Test: Gigabyte Z68X-UD7-B3 (Update)

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Auch Gigabyte hat seine Produktpalette inzwischen auf Intels Z68-Plattform umgestellt und kann nun mehr als ein Dutzend Platinen allein mit diesem Chipsatz anbieten. Das Top-Modell der Linie ist traditionsgemäß wieder mit dem Kürzel UD7 gekennzeichnet und weist eine besonders gute Ausstattung auf. Das GA-Z68X-UD7-B3 kann mit vier PEG-Slots aufwarten, verfügt über sehr leistungsstarke Spannungswandler und ist auch von der Anzahl der SATA-6G- bzw. USB-3.0-Schnittstellen her ganz vorne mit dabei. Trotz dieser konsequenten Ausrichtung auf Leistungsfähigkeit verwundert es ein wenig, dass Gigabyte auf jegliche Grafikschnittstellen verzichtet hat. Das Z68X-UD7-B3 ist daher kein typisches Z68-Board, sondern mehr als besondere P67-Platine zu betrachten. Die Verwandtschaft zum P67A-UD7 ist jedenfalls nicht zu übersehen.

Den Z68-Express-Chipsatz und seine neuen Funktionen haben wir bereits ausführlich im Zuge des Reviews des ASUS P8Z68-V Pro vorgestellt. Kurz zusammengefasst lässt sich sagen, dass der Z68 die Vorzüge der beiden bisher für Sandy-Bridge-Prozessoren im Sockel 1155 erhältlichen Chipsätze P67 und H67 kombiniert. Bis jetzt musste sich der User durch die Wahl des Chipsatzes festlegen, ob er entweder die in die CPUs integrierte Grafikeinheit (H67) oder leistungssteigernde Features inklusive Overclocking (P67) nutzen möchte. Mit dem Z68-Chipsatz ist nun beides gleichzeitig möglich, wodurch manche den Z68 als ersten "richtigen" Chipsatz für Sandy-Bridge-Prozessoren bezeichnen. Intel hat dem Z68 aber noch einige weitere exklusive Funktionen mitgegeben. So lassen sich dank der Smart-Response-Technologie kleine SSDs als "Cache" für Festplatten nutzen und mit Lucids Virtu-Software ist ein relativ einfacher Parallel-Betrieb von iGPU der CPU und dedizierten PCIe-Grafikkarten möglich. Käufer des Gigabyte Z68X-UD7-B3 können Letzteres aber gleich wieder "vergessen", denn Gigabyte hat die Ports für den Anschluss an die integrierte GPU weggelassen. Vorweggenommen sei gesagt, dass das Z68X-UD7-B3 mehr oder weniger ein P67A-UD7 mit Chipsatz-Update ist. An der grundlegenden Struktur hat sich beim Z68 im Vergleich zu seinen "Vorgängern" aber nichts Wesentliches geändert, das untenstehende Diagramm entspricht ziemlich genau dem, was man durch eine einfache Addition von P67 und H67 erhält.

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Durch Klick auf das Bild kommt man zu einem animierten Vergleich der Blockdiagramme von Z68, H67 und P67

Das Gigabyte Z68X-UD7-B3 ist klar auf den Einsatz in High-End-Systemen ausgerichtet. Es bietet vier PCIe-x16-Schnittstellen, die dank integriertem NF200-Switch auch allesamt schnell angebunden sind. Aufgrund der Platzverhältnisse bietet sich beim Z68X-UD7-B3 aber maximal ein Betrieb mit drei Grafikkarten an. Für den Einsatz von vier Grafikkarten müssten aufgrund der Steckplatzabstände sonst zwei Karten in Single-Slot-Bauweise verwendet werden.

Das Z68X-UD7-B3 verfügt über sehr leistungsfähige Spannungswandler und auch in Sachen Overclocking sind überdurchschnittliche Möglichkeiten vorhanden. Bei der Anzahl von schnellen Schnittstellen bietet das Z68X-UD7-B3 ebenfalls deutlich mehr als der Durchschnitt. Einzig die Haltung Gigabytes, kein grafisches UEFI-BIOS einzusetzen, wird manche User vielleicht irritieren.

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Bei der Optik ist auch Gigabyte den früheren Serien treu geblieben. Die Farbgebung als auch die charakteristische Form der Kühlkörper auf dem Board sorgen für eine hohe Wiedererkennung. Auch das Z68X-UD7-B3 entspricht dem "Ultra Durable"-Konzept von Gigabyte, bei dem dickere Kupferauflagen auf der Platine für eine insgesamt bessere Performance und Haltbarkeit sorgen sollen. Insgesamt macht das Z68X-UD7-B3 vom Äußeren her einen hochwertigen Eindruck.


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Die Ausstattung des Z68X-UD7-B3 ist als sehr umfangreich zu bezeichnen, denn Gigabyte hat dem Board noch etliche Zusatzcontroller und -chips spendiert.

Die technischen Daten in der Übersicht:
Die Daten des Gigabyte GA-Z68X-UD7-B3 in der Übersicht
Hersteller und
Bezeichnung
Gigabyte
GA-Z68X-UD7-B3
Straßenpreis ca. 275€
Homepage www.gigabyte.com
Northbridge-/CPU-Features
Chipsatz Intel Z68 Express Chipsatz
Speicherbänke und Typ 4x DDR3 (Dual-Channel)
Speicherausbau max. 32 GB
SLI / CrossFire CrossFireX, SLI (2-Way, 3-Way)
Onboard-Features
PCI-Express 4x PCIe 2.0 x16 (x16/-/x16/-, x16/-/x8/x8, x8/x8/x8/x8)
1x PCIe 2.0 x1
PCI 2x PCI
Serial-ATA-, SAS- und 
ATA-Controller
2x SATA 6G und 4x SATA 3G mit RAID 0, 1, 5, 10 über Intel Z68,
2x SATA 6G über Marvell 9128 Controller (PCIe)
2x eSATA 6G über Marvell 9128 Controller (PCIe)
USB 4x USB 2.0 (davon 2x eSATA-Combo, +4 über Header)
8x USB 3.0 über NEC D720200 (6x am I/O-Panel, 2x über mitgelieferte Slotblende, +2 Header)
Grafikschnittstellen -
WLAN / Bluetooth -
Firewire 2x Firewire 400 MBit/s über T.I. TSB43AB23 (2x Buchse am I/O-Panel, +1 Header)
LAN 2x Gigabit-Ethernet über Realtek 8111E.(PCIe)
Audio Realtek ALC889 Audio Codec (Content Protection Support)
analoge, digitale und optische Ports

Im Lieferumfang des Z68X-UD7-B3 lassen sich die folgenden Teile finden:

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Der Lieferumfang des Z68X-UD7-B3 ist vollständig, denn alle nötigen Teile liegen mit im Karton.

Kommen wir auf der nächsten Seite zum Board selber.


Wie bereits auf der ersten Seite beschrieben, hat sich beim Z68 im Vergleich zum P67-Chipsatz abgesehen von den Features rund um die Unterstützung der prozessorinternen Grafikeinheit nicht viel geändert. Die Sockel-1155-CPU kommuniziert über den DMI-Bus mit dem Chipsatz, welcher neben PCIe-Lanes für weitere Komponenten auch wesentliche Datenschnittstellen selbst bereitstellt. Ebenfalls übernimmt er die Ausgabe der Grafikdaten, die er über das flexible Display Interface von der iGPU in der CPU erhält. Direkt an die CPU angebunden sind zwei Speicherkanäle mit Dual-Channel-Unterstützung und insgesamt 16 PCIe-Lanes für die Grafikkartenschnittstelle. Wie schon die Chipsätze P67 und H67 auch hat der Z68 gegenüber früheren Chipsätzen den Vorteil, dass die PCIe-Lanes des Chipsatzes mit voller PCIe-2.0-Geschwindigkeit laufen. Mit der zur Verfügung stehenden Bandbreite lassen sich auch die neuen Schnittstellenstandards USB 3.0 und SATA 6G hinreichend schnell anbinden, sodass die Board-Hersteller nicht mehr zusätzliche PCIe-Switches einsetzen müssen, um halbwegs gute Transferraten erzielen zu können.

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Gigabyte setzt ähnlich wie MSI beim Z68A-GD80 ein Spannungswandlerdesign mit integrierten Elementen ein. Häufig werden noch für den Kernbereich eines Spannungswandlers, der neben der "Spule" noch aus dem Steuer-IC und zwei MOSFETs besteht, separate Bauteile verwendet. Dies ist einfacher und günstiger, da mehr oder weniger Standardbauteile kombiniert werden. Als technisch bessere Lösung werden zunehmend Bauteile verwendet, die mehrere Aufgaben in einem IC kombinieren. Bei den "DriverMOSFETs" (DrMOS) sind Steuer-IC und die beiden MOSFETs in einem Gehäuse integriert, was zum einen Platz spart, zum anderen aber aufgrund der kürzeren Signalwege auch Vorteile bei der Leistungsfähigkeit bietet.

Auf dem Z68X-UD7-B3 kommt ein Spannungswandlersystem mit 24 Phasen zum Einsatz, wie wir es auch schon beim P67A-UD7 gesehen haben. Die 24 Phasen können zwar nicht alle einzeln angesteuert werden, da der eigentliche PWM-Controller nur über 6 Phasen verfügt, aber durch Zusatzbausteine wird das PWM-Signal entsprechend aufgesplittet. Gigabyte hat sich da aber noch einige weitere Features einfallen lassen. Im Normalbetrieb werden 12 Phasen verwendet, unter hoher Last dann 24 Phasen, wobei jeweils noch eine Regelung in sechs Stufen vorhanden ist. Das von Gigabyte eingesetzte Design ist sehr aufwendig und komplex, bietet aber dafür weit mehr Leistung als je eine Sockel-1155-CPU unter Overclocking verbrauchen wird. Nicht nur die Leistungsfähigkeit wird durch die Parallelisierung gesteigert, sondern auch die thermischen Eigenschaften verbessern sich. Letztendlich könnte man es als Overkill bezeichnen, aber Gigabyte hat hier einen hohen Anspruch und scheint die technische Herausforderung geradezu zu lieben.

Zu den 24 Phasen der CPU-Spannungsversorgung kommen dann noch weitere Spannungswandler für die CPU-Nebenspannungen, den NF200-Switch und die Speicherbänke.

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Die Stromversorgung erfolgt über einen 24-Pin-ATX-Stecker und einen 8-Pin-EPS-Stecker. Zur Unterstützung der Stromversorgung im Multi-GPU-Betrieb ist kein zusätzlicher Anschluss auf dem Board vorhanden. Die Kühlkörper um den Sockel herum sind von normaler Größe, sodass es keine Probleme mit ausladenden Kühlkörpern geben sollte. Einzig der Kühlkörper auf dem NF200-Chip, der genau zwischen CPU-Sockel und erstem PCIe-x16-Slot positioniert wurde, ist problematisch, denn er blockiert den Einsatz von längeren PCIe-Karten im PCIe-x1-Slot. Allenfalls sehr kurze Karten wie manche USB- oder SATA-Controller passen hier noch.

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An der üblichen Position neben dem CPU-Sockel befinden sich vier DIMM-Slots für DDR3-Speicher. Das Angebot der Speicherteiler reicht von DDR3-800 MHz bis hin zu DDR3-2183 MHz. Die Auswahl an einstellbaren Timings im BIOS ist recht umfangreich. Die Unterstützung von XMP-Profilen ist vorhanden und funktionierte im Test prinzipiell auch gut. Bei der aktuellen BIOS-Version führt das Ausführen von XMP-Profilen aber zum Auftreten des CPU-Multi-Bugs, den wir aber später noch genauer behandeln, und welcher inzwischen behoben ist.

Auf dem Z68X-UD7-B3 sind insgesamt vier PCIe-x16-Slots zu finden, die von einem PCIe-x1-Slot ergänzt werden. Zusätzlich sind auch noch zwei  PCI-Schnittstellen vorhanden. Die 16 PCIe-Lanes, die die CPU zur Anbindung von Grafikkarten zur Verfügung stellt, erlauben sinnvollerweise nur den Betrieb von zwei Grafikkarten, die dann jeweils über 8 Lanes angeschlossen sind. Mithilfe von entsprechenden Zusatzchips, wie dem von Gigabyte eingesetzten NF200 von NVIDIA, lässt sich dieses "Problem" aber umgehen. Der NF200 ist ein PCI-Express-Switch, der mit 16 PCIe-Lanes an die CPU angebunden ist und im Downstream dann 32 PCIe-Lanes zur Verfügung stellen kann. Beim Einsatz von zwei Grafikkarten können beide mit bis zu voller x16-Geschwindigkeit laufen, was aber im Vergleich mit der nativen x8/x8-Anbindung in Systemen ohne NF200-Chip keine relevanten Performance-Vorteile bringt, wenn man entsprechenden Analysen im Web glauben schenkt. Richtige Vorteile bietet das Konzept mit dem NF200 dann aber bei drei (oder vier) Grafikkarten, da der NF200-Switch die zur Verfügung stehende begrenzte Bandbreite zur CPU hin optimal ausnutzen kann. Ein Triple-SLI-Setup würde z.B. mit 16x/8x/8x betrieben werden können.

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Angesichts der großen Anzahl an verbauten Zusatzchips ist vielleicht zu vermuten, dass es mit den acht PCIe-Lanes, die der Platform Controller Hub (PCH) des Chipsatzes zur Anbindung weiterer Komponenten zur Verfügung stellt, knapp geworden ist. Dem ist aber nicht so, denn die Aufteilung der verfügbaren Lanes geht genau auf. Da das Z68X-UD7-B3 nur einen einzigen PCIe-x1-Slot hat, bleiben noch sieben Lanes für die weitere Peripherie übrig. Davon gehen zwei Lanes für die Marvell-SATA-Controller ab, zwei benötigen die beiden Realtek-Netzwerkchips und eine weitere Lane wird von der PCIe-PCI-Brücke in Beschlag genommen. Das Z68X-UD7-B3 verfügt zwar über beachtliche 10 USB-3.0-Ports, welche aber von "nur" zwei USB-3.0-Controllern von Renesas Electronics bereitgestellt werden. Gigabyte setzt dazu zwei Hubs vom Typ VLI VL810 ein, die jeweils einen USB-3.0-Port eines Controllers auf jeweils vier Anschlüsse erweitern. Mit den zwei USB-3.0-Controllern, die ebenfalls je eine PCIe-Lane benötigen, geht die Rechnung genau auf. Der User braucht also nicht mit Einschränkungen in der Nutzbarkeit vorhandener Komponenten zu leben, wie das bei manch anderem Board der Fall ist. Dieses Setup ist aber andererseits nur möglich, weil das Z68X-UD7-B3 nur einen einzigen PCIe-x1-Slot hat, der noch dazu nicht uneingeschränkt nutzbar ist. Wer also mit den zwei PCI-Schnittstellen nichts anfangen kann, wird das Konzept von Gigabyte vielleicht sogar als permanente Einschränkung sehen.


Da das Z68X-UD7 das Topmodell unter Gigabytes Z68-Mainboards ist, bringt es eine dementsprechend gute Ausstattung mit. Zusätzlich zu den Schnittstellen des Chipsatzes sind noch zwei weitere SATA-6G-, zwei eSATA-6G-Ports und bis zu zehn USB-3.0-Anschlüsse vorhanden. Weiterhin sind noch zwei Firewire-Anschlüsse, zwei Gigabit-LAN-Ports, eine PS/2-Schnittstelle sowie diverse Sound-Anschlüsse fertig mit an Bord.

An der Vorderkante des Boards sind insgesamt acht abgewinkelte SATA-Buchsen zu finden, wodurch sie sich auch beim Einsatz von überlangen Grafikkarten noch problemlos nutzen lassen, vorausgesetzt natürlich im Gehäuse ist entsprechend Platz vorhanden. Die vier schwarzen Buchsen werden von dem SATA-3G-Controller des Z68-Chipsatzes bedient, wobei die beiden weißen Buchsen die Ports mit SATA-6G-Geschwindigkeit sind. Die sechs SATA-Anschlüsse des Chipsatzes verfügen über alle Funktionen von Intels Rapid Storage Technology, inklusive des neuen Smart-Response-Features. Daneben sind noch zwei SATA-Ports mit grauem Gehäuse untergebracht, welche von einem SATA-6G-Controller von Marvell versorgt werden. Dieser ist über eine PCIe-2.0-Lane angeschlossen und bietet somit für die meisten Anwendungen genug Bandbreite. Der verwendete Marvell 88SE9128 weist ebenfalls RAID-Funktionalität auf.

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Die USB-3.0-Anschlüsse werden von zwei Controllern von Renesas Electronics bereitgestellt, wobei aber die beiden Chips selber nur insgesamt vier USB-3.0-Ports bereitstellen könnten. Um die bis zu zehn Anschlüsse zu ermöglichen, setzt Gigabyte einen kleinen Trick in Form der Verwendung von Hub-Bausteinen ein. Die zwei USB-3.0-Hubs vom Typ VLI VL810 bieten im Downstream je vier USB-3.0-Ports an und belegen in Upstream-Richtung je einen der beiden USB-3.0-Ports der Renesas-Chips. Insgesamt betrachtet stehen also zwei USB-3.0-Ports mit stets voller Bandbreite zur Verfügung, wohingegen sich jeweils vier der Hub-Ports die Bandbreite eines USB-3.0-Anschlusses teilen müssen. Für sehr schnelle USB-3.0-Geräte empfiehlt sich daher der Anschluss an die beiden Buchsen mit garantiert voller Geschwindigkeit. Diese beiden Ports sind auf dem IO-Anschlusspanel ganz unten, also in der Nähe zu den PCI-Express-Slots zu finden.

Die Controller von Renesas Electronics sind vom bestens bekannten Typ D720220. Die in der Anfangszeit auch unter dem Markennamen "NEC" zu findenden Controller stellen die Pioniere im USB-3.0-Controllermarkt dar, da sie die Ersten waren, die in großer Stückzahl verbaut wurden. Heute gibt es allerdings einige Alternativen, beispielsweise von EtronTech oder ASMEDIA, die beide etwas schneller arbeiten. Bezüglich der allgegenwärtigen Kompatibilitätsprobleme im USB-3.0-Bereich nehmen sich aber alle aktuell verfügbaren Controllerchips nicht viel. Im Test liefen die USB-3.0-Schnittstellen des Z68X-UD7 schnell und stabil, aber angesichts der Fülle an erhältlichen USB-3.0-Geräten lässt sich keine wirkliche Kompatibilitätsaussage machen.

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Sechs USB-3.0-Anschlüsse sind auf dem I/O-Panel vorhanden und die vier weiteren sind in Form von zwei Pin-Headern auf der Platine untergebracht. Gigabyte legt einen 3,5-Zoll-Fronteinschub mit zwei Buchsen bei. Um den zweiten Pin-Header anschließen zu können, benötigt der User eine (optionale) weitere Slotblende oder ein entsprechend vorbereitetes Gehäuse mit einem solchen Anschlusskabel. Zwei der vier USB-2.0-Anschlüsse auf dem I/O-Panel teilen sich in Form einer eSATA-Combo-Buchse die Funktion mit den eSATA-Ports.

Gigabyte setzt auf dem Z68X-UD7 einen Super-I/O-Chip vom Typ iTE IT8728 ein, der direkt neben dem großen "Southbridge-Kühlkörper" zu finden ist. Ein Datenblatt des Chips war nicht zu finden, aber die Funktionen dürften denen ähnlicher Super-I/O-Chips von iTE, Nuvoton & Co. entsprechen. Er ist über die LPC-Schnittstelle mit dem PCH verbunden und stellt "Legacy-Schnittstellen" wie z.B. den PS/2-Port bereit. Weitere Aufgaben des Super-I/O-Chips sind im Bereich von Steuerung und Überwachung von Systemspannungen, Temperaturen und Lüftern angesiedelt.

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Als Gigabit-Netzwerkcontroller kommen zwei jeweils über eine PCIe-Lane angebundene Realtek RTL8111E zum Einsatz, womit die in den Chipsatz integrierten Netzwerkfähigkeiten nicht genutzt werden. Aber schließlich soll ein vollwertiger PCIe-Netzwerkchip von Realtek auch günstiger als der PHY-Chip von Intel sein, der noch zur Nutzung der entsprechenden Chipsatzfähigkeit benötigt wird. Ein Firewire-Controller ist mit dem T.I. TSB43AB23, der bis zu drei 400 MBit/s-Anschlüsse bereitstellen kann und hinter der PCIe-zu-PCI-Brücke hängt, auch an Bord des Z68X-UD7 vorhanden. Die Firewire-Anschlüsse sind als 6- bzw. 4-Pin-Ports auf dem I/O-Panel ausgeführt. Der dritte Port in Form eines Pin-Headers benötigt eine entsprechende (optionale) Anschlussmöglichkeit.

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Für die Soundausgabe kommt ein Realtek ALC 889 zum Einsatz, der bereits auf vielen anderen Boards zu finden ist. Der HD-Audio-Codec unterstützt bis zu 192 kHz/24 Bit mit acht Kanälen, er ist also ein klassischer 7.1-Sound-Chip, wobei er auch Content Protection für HD-Audio (Blu-ray) und Dolby Home Theater unterstützt. Das ist durchaus wichtig, denn durch die digitale Ausgabe des Sounds verlieren Onboard-Chips mehr und mehr ihre analoge Qualitätseinbuße, aber wer Blu-rays am PC abspielen möchte, erhält aufgrund der Verschlüsselung ohne die Content-Protection-Unterstützung keinen Sound. In Sachen analoger Qualität bietet der Onboard-Sound des Z68X-UD7 wie andere Board mit dieser Soundlösung auch das Übliche. Für viele User wird die Qualität ausreichen und sofern nur die digitalen Schnittstellen genutzt werden, erübrigt sich das Thema sowieso, falls nicht gerade besondere Ausgabeformate gewünscht werden.

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Das Z68X-UD7-B3 bietet am I/O-Panel eine solide Auswahl an Anschlussmöglichkeiten. Gigabyte verzichtet auf die Nutzung der in die CPU integrierten Grafikeinheit, somit werden auch keine Grafikschnittstellen auf dem I/O-Panel benötigt. Daher steht auch mehr Platz für andere Schnittstellen zur Verfügung und Gigabyte kann sich den "Luxus" leisten, neben zwei RJ45-Ports für Gigabit-Netzwerk auch zwei Firewire-Buchsen zu integrieren. Insgesamt 10 USB-Buchsen, worunter zwei eSATA-USB-Kombinationen sind, dürften ebenfalls mehr als ausreichend sein. Der Onboardsound wird mit sechs analogen Klinkenbuchsen sowie einem optischen und einem koaxialen SPDIF-Ausgang angeschlossen. Weitere Elemente, wie z.B. einen CMOS-Clear-Taster, hat Gigabyte nicht auf dem I/O-Panel untergebracht.

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Auf der Platine des Z68X-UD7 lassen sich sechs FAN-Header finden, wovon aber nur der für den CPU-Lüfter als PWM-taugliche Variante ausgeführt ist. Die Konfigurationsmöglichkeiten der Lüftersteuerungen sind beim Gigabyte Z68X-UD7 bestenfalls als bescheiden zu bezeichnen. Für den CPU-Lüfter lassen sich mehrere verschiedene Regelungscharakteristiken einstellen, aber alle anderen Lüfter laufen ungeregelt. Einzig eine Warnfunktion bei Lüfterausfall lässt sich auch für sie aktivieren. Käufer des Gigabyte Z68X-UD7 sollten vermutlich also gleich auch über die Anschaffung einer Lüftersteuerung nachdenken, falls sie so etwas nicht bereits besitzen.

Praktisch und mittlerweile auch zum Standard geworden, sind die zusätzlichen Bedienelemente auf dem Board. Der Power-Schalter ist als beleuchteter Drucktaster ausgeführt, wohingegen für den Reset- und den Clear-CMOS-Taster nur kleine Microschalter verwendet wurden. An eine Diagnose-Anzeige hat Gigabyte auch gedacht, ebenso wie an die entsprechende Übersetzungsliste der Codes im Handbuch.


Für den Test verwendeten wir die zum entsprechenden Zeitpunkt aktuelle BIOS-Version F8 vom 20.07.2011. Gigabyte setzt auf dem Gigabyte Z68X-UD7 ein klassisches BIOS im alten "Look" ein, liefert aber mit dem "Touch-Bios" eine interessante Erweiterung mit. Das "Touch-Bios" ist eine Software unter Windows, die vollständigen Zugriff auf die BIOS-Funktionen erlaubt, aber entsprechend den üblichen UEFI-BIOS-Versionen über eine graphisch ansprechende Oberfläche verfügt. Warum Gigabyte nicht gleich ein UEFI-BIOS implementiert hat, lässt sich vielleicht so erklären: Gigabyte will zum einen die "Hardcore-User" nicht abschrecken, die an das klassische BIOS gewöhnt sind, welches sich seit der MS-DOS-Ära nicht mehr grundlegend verändert hat, zum anderen sollen durch die schicke Oberfläche auch User angesprochen werden, die sich bisher nicht ins BIOS "getraut" haben.

Das BIOS des Z68X-UD7 bietet alle gängigen Overclocking-Optionen und ist in dieser Hinsicht sehr gut aufgestellt. Die Aufteilung der Optionen ist soweit auch nachvollziehbar und logisch. Einzig das manchmal etwas träge Bedienungsgefühl fällt störend auf, aber das liegt vermutlich an der Fülle von Live-Anzeigen, die Gigabyte im Bereich der Overclocking-Optionen integriert hat.

Alle Onboardkomponenten lassen sich einzeln deaktivieren, die Einstellungen für Speicher und CPU sind recht umfassend. Insgesamt ist zu sagen, dass es etliche Optionen gibt, die man auf anderen Boards sonst nicht sieht. Positiv ist in dem Zusammenhang, dass zumindest die meisten der eher speziellen BIOS-Optionen im Handbuch auch genauer erklärt werden. Speicherbare Profile sind ebenfalls vorhanden, nur ein Tool zum Flashen des BIOS ist nicht integriert. Die gängigen Energiespar-Einstellungen sind vorhanden, aber als speziell auf Energiesparen ausgerichtet könnte man das Z68X-UD7 nicht bezeichnen. Für die meisten Einstellungen ist der Auto-Betrieb voreingestellt, was soweit auch gut zu funktionieren scheint, zumindest im Betrieb bei Default-Einstellungen. Ein Schwachpunkt des Z68X-UD7-B3 ist aber, dass bei aktiviertem "C3/C6 state support" die Schreibleistung unserer SSD bei größeren Blöcken von 550 auf 350 MB/s einbrach.

Das BIOS des Z68X-UD7 macht ansonsten einen recht ausgereiften Eindruck, wobei aber zumindest noch eine weitere Sache der BIOS-Version F8 sehr negativ auffiel. Die i7-2600K-CPU unseres Testsystems läuft bekanntermaßen standardmäßig mit dem CPU-Multiplikator 34, welcher im Prinzip vom Board auch richtig erkannt wird. Das Z68X-UD7 hat nur die Angewohnheit, ihn nach einem Reboot von selbst auf 38 (höchster Turbo-Multiplikator) zu erhöhen. Nach einigem Ausprobieren steht fest, dass dies Verhalten insbesondere erfolgt, wenn der Speicherteiler manuell auf DDR3-1600 oder höher eingestellt ist. Auch XMP-Profile sind betroffen. Ob das nun ein Bug oder ein von Gigabyte gewolltes Feature ist, ist erst einmal fraglich. Eigentlich würde man es als Bug einordnen, aber dieses Verhalten betrifft laut Userberichten auch andere Z68-Mainboards von Gigabyte neben dem UD7. Mittlerweile gibt es auch inoffizielle Äußerungen von Gigabyte im deutschen Forum, dass dies ein von Taiwan gewolltes Feature sei. Das Ergebnis dieses - wir bleiben bei der unserer Meinung nach zutreffenden Bezeichnung - "Bugs" ist, dass in einigen Situationen die CPU vom Board gegen den Willen des User übertaktet wird, wobei auch eine etwas erhöhte Kernspannung mit zum Einsatz kommt. Bei Last auf allen Kernen würde der i7-2600K normalerweise mit 3,5 GHz (erste Turbostufe) laufen, dank Gigabyte wird er dann mit 3,8 GHz betrieben. Aufgrund des höheren "Grundmultiplikators" wird die Kernspannung etwas nach oben angepasst, was aber in dieser Situation ganz normal ist. Es ist aber leider nicht so, dass dadurch nur der Betrieb mit Standard-Takt und schnellen Speichereinstellungen behindert wird. Betroffen sind auch höhere Overclocking-Einstellungen, die dann vom Board einfach so wieder auf CPU-Multi 38x ohne Turbo heruntergesetzt werden.

Wenn man beispielsweise die Turbomultiplikatoren (beim i7-2600K 38x, 37x, 36x, 35x) manuell von Hand (und per Ziffernblock) eingibt und den CPU-Multi auf 34x setzt, dann funktioniert das Board wie vom User gewünscht auch mit Speicherteilern von 1600 MHz und höher, auch nach weiteren Neustarts. Insofern hat Gigabyte recht damit, dass man im Prinzip wohl weiterhin beliebige Settings fahren kann. Leider behält das Board diese Einstellungen nur im Hintergrund bei, im BIOS selber wird nach dem nächsten Neustart bereits wieder CPU-Multiplikator 38x zusammen mit automatischen Turbomultiplikatoren angezeigt. Ändert man nichts, dann bleibt es im Hintergrund bei den korrekten Einstellungen, aber sobald man Änderungen im OC-Bereich vornehmen will, ist man gezwungen, alle Multiplikatoren wieder neu einzustellen, denn bei einem Speichern würde wieder "Gigabytes automatisches Overclocking" zuschlagen. Angenommen, dieses Verhalten wäre nur ein Bug in Gigabytes neuem "Feature", dann wirft das aber auch kein gutes Licht auf Gigabyte, denn schließlich reden wir hier nicht von einer Beta-BIOS-Version, sondern von offziellen Releases.

Gigabyte scheint davon auszugehen, dass jemand, der schnellen Speicher einsetzt, auch gleich übertakten möchte. Diese Annahme ist vermutlich gar nicht verkehrt, aber das bedeutet unserer Meinung nach nicht, dass man es dem User vorschreiben darf. Gerade für Overclocker, die ja schließlich volle Kontrolle über jeden Aspekt ihres Systems haben möchten, ist dies eigentlich überhaupt nicht akzeptabel.

UPDATE 07.09.11: Gigabyte hat inzwischen ein Beta-BIOS F9C herausgebracht, welches laut Changelog Probleme mit OCZ PCIe SSDs beheben soll. Der CPU-Multi-Bug ist in dieser Version aber weiterhin vorhanden.

UPDATE 15.09.11: In der Zwischenzeit hat Gigabyte Deutschland mit uns Kontakt aufgenommen. Die Problematik wurde an Gigabyte Taiwan weitergeleitet und inzwischen auch gelöst. Gestern haben wir das Beta-BIOS F9D von Gigabyte erhalten, welches eine Lösung enthält. Der User hat nun die Wahl, ob Gigabytes "Tuning-Feature" aktiv sein soll oder nicht.

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Wird das erste Mal manuell ein Speicherteiler von 16 oder größer gewählt, wird der User gefragt, ob er die "CPU-Leistung verbessern" möchte. Antwortet man mit "Yes", verhält sich das BIOS wie die Version F8, d.h., es wird automatisch ein CPU-Multiplikator von 38 gewählt. Wählt man hingegen "No", so erfolgt kein Eingriff in die Steuerung der CPU-Multiplikatoren und das Board verhält sich normal, betreibt die CPU also auch beim Einsatz von schnellerem Speicher im Rahmen ihrer Spezifikation. Laut Gigabyte erhalten alle von diese "Feature betroffenen" Boards entsprechend angepasste BIOS-Versionen.

Es ist schön zu sehen, dass Gigabyte letztendlich doch auf die Wünsche der User eingangen ist und das "CPU Enhancement", welches in unseren Augen überhaupt nicht zu einem High-End-Mainboard passt, auf eine optionalen Status reduziert hat. Da wir annehmen, dass Gigabyte allen Usern zeitnah ein überarbeitetes Bios für das Z68X-UD7-B3 zur Verfügung stellen wird, können wir dem Gigabyte Z68X-UD7-B3 von Seiten des BIOS her nun wieder eine Empfehlung aussprechen.

 

Sämtliche BIOS-Funktionen haben wir in der folgenden Galerie aufgeführt:


Für Overclocker ist es natürlich zunächst einmal interessant, welche BIOS-Optionen das Board bietet. Weiterhin darf das Board auch gerne mit einer besonderen Spannungsversorgung ausgestattet sein, die eine höhere Leistungsfähigkeit aufweist als von Intel vorgesehen, denn durch die Übertaktung der CPU steigt in der Regel deren Leistungsaufnahme stark an. Weiterhin ist es wichtig, dass auch die Signallaufzeiten auf dem Board (z.B. CPU-Speichercontroller - DRAM) einwandfrei geroutet sind, damit das Board auch bei Übertaktung noch stabile Signale überträgt. Gigabyte gehört, wenn es um Overclocking geht, sicher zu den renommiertesten Mainboard-Herstellern. Dementsprechend ist auch das Topmodell der Z68-Familie ganz auf Leistung ausgelegt, was sich auch gut an der 24-phasigen Spannungsversorgung der CPU erkennen lässt.

Das Z68X-UD7-B3 erlaubt eine Veränderung der Base Clock Rate in 0,1 MHz-Schritten von 80 bis 200 MHz, auch wenn dieser große Bereich aufgrund der Einschränkungen der CPUs nach wie vor nicht annähernd genutzt werden kann. Wir erreichten im Test mit unserer CPU wieder eine maximale BCLK von 107 MHz, was in etwa den auch schon mit anderer Platinen mit Z68- oder P67-Chipsatz erreichten Ergebnissen entspricht.

Positiv beim Z68X-UD7-B3 ist, dass sich der Turbo-Modus sehr gut konfigurieren lässt. Möchte man hieran nichts verändern, braucht man einfach nur die selbstständig erkannten Multiplikatoren unverändert zu lassen. Alternativ lassen sich die vier Multiplikatoren für die vier möglichen Turbostufen nahezu beliebig manuell festlegen. Für die Konfiguration des Speichers stehen - CPU-bedingt - die üblichen Speicherteiler bereit, welche von einer umfangreichen Liste an Timings weiter ergänzt werden. Insgesamt bietet das UD7 recht umfangreiche Konfigurationsmöglichkeiten. Erwähnenswert ist beim Z68X-UD7-B3, dass für die CPU-Kernspannung sowohl feste Werte vorgegeben werden können, als auch ein Betrieb über einen Offset-Modus möglich ist. Dadurch lassen sich - bei Interesse - im Idle noch etwas niedrigere Werte bei der Leistungsaufnahme des Systems realisieren.

Sehr gute Konfigurationsmöglichkeiten und eine leistungsstarke CPU-Spannungsversorgung machen das Z68X-UD7-B3 prinzipiell zu einem guten Overclockerboard.


Die Overclocking-Funktionen des Z68X-UD7-B3 in der Übersicht
Base Clock Rate 80 bis 200 MHz in 0,1 MHz-Schritten
CPU-Spannung 0,750 bis 1,700 V in 0,005-V-Schritten (Fixed-Modus)
-0,200 bis +1,200 V in 0,01-V-Schritten (Dynamic Vcore DVID (Offset-Modus))
DRAM-Spannung 0,900 bis 2,600 V in 0,02-V-Schritten
VTT/VCCIO-Spannung 0,80 V bis 1,70 V in 0,02-V-Schritten
CPU PLL-Spannung
1,520 V bis 2,520 V in 0,02-V-Schritten
PCH-Core-Spannung
0,84 bis 1,94 V in 0,02-V-Schritten
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen
DRAM Data VRef, DRAM Address VRef, jeweils für Channel A und B, DRAM VRef., DRAM Termination, System Agent Voltage (0,755 bis 1,305 V in 0,005-V-Schritten (Fixed-Modus)
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig, Multiplikatoren bei x6 - x16 (2er-Schritte)
Command Rate
einstellbar
Timings einstellbar, 16 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
QPI-Takt
Weitere Besonderheiten

Standard-BIOS mit Windows-Steuerungssoftware
Settings speicherbar in Profilen
Energiesparoptionen: Standard-Stromspar-Modi wie C1E, CSTATE, EIST
detaillierte Live-Anzeige der CPU-Daten
Turbo-Modus (vier einzeln einstellbare Multiplikatoren)
Turbo-Modus Parameter: Core Current Limit (0-500A), Turbo Power Limit (0-1000W)
CPU-Lüfter mit Regelungsprofilen, weitere Lüfteranschlüsse ohne Regelung

Hier noch eine Galerie der für den Overclocking-Betrieb interessanten BIOS-Optionen.

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Gigabyte hat das Z68X-UD7-B3 eher auf User mit Overclockingerfahrung ausgerichtet. Das soll nicht bedeuten, dass das Board nicht auch für Einsteiger geeignet wäre, denn etliche Einstellungen laufen auch sinnvoll im Auto-Betrieb. Gigabyte hat aber einige "Spielereien" wie z.B. eine Funktion zum automatischen Übertakten weggelassen bzw. realisiert diese nur über eine Windows-Software. Etliche andere Hersteller haben solche Funktionen auf Hardware- bzw. BIOS-Ebene implementiert, aber deren Nutzen hält sich durch die Bank weg eher in sehr bescheidenen Grenzen. Mit wenigen manuellen Einstellungen erreicht man in der Regel deutlich bessere Ergebnisse.

Bei unseren Overclocking-Versuchen zeigte das Z68X-UD7-B3 eine solide Performance und erlaubte unserer luftgekühlten Test-CPU ohne Probleme das Überspringen der "5 GHz-Hürde". Wir konnten wie auf anderen bereits getesteten Mainboards einen CPU-Takt von 5,2 GHz erreichen, wobei dieser aber aufgrund von vorhandener Kühllösung und CPU-Güte nicht "prime-stable" auf allen Kernen war. Im Zusammenspiel mit einem ausgiebigen Test bei 4,8 GHz lässt sich aber daraus ableiten, dass das Board mit höheren Frequenzen kein Problem hat. Im Testverlauf blieb das Board auch recht kühl, von daher verdient das Z68X-UD7-B3 in der Disziplin Overclocking eine gute Note.

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Anmerkung zum obigen Screenshot: Die zum Testzeitpunkt aktuelle CPU-Z-Version (1.58) liest die VCore nicht korrekt aus.

Wie bereits erwähnt, lässt sich der Turbo-Betrieb des Z68X-UD7-B3 gut konfigurieren, da sich für die vier Lastfälle die Multiplikatoren einzeln einstellen lassen. Egal ob man per CPU- oder Turbo-Multiplikator übertakten möchte, das Overclocking geht beim Z68X-UD7-B3 insgesamt leicht von der Hand, zumal das Board auch insgesamt einen stabilen Eindruck macht.

Einen Eindruck von den dem Z68X-UD7-B3 beiliegende Softwarepaketen "Touch-Bios" und "Easy Tune" haben wir in folgender Galerie zusammengefasst:

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Für die Sandy-Bridge-Mainboardtests haben wir unser Testsystem erneuert - und verdoppelt. An zwei Teststationen testen wir nun die diversen P67- und nun auch Z68-Mainboards, wobei wir die Testsysteme möglichst identisch gestaltet haben:

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz. 

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version. 

Hundertprozentig identisch sind die Testsysteme trotz identischer Software und identischer Hardware nicht, denn die Intel-CPUs besitzen eine leicht unterschiedliche VID-Spannung. Die Verbrauchswerte weichen also minimal voneinander ab, warum wir in den entsprechenden Vergleichen die Werte je nach Teststation mit unterschiedlicher Farbe markieren. Die Performancemessungen hingegen sind zwischen beiden Teststationen gut vergleichbar, da beide Systeme mit den gleichen Einstellungen gefahren werden.

Seit der Einführung der Nehalem-Prozessoren und der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 1600 MHz und 9-9-9-24 1T - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim Z68X-UD7-B3 funktionierte mit Default-Einstellungen der Turbo-Modus jedenfalls zuverlässig und ohne Auffälligkeiten, sofern jedenfalls unter der BIOS-Version F8 die entsprechenden langsameren Speicherteiler eingestellt waren.

Wir testen allerdings nur noch vier Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2011, SuperPi 8M, Cinebench 11.5 und Sisoft Sandra 2011 Memory Benchmark:

3dmark

cinebench

sandra

superpi

Der Vergleich der bisher von uns getesteten P67- und Z68-Mainboards zeigt allenfalls minimale Unterschiede. Praktisch gesehen weisen alle Boards bei gleicher Konfiguration auch die gleiche CPU-, Grafik- und Speicherperformance auf. Wirkliche Unterschiede würden sich erst durch abweichende Einstellungen ergeben. Das Gigabyte Z68X-UD7-B3 liegt von seiner Performance her auf dem Niveau der bereits getesteten Z68- und P67-Mainboards, die bei Standard-Einstellungen alle mehr oder weniger die gleiche Performance aufweisen.


Immer wichtiger ist heute der Stromverbrauch eines PC-Systems - und in der Tat tauchen hier im Vergleich zur Performance noch häufiger deutliche Unterschiede zwischen den Mainboards auf. Dies hat zum einen mit dem BIOS zu tun, denn oftmals werden Intels Stromsparoptionen nicht aufgegriffen, falsch implementiert oder es wird schlicht vergessen, dass Onboard-Komponenten deaktiviert werden, wenn diese nicht in Verwendung sind. Zum anderen hat dies auch mit den verwendeten Komponenten und der Spannungsversorgung zu tun: Je effizienter diese arbeitet, desto geringer ist der Stromverbrauch des Mainboards. Die Qualität und Effizienz der Hardware ist ein Faktor, aber auch die Softwareseite spielt eine Rolle. Insbesondere unter Last hat z.B. der jeweils gewählte Wert der CPU-Kernspannung einen großen Einfluss auf die gesamte Leistungsaufnahme.

Das Z68X-UD7-B3 ist ein High-End-Mainboard in Standard-ATX-Bauform, welches mit etlichen Zusatzchips ausgestattet ist. Darunter sind ein NF200 als PCI-Express-Switch, mehrere USB- und SATA-Controller und etliche weitere Onboard-Komponenten zu finden. Noch dazu ist das Z68X-UD7-B3 vom Hersteller Gigabyte auf maximale Leistung getrimmt worden und dementsprechend fehlen konsequenterweise auch weitere "grüne" Features. Die Standard-Stromsparfeatures des Chipsatzes sind integriert und halbwegs funktionstüchtig, aber darüber hinausgehende Optionen, wie sie andere Hersteller oft anbieten, sind nicht vorhanden. So ist schon im Vorfeld klar, dass das Z68X-UD7-B3 nicht gerade neue Energiespar-Rekorde aufstellen wird.

Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 11.5 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-Test, Vollauslastung).

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Im ersten Teil betreiben wir das Board im Prinzip mit den Optimized-Defaults-Einstellungen, sodass ein Großteil der entsprechenden BIOS-Optionen automatisch eingestellt wird. Um den Vergleich mit den bereits getesteten Mainboards vornehmen zu können, läuft die Grafikausgabe über die RADEON 5870 und an die iGPU - sofern das Board diese Option überhaupt bietet - ist nichts angeschlossen. Per Default sind beim Z68X-UD7-B3 die meisten Energiesparoptionen per "Auto"-Einstellung aktiviert, was verglichen mit den Werten unter manueller Konfiguration auch gut zu funktionieren scheint.

normal_watt_idle2

Im Idle zeigt das Z68X-UD7-B3 eine hohe Leistungsaufnahme, die im Testvergleich eher als bescheiden zu bewerten ist. Es liegt sogar noch einige Watt hinter dem Maximus IV Extreme von ASUS, welches in der gleichen Leistungsklasse angesiedelt ist.

normal_watt_load2

Unter Last bietet sich ein ähnliches Bild: Mit den standardmäßigen Einstellungen weist das Gigabyte ebenfalls einen sehr hohen Energieverbrauch auf. Es liegt am Schluss des Feldes nur knapp vor dem ECS P67H2-A.

normal_watt_p952

Unter CPU-Volllast durch den Torture-Test von Prime95 hat sich die Lage gegenüber den Cinebench-Werten nicht groß verändert. Das Z68X-UD7-B3 liegt vom Stromverbrauch her auf einem eher bescheidenen Niveau, was aber für auf Leistung getrimmte High-End-Boards als normal anzusehen ist.

Da die gewählten Prozessorspannungen im Lastfall einen großen Unterschied ausmachen können, haben wir einen Blick auf die jeweiligen Werte geworfen. Hierbei ist natürlich zu beachten, dass zwei unterschiedliche - wenn auch sehr ähnliche - CPUs im Spiel sind. Bei Betrachtung der Leistungsaufnahme spielt dies nur eine geringe Rolle, da beim "Powermanagement" der CPU die elektrische Leistung wichtig ist, in welche neben der Spannung auch die Stromstärke einfließt.

normal_spannung_p95

Ein Blick auf die gesammelten Testergebnisse zeigt, dass bis auf zwei Boards von ASUS und dem P67A-UD4 von Gigabyte alle Boards mehr oder weniger die gleiche Prozessorspannung unter Last verwenden, was auch zum Teil das gute Auftreten der betreffenden Boards unter Last erklärt. Das Gigabyte Z68X-UD7-B3 zeigt keine Auffälligkeiten und verwendet de facto die gleiche CPU-Kernspannung wie die Masse der anderen Mainboards auch.

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sämtliche USB-3.0- und SATA-Controller sind hier beispielsweise deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber alle energiesparenden Features werden zusätzlich manuell aktiviert. Die RADEON 5870 ist weiterhin die primäre Grafikkarte.

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

eco_watt_idle2

Das Abschalten der Onboard-Komponenten des Z68X-UD7-B3 und der manuellen Aktivierung aller Stromsparfeatures bringt nur eine sehr geringe Einsparung gegenüber den in Test 1 ermittelten Werten. Der um ca. zweieinhalb Watt niedrigere Stromverbrauch spielt in der Praxis kaum keine Rolle. In den Default-Einstellungen des Z68X-UD7-B3 sind offensichtlich bereits alle Stromsparmodi aktiv und die Onboard-Controller verbrauchen im Idle des Systems ebenfalls fast keine Energie, sodass sich deren Abschaltung auch nicht bemerkbar macht. Der NF200-PCIe-Switch ist nicht abschaltbar und daher immer aktiv.

eco_watt_p952

Unter voller Prozessorlast ergibt sich durch das Deaktivieren der Onboard-Komponenten ebenfalls keine sichtbare Einsparung. Das Z68X-UD7-B3 erreicht hier fast die gleichen Werte wie im normalen Betrieb, auch die Abstände zur Konkurrenz bleiben gleich.

Dieser Test lässt klar erkennen, dass das Gigabyte Z68X-UD7-B3 auf Leistung und nicht auf Energieeffizienz optimiert ist. Es verbraucht ähnlich viel Strom wie Konkurrenz-Modelle mit vergleichbaren Ausstattungs- und Leistungsdaten, daher gehen die Werte in Ordnung. Es wird wohl auch niemand auf die Idee kommen, mit einem fast 300 Euro teuren High-End-Board ein Stromspar-System aufbauen zu wollen, daher stört es dann auch nicht, dass keine weiteren Möglichkeiten zur Energieeinsparung vorhanden sind.


Das Gigabyte Z68X-UD7-B3 verwendet die bereits bestens bekannten USB-3.0-Controllerchips von Renesas, welche die ersten USB-3.0-Controller auf dem Massenmarkt waren und vermutlich auch immer noch zu den am meisten verkauften gehören dürften. Die zusätzlichen beiden SATA-6G-Schnittstellen des Z68X-UD7-B3 werden wie die beiden eSATA-6G-Ports über Controller von Marvell realisiert. Die auf dem Z68X-UD7-B3 verbauten zwei Stück 88SE9128 bieten im BIOS einige zusätzliche Konfigurationsmöglichkeiten und bringen eine vollständige RAID-Funktionalität mit.

USB-3.0-Performance:

Die USB-3.0-Performance testen wir mit einem schnellen SuperTalent SuperCrypt 32 GB - einer externen SSD in Form eines Speichersticks mit USB-3.0-Interface:

usb_nativs  usb_hubs  usb_turbos

Die USB-3.0-Performance des Z68X-UD7-B3 :
links: nativer Port , mitte: Port über VLI VL810 Hub, rechts: nativer Port (USB-3.0-Turbo aktiviert)

Der verbaute Renesas D720200 bringt auf dem Gigabyte Z68X-UD7-B3 seine normale Performance. Andere Controller arbeiten inzwischen zwar etwas schneller, aber anders als beim Sprung von USB 2.0 auf 3.0 sollten die Geschwindigkeitsunterschiede zwischen den USB-3.0-Typen nur beim Benchmarken zu bemerken sein. Zwischen den beiden nativen Ports und den weiteren Ports, welche hinter Hubs vom Typ VLI VL810 hängen, besteht kein Performanceunterschied, zumindest dann, wenn wie in unserem Test nur ein Gerät eingesetzt wird. Würde man mehrere sehr schnelle USB-3.0-Geräte an USB-Ports betreiben, die am gleichen USB-3.0-Hub angeschlossen sind, müsste man natürlich mit Performanceeinbrüchen rechnen.

Weiterhin haben wir das von Gigabyte "Turbo USB 3.0" bezeichnete Feature ausprobiert, welches sich über eine BIOS-Option aktivieren lässt und eine bis zu 10 Prozent höhere USB-3.0-Performance ermöglichen soll. Normalerweise sind die Renesas-USB-3.0-Chips über je eine PCIe-Lane mit dem Platform Controller Hub verbunden. Im "Turbo-Modus" werden die USB-3.0-Controller auf die PCIe-Lanes der CPU umgeschaltet, verfügen also über eine direkte Verbindung zur CPU ohne Umweg über den PCH. Dieser Betriebsmodus hat natürlich auch einen Nachteil, denn dadurch stehen weniger PCIe-Lanes für die Grafikkarte(n) zur Verfügung. Tatsächlich lässt sich nur noch eine Grafikkarte mit 8 PCIe-Lanes versorgen. Die Grafikperformance des Systems sinkt etwas, der 3DMark11-Score geht um 380 Punkte von 4650 auf 4280 Punkte zurück. Aber es lässt sich im Gegenzug durchaus eine Performancesteigerung auf USB-3.0-Seite erkennen. Die Schreibleistung unseres als Testgerät verwendeten USB-Sticks steigt um ca. 10 Prozent, wobei aber die Leseleistung fast gleich bleibt. Gigabytes USB-3.0-Turbo funktioniert, aber wirklich brauchen tut man dieses Feature auch nicht.


SATA-6G-Performance:

Die Geschwindigkeit der SATA-6G-Schnittstellen testen wir mit einer entsprechend schnellen SSD. Wir verwenden dazu seit dem letzten Test eine "ADATA S511 240GB" mit schnellem Sandforce-SF-2200-Controller. Diese SSD liegt mit Transferraten jenseits der 500 MB/s im ATTO-Disk-Benchmark schon nahe am Limit der Schnittstelle.

sata_intels  sata_intel_c6offs  sata_marvs

Die SATA-6G-Performance mit einer ADATA S511 240GB:
links: Intel-Controller SATA 6G (C3/C6 enabled), mitte: Intel-Controller SATA 6G (C3/C6 disabled), rechts: Marvell-Controller SATA 6G

Mit der schnellen SSD von ADATA ergibt sich klar ein Bild zugunsten des Intel-Controllers. Beim Lesen am Intel-Controller werden Werte von knapp 550 MB/s erreicht, wohingegen die Performance am Marvel-Controller mit knapp unter 400 MB/s schon bedeutend geringer ausfällt. Auch die Performance bei kleinen Blockgrößen ist beim Anschluss am SATA-6G-Controller des Z68-Chipsatzes ein gutes Stück besser. Beim Schreiben hat ebenfalls der Intel-Controller die Nase vorn. Die gute Performance wird allerdings nur erreicht, wenn der "C3/C6 state support" im BIOS - zumindest bei Version F8 - abgeschaltet ist. Ist diese Energiesparfunktion aktiv, bricht die Schreibperformance bei größeren Blockgrößen deutlich ein, siehe erstes Bild der obigen Reihe.

Diese Performance der Schnittstellen des Z68X-UD7-B3 ist als gut zu bewerten. Sowohl die USB-3.0- als auch die SATA-6G-Geschwindigkeit der Chipsatzschnittstellen entspricht dem, was man von einem modernen Board erwarten kann. Der verbaute SATA-Zusatzcontroller bietet zwar ebenfalls eine ordentliche Geschwindigkeit, ist den Schnittstellen des Z68-Chipsatzes aber klar unterlegen. Schnelle SATA-6G-SSDs sollte man daher bevorzugt an die internen Ports anschließen. Ärgerlich ist ebenfalls, dass sich die aktivierte C-STATE-Funktion so auf die Schreibperformance auswirkt.


Gigabyte hat mit dem Z68X-UD7-B3 eine gute High-End-Platine geschaffen, die mit guter Ausstattung, stabilem Betrieb und einer hohen Flexibilität punkten kann. Das Board ist klar auf Overclocking und maximale Leistung ausgerichtet, unterstützt alle aktuellen Sockel-1155-Prozessoren und bietet vielfältige Overclocking-Optionen, auch wenn unserer Meinung nach Gigabyte sich das in der BIOS-Version F8 eingeführte zwangsweise, nun optionale "CPU-Enhancement-Feature" hätte sparen können, da es voll an der Zielgruppe des Z68X-UD7 vorbeigeht.

Im Kern ist das Z68X-UD7 aber nur als leicht überarbeitetes P67A-UD7 zu sehen, denn Gigabyte hat mit der fehlenden Nutzungsmöglichkeit der in die CPU integrierten Grafikeinheit eines der zentralen Merkmale der Z68-Plattform nicht implementiert. Smart Response wird zwar unterstützt, aber vermutlich von keinem User genutzt werden, denn wer knapp 300 Euro nur für das Mainboard ausgeben kann, wird auch die Extra-Euros für eine große SSD übrig haben. Das Touch-BIOS macht einen netten Eindruck, aber ist ebenfalls weit davon entfernt, als wichtiges Feature des Z68X-UD7-B3 zu gelten.

Das Board ist aber gut für SLI- oder CrossFireX-Systeme mit bis zu drei Grafikkarten geeignet, da Gigabyte dem Z68-UD7-B3 einen NF200-Chip für eine optimale Verteilung der PCIe-Bandbreite spendiert hat. Aber auch in anderen Belangen war Gigabyte recht großzügig. Vier zusätzliche SATA- bzw. eSATA-Schnittstellen sowie bis zu 10 USB-3.0-Ports bieten eine gute Grundlage für komplexe Systeme. Zwei Firewire-Ports sind auch nicht auf jedem Board zu finden, ebenso wie zwei Gigabit-Netzwerkschnittstellen am I/O-Panel. Eher negativ fallen die bescheidenen Möglichkeiten zur Lüftersteuerung auf, auch wenn die mitgelieferten Windows-Programme EasyTune und Touch-BIOS noch einige praktische Funktionen rund ums Overclocking bereitstellen.

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Positiv am Z68X-UD7-B3 ist die große Anzahl an PCIe-x16-Slots, von denen auch drei mit normalen Grafikkarten (in 2-Slot-Bauweise) nutzbar sind. Weiterhin sind noch ein PCIe-x1- und zwei PCI-Slots mit an Bord. Der PCIe-x1-Slot hat aber das Problem, dass er aufgrund des Kühlkörpers direkt dahinter nur mit sehr kurzen PCIe-Karten verwendet werden kann. User mit z.B. hochwertigen Soundkarten in PCI-Bauweise werden sich über dieses Layout freuen, aber Anwender, die schon auf PCI-Express-Karten umgestellt haben, sind gezwungen, dafür beispielsweise den unteren PCIe-x16-Slot zu opfern, was aber dank dem NF200-Switch unproblematisch sein sollte.

Dadurch, dass nur ein PCIe-x1-Slot an den Platform Controller Hub angeschlossen werden muss, umgeht Gigabyte die Problematik mit den nur acht zur Verfügung stehenden PCIe-Lanes am PCH, denn sieben PCIe-Lanes werden von den zahlreichen Onboard-Komponenten benötigt. So muss weder ein PCIe-Switch eingesetzt werden, noch hat der User mit Einschränkungen in der Nutzbarkeit zu leben.

Im täglichen Handling konnte das Z68X-UD7-B3 insgesamt überzeugen. Das Board lief sehr stabil und ermöglichte gute Overclockingwerte. Auch die Anzahl der für der Overclocking relevanten Einstellungsmöglichkeiten ist als sehr gut zu bezeichnen, wobei auch die Spannungsversorgung der CPU sehr stark ausgelegt ist. Da Gigabyte das in der letzten offiziellen Version eingeführte "CPU Enhancement", welches wir in der ursprünglichen Version dieses Artikel deutlich kritisieren mussten, wieder auf optionalen Status zurückfährt und zeitnah eine entsprechend angepasste BIOS-Version herausbringt, gibt es am Z68X-UD7-B3 nun in Sachen Handling und BIOS nichts wirklich Gravierendes mehr zu bemängeln.

Positive Eigenschaften des Gigabyte Z68X-UD7-B3:

Negative Eigenschaften des Gigabyte Z68X-UD7-B3: 

Gigabyte hat mit dem Z68X-UD7 ein überzeugendes High-End-Board geschaffen, welches seine Sache insgesamt sehr gut macht. Kein Wunder, denn anscheinend hat Gigabyte einfach nur einem P67A-UD7 die entsprechenden Chips des Z68-Chipsatzes spendiert. Die Grafikfeatures des Z68-Chipsatzes blieben dementsprechend auf der Strecke, was aber bei einem High-End-Board weniger ins Gewicht fällt als beispielsweise bei einem Mittelklasse-Board. Wer also bereits ein P67A-UD7 im Einsatz hat, braucht an einen Kauf des Z68X-UD7 nicht unebedingt zu denken. Alle anderen User, die ein High-End-Mainboard für Sockel 1155 suchen, sollten sich das Z68X-UD7-B3 durchaus einmal näher anschauen.

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