eine schnelle SSD - und die haben wir mit der oben bereits erwähnten Pyro SE von Patriot. Sie kann ohne Probleme Lese- und Schreibraten von mehr als 500 MB/s erreichen und lastet somit die Controller bereits sehr gut aus. Beim ASUS Rampage IV Gene können wir einmal den Onboard-Intel-SATA6G-Port testen und einmal den zusätzlichen SATA-6G-Port über den ASMedia-Controller:

 

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Die SATA-6G-Performance:
links: Intel-Controller (X79)
rechts: ASMedia-Controller
 

Gut zu sehen: Der ASMedia-Controller ist zwar dediziert über eine PCIe-2.0-Lane angebunden, aber diese hat halt nur maximal 500 MB/s Bandbreite. Entsprechend schafft es der Controller nicht, die maximale Transferrate aus der SSD herauszuholen. Im Vergleich zu den Marvell-Controllern haben die neuen SATA-Controller mit PCIe-2.0-Anbindung zwar schon eine deutliche Verbesserung erfahren und reichen für Festplatten vollkommen aus, SSDs sollte man aber besser an einen X79-Port hängen. Dort entfaltet die Pyro SE schön ihre volle Performance.

Letztendlich gibt es schon von Marvell einen 88SE9220-Controller, der zwei PCIe-2.0-Lanes mit somit 1 GB/s Übertragungsrate bereitstellen könnte - dieser wäre dann auch ideal für den Einsatz von SSDs.

Wechselwirkungen in der Performance:

Da das Mainboard keine PLX-Brücke hat, brauchen wir Wechselwirkungen von Controllern nicht zu testen. Die Onboard-Controller besitzen immer die optimale Anbindung über PCIe. 


Nur süss und schnuckelig aufgrund seiner Bauform ist das ASUS Rampage IV Gene nicht. Es kann auch brachial und leistungsstark, wenn man es möchte. Insofern ist das Republic-of-Gamers-Board wie die Vorgänger eher ein Leistungszwerg mit besonderen Fähigkeiten als ein abgespecktes und langweiliges Micro-ATX-Board, wie es so viele auf dem Markt gibt.

Zunächst einmal kann das Board mit einer ausgewogenen Ausstattung auftrumpfen. Es besitzt eine ordentliche Anzahl an USB-3.0- und SATA-6G-Ports, der Onboard-Gigabit-Ethernet ist qualitativ hochwertig und der SupremeFX-III-Sound kann ebenso als sehr gut hervorgehoben werden. Zudem kommt das Board auch mit eSATA zurecht und besitzt kleinere nette Features wie die Debug-LED oder Power-Schalter, die einen Mehrwert bieten. SATA-6G-Orgien mit 12 Ports oder ähnliches findet man auf dem Mainboard nicht - aber so etwas braucht auch eigentlich niemand.

Auf der Ausstattungsliste stehen zwar auch Dinge wie SLI oder CrossFire, aber die meisten Anwender werden sich wohl trotz der Funktionen nur eine Grafikkarte ins System packen. Und vier Dimm-Slots werden für die meisten Anwender auch ausreichen, denn letztendlich sind 16-GB-Speicherkits momentan zu einem guten Preis verfügbar, aber 32-GB-Kits noch zu teuer - und der zusätzliche Speicher bringt keinen Mehrwert.

Die Qualität des Boards lässt zudem keine Kritikpunkte zu: Nicht nur lief unser Testsystem mit sämtlichen getesteten Komponenten stabil, auch sind die verwendeten Kondensatoren von hochwertiger Qualität. Die Spannungsversorgung ist solide, die Kühlung zwar massiv, aber nicht Overkill. Auf der I/O-Blende hat ASUS nicht zuviel Platz verschwendet und auch das Layout ist - sofern es die Feature-Vielfalt auf einem Micro-ATX-Board zulässt - sehr gut.

IMG 7200
Gute Testwerte: Das Rampage IV Gene
sieht nicht nur schick aus, sondern kann
auch sehr viel. 

Erfreulich ist es, dass es - wie meistens bei einem ASUS-Board - auch am BIOS wenig zu kritisieren gibt. ASUS schafft es, die Features der großen Rampage-IV-Boards auch in die kleine Gene-Platine zu bringen, seien es die umfangreichen Overclocking-Optionen oder Stromsparfeatures. Das BIOS ist ausgereift und bereits in Voreinstellung gut zu nutzen. Uns gefallen auch die Zusatztools, seien es EZ Flash 2 zum BIOS-Update oder die mitgelieferten Windows-Tools.

In unserem Test lieferte das Board gute Overclocking-Resultate, eine Performance auf Augenhöhe zu normalen ATX-Boards, zudem einen sehr guten Stromverbrauch auf dem Niveau der besten Boards und eine gute Schnittstellenperformance. Somit hat ASUS auch hier keine Fehler gemacht und solide gearbeitet.

Betrachtet man das Board nun im Vergleich, so muss natürlich auch einmal ein Blick auf den Preis geworfen werden. Mit ca. 260 Euro hat ASUS sicherlich eines der teuersten Micro-ATX-Mainboards im Paket, aber verglichen zu ähnlich ausgestatteten ATX-Platinen liegt das Board nur minimal über der Schmerzgrenze. Die meisten X79-Platinen beginnen bei 250 Euro, nur sehr wenige sind zu einem geringeren Preis zu haben. Insofern ist das Board, gemessen an der Ausstattung, in einem guten Preisbereich. Bei einem X79-Interessenten wird aufgrund der CPU-Preise und der Notwendigkeit eines Quad-Channel-Kits der Preis aber sowieso nur eine geringfügige Rolle spielen.

Positive Punkte des ASUS Rampage IV Gene:

Negative Punkte des ASUS Rampage IV Gene:

Letztendlich hat uns das Board in unserem Test also überzeugt - und heimst unseren Excellent Hardware Award ein. Herzlichen Glückwunsch!

excellent award