Shuttle SB95P XPC im Test

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In unserem ersten Sockel 775-Mainboard Roundup hatten wir bereits einen Shuttle XPC im Test. Das Modell mit i915G-Chipsatz bekommt nun einen großen Bruder auf Basis des Alderwood-Chipsatzes. Der SB95P basiert auch auf dem neuen G5-Gehäuse, welches Shuttle seit neuestem einsetzt, besitzt aber nicht nur wegen dem i925x-Chipsatz einige andere Features. Der Luxus-XPC, den Shuttle natürlich aufgrund des Chipsatzes eher im Performance-Sektor positioniert, kommt mit allen neuen High-End-Features : DDR2, PCI-Express und Southbridge-Features wie Matrix Raid und HD-Audio finden wir in dem XPC, zudem hat man im Vergleich zu dem SB81P auch einen PCI-Express-Slot im Gehäuse. Es ist also alles auf modern getrimmt - und wir sind gespannt, wie sich der kleine Barebone-Rechner in unserem Test schlägt.

UPDATED :

Bitte beachten Sie zu diesem Artikel unsere News bezüglich einer neuen Bios-Version, die die meisten Probleme des SB95P, die in diesem Review beschrieben wurden, beseitigt.

Wie immer machen die XPCs vor allen Dingen optisch etwas her. Shuttle ist immer noch die unangefochtene Nr. 1 in diesem Bereich und baut den Vorsprung auch noch aus, denn mittlerweile bietet man auch komplett ausgestattete XPCs mit allen PC-Komponenten an. Wir testen hier das Barebone-Gerät mit Netzteil, CPU-Kühler, Mainboard und Gehäuse. Enthalten ist zudem wieder einmal reichlich Zubehör, so ein USB 2.0-Cardreader, den Shuttle schick ins Gehäusedesign integriert hat. Im Gegensatz zu einem Mainboardreview werden wir natürlich auch etwas genauer auf das Gehäuse und die anderen Komponenten schauen, um das Gesamtpaket zu beurteilen.

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Schauen wir aber zunächst auf die typischen Mainboard-Features. Shuttle setzt den i925x in Verbindung mit der ICH6R ein - bietet also Raid, obwohl das Platzangebot in dem XPC natürlich recht klein ist. Durch die gute Anordnung im Gehäuse bekommt man aber bis zu drei Festplatten ohne Probleme unter, lässt man das optische Laufwerk weg, können es sogar vier werden. Allerdings ist dann die Hitzeentwicklung zu beachten, denn vier Festplatten sind in einem derart kleinen Gehäuse schwer zu kühlen.

Folgende Features können wir in unserer Tabelle festhalten :

Auch an diesen Eckdaten sieht man bereits, dass Shuttle den XPC komplett auf neue Features trimmt. Man nutzt einen PCI-Express-Gigabit-Ethernet-Controller und bietet keinen PCI-Slot mehr. Statt dessen lässt sich neben der x16-Grafikkarte auch noch ein weiteres x1-Gerät in den XPC einbauen. TV-Tunerkarten und Soundkarten mit PCI-Express-Interface werden in Kürze am Markt verfügbar sein, um den XPC in eine Multimedia-Station aufzurüsten, wenn man dies möchte. Ein hochwertiger Realtek ALC880 High Definition Audio Codec ist jedoch ebenso enthalten wie ein Firewire-400-Controller von VIA. USB 2.0 ist eine Selbstverständlichkeit. Im Gegensatz zum SB81P setzt Shuttle auf DDR2, zwei Slots sind hier vorhanden. Und schließlich finden wir in diesem XPC auch Overclocking-Features. Es ist also alles enthalten, was man sich in einem leistungsstarken XPC wünschen kann.

Wie immer an dieser Stelle werfen wir auch einen Blick auf den Lieferumfang :

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Im Folgenden eine Liste des Lieferumfangs :

Intern bereits verbaut sind :

Im Paket enthalten ist praktisch ein Allround-Paket : Der Käufer eines XPCs muss nur noch seinen Prozessor, den Speicher, die Grafikkarte, das optische Laufwerk und die Festplatte einbauen, alle Kabel sind da, sogar an Wärmeleitpaste hat man gedacht. Selbst wenn man mehrere Serial ATA-Geräte einbauen will, kommt man nicht in Probleme. Auch legt Shuttle jetzt mehr und mehr Software mit ins Paket - man beginnt mit einem Viruskiller und einem Producer-Tool. Der Acrobat Reader 6.0 ist "nice to have", aber aufgrund des geringen Downloadvolumens nichts Besonderes. An Treiber-Disketten für die Installation von Windows in einem Raid-Setup hat Shuttle gedacht; das vergessen leider immer wieder viele Hersteller. Auch kann man mit den beiliegenden Kabeln noch ein Floppy-Laufwerk einbauen, wenn man dies möchte.

Schauen wir noch kurz auf die gebotenen Anschlüsse auf der Rückseite :

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Neben den typischen Ports (2 x PS/2, 1 x seriell) finden wir zwei USB 2.0-Ports und den Gigabit-LAN-Anschluss hier. Zusätzlich einen Firewire-Port im DV-Standard und reichlich Sound-Anschlüsse: Zunächst analoge 7.1-Ausgänge, ein Sound-Eingang und optische Ein- und Ausgänge sowie ein SPDIF-Out. Für den Surround-Sound-Genuss ist also alles vorhanden. Sehr schick ist auch der CMOS-"Jumper", den Shuttle als Knopf in die Rückseite eingebaut hat. So muss man nicht mehr im Gehäuse nach dem Jumper suchen, sondern kann elegant von außen den XPC resetten - eine gute Idee !

Weitere Anschlüsse befinden sich an der Front, also müssen wir hier nicht fehlende USB 2.0 oder Firewire-Ports kritisieren - mehr zum Gehäuse deshalb auch gleich auf der nächsten Seite.


Die ersten Shuttle XPCs hatten eine Aluminium-Front - diese ist jetzt einer zwar weiterhin edel aussehenden, aber nicht mehr so stabilen Plastikfront gewichen. Das Stahlblechgehäuse hat eine Breite von ca. 22 cm, ist 32 cm tief und insgesamt 22 cm hoch. Neben einem Midi-Tower wirkt der XPC dadurch natürlich wie ein kleiner Winzling, deshalb ist es schon beachtlich, dass hier ein vollwertiger PC Platz findet. Ganz oben im Gehäuse findet sich nun der 6in1-Cardreader, der über USB 2.0 angeschlossen ist. Darunter hat Shuttle eine Abdeckung für das optische Laufwerk platziert, hierunter kann ein Floppy-Laufwerk eingebaut werden. Die Front wurde einheitlich gehalten, in dem für alle Laufwerke Abdeckungen vorhanden sind.

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Unten sieht man die Laufwerkszugänge in geöffneter Form. Im Betrieb lief bei uns das optische Laufwerk so problemlos, allerdings ist der Öffnungsmechanismus recht schwergängig. Die Klappe für das Floppy-Laufwerk muss zudem recht stark eingedrückt werden, damit sie wieder arretiert.

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Am unteren Ende des Gehäuses sieht man weitere Anschlüsse : Zum einen finden sich hier unter einer Abdeckung die Anschlüsse für einen Kopfhörer und Mikrofon, zum anderen Anschlüsse für 2 x USB 2.0 und Firewire. Über dieser Anschlussleiste befinden sich die Power-Knopf, der blau beleuchtet ist und so gleichzeitig als LED dient sowie der Reset-Schalter. Über den Knöpfen befindet sich eine gelbe LED für die Festplattenaktivität.

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Die Belüftung des Gehäuses wird über insgesamt vier Lüfter und einem Netzteillüfter verwirklicht. Drei Lüfter befinden sich auf der Rückseite, zwei sind Bestandteil der CPU-Kühlung, die über einen Luftkanal auf der rechten Gehäuseseite mit frischer Luft versorgt wird :

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Auf der linken Seite befindet sich der entsprechende Auslass für die warme Luft, die hier aus dem Gehäuse herausgeblasen wird :

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Kommen wir nun zur Rückseite und zum internen Aufbau des Gehäuses :


Auf der Rückseite des Gehäuses befinden sich links die beiden Slots für die PCI-Express-Karten. Daneben sieht man den großen Lüfter für das Netzteil. Im Gegensatz zu den ersten Shuttle XPC-Modellen ist das Netzteil nun in der Mitte des Gehäuses angebracht und besitzt einen großen Lüfter, der leise dreht und seinen Dienst verrichtet. Früher waren hauptsächlich die Netzteile die Lärmverursacher Nr. 1 bei den XPCs. Shuttle setzt beim SB95P auf dasselbe Netzteil wie beim Shuttle SB81P, auch dieses Modell hat 350W Leistung. In einem Test mit einer Sapphire Radeon X800XT funktionierte der Rechner noch hervorragend - also kann man auch eine leistungsstarke Grafikkarte einsetzen und muss sich über die Stromversorgung erst einmal keine Sorge machen.

Die Anschlüsse im unteren Bereich haben wir schon angesprochen, rechts befindet sich noch der Power-Schalter sowie der Anschluss für die Kaltgeräte-Kabel, ganz oben findet man die beiden Gehäuse-Lüfter, die über das Bios steuerbar sind und auch leise ihren Dienst verrichten. Sie sind jedoch gefordert, wenn im oberen Bereich des Gehäuses Festplatten eingebaut werden. In den letzten XPCs fanden sich auch noch Aussparungen auf der Rückseite für einen parallelen Port oder WLAN-Antennen - diese sind beim SB95P nicht mehr zu finden.

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Öffnet man das Gehäuse, sieht man die bekannte Konstruktion aus dem SB81P. Das Netzteil ist in die hintere Mitte gewandert, Richtung Vorderseite sieht man die Kühlkörper-Konstruktion und den Luftkanal für die CPU-Kühlung. Der Rahmen außen ist nicht abnehmbar und verleiht dem Gehäuse die nötige Stabilität. Die Festplatten können zum einen an der Position des Floppy-Laufwerks, zum anderen aber auch quer ganz oben im Gehäuse eingesetzt werden.

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Der "Laufwerkskäfig" beherrbergt wie immer das Floppy-Laufwerk (unten) und ein optisches Laufwerk (mitte). Oben können Festplatten im Querformat eingesetzt werden. Den USB 2.0-Cardreader kann man mit einem Mini-USB-Kabel anschließen, das Kabel ist bereits fertig mit dem Mainboard verbunden - wie alle anderen Anschlüsse auch. Eine Verkabelung des Mainboards oder der Anschlüsse ist somit nicht mehr notwendig; dies hilft bei der Montage natürlich extrem.

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Die Montage der Laufwerke ist übrigens sowohl für die optischen wie auch für die magnetischen Laufwerke schraubenlos. Auch der Laufwerkskäfig wird wieder schraubenlos eingesetzt und dann festgeklemmt. Da das Gehäuse auch Rändelschrauben besitzt, ist zunächst kein Schraubenzieher notwendig. Nur beim Zusammenbau muss er her - sowohl für den Einbau der Grafikkarte und der x1-PCI-Express-Karte wie auch für die Montage des CPU-Kühlers ist ein Schraubenzieher zwingend erforderlich. Um aber im bereits bestückten Zustand eine Festplatte nachzurüsten, muss man keinen Schraubenzieher verwenden.


In den älteren XPC-Modellen fanden wir immer eine Heatpipe vor. Der CPU-Kühler war recht flach gehalten, an der Bodenschiene befanden sich jedoch meist drei Heatpipes, die die Wärme effektiv vom CPU-Kühler weg leiteten. Ein zweiter Kühlkörper war dann an der Rückseite des Gehäuses zu finden - hier saß gleichzeitig ein großer Gehäuselüfter, der dann die aufgenommene Wärme an die Außenluft abgab. Dieser Mechanismus war sehr effektiv, musste jedoch weichen, da Shuttle ein größeres, leistungsfähigeres Netzteil einsetzen wollte und dieses nicht mehr in der üblichen, alten Bauform realisierbar war.

Also setzt man auf das folgende System, bestehend aus zwei Lüftern, einem Fan-Duct und dem Kühlkörper :

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Links wird die frische Luft durch die Gehäusewand eingesogen, über ein Fan-Duct direkt zum CPU-Lüfter geleitet. Dieser pumpt die frische Luft durch den CPU-Kühler und dessen Fins, auf der anderen Seite saugt ein weiterer Lüfter die Luft vom CPU-Kühler weg, in dem auch hier über vier Heatpipes die Wärme direkt in Kühllamellen geleitet wird. Dabei ist der zweite Lüfter größer und saugt auch wärmere Luft im Gehäuse gleich mit ab. Baut man den Kühlkörper aus, so kann man den Aufbau des Kühlkörpers genauer betrachten :

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Vier Schrauben halten den Kühlkörper im Gehäuseboden, alle vier sind mit Federn gepuffert, um einen idealen Anpressdruck auf den Sockel zu ermöglichen. Sowohl der saugende wie auch der blasende Lüfter sind über das Mainboard zusammen steuerbar. Über vier Heatpipes, die in die Kupferplatte am Boden des Kühlkörpers eingelassen sind, wird die Wärme vom Boden des Kühlers in die seitlich gelagerten Fins gebracht. Der Rest des Kühlkörpers besteht aus Aluminium :

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Der Zusammenbau der Konstruktion nach dem Einsetzen des Kühlkörpers ist nicht schwer, allerdings muss beachtet werden, dass der seitliche Lüfter zunächst zugeklappt werden muss, bevor der Kühler festgeschraubt wird. Der Fan-Duct wird zuletzt aufgesetzt. In unserem Test müssen wir jedoch die Lautstärke des auf der linken Gehäuseseite befindlichen Lüfters deutlich kritisieren. Er ist zwar über eine Lüftersteuerung, die im Bios integriert ist, zu steuern, jedoch erzeugt er im heruntergeregelten Bereich zunächst einen sehr unangenehmen Pfeifton. Aus diesem Grund ist es fast empfehlenswert, den Lüfter auf Bereichen über 40% drehen zu lassen, dann fängt er allerdings an, deutlich Lärm zu produzieren. In Bereichen über 50% ist er deutlich hörbar, über 70% fängt er an wie eine Turbine zu heulen. Im Endeffekt ist der SB95P deshalb trotz leisem Netzteil- und leisen hinteren Gehäuselüftern der lauteste XPC, den wir bislang im Test hatten. Der Einsatzbereich im Home-Cinema-Bereich oder im Wohnzimmer ist damit gestorben.

Des Weiteren hatten wir zusätzlich auch noch deutliche Temperaturprobleme - die Lüftung scheint also nicht nur laut zu sein, sondern auch noch ineffektiv ab einem bestimmten Prozentsatz. Zunächst wunderten wir uns über zu niedrige Benchmarks in vielen CPU-Tests, stießen dann allerdings recht schnell auf die Ursache : Der Prozessor zeigte eine Temperatur von 71°C an, was selbst für einen Prescott-Kern recht viel ist. Wir prüften also, ob die Not-Abschaltung über den ProcHot-Pin beim Pentium 4 schon aktiv war - und diese Sperre war tatsächlich bei den beim Shuttle angezeigten 71°C schon aktiv. Da wir wussten, dass unser Prozessor mit realen 76°C abregelt, scheint dies also hier der Fall zu sein: Wir hatten eine zu hohe CPU-Temperatur erreicht.

Erstaunlich war dies deshalb, weil wir mit 2,8 GHz testeten und Standard-Spannungen verwendeten. Schuld war im Endeffekt unsere Einstellung, alle Lüfter auf akustisch angenehme 30% zu setzen. Also führten wir nähergehende Tests durch und konnten mit manuell eingestellter 50 - 60%iger Lüfterdrehstärke eine normale Performance erreichen. Die Prozessortemperatur blieb dann bei angezeigten 55 bis 65°C mit 2,8 GHz - also wahrscheinlich realen 72°C - knapp unter der ProcHot-Drosselung des Pentium 4, aber in annehmbaren Bereichen.

Interessanter war der anschließende Test, den wir bei 3,6 GHz durchführten. Hier zeigte Sisoft Sandra im Burn-In-Wizard mit einer schon nervenden 70%-Einstellung folgendes an :

Die Temperatur stieg hier auf 67°C an - blieb dann im Laufe der Durchgänge dort. Allerdings waren die Benchmarks leicht schlechter : Statt den erwarteten Ergebnissen um 9.500 Punkte beim CPU-Test erreichten wir immer unter 9.200 Punkte - ein Zeichen dafür, dass auch hier der Pentium 4 bereits drosselt. Mit der im Bios befindlichen SmartFan-Einstellung erhielten wir keine Besserung - der Prozessor drosselte sogar noch mehr und wurde heißer. Natürlich kann Shuttle dies noch durch ein neues Bios korrigieren, allerdings nur auf Kosten der Lautstärke. Zudem fiel uns auf, dass die Effektivität des Lüfters bei einer höheren Lüftereinstellung nicht linear steigt - erst bei lauten und turbinen-ähnlichen 80% war es möglich, den Pentium 4 3,6 GHz ordnungsgemäß zu kühlen, wir erreichten hier mit 64°C leicht niedrigere Temperaturen, die aber ausreichten, um die volle Performance zu erhalten. Die Temperaturen blieben aber bis zu einer Einstellung von 100% noch bedenklich hoch - und die Lärmbelastung natürlich ebenso.

Wir empfehlen den SB95P deshalb nur mit einem Prozessor im Bereich um 2,8 GHz oder 3,0 GHz und mit relativ hohen Lüftereinstellungen über 50%; darüber wird die Lärmbelästigung zu hoch.


Shuttle verwendet für den SB95P das FB95P-Mainboard. Es ist speziell für diesen XPC entwickelt worden und nicht im freien Handel verfügbar. Im Gegensatz zu einem normalen ATX-Mainboard fehlen selbstverständlich aufgrund der Größe die meisten Ports - die Features sind jedoch aufgrund der Onboard-Komponenten dieselben.

Im unteren Bild sieht man die ersten Unterschiede zum SB81P. Der SB95P besitzt einen x16-PCI-Express-Slot für Grafikkarten sowie darüber einen x1-Slot für Erweiterungskarten. Einen PCI-Slot findet man auf dem Board nicht mehr. Da bei dem i925x-Chipsatz vier x1-Lanes vorhanden sind, könnte Shuttle noch drei Lanes nutzen, zumindest eine verwendet man hier für den Gigabit-Ethernet-Port. Über dem x1-Slot sieht man die vier Serial ATA-Stecker des Boards, die unter anderem auch aufgrund der Raid-Fähigkeiten des Chipsatzes ein Raid 0, 1 oder 0+1 sowie Matrix Raid-Arrays bilden können. Der Floppy-Port ist direkt daneben zu finden, im Hintergrund sieht man die Southbridge des Chipsatzes, wie immer unter einem passiven Kühlkörper.

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Hier sieht man den zweiten PCI-Express-"Port" in Form des onboard aufzufindenden Broadcom Gigabit-Ethernet-Controllers. Der Controller ist mit voller x1-Bandbreite in der Lage, die 250 MB/s, die er maximal übertragen kann, voll zur Verfügung zu stellen. Wäre er über PCI angebunden, so müsste man sich mit maximal 133 MB/s zufrieden geben, PCI-Express erlaubt aber ebenso wie eine in die Southbridge integrierte Lösung oder ein CSA-Controller die Nutzung der vollen Gigabit-Ethernet-Bandbreite.

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Im oberen Bild links unten, fast versteckt unter einem Arretierungshebel für die DDR2-Slots, findet man auch den Realtek ALC 880 Audio Codec. Er ist über Intels High Definition Audio angebunden, die Qualität des Codecs testen wir später in den Rightmark-Benchmarks.

Der nächste Onboard-Chip befindet sich ebenfalls unter dem Netzteil zwischen der Southbridge und der Anschlussleiste für die externen Geräte. Neben dem blauen ATA/133-Anschluss sieht man den VIA VT6037-Controller, der die Firewire-Anschlüsse zur Verfügung stellt. An der Front und hinten befinden sich dabei zwei 400 MBit/s schnelle Ports, an die Peripheriegeräte, IPods, Storage-Enclosures oder Digitalkameras angeschlossen werden können.

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Im nächsten Bild sieht man zum einen den Super I/O des Boards, der nicht nur für den darüber befindlichen Floppy-Port verantwortlich ist, sondern beispielsweise auch fürs Hardwaremonitoring. Rechts daneben ist der gesockelte Bios-Chip zu sehen, der im Bedarfsfall auch ausgetauscht werden kann, beispielsweise dann, wenn ein Flashversuch fehlgegangen ist und das Bios nicht mehr startet. Damit erspart man sich ein Einschicken des XPCs, sondern kann sich einfach ein neues Bios zuschicken lassen. Zu erahnen ist darüber ein blauer Punkt - dies ist ein Temperatur-Sensor, der die Gehäuseinnentemperatur misst.

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Auf der nächsten Seite geht es weiter mit Mainboard-Details.


Der nächste große Unterschied im Vergleich zum SB81P liegt in der Verwendung von DDR2-Modulen. Zwei DDR2-Module können hier eingesetzt werden, maximal 2 GB sind also beim Speicherausbau des SB95P zu erreichen. Shuttle erlaubt den Einsatz von DDR2-400 und DDR2-533, wobei sich bei einem Luxus-XPC natürlich DDR2-533 empfiehlt. In unserem DDR2-Roundup finden sich 11 Module im Test, darunter auch einige richtig empfehlenswerte DDR2-Module. Der große passive Kühlkörper gehört der i925x-Northbridge. Im Bild auch zu sehen ist zwischen der Southbridge, dem blauen ATA/133-Stecker und den DDR2-Slots die CMOS-Batterie. Der Jumper ist extern gelagert, damit man sich in einem voll bestückten XPC nicht nach einem kleinen Jumper suchen muss.

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Bei der Stromversorgung finden wir neben einem weiteren Temperatur-Sensor die übliche Bestückung, die Intel für den Sockel 775 mit i925x vorsieht. Es handelt sich um eine dreiphasige Spannungsversorgung nach VRM10.0 / FMB 2.0-Spezifikationen durch 12 MOSFETs. Den Taktgeber sieht man ebenso im Bild, darunter befinden sich zum einen die Anschlüsse für den CPU-Fan sowie zwei weitere Fans, die ebenfalls vierpolig ausgelegt sind. Anschlussmöglichkeiten dafür gibt es aber leider nicht - mehr Lüfter bringt man in dem XPC nicht unter, deshalb sind diese eigentlich sinnlos.

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Nimmt man den Kühlkörper ab, so wird der Blick frei auf den Sockel 775 und die Anschlussleiste in der Front. Verkabelt ist schon alles - demnach muss der Käufer hier nicht erst mühsam die richtigen Anschlüsse finden. Der heulende Lüfter im Bild besitzt einen weiteren 4-Pin-Anschluss direkt in dem Frontbereich. Die Stromanschlüsse für das Board - hier insbesondere einen von Shuttle selber designten 6-poligen Anschluss - sieht man im Hintergrund.

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Soviel zum Layout und den Features des FB95-Boards - kommen wir nun zum Bios und zur Stabilität.


Das BIOS:

Das BIOS (Basic Input-Output System) ist mehr als 20 Jahre alt und damit die älteste Softwaretechnik innerhalb der PCs. Es wird in den ersten Sekunden nach dem Einschalten des PCs aufgerufen, der so genannten Pre-Boot-Phase, also noch bevor das Betriebssystem geladen wird. Allerdings gibt es das Bios nicht mehr lange, wie Intel mitteilt :

Der Firmware Foundation Code von Intel ist ein Ergebnis des Projektes mit Codenamen „Tiano“ und sorgt dafür, dass der Nachfolger des BIOS auf neuester Softwaretechnologie basieren wird. Er wurde speziell im Hinblick auf neue Ausstattungsmerkmale und Dienste entwickelt, zu denen beispielsweise die verbesserte Verwaltung und Betriebsfähigkeit sowie Schnittstellen für administrative Aufgaben gehören.

Bald brauchen wir uns also nicht mehr durch die blauen Menüs hangeln, um an die Hardwareeinstellungen zu kommen. Bislang bleibt das Bios aber der Grundstein für eine gute Gesamtperformance, auf die es bei den Mainboards im Allgemeinen ankommt. Auch werden hier alle wichtigen Drähte in Bezug auf Overclocking und Onboard-Features gezogen. Nun werden wir prüfen, wieviel Sorgfalt die Ingenieure bei der Programmierung dieses BIOS an den Tag gelegt haben.

Wie immer widmen wir uns zuerst visuell dem BIOS, das heißt, wir schießen einige Screenshots, um den Aufbau und die einzelnen Funktionen des Menüs zu veranschaulichen :

Im Folgenden halten wir die wichtigsten Bios-Funktionen und Besonderheiten fest :

Beim Bios müssen wir noch Einschränkungen machen - Shuttle hat noch nicht den B1-Fix implementiert, was jedoch nach unseren aktuellen Informationen eher am Award-Bios-Kern liegt und nicht am Bios von Shuttle selber. Auch scheint die Lüftersteuerung, die im Bios implementiert ist, noch nicht wirklich zufriedenstellend zu funktionieren. Zumindest der Wille ist allerdings hier schon erkennbar. Die Abschaltung der Onboard-Geräte läuft noch nicht zufriedenstellend, den LAN-Port kann man nur deaktivieren, wenn man unter PCI Express Root Port Functions den PCI-Express-Port abschaltet, an dem der Onboard-LAN hängt. Für den Endkunden ist dies natürlich wenig intuitiv. Weiterhin ist es uns nicht gelungen, einen Speicherriegel mit CL3 zu betreiben - dafür lief das System mit 4-3-3-8 hervorragend. Auch dies kann natürlich noch ein Bios-Problem sein.

Allerdings brauchen wir hier nicht zu gierig zu sein - wir testen den XPC in seinem aller ersten Bios-Release. Hier ist also anzunehmen, dass Shuttle im Laufe der Zeit noch vieles verändert.

 

Die Stabilität :

Mangels PCI-Express x1-Karten können wir hier bezüglich der Kompatibilität natürlich noch keine großen Sprünge machen. Zumindest viele DDR2-Riegel haben wir bereits, um einen Blick auf Kompatiblität und Stabilität des Speichers zu werfen. Des Weiteren können wir natürlich die PCI-Buslast versuchen klassisch in die Höhe zu treiben, um zumindest hier das System auszulasten und einen Eindruck auf die PCI-Performance zu bringen. Mit zwei Serial ATA-Festplatten und einer externen USB2.0/Firewire-Festplatte funktioniert dies auch recht gut. Auf Netzwerk-Benchmarks haben wir bislang übrigens verzichtet, weil uns kein hochwertiger Gigabit Ethernet-Switch zur Verfügung steht, um die Performance des Netzwerks gut zu messen.

Bei den allgemeinen Stabilitätstests muss das Board natürlich dann auch wieder mit unserem Testsetup mehrere Stunden unter Last laufen. Auch die Onboard-Features werden aktiv belassen, um mögliche Ressourcenkonflikte geradezu zu provozieren.

Hier waren eigentlich keine Probleme zu erwarten und auch in unseren Belastungstests verhielt sich das Board problemlos. Aufgrund der Temperaturprobleme ist dies etwas verwunderlich, aber selbst mit extrem hoher CPU-Temperatur hat der XPC keine Stabilitätsprobleme. Das sich die hohe Temperatur natürlich auf die Lebensdauer einer CPU auswirken kann, steht auf einem anderen Blatt.

Bezüglich der Speicherkompatibilität haben wir folgende Module testen können :

Außer der Tatsache, dass wir keinen der hier getesteten Module mit CL3 betreiben konnten, gibt es keine Beanstandungen. Die Stabilitätstests liefen mit jedem Modul hervorragend, das Board schaltete immer auf 4-4-4-12, sodass keine Probleme zu erwarten waren. Kompatibilitätsprobleme scheint es keine zu geben, da allerdings auch nur vier Chiphersteller auf den Modulen anzufinden waren, scheint dies auch keine große Herausforderung zu sein.

Auf der nächsten Seite kommen wir nun schließlich zum Overclocking.


Interessant sind natürlich aufgrund der "Overclocking-Sperre" die Ergebnisse in diesem Bereich. Das D0-Stepping von Intel soll bereits fit sein für höhere Taktfrequenzen, doch die Chipsätze scheinen hier einen Strich durch die Rechnung machen zu wollen. Wir wollen uns bei jedem Motherboard zunächst jedoch die Features ansehen, die geboten werden :

Hier die Overclocking-Optionen in der Übersicht :

Reichhaltige Optionen sind hier nicht zu finden. Der FSB ist zwar flexibel einstellbar, es fehlen aber Einstellungsmöglichkeiten für den PCI-Takt und den Takt des PCI-Express-Busses. Ob Shuttle diese intern regelt oder zum FSB linear mitlaufen lässt, ist nicht bekannt. Die VCore-Veränderungen entsprechen dem Standard, maximal 1,5875 V sind jedoch nicht viel, im Anbetracht der schlechten Kühlung aber auch schon wieder bedenklich viel. Die VDimm-Einstellungsmöglichkeiten sind mit maximal 1,9 V ebenso spärlich wie die Einstellungsmöglichkeiten für den Chipsatz. Auf den ersten Blick ist das Shuttle i925x-Werk also bezüglich des Overclockings noch nicht vollendet; hier lässt sich sicherlich noch mehr integrieren.

Kommen wir nun zu den Praxisversuchen. Hier erreichten wir gute 240 MHz mit dem XPC :

 

Auch testeten wir dies mit 4:5-Speichersettings und konnten demnach auf eine recht gute Speicherperformance kommen :

Für ein Pentium 4-Board ist das aktuell ein gutes Ergebnis. Die meisten Mainboards kommen nur auf ca. 215 bis 220 MHz, weil der PCI-Express-Takt hier schon einen Strich durch die Rechnung macht. Shuttle scheint dieses Problem hier schon in den Griff bekommen zu haben, allerdings scheint der XPC bei knapp 120 MHz PCI-Express-Takt wieder Probleme zu bekommen. Eventuell kann man hier auch mit der einen oder anderen Bios-Version noch nachhelfen und nicht nur weitere Features hinzufügen, sondern auch noch die Stabilität bei höheren Bustakten erhöhen.

Für die gebotenen Features ist dies auf jeden Fall ein recht gutes Ergebnis, wenn man auch nicht an die 260 MHz oder mehr eines ausgewachsenen ATX-Overclocking-Mainboards herankommt.


Bevor wir zu den Benchmarks schreiten, müssen wir noch ein paar Dinge erwähnen, die für die Tests protokolliert werden sollen. Mit dem Sockel 775 musste natürlich auch aufgrund der PCI-Express-Grafikkarte ein neues Testsystem her. Wir verwenden hierfür einen Pentium 4 520, also einen Pentium 4 mit 2,8 GHz, da wir mehrere Testsysteme aufbauen möchten und diese CPU zum einen günstig ist und zum anderen sich aber auch für das Overclocking sehr gut eignet. In unserem Forum haben wir vom "neuen Overclocking-King" schon berichtet, denn der erste von uns aus dem Handel erworbene Pentium 4 520 schaffte ohne Spannungsveränderung eine Übertaktung von 2,8 auf 3,7 GHz bzw. 3,9 GHz mit dem Intel Boxed-Heatsink, wobei wir hier ziemlich sicher sind, dass eher jeweils das Board das Limit beschrieb. Für die Tests hier in diesem Roundup verwendeten wir zusätzlich noch einen Pentium 4 560 "ES" ohne Multiplikator, um der Overclocking-Sperre auf den Zahn zu fühlen.

Als Grafikkarte setzen wir eine MSI Radeon X600XT mit 128 MB ein - zwar nicht das Top-Modell, aber ausreichend schnell, um Mainboards zu testen und auch ein paar neuere Spiele mit in den Vergleich aufzunehmen, ohne sofort eine Grafikkartenlimitierung zu erhalten. Gegenüber der GeForce 4 MX440 aus unseren bisherigen Tests ein grandioser Leistungssprung. Als Speicher setzen wir Corsair Twin2X-1024-Module ein, hier setzen wir auf die 533 MHz-Version, die zwar mit CL4-Settings programmiert ist, aber auch ohne Probleme mit CL3 läuft. Eingesetzt werden zwei Module mit 512 MB. Eine Serial ATA-Festplatte ist natürlich Pflicht, weiterhin ein DVD-ROM-Laufwerk.

Für die Benchmarks verwenden wir 2 x 512 MB Corsair CM2X512-4200-Module -
im Bild in Vollbestückung bei einem Stabilitätstest auf einem Abit-Mainboard

Als Betriebssystem setzen wir auf Windows XP Professional mit Service Pack 1a. Als Treiber werden die neuesten Intel Inf-Treiber (6.0.1.1002) verwendet, die ATI-Catalyst 4.7 für die Grafikkarte und schließlich DirectX 9b.

Hier das komplette Testsystem in der Übersicht:

Hardware:

Software:

Wie immer werfen wir auch einen Blick auf den FSB. Laut Intel-Spezifikation müsste die CPU genau mit 200,00 MHz betrieben werden, in der Vergangenheit hatten wir allerdings immer mal wieder Ausreißer. In unserem letzten Test betraf dies ASUS - denn dort versuchte man sich mit 202,2 MHz einen kleinen Vorteil zu erhaschen. Vorbildlich in diesem letzten Review waren eigentlich nur Intel und MSI sowie Abit mit dem AG8. Nach einer Korrektur über das Bios lief auch das AA8 DuraMax innerhalb der Spezifikation, nur der Shuttle XPC war mit 201,00 MHz noch etwas über der Spezifikation.

Während wir beim Abit AA8 DuraMax den FSB auf genau 200,00 MHz per Hand einstellen konnten (siehe unten), fanden wir es besonders verwerflich, dass es nicht möglich war, den FSB bei ASUS zu korrigieren. Egal mit welcher Einstellung, es war nicht möglich, den FSB auf 200,00 MHz oder einen nahekommenden Wert zu justieren. Schaltet man unter 200 MHz, so ist nur noch DDR2-400 verfügbar, was wir natürlich für unseren Test genauso wenig gebrauchen konnten. Auf die Anfrage an ASUS, ob wir eine neue Bios-Version erhalten könnten, die den FSB auf 200,00 MHz fix einstellt, sagte man uns, dass dies nicht möglich sei: Der FSB wäre in Hardware festgelegt, die 202 MHz würden nicht am Bios liegen und könnten somit nicht verändert werden. Außerdem würden andere Hersteller hier noch mehr auf das Brikett legen, weshalb man vorschlug, doch alle Boards mit 202 MHz zu testen.

Da wir natürlich nicht nur einmal ein Board testen wollten, sondern dies der Beginn einer neuen Testreihe wie bei den Canterwood- und Springdale-Motherboards sein soll und wir wieder erwarten, in dem nächsten Jahr knapp 20 bis 30 Motherboards zu testen, müssen wir uns nun eine Regelung einfallen lassen :

Für den hier getesteten Shuttle SB95P XPC ergab sich folgende Messung beim FSB :

Damit liegt Shuttle hier zwar etwas über dem Soll, aber vollkommen im grünen Bereich. Während sich einige Konkurrenten also einen Vorteil verschaffen, liegt Shuttle im Bereich der Varianz, die wir erlauben. Auch ein PEG-Overclocking ist übrigens nicht implementiert, so dass auch hier der Daumen nach oben zeigen kann. Dafür hat der Shuttle XPC den Nachteil, dass er nur mit CL4 ins Rennen geht, da wir die Benchmarks nicht mit CL3 durchführen konnten. Weiterhin hängt er noch ein wenig aufgrund des nicht implementierten B1-Fix zurück - wir sind also gespannt, ob Shuttle hier in Zukunft noch etwas herausholen kann.

Nun kommen wir endlich zu den Benchmarks - bevor es jedoch an die Leistungswerte geht, noch die Qualitäts-Messungen von Rightmark :


Rightmark verwenden wir schon einige Zeit für Mainboard-Tests, richtig professionell haben wir den Benchmark allerdings erst bei dem Soundkarten-Roundup mit 6 Soundkarten verwendet, da wir dort die Signale mit einer hochwertigen Creative Professional E-MU 1820 generiert und aufgenommen haben. Das ist bei den Mainboard-Reviews leider nicht möglich, hier verwenden wir einfach ein Loop-Through-Kabel. Der Effekt : Man kann nicht 100%ig sicher gehen, wenn ein Onboard-Sound qualitativ schlechte Werte hat, ob dies aufgrund des Eingangs des Sounds oder des Ausgangs der Fall ist. Die meisten Ausgänge sind noch akzeptabel und von guter Qualität, einige Eingänge haben allerdings Mängel. Im Endeffekt ist das Urteil dann natürlich auch mit einem schlechten Eingang negativ - aber differenzieren können wir leider nicht.

Anders ist dies natürlich, wenn ein Sound qualitativ gute Werte auch für den Eingang besitzt. Interessant wird dies vor allen Dingen aufgrund der Jack-Retasking-Funktion für die HD-Audio-Mainboards, denn hier müssen theoretisch alle Ein- und Ausgänge von hoher Qualität sein, weil diese durch Jack-Retasking frei vergeben werden können. Vielleicht geben sich aus diesem Grund die Hersteller jetzt auch mehr Mühe bei den Sound-Eingängen.

Beginnen wir mit unseren Tests:

Shuttle SB95P Realtek ALC880:

Das genaue Ergebnis sieht man in dieser Datei.

Vergleicht man das Ergebnis mit anderen Sockel 775-Boards, so schneidet der XPC sehr schlecht ab. Der Realtek-Sound war sonst im Bereich eines Rauschabstands von knapp über 80 dBA zu finden und auch der Stereo Crosstalk sowie andere Werte waren sehr viel besser. Auch dies können wir selbstverständlich auf die Qualität unseres Vorserienmodells schieben, wir hoffen jedoch, dass die Abschirmungen in dem schlussendlich ausgelieferten XPC etwas besser sind, sonst wird man um den Einsatz einer PCI-Express-Soundkarte für qualitativen Soundgenuss nicht herum kommen.

Einziger Tipp: Mit den digitalen Anschlüssen sind die generierten Signale natürlich astrein, da keine DA/AD-Wandler verwendet werden, demnach lohnt es sich beim Shuttle SB95P, diese zu verwenden.

Kommen wir nun zu den "richtigen" Benchmarks, zum Leistungsvergleich.


Sisoft Sandra CPU Drystone ALU (Sisoftware)

Sisoft Sandra ist ein synthetischer Benchmark und aufgrund seiner leichten Anwendung und dem kompakten Download-Umfang ein recht beliebtes Tool zum Vergleich des PCs. Für Mainboard-Reviews wird dieser Benchmark oft verwendet, doch zeigt er dabei nur die genaue CPU-Frequenz in der Leistungsbeurteilung wieder - dort ist er also nur ein abschreckendes Beispiel. Recht sinnig ist er jedoch hier einsetzbar, auch wenn die Performance-Bewertung nichts mit der realen Performance eines CPUs zu tun hat, sondern eher einen Trend aufzeigt, denn die Berechnungen, die Sisoft Sandra anstellt, sind wirklich rudimentär.

Zunächst wollen wir die CPU-Benchmarks kurz ansehen :

Sisoft Sandra CPU Whetstone FPU

Sisoft Sandra MMX Integer

Sisoft Sandra MMX FP

Sisoft Sandra Memory Int

Sisoft Sandra Memory Float

Unser Kommentar:

In den ersten vier Benchmarks liegen alle Mainboards nahe beieinander, weil hier praktisch nur die CPU-Frequenz abgefragt wird. Man sieht demnach auch keinen Unterschied zwischen i925x und i915P/G oder DDR und DDR2. Interessanter wird es bei den Memory Integer- und Floating-Point-Werten. Hier liegen die Boards mit FSB-Übertaktung vorne. Der Shuttle SB95P liegt aufgrund der 0,9 MHz mehr FSB auch in den oberen Bereichen.

Bei den Speicherbenchmarks liegen die DDR2-Motherboards leicht vorne, die Mainboards mit DDR wie z.B. der Shuttle SB81P XPC und das Abit AG8 etwas hinter der Konkurrenz. Mit der integrierten Grafik schließlich wird die Speicherbandbreite ja auch noch für die Grafikkarte mitverwendet - und deshalb sinkt die Performance hier nochmal etwas. Interessant: Mit "DDR533" kommt das Gigabyte-Board hier deutlich besser in Schwung als mit DDR400.

PCMark 2004 - CPU (Futuremark)

PCMark 2004 ist der nächste Benchmark in unserer Sammlung. Dieser Benchmark ist die neueste Kreation aus dem Hause Madonion und prüft die Leistung von CPU und Speicher. Heruntergeladen werden kann dieser Benchmark in unserer Download-Area oder bei Futuremark. Enthalten sind zwei Tests - ein reiner CPU-Benchmark und ein sogenannter Memory-Test, der die Bandbreite des Systems messen soll. Als dritten Benchmark findet man einen Harddisk-Benchmark, der jedoch eine sehr hohe Messungenauigkeit besitzt und deshalb für Festplattentests nicht zu empfehlen ist. Der CPU-Test gibt hauptsächlich die Taktung wieder. Beim Memory-Test merkt man deutlich, wenn ein Prozessor einen größeren Cache besitzt.

PCMark 2004 Memory

Unser Kommentar:

Beim CPU-Test sind zunächst aufgrund der gleichen Taktung natürlich wieder fast keine Unterschiede auszumachen - dass das ASUS-Board hier mit 202,2 MHz und das MSI-Mainboard mit 202,9 Mhz vorne stehen, ist aber demnach auch kein Wunder. Der Shuttle SB95P ist diesmal allerdings nicht wieder oben mit dabei. Im Memory-Test sehen die DDR-Boards hier besser aus, weil wir diese mit 2-2-2-5 betrieben haben, die DDR2-Boards sind deshalb nicht ganz so weit weg. Der Shuttle SB95P XPC liegt hier im guten Mittelfeld.


Cinebench 2003 - Rendering 1 CPU (Maxon)

Cinebench ist ein Benchmark, der zur Performancemessung von Systemen für die Software Cinema 4D von Maxon entwickelt worden ist. 3D Modelling ist natürlich auf leistungsfähige CPUs angewiesen und so ist Cinema 4D auch SMP-fähig. Wir haben den Cinebench bislang auch für unsere Mainboard-Tests und für Dual-CPU-Tests verwendet, da er in diesem Bereich sehr gut ist und wir noch keinen vergleichbaren Benchmark im Portfolio hatten. Cinebench 2003 basiert auf CINEMA 4D R8 von Maxon, diese Version kann mit bis zu 16 Prozessoren umgehen. Einige typische Arbeitsvorgänge von Cinema 4D werden simuliert und über den Benchmark abgespult, dieser berechnet dann die Frames pro Sekunde.

Cinebench 2003 - Rendering 2 CPU (HT)

Cinebench 2003 C4D Shading

Cinebench 2003 OpenGL SW-L

Cinebench 2003 OpenGL HW-L

Unser Kommentar:

Beim Rendering liegen zunächst die Mainboards mit einem höheren FSB vorne - hier ist CPU-Leistung gefragt. Die Boards bleiben auch bei den anderen Benchmarks nahe beieinander, erst beim OpenGL Hardware-Test machen sich die Bugs im Bios von den Boards bemerkbar, denn hier ist PCI-Express-Performance gefordert und die Leistung der Motherboards bricht ein. Das B1-Stepping ist noch nicht korrekt im Bios eingearbeitet - so auch beim Shuttle SB95P XPC.

KibriBench (Adept Development)

KibriBench ist ein 3D-Renderer - und deutlich CPU-belastend. Wir verwenden die Map 'City', die ziemlich leistungsfressend ist. Kribi ist SMP-fähig und somit kommt auch Hyperthreading hier zum Einsatz. Auch diesen Benchmark haben wir neu für unsere CPU-Tests entdeckt, zudem nutzt er neue Technologien wie Hyperthreading aus.

Unser Kommentar:

Auch bei Kribi ist CPU-Performance wichtig - aus diesem Grund liegt das MSI und das ASUS-Board in Führung. Der Shuttle SB95P-XPC liegt nur im Mittelfeld, trotz auch etwas höherem FSB.


SpecViewPerf 7.0 3DSMax (SPEC)

SpecViewPerf ist ein Benchmark der SPEC.org, er ist kostenlos und kann ebenfalls heruntergeladen werden, allerdings ist die 7.0er Version mit mehreren hundert MB doch ein ganz schöner Brocken. Was macht der Benchmark ?

quote:
The first benchmark released by the SPECopc group was SPECviewperf®, which measures the 3D rendering performance of systems running under OpenGL.
Unsere Grafikkarte ist nun aktuell und schnell, aus diesem Grund präsentieren wir jetzt wieder alle sechs Teilbereiche : 3DSMax-01, UGS-01, DRV-08, DX-07, Light-05 und Proe-1.

SpecViewPerf 7.0 DRV-08

SpecViewPerf 7.0 DX-07

SpecViewPerf 7.0 Light-05

SpecViewPerf 7.0 Proe-01

SpecViewPerf 7.0 UGS-01

Unser Kommentar:

Bei SpecViewPerf ist eine starke Trennung der Boards ersichtlich - auch hier können Abit, DFI, Albatron und Shuttle nicht mithalten, weil das B1-Stepping im Bios noch nicht implementiert worden ist. Die Boards von Intel, Gigabyte, MSI und ASUS sind diesbezüglich schon gerüstet und liegen vorne. Das ASUS-Board kann teilweise auch einen recht großen Vorsprung herausholen - mitverantwortlich ist dabei natürlich auch der hohe FSB und das PEG-Overclocking, was auch beim MSI 925X Neo Platinum zu einer deutlichen Performancesteigerung führt.


XMpeg 5.03 (XMpeg)

Xmpeg 5.0.3 ist ein Komprimierungs-Tool, welches mit DivX umgehen kann. Wir verwenden für diesen Test den neuen Codec 5.1.1 in der Version und komprimieren ein Video. Es wurde dabei eine ca. 200 MB große MPEG-2 Datei umgewandelt, wobei wir die Audio-Verarbeitung deaktivierten. Zwar zeigt das Programm die durchschnittliche Frame-Zahl pro Sekunde an, wir dividieren aber die kompletten Frames durch die benötigte Zeit. Derartige Komprimierungen waren schon immer ein kräftiger Leistungstest für Prozessoren.

Unser Kommentar:

Ein sehr gutes Ergebnis für MSI 915P Neo Platinum und das Gigabyte 8I915P Duo Pro und auch die beiden Abit-Boards sowie das DFI Lanparty 915P-T12 liegen hier sehr gut. Hier ist weder die Speicherperformance noch die PCI-Express-Performance wichtig, aus diesem Grund können auch die Abit-Boards und der Shuttle SB81P-Barebone wieder gute Leistung zeigen. Warum der Shuttle SB95P hier nicht eine bessere Performance zeigt, ist fragwürdig - eventuell eine Überhitzung des Prozessors?

TMPGEnc MPEG Encoder (TMPGEnc)

TMPGEnc ist der nächste Benchmark in unserem Test. TMPGEnc ist ein sehr guter Video-Encoder, der ebenfalls SMP-fähig ist und somit von Hyperthreading Gebrauch macht. Da TMPGEnc zunehmend verwendet wird, eignet er sich als guter Benchmark im Vergleich zu anderen ähnlichen Programmen, wie beispielsweise Flask Mpeg.

Achtung ! Weniger ist hier besser !

Unser Kommentar:

Alle Boards liegen gleich auf - die eine Sekunde Unterschied macht hier nicht die Welt, sondern liegt im Bereich der Meßgenauigkeit bei dem kleinen Demo-Video.

Lame MP3 Codec und CDex (Lame)

LAME ist ein weiteres Kompressionstool. Es handelt sich um einen freien MP3-Codec, den wir zusammen mit CDex zum Komprimieren einer CD verwenden. Wir komprimieren hier den Inhalt einer kompletten CD mit elf Songs zu MP3-Dateien mit einer Bitrate von 128 MBit. Interessant ist dabei, dass zu Beginn des MP3-Booms dies noch lange dauerte - das Rippen der .wav-Dateien von der CD dauerte mit 4x oder 8x CD-ROM-Laufwerken eine Ewigkeit, anschließend war der Rechner eine Stunde mit dem Encodieren beschäftigt. Jetzt ist die CD in knapp zwei Minuten ausgelesen, während der Rechner bereits im Hintergrund die Dateien komprimiert. Schneller als die CD wieder ins Regal eingeordnet ist, hat man also die Dateien per USB 2.0 auf seinem MP3-Player :

Achtung ! Weniger ist hier besser !

Unser Kommentar:

Alle Boards liegen hier nahe beineinander - das AA8 und das P5AD2 liegen hingegen gut im Rennen, das MSI 925X bricht aufgrund des hohen Taktes alle Rekorde. Sehr gut gefallen uns das Gigabyte 8I915P Duo Pro und das DFI Lanparty 915P-T12, auch der Shuttle SB95P ist hier mal schnell dabei.

WinRAR (RARLab)

WinACE und WinRAR sind neben WinZIP die weit verbreitesten Datei-Komprimierungsprogramme. WinZIP haben wir indirekt bereits mit Sysmark 2002 mitgetestet, hier wollen wir genauer auf die beiden Programme eingehen. Während WinRAR nach unseren Erfahrungen auf Pentium 4-Systemen - eventuell aufgrund von SSE2-Optimierungen - schneller ist, nutzt WinACE wohl keine derartigen Optimierungen, hier liegen Athlon XP und Pentium 4 immer näher zusammen. Wie sieht es hier aus?

Achtung ! Weniger ist hier besser !

Unser Kommentar:

Vorne liegen hier das MSI 925X Neo Platinum und das ASUS P5AD2 Premium - hier muss man aber ein wenig Performance abziehen, da diese Boards mit einem hohen FSB antreten. Das Abit AA8 Duramax, das Gigabyte 8ANXP-D und das Gigabyte 8I915P Duo Pro sind deshalb eher unsere Favoriten. Auch die beiden Shuttle XPCs sehen sehr gut aus.

WinAce (WinAce)

Achtung! Weniger ist hier besser !

Unser Kommentar :

Auch hier ist das MSI 925X eher aufgrund des hohen FSBs zum Ruhm des schnellsten Boards gekommen, das Gigabyte 8ANXP-D, das Abit AA8 DuraMax und das Gigabyte 8I915P sowie das MSI 915P Neo2 Platinum sind hier eher unsere Favoriten. Der Shuttle SB95P XPC ist hier nur im Mittelfeld.


3DMark 2001 SE (Futuremark)

3DMark 2001 ist sicherlich einer der beliebtesten Benchmarks - nicht nur bietet das Gamers Headquarter von Futuremark auch eine tolle Vergleichsbasis, sondern es lassen sich mit diesem, eigentlich als Grafikkarten-Benchmark konzipierten Programm auch recht gut Performance-Vergleiche anstellen. Je nach Auflösung erreicht man dabei eher eine Grafikkarten-Auslastung oder eine CPU-Auslastung - aus diesem Grund haben wir den Benchmark auch mit 1024x768 durchgeführt, das reicht bei unsere Geforce 68000GT um zu zeigen, wo ein stärkerer CPU mehr Leistung bringen kann.

Unser Kommentar:

Deutlich sieht man hier die PEG-Übertaktung der Boards von ASUS und MSI. Die beste Performance zeigt deshalb objektiv das Intel D925XCV-Mainboard, ebenso gefällt das Gigabyte 8I915P Duo Pro, welches interessanterweise mit DDR533 am schnellsten unterwegs ist. Top-Leistung hier wieder vom Gigabyte 8ANXP-D. Der Shuttle SB95P liegt hier nur im unteren Bereich.

3DMark 2003 (Futuremark)

3DMark 2003 kennt auch jeder - nur ist das Programm leicht in den Verruf gekommen, weil die Grafikkartenhersteller hier gerne etwas 'optimiert' haben. Für unsere CPU-Tests ist das allerdings nicht erheblich, da wir immer bei demselben Treiber und derselben Grafikkarte bleiben. Aus diesem Grund können wir 3DMark 2003 für den Vergleich recht gut einsetzen, auch wenn die Unterschiede recht gering sind - die Grafikkarte trägt hier die Hauptlast.

Unser Kommentar:

Praktisch dasselbe Ergebnis - auch hier dominiert das MSI und das ASUS-Board ein wenig aufgrund der PEG-Link Übertaktung. Die Mainboards aus dem letzten Test von MSI (915P Neo2 Platinum) und die Intel-Boards scheinen sehr gute Leistung zu liefern, hervorragend ist aber wieder das Gigabyte 8ANXP-D unterwegs. Auch hier ist die Performance des Shuttle SB95P eher schwach.

Aquamark 3 Score (Massive Development)

Aquamark 3 ist ein leistungsfähiger Test für Grafikkarten, aber auch bei ihm sieht man einen Effekt bei einer schnellen CPU. Wir verwenden die kostenlose Version, die man unter obigem Link herunterladen kann. Die Score ist dabei ähnlich wie bei den Benchmarks von Futuremark auch online vergleichbar mit anderen Systemen.

Unser Kommentar:

Auch hier ist wieder das ASUS- und das MSI 925X-Board vorne aufgrund der PEG-Link-Übertaktung, aber es macht sich hier wieder die PCI-Express-Performance bemerkbar. So liegen die Abit-Boards, das Board von DFI und Albatron und die beiden XPCs hinten, das MSI 915P Neo2 Platinum und die Boards von Gigabyte können eine sehr gute Leistung erreichen und platzieren sich vor den Intel-Boards.

Codecreatures 1024x768 (Codecult)

Auch Codecreatures ist ein Benchmark für Grafikkarten - und dabei sogar ein recht anspruchsvoller. Ursprünglich wollten wir diesen Benchmark in den Reviews nur dazu verwenden, um aufzuzeigen, wo die CPU- und Chipsatzhersteller noch etwas verbessern könnten und wo eher eine neue Grafikkarte angebracht ist. Aus diesem Grund handeln wir Codecreatures auch recht schnell mit nur einer Auflösung (1024x768) ab, die zeigt, dass hier unsere Geforce 6800 zwar gute Werte bringt, aber die Frameraten immer noch sehr niedrig sind.

Unser Kommentar :

Auch hier sind wieder das MSI und das ASUS-Board vorne, hier sogar deutlich, weil Codecreatures auch auf Grafikkarten-Taktung reagiert. Die restlichen Boards liegen aufgrund der Grafikkarten- und CPU-Limitierung praktisch gleich auf. Auch der XPC - obwohl hier auf dem letzten Rang - ist nicht abgeschlagen, sondern auf einem Niveau mit den restlichen Boards.


Quake 3 Arena 640x480 (ID Software)

Als Nächstes werfen wir einen Blick auf Quake 3 Arena. Quake 3 Arena ist schon ein Klassiker im Bereich der Benchmarks, deshalb setzen wir ihn auch weiterhin ein, haben ihn für unsere CPU-Tests aber erst jetzt wieder aus dem Archiv geholt. Die Demo 001 wird in der Konsole mit dem Befehl 'timedemo 1' und 'demo demo001' aktiviert, den Benchmark haben wir bei 640x480 mit 16 Bit laufen lassen, um die CPU am meisten zu fordern. Hier sehen wir die Ergebnisse :

Unser Kommentar:

PEG-Link-Overclocking macht auch hier eine Menge, deshalb ist das ASUS-Board auch hier wieder vorne. Seltsamerweise kommt MSI hier gar nicht in den Tritt - ein Zeichen von Instabilität des 925X aufgrund des PEG-Overclockings?

Die Top-Boards in diesem Benchmark heißen klar Gigabyte 8ANXP-D, Abit AA8 DuraMax, Gigabyte 8I915P Duo Pro und DFI Lanparty UT 915P-T12. Der Shuttle SB95P XPC ist hier in knapper Distanz zur Spitze.

Return to Castle Wolfenstein 640x480 (Activision)

Return to Castle Wolfenstein basiert auf der Quake 3-Engine, ist aber ungleich anspruchsvoller. Getestet wurde nach den 3DCenter-Regeln für dieses Spiel und mit der dort beschriebenen Time-Demo Checkpoint durchgeführt. Dieser Link führt zur besagten Time-Demo bei 3DCenter, das Spiel muss man sich jedoch selbst besorgen, denn eine Demo ist im Internet leider nicht verfügbar.

Unser Kommentar:

Dasselbe Ergebnis hier, die vier genannten Boards liegen auch hier knapp in Führung. Die XPCs liegen zusammen knapp dahinter.


UT2003 Flyby 640x480 (Epic)

Unreal Tournament 2003 ist als Demo verfügbar, in die eine Benchmark-Funktion eingebaut ist. Ein Skript testet bei verschiedenen Auflösungen, es gibt eine Flyby-Demo und ein Botmatch, die die Leistungsfähigkeit des Systems für die Vollversion zeigen soll. Hier die Ergebnisse bei 640x480 mit 16 Bit, denn auch hier wollen wir natürlich die Belastung auf die CPU verlagern:

UT2003 Botmatch 640x480

Unreal Tournament 2004 - Flyby 1024x768 (Epic)

Etwas hungriger bezüglich der Grafikkartenleistung ist UT2004 - aber in einigen Bereichen limitiert auch die CPU, weshalb sich auch dieser Benchmark perfekt für das Messen der CPU-Performance eignet. Wir haben den Benchmark wie immer mit niedriger Auflösung getestet.

Unreal Tournament 2004 - Assault 1024x768

Unser Kommentar:

Bei den Unreal-Benchmarks sind die Abit-Boards immer sehr gut unterwegs, auch der Shuttle SB81P XPC sieht hier gut aus. Der Shuttle SB95P ist allerdings etwas langsamer unterwegs. Das Abit-Board ist vor allen Dingen in den CPU-lastigen Botmatch-Benchmarks deutlich vorne, ebenso das Gigabyte 8ANXP-D. Auch das Gigabyte 8I915P Duo Pro zeigt gute Werte.

Das ASUS P5AD2 Premium und das MSI 925X Neo Platinum profitieren wieder vom Übertakten des PEG-Links, wobei das MSI-Board auch hier wieder einbricht.


Comanche 4 640x480 (Novalogic)

Comanche 4 ist für Auflösungen von 1024x768 durchaus noch als CPU-Benchmark zu gebrauchen, bei höheren Auflösungen limitiert jedoch die Grafikkarte. Der Benchmark nutzt viele Pixel- und Vertexshader, allerdings wird neben einer hervorragenden Grafikkarte auch ein starker CPU benötigt. Das Spiel basiert auf DirectX 8 und ist in der Demo zum Downloaden erhältlich. Die Demo besitzt einen integrierten Benchmark, hier kann man also vor dem Kauf auch feststellen, ob das Spiel auf dem gewünschten PC ruckelfrei läuft. Wir verwenden ihn zur Leistungsmessung.

Unser Kommentar:

Auch in diesem CPU-lastigen Benchmark liegen das ASUS-Board und das MSI-Board aufgrund der PEG-Übertaktung vorne. Das Gigabyte 8ANXP-D, das Abit AA8 DuraMax, das Gigabyte 8I915P Duo Pro und die Shuttle XPCs liegen direkt dahinter.

Serious Sam 640x480 (Croteam)

Serious Sam ist auch neu bei unseren CPU-Tests - das Game ist hinreichend bekannt, wir verwenden die integrierte Benchmark-Funktion, natürlich mit 640x480 und niedrigsten Settings, um die Grafikkarte möglichst nicht zu belasten und die CPU zu fordern. Hier das Ergebnis:

Unser Kommentar:

Bei Serious Sam spielt das MSI 915P Neo2 Platinum wieder vorne mit, aber es muss sich auch hier deutlich vom ASUS und vom MSI geschlagen geben, das wieder einmal von der PEG-Übertaktung profitiert. Weiterhin mit guten Resultaten sind das Gigabyte 8ANXP-D, das DFI 915P und die Abit-Boards unterwegs. Der Shuttle SB95P muss sich wieder mit einem Platz im hinteren Bereich zufrieden geben.

DroneZMark 640x480 (Zetha Games)

DroneZMark liefert nur mit einer starken Grafikkarte eindeutige Werte für einen CPU-Test - mit einer GeForce 6800GT ist dies jedoch kein Problem. So haben wir hier ziemlich eindeutige Werte, DroneZ reagiert allerdings sehr gerne auch auf einen großen Cache, wie man in unseren bisherigen Tests sehen konnte.

Unser Kommentar:

Hier führt einmal das AA8 DuraMax vor dem ASUS P5AD2 Premium, welches trotz PEG-Link Overclocking hier nicht den Sieg erringen kann. Sehr gut sieht auch wieder das MSI 915P Neo2 Platinum aus, ebenso das Gigabyte 8I915P Duo Pro. Der Shuttle XPC SB95P liegt nur im Mittelfeld.

X2 The Thread - 640x480 (Egosoft)

X2 ist ein Weltraum-Egoshooter, der auch in einer Demoversion zum Herunterladen existiert, die wir hier für diesen Test verwenden. Die Software wird von uns in einer niedrigen Auflösung getestet, da das Spiel bei höheren Auflösungen beginnt, Grafikkarten-lastig zu werden.

Unser Kommentar:

Bei X2 macht sich wieder ein wenig die PCI-Express-Performance bemerkbar, so liegen der Shuttle XPC, das Albatron und DFI-Board sowie die Abit-Boards wieder einmal weiter hinten. Das ASUS-Board und das MSI-Board befinden sich wieder deutlich vorne - klare Sache : PEG-Link-Overclocking. Gut sind hier aufgrund des B1-Fixes natürlich im Umkehrschluss die Intel-Boards und das MSI 915P Neo2 Platinum sowie die Gigabyte-Boards. Auch hier ist der Shuttle XPC mal wieder im hinteren Bereich anzufinden.


FarCry Pier 800x600 (Crytek)

FarCry ist wohl das Spiel des Jahres 2004 und ein Grund, sich mal wieder einen neuen PC zu leisten. Das Spiel ist sowohl stark Grafikkarten-lastig bei höheren Auflösungen und hohen Details, aber es existiert auch eine sehr hohe CPU-Belastung, gerade bei niedrigeren Auflösungen ohne viele Details. Wir verwenden deshalb den Benchmark mit Standard-Settings und unterschiedlichen Auflösungen.

Farcry Pier 1024x768

Farcry Pier 1280x1024

Farcry Pier 1600x1200

Unser Kommentar:

FarCry ist CPU-lastig bei einer guten Grafikkarte, teilweise sogar bis in höhere Auflösungen. Bei uns beginnt die Grafikkarte erst bei 1280x1024 zu limitieren, vorher ist deutlich eine CPU-Last zu sehen. Allerdings bleibt diese auch bei höheren Auflösungen noch bestehen. Das ASUS-Board liegt hier wieder in Führung aufgrund der PEG-Übertaktung, beim MSI scheint dies noch nicht wirklich gut zu funktionieren, denn hier ist man wieder nur im Mittelfeld.

Gute Ergebnisse sieht man vom Gigabyte 8ANXP-D, Abit AA8, vom MSI 915P Neo2 Platinum und auch vom Gigabyte 8I915P Duo Pro. Auch die Ergebnisse des Shuttle SB95P sind in Ordnung, allerdings fällt er bei höheren Auflösungen etwas zurück. Auch dies kann am fehlenden B1-Fix liegen.


UPDATED :

Bitte beachten Sie zu diesem Artikel unsere News bezüglich einer neuen Bios-Version, die die meisten Probleme des SB95P, die in diesem Review beschrieben wurden, beseitigt.

Der Traum vom hochgezüchteten High-End-PC in Miniaturformat und leisester Geräuschkulisse muss bislang noch ein wenig weiter geträumt werden. Shuttle hat es aktuell sicherlich nicht einfach - denn mit Prozessoren wie dem Prescott ist es schwer, ein von den räumlichen Aspekten her kleines Gehäuse zu verwenden. Es muss ein leistungsfähiges Netzteil unterkommen und es müssen bis zu 115 Watt Abwärme irgendwie aus dem Gehäuse hinausgeblasen werden. Auf XPC-Niveau gesehen ist dies eine riesige Herausforderung. Der ideale XPC-Prozessor wäre aktuell der Pentium M Dothan - aber für diesen existiert leider noch kein High-End-Chipsatz mit richtig guten Features, sondern nur der etwas betragte i855M.

So ist es kein Wunder, dass wir hier die Lautstärkeentwicklung bei diesem XPC in Verwendung mit den hierfür eigentlich verantwortlichen Prescott CPUs kritisieren. Er macht mehr Lärm als jeder andere XPC, den wir bislang im Test hatten und vernichtet somit die Chance, ihn als Wohnzimmer-kompatibel abzusegnen. Selbst im Arbeitseinsatz ist der XPC zu laut, die Konzentration ist schnell weg. Dabei hatten wir zusätzlich auch noch Temperaturprobleme mit den höher getakteten Prescott-Modellen - unser Test mit einem 3,6 GHz-Modell kann eigentlich als gescheitert angesehen werden, bei einer Lüftereinstellung von 70% ist der XPC einfach zu laut. Und selbst mit einem Pentium 4 2,8 GHz müssen die Lüfter schon etwas schneller drehen, um volle Performance zu erreichen und den Prozessor nicht ans Temperaturlimit zu treiben.

Technisch gesehen hat Shuttle sonst alles richtig gemacht - in einen High-End-XPC gehört der i925x mit der ICH6R, man hat an einen x1-PCI-Express-Port gedacht, Firewire integriert, den Gigabit-Ethernet-Port über PCI-Express angebunden und einen eigentlich hochwertigen ALC880 von Realtek verwendet, der zumindest bei unserem hier verwendeten Sample noch keine bombastische Qualität zeigte. Ein qualitativ gutes Gehäuse gehört auch mit zu den positiven Aspekten, ebenso wie das starke Netzteil, das selbst mit einer Radeon X800XT keine Probleme hatte.

Durch Klick auf das Bild gelangt man zu einer vergrößerten Ansicht

Auch kleine Details wie das dimmbare Power-LED sind hervorzuheben - davon lebt eigentlich der XPC. Auch lassen sich in die neuen Gehäuse problemlos zwei Festplatten für ein Raid 0 einbauen - theoretisch könnte man so viel mit diesem Gerät machen. Das Bios muss sicherlich ebenso noch verbessert werden, das B1-Problem ist noch vorhanden, weiterhin fehlen noch kleine Details. Die Stabilität war jedoch schon perfekt und auch die Speicherkompatibilität war sehr gut. Unsere Overclocking-Ergebnisse waren auch sehr zufriedenstellend, allerdings fehlen ein paar sinnvolle Einstellungen, die Shuttle vielleicht auch noch bringen kann.

Positive Punkte des Shuttle SB95P :

Negative Punkte des Shuttle SB95P :

Über einen Preis sind wir noch nicht informiert - der Shuttle SB95P wird sich erst in den nächsten Wochen im Handel einfinden. Sicherlich wird er leicht über dem Preis des SB81P liegen, welcher aktuell bei knapp 380 Euro liegt. Wir hoffen, dass Shuttle bis zum Verkauf die Bios-Probleme bezüglich der Lüftersteuerung in den Griff bekommt und durch ein paar Kniffe eventuell auch den Sound und das B1-Bandbreitenproblem in den Griff bekommt. Vielleicht kann auch die Temperaturproblematik durch die integrierte Lüftersteuerung in den Griff bekommen werden. Es bleibt die Lautstärkeentwicklung - und hier sollte sich Shuttle über ein anderes Konzept Gedanken machen, der Luftkanal scheint nicht das Optimum zu sein.

Weitere Links :

Weitere Mainboard- und CPU-Reviews findet man in unserer Testdatenbank unter Prozessoren, Mainboards Intel oder Mainboards AMD.

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