Test: ASUS P8P67-M Pro

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Wer sich momentan ein kompaktes Sandy-Bridge-System auf Micro-ATX-Basis zusammenstellen möchte, hat nicht gerade viele Mainboards zur Auswahl, zumindest wenn auch das Overclocking-Potential der Core-Prozessoren der zweiten Generation genutzt werden soll. Dafür wird ein Mainboard mit P67-Chipsatz benötigt, von dem momentan nur drei Modelle im Micro-ATX-Format auf dem Markt erhältlich sind. Neben einem Mainboard von Intel hat ASUS mit den beiden Varianten des P8P67-M die einzigen beiden weiteren Modelle im Angebot. Da Micro-ATX-Systeme immer noch sehr beliebt sind und es auch eine sehr große Auswahl an entsprechenden Gehäusen gibt, haben wir uns mit dem P8P67-M Pro die momentan sicher interessanteste Platine für dieses Format einmal näher angeschaut. Von der Feature-Liste her sollte es den normalen ATX-Boards in Sachen Performance in nichts nachstehen.


Das ASUS P8P67-M Pro unterstützt alle aktuell erhältlichen Sockel-1155-Prozessoren und bringt auch alle wichtigen Overclocking-Features mit. SATA 6G und USB 3.0 sind genau wie eine SLI- bzw. CrossfireX-Unterstützung auch mit an Bord. Wie bei allen anderen aktuellen Boards auch verwendet ASUS beim P8P67-M Pro ein UEFI-Bios, allerdings muss auf das "DIGI+VRM"-System (Spannungswandler mit digitaler Steuerung) verzichtet werden, welches sonst bei allen etwas höher angesiedelten P67-Platinen von ASUS dabei ist. Sehr interessant am P8P67-M Pro ist auch sein Preis, denn mit ca. 110 Euro liegt es im Einstiegsbereich der P67-Mainboards. Etwas günstiger ist das P8P67-M zu haben, welches gegenüber der Pro-Version keine Multi-GPU-Setups unterstützt und auch keinen zusätzlichen SATA-6G-Controller an Bord hat. Einzig interessant an der Basisversion dürfte für manche Umsteiger der noch vorhandene PCI-Slot sein.

Bei der Optik hat ASUS das P8P67-M Pro im gleichen Look wie bei allen anderen P8P67-Modellen auch designt. Von der dunklen Platine heben sich die blauen Kühlkörper und Plastikteile deutlich ab. Als besonders ausgefallen lässt sich dieser Look zwar nicht bezeichnen, aber insgesamt wirkt das P8P67-M Pro hochwertig.

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Die Ausstattung des P8P67-M Pro ist insgesamt recht ordentlich. ASUS hat einen zusätzlichen SATA-6G- sowie einen USB-3.0-Controller verbaut, um den Funktionsumfang des P67-Chipsatzes etwas aufzubohren.

Die technischen Daten in der Übersicht:
Die Daten des ASUS P8P67-M Pro in der Übersicht
Hersteller und
Bezeichnung
ASUS
P8P67-M Pro
Straßenpreis ca. 110 Euro (B3-Stepping)
Homepage www.asus.com
Northbridge-/CPU-Features
Chipsatz P67-Chipsatz
Speicherbänke und Typ 4x DDR3 (Dual-Channel)
Speicherausbau max. 32 GB
SLI / CrossFire CrossFire, SLI (x8-/x8-Lanes)
Onboard-Features
PCI-Express 3x PCIe x16 (x16/-/x4, x8/x8/x4)
1x PCIe x1
PCI -
Serial-ATA-, SAS- und 
ATA-Controller
2x SATA 6G und 4x SATA 3G mit RAID 0, 1, 5, 10 über P67,
1x SATA 6G und 1x eSATA 6G über Marvell PCIe 9120 Controller
USB 6x USB 2.0 (+8 über Header)
2x USB 3.0 über ASMEDIA ASM1042
WLAN / Bluetooth -
Firewire 1x Firewire 400 MBit/s über VIA VT6315N 400 MBit/s (+1 über Header)
LAN 1x Gigabit-Ethernet (PCIe) über Realtek RTL8111E
Audio Realtek ALC892 Audio Codec (Content Protection Support)
analoge, digitale und optische Ports

Im Lieferumfang des ASUS P8P67-M Pro  lassen sich die folgenden Teile finden:

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Insgesamt eine recht dürftige Beilage zum Board, aber andererseits fehlt auch nichts Wichtiges, abgesehen vielleicht von SLI- oder CrossFire-Brücken.

Kommen wir auf der nächsten Seite zum Board selber.


Intel hat beim P67-Chipsatz im Wesentlichen das Konzept des Vorgängers P55 beibehalten. Die Sockel-1155-CPU kommuniziert über den etwas beschleunigten DMI-Bus mit dem Chipsatz, welcher neben PCIe-Lanes für weitere Komponenten auch wesentliche Datenschnittstellen selbst bereitstellt. Direkt an die CPU angebunden sind zwei Speicherkanäle mit Dual-Channel-Unterstützung und insgesamt 16 PCIe-Lanes für die Grafikkartenschnittstelle. Die wesentliche Veränderung beim P67 gegenüber dem Vorgängerchipsatz ist, dass die PCIe-Lanes des Chipsatzes nun mit voller PCIe-2.0-Geschwindigkeit laufen. Mit der nun zur Verfügung stehenden Bandbreite lassen sich auch die neuen Schnittstellenstandards USB 3.0 und SATA 6G hinreichend schnell anbinden, sodass die Board-Hersteller nicht mehr zusätzliche PCIe-Switches einsetzen müssen, um halbwegs gute Transferraten erzielen zu können.

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ASUS verzichtet bei den beiden P8P67-M Modellen genau wie beim ATX-Einstiegsmodell P8P67 LE auch auf die digitalen Spannungswandler, welche bei ASUS unter dem Begriff "DIGI+VRM" laufen. Auch sind die Spannungswandler auf dem P8P67-M Pro natürlich deutlich schwächer ausgelegt als auf den größeren ATX-Platinen. Beim P8P67-M Pro dürfte ein System mit 4+1 Phasen zum Einsatz kommen, was aber für ein moderates Overclocking völlig ausreichen sollte. Im Test liefen die 5 GHz mit unserer Core-i7-2600K-CPU problemlos, allerdings sollte man bei 24/7-Last-Betrieb oder schlechter Systemkühlung vermutlich auf etwas reduzierte Einstellungen zurückgreifen. Insbesondere bei der Kernspannung sollte man es im Interesse der Temperaturen und der Lebensdauer nicht übertreiben.

Die Stromversorgung erfolgt über einen 24-Pin-ATX-Stecker und einen 8-Pin-EPS-Stecker. Die Kühlkörper um den Sockel herum sind nicht sehr groß, sodass es keine Probleme mit ausladenden Kühlkörpern geben sollte.

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Wie jedes andere P67-Mainboard auch, unterstützt das P8P67-M Pro vier DDR3-Speichermodule im Dual-Channel-Betrieb. Typisch für ASUS sind die Befestigungshaken der DIMM-Sockel, die nur auf einer Seite aufgeklappt werden, da auf der anderen Seite bei komplett montiertem System die Grafikkarte ein Entriegeln verhindern würde. Das Angebot der Speicherteiler reicht von DDR3-800 MHz bis hin zu DDR3-2400 MHz, wobei letztere Einstellung der Erfahrung nach nicht zum Laufen zu bekommen ist. Die Auswahl an einstellbaren Timings im UEFI-BIOS ist umfangreich, daher steht das kleine P8P67-M Pro den großen Brüdern in diesem Punkt in nichts nach. Die Unterstützung von XMP-Profilen ist vorhanden und funktionierte im Test auch.

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Auf dem P8P67-M Pro sind insgesamt drei PCIe-x16-Slots zu finden, die von einem PCIe-x1-Slot ergänzt werden. Da keine Zusatzchips wie NVIDIAs NF200 oder Lucids Hydra verbaut sind, ergeben sich somit die üblichen Konfigurationsmöglichkeiten. Mit einer Grafikkarte im System läuft diese mit einer direkten x16-Anbindung an die CPU. Wird im zweiten Slot von oben eine weitere Karte verwendet, ändert sich die Bandbreitenverteilung auf x8/x8. Der dritte PCIe-x16-Slot, der am schwarzen Kunststoffsockel zu erkennen ist, ist mit bis zu vier PCIe-2.0-Lanes an den P67-Chipsatz angebunden. 

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Beim P8P67-M Pro hat der User die Möglichkeit, entweder den dritten PCIe-x16-Slot mit einer x4-Anbindung zu nutzen, wobei der PCIe-x1-Slot auf dem Board dann abgeschaltet wird, oder den dritten PCIe-x16-Slot nur mit zwei PCIe-Lanes zu betreiben, wodurch der PCIe-x1-Slot aktiv bleibt. Anders als z.B. beim ASRock P67 Extreme6, wo das Board eine entsprechende Umschaltung automatisch vornimmt, ist beim P8P67-M Pro im BIOS eine entsprechende Option zur manuellen Umschaltung vorhanden. Da beim Einsatz einer normalen Grafikkarte in Dual-Slot-Bauweise der PCIe-x1-Slot stets blockiert wird, kann sich der User so zumindest über die schnelle Anbindung des verbliebenen PCIe-Slots freuen.


ASUS hat dem P8P67-M Pro insgesamt eine gute Ausstattung spendiert, insbesondere wenn man die Platzverhältnisse auf einem Micro-ATX-Mainboard betrachtet. Es ist ein USB-3.0-Controller mit zwei Ports vorhanden, sowie ein zusätzlicher SATA-6G-Controller, der die zwei schnellen SATA-Anschlüsse des P67-Chipsatzes um zwei weitere ergänzt.

An der Vorderkante des Boards sind insgesamt sechs abgewinkelte Buchsen zu finden, wodurch sie sich auch bei überlangen Grafikkarten noch problemlos nutzen lassen, vorausgesetzt natürlich im Gehäuse ist entsprechend Platz vorhanden. Diese sechs Buchsen werden vom SATA-Controller des P67-Chipsatzes bedient und die farbliche Ausführung zeigt auch an, welches die beiden SATA-6G-Ports sind und welche vier Schnittstellen mit SATA-3G-Geschwindigkeit laufen. Das vorliegende Modell ist eines mit B3-Revision des Chipsatzes, sodass die potentiellen Probleme der SATA-3G-Ports der zuerst ausgelieferten B2-Version des P67-Chipsatzes inzwischen vergessen werden können. Zusätzlich hat ASUS dem P8P67-M Pro noch einen über PCI-Express angebundenen Marvell-9120-Controller spendiert, der zwei weitere SATA-6G-Ports mitbringt. Genauer gesagt ist ein Port als interne SATA-Buchse ausgeführt, welche zwischen den DIMM-Slots und dem 24-Pin-ATX-Stecker zu finden ist, und der zweite Port des Controllers ist als eSATA-6G-Port auf dem I/O-Panel zu finden. Insgesamt lassen sich beim P8P67-M Pro also sieben SATA-Laufwerke intern und eines extern anschließen.

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Den Marvell-9120-Controllern fehlt im Vergleich zu den auf anderen Mainboards häufig zu findenden Marvell-9128-Chips die RAID-Funktionalität, aber sie bieten davon abgesehen die gleichen Features und Geschwindigkeiten. Der Marvell 9120 ist mit einer PCIe-2.0-Lane direkt an den Chipsatz angeschlossen und verfügt daher auch über genügend Bandbreite, um ein entsprechendes SATA-6G-Gerät (fast) voll auszulasten.

Die USB-3.0-Schnittstellen realisiert ASUS mithilfe eines Controllers von ASMEDIA. Bisher dominierten USB-3.0-Controller von NEC/Renesas den Markt und erst kürzlich ist mit EtronTech ein zweiter Anbieter aufgetreten. Das mit ASMEDIA nun ein weiterer Hersteller von USB-3.0-Controllerchips zur Verfügung steht, ist sicher im Interesse der Endkunden, da der Wettbewerb den Preis drücken und evtl. auch zu besserer Kompatibilität der USB-3.0-Komponenten führen könnte. Momentan ist häufig von Kompatibilitätsproblemen mit USB-3.0-Geräten zu lesen. Verschiedene Controller mit verschiedenen Firmware- und Treiberversionen müssen mit einer Vielzahl von Gegenstücken in den Endgeräten funktionieren, was momentan noch nicht als gegeben angenommen werden kann. USB 3.0 scheint trotz oder eventuell auch gerade wegen seiner Verzögerungen noch nicht ganz ausgereift zu sein. Eine Vielzahl von Kombinationen aus Controllern und Endgeräten scheinen jedoch gut und auch schnell zu funktionieren, aber es gibt anscheinend auch etliche Ausnahmen, wo beispielsweise die externe USB-3.0-Festplatte den Dienst sporadisch oder sogar ganz verweigert. Soweit wir das mit der sehr begrenzten Anzahl von uns zur Verfügung stehenden USB-3.0-Geräten testen konnten, scheint der ASMEDIA-Chip auf dem P8P67-M Pro aber recht stabil zu laufen.

Der auf dem Board verbaute ASMEDIA ASM1042 bietet zwei Ports, die auf dem I/O-Panel untergebracht sind. Der Controller selbst ist über eine PCIe-2.0-Lane an den Chipsatz angebunden.

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Weiterhin sind noch etliche USB-2.0-Ports zu finden, die vom P67-Chipsatz bereitgestellt werden. Zusätzlich zu den sechs Buchsen auf dem I/O-Panel sind noch vier Pin-Header für weitere acht Ports vorhanden.

Im Bereich direkt hinter dem I/O-Panel ist neben dem Gigabit-Netzwerkcontroller von Realtek auch der USB-3.0-Controllerchip platziert. ASUS hat auf dem P8P67-M Pro noch einen VIA VT6315N verbaut, der zwei Firewire-400-Ports bereitstellen kann, die als normale 6-Pin-Buchse auf dem I/O-Panel bzw. als Pin-Header auf dem Board ausgeführt sind.

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Im folgenden Bild ist der Super-I/O-Chip von Nuvoton zu sehen. Der Super-I/O-Chip, welcher am SPI-Interface des P67-Chipsatzes hängt, stellt neben den PS/2-Ports auch ältere Schnittstellen wie den COM-Port oder die LPT-Schnittstelle bereit, wobei die letzteren beiden nur als Pin-Header auf dem Board ausgeführt sind.

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Für die Soundausgabe kommt ein Realtek ALC 892 zum Einsatz, der bereits auf vielen anderen Boards zu finden ist. Interessanterweise findet man auf der Realtek-Webseite zu diesem Codec keine eigenen Informationen. Somit müssen wir uns auf die Angaben stützen, die im Internet zu finden sind. Der HD-Audio-Codec unterstützt bis zu 192 kHz/24 Bit mit acht Kanälen, er ist also ein klassischer 7.1-Sound-Chip, wobei er auch Content Protection für HD-Audio (Blu-ray) unterstützt. Das ist durchaus wichtig, denn durch die digitale Ausgabe des Sounds verlieren Onboard-Chips mehr und mehr ihre analoge Qualitätseinbuße, aber wer Blu-rays am PC abspielen möchte, erhält aufgrund der Verschlüsselung ohne die Content-Protection-Unterstützung keinen Sound. Der Sound hat auch das THX TruStudio Pro Zertifikat - aber dies ist insofern nichtssagend, dass man dieses bei der Einhaltung von gewissen Qualitätsvorgaben von THX erwerben kann. In Sachen analoger Qualität bietet der Onboard-Sound des P8P67-M Pro das Übliche, womit das Gleiche wie auch bei anderen Boards mit dieser Soundlösung gilt: Für die meisten User mag es reichen und für alle anderen bietet das Board noch freie Schnittstellen für USB- oder PCIe-Soundkarten.

Das P8P67-M Pro bietet am I/O-Panel eine solide Auswahl an Anschlussmöglichkeiten. Es lassen sich zwei USB-3.0- und sechs USB-2.0-Ports finden, die von einer eSATA-6G-Buchse und einem Firewire-400-Anschluss ergänzt werden. Insgesamt acht USB-Ports am I/O-Panel sind ordentlich, aber andererseits wäre auch noch Platz für weitere Anschlüsse vorhanden gewesen. Ein RJ45-Port steht für Gigabit-Ethernet-Verbindungen bereit, und zwei PS/2-Ports lassen auch den Einsatz älterer Tastaturen oder Mäuse zu. Für die Verbindung zum Onboard-Sound stehen insgesamt sechs analoge Klinken-Buchsen und ein optischer SPDIF-Ausgang bereit. 

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Der P67-Chipsatz, genauer gesagt der Platform Controller Hub (PCH) des Intel P67 Express-Chipsatzes, stellt insgesamt acht PCIe-Lanes nach PCI-Express-2.0-Standard bereit. Von diesen acht PCIe-Lanes verwenden die beiden PCIe-Slots je nach BIOS-Einstellung entweder drei oder vier Lanes. Die Controller für Gigabit Ethernet, USB 3.0, Firewire und der zusätzlichen SATA-6G-Ports benötigen je eine PCIe-Lane, womit das Rechenspiel für ASUS genau aufgeht und keine weiteren Hilfsmittel wie PCIe-Switches eingesetzt werden müssen. Das spart Platz auf dem Board, reduziert die Produktionskosten und senkt den Stromverbrauch ein kleines Stück.

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Auf dem ASUS P8P67-M Pro lassen sich vier FAN-Header finden, wovon drei in 4-Pin-Bauweise ausgeführt sind. Für den bzw. die CPU-Lüfter sind zwei 4-Pin-Anschlüsse vorgesehen. Weiterhin sind noch ein Chassis-Fan-Anschluss mit 4 Pins und ein dreipoliger Power-Fan-Anschluss vorhanden. Bis auf Letzteren lassen sich alle Lüfteranschlüsse regeln, wobei aber beide CPU-Fan-Anschlüsse nur parallel geregelt werden. Für CPU- und Chassis-Fan stehen die von anderen ASUS-Boards bereits als "Q-Fan" bekannten Konfigurationsmöglichkeiten zur Verfügung.


Für den Test nutzten wir die zum entsprechenden Zeitpunkt aktuelle Beta-Version 0708. ASUS verwendet auch auf dem P8P67-M Pro ein UEFI-BIOS, welches neben der Unterstützung neuer Technologien, z.B. dem Booten von GPT-Partitionen, auch eine grafisch ansprechende Oberfläche mitbringt, die sich auch per Maus bedienen lässt. Zum Updaten des BIOS bietet ASUS mit EZ Flash 2 eine einfache und komfortable Möglichkeit, die direkt aus dem BIOS heraus aufgerufen werden kann. Das BIOS-Image kann dabei von USB-Sticks oder auch anderen angeschlossenen Laufwerken gelesen werden.

Die Bootzeit des Boards ist in Ordnung. Das UEFI-BIOS ist schnell geladen und dank der Mausunterstützung und dem "Easy Mode" auch für Anfänger geeignet. Gegenüber früheren ASUS-Mainboards mit "altem" BIOS ist sicher eine Umgewöhnung nötig, aber dann ist das P8P67-M Pro einfach und schnell zu bedienen. Erfahrene User werden auch weiterhin ausschließlich auf die Tastaturbedienung zurückgreifen, denn mit einer Maus lassen sich nun einmal keine Zahlen eingeben. Die wichtigen Einstellungen für Takte, Timings und Spannungen sind in dem Menu "AI Tweaker" zusammengefasst, welches wiederum Untermenus enthält und insgesamt gut strukturiert ist. Einzig die Einstellung für die Spannungsanhebung im Turbo-Betrieb ist etwas versteckt.

OC-Profile sind vorhanden und auch alle Onboard-Komponenten lassen sich deaktivieren. Das Hardwaremonitoring ist gut gelöst, es lädt nun auch deutlich schneller als bei älteren ASUS-Boards ohne UEFI-BIOS. Zudem ist mit Q-Fan wieder die Lüftersteuerung für den CPU- und den Chassis-Fan vorhanden. Das Board besitzt auch eine Stromspitzen-Schutzfunktion, die im Hardwaremonitoring unter dem Punkt Anti Surge Support deaktiviert werden kann, sollte sie beim Betrieb stören. Die Lüftersteuerung mit ASUS´ Q-Fan-Technologie funktionierte gut, allerdings haben wir schon umfangreichere Konfigurationsmöglichkeiten gesehen. Immerhin hilft sie, den Prozessor auf einer bestimmten Temperatur zu halten - bei minimaler Lüfterdrehzahl und somit leiser Lautstärke. Erfreulicherweise sind alle Stromspartechniken aktiviert, selbst C6, und auch der Turbo-Betrieb lief zufriedenstellend ohne Probleme.

Insgesamt macht das BIOS des P8P67-M Pro einen ausgereiften Eindruck. Größere Bugs sind uns nicht aufgefallen und die wenigen Kleinigkeiten wurden bei anderen ASUS-Boards bereits behoben.

Sämtliche BIOS-Funktionen haben wir in der folgenden Galerie aufgeführt:


Für Overclocker ist es natürlich zunächst einmal interessant, welche BIOS-Optionen das Board bietet. Weiterhin darf das Board auch gerne mit einer besonderen Spannungsversorgung ausgestattet sein, die eine höhere Leistungsfähigkeit aufweist als von Intel vorgesehen, denn durch die Übertaktung der CPU steigt in der Regel deren Leistungsaufnahme stark an. Außerdem ist es wichtig, dass auch die Signallaufzeiten auf dem Board (z.B. CPU-Speichercontroller - DRAM) einwandfrei geroutet sind, damit das Board auch bei Übertaktung noch stabile Signale überträgt. ASUS kann im Bereich Overclocking auf eine lange und ausgiebige Erfahrung zurückgreifen, welche man beim P8P67-M Pro auch bemerkt. Klar ist natürlich, dass das P8P67-M Pro allein schon aufgrund der Hardware nicht mit den Spitzenmodellen in Standard-ATX-Bauform mithalten kann, welche mit stärkeren Spannungswandlern ausgerüstet sind. ASUS hat dem P8P67-M Pro aber alle wesentlichen Features mitgegeben, um problemlos mittlere OC-Ergebnisse zu erzielen, also beispielsweise CPU-Taktfrequenzen bis zu 5 GHz bei moderat erhöhter Kernspannung, sofern die jeweilige CPU es erlaubt.

Beim UEFI-BIOS des P8P67-M Pro sind alle wesentlichen Optionen vorhanden und auch in Sachen Bedienung präsentiert es sich ausgesprochen positiv. Für extremes Overclocking ist es nicht vorgesehen, daher fehlen auch entsprechende Optionen. Auch lassen sich mit VCore- (Offset plus Additional Turbo Voltage), DRAM-, VCCIO- und PCH-Core-Spannung relativ wenige Spannungen einstellen, aber für 90% der Overclocker dürfte dies auch völlig ausreichen. Im Test schien das P8P67-M Pro die weiteren Spannungen gut selbst im Griff zu haben. Positiv ist, dass sich über zwei Dutzend Speicherparameter konfigurieren lassen. Wie bei anderen ASUS-P8P67-Boards ist der Turbo-Modus gut zu konfigurieren, denn es besteht ebenso die Möglichkeit, die Turbo-Multiplikatoren in Abhängigkeit der belasteten Kerne festzulegen.

Die Overclocking-Funktionen des ASUS P8P67-M Pro in der Übersicht
Base Clock Rate 80 bis 300 MHz, stufenlos
CPU-Spannung Offset-Mode: -0,315 bis +0,635 V in 0,005-V-Schritten
DRAM-Spannung 1,185 bis 2,135 V in 0,005-V-Schritten
VTT/VCCIO-Spannung 0,735 V bis 1,685 V in 0,005-V-Schritten
CPU PLL-Spannung
-
PCH-Core-Spannung
0,735 bis 1,685 V in 0,005-V-Schritten
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen
-
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig, Multiplikatoren bei x6 - x16 (2er-Schritte)
Command Rate
einstellbar
Timings einstellbar, 24 Parameter
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
QPI-Takt
Core Current Limit
-
Weitere Besonderheiten

UEFI-Bios mit zwei Ansichten (EZ, Advanced)
Settings speicherbar in Profilen, Load Line Calibration, Spread Spectrum, Auto-OC-Funktion
EPU Energiesparfunktion (4 Stufen), sämtliche Stromspar-Modi
Turbo-Modus (auto, by all cores, by per core)
Turbo-Modus Parameter: Power Limit Long/Short, Current Limit, Duration, Additional Turbo Voltage
CPU- und Chassis-Lüfter konfigurierbar

Hier noch eine Galerie der für den Overclocking-Betrieb interessanten BIOS-Optionen und eine Übersicht über die Funktionen der ASUS AI Suite.

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Mit an Bord ist eine Funktion zum automatischen Overclocking, die aber erwartungsgemäß nur sehr bescheidene Ergebnisse liefern konnte. "OC Tuner" hat bei unserem Testsystem die CPU auf 4,33 GHz getaktet, wobei aber die BCLK um 5 MHz erhöht wurde und der Speicher auf DDR3-1866 MHz mit 2T Command-Rate lief. Da auch die Kernspannung der CPU mehr als nötig heraufgefahren wurde, ist das Gesamtergebnis des automatischen Übertaktens insgesamt eher als dürftig einzuordnen. Per Hand lassen sich bessere Ergebnisse erreichen, aber immerhin lief das System stabil.

Bei unseren Overclocking-Versuchen zeigte das ASUS P8P67-M Pro eine solide Performance und erlaubte unserer luftgekühlten Test-CPU ohne Probleme das Überspringen der "5 GHz-Hürde". Wir konnten wie auf anderen bereits getesteten Mainboards einen CPU-Takt von 5,2 GHz erreichen, wobei dieser aber aufgrund von vorhandener Kühllösung und CPU-Güte nicht "prime-stable" auf allen Kernen war. Im Zusammenspiel mit einem ausgiebigen Test bei 4,8 GHz lässt sich aber daraus ableiten, dass das Board mit höheren Frequenzen kein Problem hat. Im Bereich der Spannungswandler wurde das Board zwar recht warm, blieb unserer Meinung nach aber noch im unbedenklichen Bereich. In engen Gehäusen sollte man aber beim Übertakten auf etwas Luftbewegung um den Sockel herum achten.

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Wie bereits erwähnt, lässt sich der Turbo-Betrieb des P8P67-M Pro gut konfigurieren. Es besteht die Möglichkeit, entweder alle Kerne über einen gemeinsamen Turbo-Multiplikator laufen zu lassen, oder je nach Anzahl der belasteten Kerne individuelle Multiplikatoren festzulegen. Da das Board die CPU-Kernspannung nur per Offset-Wert verändern kann, funktioniert (bei aktivierter Speedstep-Funktion) auch jederzeit die Spannungsabsenkung bei niedriger Last. Verwendet man zum Übertakten unter Last die Turbo-Funktion, welches bei "Sandy Bridge" die beste und naheliegendste Option ist, lässt sich trotz Overclocking ein energiesparender Betrieb im Idle des Systems erreichen. Neben Speedstep funktionieren auch die weiteren Stromsparfeatures des P8P67-M Pro gut, was sich deutlich an den im Test gemessenen sehr niedrigen Energieverbrauchswerten zeigt.

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Eine Option zur Loadline Calibration ist vorhanden, allerdings lassen sich hier nicht unterschiedliche Stufen wie bei den P8P67-Platinen mit digitalen Spannungswandlern einstellen. Ein weiteres Feature des P8P67-M Pro ist die "EPU" genannte Funktion zur Energieeinsparung. Ist sie aktiviert, bietet sie neben einem Automatik-Betrieb drei Energiespar-Stufen an. Unserer Einschätzung nach verwendet EPU im Wesentlichen eine Absenkung der CPU-Kernspannung, um den Energieverbrauch zu reduzieren. Im Abschnitt dieses Reviews über die Leistungsaufnahme des Boards haben wir uns einmal die je nach EPU-Einstellung vom Board gefahrenen VCore-Werte angeschaut. Overclocker werden sich vielleicht erinnern, dass die Spannung quadratisch in die Berechnung der Verlustleistung eingeht, daher ist eine Reduzierung der Kernspannung ein sehr effektives Mittel zur Verminderung der Leistungsaufnahme, zumindest unter Last. Da sich im Idle eine (gut konfigurierte) Sandy-Bridge-CPU zu großen Teilen "selbst abschaltet", ist das Energieeinspar-Potential hier natürlich nur sehr klein. Nicht erwähnenswert ist wohl auch die Tatsache, dass EPU nur im Betrieb ohne Overclocking interessant ist, denn beim Overclocking möchte man ja genau die "Reserven" der CPU zur Takterhöhung nutzen, die die EPU-Funktion zur Spannungsabsenkung verwendet. Und wer ein möglichst energiesparendes System zusammenstellen möchte, wird das "Undervolting" auch manuell vornehmen wollen. Im Betrieb bei Standard-Takt funktioniert EPU aber sehr gut und führt auch zu deutlichen Einsparungen beim Energieverbrauch.

Insgesamt kann das ASUS P8P67-M Pro hinsichtlich seiner Overclocking-Möglichkeiten überzeugen. Es eignet sich zwar nicht für extremes Overclocking, bringt aber für normale Taktsteigerungen alle nötigen Features mit und bis zum Erscheinen von neuen Platinen mit Z68-Chipsatz wird es vermutlich auch - mehr oder weniger - das einzige Micro-ATX-Mainboard für Sandy Bridge mit diesen Features bleiben.


Für die Sandy-Bridge-Mainboardtests haben wir unser Testsystem erneuert - und verdoppelt. An zwei Teststationen testen wir nun die diversen P67-Mainboards, wobei wir die Testsysteme möglichst identisch gestaltet haben:

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz. 

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version. 

Hundertprozentig identisch sind die Testsysteme trotz identischer Software und identischer Hardware nicht, denn die Intel-CPUs besitzen eine leicht unterschiedliche VID-Spannung. Die Verbrauchswerte weichen also minimal voneinander ab, warum wir in den entsprechenden Vergleichen die Werte je nach Teststation mit unterschiedlicher Farbe markieren. Die Performancemessungen hingegen sind zwischen beiden Teststationen gut vergleichbar, da beide Systeme mit den gleichen Einstellungen gefahren werden.

Seit der Einführung der Nehalem-Prozessoren und der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 1600 MHz und 9-9-9-24 1T - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen. Beim ASUS P8P67-M Pro funktionierte mit Default-Einstellungen der Turbo-Modus jedenfalls zuverlässig und ohne Auffälligkeiten.

Wir testen allerdings nur noch vier Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2011, SuperPi 8M, Cinebench 11.5 und Sisoft Sandra 2011 Memory Benchmark:

bench_3dmark11

bench_cinebench

bench_superpi

bench_sandra

Der Vergleich der bisher von uns getesteten P67-Mainboards zeigt allenfalls minimale Unterschiede. Praktisch gesehen weisen alle Boards bei gleicher Konfiguration auch die gleiche CPU-, Grafik- und Speicherperformance auf. Wirkliche Unterschiede würden sich erst durch abweichende Einstellungen ergeben. Das ASUS P8P67-M Pro liegt von seiner Performance her auf dem Niveau anderer P67-Mainboards, die bei Standard-Einstellungen alle mehr oder weniger die gleiche Performance aufweisen.


Immer wichtiger ist heute der Stromverbrauch eines PC-Systems - und in der Tat tauchen hier im Vergleich zur Performance noch häufiger deutliche Unterschiede zwischen den Mainboards auf. Dies hat zum einen mit dem BIOS zu tun, denn oftmals werden Intels Stromsparoptionen nicht aufgegriffen, falsch implementiert oder es wird schlicht vergessen, dass Onboard-Komponenten deaktiviert werden, wenn diese nicht in Verwendung sind. Zum anderen hat dies auch mit den verwendeten Komponenten und der Spannungsversorgung zu tun: Je effizienter diese arbeitet, desto geringer ist der Stromverbrauch des Mainboards. Die Qualität und Effizienz der Hardware ist ein Faktor, aber auch die Softwareseite spielt eine Rolle. Insbesondere unter Last hat z.B. der jeweils gewählte Wert der CPU-Kernspannung eine großen Einfluss auf die gesamte Leistungsaufnahme.

Das ASUS P8P67-M Pro hat im Vergleich zu anderen P67-Mainboards eine eher geringe Anzahl an zusätzlichen USB-3.0- und SATA-6G-Controllern an Bord und verzichtet auch auf den Einsatz eines Lucid-Hydra- oder NF200-Chips. In der Theorie sollte sich sein Stromverbrauch daher auf einem etwas niedrigeren Wert einpendeln, wozu noch der Vorteil der geringeren Größe und der etwas kleineren Anzahl an verbauten Teilen kommt. Im Test konnte das P8P67-M Pro dann auch mit sehr geringem Stromverbrauch punkten. Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 11.5 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-Test, Vollauslastung).

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Im ersten Teil betreiben wir das Board im Prinzip mit den Optimized-Defaults-Einstellungen, sodass ein Großteil der entsprechenden BIOS-Optionen automatisch eingestellt wird. Per Default ist die EPU-Funktion ausgeschaltet, daher haben wir sie zu Vergleichszwecken auch einmal eingeschaltet. Auch sind alle Onboard-Komponenten aktiviert.

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Im Idle zeigt das P8P67-M Pro eine Leistungsaufnahme, die im Testvergleich als sehr gut zu bewerten ist. Es liegt gleichauf mit dem Intel DP67BG und dem MSI P67A-GD65, beides durchschnittlich ausgestattete P67-Platinen. Gegenüber den "gut bestückten" High-End-Platinen liegt der Vorsprung im Idle bei ca. 10 Watt. Die EPU-Funktion hat im Idle keinen Einfluss auf die Leistungsaufnahme des Systems.

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Unter Last bietet sich ein ähnliches Bild: Mit den standardmäßigen Einstellungen (EPU disabled) weist das ASUS ebenfalls einen recht niedrigeren Stromverbrauch auf. Es liegt deutlich vor den High-End-Platinen, aber knapp hinter den Boards von Intel und MSI. Aktiviert man die EPU-Einstellung und stellt sie auf Auto-Betrieb, dann reduziert sich die Leistungsaufnahme unter Last durch Cinebench um deutliche 14 Watt, womit es im Testvergleich dann knapp vorne liegt.

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Unter CPU-Volllast durch den Torture-Test von Prime95 verliert das P8P67-M Pro etwas an Boden im Vergleich zu den Spitzenreitern. Es liegt zwar noch deutlich vor den High-End-Platinen, aber verbraucht doch ca. fünf Watt mehr als die ATX-Platinen Gigabyte P67A-UD4 und MSI P67A-GD65. Mit aktivierter EPU-Funktion hingegen ist es wieder das sparsamste Board im Testvergleich.

Das P8P67-M Pro ist von Haus aus in Sachen Leistungsaufnahme recht gut abgestimmt, was sich an der Werten mit abgeschalteter EPU-Funktion zeigt. Ein Grund für die leichten Nachteile unter hoher Last könnte die eher schwache Auslegung der Spannungswandler sein, die bei hoher Last weniger Reserven haben, was häufig auch einen Einfluss auf die Verluste hat. Insgesamt ist das P8P67-M Pro kein neues "Energiesparwunder", aber solide und effizient konstruiert, wobei es noch mit dem sehr effektiven EPU-System aufwarten kann.

Da die gewählten Prozessorspannungen im Lastfall einen großen Unterschied ausmachen können, haben wir einen Blick auf die jeweiligen Werte geworfen. Hierbei ist natürlich zu beachten, dass zwei unterschiedliche - wenn auch sehr ähnliche - CPUs im Spiel sind. Bei Betrachtung der Leistungsaufnahme spielt dies nur eine geringe Rolle, da beim "Powermanagement" der CPU die elektrische Leistung wichtig ist, in welche neben der Spannung auch die Stromstärke einfließt.

spannung_prime95

Bis auf das Gigabyte P67A-UD5 und das ASUS P8P67 Deluxe verwenden alle Boards mehr oder weniger die gleiche Prozessorspannung unter Last, was auch zum Teil das gute Auftreten der betreffenden Boards unter Last erklärt. Das ASUS P8P67-M Pro zeigt keine Auffälligkeiten und verwendet de facto die gleiche CPU-Kernspannung wie die anderen Mainboards. Erst mit aktivierter EPU-Funktion wird die Kernspannung deutlich reduziert.

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir auch einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sämtliche USB3.0- und SATA-Controller sind hier deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber Features wie EPU wurden auf maximale Einsparung eingestellt.

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

leistung_opt_idle

Das Abschalten der (wenigen) Onboard-Komponenten des P8P67-M Pro und der manuellen Aktivierung aller Stromsparfeatures bringt fast keine Einsparung gegenüber den in Test 1 ermittelten Werten. In den Default-Einstellungen des P8P67-M Pro sind offensichtlich bereits alle Stromsparmodi aktiviert und die wenigen Onboard-Controller verbrauchen im Idle des Systems ebenfalls fast keine Energie, sodass sich deren Abschaltung nicht bemerkbar macht. Auch das Aktivieren der maximalen EPU-Stufe bringt erwartungsgemäß keine signifikante Verbrauchseinsparung.

leistung_opt_prime95

Unter voller Prozessorlast ergibt sich durch das Deaktivieren der Onboard-Komponenten ebenfalls keine sichtbare Einsparung. Ohne aktivierte EPU-Funktion bewegt sich das P8P67-M Pro verbrauchstechnisch im Mittelfeld, mit maximaler EPU-Stufe liegt es dann klar in Führung.

spannung_epu

Hier ist zu erkennen, dass das P8P67-M Pro unter Volllast die Kernspannung um bis zu 0,15 Volt absenkt, wenn die EPU-Funktion mit Stufe "Max Power Saving Mode" aktiviert ist. Bei der Einstellung "auto" wurde in unserem Test die Spannung mit ca. 0,1 Volt nicht ganz so weit abgesenkt. Die Spannungen im Idle werden zwar auch abgesenkt, aber in diesem Betriebszustand ist das Einsparpotential aufgrund der Prozessor-Features und der bereits reduzierten Spannung nur minimal.

Insgesamt zeigt das ASUS P8P67-M Pro in Sachen Leistungsaufnahme eine gute und konkurrenzfähige Performance. Ohne aktiviertes EPU-Feature weist es im Idle einen sehr geringen und unter Last einen normalen Energieverbrauch auf, was auf ein solides Design hindeutet. Mit aktivierter EPU lässt sich aus dem P8P67-M Pro sogar ein äußerst sparsames Mainboard machen, aber da sich solch eine Verbrauchseinsparung auch durch manuelles Undervolting erreichen lässt und sich die EPU-Funktion prinzipbedingt nicht gut mit Overclocking verträgt, ist dieses Feature unserer Meinung nach nicht überzubewerten. Wer auf Overclocking ganz verzichten möchte, ist schließlich nicht auf den P67-Chipsatz festgelegt und hat damit eine größere Anzahl an Mainboards zur Auswahl. Legt man Wert auf Overclocking, führt aktuell kein Weg am P67-Chipsatz und im Falle des Micro-ATX-Formfaktors am ASUS P8P67-M Pro vorbei, sodass das EPU-Feature des P8P67-M Pro wohl als nette Dreingabe zu verstehen ist, die die Flexibilität des Boards erhöht.


Das ASUS P8P67-M Pro verwendet einen - für uns neuen - USB-3.0-Controller der Firma ASMEDIA, was natürlich den Vergleich zu den bereits bekannten Controllerchips von Renesas und EtronTech sehr interessant macht. Die zusätzlichen beiden SATA-6G-Ports werden durch einen bereits bestens bekannten Controller von Marvell realisiert, der zwar im Falle der auf dem P8P67-M Pro verbauten 9120-Variante keine RAID-Funktionalität hat, aber bislang immer eine passable Leistung zeigen konnte.

USB-3.0-Performance:

Die USB3.0-Performance testen wir mit einem schnellen SuperTalent SuperCrypt 32 GB - einer externen SSD in Form eines Speichersticks mit USB-3.0-Interface:

usb3s   black_perf_usb3s   usb3_etrons

Die USB-3.0-Performance:
links: ASMEDIA ASM1042 auf dem ASUS P8P67-M Pro, mitte: Renesas D720200F auf ASUS Rampage III Black Edition, rechts:
EtronTech EJ168A auf ASRock P67 Extreme6

Der Benchmark im linken Bild zeigt die Performance der USB-3.0-Ports des ASMEDIA-Controllers auf dem P8P67-M Pro, der mit einer PCIe-2.0-Lane direkt an dem P67-Chipsatz angebunden ist. Vergleicht man die Werte mit der Performance der Konkurrenz auf dem mittleren und den rechten Bild, so schneidet der ASMEDIA ASM1042 sehr gut ab und liegt zusammen mit dem Controller von EtronTech ein gutes Stück vor dem Modell von Renesas. Schaut man genau hin, ist der ASMEDIA ASM1042 auf dem P8P67-M Pro sogar geringfügig schneller als der EtronTech-Controller. Die Performance des auf dem P8P67-M Pro verbauten ASMEDIA ASM1042 stimmt und auch in Sachen Kompatibilität konnten wir keine Probleme feststellen.

SATA-6G-Performance:

Um die SATA-6G-Performance ordentlich zu testen, haben wir schon neue SSDs mit neuem SATA-6G-Controller und Lese- und Schreibraten von über 500 MB/s bestellt - diese sind allerdings noch nicht lieferbar, also müssen wir uns für die richtigen Auslastungstests noch etwas gedulden. Aktuell testen wir mit einer Crucial RealSSD C300 64GB, die immerhin schon über 350 MB/s im Lesebetrieb schafft.

sata6g_intels   asus_sata6g_marvells

Die SATA-6G-Performance:
links: Intel-Controller SATA 6G, rechts: Marvell-Controller SATA 6G

Die SATA-6G-Ports des Intel-P67-Chipsatzes zeigen erwartungsgemäß eine sehr gute Performance und können unserer SSD beim Lesen fast 380 MB/s entlocken. Die SATA-6G-Schnittstelle des Marvell-9120-Controllers erreicht auf dem P8P67-M Pro ebenfalls Werte von über 360 MB/s, was außergewöhnlich ist, denn in der Vergangenheit konnten die Marvell-Controller nicht so gut mit den nativen SATA-6G-Ports des Chipsatzes mithalten. Allerdings hat der Controller von Intel beim Lesen von kleineren Blockgrößen doch deutlich Vorteile gegenüber dem Marvell-Controller, der erst bei größeren Datenpaketen aufschließen kann.

Die Performance der Schnittstellen des P8P67-M Pro ist als sehr gut zu bewerten. Sowohl die USB-3.0- als auch die SATA-6G-Geschwindigkeit ist vorbildlich.


Das ASUS P8P67-M Pro ist aktuell klar die erste Wahl, wenn es um ein schnelles Micro-ATX-System mit Sandy-Bridge-CPU gehen soll. Die Auswahl an Micro-ATX-Mainboards mit P67-Chipsatz ist zugegebenermaßen sehr bescheiden, aber das P8P67-M Pro hat alle wichtigen Features an Bord und kann mit einer guten Gesamtperformance überzeugen. Angesichts des relativ niedrigen Preises der Pro-Variante von knapp über 100 Euro spricht auch wenig dafür, die ebenfalls erhältliche Normalversion zu nehmen, wenn nicht gerade unbedingt ein PCI-Slot benötigt wird.

Dank der Unterstützung von SLI bzw. CrossFireX und den Overclocking-Optionen des P67-Chipsatzes ist das P8P67-M Pro hervorragend für den Einsatz in kompakten Gamer-Systemen geeignet. Angesichts der Boardgröße, der Ausstattung und auch des Preises ist natürlich auch klar, dass das P8P67-M Pro nur bedingt mit richtigen High-End-Mainboards mithalten kann. Die für das Overclocking nötigen CPU-Modelle mit freiem Multiplikator (aktuell: Core i5-2500K bzw. i7-2600K) sind schon deutlich teurer als das P8P67-M Pro. Wer maximale Performance im Micro-ATX-Format haben möchte, hätte mit dem ASUS Rampage III Gene und einem Intel Core i7-990X sicher noch eine (kostspielige) Alternative, aber in Sachen Preis/Leistung ist das P8P67-M Pro sicher ungeschlagen.

Im Vergleich zu richtigen Overclocker-Mainboards sind die Spannungswandler nur von durchschnittlicher Leistungsfähigkeit, daher sollte auf extremes Overclocking verzichtet werden. Mit moderater Spannungserhöhung lassen sich aber bei vielen Sandy-Bridge-CPUs schon Taktraten von 4,5 GHz oder mehr erreichen, was für ein Micro-ATX-System schon mehr als ausreichen dürfte. Im einfach zu bedienenden UEFI-BIOS sind alle für ein normales Overclocking wesentlichen Optionen vorhanden. Insgesamt macht das P8P67-M Pro auch beim Overclocking einen stabilen und ausgereiften Eindruck.

asus_gesamt1s

Durch Klick auf das Bild kommt man zu einer vergrößerten Ansicht

In Sachen Schnittstellen ist das P8P67-M Pro recht gut aufgestellt. Die beiden SATA-6G-Ports des Intel-Chipsatzes werden von  einem Marvell-9120-Controller um zwei weitere Ports ergänzt, wobei einer als eSATA-6G-Port am I/O-Panel ausgeführt ist. Der USB-3.0-Controller von ASMEDIA bedient zwei Anschlüsse auf dem I/O-Panel und kann mit einer sehr guten Performance punkten. Das P8P67-M Pro verfügt über insgesamt vier PCIe-Slots und verzichtet daher auf den Einsatz von PCI-Slots. Die Verteilung der PCIe-Lanes der beiden an die CPU angebundenen PCIe-Slots (x16/- oder x8/x8) erfolgt daher wie bei den größeren ATX-Brüdern, sodass auch die Performance beim Einsatz eines CrossfireX- oder SLI-Gespanns stimmt. Bedacht werden sollte aber, dass beim Einsatz von zwei Grafikkarten in üblicher Dual-Slot-Bauweise die beiden weiteren PCIe-Slots blockiert werden. Die weitere Ausstattung mit einer Gigabit-Ethernetschnitttstelle, Firewire-Port, solidem Onboard-Sound und genügend USB-2.0-Ports ist vollständig.

Im täglichen Handling konnte das P8P67-M Pro überzeugen. Das Board lief stabil, normales Overclocking war ohne Probleme möglich und die Bedienung des grafisch ansprechenden und schnell reagierenden UEFI-BIOS ging ebenfalls angenehm von der Hand. Größere Bugs sind uns im Testverlauf auch nicht aufgefallen.

Mit dem in Kürze erscheinenden Z68-Chipsatz, der die Overclocking-Möglichkeiten des P67 mit den Grafik-Optionen des H67 kombiniert, ist natürlich auch mit dem Erscheinen von neuen Mainboards zu rechnen, worunter vermutlich auch einige Micro-ATX-Platinen sein werden. Das P8P67-M Pro wird also wahrscheinlich nicht mehr lange das einzige Sockel-1155-Mainboard im Micro-ATX-Format mit Overclocking-Fähigkeiten bleiben. Wer aber mit seinem Micro-ATX-System auf  Nutzung von "Onboard-Grafik" und die begleitenden Features verzichten kann, der kann auch weiterhin bedenkenlos zum ASUS P8P67-M Pro greifen, insbesondere da auch der Preis des Boards sehr günstig ist. Wer allerdings mit der Anschaffung noch etwas Zeit hat, der sollte durchaus noch etwas abwarten und schauen, ob in naher Zukunft nicht eine Z68-Platine dem P8P67-M Pro Konkurrenz machen könnte. 

Positive Eigenschaften des ASUS P8P67-M Pro:

Negative Eigenschaften des ASUS P8P67-M Pro:

Momentan ist das ASUS P8P67-M Pro klar die beste (und auch einzige) Wahl für alle die User, die ein leistungsstarkes Micro-ATX-System auf Sandy-Bridge-Basis aufbauen wollen. Das P8P67-M Pro hat alle wichtigen Features an Bord, bietet eine sehr gute Gesamtperformance und ist noch dazu recht günstig zu erwerben. Die wesentliche Frage, die trotz Gefallen noch vom Kauf abhalten könnte, wäre die nach potentiellen Alternativen in Reihen der bald erscheinenden Z68-Platinen.

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