Test: ASUS Maximus IV Extreme-Z

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logoAuch wenn der Launch der Ivy-Bridge-Plattform immer näher rückt, so möchten wir doch noch einen Blick auf ein High-End-Board mit dem aktuellen Z68-Chipsatz werfen. Das ASUS Maximus IV Extreme-Z könnte man als aktuelle Revision des bereits bestens bekannten Maximus IV Extreme sehen. Als Top-Board für den Sockel 1155 bringt es äußerst umfangreiche Möglichkeiten im Bereich Overclocking und Multi-GPU-Betrieb mit. Aber auch auf Ausstattungsseite konnten die Mainboards unter ASUS "Republic of Gamers"-Label bisher allesamt überzeugen. Der kleine Namenszusatz "-Z" weist beim Maximus IV Extreme-Z auf die überarbeitete Version mit Z68-Chipsatz an Bord hin, womit auf den ersten Blick auch der Hauptunterschied zum Maximus IV Extreme deutlich wird, welches auf dem P67-Chipsatz basiert. Ob ASUS noch weitere Veränderungen am bereits erstklassigen Maximus IV Extreme vorgenommen hat, haben wir uns einmal näher angeschaut.

Das ASUS Maximus IV Extreme-Z ist klar auf den Einsatz in High-End-Systemen ausgerichtet. Es bietet vier PCIe-x16-Schnittstellen, von denen dank integriertem NF200-Switch auch drei mit hoher Geschwindigkeit parallel betrieben werden können. Mehr als drei Grafikkarten sind auf dem Maximus IV Extreme-Z aufgrund der Platzverhältnisse nicht sinnvoll einzusetzen, daher macht diese Limitierung auf drei Karten Sinn. Wie sein Vorgänger ist auch das Extreme-Z im E-ATX-Format gebaut, d.h mit 26,9 cm ist es ca. 2,5 cm breiter als ein Standard-ATX-Mainboard.

Preislich knüpft das Maximus IV Extreme-Z ebenfalls an den Vorgänger an, denn mit einem Straßenpreis von ca. 300 Euro gehört es auch im Preis zu den absoluten High-End-Mainboards.

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Das Maximus IV Extreme-Z bietet leistungsfähige Spannungswandler, ein sehr gut zu bedienendes UEFI-BIOS und ist mit bis zu zehn USB-3.0- und vier SATA-6G-Schnittstellen auch in dieser Disziplin gut aufgestellt. Vom Design her wirkt es mit seiner für ASUS´ ROG-Produkte typischen rot-schwarzen-Farbgebung ebenfalls sehr hochwertig.

 

Die technischen Daten in der Übersicht:

Die Daten des ASUS Maximus IV Extreme-Z in der Übersicht
Hersteller und
Bezeichnung
ASUS
Maximus IV Extreme-Z
Straßenpreis ca. 300€
Homepage www.asus.com
Northbridge-/CPU-Features
Chipsatz Intel Z68 Express Chipsatz
Speicherbänke und Typ 4x DDR3 (Dual-Channel)
Speicherausbau max. 32 GB (mit 8-GB-Dimms)
SLI / CrossFire CrossFireX, SLI (2-Way, 3-Way)
Onboard-Features
PCI-Express 4x PCIe 2.0 x16 (x16/-/-/-, x8/-/x8/-, x8/x16/-/x16)
1x PCIe 2.0 x4
1x PCIe 2.0 x1
PCI -
Serial-ATA-, SAS- und 
ATA-Controller
2x SATA 6G und 4x SATA 3G mit RAID 0, 1, 5, 10 über Intel Z68,
2x SATA 6G über Marvell 9182 Controller (PCIe)
2x eSATA 3G über JMicron JMB362 Controller (PCIe) 
USB 1x USB 2.0 (+8 über Header)
10x USB 3.0 über 2x Renesas(NEC) Controller
(2x nativ an Controller 1, 8x über VLI Speed Hub an Controller 2, davon +2 Header)
Grafikschnittstellen -
WLAN / Bluetooth Bluetooth V2.1 EDR
Firewire -
LAN 2x Intel Gigabit-Ethernet (82579V, 82583V)
Audio Realtek ALC889 Audio Codec (Content Protection Support)
analoge, digitale und optische Ports
Besonderheiten Extended-ATX-Format (30.5 cm x 26.9 cm)
NF200 PCIe Switch, PLX PEX8608 PCIe Switch

 

kartons

Die Verpackung des ASUS Maximus IV Extreme-Z ist relativ schlicht gehalten und nur Beschriftung und Aufkleber verraten ein wenig über den leistungsstarken Inhalt. Das Design des Kartons bietet den für ROG-Produkte entsprechenden Wiedererkennungswert.

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Im Lieferumfang des ASUS Maximus IV Extreme-Z lassen sich die folgenden Teile finden:

Der Lieferumfang des Maximus IV Extreme-Z ist vollständig, denn alle nötigen Teile liegen mit im Karton. Aber auch hier hätten neben den beiden SLI-Brücken gerne noch die passenden Crossfire-Kabel mit dabei sein können.

Kommen wir auf der nächsten Seite zum Board selber.


Den Z68-Chipsatz an sich haben wir bereits ausführlich vorgestellt. Im Vergleich zum P67-Chipsatz hat sich abgesehen von den Features rund um die Unterstützung der prozessorinternen Grafikeinheit nicht viel geändert. Die Sockel-1155-CPU kommuniziert über den DMI-Bus mit dem Chipsatz, welcher neben PCIe-Lanes für weitere Komponenten auch wesentliche Datenschnittstellen selbst bereitstellt. Ebenfalls übernimmt er die Ausgabe der Grafikdaten, die er über das flexible Display Interface von der iGPU in der CPU erhält. Direkt an die CPU angebunden sind zwei Speicherkanäle mit Dual-Channel-Unterstützung und insgesamt 16 PCIe-Lanes für die Grafikkartenschnittstelle. Wie schon die Chipsätze P67 und H67 auch hat der Z68 gegenüber früheren Chipsätzen den Vorteil, dass die PCIe-Lanes des Chipsatzes mit voller PCIe-2.0-Geschwindigkeit laufen. Mit der zur Verfügung stehenden Bandbreite lassen sich auch die neuen Schnittstellenstandards USB 3.0 und SATA 6G hinreichend schnell anbinden, sodass die Board-Hersteller nicht mehr zusätzliche PCIe-Switches einsetzen müssen, um halbwegs gute Transferraten erzielen zu können.

 

sockels

ASUS setzt beim Maximus IV Extreme digitale Spannungswandler ein, die bei guter Designauslegung dank einer flexibleren Ansteuerung einige Vorteile haben können. ASUS bietet im UEFI-BIOS auch eine große Anzahl von Einstellungsoptionen bzgl. der Spannungswandler, welcher sich aber eher an Profis oder experimentierfreudige User richten.

Die CPU wird von acht Phasen versorgt, wobei der GPU-Teil in der CPU über eine eigene vierphasige Versorgung verfügt. Der Arbeitsspeicher kann auf eine 3-phasige Spannungsversorgung zurückgreifen. Im Vergleich zur Konkurrenz mit bis zu 24-phasiger CPU-Versorgung mögen sich acht Phasen nach etwas wenig anhören, aber die Anzahl der Phasen sagt mittlerweile wenig über die tatsächliche Leistungsfähigkeit aus. ASUS geht hier einen ähnlichen Weg wie z.B. auch ASRock beim Z68 Extreme7 und hat eine sehr leistungsstarke CPU-Versorgung implementiert, die auch anspruchsvolle Overclocking-Setups meistern sollte. Das Maximus IV Extreme-Z sollte seinem Vorgänger Maximus IV Extreme in nichts nachstehen.

coolings

Die Stromversorgung erfolgt über einen 24-Pin-ATX-Stecker und einen 8-Pin-EPS-Stecker. Zur Unterstützung der Stromversorgung im Multi-GPU-Betrieb ist ein zusätzlicher 4-Pin-Molex-Anschluss auf dem Board oberhalb des ersten PCIe-x16-Slots vorhanden. Die Kühlkörper um den Sockel herum sind von normaler Größe, sodass es keine Probleme mit ausladenden Kühlkörpern geben sollte. Mangels PCIe-x1-Slot an der Stelle stört auch der Kühlkörper auf dem NF200-Chip, der zwischen CPU-Sockel und erstem PCIe-x16-Slot positioniert wurde, nicht weiter.

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An der üblichen Position neben dem CPU-Sockel befinden sich vier DIMM-Slots für DDR3-Speicher. Das Angebot der Speicherteiler reicht von DDR3-800 MHz bis hin zu DDR3-2400 MHz. Die Auswahl an einstellbaren Timings im BIOS ist recht umfangreich. Die Unterstützung von XMP-Profilen ist vorhanden und funktionierte im Test prinzipiell auch gut. Direkt vor den DIMM-Slots hat ASUS einige wichtige Steuerungs- und Diagnoseelemente untergebracht, auf die wir aber später noch eingehen werden.

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Auf dem Maximus IV Extreme-Z sind insgesamt vier PCIe-x16-Slots zu finden, die von einem PCIe-x4-Slot und einem PCIe-x1-Slot ergänzt werden. Auf PCI-Schnittstellen hat ASUS hingegen verzichtet. Die 16 PCIe-Lanes, die die CPU zur Anbindung von Grafikkarten zur Verfügung stellt, erlauben sinnvollerweise nur den Betrieb von zwei Grafikkarten, die dann jeweils über 8 Lanes angeschlossen werden. Mithilfe von entsprechenden Zusatzchips, wie dem von ASUS eingesetzten NF200 von NVIDIA, lässt sich dieses "Problem" aber teilweise umgehen. Der NF200 ist ein PCI-Express-Switch, der mit 16 PCIe-Lanes an die CPU angebunden ist und im Downstream dann 32 PCIe-Lanes zur Verfügung stellen kann. Beim Einsatz von zwei Grafikkarten können beide mit bis zu voller x16-Geschwindigkeit laufen, was aber im Vergleich mit der nativen x8/x8-Anbindung in Systemen ohne NF200-Chip keine relevanten Performance-Vorteile bringt, wenn man entsprechenden Analysen im Web Glauben schenkt. Daher hat ASUS für den Betrieb mit zwei Grafikkarten ein Setup ohne NF200-Einsatz vorgesehen, bei dem beide Karten dann in x8-Anbindung laufen. Erst beim Einsatz von drei Grafikkarten, für die eine andere Aufteilung der Karten auf die Slots nötig wird, wird auf den NF200-Chip zurückgegriffen, der dann für einen Betrieb in x8/x16/x16-Konfiguration sorgt. De facto steht dann den beiden x16-Kanälen am NF200 nur eine native x8-Anbindung zur CPU hin zur Verfügung, was aber in Bezug auf die Performance nicht so großen Einfluss hat.

Der PCIe-x4- ist wie auch der PCIe-x1-Slot an den PCIe-Express-Switch PLX PEX8608 angeschlossen, welcher vermutlich mit einer PCIe-Lane an den PCH angeschlossen ist. Der PCIe-x1-Slot wird beim Einsatz einer "normalen" Grafikkarte in 2-Slot-Bauweise verdeckt und der PCIe-x4-Slot wird aufgrund der Anbindung über die PLX-Brücke nicht die volle x4-Performance bringen können.

Die weiteren Komponenten, darunter zwei SATA-Controller, zwei USB-3.0-Chips und zwei Netzwerk-Interfaces sind hingegen direkt an die CPU angebunden, wobei in Sachen USB-3.0-Bandbreite zu bedenken ist, dass bis auf zwei nativ angeschlossene Ports alle weiteren über Hubs laufen und sich im worst case einer Crossload-Situation die Bandbreite teilen müssten. Der Marvell-9182-Controller verfügt über eine Anbindung mit zwei PCIe-Lanes, wodurch zusammen mit dem PLX PEX8608 alle acht PCIe-Lanes des Z86-Platform-Controller-Hubs belegt sind.


Das Maximus IV Extreme-Z stellt das Topmodell unter ASUS Z68-Mainboards dar, weswegen es auch eine dementsprechend gute Ausstattung mitbringt. Zusätzlich zu den Schnittstellen des Chipsatzes sind noch zwei weitere SATA-6G-Ports, zwei eSATA-Ports mit 3G-Geschwindigkeit und bis zu zehn USB-3.0-Anschlüsse vorhanden. ASUS lässt wie auch Gigabyte beim Z68X-UD7 die iGPU der Sandy-Bridge-Prozessoren links liegen und nutzt den entsprechenden Platz auf dem I/O-Panel für weitere Datenschnittstellen.

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An der Vorderkante des Boards sind insgesamt acht abgewinkelte SATA-Buchsen zu finden, wodurch sie sich auch beim Einsatz von überlangen Grafikkarten noch problemlos nutzen lassen, vorausgesetzt natürlich im Gehäuse ist entsprechend Platz vorhanden. Durch das breitere E-ATX-Format des Maximus ist hier auch die Anforderung an die Gehäuse größer.

Die vier schwarzen Buchsen werden von dem SATA-3G-Controller des Z68-Chipsatzes bedient, wobei die restlichen vier roten Buchsen die Ports mit SATA-6G-Geschwindigkeit sind. Davon sind die mit SATA6G_1 und SATA6G_2 beschrifteten Anschlüsse an den Controller im Z68-Chipsatz angeschlossen, die restlichen beiden Ports werden von einem Marvell PCIe 9182 Controller versorgt, welcher selbst über zwei PCIe-Lanes mit dem PLX verbunden ist. Die sechs SATA-Anschlüsse des Chipsatzes verfügen über alle Funktionen von Intels Rapid Storage Technology, inklusive des neuen Smart-Response-Features, der Marvell-Controller bringt aber ebenfalls RAID-Funktionalitäten mit. Die eSATA-Ports auf dem I/O-Panel werden von einem JMicron JMB362 versorgt, der nominal mit SATA 3G aufwarten kann.

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Die USB-3.0-Anschlüsse werden von zwei Controllern von Renesas/NEC bereitgestellt. Da ein Controllerchip aber nur zwei USB-3.0-Ports hat, musste ASUS ein bisschen tricksen, um auf die stattliche Anzahl von zehn USB-3.0-Ports zu kommen. ASUS setzt dazu zwei VL810 Super-Speed-USB-3.0-Hub-Controller von VIA ein, die je einen Port eines Controllers auf vier Anschlüsse erweitern. Wie vermutlich auch beim Vorgänger sind die beiden USB-3.0-Buchsen auf dem I/O-Panel, die unterhalb der zweiten RJ45-Buchse neben den Sound-Anschlüssen liegen, direkt mit einem Port eines Renesas-Chips verbunden. Die weiteren sechs USB-3.0-Buchsen auf dem I/O-Panel sind dann zusammen mit den zwei Ports auf dem USB-3.0-Header über die VIA-Hubs mit dem jeweils zweiten Port der Renesas-Controller verbunden. Die PCIe-2.0-fähigen Controller sind selbst jeweils über eine PCIe-x1-Lane mit dem Chipsatz verbunden.

Zum guten Ton bei hochwertigen Mainboards gehören mittlerweile Steuerungs- und Diagnosemöglichkeiten direkt auf dem Board. ASUS hat dem Maximus IV Extreme dementsprechend neben einer Postcode-Anzeige auch die üblichen Power-, Reset- und Clear-CMOS-Taster spendiert, wobei letzterer sehr praktisch als direkter Taster auf dem I/O-Panel ausgeführt wurde. Darüber hinaus verfügt das Maximus IV Extreme-Z in diesem Bereich des Boards über vier Schalter, mit denen sich einzelne PCI-Express-Slots deaktiveren lassen. Dieses kann für User Gold wert sein, die ein Multi-GPU-System zusammen mit einer Wasserkühlung betreiben und somit schnell und einfach einzelne Karten zu Test- oder Diagnosezwecken abschalten können, ohne den Kühlkreislauf auseinanderrupfen zu müssen. Direkt davor befinden sich acht Steckplätze für die "ProbeIt"-Multimeteraufsätze, mit denen diverse Systemspannungen extern überprüft werden können. Weiterhin befinden sich auf dem Maximus IV Extreme-Z diverse Mehrfarb-LEDs, die stark vom Normalbereich abweichende Spannungen anzeigen. Da das Maximus IV Extreme-Z über zwei BIOS verfügt, ist auch ein Taster zum manuellen Umschalten vorhanden.

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ASUS setzt auf dem Maximus IV Extreme-Z einen Super-I/O-Chip vom Typ Nuvoton NCT6776F ein, dessen Feature-Liste ausgesprochen lang ist. Er übernimmt z.B. das Hardware-Monitoring, die Steuerung von Systemspannungen, die Lüftersteuerung und die Bereitstellung von Legacy-Schnittstellen. Als Gigabit-Netzwerkcontroller kommen zwei Lösungen von Intel zum Einsatz, einmal ein 82583V als eigenständigem Chip und ein 82579V PHY zur Nutzung der bereits in den Chipsatz implementierten Funktionen.

Für die Soundausgabe verwendet ASUS einen Realtek ALC 889, der bereits auf vielen anderen Boards zu finden ist. Der HD-Audio-Codec unterstützt bis zu 192 kHz/24 Bit mit acht Kanälen, er ist also ein klassischer 7.1-Sound-Chip, wobei er auch Content Protection für HD-Audio (Blu-ray) und THX TruStudio unterstützt. Weiterhin kann zusätzlich dazu noch ein Stereo-Signal über die Frontanschlüsse ausgegeben werden, womit insgesamt sogar 10 Kanäle zur Verfügung stehen. In Sachen analoger Qualität bietet der Onboard-Sound des Maximus IV Extreme-Z wie andere Boards mit dieser Soundlösung auch das Übliche. Für viele User wird die Qualität ausreichen und sofern nur die digitalen Schnittstellen genutzt werden, erübrigt sich das Thema sowieso, falls nicht gerade besondere Ausgabeformate gewünscht werden.

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Das Maximus IV Extreme bietet am I/O-Panel eine gute Auswahl an Anschlussmöglichkeiten. Da auf jegliche Grafikschnittstellen zur iGPU-Nutzung verzichtet wurde, steht natürlich für andere Schnittstellen mehr Platz zur Verfügung. Zu sehen sind die beiden RJ45-Gigabit-Ethernet-Ports, acht USB-3.0-Buchsen, zwei eSATA-3G-Ports, ein ROG-Connect-Anschluss, diverse analoge und digitale Soundanschlüsse sowie eine PS2/Schnittstelle, ein CMOS-Clear-Taster und ein Schalter für ROG Connect.

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Auf dem Maximus IV Extreme-Z lassen sich insgesamt acht FAN-Header für den Anschluss von Lüftern finden. Alle Lüfter verfügen über einen 4-Pin-Connector und können in geregelt werden. Die drei Gehäuselüfter werden dabei zusammen gesteuert. Für sie und den CPU-Lüfter lassen sich neben einer Mindestdrehzahl verschiedene Drehzahlprofile auswählen. Neben drei vorgefertigten Profilen ist auch eine manuelle Konfiguration über zwei Betriebspunkte (Temperatur/ PWM-Wert) möglich. Für den sogenannten Power-Fan ist nur ein fester Duty-Prozentwert einstellbar, die drei optionalen Lüfter lassen sich zusätzlich noch über zwei Temperaturwerte der jeweils zugehörigen Sensorkabel konfigurieren.


Für den Test verwendeten wir die zum entsprechenden Zeitpunkt aktuelle BIOS-Version 1004 vom 27.12.2011. ASUS setzt auf dem Maximus IV Extreme-Z ein UEFI-BIOS ein, welches angenehmerweise auf überflüssigen optischen Schnickschnack verzichtet. Es ist übersichtlich, gut strukturiert und bietet auch eine Bedienmöglichkeit per Maus. Der Funktionsumfang ist insgesamt auch als gut einzustufen.

Unter "Extreme Tweaker" sind alle Optionen rund ums Overclocking zusammengefasst. Weitere die Hardware betreffenden Konfigurationsoptionen sind wie gewohnt in den entsprechenden Untermenus von "Advanced" zu finden, nur das Hardware-Monitoring inklusive Lüftersteuerung hat einen eigenen Menupunkt bekommen. Speicherbare Einstellungsprofile sind ebenfalls vorhanden (8 Slots) und auch an ein integriertes BIOS-Flash-Tool hat ASUS gedacht.

Im Testverlauf machte das UEFI-BIOS des ASUS Maximus IV Extreme-Z einen sehr ausgereiften Eindruck. Es lief stabil und schien frei von größeren Bugs zu sein. Im Standard-Bereich bietet es alle üblichen Funktionen und auch im Overclocking-Bereich sind alle wesentlichen Möglichkeiten vorhanden. Die Turbomultiplikatoren sind zusammen oder getrennt einstellbar, die CPU-Spannung kann per Fixed- oder Offset-Modus eingestellt werden. Zusätzlich verfügt das Maximus IV Extreme-Z über eine ganze Reihe von Einstellungsmöglichkeiten, die die Konkurrenz nicht bieten kann. Einzig Gigabytes Top-Board Z68X-UD7 kann in Sachen schierem Optionsumfang hier mithalten.

Sämtliche BIOS-Funktionen haben wir in der folgenden Galerie aufgeführt:


Für Overclocker ist es natürlich zunächst einmal interessant, welche BIOS-Optionen das Board bietet. Weiterhin darf das Board auch gerne mit einer besonderen Spannungsversorgung ausgestattet sein, die eine höhere Leistungsfähigkeit aufweist als von Intel vorgesehen, denn durch die Übertaktung der CPU steigt in der Regel deren Leistungsaufnahme stark an. Weiterhin ist es wichtig, dass auch die Signallaufzeiten auf dem Board (z.B. CPU-Speichercontroller - DRAM) einwandfrei geroutet sind, damit das Board auch bei Übertaktung noch stabile Signale überträgt. ASUS dürfte zusammen mit Gigabyte immer noch das beste Image im Bereich Overclocking haben, auch wenn andere Marken wie insbesondere ASRock fast gleichgezogen haben. Da das Maximus IV Extreme-Z sich genau wie schon sein Vorgänger als "das" High-End-Overclocker-Board verkauft, ist hier von einer guten Overclocking-Performance auszugehen.

Das Maximus IV Extreme-Z erlaubt eine Veränderung der Base Clock Rate in 0,1 MHz-Schritten von 80 bis 300MHz, wenn auch diese Spanne mit Sandy-Bridge-Prozessoren nicht annähernd genutzt werden kann. Die CPU-Kernspannung lässt sich wahlweise über Fix- oder Offset-Werte anpassen, wobei bei Benutzung von letztgenannten Modus auch die Stromspar-Features inklusive der Spannungsabsenkung im Idle gut funktionieren. Für die CPU lässt sich eine Loadline Calibration in fünf Stufen festlegen und auch für die iGPU lässt sich eine derartige Funktion zuschalten. Darüber hinaus kann man diverse Parameter der Spannungswandler steuern, darunter auch Optionen wie die Schaltfrequenz, die Ansteuerung der MOSFETs und die Phasensteueung. Platz genug für Feintuning ist auf alle Fälle vorhanden, auch wenn diese Möglichkeiten sicher nur von wenigen Usern tatsächlich genutzt werden.

Gute Konfigurationsmöglichkeiten und eine leistungsstarke CPU-Spannungsversorgung machen das ASUS Maximus IV Extreme-Z zu einem sehr guten Overclockerboard.

Die Overclocking-Funktionen des ASUS Maximus IV Extreme-Z in der Übersicht
Base Clock Rate 80 bis 300 MHz in 0,1 MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,800 V bis 2,155 V in 0,005-V-Schritten (Fixed-Modus)
-0,635 V bis +0,635 V in 0,005-V-Schritten (Offset-Modus)
DRAM-Spannung 1,200 V bis 2,200 V in 0,00625-V-Schritten
VTT/VCCIO-Spannung 0,800 V bis 1,700 V in 0,00625-V-Schritten
CPU PLL-Spannung 1,200 V bis 2,200 V in 0,00625-V-Schritten
PCH-Core-Spannung 0,808 V bis 1,709 V in 0,013-V-Schritten
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannunge

IGPU Voltage, Additional Turbo Voltage (+0,004 V bis +1,000 V), NF200, PCH PLL, DRAM REF 4x, Skew Driving

Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig, Multiplikatoren bei x6 - x16 (2er-Schritte)
Command Rate einstellbar
Timings einstellbar, 28 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
QPI-Takt
Weitere Besonderheiten

UEFI-BIOS
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE, EIST, zusätzlich ein "EPU Power Saving Mode" (Absenkung CPU-Spannung)
Turbo-Modus (Auto, All Cores, By number of active cores)
Turbo-Modus Parameter: Core Current Limit (CPU, IO), Power Limit (Short, Long, Additional Turbo Voltage
Load-Line Calibration für CPU (5 Level, Auto) und iGPU (Ein, Aus, Auto)
DIGI+ VRM/POWER Control: 16 Optionen zur Steuerung der Spannungswandler (z.B. Schaltfrequenz, Loadline Calibration, Steuermodi)
Flash-Tool ("Instant Flash"), erweiterte Lüfterregelung für CPU-Fan und Chassis-Fan sowie drei optionale Fans

Hier noch eine Galerie der für den Overclocking-Betrieb interessanten BIOS-Optionen.

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ASUS spricht mit dem Maximus IV Extreme-Z in Sachen Overclocking durchaus eine breite Käuferschicht an, auch wenn das Board aufgrund seiner Möglichkeiten sicher auf fortgeschrittene User ausgelegt wurde. Aber auch User, die nur über OC-Grundkenntnisse verfügen, sollten mit dem Maximus IV Extreme-Z gut klarkommen, denn die Automatik-Einstellungen vieler Optionen liefern brauchbare Ergebnisse. Damit ist nicht das "automatische Übertakten" oder das Aktivieren von voreingestellten OC-Profilen gemeint, sondern vielmehr die Tatsache, dass man nicht jede Nebenoption händisch nachregeln muss. Für beste OC-Ergebnisse kommt man erfahrungsgemäß nicht um eine manuelle Konfiguration herum.

Bei unseren Overclocking-Versuchen zeigte das Maximus IV Extreme-Z eine solide Performance und erlaubte unserer luftgekühlten Test-CPU ohne Probleme das Überspringen der "5 GHz-Hürde". Wir konnten wie auf anderen bereits getesteten Mainboards einen CPU-Takt von 5,2 GHz erreichen, wobei dieser aber aufgrund von vorhandener Kühllösung und CPU-Güte nicht "prime-stable" auf allen Kernen war. Im Zusammenspiel mit einem ausgiebigen Test bei 4,8 GHz lässt sich aber daraus ableiten, dass das Board mit höheren Frequenzen kein Problem hat und auch die Stabilität der CPU-Spannungsversorgung außer Frage steht. Im Testverlauf blieb das Board auch recht kühl, von daher verdient das Maximus IV Extreme-Z in der Disziplin Overclocking eine gute Note.

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Wie bereits erwähnt, lässt sich der Turbo-Betrieb des Maximus IV Extreme-Z ausgesprochen gut konfigurieren, da sich für die vier Lastfälle die Multiplikatoren wahlweise auch einzeln einstellen lassen oder über einen gemeinsamen Multiplikator gesteuert werden können. Unglücklich ist nur, dass sich das Board mit Defaulteinstellungen im Auto-Modus nicht an Intels Vorgaben mit den abgestuften Turbo-Multiplikatoren von x35 bis x38 hält, sondern für alle Lastfälle einen gemeinsamen Multiplikator von x38 verwendet. In der Praxis ist dieses minimale Overclocking eher praktisch, aber für Benchmarks bei Standard-Takt ist es eher hinderlich.

Das Overclocking geht beim Maximus IV Extreme-Z insgesamt leicht von der Hand, zumal das Board auch insgesamt einen sehr stabilen Eindruck macht.


Für die Sandy-Bridge-Mainboardtests haben wir unser Testsystem erneuert - und verdoppelt. An zwei Teststationen testen wir nun die diversen P67- und nun auch Z68-Mainboards, wobei wir die Testsysteme möglichst identisch gestaltet haben:

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz. 

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version. 

Hundertprozentig identisch sind die Testsysteme trotz identischer Software und identischer Hardware nicht, denn die Intel-CPUs besitzen eine leicht unterschiedliche VID-Spannung. Die Verbrauchswerte weichen also minimal voneinander ab, warum wir in den entsprechenden Vergleichen die Werte je nach Teststation mit unterschiedlicher Farbe markieren. Die Performancemessungen hingegen sind zwischen beiden Teststationen gut vergleichbar, da beide Systeme mit den gleichen Einstellungen gefahren werden.

Seit der Einführung der Nehalem-Prozessoren und der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings nocimg alt=h den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 1600 MHz und 9-9-9-24 1T - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim Maximus IV Extreme-Z funktionierte mit Default-Einstellungen der Turbo-Modus - wie bereits erwähnt - nur im "all cores"-Modus, aber nach Umschalten in den "by all active cores"-Modus stimmte auch das Schaltverhalten und die Performance.

Wir testen allerdings nur noch vier Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2011, SuperPi 8M, Cinebench 11.5 und Sisoft Sandra 2011 Memory Benchmark:

bench 3dmark

bench cine

bench sandra

bench superpi

Der Vergleich der bisher von uns getesteten P67- und Z68-Mainboards zeigt allenfalls minimale Unterschiede. Praktisch gesehen weisen alle Boards bei gleicher Konfiguration auch die gleiche CPU-, Grafik- und Speicherperformance auf. Wirkliche Unterschiede würden sich erst durch abweichende Einstellungen ergeben. Das ASUS Maximus IV Extreme-Z liegt von seiner Performance her auf dem Niveau der bereits getesteten Z68- und P67-Mainboards, die bei Standard-Einstellungen alle mehr oder weniger die gleiche Performance aufweisen.


Immer wichtiger ist heute der Stromverbrauch eines PC-Systems - und in der Tat tauchen hier im Vergleich zur Performance noch häufiger deutliche Unterschiede zwischen den Mainboards auf. Dies hat zum einen mit dem BIOS zu tun, denn oftmals werden Intels Stromsparoptionen nicht aufgegriffen, falsch implementiert oder es wird schlicht vergessen, dass Onboard-Komponenten deaktiviert werden, wenn diese nicht in Verwendung sind. Zum anderen hat dies auch mit den verwendeten Komponenten und der Spannungsversorgung zu tun: Je effizienter diese arbeitet, desto geringer ist der Stromverbrauch des Mainboards. Die Qualität und Effizienz der Hardware ist ein Faktor, aber auch die Softwareseite spielt eine Rolle. Insbesondere unter Last hat z.B. der jeweils gewählte Wert der CPU-Kernspannung einen großen Einfluss auf die gesamte Leistungsaufnahme.

Das Maximus IV Extreme-Z ist ein High-End-Mainboard in Extended-ATX-Bauform, welches mit etlichen Zusatzchips ausgestattet ist. Darunter sind ein NVIDIA NF200 und ein PLX PEX8608 als PCI-Express-Switch, mehrere USB- und SATA-Controller und etliche weitere Onboard-Komponenten zu finden. Daher ist von einem erhöhten Grundverbrauch auszugehen. Die Standard-Stromsparfeatures des Chipsatzes sind integriert und auch funktionstüchtig. Auch beim Maximus ist wieder ein "EPU Power Saving Mode" vorhanden, aber ansonsten muss man das Board per Hand auf energiesparenden Betrieb trimmen. Wobei das bei einem High-End-Overclocking-Mainboard in der Praxis keine Rolle spielen dürfte.

Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 11.5 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-Test, Vollauslastung).

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Im ersten Teil betreiben wir das Board im Prinzip mit den Optimized-Defaults-Einstellungen, sodass ein Großteil der entsprechenden BIOS-Optionen automatisch eingestellt wird. Um den Vergleich mit den bereits getesteten Mainboards vornehmen zu können, läuft die Grafikausgabe über die RADEON 5870 und an die iGPU - sofern das Board diese Option überhaupt bietet - ist nichts angeschlossen. Per Default sind beim Maximus IV Extreme-Z die meisten Energiesparoptionen per "Auto"-Einstellung aktiviert, was verglichen mit den Werten unter manueller Konfiguration zumindest unter Last auch gut zu funktionieren scheint. Im Idle scheint die in den Default-Einstellungen aktivierte Phasensteuerungsoption "Extreme" aber für einen deutlichen Mehrverbrauch zu sorgen.

watt normal idle

Im Idle zeigt das Maximus IV Extreme-Z eine sehr hohe Leistungsaufnahme, die im Testvergleich einen neuen Rekord aufstellt. Sowohl die Vorgängerrevision als auch das Gigabyte Z68X-UD7-B3 werden hier vom Maximus IV Extreme-Z übertroffen.

watt normal load

Unter Last bietet sich ein ähnliches Bild: Mit den standardmäßigen Einstellungen weist das ASUS ebenfalls einen sehr hohen Energieverbrauch auf. Es liegt klar am Schluss des Feldes mit großem Rückstand auf das Gigabyte Z68X-UD7-B3.

watt normal p95

Unter CPU-Volllast durch den Torture-Test von Prime95 hat sich die Lage gegenüber den Cinebench-Werten nicht groß verändert. Das Maximus IV Extreme-Z scheint alles auf Leistung und Stabilität zu setzen, wobei der Stromverbrauch offensichtlich nebensächlich ist. Wie bereits gesagt, bei einem 300 Euro teuren Overclocking-Board geht das prinzipiell in Ordnung.

Da die gewählten Prozessorspannungen im Lastfall einen großen Unterschied ausmachen können, haben wir einen Blick auf die jeweiligen Werte geworfen. Hierbei ist natürlich zu beachten, dass zwei unterschiedliche - wenn auch sehr ähnliche - CPUs im Spiel sind. Bei Betrachtung der Leistungsaufnahme spielt dies nur eine geringe Rolle, da beim "Powermanagement" der CPU die elektrische Leistung wichtig ist, in welche neben der Spannung auch die Stromstärke einfließt.

spannung normal p95

Ein Blick auf die gesammelten Testergebnisse zeigt, dass bis auf zwei Boards von ASUS und dem P67A-UD4 von Gigabyte alle Boards mehr oder weniger die gleiche Prozessorspannung unter Last verwenden, was auch zum Teil das gute Auftreten der betreffenden Boards unter Last erklärt. Das Maximus IV Extreme-Z hingegen verwendet eine um ca. ein Zehntel Volt höhere CPU-Kernspannung als der Rest des Testfeldes, was auch den vergleichsweise hohen Verbrauch unter Last erklärt. Durch manuelles Nachregeln ist hier also noch Optimierungspotential vorhanden.

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sämtliche USB-3.0- und SATA-Controller sind hier beispielsweise deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber alle energiesparenden Features werden zusätzlich manuell aktiviert. Die RADEON 5870 ist weiterhin die primäre Grafikkarte.

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

watt opt idle

Das Abschalten der Onboard-Komponenten des Maximus IV Extreme-Z und der manuellen Aktivierung aller Stromsparfeatures bringt durchaus eine Einsparung gegenüber den in Test 1 ermittelten Werten. Der um ziemlich genau 10 Watt niedrigere Stromverbrauch spielt in der Praxis zwar keine große Rolle, fällt aber größer aus als bei anderen Boards.

watt opt p95

Unter voller Prozessorlast sind die Einsparungen beim Maximus IV Extreme-Z hingegen zu vernachlässigen. Ein Blick auf die Kernspannung zeigt, dass diese bei 1,240 Volt konstant gehalten wird, weswegen andere Boards, die teilweise eine Spannungsabsenkung vornehmen, hier im Vorteil sind. Da aber die meisten Käufer so eines Boards dieses selbst konfigurieren werden, spielen solche "Stromsparfeatures" in der Praxis keine Rolle.

Dieser Test lässt klar erkennen, dass das ASUS Maximus IV Extreme-Z zuerst auf Leistung und nicht auf Energieeffizienz optimiert ist. Es verbraucht sogar noch etwas mehr Strom als die direkten Konkurrenz-Modelle mit vergleichbaren Ausstattungs- und Leistungsdaten, aber angesichts der Boardklasse und -ausrichtung ist dies ein nebensächlicher Kritikpunkt.


Das ASUS Maximus IV Extreme-Z verwendet für seine USB-3.0-Anschlüsse die bekannten Controllerchips D720200AF1 von Renesas/NEC. Diese waren die ersten USB-3.0-Controller auf dem Massenmarkt und werden trotz der etwas schnelleren Konkurrenz von beispielsweise ASMedia immer noch häufig eingesetzt. Ein Controller versorgt zwei USB-3.0-Ports (I/O-Panel, neben Soundanschlüssen) direkt, alle weiteren physikalischen Ports sind an zwei VIA VL810 Hubs angeschlossen, welche die beiden Ports des zweiten Renesas/NEC-Chips aufteilen.

USB-3.0-Performance:

Die USB-3.0-Performance testen wir mit einem schnellen SuperTalent SuperCrypt 32 GB - einer externen SSD in Form eines Speichersticks mit USB-3.0-Interface:

usb3 rear12s   usb3 rear34s

Die USB-3.0-Performance des Maximus IV Extreme-Z :
links: Controller 1 (nativ), rechts:
Controller 2 (über VL810)

Der Renesas/NEC-Controller bietet ein gute Performance und liegt bei den Lesewerten auf Augenhöhe mit den Vergleichswerten z.B. eines ASMedia ASM 1042 auf dem ASRock Z68 Extreme7. Bei den Schreibwerten hingegen liegen die Controller des Maximus IV Extreme-Z geringfügig um ca. 5 MB/s zurück. Insgesamt ist die Performance des USB-3.0-Schnittstellen des Maximus IV Extreme-Z als gut zu bewerten. Für eine möglichst hohe Performance sollten Käufer aber darauf achten, geschwindigkeitskritische USB-3.0-Komponenten, die parallel verwendet werden, an die nativ angebundenen Ports anzuschliessen.

 

SATA-6G-Performance:

Die Geschwindigkeit der SATA-6G-Schnittstellen testen wir mit einer entsprechend schnellen SSD. Wir verwenden dazu eine "ADATA S511 240GB" mit schnellem Sandforce-SF-2200-Controller. Diese SSD liegt mit Transferraten jenseits der 500 MB/s im ATTO-Disk-Benchmark schon nahe am Limit der SATA-Schnittstelle und auch der Controller selber sollte mit zwei PCIe-2.0-Lanes angebunden sein.

sata6g intels  sata6g marvells  sata3g jmbs

Die SATA-6G-Performance mit einer ADATA S511 240GB:
links: Intel-Controller SATA 6G, mitte: Marvell 9182 Controller SATA 6G (nativ), rechts: JMicron JMB362 Controller eSATA 3G

Mit der schnellen SSD von ADATA kann der im Z68-Chipsatz integrierte Controller das Rennen für sich entscheiden, was aber keine Überraschung ist. Überraschend ist aber, dass der Controller von Marvell sehr gut mithalten kann. Er erreicht im Lesen auch Werte von über 500 MB/s und liegt im Schreiben mit max. 400 MB/s auch vergleichsweise gut. Verglichen mit dem Intel-Controller hat er Defizite beim Lesen kleiner Blockgrößen und beim Schreiben größerer Datenpakete, aber insgesamt ist die Performance für einen Zusatzcontroller sehr gut. Der für die eSATA-Ports zuständige Controller von JMicron kann auch auf dem Maximus IV Extreme nur mit Werten im SATA-1,5G-Bereich aufwarten.

Diese Performance der Schnittstellen des ASUS Maximus IV Extreme-Z ist insgesamt als gut zu bewerten. Sowohl die USB-3.0- als auch die SATA-6G-Geschwindigkeit der Chipsatzschnittstellen entsprechen dem, was man von einem modernen Board erwarten kann. Die verwendeten Zusatzcontroller von Renesas/NEC und Marvell bieten eine vergleichsweise hohe Performance.


ASUS hat mit dem Maximus IV Extreme-Z eine überzeugende Neuauflage des bereits sehr guten Maximus IV Extreme geschaffen. Die Qualitäten und die kompromisslose Ausrichtung auf Leistung und Stabilität sind beim Extreme-Z ebenso vorhanden wie schon beim Extreme. Wobei man aber auch anmerken muss, dass sich die Unterschiede vom "alten" Extreme zum jetzigen Extreme-Z in erster Linie auf den anderen Chipsatz und eher versteckte Detailverbesserungen beschränken. Das Boardlayout wurde bis auf kleine Änderungen im Sockelbereich fast 1:1 übernommen. Der Chipsatzwechsel auf den Z68 hat zu einem guten Teil sicher die Ursache darin, dass mit Erscheinen des Z68 der P67-Chipsatz in den Köpfen der User plötzlich zum alten Eisen gehörte und somit die ganze Branche kollektiv die Chipsätze auf den entsprechenden Boards getauscht hat. Denn von den Features her hat sich gerade beim Maximus IV Extreme-Z durch den Z68 nicht wirklich viel verändert: Die Videotranscodierung-Features der iGPU können dank Virtu genutzt werden und theoretisch steht auch Intels "Smart Response" zur Verfügung. Insbesondere letztere Features werden Käufer eines Maximus IV Extreme wohl eher selten nutzen, wie vermutlich auch die Transcodierungsfeatures. Somit bleiben Verbesserungen in Stabilität und Performance, insbesondere im Bereich der Schnittstellen.

Als verbesserte Revision kann das Maximus IV Extreme-Z aber überzeugen. Es bietet eine umfangreiche Ausstattung und eine große Anzahl an schnellen Schnittstellen. Auch die zusätzlichen Features wie ASUS spezielle ROG-Funktionen sind ein herausragendes Merkmal. Wie viele User tatsächlich beispielsweise ihr Overclocking per "Fernsteuerung" über ROG Connect machen, wissen wir nicht, aber im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern sind ASUS "Gadgets" im Großen und Ganzen gut und funktional umgesetzt. Die umfangreichen Steuerungs- und Diagnoseelemente auf dem Board selber machen die ROG-Mainboards von ASUS auch zu etwas Besonderem.

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Mit vier SATA-6G- und bis zu 10 USB-3.0-Ports ist das Maximus IV Extreme-Z sehr gut aufgestellt. Auf Firewire oder auch Grafikschnittstellen zur wirklichen Nutzung der iGPU muss man zwar verzichten, aber dafür hat ASUS ein Bluetooth-Modul und zwei Gigabit-Ethernetschnittstellen von Intel integriert. Beachten sollte man aber, dass das Board aufgrund seines E-ATX-Formfaktors etwas mehr Platz im Gehäuse benötigt. Der Verzicht auf eine PCI-Schnittstelle ist zu vernachlässigen. Da wiegt die Tatsache, dass in der Praxis nur ein PCIe-Slot für Erweiterungskarten zur Verfügung steht, schon deutlich schwerer, auch wenn man ASUS zugestehen muss, dass die Auslegung für Multi-GPU-Setups ihren Platz braucht, welcher auch auf einem E-ATX-Board nur begrenzt ist. Wo wir es schon erwähnt haben: Ein weiteres positives Merkmal des Maximus IV Extreme-Z ist die sehr gute Eignung für Triple-SLI- oder Triple-Crossfire-Setups. Egal ob ein, zwei oder drei Grafikkarten zum Einsatz kommen, das Maximus IV Extreme ist darauf abgestimmt und bietet eine gute Umsetzung. Das sehr gut zu bedienende UEFI-Bios bietet ausgesprochen viele Konfigurationsmöglichkeiten, die auch erfahrene User voll ansprechen sollten.

Das Maximus IV Extreme-Z bietet überdurchschnittlich gute Overclockingoptionen und -performance. Im Testverlauf machte das Maximus IV Extreme-Z einen ausgesprochen stabilen und zuverlässigen Eindruck. Signifikante Bugs oder besondere "Automatiken" sind uns nicht aufgefallen.

Mit einem Straßenpreis von  ca. 300 Euro ist das ASUS Maximus IV Extreme-Z sicher kein Schnäppchen, aber angesichts der guten Ausstattung und Performance sowie des Anspruchs geht der Preis insgesamt in Ordnung. Wer etwas Besonderes haben möchte, muss dafür auch in anderen Bereichen etwas mehr auf den Tisch legen und die üblichen Preis-Leistungs-Rechnungen beiseitelegen.

 

Positive Eigenschaften des ASUS Maximus IV Extreme-Z:

Negative Eigenschaften des ASUS Maximus IV Extreme-Z: 

ASUS hat mit dem Maximus IV Extreme-Z ein bereits überzeugendes High-End-Board ein kleines Stück weiter verbessert. Es ist klar auf Overclocking ausgerichtet und bietet in diesem Bereich äußerst umfangreiche Möglichkeiten sowie auch hohen Komfort. Da auch Stabilität und Ausstattung überzeugen, ist das ASUS Maximus IV Extreme-Z ein klare Empfehlung für die User, die - ungeachtet des nahenden Ivy-Bridge-Launches - DAS Z68-Mainboard haben möchten.

 

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