Test: ASUS Rampage III "Black Edition"

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Mit dem Rampage III Extreme hat ASUS im Sommer letzten Jahres ein X58-Mainboard herausgebracht, welches auch aktuell noch als Referenzboard im High-End-Bereich bezeichnet werden kann. ASUS legt jetzt nun noch eine Schippe drauf und bietet mit dem Rampage III "Black Edition" eine überarbeitete Version an, die insbesondere auf der Ausstattungsseite deutlich zugelegt hat. Zugelegt hat auch der Preis, aber das dürfte in der absoluten High-End-Klasse eher nebensächlich sein. Das Highlight der "Black Edition" ist die beilegende Zusatzkarte mit dem Namen "Thunderbolt",  worunter sich eine kombinierte High-End-Netzwerk- und Soundkarte verbirgt. Was sich sonst noch gegenüber dem erfolgreichen Vorgänger geändert hat, haben wir uns einmal näher angesehen.

Der X58-Chipsatz hat zwar in jüngster Zeit Konkurrenz durch die Sandy-Bridge-Plattform mit dem P67-Chipsatz bekommen, stellt aber immer noch Intels Top-Systemplattform dar. Die im Mainstreamsegment angesiedelten Sandy-Bridge-CPUs profitieren von ihrer guten Übertaktbarkeit, wodurch häufig Taktraten von 5 GHz oder mehr möglich sind. Allerdings sind für den Sockel 1155 nur Quadcore-CPUs erhältlich, wohingegen die X58-Plattform mit seinem Sockel 1366 und Triple-Channel-Speicherinterface den Einsatz von Hexacore-CPUs ermöglicht. Geht man nach dem Preis-Leistungs-Verhältnis, dann führt der Weg momentan klar zum Sockel 1155, aber wenn es um maximale Leistung geht, ist der Sockel 1366 immer noch vorne.

Das ASUS Rampage III "Black Edition" ist ein High-End-Mainboard für Intels Sockel-1366-Prozessoren inklusive der Hexacore-Modelle. Es bietet ein Triple-Channel-Speicherinterface und unterstützt bis zu vier Grafikkarten im Verbund. Auch die neuen Schnittstellenformate USB 3.0 und SATA 6G sind mit an Bord. Neben vier USB-3.0- und zahlreichen USB-2.0-Ports sind insgesamt zehn SATA-Schnittstellen vorhanden, von denen zwei mit SATA-6G-Geschwindigkeit laufen. Weitere Merkmale des Boards sind WLAN (b/g/n), Bluetooth 3.0, Gigabit-LAN und sämtliche Features und Overclocking-Möglichkeiten von ASUS "Republic of Gamers"-Mainboards. Das Highlight des "Black Edition" ist die beiliegende "Thunderbolt"-Karte. Auf dieser PCI-Express-Karte befinden sich eine High-End-Netzwerkschnittstelle (Killer 2100 NIC) und eine hochwertige Soundkarte mit Kopfhörerverstärker ähnlich einer ASUS XONAR.

Das ASUS Rampage III "Black Edition" wird ungefähr für 400 Euro über die Ladentheke gehen, womit es noch ein Stück teurer als das Rampage III Extreme ist. Angesichts der beliegenden "Thunderbolt"-Karte und der etwas moderneren Ausstattung war dies aber auch zu erwarten.

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Die technischen Daten des Rampage III "Black Edition" haben wir im Vergleich zum Rampage III Extreme in der folgenden Übersicht zusammengefasst:

Die Mainboards in der Übersicht
Hersteller und
Bezeichnung
ASUS
Rampage III "Black Edition"
ASUS
Rampage III Extreme 
Straßenpreis ca. 400 Euro ca. 300 Euro
Homepage www.asus.com www.asus.com
Northbridge-/CPU-Features
Chipsatz X58-Chipsatz X58-Chipsatz
Speicherbänke und Typ 6x DDR3 (Triple-Channel), offiziell bis zu DDR3-2200
6x DDR3 (Triple-Channel)
Speicherausbau max. 48 GB max. 24 GB (offiziell), vermutlich max. 48 GB
SLI / CrossFire CrossFire, SLI (x16-/x16-Lanes)
3-Way-CrossFire (x16-/x8-/x8-Lanes)
3-Way-SLI (x16-/x8-/x8-Lanes)
4-Way-CrossFirex (8-/-x8-/x8-/x8-Lanes)
4-Way-SLI (mit ROG Xpander)
CrossFire, SLI (x16-/x16-Lanes)
3-Way-CrossFire (x16-/x8-/x8-Lanes)
3-Way-SLI (x16-/x8-/x8-Lanes)
4-Way-CrossFirex (8-/-x8-/x8-/x8-Lanes)
4-Way-SLI (mit ROG Xpander)
Onboard-Features
PCI-Express 4x PCIe x16 (x16, x16/x16, x16/x8/x16,x8/x8/x8/x8)
2x PCIe x1 
4x PCIe x16 (x16/x8/x16/x8)
1x PCIe x4 
PCI - 1x PCI
Serial-ATA-, SAS- und 
ATA-Controller
6x SATA mit RAID 0, 1, 5, 10 über ICH10R,
2x SATA 6G über Marvell 9182 (10 Gb/s Anbindung)
2x eSATA 3G über JMB363
6x SATA mit RAID 0, 1, 5, 10 über ICH10R,
2x SATA 6G über Marvell 9128 (5 Gb/s Anbindung)
2x eSATA über JMB363
USB 6x USB2.0 (+2 über Slotblende, +2 Header, +1 ROG-Connect)
2x USB3.0 über NEC-Controller (+2 über Header)
7x USB2.0 (+2 über Slotblende, +1 ROG-Connect)
2x USB3.0 über NEC-Controller
WLAN / Bluetooth Atheros AR9002WB-1NG
- Bluetooth v3.0 + HS
- WLAN IEEE 802.11b/g/n (Wi-Fi compliant)
ASUS Blueooth USB-Modul V2.0/V2.1+EDR
Firewire - VIA 6308P 400 MBit/s
1 Port (keine Slotblende) 
LAN 1x Intel 82567V Gigabit Ethernet (PCIe)
1x Intel 82567V Gigabit Ethernet (PCIe)
Audio Realtek ALC889 "SupremeFX X-Fi2"
analoge, digitale und optische Ports 
Realtek ALC889
analoge, digitale und optische Ports 
Maße Extended ATX (30,5 x 26,9 cm) Extended ATX (30,5 x 26,9 cm)
Addon-Karte "Thunderbolt"
- Bigfoot Killer 2100 NPU (Gigabit-Ethernet, über PCIe)
- XONAR (2-Kanal High Quality DAC/ADC, C-Media 6631 Cip, Kopfhörerverstärker, über USB 2.0)
-

Gegenüber dem Vorgänger haben sich nur einige Kleinigkeiten geändert. Firewire und PCI-Slots sind beim "Black Edition" nun nicht mehr vorhanden, aber dafür gibt es deutlich bessere WiFi-Möglichkeiten und auch einen zweiten PCIe-Slot für Erweiterungskarten. Die "Thunderbolt"-Karte als Highlight der "Black Edition" bringt dann noch einen zweiten Gigabit-LAN-Port und eine hochwertige 2-Kanal-Soundlösung mit.

Auf den nächsten Seiten schauen wir uns das ASUS Rampage III "Black Edition" genauer an. 


Das ASUS Rampage III "Black Edition" entstammt ebenfalls aus der "Republic of Gamers"-Reihe. Der Namensgebung entsprechend ist das "Black Edition" aber dunkel gehalten und verzichtet auf die roten Elemente, die sonst bei der "Republic of Gamers"-Reihe charakteristisch sind. Die Platine sowie fast alle Kühlkörper und Kunststoffteile sind bei der "Black Edition" schwarz und wirken dementsprechend im Gesamtbild, nur die weißen Halteklammern der DIMM-Slots passen da nicht ganz ins gesamte Design. Die Kühlkörper haben im Vergleich zum Rampage III Extreme auch eine etwas andere Form, aber das grundlegende Kühlkonzept ist sehr ähnlich.

Neben dem Mainboard finden sich folgende Komponenten im Lieferumfang:

Da das Board keine Floppy- oder ATA/133-Ports mehr mitbringt, fehlen diese Kabel. Vermisst wird - bis auf eine USB-3.0-tauglich Slotblende - im Lieferumfang nichts.

Bei einem ersten Blick auf das Board fallen die typischen Eigenschaften der X58-Platine auf: Die sechs DIMM-Slots für Intels Triple-Channel-Interface hat ASUS ebenso wie die Slots und die Kühlkörper in schwarzer bzw. grauer Farbe gehalten. ASUS bietet auf dem Board vier PCIe-x16-Slots, von denen zwei mit voller Bandbreite betrieben werden können. Zwei laufen nur mit der beim X58 üblichen langsameren x8-Anbindung. Für 3-Way-SLI ist dies genügend, NVIDIA verleiht dem "Black Edition" wie auch schon dem Rampage III Extreme trotz vier PCIe-Ports kein Quad-SLI-Zertifikat. Hierfür hat ASUS entsprechend den ASUS ROG Xpander entwickelt, der für Extrem-Performanceversuche aufgesteckt werden kann. 

Neben den vier PCIe-x16-Ports existieren noch zwei PCIe-x1-Ports, die über die PCIe-Lanes der Southbridge realisiert werden. Auf einen PCI-Slot hat ASUS bei der "Black Edition" verzichtet.

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ASUS setzt für die Storage-Anbindung auf eine Mischung aus Zusatzchips und der Intel ICH10R. Intels Southbridge ist für SATA-3G-Anbindungen mit RAID zuständig. Für neuere SATA-6G-Geräte bietet man einen entsprechenden Marvell-Chip, der über zwei Ports verfügt. ASUS verwendet hier - wie auf auch auf dem Maximus IV Extreme - einen Marvell-Controller mit der Bezeichnung 88SE9182. Der Chip ist über PCIe angebunden und verfügt im Gegensatz zu den sonst überwiegend zu findenden Controllern der 912x-Reihe über eine höhere Bandbreite, denn er ist mit zwei PCIe-2.0-Lanes angebunden. Hinzu kommt ein JMicron JMB363, der zwei weitere eSATA-Ports auf der I/O-Blende bereitstellt, aber nominal nur mit SATA-3G-Geschwindigkeit arbeitet. Ein dritter eSATA-Port kann durch das beiliegende Slotblech realisiert werden, wofür aber ein interner SATA-Port geopfert werden müsste.

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Neben SATA 6G darf auf einem High-End-Mainboard im Jahre 2011 auch USB 3.0 nicht mehr fehlen. Anders als SATA 6G bietet USB 3.0 auch in der Praxis eine spürbare Mehrleistung. Da die Zahl der auf dem Markt erhältlichen USB-3.0-Speicherlösungen stetig zunimmt, hat ASUS der "Black Edition" des Rampage III einen zweiten USB-3.0-Controller mit zwei weiteren Ports spendiert. ASUS setzt weiterhin auf die bewährten Controller von Renesas Electronics, die aber im Vergleich zu den jüngst als Alternative aufgetauchten EtronTech-Lösungen etwas langsamer arbeiten. Von den vier zur Verfügung stehenden USB-3.0-Ports sind zwei auf der I/O-Blende herausgeführt. Die anderen beiden Anschlüsse sind in Form eines Pin-Headers in Nähe der SATA-Buchsen zu finden. Einerseits ist dies praktisch, da viele moderne Gehäuse über entsprechend vorbereitet sind, aber andererseits hätte ASUS für die User älterer Gehäuse ruhig einen passenden Fronteinschub oder eine Frontblende mitliefern können.

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Die NEC-Controller sind beide direkt PCI-Express angebunden. Auch hier haben wir im Folgenden noch einen Performancevergleich zu bieten. 

Im Vergleich zum normalen Rampage III Extreme hat ASUS bei der "Black Edition" auf die zusteckbare Bluetooth-Steckkarte verzichtet und stattdessen eine feste Tochterplatine im Bereich der I/O-Blende installiert, die aber deutlich mehr leisten kann. Unterstützt wird vom eingesetzten Chipsatz Atheros AR9002WB-1NG nun Bluetooth in der Version 3.0 +HS und auch WLAN mit aktuellem Standard 802.11b/g/n. ASUS legt ein Tool namens "ASUS Wi-Fi Agent" mit dem sich u.a. recht einfach ein Access-Point-Modus samt Internetverbindungsfreigabe aktivieren lässt. Ein Gamer-System mit dem "Black Edition" wird vermutlich immer auch an einem Gigabit-LAN hängen und kann im Access-Point-Modus seine Internetverbindung einfach an WLAN-fähige Geräte weitergeben.

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Aber das Board hat noch mehr zu bieten - auf der nächsten Seite gibt es weitere Onboard-Features.


Neben USB 3.0 und SATA 6G bietet das Board natürlich auch noch die üblichen weiteren Ausstattungsmerkmale, die man benötigt: Als Onboard-Gigabit-Ethernet-Controller kommt ein Intel-Controller zum Einsatz. Auf Firewire hat ASUS beim "Black Edition" verzichtet. Insgesamt hat sich das Platinenlayout hier und da etwas geändert. Für den Onboard-Sound setzt ASUS einen Realtek ALC889 ein, der sich im folgenden Bild unter dem großen silbernen "SupremeFX"-Aufkleber verbirgt.

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Der ALC 889 gehört zu den besseren Onboard-Soundlösungen und bietet auch einige praktische Features. Der HD-Audio-Codec unterstützt bis zu 192 kHz/24 Bit mit acht Kanälen, er ist also ein klassischer 7.1-Sound-Chip, wobei er auch Content Protection für HD-Audio (Blu-ray) unterstützt. In einem kurzen Test konnten wir feststellen, dass der Sound zwar ordentliche Qualitätswerte im analogen Betrieb liefert, aber weiterhin mit einer richtigen Soundkarte aufgrund des PCB-Routings und der Abschirmung nicht mithalten kann. Auf den Audio-Teil der bei der "Black Edition" mitgelieferten "Thunderbolt"-Karte gehen wir später ein. Verglichen mit dem Onboard-Sound spielt sie aber in einer anderen Liga, soviel sei vorweggenommen.

Zur Kühlung setzt ASUS auf eine Heatpipelösung für die Spannungswandler und die Northbridge. Auf die Northbridge kann bei Bedarf zusätzlich der beiliegende 35-mm-Lüfter aufgesteckt werden. Die Southbridge besitzt zwar auch einen massiven Kühlkörper, allerdings ist dieser separat und ohne Verbindung zum restlichen Kühlsystem ausgeführt. Unter dem flachen Kühlkörper befindet sich neben der Southbridge noch ein Chip des ROG-Systems und ein PCIe-Switch vom gängigen Typ PLX PEX8608.

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Bei der Stromversorgung hat sich ASUS das bewährte "Extreme Engine Digi+"-System übernommen, welches auch beim Rampage III Extreme zum Einsatz kommt. Darunter verbirgt sich eine moderne Spannungswandlerarchitektur mit digitalen Komponenten, welche - in anderen Auslegungen - inzwischen auch auf allen modernen P67-Platinen von ASUS zu finden ist. ASUS verspricht durch die Kombination eine bestmögliche Wärmeverteilung bei gleichzeitig besserer Spannungsversorgung. Neben der achtphasigen CPU-Spannungsversorgung hat ASUS eine dreiphasige Spannungsversorgung für die QPI/DRAM-Spannung realisiert, ebenso dreiphasig ist die Northbridge-Spannung ausgelegt, der Speicher kann auch auf eine dreiphasige Versorgung zurückgreifen. Zudem werden ML Caps verwendet. 

Für den erhöhten Stromverbrauch beim Übertakten setzt ASUS weiterhin auf zwei 8-Pin-EPS-Stecker. Um beide nutzen zu können, muss hier aber ein entsprechendes Netzteil zum Einsatz kommen. Das Board lässt sich aber auch mit einem 8-Pin-Stecker betreiben. Hinzu kommen zwei EZ_Plug-Anschlüsse ("4-Pin Molex") für die Unterstützung des Boards bei der Versorgung von mehreren Grafikkarten.

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Acht FAN-Header befinden sich auf dem Mainboard, alle sind mehr oder weniger steuerbar. Weiterhin besitzt das Board neben diversen Overclocking-Buttons und Kontakten, die wir im Bereich Overclocking erklären, auch noch die für High-End-Platinen üblichen Power- und Reset-Buttons. Hinzu kommt ein CMOS-Clear-Button auf der I/O-Blende, ein BIOS-Switch, der Go-Button für MemOK! und ein Clear-CMOS-Button. 

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Auf der I/O-Blende befinden sich neben den Soundanschlüssen die zwei USB3.0-Ports, insgesamt sieben USB2.0-Ports, wobei einer von diesen auch als ROG-Connect-Port benutzt werden kann. Hinzu kommen ein LAN-Port, zwei eSATA-3G-Ports und ein PS/2-Port für den Anschluss eines Keyboards. Weiterhin sind zwei Anschlüsse für die Bluetooth/WLAN-Antennen, ein CMOS-Clear-Taster und ein Schalter zum Aktivieren des ROG-Connect-Features leicht erreichbar am I/O-Panel zu finden.

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Noch ein Wort zur Verteilung der PCIe-Lanes auf dem "Black Edition". Neben den PCIe-x16-Slots sind noch der Marvell-SATA-6G-Controller (x2-Anbindung) und einer der beiden Renesas-USB-3.0-Controller (x1, Ports an der I/O-Blende) direkt an den X58 IOH des "Black Edition" angebunden. An der ICH10R direkt hängen der JMicron-eSATA-Controller (x1) und ein PLX-Chip (x4). Am PCIe-Switch PLX PEX8608 sind dann der zweite Renesas-Controller, die Atheros-WiFi-Karte und die beiden PCIe-x1-Slots angebunden. Auf den ersten Blick mag es verwunderlich erscheinen, dass die PLX-Bridge mit vier PCIe-Lanes an die ICH10R angebunden ist, aber selbst nur maximal vier PCIe-x1-Geräte versorgen muss. Da die insgesamt sechs zur Verfügung stehenden PCIe-Lanes der mittlerweile in die Jahre gekommenden ICH10R nur PCIe-1.0-Geschwindigkeit haben, erfüllt der PLX-Chip hier die Funktion einer "Bandwith Bridge". Die vorhandene Upstream-Bandbreite der vier PCIe-1.0-Lanes (zusammen 10 Gb/s) wird möglichst intelligent auf die angeschlossenen Geräte aufgeteilt, sodass auch PCIe-2.0-Geräte (je 5 Gb/s) ihre volle Performance erreichen können. Ohne den Einsatz der PLX-Bridge würden moderne PCIe-x1-Karten im "Black Edition" ausgebremst und der zweite USB-3.0-Controller würde auch deutlich langsamer arbeiten.

Kommen wir auf der nächsten Seite zur "Thunderbolt"-Karte.


Der "Black Edition" des Rampage III legt ASUS eine 17 Zentimeter lange PCI-Express-Karte bei, deren Funktion man aufgrund der vollständigen Gehäuseverkleidung erst erkennt, wenn man sich die Anschlussmöglichkeiten auf dem Slotblech näher anschaut. Dort sind ein RJ45-Port für LAN-Verbindungen, zwei 3,5-mm-Klinkenbuchsen und eine optischer SPDIF-Port zu finden. Weiterhin verfügt die Karte auf der Innenseite über eine 4-Pin-Molex-Buchse und zwei Header für Pfostenstecker. Der leichte versenkte "Thunderbolt"-Schriftzug auf der Oberseite der Karte ist im Betrieb übrigens rot beleuchtet.

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Hinter "Thunderbolt" verbirgt sich eine kombinierte Sound- und Netzwerkkarte, welche die auf dem Mainboard vorhandenen Funktionen ergänzt bzw. erweitert. Der Netzwerkteil besteht im Wesentlichen aus einer "Killer 2100" von Bigfoot Networks. Die seit einigen Jahren unter "Killer NIC" bekannten Netzwerkkarten mit inzwischen verschiedenen Generationen zielen auf die Interessen von Gamern ab. Im Gegensatz zu normalen Netzwerk-Schnittstellen, bei denen die CPU die Verwaltung übernimmt, verfügen die "Killer"-Modelle von Bigfoot über eigene Prozessoren mit Linux-System, die der System-CPU (fast) sämtliche für den Datenverkehr nötigen Aufgaben abnehmen können, teils auch unter Umgehung des Windows-eigenen Netzwerk-Stacks. Bigfoot Networks verspricht sich von diesem Konzept mit NPU (Network Processing Unit) niedrigere Latenzen aufgrund schnellerer Verarbeitung und stabilerer Verbindungen mit weniger Schwankungen oder Störungen. Auch kann in Situationen, wo die System-CPU bereits überlastet ist, die Killer NIC für eine etwas bessere Gesamtperformance des Systems sorgen, in dem sie der System-CPU ein bisschen Arbeit abnimmt.

Die Meinungen über den tatsächlichen Nutzen gehen dabei in Presse und Community auseinander. Da wir im Rahmen eines Mainboardtests keinen fundierten Praxis-Test bzgl. eventueller Vorteile machen können, müssen wir daher (vorerst) auf andere Quellen verweisen. Im Rahmen des normalen Handlings sind uns keine Unterschiede in Bezug auf Geschwindigkeit oder Stabilität zu den üblichen Onboard-Lösungen aufgefallen. Der Karte liegt ein Konfigurationstool bei, welches auch einige interessante Statistik-Funktionen aufweist.

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Der Soundkartenteil der Thunderbolt wird von ASUS mit "powered by XONAR" beworben, was schon einiges aussagen dürfte. Unter dem Namen XONAR vertreibt ASUS seit längerer Zeit Soundkarten verschiedener Ausstattungsstufen, die sich insgesamt einen sehr guten Ruf erworben haben. Creative ist ist mit seiner X-Fi-Reihe insbesondere im Gaming-Segment zwar immer noch recht erfolgreich, aber wenn es um die allgemeine Soundqualität geht, gelten die XONAR-Karten mittlerweile als (bessere) Alternative. ASUS hat bei der Thunderbolt - wie bei den XONAR-Karten auch - einen Chip von C-Media verbaut. Verwendet wird dabei der C-Media 6631, der auf der Herstellerseite leider nicht zu finden ist. Im Unterschied zu den Chips der XONAR-Karten ist der auf der Thunderbolt verbaute C-Media 6631 eine reine USB-2.0-Lösung. Dementsprechend benötigt der Soundkartenteil der Thunderbolt eine Verbindung mittels des mitgelieferten Kabels zu einem der USB-2.0-Header auf dem Mainboard. Die Trennung der Thunderbolt-Karte in zwei Funktionsabschnitte ist deutlich zu erkennen, wenn man das Gehäuse der Karte abnimmt. Der Netzwerkteil - zusammen mit der Stromversorgung der Karte - nimmt den größten Raum auf der Platine ein, die Elektronik der Soundlösung ist in einem abgeschirmten Bereich untergebracht.

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Im Gegensatz zum Onboard-Sound des "Black Extreme", dessen Realtek ALC 889 über eine 7.1-Kanal-Ausgabe von durchschnittlicher Qualitität verfügt, beschränkt sich der C-Media 6631 auf der "Thunderbolt" auf eine hochwertige 2-Kanal-Ausgabe. Als besonderes Feature ist ein Kopfhörerverstärker vom Typ TI 6120A2 verbaut, der beispielsweise auch auf der XONAR Essence STX zum Einsatz kommt. So lassen sich auch hochwertige Kopfhörer mit hohen Impedanzwerten (bis zu 300 Ohm) an der "Thunderbolt" verwenden. Dass die "Thunderbolt" in Sachen Soundqualität nicht ganz mit den High-End-Modellen der XONAR-Familie mithalten kann, dürfte klar sein. Legt man die Preisdifferenz zwischen Rampage III Extreme und Rampage III "Black Edition" als Wert der "Thunderbolt"-Karte zugrunde, kommt man auf einen Wert von ca. 90 Euro, worin ja auch noch der "Killer 2100 NIC"-Teil enthalten ist. Von den technischen Daten her erreicht sie aber mindestens die Spezifikationen der Einsteigermodelle wie z.B. der XONAR DX, welche ihrerseits im Vergleich zu Konkurrenzmodellen schon recht gut abschneiden.

Wo genau sich der Audioteil der "Thunderbolt" im Vergleich zu den Standalone-Karten der XONAR-Reihe einordnet, ist im Rahmen unseres Mainboardtests nicht zu beantworten. Beim Probehören klang die Karte jedenfalls sehr gut. Die "Thunderbolt" ist auf hochwertige Stereoausgabe spezialisiert und hat demzufolge auch einige Features an Bord, die sonst nur die höherwertigen XONAR-Karten mitbringen. Der Kopfhörerverstärker wurde ja schon angesprochen, aber auch hochwertige Kondensatoren (Nichicon Fine Gold MUSE) und gesockelte Verstärker-ICs sind hier zu erwähnen. Im Stereobetrieb dürfte die Thunderbolt auch mit den etwas besseren XONAR-Karten mithalten können. Für den Mehrkanalbetrieb kann sie allerdings nur einen optischen SPDIF-Ausgang bieten.

Der Onboard-Sound des "Black Edition" bietet eine schlechtere analoge Soundqualität, kann aber mit einer Reihe von anderen Features punkten bzw. gegebenenfalls die "Thunderbolt" ergänzen. Lizenz und Softwareemulation sei Dank, kann der ALC 889 mit EAX 5.0 und THX aufwarten, wobei EAX mittlerweile an Bedeutung verloren hat. Neben den digitalen Wiedergabeoptionen ist aber auch eine analoge 7.1-Kanal-Ausgabe möglich.

Nun schließen wir das Mainboard an und schauen ins BIOS.


Als BIOS verwendeten wir beim ASUS die Version 0404, welches die (momentan immer noch aktuelle) Auslieferungsversion ist. Im Vergleich zu anderen ASUS-ROG-Mainboards hat ASUS die Farbgebung des BIOS verändert: Passend zur "Black Edition" ist der Hintergrund schwarz.

Ein BIOS-Update ist bei ASUS unproblematisch: Entweder man verwendet ASUS Update unter Windows, oder man verwendet das im BIOS integrierte EZ Flash 2. Mit einem USB-Stick ist es so einfach möglich, das BIOS zu aktualisieren. Als Sicherheitsfunktion hat ASUS auch noch einen zweiten BIOS-Chip auf das Board gelötet, den man ansprechen kann, wenn das Flashen schiefgegangen ist - oder um alte BIOS-Versionen wieder herzustellen. BIOS FlashBack nennt ASUS diese Funktion, die man vorher auch von anderen Herstellern kannte. Neu ist jedoch USB BIOS Flashback, also die Möglichkeit, über einen USB-Port eine neue BIOS-Version einzuspielen, wenn das Board nicht mehr startet.

Die Bootzeit des Boards ist in Ordnung, solange man nicht alle Onboard-SATA-Komponenten aktiviert. Dann braucht das Board einige Sekunden extra, bis die Initialisierung vorgenommen worden ist. Es empfiehlt sich schon deshalb, alle Onboardkomponenten abzuschalten, die nicht benötigt werden. Interessant ist die Option "Go Button File" mit der die Settings des BIOS als Datei abgespeichert werden können. Auch OC-Profile besitzt das Board.

Insgesamt ist es kein Wunder, dass die BIOS-Version überzeugen kann, denn ASUS hat hier sämtliche Optionen der vorangegangenen Boards mit implementiert. So funktionierte bei uns die Lüftersteuerung (QFan Plus) ohne Probleme, auch die Temperaturüberwachung ist sauber und ordentlich implementiert. Die Onboard-Komponenten lassen sich einzeln abschalten, die Stromspar-Optionen sind auch alle vorhanden. Die C-State-Funktion ist aktiviert und auf "Auto" voreingestellt, sodass der C6-Betrieb ab Werk funktioniert. Der Intel-SATA-Controller muss allerdings erst manuell auf AHCI umgestellt werden.

Bei unseren Test überprüfen wir das BIOS auf folgende Besonderheiten:

Diese Kriterien sind für die meisten Anwender die wichtigsten, wobei für ein einwandfreies Funktionieren des Boards auch noch weitere Funktionen dazugehören. Sämtliche BIOS-Funktionen haben wir in der folgenden Galerie aufgeführt:

Alles ist enthalten, was wir überprüfen. Sogar kleinere Gimmicks bringt ASUS unter, beispielsweise lässt sich mit dem Tool Mylogo 3 ein eigener Splash-Screen auf das Board bringen. Wichtiger sind natürlich die oben bereits angesprochenen Punkte (Stromverbrauch, Turbo-Betrieb, Speichertimings), die jedoch das Board in vollständiger Art und Weise erfüllt. Performance-Bremsen konnten wir nicht entdecken, auch bei unseren Kompatibilitäts- und Stabilitätschecks war mit der aktuellen BIOS-Version kein Problem auszumachen.

Bei der Performance - und das werden wir später noch sehen - liegt das Board wie üblich auf einem Niveau mit anderen X58-Boards, wenn die Speichertimings und die Command Rate identisch eingestellt sind.

Für Overclocker ist es natürlich zunächst einmal interessant, welche BIOS-Optionen das Board bietet. Weiterhin darf das Board auch gerne mit einer besonderen Spannungsversorgung ausgestattet sein, die leistungsfähiger ist als Intels Vorgaben - denn die übertaktete CPU verbraucht mehr Strom als bei Intels Standardvorgaben. Weiterhin ist es wichtig, dass auch die Signallaufzeiten auf dem Board (z.B. CPU-Speichercontroller - DRAM) einwandfrei geroutet sind, damit das Board auch bei Übertaktung noch stabile Signale überträgt. Dies alles kann das ASUS Rampage III "Black Edition" genau wie schon das Rampage III Extreme natürlich bieten.

Um dem User das Overclocking einfacher zu machen, hat ASUS auch der "Black Edition" einige Hilfsmittel spendiert. Dedizierte Power- und Resetschalter auf dem Board sind für ein hochwertiges Mainboard heutzutage eigentlich schon selbstverständlich. Ebenso eine Postcode-Anzeige, welche bei Startproblemen eine Fehlerdiagnose enorm vereinfacht. ASUS macht erwartungsgemäß auch nicht den beliebten "Fehler" manch anderer Hersteller, die entsprechende Code-Tabelle im Handbuch zu vergessen. Weitere Diagnose-Möglichkeiten sind in Form der "Q-LEDs" vorhanden, die Startprobleme bei den Kernkomponenten (CPU, VGA, DRAM, Boot Device) signalisieren. Darüber hinaus sind auch die "Voltiminder"-LEDs wieder mit an Bord. Diese dreifarbigen LEDs zeigen an, in welchem Bereich sich die an der jeweiligen Komponente anliegende Spannung bewegt. Die Abstufungen reichen von "normal" über "high" bis zum aussagekräftigen "crazy". So kann man auf einen Blick erkennen, ob eine der wichtigen Spannungen aus dem Ruder gelaufen ist.

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In der sogenannten "OC Zone" neben den Speicherslots lassen sich neben den Power- und Reset-Tastern noch weitere Eingriffsmöglichkeiten finden. Der "Go"-Button hat zwei Funktionen: Beim Systemstart gehalten aktiviert er die MemOK!-Funktion, die bei Speicherproblemen hilfreich sein kann. Im Betrieb gedrückt wird das entsprechende "Go"-Profil geladen. Die vier kleinen Schiebeschalter daneben sind dazu gedacht, gezielt einzelne PCIe-x16-Slots abzuschalten, was bei der Identifizierung einer defekten Grafikkarte helfen kann. Insbesondere für User, die ein dickes Multi-GPU-Gespann "unter Wasser" haben und demzufolge nicht mal eben einfach eine Karte herausnehmen können, dürfte dies im Falle des Falles praktisch sein. Weiterhin hat ASUS eine Loadline Calibration für die QPI-Spannungsversorgung implementiert, die aber per Jumper manuell aktiviert werden muss.

Beim BIOS hat ASUS auch an Overclocker und deren mögliche "Unfälle" gedacht. So sind zwei per Taster umschaltbare (und gesockelte) BIOS-Bausteine an Bord und diverse Recovery-Funktionen sind auch vorhanden. Im BIOS gibt es jetzt mit "GPU.DIMM Post" eine Übersicht über die erkannten Speichermodule und Grafikkarten.

Alle Overclocking-Optionen, die sich im BIOS finden, haben wir im Folgenden aufgelistet:

Die Overclocking-Funktionen in der Übersicht
Base Clock Rate 100 bis 500 MHz, stufenlos
CPU-Spannung 0,85 bis 2,3 V in 0,00625-V-Schritten
DRAM-Spannung 1,20575 bis 2,50425 V in 0,01325-V-Schritten
QPI/DRAM-Spannung 1,2 V bis 2,5 V in 0,00625-V-Schritten
CPU PLL-Spannung
1,20575 bis 2,05375 V in 0,01325-V-Schritten
IOH Core
1,113 bis 2,1995 V in 0,01325-V-Schritten
PCIe-Takt 100 bis 200 MHz, stufenlos
Weitere Spannungen
IOH-PCIe-Voltage, ICH Voltage, ICH PCIe-Voltage,
DRAM Reference Spannungen
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig, Multiplikatoren bei x6 - x18 (2er-Schritte)
Command Rate
einstellbar
Timings einstellbar (insgesamt 26 Parameter)
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
QPI-Takt CPU-abhängig, x36, x44 und x48
CPU-Multiplikator CPU-abhängig, einstellbar (x12-x63) bei Extreme Edition
Weitere Besonderheiten

Settings speicherbar in Profilen, Turbo-Betrieb,
Extreme Engine Digi+ Menu für Load Line Calibration. Kontrolle der Spannungswandler,
PCIe/QPI-Strength, BCLK Enhance, Skew-Einstellungen
Clock-Gen-Tuner, Spread Spectrum, EZ Flash 2

In unserer Overclocking-Galerie sieht man alle BIOS-Optionen noch einmal in der Übersicht.

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In der Praxis wird das Board meistens durch die CPU ausgebremst, denn bei einer hohen Base Clock Rate wird zumeist der QPI-Takt zu einem Problem. Selbst mit der niedrigsten Einstellung (x36) erreicht man mit 200 MHz Base Clock Rate einen Takt von 7200 MHz. So wurde unser System auch bei 220 MHz aufgrund des QPI-Taktes instabil, denn fast 8 GHz waren dem System dann doch zu viel. Dies ist sogar das gleiche Ergebnis, was wir schon beim Rampage III Extreme mit dieser CPU erreicht haben, was aber angesichts derselben Test-CPU kein Wunder ist.

220 MHz Base Clock Rate sollten jedoch auch allgemein gesehen für die meisten Anwender ausreichen, denn der Core i7 kann entweder mit einem freien Multiplikator übertaktet werden, wenn man einen Extreme-Edition-Prozessor besitzt, oder man hat einen recht hohen festen Multiplikator, der für eine derartige Übertaktung wohl eher abgesenkt werden müsste. Eine Übertaktung von über 65% ist bei den aktuellen Kernen nicht üblich. Für den Standard-Übertaktungserfolg auf Taktraten über 4 GHz reicht meistens eine Base Clock Rate von unter 200 MHz.

Das Rampage III "Black Edition" zeigte sich als hervorragendes Overclocker-Board. Eine bessere CPU und vor allem auch eine leistungsfähigere Kühlung als bei unserem Testsystem vorausgesetzt, dürfte mit dem Board noch einiges drin sein.

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Den beiliegenden Mini-Lüfter, für den auf dem Northbridge-Kühlkörper entsprechende Gewindelöcher vorbereitet sind, braucht man im normalen Betrieb nicht. Erst mit massivem Overclocking und mehreren Grafikkarten sollte man die Temperatur im Auge behalten und ggf. doch den Lüfter montieren oder für eine adäquate, anders realisierte Belüftung sorgen.

ASUS hat auch das Rampage III "Black Edition" mit einigen Besonderheiten ausgestattet. Mit an Bo(a)rd ist wieder das bereits von früheren ROG-Mainboards bekannte ROG-Connect. Über die hochkant gestellte USB-Buchse am I/O-Panel kann mittels eines mitgelieferten Kabels eine Verbindung zu einem zweiten Rechner aufgebaut werden. Auf diesen muss die ROG-Connect-Software laufen, mit der dann der Rechner mit ROG-Mainboard ferngesteuert werden kann, vorausgesetzt die ROG-Connect-Funktion ist aktiviert. Mithilfe der speziellen Microprozessor-Lösung auf dem ROG-Mainboard lassen sich elementare Systemeigenschaften beeinflussen. Es lassen sich diverse Spannungen und Takte konfigurieren und auslesen, aber auch einige elementare Fernsteuermöglichkeiten wie "Reset", "Start", "Herunterfahren" oder "CMOS Clear" sind damit möglich.

black_rogconnects

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Mit der Variante "ROG iDirect" steht mittlerweile auch eine entsprechende App für iPhone und iPad bereit, mit der über die Bluetooth-Funktionen des "Black Edition" ein ähnlicher Funktionsumfang möglich sein soll. Für Smartphones mit Android, Windows Mobile und einigen Symbian-Varianten steht mit "RC Bluetooth" ein weitere Variante bereit.

ASUS liefert mit der AI Suite eine Software zur Systemdiagnose und -konfiguration mit. Sie ermöglicht es u.a., das Profil der Lüftersteuerung selbst zu konfigurieren, die Parameter der digitalen Spannungswandler zu beeinflussen und natürlich auch das Auslesen der verschiedensten Sensoren. Manche User werden sich an der "bunten" Optik stören, aber insgesamt liefert ASUS hier eine recht solide Sammlung an nützlichen Tools mit.

Mit dem Tool "FAN Xpert" lassen sich für CPU- und Gehäuselüfter eigene Kennlinien zur Drehzahlsteuerung generieren. Über eine Testfunktion (rechts im Bild) bestimmt das Programm auf Wunsch auch die Lüftercharakteristik des CPU-Lüfters. Über drei im Diagramm entsprechend gesetzte Kennpunkte lässt sich dann im Benutzer-Modus die gewünschte Lüftersteuerung einstellen. Natürlich stehen auch die vorgefertigten Profile zur Auswahl.

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Eine erweiterte Energieverwaltung des "Black Edition" lässt sich mit dem Unterprogramm "EPU" der AI Suite auch ansprechen. Für drei "Konfigurationen" lassen sich entsprechende Optionen definieren, so z.B. vCore Spannungsrückstufung, Chipsatz-Spannung heruntersetzen, Lüftersteuerung, Abschalten von Festplatten und Bildschirm. ASUS scheint hier das klassische Energiemanagement von Windows, wie es beispielsweise Notebooknutzer sicher kennen, mit einigen speziellen Möglichkeiten des Mainboards zu kombinieren. Letztendlich lassen sich solche spezielle Profile, sei es für maximale Leistung oder hohe Energieeinsparung, auch über die BIOS-Einstellungen und anderen Optionen des Mainboards realisieren. Während unserer Tests zeigte sich, dass wenn man auf maximale Energieeinsparung stellt, das System recht stark heruntergebremst wird. Der Cinebench-Score beispielsweise fiel jedenfalls auf die Hälfte, worüber die immerhin um 6 Watt niedrigere Leistungsaufnahme im Windows-Idle kaum hinwegtrösten dürfte.

max5_ai_epus

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Auch interessant am EPU-Tool ist, dass es die momentan vom Prozessor aufgenommene Leistung anzeigen soll. Über die Genauigkeit dieses Wertes darf natürlich diskutiert werden. Beim Maximus IV Extreme machten die angezeigten Werte halbwegs Sinn, was angesichts der intelligenteren CPU-Stromversorgung der Sandy-Bridge-Plattform auch verständlich ist. Beim Rampage III "Black Edition" hingegen sollte man die Leistungsanzeige aber gleich ignorieren. So soll laut dem Tool der Intel Core i7-980X bei Prime95s LargeFFT-Test auf allen Kernen unter 50 Watt verbrauchen.

Ebenfalls interessant ist die Steuerung der digitalen Spannungswandler von Windows aus. Es lassen sich im Wesentlichen die Parameter "on-the-fly" verändern, auf die man auch im BIOS Zugriff hat. Für jede mögliche Option wird auch eine kleine Beschreibung eingeblendet. Das Maximus IV Extreme mit seiner "moderneren" P67-Plattform bietet ein paar Einstellungsmöglichkeiten mehr, aber die wichtigsten Option sind beim Rampage III "Black Edition" vorhanden.

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Dieses Tool lädt geradezu zum Ausprobieren aller vorhandenen Optionen ein. Durch die Änderungsmöglichkeit im laufenden Betrieb spart es natürlich auch gegenüber der Konfiguration im BIOS einiges an Zeit ein. Es ist vermutlich ratsam, in jedem Schritt nur kleine Veränderungen vorzunehmen und allgemein eine gewisse Vorsicht walten zu lassen.

Weiterhin bietet die AI Suite die Möglichkeit, im Teil "Probe II" Alarmschwellen für Temperaturen, Spannungen und Lüftergeschwindigkeiten zu definieren. Im Tool "Sensor Rekorder" lassen sich entsprechende Messwerte grafisch darstellen und auch über längere Zeit loggen. Insgesamt lohnt es sich als Besitzer eines Rampage III "Black Edition", die AI Suite zu installieren und einmal in Ruhe anzuschauen. Notfalls gibt es ja auch noch eine funktionierende Deinstallations-Routine.

In der folgenden Galerie haben wir noch einige Screenshots der ASUS AI Suite zusammengefasst:

{jphoto image=10046}

Auf der nächsten Seite kommen wir zur Performance des ASUS Rampage III Extreme auf dem Prüfstand.

Als Testsystem kommt für den Test natürlich standesgemäß ein Core i7-980X zum Einsatz. Für den Test des Stromverbrauchs setzen wir auf eine Radeon HD 5870, da wir diese auch schon bei anderen Mainboards im Vergleich eingesetzt haben und so einen Rückschluss auf den tatsächlichen Stromverbrauch schließen können.

Das Testsystem:

Als Betriebssystem kam Windows 7 Ultimate 64 Bit zum Einsatz.

In den Performancevergleichen ist seit Einführung der integrierten Memorycontroller Langweile angesagt. Während früher die Mainboardhersteller noch mit verschiedenen Synchronisations-Zyklen zwischen Northbridge und Speicher ein paar Prozent Performance herausholen konnten und somit zwischen einem optimierten Board und einem normalen Board durchaus ein Performanceunterschied bestehen konnte, ist jetzt durch den integrierten Memorycontroller bei AMD und Intel Einheitsperformance angesagt: Sofern die Speichertimings identisch ausgewählt werden, ist die Performance auch bis auf Ausnahmefälle identisch.

Ein Rampage III Extreme hatten wir gerade nicht als Vergleichsboard parat, aber unser bewährtes Rampage III Gene sollte auch einen guten Anhaltspunkt zur Performancebeurteilung des "Black Edition" liefern können.

  black_gra_sandra

black_gra_cinebench

black_gra_3dmark

Bei Default-Einstellungen zeigen beide Board nahezu die gleiche Performance. Bei gleichen Verhältnissen, also inklusive moderatem Overclocking und dem Betrieb mit bis zu zwei Grafikkarten, wird sich an dieser Tatsache erfahrungsgemäß auch nichts ändern. Das Rampage III "Black Edition" hat aber natürlich deutlich mehr Leistungsreserven bei Overclocking und Multi-GPU-Betrieb.


Der Stromverbrauch:

Aufgeführt ist der Stromverbrauch des Gesamtsystems mit der Radeon HD 5870 - wir messen also den Verbrauch des kompletten PCs an der Steckdose.

black_gra_w_idle

black_gra_w_load

black_gra_w_p95

In Sachen Stromverbrauch kann das ASUS Rampage III "Black Edition" nicht ganz mit dem kleineren Bruder Rampage III Gene mithalten. Angesichts der Tatsache, dass das Gene ein Micro-ATX-Mainboard ist und das "Black Edition" konsequent auf höchste Performance getrimmt ist, ist dies nicht verwunderlich und normal. Das Abschalten der Onboard-Komponenten bis auf Onboard-Sound und Gigabit-LAN spart nur wenig ein, aber das ebenfalls normal. Eine eingesteckte und betriebsbereite "Thunderbolt"-Karte macht sich im Windows-Idle mit einem Mehrverbrauch von ca. 5 Watt bemerkbar, ist also auch zu vernachlässigen.

Auch wenn das Rampage III "Black Edition" kein Sparwunder ist, was es ja auch nicht sein möchte, so liegt sein Energieverbrauch im normalen Rahmen. Wird das Board dann "artgerecht" gehalten, sprich mit Multi-GPU-Betrieb und starkem Overclocking, dürfte der Verbrauch des Mainboards ohnehin uninteressant sein.

Das ASUS Rampage III "Black Edition" verwendet wie das Rampage III Extreme und die Mehrheit aktueller Mainboards einen USB-3.0-Controller von Renesas Electronics, daher sind hier kein Besonderheiten zu erwarten.

USB-3.0-Performance:

Die USB3.0-Performance testen wir mit einem schnellen SuperTalent SuperCrypt 32 GB - einer externen SSD in Form eines Speichersticks mit USB-3.0-Interface:

black_perf_usb3s  black_perf_usb3_c1es

Die USB-3.0-Performance:
links: Renesas-Controller (I/O-Blende), rechts: Renesas-Controller
(I/O-Blende) mit C1E off

Der Benchmark im linken Bild zeigt die Performance der direkt an die Southbridge angebunden Renesas-Controller und wie zu erwarten war, liegt die Performance dieser Lösung auf dem üblichen Niveau. Für den Benchmark im rechten Bild haben wir einmal C1E im BIOS abgeschaltet, was zu etwas höheren Lese- und Schreibwerten führt.


SATA-6G-Performance:

Um die SATA-6G-Performance ordentlich zu testen, haben wir schon neue SSDs mit neuem SATA-6G-Controller und Lese- und Schreibraten von über 500 MB/s bestellt - diese sind allerdings noch nicht lieferbar, also müssen wir uns für die richtigen Auslastungstests noch etwas gedulden. Aktuell testen wir mit einer Crucial RealSSD C300 64GB, die immerhin schon über 350 MB/s im Lesebetrieb schafft.

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Die SATA-6G-Performance:
links: Marvell 9182,  rechts: JMicron JMB363 (eSATA an I/O-Blende)

Die über den Marvell-9182-Controller realisierten SATA-6G-Ports des Rampage III "Black Edition" erreichen knapp 300 MB/s beim Lesen, was für auch einen Marvell-Controller nur mittelmäßig ist. Der 9182-Controller hat zwar im Vergleich zum sonst weitverbreiteten Marvell 9128 eine doppelt so breite Anbindung zum System, aber das würde sich nur bemerkbar machen, wenn beide Ports voll ausgelastet wären. Nimmt man das ASUS Maximus IV Extreme zum Vergleich, erreicht der dort ebenfalls verbaute Marvell 9182 eine fast 10% höhere Leseperformance, wobei dieser wiederum vom SATA-6G-Port des Intel-P67-Chipsatzes "deklassiert" wird. Nachdem es auf der USB-3.0-Seite durch die Controller von EtronTech eine bessere Alternative zum Controller von Renesas Electronics gibt, würde man sich im SATA-6G-Bereich auch eine bessere Alternative zu den aktuell verfügbaren Marvell-Chips wünschen. Die Performance der durch einen JMicron JMB363 realisierten eSATA-Ports möchten wir erst einmal nicht beurteilen, denn mehr als die dürftigen 80 MB/s wollten sich nicht einstellen.

Insgesamt ist die Schnittstellen-Performance des Rampage III "Black Edition" als gut zu bewerten, zumindest für die Möglichkeiten, die der X58-Chipsatz bietet. In dieser Beziehung ist der eigentlich niedriger eingeordnete P67-Chipsatz dem Flaggschiff X58 überlegen, auch wenn sein Start dank den Problemen mit dem SATA-3G-Ports etwas holprig war. Durch die Leistungsreserven - insbesondere den zur Verfügung stehenden PCIe-Lanes - kann ein X58-Board aber ggf. einfach mit zusätzlichen High-End-Controllern aufgerüstet werden.


Mit dem "Black Edition"-Modell hat ASUS der erfolgreichen Rampage-III-Reihe ein neues Flaggschiff gegeben. Wer schon ein Rampage III Extreme sein Eigen nennt, braucht unserer Meinung nach nicht "aufzurüsten", denn dazu sind die Unterschiede nicht groß genug. Wenn man sich aber ein optisch attraktives High-End-System mit Sockel-1366-CPU zusammenstellen möchte und auch etwas mit der "Thunderbolt"-Karte anfangen kann, dann ist das Rampage III "Black Edition" sicher einen Blick wert. Da auch noch nicht wirklich absehbar ist, wann der Nachfolger der X58-Plattform in den Läden auftaucht, ist ASUS mit dem "Black Edition" sicher auch noch nicht "zu spät dran".

Das Rampage III "Black Edition" verfügt gegenüber dem indirekten Vorgänger Rampage III Extreme über einige kleine Unterschiede wie z.B. ein moderneres Schnittstellenangebot und natürlich ein anderes optisches Design. Die Ausrichtung hin auf kompromissloses Overclocking ist natürlich weiterhin bestimmendes Merkmal. Im Grunde ist alles mit an Bord, was man sich bei einem High-End-Board wünscht. Klar, zur Perfektion fehlen sicher noch eine größere Zahl von SATA-6G-Schnittstellen und auch die Performance der vorhandenen USB-3.0- und SATA-6G-Ports liegt "nur" auf durchschnittlichem Niveau, aber in der Beziehung sieht es bei der direkten Konkurrenz auch nicht besser aus.

Die beiliegende "Thunderbolt"-Karte ist unserer Meinung nach auch ein deutlicher Gewinn. Wenngleich auch der praktische Nutzen des "Killer NIC"-Teils schwer zu beurteilen ist, so dürfte der XONAR-Teil mit seiner hochwertigen Stereosound-Ausgabe und der Unterstützung entsprechender (HiFi-)Kopfhörer viele User ansprechen.

Das durchgehend "schwarze Design" des "Black Edition" bricht natürlich mit dem Look der bisherigen Mainboards der "Republic-of-Gamers"-Reihe, was das Board aber wiederum auch zu etwas Besonderem macht.  Die schwarz-roten Dominator-GT-Speichermodule von Corsair passen jedenfalls nicht mehr, aber es dürfte im Handel genug Auswahl an optisch passenden High-End-Komponenten geben.

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Für Performance-Freaks und Übertakter bietet auch das "Black Edition" alles, was das Herz begehrt: ROG Connect, die Voltiminder-LEDs, Messpunkte für die wichtigsten Spannungen, Abschaltmöglichkeiten für PCIe-Slots, reichhaltige Overclocking-Features im BIOS und BIOS-Fallback-Möglichkeiten sind für den Übertakter ein gefundenes Fressen. Das lässt sich ASUS - zusammen mit dem Design und der Ausstattung - auch weiterhin gut bezahlen, denn knapp 400 Euro sind auch für eine X58-Platine eine Menge Geld, auch wenn mit der "Thunderbolt" ein reeller Mehrwert gegenüber z.B. dem Rampage III Extreme vorhanden ist. Insgesamt finden wir aber keine Schwachstellen, denn auch beim BIOS und der Performance liegt das Board auf gutem Niveau, kann zudem auch einen akzeptablen Stromverbrauch aufweisen.

Insgesamt ist das Rampage III "Black Edition" also ein exzellentes Mainboard - für die besser betuchten Anwender, die nicht auf den Euro schauen müssen.

Positive Features des ASUS Rampage III "Black Edition":

Negative Features des ASUS Rampage III "Black Edition":

Letztendlich ist aber auch das ASUS Rampage III "Black Edition" ein klarer Awardgewinner, auch wenn der Preis von knapp 400 Euro natürlich happig ist.

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