Test: Gigabyte P67A-UD4 - das schwarze P67-Board

Veröffentlicht am: von

gigabyte-ud4

Im preislich attraktiven Bereich der P67-Mainboards testeten wir bislang nur zwei Platinen: Das MSI P67A-GD65 und das ASRock P67 Extreme6. Beide liegen mit einem Kaufpreis um 150 Euro in einem Bereich, in dem man ein qualitativ gutes Mainboard erwarten darf und auch bereits einige High-End-Features enthalten sein können. Mit dem Gigabyte P67A-UD4 kommt eine weitere preislich attraktive Platine von Gigabyte hinzu. Auch hier gilt: Das Preis-Leistungsverhältnis muss stimmen, aber im Vergleich zu Einsteiger-Boards hat das UD4 bereits einiges zu bieten.

Der Preisbereich um 150 Euro ist hart umkämpft, auch wenn jeder Hersteller als Flaggschiff Mainboards mit einem Preis über 250 Euro im Angebot hat. Diese Luxusplatinen, die häufig direkt auf den Overclocker ausgelegt sind oder als Tech-Demo herhalten, sind aber für die meisten Endanwender uninteressant, weil sie schlichtweg zuviel kosten. Wer sich ein solides System aufbauen will, wird ein gutes Mainboard verwenden, welches alle benötigten Features mitbringt und qualitativ hochwertige Komponenten besitzt - aber man möchte auch nicht zuviel ausgeben, um sich vielleicht eine größere CPU oder eine schnellere Grafikkarte gönnen zu können.

Das Gigabyte P67A-UD4 schlägt in diese Schiene: Man liefert trotz günstigerem Preis alles mit, was man benötigt. Insgesamt vier USB3.0-Ports sind vorhanden, SATA-6G-Ports besitzt das Board, Gigabit Ethernet, ein guter Onboard-Sound und eSATA ist auch vorhanden.

IMG_2420

Durch Klick auf das Bild kommt man zu einer vergrößerten Ansicht

Erfreulich finden wir, dass Gigabyte mit der neuen P67-Serie weg vom bunten Mainboard-Outfit ist. Die früheren blauen Boards mit bunten Sockeln sollten zwar Übersichtlichkeit für OEMs und Systemintegratoren mitbringen, aber führten zu einem wirklich bunten Outfit der Boards. Für Anwender, die ein Fenster in ihrem Gehäuse haben und auch auf das Aussehen des Innenlebens Wert gelegt haben, kam Gigabyte deshalb oftmals nicht infrage. Nun sieht das mit dem wirklich einheitlichen Aussehen, dem schwarzen PCB und den schwarzen Kühlkörpern anders aus.

Die technischen Daten des Gigabyte P67A-UD4 haben wir in der folgenden Übersicht zusammengefasst:
Die Daten des Gigabyte P67A-UD4 in der Übersicht
Hersteller und
Bezeichnung
Gigabyte
P67A-UD4
Straßenpreis ca. 150 Euro
Homepage www.gigabyte.de
Northbridge-/CPU-Features
Chipsatz P67-Chipsatz
Speicherbänke und Typ 4x DDR3 (Dual-Channel)
Speicherausbau max. 32 GB
SLI / CrossFire CrossFire, SLI (x8-/x8-Lanes)
Onboard-Features
PCI-Express 2x PCIe x16 (x16/-, x8/x8)
3x PCIe x1
PCI 2x PCI
Serial-ATA-, SAS- und 
ATA-Controller
2x SATA 6G und 4x SATA 3G mit RAID 0, 1, 5, 10 über P67,
2x eSATA 3G über Marvell 88SE9128
USB 8x USB2.0 (+6 über Header, Slotblende liegt nicht bei)
2x USB3.0 über zwei NEC USB3.0-Controller (+2 über Header, Slotblende liegt nicht bei)
WLAN / Bluetooth -
Firewire -
LAN 1x Gigabit-Ethernet (PCIe)
über 1x Realtek RTL8111E
Audio Realtek ALC892 Audio Codec (Content Protection Support)
analoge, digitale und optische Ports

Im Vergleich zum MSI P67A-GD65 bietet Gigabyte also ähnliches - allerdings muss der Käufer auf einen Firewire-Chip verzichten und auf einen weiteren SATA-6G-Controller. MSI bietet also im Vergleich etwas mehr, aber vielleicht gleicht dies Gigabyte an anderer Stelle wieder aus.

Im Lieferumfang des MSI-Boards befinden sich die folgenden Dinge:

Auf SATA-Stromstecker verzichtet Gigabyte, auch findet man keine Slotblende oder keinen Fronteinschub im Lieferumfang. Den zweiten USB3.0-Controller muss man also über die Front-Anschlüsse an einem Gehäuse realisieren. Entsprechend sollte man beim Kauf eines Gehäuses darauf achten, dass es bereits die neuen USB3.0-Anschlüsse mit dem entsprechenden Header mitbringt.

IMG_2434

Durch Klick auf das Bild kommt man zu einer vergrößerten Ansicht

Auf den nächsten Seiten schauen wir uns das neue Board genauer an.


Heutzutage ist es modern, sich mit einer möglichst massiven Spannungsversorgung zu brüsten, die aus mehreren Phasen besteht und die bestmögliche Effizienz liefern soll. Die Ansätze hier sind unterschiedlich: Einige Hersteller liefern möglichst viele Phasen, die dann allerdings gemeinsam angesteuert werden, andere einzeln steuerbare Phasen, dann allerdings in geringerer Anzahl. Auch Gigabyte hat hier mehrere Modelle, beim P67A-UD4 setzt man die Mittelklasselösung ein: Ein guter analoger PWM-Chip (Interstil ISL 6366) sorgt für eine Ansteuerung der MOSFETs über sechs Stufen. Auf MOSFET-Seite verwendet Gigabyte Siliconix SiC769CD-Chips, zwei dieser Chips stehen pro Kanal zur Verfügung. Jedem SiC-Chip steht ein Kondensator zur Verfügung. Die Prozessorspannung steuert man also über eine 12-phasige Stromversorgung, hinzu kommen zwei Phasen für die System-Agent-Spannung. Auf RAM-Seite finden wir ebenso eine zweiphasige Stromversorgung, ebenso wie aufseiten des P67-Chips. Bei allen Komponenten handelt es sich um hochwertige Bauelemente, die Kondensatoren kommen aus Japan und sind mit 50.000 Stunden Laufzeit angegeben.

Die spannungsversorgenden Komponenten um den Sockel 1155 lassen genügend Platz für große Kühlkörper. In der rechten oberen Ecke befindet sich der 8-polige ATX12V-Anschluss, zusammen mit einem FAN-Header. Der CPU-FAN-Header ist in der Nähe der RAM-Bänke angebracht, bei dem ISL-Controller. 

IMG_2423

Durch Klick auf das Bild kommt man zu einer vergrößerten Ansicht

Intels Sandy-Bridge-Platform hat ein Dual-Channel-Speicherinterface, also befinden sich natürlich auch auf diesem P67-Mainboard vier DDR3-Slots. Da die Slots nicht farblich unterschieden sind, muss man auf die Mainboardbeschriftung schauen. Channel 0 besteht aus DDR3_1 und DDR3_2, Channel 1 besteht aus DDR3_3 und DDR3_4. Man sollte also entweder DDR3_1 und DDR3_3 oder DDR3_2 und DDR3_4 nutzen, damit die Module im Dual-Channel-Betrieb laufen. Auch eine Vollbestückung ist möglich, diese funktionierte in unserem Fall ohne Probleme. Bis zu 32 GB sind mit entsprechenden Modulen von CPU-Seite aus möglich, heutzutage erhältlich sind jedoch nur einzelne 4-GB-Module, womit der Speicherausbau auf 16 GB begrenzt ist. Als maximalen Multiplikator fanden wir x16 im BIOS bei unserer Unlocked-CPU, also lassen sich DDR3-2133-Module verwenden. 

Unter den RAM-Bänken sitzt der 24-pol. ATX-Stromstecker. Messpunkte für Overclocking-Freaks besitzt das Mainboard nicht - allerdings war es auch nicht Gigabytes Intention, das P67A-UD4 für High-End-Overclocking zu bauen. Im Bild sieht man neben dem Stromanschluss die Spannungsversorgung für die RAM-Bänke und den ITE-Chip in der rechten Mainboardecke. Der IT8275E ist für die Schaltung der Phasen zuständig.

IMG_2424

Durch Klick auf das Bild kommt man zu einer vergrößerten Ansicht

Eine gute Mischung bietet Gigabyte beim P67A-UD4 bei den Erweiterungsslots. Zwei PCIe-2.0-x16-Ports sind vorhanden, die über PCI-Express-Switches auf dem Mainboard zusammen im x8/x8-Betrieb verwendet werden können. Dann ist SLI und CrossFire möglich. Wird nur eine Grafikkarte eingesetzt, so läuft diese natürlich mit voller Bandbreite. Zusatzchips wie ein nForce-200-SLI-Switch besitzt das Mainboard nicht. Auch eine PLX-Brücke ist nicht vorhanden, Gigabyte muss also mit den gebotenen Lanes und Anbindungen von Intel auskommen.

Neben den beiden PCIe-x16-Ports befinden sich drei PCIe-x1-Ports auf den Mainboard. Bei Verwendung einer High-End-Grafikkarte mit Zwei-Slot-Kühler stehen somit noch zwei Slots für Erweiterungskarten zur Verfügung. Auch bringt Gigabyte einen IT8892-Chip auf das Mainboard, mit dem man eine PCIe-x1-Lane in einen PCI-Bus umwandelt. Zwei PCI-Slots sind auf dem Board vorhanden, auch hier ist einer selbst dann verfügbar, wenn eine Zwei-Slot-Grafikkarte in den unteren PCIe-x16-Slot eingesetzt wird. Eine gute Mixtur an Erweiterungsslots stellt Gigabyte also zur Verfügung.

IMG_2426

Durch Klick auf das Bild kommt man zu einer vergrößerten Ansicht

Da keine PLX-Brücke zum Einsatz kommt, sind alle Komponenten nativ an den P67 angebunden. Netterweise bietet Gigabyte sogar im Handbuch eine Übersichtsseite, wo man die Anbindung der Komponenten aufschlüsselt, sodass man nicht ins Raten und Nachforschen verfallen muss:

Die acht PCIe-2.0-x1-Lanes des P67-Chips verwendet Gigabyte also vollständig. Tricks mit einer gemeinsamen Nutzung oder weiteren Switches verwendet man nicht.

Die Onboardkomponenten des Gigabyte P67A-UD4 stellen wir auf dieser Seite näher vor. Wir beginnen mit der Mainboardseite der I/O-Blende, wo die meisten Onboard-Chips aufgereiht sind:

IMG_2428

Durch Klick auf das Bild kommt man zu einer vergrößerten Ansicht

Neben dem ITE8728F, der für den COM-Port im linken Bildbereich und die PS/2-Anschlüsse zuständig ist, befindet sich auf der linken Mainboardseite der Realtek ALC892. Diesen Chip fanden wir auch schon auf dem MSI P67A-GD65 und dem ASRock Fatality P67 Professional. Auf der Realtek-Webseite finden sich keine Informationen zu diesem Chip, also müssen wir auf Internetquellen zurückgreifen: Der HD-Audio-Codec unterstützt bis zu 192 kHz/24 Bit mit acht Kanälen, er ist also ein klassischer 7.1-Sound-Chip, wobei er auch Content Protection für HD-Audio (Blu-ray) unterstützt. Das ist durchaus wichtig, denn durch die digitale Ausgabe des Sounds verlieren Onboard-Chips mehr und mehr ihre analoge Qualitätseinbuße, aber wer Blu-rays am PC abspielen möchte, erhält aufgrund der Verschlüsselung ohne die Content-Protection-Unterstützung keinen Sound. Für den Soundchip kann der Hersteller auch das THX TruStudio Pro Zertifikat erwerben und es als Logo mit auf die Verpackung drucken - bei MSI ist dies geschehen, bei Gigabyte finden wir aber nur das Dolby-Home-Theater-Logo. 

Weiter oben auf dem Mainboard befindet sich ein weiterer Realtek-Chip, der kleine Chip ist der Realtek RTL8111E, einer der häufig zu findenden Gigabit-Ethernet-Controller. Auch wenn Intel die Logik eines Gigabit-Ports bereits in den P67-Chipsatz integriert hat und dieser sogar keine PCIe-Lanes vergeuden würde, liefern die meisten Hersteller aus Kostengründen einen Realtek-Chip, denn dieser ist günstiger als Intels PHY-Chip für den P67. Da der Realtek-Chip über PCI-Express angebunden ist und alle aktuellen Stromspar-  und Übertragungsfeatures (IEEE802.3az-Spezifikation) besitzt, hat er keine Nachteile gegenüber dem Intel-Chip.

IMG_2429

Durch Klick auf das Bild kommt man zu einer vergrößerten Ansicht

Weiter oben am Board finden sich weitere Chips, zwischen der I/O-Blende und dem CPU-Sockel. Hier ist zum einen ein USB3.0-Controller zu finden, der von NEC kommt. Ein weiterer sitzt am unteren Boardbereich in der Nähe des P67-Chips. Beide melden sich im Treiber als Renesas-Controller, da die Chips zwar noch von NEC entwickelt wurden - deshalb der Aufdruck - aber mittlerweile die Halbleitersparten von Renesas und NEC zusammengelegt worden sind. Beide Controller sind per x1-Interface angebunden und bieten zwei Ports des neuen USB3.0-Standards. Zwei befinden sich dabei auf der Rückseite der I/O-Blende, zwei weitere lassen sich über eine Slotblende an die Rückseite des Gehäuses bringen. Diese liegt leider nicht bei, also sollte man darauf achten, ein Gehäuse zu erwerben, welches bereits die neuen Anschlüsse mitbringt. 

Der weitere kleine Chip im Bild ist der ISL6322G, ein 2-Channel-Controller für die Spannungsversorgung des System-Agent-Bereiches der CPU. Nicht sichtbar, versteckt zwischen den Kühlkörpern und der I/O-Blende, ist ein Marvell 88SE9128. Diesen verwendet Gigabyte zur Realisierung der eSATA-Anschlüsse. Er ist über PCI-Express angebunden und bietet somit für eSATA-Geräte die ideale Anbindung.


Um den Chipsatz herum befinden sich weitere Onboard-Komponenten:

IMG_2430

Durch Klick auf das Bild kommt man zu einer vergrößerten Ansicht

Ganz oben im Bild ist der ITE-Chip zu sehen, der die PCI-Slots auf das Mainboard bringt. Gigabyte verwendet hier den ITE8892E statt dem auf anderen Boards oft zu findenden ASMedia ASM1083. Geht man gegen den Uhrzeigersinn weiter, findet man die Onboard-Header für insgesamt sechs USB2.0-Ports des P67-Chips. Weiter unten ist die modernere USB3.0-Anschlussleiste mit einem weiteren NEC-Chip, hier sollen interne Anschlüsse für die Gehäusefront angebracht werden. Hier ist auch etwas versteckt der Kontakt für einen CMOS-Clear angebracht. Gigabytes Dual-BIOS befindet sich rechts zwischen den SATA-Anschlüssen und dem P67-Chip. Dieser ist unter einem passiven Kühlkörper versteckt, wobei diese einfache Lösung für seine geringe Abwärme vollkommen ausreicht.

Das Mainboard besitzt intern zwei SATA-6G-Ports sowie vier SATA-3G-Ports, wobei diese vollständig vom P67-Chip stammen. Zusatzchips in anderer Form hat das Mainboard nur für die eSATA-Anschlüsse. Der P67-Chip bietet allerdings mit RAID und einer guten Performance die beste Lösung.

Ein Blick auf die I/O-Blende zeigt uns, dass hier bereits 10 USB-Geräte angeschlossen werden können:

IMG_2427

Durch Klick auf das Bild kommt man zu einer vergrößerten Ansicht

Beginnen wir links: Hier finden wir zunächst zwei USB2.0-Ports, weiterhin ein PS/2-Anschluss für Maus und Tastatur. Daneben befinden sich die digitalen Soundanschlüsse, gefolgt von je zwei USB2.0-Ports und zwei eSATA-Anschlüssen. Auch USB3.0 besitzt das Board, hier sind die beiden USB3.0-Ports zu sehen, die nach außen geführt werden. Zwei weitere USB2.0-Ports befunden sich unter dem Gigabit-Ethernet-Anschluss, ganz rechts sind die analogen Soundanschlüsse zu sehen.

Was ist nun nicht vorhanden auf dem Mainboard: Power- und Resetschalter findet man beispielsweise nicht, zudem ist kein CMOS-Clear-Button vorhanden. WEiterhin fehlt beispielsweise eine Debug-LED, mit der der Post-Vorgang überwacht werden könnte. Firewire hat das Board ebenfalls nicht, falls man diese Schnittstelle noch benötigen sollte. Auch die gebotenen vier FAN-Header sind eher durchschnittlich.

Auf der nächsten Seite widmen wir uns dem BIOS des Gigabyte P67A-UD4.

Gigabytes Board statteten wir mit der BIOS-Version F7 aus. Allerdings konnten wir den Upgrade-Vorgang nicht mit dem integrierten Q-Flash-Tool im BIOS durchführen, hier gab das BIOS die Fehlermeldung "Invalid Bios File" aus. Mit der unter Windows verfügbaren @Bios-Funktion konnten wir dieselbe Version jedoch für den Flashvorgang verwenden. Im Verlaufe des Tests mussten wir diese Version leider noch einmal flashen, da bei einer zu aggressiven BIOS-Einstellung für den Speicher das System automatisch die alte F1-Version wiederherstellte.

Den ersten negativen Punkt fährt Gigabyte bereits ein, wenn man die [ENTF]-Taste drückt - denn dann sieht man, dass es sich leider um kein UEFI-BIOS handelt, sondern das Gigabyte P67A-UD4 noch auf einem klassischen BIOS basiert. Der UEFI-Standard bringt viele neue interessante Features mit, angefangen von der grafischen Oberfläche bis hin zur Bedienung mit einer Maus. Für Profis bietet es zwar nicht wirklich mehr Funktionalität als ein klassisches BIOS, Anfänger werden den gewonnenen Komfort aber zu schätzen wissen.

Bei einem ersten Blick ins BIOS luden wir die Optimized Defaults, um festzustellen, was Gigabyte automatisch einstellt. Dabei fielen die ersten Dinge auf, die wir anders handhaben würden: Im BIOS ist beispielsweise der IDE-Betrieb aktiv, ACHI ist deaktiviert. Bei früheren Mainboards warnte das Board beim Booten, dass man eventuell besser auf AHCI umschalten sollte - beim P67A-UD4 ist dies leider nicht mehr der Fall. Man sollte also auf jeden Fall auf AHCI vor der Betriebssysteminstallation umstellen, um von Features wie Native Command Queing bei Festplatten oder TRIM bei SSDs profitieren zu können.

Alle Onboard-Komponenten lassen sich abschalten, allerdings besitzt das Board dieselben Probleme wie schon viele P67-Mainboards mit mehreren Renesas-Controllern: Die USB3.0-Chips lassen sich nur gemeinsam aktivieren und deaktivieren, nicht aber einzeln. So ist z.B. der interne Anschluss immer aktiv, wenn nur der externe gebraucht wird und deshalb aktiv ist - auch wenn er nicht verwendet wird.

Bei anderen Funktionen ist Gigabyte hingegen gründlich: Die Stromsparfeatures stehen auf "Auto", sofern man also eine entsprechende CPU einsetzt, sollte das Board die Optionen korrekt umsetzen und EIST sowie C6/C1E aktivieren. Die Lüftersteuerung funktionierte in unserem Fall auch zufriedenstellend und ohne Probleme, auch das Hardwaremonitoring lieferte solide Werte und Einstellungen.

Auch OC-Profile lassen sich im BIOS abspeichern, Besonderheiten wie ein Memory-Test oder ähnliches besitzt das Bios aber nicht. Die Bootzeit ist akzeptabel, auch wenn das Mainboard ein paar Sekunden länger benötigt, wenn der AHCI-Betrieb aktiviert ist.

Generell prüfen wir bei unserem BIOS-Check die folgenden Besonderheiten:

Diese Kriterien sind für die meisten Anwender die wichtigsten, wobei für ein einwandfreies Funktionieren des Boards auch noch weitere Funktionen dazugehören. Sämtliche BIOS-Funktionen haben wir in der folgenden Galerie aufgeführt:

Weitere Auffälligkeiten gab es im Betrieb nicht. Das Board reagierte auf andere Einstellungen im BIOS genau so, wie es reagieren sollte. In unseren Stabilitäts- und Kompatibilitätschecks mit diversen Speichermodulen und Grafikkarten kam ebenfalls kein Problem zum Vorschein. Das Board lief auch mit DDR3-Vollbestückung ohne Probleme, wobei es aber bei hohen Taktraten (z.B. 2133 MHz) einer Command Rate von 2t Zyklen bedarf. Dies ist aber für den P67-Chipsatz bzw. für die Core-i7-Generation typisch.


Gigabytes P67A-UD4 ist zwar kein klassisches Overclocking-Mainboard, aber es besitzt natürlich reichlich Overclocking-Optionen. Aufgrund der guten Stromversorgung und der guten Komponenten ist es dabei sicherlich in der Lage, 99% der Anwender zu einem aussichtsreichen Overclocking-Erfolg zu verhelfen. Die 1%, die Overclocking als Sport verstehen, haben sicherlich von vorneherein andere Mainboards im Auge, die aber auch mit 100 Euro mehr zu Buche schlagen.

Die Basisfunktionen des Boards sind dabei fürs Overclocking auf jeden Fall brauchbar: Es lässt sich der Multiplikator verändern, wenn man eine "K-CPU" besitzt. Weiterhin hat auch dieses Mainboard eine extrem feine Einstellungsmöglichkeit für die Base Clock Rate, die nicht nur in MHz-Schritten verändert werden kann, sondern in 0,1-MHz-Schritten. Das ändert zwar nichts an der generellen Übertaktbarkeit der CPU durch die Base Clock Rate, die bei Sandy-Bridge-Prozessoren je nach CPU bei ca. 107 MHz endet, aber es gibt eine maximale Möglichkeit, an den höchstmöglichen Base Clock heranzukommen. Bei unserer CPU ist regelmäßig bei knapp 107 MHz Schluss - und dies war leider auch beim Gigabyte-Board der Fall.

Schaut man sich die Spannungen an, so entdeckt man auch hier gute Bandbreiten für den VCore, den Speicher, den System Agent und anderen Spannungsbereichen. Offset-Spannungen bietet Gigabyte auch, so wie es die SVID (VRM12) vorschreibt. Insofern reicht das Gebotene also aus, um eine Sandy-Bridge-CPU ohne Probleme auf die meistens anvisierten 5 GHz zu bringen. Was dem Board gut zu Gesicht gestanden hätte, wären Power- und Resetschalter, aber diese findet man erst bei den UD6- und UD7-Varianten von Gigabyte. Ein wenig muss man sich ja auch noch für diese deutlich teureren Mainboards aufsparen.

Für das Übertakten sind natürlich die Features am wichtigsten, die wir im Folgenden auflisten:
Die Overclocking-Funktionen in der Übersicht
Base Clock Rate stufenlos in 0,1-MHz-Schritten von 80 MHz bis 200 MHz
CPU-Spannung Fixed Mode: 0,75 bis 1,7 V in 0,005-V-Schritten,
Dynamic VCore-Mode: -0,2 bis +1,2 V in 0,005-V-Schritten
DRAM-Spannung 0,9 bis 2,6 V in 0,02-V-Schritten
CPU QPI/VTT-Spannung 0,8 V bis 1,7 V in 0,02-V-Schritten
CPU PLL-Spannung
1,5 bis 2,52 V in 0,02-V-Schritten
CPU SA-Spannung 0,655 bis 1,305 V in 0,01-V-Schritten
PCH-Core-Spannung
0,84 bis 1,94 V in 0,02-V-Schritten
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen
DRAM Reference Voltages, DRAM Termination
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig, Multiplikatoren bei x6 - x16 (2er-Schritte)
Command Rate
einstellbar
Timings einstellbar
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
QPI-Takt - nicht möglich -
Core Current Limit
- nicht einstellbar -
Weitere Besonderheiten

M.I.T Current Status, Settings speicherbar in Profilen, Q-Flash,
Load Line Calibration, Spread Spectrum, sämtliche Stromspar-Modi

In unserer Overclocking-Galerie sieht man alle relevanten BIOS-Optionen noch einmal in der Übersicht.

{jphoto image=9371}

Bei den P67-Mainboards ist mittlerweile bekannt, dass eine hohe Base Clock Rate nicht erreichbar ist. Die meisten Sandy-Bridge-Prozessoren werden schon bei einem Takt von 105 MHz instabil, nur wenige erreichen über 107 MHz, fast keine 110 MHz. Aus diesem Grund ist eine Übertaktung nur über den Turbo-Betrieb sinnvoll. Auch beim Gigabyte P67A-UD4 erreichten wir nur die üblichen 107 MHz, die wir mit unserer CPU halbwegs stabil zum Laufen bekommen können.

Auch Gigabytes Board übertaktet man deshalb am besten mit dem Turbo-Modus, in dem man einfach den Multiplikator hinaufsetzt. Mit dieser Version schafften wir auch die für unsere CPU übliche Übertaktung auf 4,8 GHz. Die Spannung wich hierbei nicht von den Übertaktungen mit anderen Mainboards ab. 

Den Speicher konnten wir mit dem Gigabyte-Mainboard ebenso auf 2133 MHz setzen - somit konnten wir mit dem P67A-UD4 an die maximale Performance kommen, die man mit unserer CPU erreichen kann. 

gigabyte-ud4-oc

Durch den etwas niedrigeren Base Clock von 99,8 MHz zeigt CPU-Z nicht ganz die 4,8 GHz an - weiterhin hat das Board natürlich später in den Benchmarks leichte Nachteile gegenüber den akkurat getesteten Mainboards mit 100,0 MHz oder 100,3 MHz. Wer sich an den 0,2 MHz stört, kann diese natürlich manuell regulieren und nicht die Auto-Einstellungen für die Base Clock Rate verwenden.

Wer nicht mit dem BIOS übertakten möchte, hat mit gewissen Einschränkungen die Möglichkeit, ein Windows-Tool zu verwenden. Mit Easy Tune 6 kann der Anwender die Base Clock Rate verstellen und auch einige Spannungen verstellen, bei der Einstellung des Multiplikators ist allerdings regelmäßig ein Reboot notwendig.

easytune6

Da das Tool weiterhin auch ein paar Hardwaremonitoring-Features mitbringt, kann man es auf jeden Fall einmal installieren, um damit ein wenig herumzuspielen und das Board beim Setup und der Inbetriebnahme richtig einzustellen - später ist es aber sicherlich angebracht, die Settings sauber ins BIOS zu übernehmen.


Für die Sandy-Bridge-Mainboardtests haben wir unser Testsystem erneuert - und verdoppelt. An zwei Teststationen testen wir nun die diversen P67-Mainboards, wobei wir die Testsysteme möglichst identisch gestaltet haben:

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz.

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version.

Seit der Einführung der Nehalem-Prozessoren und der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 1600 MHz und 9-9-9-24 1t - dieselbe Performance erreichen.

Auch wenn wir deshalb die Performancetests im Vergleich zu früheren Mainboardreviews deutlich eingeschränkt haben, sind sie dennoch interessant, denn mit den Leistungsvergleichen findet man schnell heraus, ob der Hersteller beispielsweise den Turbo-Modus ordentlich implementiert hat oder im Hintergrund automatische Overclocking-Funktionen laufen.

Wir testen allerdings nur noch vier Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2011, SuperPi 8M, Cinebench 11.5 und Sisoft Sandra 2011 Memory Benchmark:

benchmark01

benchmark02

benchmark03

benchmark04

Neben den bereits getesteten Mainboards haben wir auch die Werte vom Intel DP67BG mit aufgenommen, welches das Referenzmainboard von Intel ist.

Wie anhand der Benchmarks zu erkennen ist, liegen alle Boards aber auf einem Niveau und es gibt praktisch keine Unterschiede in der Leistung. Das Gigabyte-Board erscheint in einigen Bereichen minimal langsamer, aber dies ist auf die niedrigere Base Clock Rate von 99,8 MHz zurückzuführen. Die Speicherbandbreite und andere Benchmarks sind hingegen auf gleichem Niveau mit den Top-Mainboards. Größere Geschwindigkeitsunterschiede sind also nicht auszumachen, weshalb der Bereich Performance für die Mainboardauswahl eigentlich unwichtig ist.


Immer wichtiger ist heute der Stromverbrauch eines PC-Systems - und in der Tat tauchen hier im Vergleich zur Performance noch häufiger deutliche Unterschiede zwischen den Mainboards auf. Dies hat zum einen mit dem BIOS zu tun, denn oftmals werden Intels Stromsparoptionen nicht aufgegriffen, falsch implementiert oder es wird schlicht vergessen, dass Onboard-Komponenten deaktiviert werden, wenn diese nicht in Verwendung sind. Zum anderen hat dies auch mit den verwendeten Komponenten und der Spannungsversorgung zu tun: Je effizienter diese arbeitet, desto geringer ist der Stromverbrauch des Mainboards.

Hundertprozentig identisch sind die Testsysteme trotz identischer Software und identischer Hardware nicht, denn die Intel-CPUs besitzen eine leicht unterschiedliche Spannung, auch können minimale Unterschiede beim Messgerät, dem Netzteil oder der Grafikkarte vorliegen. In Validierungstests zeigte das System 2 im Idle-Betrieb fast dieselbe Leistungsaufnahme, unter Volllast waren es 1,5 Watt mehr. Die Verbrauchswerte weichen also minimal voneinander ab, warum wir die auf den unterschiedlichen Plattformen getesteten Mainboards in den Grafiken unterschiedlich farblich markieren. System 1 besitzt die hellblaue Färbung, System 2 die dunkelblaue.

Auch hier haben wir das Intel DP67BG zum Vergleich herangezogen, wobei das ASRock Fatal1ty P67 Professional und auch das ASUS P8P67 Deluxe aber etwas im Nachteil sind: Beide besitzen die deutlich bessere Ausstattung und müssten demnach eigentlich mehr verbrauchen als die Intel-Platine. Das ASUS P8P67 Deluxe liegt bei der Ausstattung marginal unter dem ASRock-Board, sollte also etwas weniger verbrauchen, aber mehr als das Intel-Mainboard. Gemessen haben wir im Windows-Idle-Betrieb ohne Last, mit Cinebench 11.5 unter 2D-Volllast und mit Prime95 (Torture-Test, Vollauslastung).

Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

benchmarks05

benchmarks06

benchmarks07

Drei Boards besitzen keinen PLX-Chip und verbrauchen deshalb etwas weniger: Das Gigabyte P67A-UD4, MSIs P67A-GD65 und das Intel DP67BG können so etwas besser abschneiden. Im Vergleich zu den beiden ASUS-Boards und dem ASRocks Fatal1ty besitzen sie auch eine geringere Anzahl an Onboard-Komponenten. Somit wäre ein Mehrverbrauch für die drei Mainboards von ASRock und ASUS also zu verstehen.

Gigabytes UD4 zeigt aber einen sehr guten Stromverbrauch, fast auf dem Niveau des Intel-Mainboards, obwohl dieses etwas schlechter ausgestattet ist. Ein Blick auf die Spannungen wollen wir jedoch ebenfalls liefern, da hier oftmals die Spannung ein Hauptgrund für einen höheren oder niedrigeren Verbrauch ist:

benchmark08

Hier ist zu sehen, warum das Gigabyte P67A-UD4 unter Volllast etwas weniger verbraucht: Gigabyte stellt die Spannungen recht moderat ein, sodass man am unteren Ende der getesteten Boards liegt. Das wirkt sich natürlich auf den Stromverbrauch aus. Die Hersteller können dies so machen, wenn die Stabilität des Boards nicht beeinträchtigt ist. Bei unserem Test gab es keine Probleme. Würden aber schlechtere Materialien verwendet, könnte bei einem minderwertigen Board die CPU-Spannung stärker schwanken und das System so instabil werden - durch die gute Spannungsversorgung des Gigabyte-Boards ist aber ein stabiler Betrieb gewährleistet.

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir auch einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sämtliche USB3.0- und SATA-Controller sind hier deaktiviert:

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

benchmark09

benchmark09

Wie man sieht, senkt sich die Aufnahme minimal oder überhaupt nicht - die Abstände zwischen den Mainboards bleiben aber recht konstant. Insgesamt scheinen aktivierte Onboard-Komponenten sich beim Gigabyte P67A-UD4 nur geringfügig auszuwirken.


Im Vergleich zu anderen bislang getesteten Boards sollte diese Disziplin eigentlich unspektakulär ausfallen, denn alle Onboard-Komponenten sind direkt mit dem P67-Chip verbunden. Eine PLX-Brücke oder ähnliche Chips werden von Gigabyte auf dem P67A-UD4 nicht verwendet. Somit sollten sowohl die USB3.0-Controller wie auch der zusätzliche SATA-Chip von Marvell über die volle Leistung verfügen. Wie bei dem zuletzt getesteten MSI-Board sind also keine Besonderheiten in diesem Bereich zu erwarten.

USB3.0-Performnce:

Die USB3.0-Performance testen wir mit einem schnellen Kingston HyperX Max 3.0 Laufwerk - einer externen SSD mit USB3.0-Interface:

gigabyte-ud4-attosasrock-atto-1sasrock-intel-referenz-usb3s

Die USB3.0-Performance:
links: NEC-Chip (Gigabyte-Board)
mitte: Etron-Chip (ASRock-Board),
rechts: NEC-Chip (Intel-Board)

Vergleicht man die beiden NEC-Controller miteinander, so sieht man, dass Gigabyte hier etwas schnellere Übertragungsraten liefert als der NEC-Controller auf dem Intel-Mainboard. Gerade beim Schreiben liegt der NEC-Controller auf dem Gigabyte-Board mit 160 MB/s nicht schlecht. Das Board bietet eine ähnliche Performance wie der NEC-Controller auf dem ASUS P8P67 Deluxe. Die Read-Performance liegt hingegen auf identischem Niveau.

Besser schneidet nur der Etron-Chip auf dem ASRock-Mainboard ab, der sowohl beim Write wie auch beim Read eine leicht bessere Performance zeigt. Gerade beim Write kann der Chip noch einmal knapp 30 MB/s mehr Performance bieten.

 

SATA-6G-Performance:

Um die SATA-6G-Performance ordentlich zu testen, haben wir schon neue SSDs mit neuem SATA-6G-Controller und Lese- und Schreibraten von über 500 MB/s bestellt - diese sind allerdings noch nicht lieferbar, also müssen wir uns für die richtigen Auslastungstests noch etwas gedulden. Aktuell testen wir mit einer Western Digital WD1002FAEX Festplatte, die zwar ein SATA-6G-Interface besitzt, dieses aber kaum richtig auslasten kann:

gigabyte-ud4satasasrock-sata6g-intel-natives

Die SATA-6G-Performance:
links: Intel-Controller (Gigabyte-Board)
rechts: Intel-Controller (ASRock-Board)

Einen Marvell-Controller hat das Board nicht, wir messen also nur die Performance des Intel-Controllers. Hier gibt es keine Unterschiede zwischen den getesteten Mainboards, alle liegen auf demselben Niveau. 

 

Wechselwirkungen in der Performance:

Normalerweise überprüfen wir die Wechselwirkungen in der Performance aufgrund von PLX-Brücken und somit möglicherweise ausgebremsten Onboard-Geräten. Beim Gigabyte-Mainboard ist dies eigentlich nicht notwendig, da das Mainboard keinen PCIe-Switch besitzt. Wir testeten trotzdem den USB- und SATA6G-Betrieb gleichzeitig: Hierfür steckten wir zwei WD-Platten an den integrierten Intel-Controller und ließen beide zusammen mit der Kingston-USB3.0-SSD durch den Atto-Benchmark laufen. 

gigabyte-ud4-atto-alls

Gleichzeitiger Betrieb von USB3.0-SSD (links) und den beiden
WD-SATA-6G-Festplatten (mitte und rechts)

Wechselwirkungen gibt es in bestimmten Umständen mit einem Onboard-Marvell-Controller, wenn zwei SATA-6G-Platten zum Einsatz kommen. Wie man sehen kann, hat Intels Controller allerdings hier weniger Probleme und auch der zusätzliche USB3.0-Transfer bringt hier keine großen Leistungseinbußen. 


Die meisten Anwender werden sich für ihr Sandy-Bridge-System kein 300-Euro-Mainboard kaufen, sondern eine Mittelklasse-Platine. Das gesparte Geld steckt man besser in eine K-CPU oder eine neue Grafikkarte. Aber auch an ein Mittelklasse-Mainboard lassen sich heutzutage recht hohe Anforderungen stellen, sei es bezüglich der Qualität der Komponenten oder bezüglich des Stromverbrauchs. Und letztendlich ist ein Mittelklasse-Mainboard auch weit davon entfernt, eine Billigplatine zu sein. Solche gibt es auch - aber dann muss man sich nicht wundern, wenn die verbauten Komponenten halt nicht von ganz hoher Qualität sind.

Gigabytes P67A-UD4 ist mit einem Preis von knapp über 150 Euro im Mittelklasse-Segment angesiedelt - und letztendlich sind auch die verbauten Features auf dem Board Mittelklasse. Natürlich gibt es deutlich besser ausgestattete Platinen am Markt, aber man sollte sich einmal fragen, ob es wirklich acht USB3.0-Ports oder sechs zusätzliche SATA-6G-Ports sein müssen und man SLI mit jeweils 16 Lanes wirklich benötigt. Wenn ja, muss man mehr Geld ausgeben - wenn das System allerdings mit einer normalen Onboard-Ausstattung auskommen kann, dann ist man beim Gigabyte P67A-UD4 genau richtig. Es bietet eSATA, Gigabit-Ethernet, einen guten Onboard-Sound und SATA 6G über Intels P67-Chip - und damit auch USB3.0 vorhanden ist, hat Gigabyte zwei Controller auf das Board gelötet. Firewire oder anderen Schnickschnack findet man hingegen auf dem Board nicht. MSIs P67A-GD65 liegt preislich in einem identischen Bereich, bietet aber zumindest noch Firewire und einen weiteren Marvell-Chip - doch Gigabyte hat ja auch noch an anderer Stelle Luft zum Ausgleichen dieses leichten Vorteils. 

Neben der ausgewogenen Onboard-Chip-Vielfalt bietet Gigabyte ordentliche Übertaktungsfunktionen, einen guten Stromverbrauch und qualitativ hochwertige Bauteile. Insbesondere bei der Stromversorgung und der Boardkühlung hat man sich Mühe gegeben, auch die neue Boardfarbe und das zugrunde liegende Farbkonzept kann gefallen.

IMG_2422

Durch Klick auf das Bild kommt man zu einer vergrößerten Ansicht

Neben diesen positiven Punkten gibt es allerdings auch ein paar negative: Das BIOS ist leider noch nicht als UEFI-Variante ausgeführt. Dies machen andere Hersteller bereits besser. Wer allerdings sowieso als Profi nicht mit der Maus durchs BIOS klicken möchte oder auf den Komfort verzichten kann, der wird sich an der üblichen alten BIOS-Struktur nicht stören. Für Overclocker fehlen eventuell einige Optionen im BIOS (Einstellungen zur TDP beim Turbo-Betrieb im Overclocking) und natürlich sind auch auf dem Board keine Voltage-Messpunkte oder ein Reset- und Power-Schalter vorhanden, aber wer seine Sandy-Bridge-CPU auf hohe Taktraten bekommen möchte, ohne Rekorde zu erreichen, wird das auch mit dem P67A-UD4 schaffen.

In unserem Vergleich mit den anderen bislang getesteten Platinen reiht sich das Gigabyte P67A-UD4 also im Bereich der guten Mitteklasse-Mainboards ein, am zuletzt getesteten P67A-GD65 von MSI kann es aber nicht ganz vorbeiziehen, da MSI noch eine etwas bessere Ausstattung und ein UEFI-Bios mitbringt und das Board schon für knapp unter 150 Euro erhältlich ist. 

Positive Eigenschaften des Gigabyte P67A-UD4:

Negative Eigenschaften des Gigabyte P67A-UD4:

Weitere Links: