Test: ECS P67H2-A Black Extreme

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ecs_teaserECS Elitegroup hat mit dem P67H2-A aus der Black Extreme Serie ein Mainboard auf die Beine gestellt, welches mit den Oberklasse-Boards von ASUS, Gigabyte & Co konkurrieren soll. Bisher war ECS Elitegroup durch seine eher einfachen Boards bekannt, aber das soll sich nun ändern. Einen ersten Blick auf die Black Series hatten wir Ende letzten Jahres bereits durch das P55-Mainboard P55H-AK erhalten. Dem neuen Flaggschiff P67H2-A hat ECS einige durchaus interessante Features verpasst, darunter z.B. einen Hydra-Chip von Lucid, welcher den Betrieb verschiedener Grafikkarten im Verbund ermöglicht. Neben zahlreichen Overclocking-Möglichkeiten ist auch eine stattliche Anzahl von SATA-6G- und USB-3.0-Ports mit an Bord.

Die Firma ECS, welches die Abkürzung für Elitegroup Computer Systems ist, verfügt über eine lange Erfahrung im Geschäft mit Mainboards. Das 1987 gegründete Unternehmen ist aber nicht nur im Mainboardbereich aktiv, sondern auch in diversen anderen Bereichen wie Notebooks, Grafikkarten und mobile Lösungen. Im Bereich der hochwertigen Mainboards war ECS - aus welchen Gründen auch immer - in den letzten Jahren nicht aktiv. Das P67H2-A als ein leistungsfähiges Mainboard für Gamer soll dies nun ändern. Gelistet ist es in gängigen Preisvergleichen noch nicht, daher lässt sich momentan zum Preis noch nichts sagen. Angesichts des verbauten Hydra-Chips wird es aber vermutlich kein Schnäppchen werden und einige Euro teurer verkauft werden als vergleichbare P67-Mainboards ohne Lucid-Hydra-System. Im Internet zirkuliert jedenfalls eine Preisempfehlung des Herstellers von 260 US-Dollar.

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Um ein in allen Punkten gelungenes Oberklasse-Mainboard zu erschaffen, sind viele verschiedene Aspekte zu berücksichtigen. Ein großer Teil des Erfolgs entscheidet sich schon beim optischen Design des Mainboards, denn in Zeiten, wo bei vielen Usern das Gehäuse auch eine Art Vitrinenfunktion für die verbaute Hardware übernimmt, ist ein billiger Look tödlich für die Kaufentscheidung. In Sachen Optik hat ECS beim P67H2-A aber einen guten Job erledigt, denn das Mainboard wirkt hochwertig. Die auf der schwarzen Platine mit Standard-ATX-Abmessungen verbauten Teile sind allesamt in Grau und Weiß gehalten, sodass das Mainboard insgesamt sehr ausgewogen wirkt.

Nur mit den Features, die der gegenüber seinem Vorgänger P55 aufgewertete P67-Chipsatz mitbringt, lässt sich allerdings kein richtiges High-End-Board zusammenstellen, daher hat auch ECS dem P67H2-A etliche Zusatzchips spendiert.

Die technischen Daten in der Übersicht:

Die Daten des ECS P67H2-A in der Übersicht
Hersteller und
Bezeichnung
ECS Elitegroup
P67H2-A "Black Extreme Series" (V1.1)
Straßenpreis

k.A.

Homepage www.ecs.com.tw
Northbridge-/CPU-Features
Chipsatz P67-Chipsatz
Speicherbänke und Typ 4x DDR3 (Dual-Channel)
Speicherausbau max. 32 GB
SLI / CrossFire CrossfireX, SLI, Hydra-Mode (X,A,M) - (x16-/x16-Lanes, x16-/x8-/x8-Lanes)
Onboard-Features
PCI-Express

3x PCIe x16 (x16/x16/-, x16/x8/x8)
2x PCIe x1

PCI 2x PCI
Zusatz-Chips Lucid Hydra (LT24102)
Serial-ATA-, SAS- und 
ATA-Controller
2x SATA 6G und 4x SATA 3G mit RAID 0, 1, 5, 10 über P67
2x eSATA 6G über Marvell PCIe 9182 Controller
USB

4x USB 3.0 (I/O-Panel, über VIA Hub an Renesas-USB3.0-Controller)
2x USB 3.0 (mitgelieferter Fronteinschub, direkt an Renesas-USB3.0-Controller)
6x USB2.0 (I/O-Panel), +8 über Header

WLAN / Bluetooth -
Firewire -
LAN 2x Gigabit-Ethernet (PCIe) über Realtek RTL8111E
Audio Realtek ALC892 Audio Codec (Content Protection Support)
analoge, digitale und optische Ports

Im Lieferumfang des ECS P67H2-A lassen sich die folgenden Teile finden:

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Im Vergleich zu anderen Boards ist der Lieferumfang beim ECS P67H2-A knapp, aber ausreichend. Die fehlenden SLI- bzw. CrossfireX-Brücken lassen sich durch den verbauten Hydra-Chip erklären, wodurch diese für einen Multi-GPU-Betrieb nicht benötigt werden. Da das Board immerhin mit einer CrossfireX-Zertifizierung wirbt, hätte zumindest eine entsprechende Brücke dabei sein können.

Kommen wir auf der nächsten Seite zum Board selber.


Intel hat beim P67-Chipsatz im Wesentlichen das Konzept des Vorgängers P55 beibehalten. Die Sockel-1155-CPU kommuniziert über den etwas beschleunigten DMI-Bus mit dem Chipsatz, welcher neben PCIe-Lanes für weitere Komponenten auch wesentliche Datenschnittstellen selbst bereitstellt. Direkt an die CPU angebunden sind zwei Speicherkanäle mit Dual-Channel-Unterstützung und insgesamt 16 PCIe-Lanes für die Grafikkartenschnittstelle. Die wesentliche Veränderung beim P67 gegenüber dem Vorgängerchipsatz ist, dass die acht PCIe-Lanes des Chipsatzes nun mit voller PCIe-2.0-Geschwindigkeit laufen. Mit der nun doppelt so hohen Bandbreite lassen sich momentan auch die neuen Schnittstellenstandards USB 3.0 und SATA 6G hinreichend schnell anbinden, sodass die Board-Hersteller nicht mehr zusätzliche PCIe-Switches einsetzen müssen, um gute Geschwindigkeiten zu erzielen.

Den Möglichkeiten des Chipsatzes entspricht auch das Grundlayout des P67H2-A. Neben den vier DIMM-Slots für DDR3-Speicher findet sich der Sockel 1155 für die Core-Prozessoren der zweiten Generation.

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ECS setzt beim P67H2-A ein konventionelles Spannungswandlerdesign ein, welches die CPU über 12 Phasen versorgt und Intels VRD (Voltage Regulator-Down Design Guidelines) der aktuellen Version 12 berücksichtigt. Als Besonderheit hat ECS oberhalb des CPU-Sockels am Rand des Mainboards eine LED-Anzeige mit 12 SMD-LEDs verbaut, welche unabhängig von weiterer Software die momentane Auslastung der Spannungswandler zeigen soll. Aufgrund der Beschriftung von "Light Load" am einen Ende und dem "Full Load" am anderen Ende wäre eine Ansteuerung als Balkenanzeige zu erwarten, aber in der Praxis leuchten alle LEDs mehr oder weniger permanent und einzig die Helligkeit schwankt. Der Informationsgehalt dieser Anzeige ist daher eher gering.

Versorgt wird das P67H2-A durch einen 24-Pin-ATX-Stecker und einen 8-Pin-EPS-Stecker. Andere Hersteller verbauen zur Unterstützung der 12V-Versorgung des Mainboards im Multi-GPU-Betrieb noch ein oder zwei 4-Pin-Molex-Buchsen, aber ECS hat darauf verzichtet. Die den CPU-Sockel umgebenden Kühlkörper sind an der Innenseite ca. 32 mm hoch, ihre maximale Höhe beträgt 35 mm bezogen auf die Platinenoberfläche. Es sind vier Bohrungen für die Montage von Sockel-1155/1156-Kühlkörpern vorhanden.

Die vier DIMM-Slots nehmen laut ECS DDR3-Riegel von bis zu 8 GB Größe auf, sodass sich das P67H2-A theoretisch mit bis zu 32 GB Speicher bestücken lassen sollte. Momentan sind aber solch große Riegel noch nicht erhältlich.

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Unterstützt wird eine Geschwindigkeit von bis zu 2133 MHz, zusätzlich zu den niedrigeren Stufen 1866 MHz, 1600 MHz, 1333 MHz und 1066 MHz. XMP-Profile werden im Prinzip unterstützt, funktionieren aber mit dem uns zur Verfügung stehenden BIOS und unseren Corsair Dominator GT nicht.

Das P67H2-A verfügt über drei PCIe-x16-Slots, die von zwei PCIe-x1-Slots ergänzt werden. Weiterhin sind für Nutzer älterer Erweiterungskarten noch zwei PCI-Slots vorhanden, die von einer ITE IT8893 PCI Brücke bereitgestellt werden. Direkt an die 16 PCIe-Lanes der CPU ist der Hydra-Chip angebunden, der sich im folgenden Bild oben unter dem Kühlkörper mit Heatpipe-Verbindung versteckt. Der LT24102 von Lucid ist eine System-on-a-chip-Lösung (SoC), die u.a. einen 300 MHz RISC-Prozessor beinhaltet. Sein typischer Stromverbrauch beträgt laut Datenblatt 6 Watt.

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Der Hydra-Chip selbst verfügt über insgesamt 32 Downstream-Ports, welche je nach Grafikkartenkonfiguration auf die PCIe-x16-Slots aufgeteilt werden. Bei zwei Grafikkarten in Slot 1 und 2 werden beide mit je einer x16-Anbindung versorgt. Bei drei Grafikkarten erhält nur noch die Karte in Slot 1 eine x16-Verbindung und die beiden Grafikkarten in Slot 2 und 3 laufen jeweils mit x8-Anbindung. Je nach Betriebsmodus arbeitet der Hydra-Chip als PCIe-Switch oder greift aktiv in die Datenübertragung zwischen Prozessor und Grafikkarten ein. Die gute Anbindung der einzelnen Grafikkarten darf aber nicht vergessen lassen, dass mit der x16-Anbindung zur CPU hin ein gewisser Flaschenhals besteht und alle Daten erst über den Hydra-Chip laufen müssen.

Im Praxistest mit zwei baugleichen ATI Radeon 4850 zeigte sich insgesamt eine recht gute Performance, wobei aber eine reine CrossfireX-Verbindung auf anderen Boards häufig ein wenig schneller war. Ein Zusammenspiel unserer ATI Radeon 5870 mit einer ATI Radeon 4850 funktionierte zwar z.B. im explizit von Lucid unterstützten 3DMark Vantage, war aber von massiven Rucklern geprägt. Von der erreichten Punktzahl her lag diese Variante auch nur auf Niveau der ATI Radeon 5870 im Single-Betrieb. Auf weitere ausgiebige Tests haben wir verzichtet, da der angeblich mögliche Betrieb mit drei Grafikkarten erst gar nicht funktionieren wollte.

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Die Hydra-Technologie von Lucid stellt einen interessanten Ansatz dar, weist aber auch etliche Limitierungen auf. Hauptsächlich liegen diese auf der Softwareseite, da das Zusammenspiel zwischen Grafikkartentreiber, Hydra-Software und Anwendung stimmen muss, was anscheinend leider nicht immer der Fall ist. Wir sehen die Hydra-Technologie beim P67H2-A nicht als Bonus, da sich die Vorteile und Nachteile die Waage halten. Einer hohen Flexibilität in Bezug auf einsetzbare Grafikkarten stehen der höhere Anschaffungspreis und etliche Bugs und Einschränkungen gegenüber.


Da Intel beim P67-Chipsatz auf USB 3.0 verzichtet hat und der integrierte SATA-Controller auch weiterhin nur sechs Geräte ansprechen kann, sind die Hersteller von hochklassigen Mainboards dazu gezwungen, die Möglichkeiten des Chipsatzes durch den Einsatz von weiteren Controllern zu erweitern. ECS hat auf dem P67H2-A daher zwei USB-3.0-Controller von Renesas, einen USB-3.0-Hub von VIA und einen Marvell-9128-Controller verbaut.

Kommen wir zuerst zu den SATA-Schnittstellen. An der Vorderkante des Boards sind insgesamt sechs abgewinkelte Buchsen zu finden, die alle an den im Chipsatz integrierten SATA-Controller angebunden sind. Die vier weißen Ports bieten die herkömmliche SATA-3G-Geschwindigkeit, wohingegen die beiden schwarzen Steckplätze den schnelleren SATA-6G-Standard unterstützen. Alle Ports unterstützen die Features von Intels Rapid Storage Technology, beispielsweise also auch diverse RAID-Varianten.

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Auf dem I/O-Panel des P67H2-A finden sich zwei eSATA-6G-Ports, die von einem Marvell-9128-Controller bereitgestellt werden. Der Controller ist über eine PCIe-Lane mit voller PCIe-2.0-Geschwindigkeit angebunden, sodass in der Praxis eine gute Performance zu erwarten ist. Die Bandbreite von 500 MB/s, mit der der Marvell-Chip an den Chipsatz angebunden ist, reicht zwar theoretisch nicht einmal für volle SATA-6G-Geschwindigkeit eines Geräts, aber in der Praxis dürfte das für jede Anwendung an den externen Ports mehr als ausreichen.

Im obigen Bild ist direkt über der Postcode-LED-Anzeige einer der beiden Renesas-Controller für USB 3.0 zu sehen. Dieser Controller versorgt den Steckanschluss direkt daneben, mit dem das mitgelieferte Frontpanel mit zwei USB-3.0-Buchsen angeschlossen wird. Der zweite Controller befindet sich in Nähe des I/O-Panels neben einem VLI810 Super-Speed-USB-3.0-Hub-Controller von VIA, welcher die Umsetzung der zwei Ports des USB-Controllers auf die vier Anschlüsse des I/O-Panels vornimmt. Auf dem folgenden Bild sind die betreffenden Chips rechts oben im Bild zu sehen.

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Für die Soundausgabe kommt ein Realtek ALC892 zum Einsatz, der bereits auf anderen Boards zu finden ist. Auf Realteks Webseite sind leider noch immer keine näheren Informationen zu diesem Chip zu finden, sodass zur Beschreibung nur auf inoffizielle Informationen zurückgegriffen werden kann, welche im Internet zu finden sind. Der ALC892 ist ein 8-Kanal-Codec, welcher alle wesentlichen digitalen Formate unterstützt. Eine SPDIF-Ausgabe mit bis zu 24 Bit und 192 KHz soll ebenso vorhanden sein, wie eine Unterstützung von Blu-ray und dessen Content Protection. In Sachen analoger Qualität bietet auch der Onboard-Sound des P67H2-A das übliche Bild: Für die meisten Zwecke mag es ausreichen, und falls der Sound nicht gefallen sollte, stehen PCIe-x1- und PCI-Slots für den Betrieb von hochwertigen Soundkarten bereit.

Das ECS P67H2-A hält am I/O-Panel umfangreiche Anschlussmöglichkeiten bereit. Neben den bereits erwähnten vier USB-3.0- und sechs USB-2.0-Anschlüssen sind dort die zwei angesprochenen eSATA-6G-Ports zu finden. Für die Soundausgabe sind insgesamt fünf analoge Anschlüsse und ein optischer Digitalport vorhanden. Weiterhin lassen sich noch zwei RJ45-Buchsen für Gigabit-LAN und eine PS2-Schnittstelle finden. Beide Netzwerkschnittstellen werden durch RTL8111E-Chips von Realtek realisiert, die jeweils über eine PCIe-Lane an den Chipsatz angebunden sind und Teaming unterstützen.

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Als praktisches Hilfsmittel ist auf dem I/O-Panel noch ein Clear-CMOS-Taster vorhanden, dessen einfache Erreichbarkeit insbesondere beim Overclocking manchmal sehr viel wert ist. Neben der bereits erwähnten Anzeige der Spannungswandler-Aktivität sind auf dem Board neben den SATA-Ports noch ein Power- und ein Reset-Taster zu finden. Ebenfalls praktisch ist die Postcode-Anzeige, aber leider hat ECS vergessen, im Handbuch eine entsprechende Tabelle zur Übersetzung der Codes unterzubringen.

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Auf die mittlerweile bei vielen Boards zu findenden PCIe-Switches konnte ECS verzichten, da für die vorhandenen Komponenten die acht PCIe-Lanes des Chipsatzes ausreichen. Zwei PCIe-Lanes benötigen die Gigabit-Netzwerkcontroller, zwei PCIe-Lanes gehen an die beiden USB-3.0-Controller und über eine weitere PCIe-Lane ist der Marvell-9128-Controller angeschlossen. Abzüglich der beiden PCIe-Lanes für die zwei vorhandenen PCIe-x1-Slots bleibt somit sogar noch eine PCIe-Lane übrig, die vermutlich vom PCI-Brückenchip verwendet wird.

Bei den Anschlussmöglichkeiten für Lüfter hat ECS beim P67H2-A ziemlich gespart, denn es sind gerade einmal drei Fan-Header vorhanden. Der für den CPU-Lüfter und den System-Lüfter sind dabei in 4-Pin-Bauweise ausgeführt und somit für PWM-Lüfter vorgesehen. Beide Fan-Anschlüsse lassen sich im BIOS gut einstellen. Neben drei Profilen (normal, quiet, silent) ist auch ein manueller Modus vorhanden, bei dem sich einige Parameter der PWM-Steuerung selbst einstellen lassen. Für den dritten Anschluss in 3-Pin-Bauweise lässt sich keine Regelung vornehmen. Da eigentlich jedes "etwas bessere" Gehäuse über mehrere Gehäuselüfter verfügt, hätten wir uns hier mehr Möglichkeiten gewünscht.

Für den Test verwendeten wir ein BIOS vom 10.12.2010, welches die zum Testzeitpunkt aktuellste Version war, die uns ECS zur Verfügung stellen konnte.

ECS setzt beim P67H2-A ein klassisches BIOS von AMI ein und es gibt anscheinend auch keine Pläne von ECS, hier noch auf den UEFI-Zug aufzuspringen. Das BIOS des P67H2-A kann prinzipbedingt nicht mit der Optik und Flexibilität der UEFI-Lösungen mancher Konkurrenten mithalten, aber ECS hat auch für BIOS-Maßstäbe nur einen eher durchschnittlichen Job erledigt. Das BIOS wirkt etwas unstrukturiert und in gewisser Weise unübersichtlich. Die für das Overclocking relevanten Optionen sind zwar auf einer Seite bzw. eine Ebene tiefer zu finden, aber es fehlt etwas ein klares Konzept.

Das BIOS des P67H2-A bietet insgesamt durchschnittliche Einstellmöglichkeiten, aber dazu später im Bereich Overclocking mehr. Positiv ist, dass in den Default-Einstellungen die Strom sparenden Features mit der Option "auto" alle eingeschaltet sind, zumindest legt dies der Verbrauch des Systems im Idle nahe. Negativ ist, dass "ab Werk" Intels SATA-Ports nur im IDE-Modus laufen. Bei einem neu zusammengebauten System ist es daher dringend empfehlenswert, diese Einstellung auf AHCI umzustellen, da eine nachträgliche Umstellung mit Problemen verbunden sein kann.

Nächste Baustelle - zumindest in dem von uns verwendeten BIOS-Release - ist die Konfiguration der CPU-Ratio und des Turbo-Modus. Mit dem Multiplikator 21 ist ein völlig falsch eingestellter Wert voreingestellt, der im Falle eines i7-2600K auf 34 geändert werden muss. Gut ist, dass sich die Turbo-Multiplikatoren je nach Zahl der belasteten Kerne einzeln festlegen lassen und dass beim eingestellten Wert "0" die anscheinend automatische Einstellung funktioniert. Beim Turbo-Modus von Intels Core-Prozessoren der zweiten Generation spielt die Leistungsaufnahme eine wichtige Rolle, denn darüber wird indirekt die zusätzliche Taktfrequenz entweder freigegeben oder wieder zurückgenommen. So lässt sich das Turbo-Verhalten über entsprechend eingestellte Watt-Werte im BIOS steuern. Bei Default-Einstellungen ist für den ersten Leistungswert der Wert "0" eingetragen, was eine Automatikfunktion vermuten lässt. Diese ist aber entweder nicht vorhanden oder funktioniert nicht, denn mit diesen Einstellungen läuft der Turbo-Modus nicht korrekt. Aufgrund der falschen Steuerungsparameter wird der Turbo-Betrieb zu früh zurückgefahren und unter Last auf allen Kernen bleibt der an sich korrekte Multiplikator 35 nur für den Bruchteil einer Sekunde aktiv. Im ersten BIOS vom 22.10.2010 waren hier per Default noch korrekte Werte eingetragen, sodass der Turbo-Modus ordnungsgemäß lief. Ändert man die Einstellungen im aktuellen BIOS entsprechend ab, funktioniert auch der Turbo-Modus, sodass dieses Problem schnell von ECS behebbar ist.

Ansonsten sind die wesentlichen Einstellungsmöglichkeiten vorhanden, so lassen sich z.B. alle Onboard-Geräte deaktivieren. Diagnose-Möglichkeiten wie z.B. eine Live-Taktanzeige oder ein SPD-Auslesetool sind leider ebenso wenig vorhanden wie eine BIOS-Flash-Option oder die Speichermöglichkeit von mehreren Profilen. Es lässt sich zwar ein User-Profil speichern, aber das Laden funktionierte im Test nicht richtig.

Kompatibilitätsprobleme hatten wir, abgesehen davon, dass ein Aktivieren eines XMP-Profils im Zusammenspiel mit unseren - zugegebenermaßen nicht für Sandy Bridge designten - Corsair Dominator ein Booten verhinderte, eigentlich keine. Ob das Problem, dass das System bei drei eingesetzten Grafikkarten eine Karte nicht erkannt hat, ein Problem des BIOS oder der Hydra-Plattform ist, konnten wir nicht feststellen.

Eine Übersicht über die im BIOS des ECS P67H2-A vorhandenen Optionen bietet die folgende Galerie.


Für Overclocker ist es natürlich zunächst einmal interessant, welche BIOS-Optionen das Board bietet. Weiterhin darf das Board auch gerne mit einer besonderen Spannungsversorgung ausgestattet sein, die eine höhere Leistungsfähigkeit aufweist als von Intel vorgesehen, denn durch die Übertaktung der CPU steigt in der Regel deren Leistungsaufnahme stark an. Weiterhin ist es wichtig, dass auch die Signallaufzeiten auf dem Board (z.B. CPU-Speichercontroller - DRAM) einwandfrei geroutet sind, damit das Board auch bei Übertaktung noch stabile Signale überträgt.

Mit dem P55H-AK hatten wir bereits ein Mainboard aus der Black-Serie von ECS Elitegroup im Test gehabt. Das P55-Board konnte zwar in Bezug auf Ausstattung und Layout überzeugen, zeigte aber gleichzeitig auch größere Defizite in den Bereichen BIOS und Overclocking. Wir waren daher sehr gespannt, wie das P67H2-A als inoffizieller Nachfolger in diesen Disziplinen abschneiden würde. Um das Ergebnis vorwegzunehmen, ECS hat sich zwar bemüht, aber kann dennoch noch nicht mit den etablierten Marken mithalten.

Da bei Sandy Bridge das Übertakten über die Base Clock in der Praxis fast keine Bedeutung mehr hat, ist die komplizierte Bedienung des P67H2-A in diesem Bereich nicht zu negativ zu bewerten. Solange das "Intel ME Subsystem" aktiviert ist, findet sich im "MB Intelligent BIOS X"-Bereich der Punkt "Integrated Clock Chip Configuration", über den man diverse Untermenus erreicht, in den z.B. die BCLK verändert werden kann. Auf den ersten Blick möchte man meinen, dass dieser BIOS-Bereich noch eine Baustelle ist und in einer späteren BIOS-Version auch eine benutzerfreundlichere "Oberfläche" kommen wird. Aber immerhin lassen sich hier einige wenige Einstellungen vornehmen.

Sehr positiv beim P67H2-A ist das einfache Übertakten über entsprechend konfigurierte Turbomodus-Einstellungen. Sämtliche Spannungen lassen sich nur über Offset-Werte verändern und somit funktionieren auch alle Stromsparmodi im "übertakteten" Zustand.

Stark irritierend ist die Tatsache, wie das P67H2-A mit der Anzeige der Spannungen im BIOS umgeht. Angenommen, die CPU wird normal mit 1,200 Volt betrieben und es wird dann als Offset +200mV eingestellt. Nach einem Neustart zeigt die Spannungsanzeige im BIOS folglich 1,400 Volt an und die Offset-Einstellung steht auch weiterhin bei +200mV. Ändert man dann aber den Offset-Wert, springt die Vorschau-Anzeige um und geht plötzlich von den 1,400 Volt als normaler Prozessorspannung aus. Die Folge ist, dass wenn man dann von +200 mV auf +150 mV zurückstellt, die Vorschauanzeige nicht auf 1,35 Volt mitzieht, sondern 1,55 Volt anzeigt, da sie von einem falschen Bezugswert ausgeht. Die gute Nachricht ist aber, dass dies nur ein Anzeigefehler ist und die tatsächliche Spannung stimmt, im obigen Beispiel also 1,35 Volt als Ergebnis von 1,20 Volt plus 0,15V Offset.

Diese Anzeigefehler - zusammen mit einigen anderen kleineren Ungereimtheiten - fallen durchaus negativ auf. So fehlen auch jegliche Einstellmöglichkeiten bezüglich der CPU Loadline Calibration, sodass neben dem Offset-Wert für die CPU-Spannung quasi keine Möglichkeit zur Einflussnahme auf die CPU-Spannung besteht.

Ein letzter Kritikpunkt am P67H2-A ist die Tatsache, dass für die Konfiguration des Arbeitsspeichers gerade einmal sechs Parameter zur Verfügung stehen: Speicherteiler, Command Rate und die vier Haupt-Timings. Die wichtigsten Einstellungen sind zwar somit vorhanden, aber normalerweise bietet ein Overclocker-Board da mehr Möglichkeiten zum Feintuning.

Zu erwähnen ist leider auch, dass das Handbuch des P67H2-A eines der dürftigeren Sorte ist. So fehlt eine Legende zur Postcode-Anzeige und der Bereich der "Integrated Clock Chip Configuration" findet keine Erwähnung.


Die Overclocking-Funktionen in der Übersicht
Base Clock Rate 99,5 bis 200 MHz, stufenlos
CPU-Spannung -200 mV bis +630 mV in 0,01V-Schritten (negative Seite: 0,05V-Schritte)
DRAM-Spannung -200 mV bis +630 mV in 0,01V-Schritten (negative Seite: 0,05V-Schritte)
IMC-Spannung (VCCIO/VTT) 0 bis +375 mV in 0,015V-Schritten
CPU PLL-Spannung
default, 1,93V, 2,02V, 2,13V
PCH-Spannung
default, 1,13V, 1,18V, 1,23V
PCIe-Takt - nicht möglich -
Weitere Spannungen
PLL-Spannung (vier Werte)
Speicher-Optionen
Taktraten CPU-abhängig, DDR3-1066 bis DDR3-2133
Command Rate
einstellbar (auto, 1T, 2T)
Timings einstellbar (insgesamt 4 Parameter: CAS Latency, Row Precharge Time, RAS-to-CAS Delay, RAS Active Tine)
XMP wird unterstützt
Weitere Funktionen
Turbo-Mode
manuelle Konfiguration (max. Ratio jeweils für 1-4 Cores)
Maximum Power einstellbar (5 Parameter insgesamt, zwei Power Limits frei einstellbar)
Weitere Besonderheiten

funktionierende Stromsparmodi, Postcode-Anzeige, CMOS-Clear-Taster am I/O-Panel

Hier noch eine Galerie der für den Overclocking-Betrieb interessanten BIOS-Optionen

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In unseren Overclocking-Versuchen zeigte das ECS eine durchwachsene Performance. Es gelang uns trotz entsprechender Spannungserhöhung nicht, die CPU im Turbobetrieb auf 5 GHz zu bringen. Mit einer Multiplikatorstufe weniger waren die 4,9 GHz hingegen relativ problemlos möglich. Der zweite Weg, nämlich die Turbo-Funktion zu deaktivieren und einen festen CPU-Multiplikator einzustellen, funktionierte bei unserem P67H2-A leider auch nicht, denn es ignoriert die im BIOS eingestellten Multiplikatoren einfach und läuft stattdessen mit Standardmultiplikator x34.

Eine Erklärung für das schlechte Overclocking-Verhalten des P67H2-A liegt vermutlich daran, dass in dem uns zur Verfügung stehenden BIOS die "CPU PLL Overvoltage"-Option fehlt, welche für den Betrieb bei hohen Multiplikatoren sehr wichtig ist und die andere Hersteller bei ihren Boards inzwischen weitestgehend implementiert haben. Dass das Board eingestellte CPU-Multiplikatoren ignoriert, ist vermutlich ein Bug unserer BIOS-Version. Beim Übertakten über die Base Clock zeigten sich schon bei ca. 105 MHz Instabilitäten.

Mit der momentan zur Verfügung stehenden BIOS-Version ist die Overclocking-Fähigkeit des P67H2-A bestenfalls als "ausreichend" einzustufen. Ein Übertakten über die Turbostufen war bei unserem Testsystem bis ca. 4,9 GHz problemlos möglich. Spannung und Takt wurden im Idle reduziert, sodass dann auch der Stromverbrauch erfreulich gering war. Für die meisten User wird das für 24/7-Einstellungen auch völlig ausreichen. Für alle diejenigen, die mehr erreichen möchten, ist das P67H2-A nach derzeitigem Stand eher weniger geeignet. Mit einer besseren BIOS-Version kann das schon ganz anders aussehen, aber bis ECS diese liefern kann, bleibt leider nur dieses Fazit übrig.



Für die Sandy-Bridge-Mainboardtests haben wir unser Testsystem erneuert - und verdoppelt. An zwei Teststationen testen wir nun die diversen P67-Mainboards, wobei wir die Testsysteme möglichst identisch gestaltet haben:

Hardware:

Für Bandbreiten/Transferratentests kommen weitere Komponenten zum Einsatz. 

Software:

Bei weiteren Treibern verwenden wir jeweils die aktuellste Version. 

Hundertprozentig identisch sind die Testsysteme trotz identischer Software und identischer Hardware nicht, denn die Intel-CPUs besitzen eine leicht unterschiedliche VID-Spannung. Die Verbrauchswerte weichen also minimal voneinander ab, warum wir in den entsprechenden Vergleichen die Werte je nach Teststation mit unterschiedlicher Farbe markieren. Die Performancemessungen hingegen sind zwischen beiden Teststationen gut vergleichbar, da beide Systeme mit den gleichen Einstellungen gefahren werden.

Seit der Einführung der Nehalem-Prozessoren und der Integration des Speichercontrollers in die CPU haben wir festgestellt, dass sich die getesteten Mainboards kaum mehr in der Performance unterscheiden. Dies ist auch kein Wunder, denn den Herstellern bleibt fast kein Raum mehr fürs Tweaken: Früher war es möglich, durch besondere Chipsatztimings noch den einen oder anderen Prozentpunkt an Performance aus dem Mainboard zu holen, heute fehlt diese Optimierungsmöglichkeit. Ist ein Mainboard also in der Lage, die Speichertimings einzustellen, so werden alle Mainboards - wie auch bei unseren Tests mit konstant 1600 MHz und 9-9-9-24 1T - dieselbe Performance erreichen.

Für die Benchmarks haben wir den i7-2600K entsprechend seiner vorgesehenen Konfiguration betrieben, was beim aktuellen BIOS des P67H2-A manuell vorgenommen werden muss. Der CPU-Multiplikator wurde auf x34 gesetzt und die vier Turbo-Multiplikatoren entsprechend auf x35, x36, x37 und x38. Sämtliche Spannungen waren auf ihrem Default-Wert eingestellt und die Stromsparmodi waren ebenfalls aktiv.

Wir testen allerdings nur noch vier Benchmarks und beschränken uns hier auf 3DMark 2011, SuperPi 8M, Cinebench 11.5 und Sisoft Sandra 2011 Memory Benchmark:

ecs_bench_3dmark

ecs_bench_cine

ecs_bench_superpi

ecs_bench_sandra

Der Vergleich der bisher von uns getesteten P67-Mainboards zeigt nur geringe Unterschiede. Praktisch gesehen weisen alle Boards bei gleicher Konfiguration auch die gleiche CPU-, Grafik- und Speicherperformance auf. Wirkliche Unterschiede würden sich erst durch abweichende Einstellungen ergeben. Das ECS P67H2-A weist in den Benchmarks eine etwas geringere Performance auf, was daran liegen könnte, dass das Board eine etwas zu geringe BCLK von 99,8 MHz fährt. Möglich ist auch, dass der Hydra-Chip und die fehlenden Speicherkonfigurationsmöglichkeiten ihren Teil dazu beitragen. Da der Unterschied aber vergleichsweise gering ist, sollte er in der Praxis nicht auffallen.


Immer wichtiger ist heute der Stromverbrauch eines PC-Systems - und in der Tat tauchen hier im Vergleich zur Performance noch häufiger deutliche Unterschiede zwischen den Mainboards auf. Dies hat zum einen mit dem Bios zu tun, denn oftmals werden Intels Stromsparoptionen nicht aufgegriffen, falsch implementiert oder es wird schlicht vergessen, dass Onboard-Komponenten deaktiviert werden, wenn diese nicht in Verwendung sind. Zum anderen hat dies auch mit den verwendeten Komponenten und der Spannungsversorgung zu tun: Je effizienter diese arbeitet, desto geringer ist der Stromverbrauch des Mainboards.

Das ECS P67H2-A ist beim Thema Leistungsaufnahme durch seine Ausstattung gegenüber einfacher ausgestatteten Mainboards wie Intels DP67BG unterlegen. Anderen ähnlich gut ausgestatteten Mainboards geht es da aber genau so. Das P67H2-A hat mit dem permanent aktiven Hydra-IC von Lucid einen Zusatzchip an Bord, der bis zu 6 Watt Eigenverbrauch entwickeln kann. Zusätzlich zu seinem - im Idle vermutlich deutlich geringeren - Verbrauch tragen noch einige andere Zusatzgeräte ein wenig zum Mehrverbrauch bei. Im Vergleich zu anderen getesteten Mainboards liegt die Leistungsaufnahme des P67H2-A aber völlig im normalen Rahmen. Angesichts der Konkurrenz und deren Werte lässt sich die Effizienz durchaus als gut bezeichnen.


Test 1: Mit aktivierten Onboardkomponenten:

Im ersten Teil betreiben wir das Board im Prinzip mit den Optimized-Defaults-Einstellungen, sodass ein Großteil der entsprechenden BIOS-Optionen automatisch eingestellt wird. Auch sind alle Onboard-Komponenten aktiviert.

ecs_bench_Widle

Das P67H2-A liegt mit Standard-Einstellungen im Mittelfeld der getesteten Mainboards. Der Unterschied zum Intel-Board ist groß, aber das Problem haben auch die anderen getesteten Mainboards, welche untereinander auf ähnlichem Niveau liegen.

Unter Last bietet sich ein etwas schlechteres Bild: Mit den standardmäßigen Einstellungen verbraucht das ECS P67H2-A im Vergleich mit anderen Boards am meisten, wobei aber der Rückstand noch voll vertretbar ist.

ecs_bench_Wload

Mit einer anderen BIOS-Version kann ECS hier vielleicht noch etwas nachbessern, denn auch bei Belastung durch Prime95 verbraucht das ECS P67H2-A im Testvergleich knapp am meisten Strom.

ecs_bench_Wprime95

Die unter Last etwas höheren Verbrauchswerte könnten auch darauf hindeuten, dass die Spannungswandler etwas weniger effizient arbeiten. Jeder Hersteller setzt seine Prioritäten beim Design der Stromversorgung etwas anders, wobei primär meistens Qualität und Belastbarkeit im Vordergrund stehen. Die Spannungswandler dann auch noch auf eine hohe Effizienz zu bringen, stellt natürlich eine Herausforderung für die Designer dar und nicht immer lassen sich alle Eigenschaften gut kombinieren.

Eine Erklärung für die höheren Leistungsaufnahmewerte des P67H2-A wäre bei der verwendeten Kernspannung im Lastfall zu suchen, aber da weist das Board keine nach oben abweichenden Werte auf.

ecs_bench_Vprime95

Da die meisten Anwender nicht alle Onboard-Chips benötigen, haben wir auch einen Test mit nur einem aktivierten Onboard-LAN und dem Onboard-Sound durchgeführt. Sämtliche USB3.0- und SATA-Controller sind hier deaktiviert. Die Spannungen werden weiterhin vom Board automatisch festgelegt, aber Features wie EPU wurden auf maximale Einsparung eingestellt.

Test 2: Mit deaktivierten Onboardkomponenten (1x LAN + Sound an):

ecs_bench_Widle_opt

Wie bei den meisten anderen Mainboards reduziert sich durch Abschalten der Onboard-Komponenten des P67H2-A die Leistungsaufnahme im Idle um ca. 1,5 Watt.

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Die Leistungsaufnahme unter Last reduziert sich entsprechend ebenfalls um ca. 2 Watt, was somit nur eine sehr geringe Einsparung bedeutet und angesichts der geringen Verbrauchswerte der Onboard-Komponenten aber auch zu erwarten war. Der Hydra-Chip als potentiell größerer Verbraucher lässt sich nicht abschalten und die Arbeit der Spannungswandler lässt sich beim P67H2-A ebenfalls nicht beeinflussen. Größere Einsparungen wären nur durch das individuelle Anpassen der CPU-Spannung auf die Erfordernisse der jeweiligen CPU möglich.

Insgesamt zeigt das ECS P67H2-A in Sachen Leistungsaufnahme eine solide Performance. Es ist zwar ganz klar kein Stromsparwunder, aber angesichts der Features geht der Stromverbrauch insbesondere unter Last gerade noch in Ordnung. Im Rückblick auf das P55H-AK von ECS stellt das P67H2-A aber eine massive Verbesserung dar.


Auch das ECS P67H2-A verwendet den bisher den Markt für USB-3.0-Chips dominierenden µPD720200 von Renesas Electronics. Die Controller sind mit genügend Bandbreite direkt an den Chipsatz angebunden, sodass allenfalls die USB-Ports, die hinter dem VIA-Hub hängen, eine geringere Performance zeigen könnten. Ein Flaschenhals würde sich vermutlich aber erst bei höherer Belastung durch mehrere schnelle USB-3.0-Endgeräte zeigen. 

Auch die SATA-6G-Anschlüsse des P67H2-A sollten im Prinzip ihre volle Performance bringen können. Zwei Ports werden vom Chipsatz bereitgestellt und der Marvell-9128-Controller, der die beiden externen Ports versorgt, ist ebenfalls hinreichend schnell angebunden. Einzig im Betrieb mit zwei externen SATA-6G-Geräten ist in der Praxis ein leichter Performance-Einbruch zu erwarten, da hier nur die theoretischen 500 MB/s einer einzelnen PCIe-Lane zur Verfügung stehen.

USB-3.0-Performnce:

Die USB3.0-Performance testen wir mit einem schnellen SuperTalent SuperCrypt 32 GB - einer externen SSD in Form eines Speichersticks mit USB-3.0-Interface:

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Die USB-3.0-Performance:
links: Renesas-Controller an Frontpanel, rechts: Renesas-Controller über VIA-Super-Speed-Hub am I/O-Panel


SATA-6G-Performance:

Um die SATA-6G-Performance ordentlich testen zu können, haben wir schon neue SSDs mit neuen SATA-6G-Controller und Lese- und Schreibraten von über 500 MB/s bestellt. Diese sind allerdings noch nicht lieferbar, daher müssen wir uns für die richtigen Auslastungstests noch etwas gedulden. Aktuell testen wir mit einer Crucial RealSSD C300 64GB, die immerhin schon über 350 MB/s im Lesebetrieb schafft.

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Die SATA-6G-Performance:
links: Intel-Controller SATA 6G, rechts: Marvell-Controller eSATA 6G

Beim ECS P67H2-A stimmt die Performance der Schnittstellen. Der für die eSATA-Ports zuständige Marvell-Controller erreicht nicht die hervorragenden Transferraten des internen SATA-6G-Ports am Chipsatz, aber das ist bei allen anderen Boards auch zu beobachten. Die USB-3.0-Ports erreichen alle eine hohe Geschwindigkeit, die absolut vergleichbar mit ähnlichen Lösungen auf Boards der Konkurrenz ist.


Mit dem P67H2-A ist ECS Elitegroup ein solider Einstieg in die P67-Oberklasse gelungen. Auch wenn bei dem Board in Sachen BIOS und Overclocking-Performance noch Verbesserungsbedarf besteht, um wirklich mit den Boards von ASUS, Gigabyte & Co mithalten zu können, bietet es dennoch ein gutes Paket aus Ausstattung, Design und Performance. Die Verwendung eines Hydra-Chips von Lucid hebt das P67H2-A momentan von allen anderen P67-Platinen ab, aber der tatsächliche Nutzen dieses Features ist unserer Meinung nach in der Praxis begrenzt und sollte nicht überbewertet werden.

Positiv fällt gleich nach dem Auspacken die optische Gestaltung des Boards auf, bei der ECS einen guten Job erledigt. Auch in Sachen Ausstattung braucht sich das P67H2-A nicht vor der Konkurrenz verstecken. Mit sechs USB-3.0-Anschlüssen und zwei eSATA-6G-Ports stehen überdurchschnittlich viele der schnellen Schnittstellen für externe Geräte zur Verfügung. Intern hat das P67H2-A die üblichen sechs SATA-Ports des P67-Chipsatzes zu bieten, von denen auch zwei im schnellen SATA-6G-Modus arbeiten. Auch bei den Slots für Grafik- und Erweiterungskarten hat ECS gute Arbeit geleistet und dem Board einen sinnvollen Mix spendiert. Neben den drei  PCIe-x16-Slots hat ECS noch zwei PCIe-x1- und zwei "alte" PCI-Slots auf dem P67H2-A untergebracht, sodass immer genügend Konfigurationsmöglichkeiten offen stehen sollten. Da auch zwei Gigabit-Ethernet-Controller vorhanden sind und auch der Onboard-Sound zu den besseren Modellen seiner Zunft gehört, verdient das P67H2-A für seine Ausstattung durchaus ein Lob.

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Beim Thema PCIe-x16-Slots bietet das P67H2-A ebenfalls eindeutig mehr als der Durchschnitt. Es sind insgesamt drei PCIe-x16-Slots vorhanden, welche für die begrenzten Grundmöglichkeiten des P67-Chipsatzes alle mit bestmöglicher Bandbreite angebunden sind. Erreichen tut dies ECS durch den Einsatz eines Hydra-Chips von Lucid, der in dieser Beziehung die gleiche Aufgabe erledigt, wie der auf anderen Boards als PCIe-Switch eingesetzte NF200. Der Hydra-Chip kann allerdings noch deutlich mehr, denn mit ihm ist der gemischte Betrieb von unterschiedlichen Grafikkarten möglich. Die Idee, nicht auf die engen Einschränkungen von SLI und CrossfireX angewiesen zu sein, ist in der Theorie natürlich faszinierend. In der Praxis funktioniert das Ganze zwar auch halbwegs, aber ein voll funktionierend und schneller Hydra-Betrieb ist unserer Einschätzung nach eher die Ausnahme als denn die Regel. Gut ist, dass die Hydra-Modi nicht genutzt werden müssen und stattdessen auch normales SLI oder CrossfireX gefahren werden kann. Andererseits scheint der verbaute Hydra-Chip ziemlich auf den Anschaffungspreis des Boards durchzuschlagen, denn eine angebliche Preisempfehlung seitens ECS liegt bei 260 US-Dollar.

Im Bereich BIOS und Overclocking hat das P67H2-A noch einen deutlichen Rückstand auf die anvisierte Konkurrenz. Das Board läuft zwar stabil und weist auch insgesamt eine gute Performance auf, aber "Spaß am Overclocking" will mit dem P67H2-A nicht aufkommen. Der eher negative Eindruck fängt bei der Bedienbarkeit des BIOS an, geht über fehlende Optionen und Bugs bis hin zur realen OC-Performance. Das sollten aber alles Sachen sein, die sich mit einem verbesserten BIOS aus der Welt schaffen lassen. In der Vergangenheit war ECS beim Veröffentlichen von neuen BIOS-Versionen im Vergleich zur Konkurrenz aber eher langsam, von daher bleibt abzuwarten, ob sich da durch den Anspruch der "Black Series" etwas ändert. Eine hochwertige Platine zu designen, ist eine Sache, welche ECS beim P67H2-A auch gut hinbekommen hat, aber ebenso wichtig ist die BIOS-Seite, zumindest wenn mit dem Mainboard die "Enthusiasten" angesprochen werden sollen. Aktuell eignet sich das P67H2-A gut für Anwendungen bei Standard-Takt oder moderatem Overclocking über den Turbo-Boost.

Insgesamt ist das P67H2-A von ECS Elitegroup ein interessantes P67-Mainboard, welches insbesondere im Bereich Ausstattung punkten kann. Mit einem konkurrenzfähigen BIOS hat es von der Hardware her das Potential, in einer Liga mit den renommierten Boardherstellern zu spielen. Nach aktuellem Stand ist das Board nur Usern zu empfehlen, die unbedingt ein P67-Mainboard mit Hydra-Chip haben möchten und mit den momentanen Einschränkungen leben können bzw. wenig Overclocking betreiben möchten. Eine generelle Kaufempfehlung möchten wir dem P67H2-A daher momentan nicht aussprechen, zumal der Preis des Boards hierzulande noch unbekannt ist. Wir werden aber bei Erscheinen von verbesserten BIOS-Versionen sicher noch einmal einen Blick auf das Board werfen.

Positive Eigenschaften des ECS P67H2-A:

Negative Eigenschaften des ECS P67H2-A:


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