Shuttle XPC SB77G5

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Nachdem wir bereits zwei Shuttle XPCs für Intels LGA775 getestet haben, kommt nun ein Dritter hinzu. Da die ersten beiden XPCs auf den neuen Intel Chipsätzen i915P und i925X passend zum Sockel 775 aufbauten, kann man sich fragen: Warum nun noch ein Drittes? Diese Frage lässt sich schnell beantworten. Wer bis jetzt auf den neuen Sockel von Intel setzen wollte, musste zumindest seine Grafikkarte wechseln, denn keiner der bisherigen Shuttle Barebones für den Sockel 775 besaß einen AGP-Slot. Dies liegt daran, dass Intels neue Chipsätze kein AGP mehr unterstützen. Um dieses Problem zu umgehen, baute Shuttle bei dem SB77G5 einfach Intels neuen LGA775 auf ein Motherboard mit i875P-Chipsatz. Auf diese Art und Weise kommt der User in den Genuss der neuen Prescott-Steppings für den LGA775, kann aber gleichzeitig seine AGP-Grafikkarte und seinen DDR1-Speicher weiterverwenden.

Dass der i875P-Chipsatz dabei nicht langsamer ist als die neuen Chipsätze, haben wir bereits gezeigt. In unseren Testberichten zum i925X haben wir gesehen, dass der i875P durchaus mithalten kann und die neuen Techniken PCI-Express und DDR2 nur in Teilbereichen ein wirkliches Performanceplus bringen. Mit niedrigen Latenzzeiten ist der i875P auch mit einer 8x AGP-Karte konkurrenzfähig. Und mit dem neuen Sockel 775 lassen sich zumindest die aktuellen Prescott-Prozessoren bis 3,6 GHz einsetzen - die Sockel 478-Prozessoren gibt es nur bis 3,4 GHz.

Shuttle, der Marktführer im Bereich der "Small Form Factor"-PCs, schickt sich mit seinem neuen Modell an, seine Führungsposition weiter auszubauen. Ob der jüngste Sprössling für den LGA775 überzeugen kann, werden wir auf den kommenden Seiten klären.

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Besonders optisch weiß der SB77G5 zu überzeugen, er wirkt sehr edel, und weist eine sehr gute Verarbeitung auf. Das Design weicht von den bisherigen Intel XPCs ab und orientiert sich stark an dem Design des SN95G5, dem Shuttle Barebone für AMDs Sockel 939.

Interessant ist neben dem Blick auf das Äußere natürlich auch das Mainboard. Es baut auf Intels ausgereiftem i875P Chipsatz auf und verfügt wie bei dem Chipsatz üblich über die "Speicher-Beschleunigungstechnik" PAT. Die Northbridge arbeitet mit der ICH5R-Soutbridge zusammen, in die zwei SATA-Kanäle integriert sind, so dass diese nicht den PCI-Bus belasten. Verzichtet man auf das heute kaum noch übliche Diskettenlaufwerk, bietet das Gehäuse Platz für zwei Festplatten, so dass man sämtliche Vorteile der Soutbridge ausnutzen kann - unter anderem auch die Raid-Funktionalität.

Folgende Features können wir in unserer Tabelle festhalten:

Wie man anhand der Tabelle sehen kann, setzt Shuttle bei dem SB77G5 auf bewährte Technik. DDR2 sucht man genau so vergebens wie PCI-Express. Leider verzichtet Shuttle bei diesem Modell auf einen integrierten Card-Reader, wie man ihn bei den LGA775-Schwestermodellen findet. Von diesem einmal abgesehen ist alles im Lieferumfang enthalten, was das Herz begehrt, Firewire, USB 2.0 sowie ein hochwertiger Realtek ALC658 Audiocodec.

Wie immer an dieser Stelle werfen wir auch einen Blick auf den Lieferumfang:

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Im Folgenden eine Liste des Lieferumfangs:

Intern bereits verbaut sind:

Wer einen Shuttle XPC kauft, muss nur noch CPU, Grafikkarte, Speicher, ein optisches Laufwerk sowie eine Festplatte kaufen, der Rest ist im Lieferumfang enthalten. Alle benötigten Kabel und sogar Wärmeleitpaste sind im Lieferumfang des XPCs enthalten. Besonderes Lob muss man Shuttle für die beigelegte Treiberdiskette zum Installieren des Raidtreibers aussprechen, denn diese lassen leider immer noch viel zu viele Hersteller weg. Neben den Treiber-CDs legt Shuttle eine CD mit Tools bei; diese enthält einen Virenscanner, ein Producer Tool sowie den nicht mehr weg zu denkende Acorbat Reader.

Bevor wir uns dem Gehäuse widmen, werfen wir einen kurzen Blick auf die Rückseite des Gehäuses.

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Auf der linken Seite des Anschlussfeldes befinden sich zwei COM-Ports, direkt daneben die PS/2 Anschlüsse für Tastatur und Maus. Daneben befindet sich ein Firewire-Port sowie zwei USB-Anschlüsse und ein Netzwerkanschluss. Ganz rechts findet man die Soundanschlüsse. In der oberen rechten Ecke findet man zusätzlich zu den analogen Anschlüssen einen digitalen Ausgang. Schön wäre es gewesen, wenn Shuttle dem SB77G5 analog zum SB95P einen Schalter für den einfachen Bios-Reset auf der Rückseite integriert hätte.

Es ist auf der Rückseite also alles vorhanden, was das Herz begehrt. Noch mehr Anschlüsse findet man auf der Front, mehr dazu auf der nächsten Seite.


Dass sich PCs heute nicht mehr in schnödem Einheitsbeige unter dem Schreibtisch verstecken müssen, zeigt Shuttles S77G5 eindrucksvoll. Es wirkt sehr hochwertig, und bereichert mit seiner Optik jeden Schreibtisch, aber auch jedes Wohnzimmer. Zwar besteht die Front des XPCs aus Plastik, damit diese aber besser zum Rest Gehäuses passt, ist sie mit edlem Aluminium verkleidet. Das Gehäuse ist mit den Abmessungen von 30 x 20 x 18,5 cm sehr klein gehalten. Man findet aber trotzdem für die wichtigsten Komponenten ein Plätzchen.

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Hinter der oberen Klappen versteckt sich das optische Laufwerk des XPCs. Öffnen lässt sich das Laufwerk mit dem silbernen Knopf in der rechten oberen Ecke. Wer ein Laufwerk mit einer gebogenen Front verwenden will, kann hier aber Probleme bekommen, denn dann kann es passieren, dass sich das Laufwerk nicht weit genug nach vorne schieben lässt und somit der Schalter keinen Kontakt mit dem Schalter des Laufwerks bekommt. Andersrum kann es passieren, dass zwar das Laufwerk zu öffnen ist, dafür dann aber immer die obere Klappe leicht offen steht.

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Öffnet man das Laufwerk, öffnet dies die Blende, welche durch einen Federmechanismus nach unten klappt und beim Schließen des Laufwerks wieder zuklappt.

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Hinter der zweiten Blende versteckt sich ein Schacht für ein 3,5 Zoll-Laufwerk. Hier kann man also ein Diskettenlaufwerk, eine Lüftersteuerung oder einen Card-Reader einbauen. Eine entsprechende zweite Blende zum Verschließen liefert Shuttle leider nicht mit, dafür ist schließlich die obere Blende gedacht. Bei den ersten Öffnungsversuchen erfordert das Öffnen der Blende einen sehr festen Druck, so dass man hier Angst hat, den ganzen XPC durch die Gegend zu schieben.

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Hinter einer Klappe im unteren Bereich der Front verstecken sich die Frontanschlüsse des S77G5. Hier findet man alles, was man schnell brauchen kann - zwei USB-Anschlüsse, einen Firewire-Anschluss sowie einen Audio-Ein- und Ausgang.


Auf der Rückseite des Gehäuses befinden sich rechts zwei Slots für die Grafikkarte und eine PCI-Karte. Da das Barebone über keine integrierte Grafik verfügt, wird also einer der beiden Slots immer mit der Grafikkarte belegt sein. Zentral auf der Rückseite befindet sich der Auslass für den zentralen Gehäuselüfter, der auch gleichzeitig den Heatpipe-CPU-Kühler mit Frischluft versorgt.

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Auf der linken Seite befindet sich das im Lieferumfang enthaltene 250 Watt-Netzteil. Dieses reichte in unserem Test auch aus, um eine GeForce 6800GT ausreichend mit Strom zu versorgen. Die Anschlussoptionen des S77G5 lassen wir hier außen vor, denn sie werden schon auf der ersten Seite ausführlich behandelt.

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Das Gehäuse ist sehr gut verarbeitet. Die Hülle des XPCs lässt sich sehr leicht mit Hilfe von drei Rändelschrauben öffnen. Der äußere Rahmen des Gehäuses verschafft diesem eine sehr hohe Stabilität. Der Festplattenkäfig ist herausnehmbar, dazu aber im nächsten Abschnitt mehr.

Der Festplattenkäfig wird an den oberen Streben des Gehäuses verschraubt. Er kann aber ganz einfach ausgebaut werden, indem man zwei Schrauben löst. Im unteren Bereich des Käfigs lassen sich zwei 3,5 Zoll-Festplatten festschrauben. Direkt über diesen kann dann ein optisches Laufwerk verbaut werden. Leider verbaut Shuttle hier noch keinen Käfig wie im SB95P XPC, bei dem sich alle Laufwerke bequem mit Schienen befestigen lassen.

Zum weiteren Nachrüsten von Festplatten muss der Käfig natürlich ausgebaut werden, sollte ein optisches Laufwerk eingebaut sein.


Shuttle setzt beim SB77G5 auf einen zentralen 80mm-Gehäuselüfter, der sich um die ganze Entlüftung des Rechners kümmert. Lediglich das Netzteil verfügt über einen weiteren eigenen Lüfter. Dies kann man positiv, aber auch negativ auffassen. Schließlich gibt es nur einen lärmenden Lüfter im Gehäuse, andererseits muss genau dieser Lüfter alle Wärme aus dem Gehäuse befördern, so dass dieser recht schnell drehen muss, um genügend Luft zu befördern. Das Heatpipe-Prinzip hat sich in unseren Tests allerdings im Vergleich zur neuen Fanduct-Konstruktion als effektiver herausgestellt.

Die zentrale Kühleinheit für den Prozessor nimmt einen Großteil des Platzes im Innenraum ein.

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Entfernt man den 80mm-Gehäuselüfter mit vier Rändelschrauben, sieht man, dass der Lüfter nicht mit der Heatpipe des Prozessors verbunden ist. Um diese auszubauen muss zuerst der temperaturgesteuerte Gehäuselüfter ausgebaut werden.

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Der Lüfter wird mit vier, durch Federn gepufferte Schrauben mit dem Boden des Barebones verschraubt. Auf diese Weise wird der Kühler mit optimalem Anpressdruck auf den Prozessor gedrückt, ohne diesen oder das Motherboard zu beschädigen. Über vier Heatpipes, die in die Kupferplatte am Boden des Kühlkörpers eingelassen sind, wird die Wärme vom Boden des Kühlers in die seitlich gelagerten Fins gebracht. Der Rest des Kühlkörpers besteht aus Aluminium.

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Wer jetzt das Gefühl bekommt, dass der Zusammenbau des XPCs kompliziert sei, kann beruhigt sein. Das Kühlungskonzept des SB77G5 ist bei der Montage nahezu narrensicher. Auch die Lautstärke des Lüfters hält sich in Grenzen. Der temperaturgesteuerte 80mm-Lüfter ist zwar wahrnehmbar, stört aber nicht besonders. Spätestens, wenn man am PC Musik hört, einen Film schaut oder etwas spielt, hört man von dem XPC nichts mehr. Hier sind es eher die Lüfter der modernen Grafikkarten, die mehr Lärm verursachen. Wer aber einen absolut lautlosen PC sucht, muss sich nach einem anderen Barebone umsehen. Es ist eher der Netzteil-Lüfter, der hier etwas mehr lärmt.


Shuttle verwendet für den SB77G5 das FB77-Mainboard. Es ist speziell für diesen XPC entwickelt worden und nicht im freien Handel verfügbar. Im Gegensatz zu einem normalen ATX-Mainboard fehlen selbstverständlich aufgrund der Größe die meisten Ports - die Features sind jedoch aufgrund der Onboard-Komponenten dieselben.

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Im unteren Bild sieht man den AGP- sowie den PCI-Slot des SB77G5. Da sich der AGP-Slot sehr nah an der Außenkante und somit an der Außenwand befindet, können nur Grafikkarten eingesetzt werden, die einen relativ niedrigen Kühler haben, der auf einem normalen Mainboard keinen weiteren PCI-Slot blockieren würde. Somit fallen alle GeForce 6800 Ultra-Karten, die das Standard-Layout haben, von vornherein weg.

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Als Onboard-Sound setzt Shuttle einen Realtek ALC658 ein, einen 5.1-Sound, den wir später noch einmal genauer begutachten werden und qualitativ unter die Lupe nehmen. Den Onboard-Sound findet man direkt neben dem AGP-Slot in der linken Gehäuseecke.

Den zentralen Platz auf dem Motherboard nimmt natürlich der Sockel 775 ein. Auf dem unteren Bild liegt rechts davon die passiv gekühlte Northbridge des i875P-Chipsatzes. Rechts davor befindet sich die Southbridge. Auch auf dem Bild zu sehen ist der VIA VT6307 Firewire-Controller, der die Firewire-Ports kontrolliert. Es handelt sich um einen Standard-400 MBit/s-Controller, den wir auf den meisten Boards mit Firewire vorgefunden haben.

Ebenso zu sehen ist der Broadcom Gigabit-Ethernet-Controller, der leider über PCI angebunden ist. CSA wird hier nicht genutzt, sodass der Gigabit-Ethernet-Port praktisch auf 133 MB/s Übertragungsrate limitiert ist. Eine derart hohe Netzwerkperformance wird man aber wahrscheinlich mit dem XPC auch nicht benötigen. Allerdings wäre es sicherlich eleganter gewesen, den Controller über CSA anzubinden.

Im Hintergrund entdeckt man den ITE Super I/O-Controller, der unter anderem für den in der Nähe platzierten Floppy-Controller zuständig ist. Eine weitere Aufgabe sind die PS/2-Schnittstellen oder der serielle Port auf der Rückseite. Zudem übernimmt er das Hardwaremonitoring des Mainboards, wobei wir diesbezüglich noch einmal im Bios genauer schauen, was der Chip kann.

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Der CMOS-Jumper ist, wie man es kennt, an einer eigentlich recht praktischen Stelle - fummelig wird es nur, wenn bereits die Grafikkarte eingesetzt ist. Dann ist die neue Lösung von Shuttle eindeutig flexibler, denn man hat bei den neuen Sockel 775-Gehäusen mit i925X und i915P-Chipsätzen den CMOS-Jumper auf die ATX-Leiste gebracht, wo er einfach von außen bedient werden kann.

Neben der Southbridge liegen die beiden nativen SATA-Anschlüsse des Mainboards. Ebenfalls bei den SATA-Anschlüssen im vorderen Bereich des Gehäuses befinden sich die PATA-Anschlüsse. Einer der beiden ist von Haus aus verkabelt. Dieses Kabel wurde von Werk ab sauber an sämtlichen Streben entlang gelegt, so dass man mit diesem problemlos das optische Laufwerk anschließen kann. Da für nur ein Laufwerk Platz ist, verfügt das Kabel auch nur über einen Anschluss.

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Das SB77G5 verfügt über zwei Dimm Sockel. Diese liegen direkt hinter der Front des Gehäuses. Da das FB77 Mainboard wie alle i875P-Mainboards zwei Speicherriegel im DualChannel Modus ansprechen können, ist es ratsam, das Mainboard immer mit zwei gleichen Speicherriegeln zu bestücken. Der XPC kann maximal durch zwei 1GB DDR400-Modulen mit insgesamt 2GB Speicher bestückt werden. Um den Speicher einbauen zu können, muss zuerst der Festplattenkäfig entfernt werden.

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Besonders positiv muss erwähnt werden, dass sämtliche Spannungswandler des SB77G5 mit passiven Kühlkörpern versehen sind. Auf diese Weise schafft es Shuttle, dass sich die Temperatur der Spannungswandler auch nach längerem Volllast-Betrieb im grünen Bereich befindet. Gerade die Prescott-Prozessoren sorgen hier für eine ordentliche Hitze bei den Spannungswandlern.

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Nachdem wir uns jetzt ausführlich mit dem Gehäuse und dem Aufbau des Mainboards befasst haben, wird als Nächstes das Bios unter die Lupe genommen.


Das BIOS:

Das BIOS (Basic Input-Output System) ist mehr als 20 Jahre alt und damit die älteste Softwaretechnik innerhalb des PCs. Es wird in den ersten Sekunden nach dem Einschalten des PCs aufgerufen, der so genannten Pre-Boot-Phase, also noch bevor das Betriebssystem geladen wird. Allerdings gibt es das Bios nicht mehr lange, wie Intel mitteilt:

Der Firmware Foundation Code von Intel ist ein Ergebnis des Projektes mit Codenamen „Tiano“ und sorgt dafür, dass der Nachfolger des BIOS auf neuester Softwaretechnologie basieren wird. Er wurde speziell im Hinblick auf neue Ausstattungsmerkmale und Dienste entwickelt, zu denen beispielsweise die verbesserte Verwaltung und Betriebsfähigkeit sowie Schnittstellen für administrative Aufgaben gehören.

Bald brauchen wir uns also nicht mehr durch die blauen Menüs hangeln, um an die Hardwareeinstellungen zu kommen. Bislang bleibt das Bios aber der Grundstein für eine gute Gesamtperformance, auf die es bei den Mainboards im Allgemeinen ankommt. Auch werden hier alle wichtigen Drähte in Bezug auf Overclocking und Onboard-Features gezogen. Nun werden wir prüfen, wieviel Sorgfalt die Ingenieure bei der Programmierung dieses BIOS an den Tag gelegt haben.

Wie immer widmen wir uns zuerst visuell dem BIOS, das heißt, wir schießen einige Screenshots, um den Aufbau und die einzelnen Funktionen des Menüs zu veranschaulichen:

Im Folgenden halten wir die wichtigsten Bios-Funktionen und Besonderheiten fest:

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Das Bios verfügt über alle Funktionen, die das Herz begehrt. Wir konnten in unserem Test keine Probleme mit Funktionen feststellen. Das Hardware-Monitoring ist umfassend, auch die DDR-Spannung wird überwacht. Die im Bios integrierte Lüftersteuerung des SB77G5 arbeitet einwandfrei und hält den PC auf einem akzeptablen Geräuschniveau. Alle OnBoard-Geräte lassen sich im Bios problemlos deaktivieren. Auch die Overclocker können sich freuen, denn auch für diese gibt es genügend Optionen, dazu aber auf der nächsten Seite mehr. Etwas gewöhnungsbedürftig ist der Aufbau des Bios, mit etwas Einarbeitungszeit findet man sich aber zurecht.

Alles in allem kann man mit dem Bios des SB77G5 zufrieden sein; es erfüllt seinen Zweck voll und ganz und bietet umfangreiche Einstellmöglichkeiten. Gerade hier macht sich der ausgereifte Zustand des i875P-Chipsatzes bemerkbar, mit dem Shuttle auch schon bei früheren XPCs und Mainboards Erfahrungen sammeln konnte. Während das ein oder andere Bios für Intels neue Chipsätze noch nicht ausgereift wirkt, macht sich hier die Erfahrung der Bios-Entwickler mit dem i875P-Chipsatz positiv bemerkbar.

Die Stabilität:

Natürlich haben wir uns auch bei diesem XPC der Stabilität gewidmet. Interessant war es, einmal zu sehen, ob die GeForce 6800GT trotz einem recht hohen Stromverbrauch an der Seite eines Prescott-Prozessors im XPC eingesetzt werden kann. In unserem Test war dies ohne Probleme möglich, während des gesamten Tests ergaben sich keine Stabilitätsprobleme und wir konnten sogar noch etwas übertakten. Das spricht für einen guten Wirkungsgrad des Netzteils, welches mit 250W ja nicht sehr stark ist. Gut ausgerüstete Prescott-Systeme erreichen mit einer GeForce 6800GT gerne einmal Werte über 200 Watt. Auch wenn wir keine Probleme hatten - wenn man eine GeForce 6800GT einsetzt, so empfehlen wir hier die Verwendung eines niedrig getakteten Prescott-Prozessors (2,8 und 3,0 GHz), um die Strombelastung nicht auf Dauer in kritische Bereiche zu treiben.

Hier die Resultate des weiteren Stabilitätstests:

Auch über die Stabilität des SB77G5 lässt sich nur Positives berichten. Mit den von uns getesteten Komponenten (siehe Testsystem) lief das System absolut stabil. Es gab keine Abstürze noch Speicherproblematiken. Mit den uns vorliegenden DDR400-Modulen lief der XPC hervorragend, auch bei niedrigen Timings. Kompatibilitätsprobleme hatten wir mit dem i875P-Chipsatz nur äußerst selten und so waren wir hier auch nicht überrascht, dass im Fall des SB775G5 nichts vorlag.

Auf der nächsten Seite geht es mit dem Overclocking des Barebones weiter.


Interessant ist natürlich auch, wie es mit dem Overclocking bei dem getesteten Barebone ausschaut. Gerade aufgrund der eingeschränkten Kühlmöglichkeiten ist es sehr interessant, wie weit sich unser Pentium 4 520 übertakten lässt. Welche Frequenzen die CPU ermöglicht, haben wir unserem Forum unter dem Thread "Pentium 4 520- Der neue Übertakterking" beleuchtet. Die CPU sollte uns also beim Takten keinen Strich durch die Rechnung machen.

Wir wollen uns bei jedem Motherboard zunächst jedoch die Features ansehen, die geboten werden:

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Hier die Overclocking-Optionen in der Übersicht:

Die Bios-Optionen sind für einen Barebone-PC auf jeden Fall im grünen Bereich. Die CPU-Spannung lässt sich aber leider nur bis auf 1,5875V anheben. Dies lässt leider nicht immer sehr viel Spielraum zum Übertakten. Da das Gehäuse und die CPU von nur einem Lüfter gekühlt werden, sollte man mit den Spannungsveränderungen aber sehr vorsichtig sein. Außerdem entwickelt sich die Abwärme bei Spannungserhöhungen quadratisch, ist also besonders gefährlich für die CPU. Da auch das Netzteil in höherer Form Leistung liefern muss, empfehlen wir im XPC eigentlich nur die Übertaktung ohne VCore-Erhöhung oder mit einem mäßigen Plus. Dann sind die 1,5875V schon als sehr gut zu werten.

Die VDimm lässt sich bis 2,9V anheben. Dies ist bei DDR-Motherboards in der letzten Zeit mehr oder weniger zum Standard geworden und reicht aus, um jeden noch erhältlichen Speicher gut zu übertakten. Die AGP-Karte kann man bis 1,8V mit Spannung versorgen, der FSB ist flexibel, wie man es gewohnt ist, bis in utopische Höhen von 355 MHz.

Nun aber genug der Worte, weiter geht es mit unserem Praxistest:

Mit unserem Pentium 4 520 schafften wir sehr gute 250 MHz FSB. Ein sehr guter Wert für einen Barebone-PC. Postiv ist uns hier aufgefallen, dass das Testsystem trotz erhöhtem Takt angenehm leise geblieben ist. Zudem ist der Sockel 775 im i875P hier auch im Vorteil, dass der AGP/PCI-Takt fix zu sein scheint - beim i925X-Chipsatz ist zumindest der PCI-Express-Takt flexibel, deshalb sind hier viele Mainboards aktuell nicht stabil beim Übertakten.

Den von uns verwendeten TwinMos DDR 466 Speicher konnten wir problemlos mit 240 MHz betreiben, was auch für ein robustes, qualitativ gutes Boarddesign spricht.

Nachdem wir uns nun mit der Übertaktungsfähigkeit unseres Rechners beschäftigt haben, geht es auf der nächsten Seite mit unserem Testsystem weiter.


Bevor wir zu den Benchmarks schreiten, müssen wir noch ein paar Dinge erwähnen, die für die Tests protokolliert werden sollen. Wir verwenden für diesen Test einen Pentium 4 520, also einen Pentium 4 mit 2,8 GHz, da wir mehrere Testsysteme aufbauen möchten und diese CPU zum einen günstig ist und zum anderen sich aber auch für das Overclocking sehr gut eignet. In unserem Forum haben wir vom "neuen Overclocking-King" schon berichtet, denn der erste von uns aus dem Handel erworbene Pentium 4 520 schaffte ohne Spannungsveränderung eine Übertaktung von 2,8 auf 3,7 GHz bzw. 3,9 GHz mit dem Intel Boxed-Heatsink, wobei wir hier ziemlich sicher sind, dass eher jeweils das Board das Limit beschrieb.

Als Grafikkarte kam hier eine Pine XFX GeForce 6800GT zum Einsatz. Mit dieser Karte ist es möglich alle aktuellen Spiele in hoher Qualität flüssig zu spielen. Als Speicher verwendeten wir 2 x 256 MB TwinMos DDR 466 Speicher. Abgerundet wir das Setup von einer 160 GB Hitachi 7k250 PATA Festplatte. Als Betriebssystem kam Windows XP Home mit Service Pack 2 zum Einsatz. Für unsere Grafikkarte verwendeten wir nVidias Forceware 66.77.

Im Vergleich zu unseren bisherigen Sockel 478-Tests mit i875P ist dieses Testsystem leider nicht mehr zu vergleichen. Wir haben beim i875P einen Pentium 4 mit 2,4 GHz verwendet, da uns hier kein Sockel 775-Prozessor mit dieser Taktfrequenz vorlag, mussten wir auf ein neues Testsystem umschwenken. Vergleichsbenchmarks fehlen also - aber nach mehr als einem Jahr Canterwood und Springdale hat man als Hersteller wohl die Performance der Chipsätze im Griff und man kann sich als User darauf verlassen, dass diese mehr oder weniger mit der der Mainboards anderer Hersteller übereinstimmt.

Hier noch einmal das Testsystem im Überblick:

Hardware:

  • Pentium 4 520, 2,8 GHz
  • 2 x 256 MB TwinMos DDR 466 Ram
  • Pine XFX GeForce 6800GT
  • Hitachi 7k250 160GB Platte
  • DVD Rom

Software:

  • Windows XP Home mit Service Pack2
  • nVidia Forceware 66.77

Bevor wir nun aber endgültig mit den Benchmarks beginnen wollen wir noch kurz einen Blick auf den tatsächlichen Front-Side-Bus werfen. Da heute einige Boards mit einem erhöhten Front-Side-Bus ausgeliefert werden, ist dies leider notwendig. In unseren neuen Sockel 775-Reviews haben wir deshalb sogar eine "Kennzeichnungspflicht" für uns eingeführt - und über 2% Abweichung disqualifizieren wir das Board aus dem Vergleich.

Shuttle ist aber wie immer im Bereich des Erlaubten:

Das Shuttle SB77 Board hat einen Standard-FSB von 200,3 MHz, was den vorgegebenen 200 MHz sehr nahe liegt und somit kein Problem darstellt.

Auf der nächsten Seite beginnen wir unseren Benchmark-Katalog mit dem RightMark Audio Analyzer.


Rightmark verwenden wir schon einige Zeit für Mainboard-Tests, richtig professionell haben wir den Benchmark allerdings erst bei dem Soundkarten-Roundup mit 6 Soundkarten verwendet, da wir dort die Signale mit einer hochwertigen Creative Professional E-Mu1820 generiert und aufgenommen haben. Das ist bei den Mainboard-Reviews leider nicht möglich. Hier verwenden wir einfach ein Loop-Through-Kabel. Der Effekt: Man kann nicht 100%ig sicher gehen, wenn ein OnBoard-Sound qualitativ schlechte Werte hat, ob dies aufgrund des Eingangs des Sounds oder des Ausgangs der Fall ist. Die meisten Ausgänge sind noch akzeptabel und von guter Qualität, einige Eingänge haben allerdings Mängel. Im Endeffekt ist das Urteil dann natürlich auch mit einem schlechten Eingang negativ - aber differenzieren können wir leider nicht.

Anders ist dies natürlich wenn ein Sound qualitativ gute Werte auch für den Eingang besitzt. Interessant wird dies vor allen Dingen aufgrund der Jack-Retasking-Funktion für die HD-Audio-Mainboards, denn hier müssen theoretisch alle Ein- und Ausgänge von hoher Qualität sein, weil diese durch Jack-Retasking frei vergeben werden können. Vielleicht geben sich aus diesem Grund die Hersteller jetzt auch mehr Mühe bei den Sound-Eingängen.

Beginnen wir mit unseren Tests:

Das genaue Ergebnis sieht man in dieser Datei.

Der von Shuttle verwendete OnBoard-Sound konnte leider nicht überzeugen. Dies können wir selbstverständlich auf die Qualität unseres Vorserienmodells schieben, wir hoffen jedoch, dass die Abschirmungen in dem schlussendlich ausgelieferten XPC etwas besser sind. Ansonsten wird einem nicht viel übrig bleiben, außer den einzigen PCI-Slot mit einer gute Soundkarte auszustatten. Während einige Werte sehr gut sind, werden andere Werte nur mit "Poor" bewertet - das kommt bei Mainboard-Reviews selten vor.

Einziger Tipp: Mit den digitalen Anschlüssen sind die generierten Signale natürlich astrein, da keine DA/AD-Wandler verwendet werden. Demnach lohnt es sich beim Shuttle SB77P, diese zu verwenden.

Kommen wir nun zu den "richtigen" Benchmarks, zum Leistungsvergleich.


Da wir in dieser Form mit dem Sockel 775 und dem i875P-Chipsatz keine Vergleichsbenchmarks in unserer Datenbank haben und der Shuttle XPC somit der "erste seiner Art" bei uns ist, präsentieren wir hier auf dieser Seite einige übliche Benchmarks. Vergleicht man ein wenig mit unseren bisherigen Sockel 478-Tests und dem i875P, so sieht man, dass insbesondere die CPU- und Memory-Benchmarks durchaus auf identischem Niveau sind. Vergleicht man hingegen ein wenig mit dem Sockel 775-Prozessortestbericht, so findet man Parallelen zum dort getesteten i925X und der dort verwendeten PCI-Express GeForce 6800GT:

Shuttle hat also den XPC mit einer sehr guten Performance ausgestattet - mit den 4800 MB/s liegt man im Bereich ordentlicher Canterwood-Mainboards, die Performance ist auch sonst im grünen Bereich.


Wer nach einem Barebone sucht, bei dem er seinen Speicher und seine Grafikkarte weiterverwenden kann, aber trotzdem eine neue LGA775-CPU verwenden will, kommt bei Shuttles SB77G5 voll auf seine Kosten. Der XPC profitiert von Intels ausgereiftem i875P.Chipsatz, auf dem der Barebone aufbaut. Dies machte sich besonders durch absolut stabilen und vor allen Dingen problemlosen Betrieb bemerkbar. Im Vergleich zu den anderen LGA775-Barebones konnte uns dieses Barebone des Weiteren mit einer sehr angenehmen Lautstärke überzeugen. Die Lüftersteuerung funktioniert tadellos und sehr zuverlässig. Die Ausgereiftheit fehlt aktuell noch den i925X und i915P-Chipsätzen - deshalb mag man hier auf der richtigen Seite sein.

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Besonders mit seinem sehr schlichten und edlen Design wird Shuttles jüngster Spross sicher sehr schnell Anhänger finden, denn er macht sich auf jedem Schreibtisch gut. Das man aus einem kleinen Barebone auch eine echte Power-Spielemaschine machen kann, zeigen unsere Benchmarks mit einer GeForce 6800GT, die problemlos in dem Gehäuse Platz findet. Positiv überrascht waren wir auch von dem verbauten Netzteil. Dieses hat zwar nur eine angegebene Leistung von 250 Watt, hatte aber trotzdem keine Probleme damit die GeForce 6800GT auch längere Zeit unter Volllast mit genügend Strom zu versorgen. Nachteil ist hier der kleine Lüfter wie schon bei den älteren XPCs. Dafür ist in dieser Bauform die gute Heatpipe wieder vorhanden - diese scheint mit einem Sockel 775-Prozessor keine Probleme zu bereiten und ist um einiges leiser als die neue Fanduct-Lösung.

Positive Aspekte des Shuttle SB77G5 XPC:

Negative Aspekte des Shuttle SB77G5 XPC:

Die Frage ist, welche Hardware man am Besten mit dem XPC verwendet. Einen hochgetakteten Prescott möchte man aus Hitze- und resultierenden Lautstärkegründen sicherlich nicht im XPC haben, da macht eine GeForce 6800GT oder eine X800XT mehr Spass. Mit einer guten Soundkarte avanciert der XPC dann zum Alleskönner im multimedialen Bereich. Mehr sollte man dem Netzteil nicht zumuten - für eine PCI-Express-Grafikkarte der nächsten Generation fehlt aber dann auch der notwendige Slot.

Im Handel ist der XPC ab 318 Euro erhältlich - er gehört also auch zu den günstigeren XPCs, zu denen man aber bedenkenlos greifen kann. Aktuell ist der i875P dem i925X noch überlegen, auch wenn man sich die Möglichkeit des "Upgradens" abschminken kann. Da dies bei XPCs jedoch sowieso recht schwierig ist, stellt sich das Problem für die meisten User nicht.

Weitere Links:

Weitere Mainboard- und CPU-Reviews findet man in unserer Testdatenbank unter Prozessoren, Mainboards Intel oder Mainboards AMD.

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